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2012-05-21 (Mo) Nach
einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands ist von einem bestimmenden
Einfluss eines Gesellschafters auf eine Kredithilfe für ein anderes Unternehmen
dann auszugehen, wenn der Gesellschafter der hilfenehmenden GmbH zwar nur zu 50
Prozent an der hilfeleistenden GmbH beteiligt, aber zugleich deren
alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer ist (II ZR 115/2011 28. Februar
2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands ist eine die Verjährungsfrist gemäß §
199 I Nr. 2 BGB in Lauf setzende grob fahrlässige Unkenntnis in Regressfällen
nicht schon dann gegeben, wenn die Mitarbeiter der Leistungsabteilung der
Versicherung des Geschädigten bei arbeitsteiliger Organisation keine
Initiativen zur Aufklärung des Schadensgeschehens entfalten und deshalb der
Schadensfall den Mitarbeitern der Regressabteilung nicht bekannt geworden ist (VI
ZR 9/2011 28. Februar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesverwaltungsgerichts Deutschlands schließt ein bei Gelegenheit eines
Gerichtstermins entstandener Privataufenthalt am Ort der mündlichen Verhandlung
die Erstattungsfähigkeit der Reisekosten als notwendige Aufwendungen
grundsätzlich nicht aus (9 KSt 6/2011 12. März 2012).
2012-05-20 Nach
einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands kann der
Antrag auf Erläuterung eines Sachverständigengutachtens in Anbetracht des
Rechtes auf rechtliches Gehör nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil dem
Gericht das Gutachten als überzeugend und nicht weiter erläuterungsbedürftig erscheint
(1 BvR 2738/2010 17. Januar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands ist nicht alles, was am Markt für
vergleichbare Wohnungen bezahlt wird, ohne Weiteres üblich, so dass der
Tatrichter eine Eingrenzung des relevanten Mittelfelds der Vergleichsmieten
durchführen muss (VIII ZR 346/2010 29. Februar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands können bei Freigabe des Vermögens des
Schuldners aus einer selbständigen Tätigkeit die auf die selbständige Tätigkeit
bezogenen vertraglichen Ansprüche von Gläubigern, die nach dem Zugang der
Erklärung bei dem Schuldner entstehen, nur gegen den Schuldner und nicht gegen
die Masse verfolgt werden (IX ZR 75/2011 9. Februar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands kann ein Parteiwille, den
Unterhaltsanspruch völlig auf eine vertragliche Grundlage zu stellen, nur bei
Vorliegen besonderer dafür sprechender Anhaltspunkte angenommen werden, wobei
eine Ehescheidung in frühem Lebensalter gegen einen solchen Willen spricht (XII
ZR 173/2009 21. September 2011).
Nach einer Entscheidung des
Bundesarbeitsgerichts Deutschlands lässt sich bei zeitlicher
Verschränkung arbeitszeitbezogener und arbeitszeitunabhängig vergüteter
Arbeitsleistungen das Bestehen einer objektiven Vergütungserwartung für
Überstunden (§ 612 I BGB) im arbeitszeitbezogen vergüteten Arbeitsbereich nicht
ohne Hinzutreten besonderer Umstände oder einer entsprechenden Verkehrssitte
begründen (5 AZR 629/2010 21. September 2011).
Nach einer Entscheidung des
Bundesarbeitsgerichts Deutschlands kann der Anspruch auf Abgeltung des
nach lang andauernder Arbeitsunfähigkeit bestehenden gesetzlichen
Mindesturlaubs auf Grund tariflicher Ausschlussfristen verfallen (9 AZR
365/2010 9. August 2011).
Nach einer Entscheidung des
Bundesfinanzhofs Deutschlands bleibt für einen Vergleich der kürzesten
und der vom Arbeitnehmer regelmäßig für Fahrten zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte benutzten längeren Straßenverbindung jede zwar an sich mögliche,
aber vom Arbeitnehmer tatsächlich nicht benutzte Fahrtstrecke zwischen Wohnung
und Arbeitsstätte außer Betracht (VI R 46/2010 16. November 2011).
Nach einer Entscheidung des
Oberlandesgerichts Karlsruhe findet im Verfahren der einstweiligen
Verfügung § 269 III 3 ZPO Anwendung, wenn der Anlass zur Einreichung des
Verfügungsantrags im Zeitraum zwischen der Aufgabe des Antrags zur Post und
seinem Eingang bei dem Gericht entfällt, der Verfügungskläger aber erst nach Einreichung
des Antrags Kenntnis erlangt (6 W 92/2011 23. Januar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Oberlandesgerichts München ist für den Antrag auf vorzeitige Aufhebung
der Zugewinngemeinschaft gemäß den §§ 1386, 1385 Nr. 1 BGB ein besonderes
Rechtsschutzinteresse nicht erforderlich und steht insbesondere der etwaige Wegfall des Schutzes
durch § 1365 BGB einer vorzeitigen Aufhebung der Zugewinngemeinschaft nicht
entgegen (12 UF 1523/2012 15. Februar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Oberlandesgerichts Stuttgart sind an die eindeutige Bezeichnung des
Rechtsmittelführers strenge Anforderungen zu stellen (3 U 58/2011 28. September
2011).
Nach einer Entscheidung des
Oberverwaltungsgerichts Magdeburg begründet ohne Verlautbarungswillen
des mitwirkenden Richters allein die telefonische Bekanntgabe der zur
Geschäftsstelle gelangten Urteilsformel gegenüber einem der
Verfahrensbeteiligten noch keine bindende Entscheidung (1 L 101/2011 31. Januar
2012).
2012-05-19 Nach
einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands besteht kein
Anspruch auf Schadensersatz für psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen
(Schockschäden) bei der Verletzung oder Tötung (nahestehender) Tiere (VI ZR
114/2011 20. März 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands ist der Verwalter als
Zustellungsbevollmächtigter gemäß § 45 I WEG ausgeschlossen, wenn die Gefahr
einer nicht sachgerechten Unterrichtung der Wohnungseigentümer besteht (V ZR
170/2011 9. März 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands kommt es für eine Vergütungspflicht des
Auftraggebers für die Reparatur bereits erbrachter, von einem Drittunternehmen
vor der Abnahme beschädigter Leistungen darauf an, ob der Auftraggeber bereit
war, eine Vergütungspflicht zu begründen (VII ZR 177/2011 8. März 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands steht eine Vorsorgevollmacht der
Bestellung eines Betreuers nicht entgegen, wenn der Bevollmächtigte ungeeignet
ist, die Angelegenheiten des Betroffenen zu besorgen, wobei dem Betreuer
möglicherweise nur eine einzige Angelegenheit zu übertragen sein kann (XII ZB
583/2011 7. März 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesgerichtshofs Deutschlands erfüllt ein Anwaltsnotariatsbewerber,
der in dem in Aussicht gestellten Amtsbereich nur eine Zweigstelle unterhält,
nicht das Erfordernis der örtlichen Wartezeit nach § 6 II Nr. 2 BNotO a. F. (Notz
[Befg] 14/2011 5. März 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesverwaltungsgerichts Deutschlands ist eine objektiv willkürliche Auslegung
von Rechtsnormen im Rahmen der Sachprüfung kein die Zulassung der Revision
rechtfertigender Verfahrensmangel (9 B 71/2011 16. Februar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesarbeitsgerichts Deutschlands kann sich eine Pflicht zu Hinweisen auf
bestimmte Unwirksamkeitsgründe im Kündigungsschutzverfahren aus der materiellen
Prozessleitungspflicht des Gerichts ergeben (6 AZR 407/2010 18. Januar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesfinanzhofs Deutschlands erzielt ein mit Unternehmerrisiko und Unternehmerinitiative
handelnder, Werbeeinnahmen vom Deutschen Fußballbund erhaltender Fußballnationalspieler
Einkünfte aus Gewerbebetrieb (X R 14/2010 22. Februar 2012).
Nach einer Entscheidung des
Oberlandesgerichts Nürnberg ist ein Strafverteidiger nach
berufsrechtswidrigem Verhalten wegen versuchter Strafvereitelung nur zu
bestrafen, wenn er die Tatherrschaft hatte (1 St OLG Ss 274/2011 12. März
2012).
Nach einer Entscheidung des
Oberlandesgerichts Stuttgart ist ein Richter nicht befangen, der
gegenüber einem Beklagten äußert, er hätte sich der Auseinandersetzung und
Diskussion stellen sollen, statt den Schwanz einzuziehen (14 W 2/2012 29. März
2012).
Nach einer Entscheidung des
Landesarbeitsgerichts Köln muss bei einer Kündigung wegen einer
Strafanzeige eines Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber eine an den Grundrechten
der Beteiligten orientierte umfassende Interessenabwägung unter besonderer
Berücksichtigung der Interessen der Allgemeinheit erfolgen (6 Sa 304/2011 2. Februar
2012).
*Zoller, Michael, Die Haftung bei Kapitalanlagen, 2012
*Pöhlmann, Peter/Fandrich, Andreas/Bloehs, Joachim, Genossenschaftsgesetz, 4. A.
2012
*Immenga, Ulrich/Mestmäcker, E., Wettbewerbsrecht, Bd. 1f. 5. A. 2012f.
*Patentrechtskommentar, hg. v. Fitzner, U./Lutz,
R./Bodewig, T., 4. A. 2012
*Gesamtes Medizinrecht, hg. v. Bergmann, Karl Otto/Pauge, Burkhard/Steinmeyer,
Heinz-Dietrich, 2012
*Voppel/Osenbrück/Bubert, VOF Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen, 3. A.
2012
*Gendiagnostikgesetz, hg. v. Kern, Bernd-Rüdiger, 2012
*Insolvenzordnung, hg. v. Braun, Eberhard, 5. A. 2012
*Haas, Ulrich/Martens, Dirk-Reiner, Sportrecht, 2012
*Kunstrecht, hg. v. Ebling, Klaus/Schulze, Marcel, 2. A. 2012
*Schwarz, Dorothea/Takou, Eleni, Wörterbuch Recht, Griechisch-deutsch,
Deutsch-griechisch, 2012
2012-05-18 Nach
einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Deutschlands begründet
allein die Tätigkeit als Wehrmachtrichter an einem Feldkriegsgericht in
besetzten Gebieten während des zweiten Weltkriegs nicht die Vermutung, der
Richter habe gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit
verstoßen oder dem nationalsozialistischen System erheblichen Vorschub
geleistet, so dass im Zweifel die nach Maßgabe des Ausgleichsleistungsgesetzes für
entschädigungslose Enteignungen während der sowjetischen Besatzungszeit im
Beitrittsgebiet vorgesehene Ausgleichsleistung nicht versagt werden darf (5 C
2/2011 16. Mai 2012).
Nach einer Entscheidung des
Bundesarbeitsgerichts Deutschlands ist bei Inkrafttreten eines
Tarifvertrags (Haustarifvertrags) nach seinem Abschluss für den Beginn der
Tarifgeltung der Zeitpunkt des Inkrafttretens maßgebend (4 AZR 320/2010 16. Mai
2012 u. a.).
Nach einer Entscheidung des
Bundesarbeitsgerichts Deutschlands setzt ein Anspruch auf Zahlung eines
weiteren Leistungsentgelts gemäß § 18 TVöD (VKA) in Verbindung mit der
Protokollerklärung Nr. 1 zu § 18 IV das Bestehen einer Dienst- oder
Betriebsvereinbarung voraus und ist ohne eine solche betriebliche Regelung die
vom Arbeitgeber getätigte Zahlung von sechs Prozent des Tabellenentgelts
ausreichend (10 AZR 202/2011 16. Mai 2012).
Nach einer Entscheidung des
Verwaltungsgerichtshofs Bayern hat die Presse keinen Anspruch auf
Offenbarung der Höhe des Gehalts des Geschäftsführers der Klinikum Bayreuth
GmbH (7 CE 370/2012 14. Mai 2012).
Nach einer Entscheidung des
Landesarbeitsgerichts Köln muss bei einer Kündigung wegen einer
Strafanzeige eines Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber eine an den Grundrechten
der Beteiligten orientierte umfassende Interessenabwägung unter besonderer
Berücksichtigung der Interessen der Allgemeinheit erfolgen (6 Sa 304/2011 2. Februar
2012).
Nach einer Entscheidung des
Landgerichts Stuttgart ist der 38jährige Bäckergeselle Rolf H. wegen
Ermordung des elfjährigen Tobias D. im Herbst 2000 zu lebenslanger Haft mit
anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Nach einer Entscheidung des Kriegsverbrechertribunals
der Vereinten Nationen für Jugoslawien ist das Verfahren gegen Ratko Mladic
wegen Fehlern bei der Offenlegung von Beweisen auf unbestimmte Zeit vertagt (Anfang
vom Ende des mit seiner eigenen Abschaffung beschäftigten Gerichts?).
Die Bundesregierung Deutschlands beschließt die Möglichkeit einer
Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartGmbB) mit
deutlich höherer Berufshaftpflichtversicherung.
Eon AG verkauft die Gastransportgesellschaft Open Grid Europe für 3,2
Milliarden Euro an ein von der australischen Bank Macquarie geführtes
Bieterkonsortium.
Bei der Vorbereitung von Bauarbeiten auf dem Campus Poppelsdorf in Bonn legen
Archäologen im Lößlehm zwei Fundamente (6,76 Meter breit, rund 7,50 Meter lang)
aus losen weißen und grauen Steinen frei, die zu einem gallorömischen
Umgangstempel des späten ersten Jahrhunderts nach Christus gehören könnten, wie
er der Art nach bereits auch 2006 in Bonn entdeckt wurde.
Vom 18. bis zum 21. September 2012 findet in München der 69. deutsche
Juristentag statt.
Im Abri Castanet in Südfrankreich werden Einritzungen in Steinbrocken entdeckt,
die auf Grund von umgebenden Knochenresten auf ein Alter von 37000 Jahren
geschätzt werden und die bislang ältesten bekannten Höhlenmalereien der Welt
sein könnten.
In veritate libertas! Ceterum censeo
corruptionem esse delendam! Felix faustusque veridicus!
In der Wahrheit die Freiheit! Im
Übrigen soll die Verderbnis beseitigt werden! Glücklich der Wahrhaftige!