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Rebitsch, Wolfgang, Tirol. Land in Waffen. Soldaten und bewaffnete Verbände 1918-1938 (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs 15). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009. 232 S., 24 Bildtaf., 51 Abb. Besprochen von Gerhard Köbler. IT

Rebitsch, Wolfgang, Tirol. Land in Waffen. Soldaten und bewaffnete Verbände 1918-1938 (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs 15). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009. 232 S., 24 Bildtaf., 51 Abb. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Der Arbeit liegt die 1976 von dem Neuzeithistoriker Hans Kramer betreute geschichtswissenschaftliche Dissertation des Verfassers über die Volkswehr und das Bundesheer in Tirol von 1918-1938 zu Grunde, die zu den Anfängen der Zeitgeschichte Tirols zählt. Seitdem hat der Verfasser seine Ergebnisse vor allem durch Einbeziehung weiterer Zeitzeugen ergänzt. Da die nachfolgenden Forschungen an den grundsätzlichen Ergebnissen aber kaum etwas geändert haben, ist die Untersuchung unter Einbeziehung der neuesten Literatur in überarbeiteter Form erneut veröffentlicht, um in einer Zeit wirtschaftlicher Verwerfung sicher oder wenigstens sicherer zu machen.

 

Nach dem Verfasser hat das Werk einen bewussten Schwerpunkt im Sinne einer Geschichte von unten, die Kellnerinnen, barmherzige Schwestern, Kaiserschützen und Berufssoldaten trotz mancher Unterschiedlichkeit einbezieht. Die Schilderung der Beweggründe und Empfindungen soll den Nachfahren zwar keine Lehre sein, aber doch zu mehr Verständnis verhelfen. Gegenstand der Betrachtung ist dabei der vom zerrissenen und verarmten Land Tirol in der Zwischenkriegszeit gewählte Weg der Militarisierung.

 

In ungefährer chronologischer Abfolge behandelt der Verfasser eindringlich die Tiroler Volkswehr (1918-1920), das Bundesheer in Tirol bis 1927, das Krisenjahr 1927, das Bundesheer in Tirol von 1927 bis 1934, die Tiroler Wehrverbände bis 1933 (Heimwehr, republikanischer Schutzbund, nationalsozialistische Verbände, Bund Oberland), das Bürgerkriegsjahr 1934, das Bundesheer in Tirol von 1934 bis 1938 und die Märztage 1938. Dabei fließt selbst die von Vater F. Rebitsch zufällig im Rathaushof in Innsbruck mitgehörte Antwort auf die Frage, ob im äußersten Fall auf die deutschen Truppen geschossen werden solle, in die Darstellung ein. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen die durch Bibliographie und Register aufgeschlossenen Darlegungen zu zeitgeschichtlich bedeutsamen Vorgängen und Lagen Tirols bis zu einem unrühmlichen Ende im März 1938.

 

Innsbruck                                            Gerhard Köbler.