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Duchhardt, Heinz, Frieden im Europa der Vormoderne. Ausgewählte Aufsätze 1979-2011 hg. und eingeleitet v. Espenhorst, Martin, Schöningh, Paderborn 2012. XV, 209 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

Duchhardt, Heinz, Frieden im Europa der Vormoderne. Ausgewählte Aufsätze 1979-2011 hg. und eingeleitet v. Espenhorst, Martin, Schöningh, Paderborn 2012. XV, 209 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Der in Bad Berleburg 1943 geborene Verfasser promovierte nach dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Kunstgeschichte in Mainz, Bonn und Wien in Mainz 1968 mit einer Dissertation über den Mainzer Kurfürsten Philipp Karl von Eltz, der von 1732 bis 1743 Erzkanzler des Reiches war. 1974 wurde er mit einer Schrift über protestantisches Kaisertum und altes Reich habilitiert. 1984 wurde er nach Bayreuth, 1988 nach Münster und 1994 nach Mainz berufen, wo er vielfältige Veröffentlichungen über deutsche Verfassungsgeschichte, internationale Beziehungen, Europa am Vorabend der Moderne, Barock und Aufklärung sowie den preußischen Reformer Karl Freiherrn vom und zum Stein vorlegte.

 

Am Ende des Monats November 2011 wurde er vom Institut für europäische Geschichte in Mainz als Direktor der Abteilung für Universalgeschichte verabschiedet. Dieses Ereignis nahm der Herausgeber zum äußeren Anlass, eine Auswahl kleinerer Arbeiten des Verfassers über den Frieden im Europa der Vormoderne zu veröffentlichen. Damit sollte vor allem gewürdigt werden, dass der Verfasser zu den ersten und wirkungsmächtigsten Historikern zählt, die Theorie und Praxis vormoderner Friedensstiftung und Friedenswahrung in Europa erforschten.

 

Die insgesamt 15 wegweisenden Studien sind nach einer hilfreichen Einführung in vier Bündel zusammengefasst, in denen der Friede(n) im Mittelpunkt steht. Bei der Friedenswahrung geht es etwa um die Friedensvermittlung im Völkerrecht des 17. und 18. Jahrhunderts von Grotius bis Vattel, bei den Friedensverträgen um den westfälischen Frieden und das internationale System im ancien régime, bei der Friedensordnung um 14 Thesen über den Wandel vom fragilen System des westfälischen Friedens zum labilen System der Pentarchie der fünf Großmächte Europas und bei der Erinnerungskultur beispielsweise um Friedensjubiläen. Drucknachweise, ein Verzeichnis der zahlreichen weiteren Schriften des Verfassers zu Frieden, Völkerrecht und den internationalen Beziehungen in der Vormoderne und ein Personenverzeichnis runden den schlanken, den Frieden (mit mehr als 2000 Friedensverträgen in Europa zwischen 1450 und 1789) trotz zahlloser europäischer Kriege in den Vordergrund rückenden Band vorteilhaft ab.

 

Innsbruck                                                                               Gerhard Köbler