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Quellen zur europäischen Spitalgeschichte in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. v. Scheutz, Martin/Sommerlechner, Andrea/Weigl, Herwig/Weiß, Alfred Stefan (= Quelleneditionen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 5). Böhlau, Wien 2010. 684 S. Besprochen von Gerhard Köbler. IT

Quellen zur europäischen Spitalgeschichte in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. v. Scheutz, Martin/Sommerlechner, Andrea/Weigl, Herwig/Weiß, Alfred Stefan (= Quelleneditionen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 5). Böhlau, Wien 2010. 684 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Nach der Einleitung der Herausgeber versteht sich der Band gewissermaßen als Fortsetzung, Ergänzung und Grundlegung zu dem 2008 erschienenen Werk Europäisches Spitalwesen. Institutionelle Fürsorge in Mittelalter und früher Neuzeit. Beide Bände werden durch eine lange Vorbereitungszeit und die allmähliche Abänderung ursprünglich ziemlich utopischer Zielvorstellungen geprägt. Während es in dem früheren Buch um die Machbarkeit einer vergleichenden europäischen Spitalgeschichte ging, betrifft der Folgeband die Machbarkeit einer Quellenkunde.

 

Zu diesem Zweck vereint das Werk insgesamt 18 Beiträge. Diese reichen von The Sources for English Hospitals 1100 to 1400 (Sethina Watson) bis zu Sources for the Hospitals in Medieval and Early Modern Hungary (Judit Majorossy/Katalin Szende). Erfasst werden außer England und Ungarn Norditalien, das Heilige römische Reich und seine Nebengebiete bis Polen und Livland, während andere Bereiche wie Süditalien, Spanien oder Frankreich leider ausgespart bleiben mussten.

 

Vorangestellt ist ein chronologisches Quellenverzeichnis, das mit einem Auszug aus dem Mirakelbuch der Abtei Saint-Hubert im heutigen Belgien über die Heilung eines Blinden im Spital in der Mitte des 9. Jahrhunderts einsetzt und mit einem Bericht über die Visitation des Hospitals Hofheim in Hessen  vom 5. August 1797 endet. Es umfasst damit für ein Jahrtausend insgesamt 203 Quellen, so dass im Durchschnitt eine Quelle etwa fünf Jahre abdeckt. Angefügt ist ein Verzeichnis der Autorinnen und Autoren, während ein Register der sehr nützlichen, wenn auch noch unvollständigen Quellensammlung zur Spitalgeschichte fehlt.

 

Innsbruck                                                        Gerhard Köbler