Glossen Admont, Stiftsbibliothek 508 (Seite 1)

 

Admonter Glossar

 

Überlieferung: Admont, Stiftsbibliothek 508

Die Handschrift im Oktavformat umfasst 112 Blätter. Außerdem ist das erste Blatt der ersten Lage dem Vorderdeckel aufgeklebt. Auf seiner Rückseite trägt es den Vermerk: Iste liber pertinet ad sanctum Blasium Admont.

Die Handschrift enthält auf den Blättern 1a bis 56a Glose divinorum librorum von der Genesis bis zum Brief an die Hebräer (Bibelglossatur M, Familie S). Die Blätter 57a (bzw. nach Wich-Reif 58a) bis 64b geben ein lateinisches alphabetisches Glossar wieder. Die Handschrift stammt aus dem 12. Jahrhundert aus einer unbekannten Schriftheimat.

Inhalt: Die Bibelglossen enthalten altbayerische und damit althochdeutsche Interlinearglossen und einige Kontextglossen (insgesamt 82), das lateinische alphabetische Glossar bietet einige volkssprachige Kontextglossen und Interlinearglossen im Eingangsteil. Einige (4 bzw. 5) der insgesamt 14 volkssprachigen Glossen zum alphabetisch geordneten, nicht bestimmten Glossar (von alea-caliga) sind ganz (4) bzw. teilweise (1) altsächsisch(, die übrigen [91-92] der insgesamt 96 Glossen der Handschrift altbayerisch und damit althochdeutsch).

Die Glossen des alphabetischen Glossars sind wohl ein Zeugnis dafür, dass altsächsische Bearbeitungen (altenglischer Hermeneuta) auch im Gebiet des Althochdeutschen Verbreitung fanden. Auf welchem Weg dies geschah, ist allerdings unbekannt.

Ausgabe: Steinmeyer, E./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4 1898, Neudruck 1969, 179, 8-179, 16, 179, 25-179, 31, Nr. MCLXXX=1180 (alphabetisch geordnetes Glossar, nicht bestimmtes Glossar, 14 Glossen von alea bis caliga)

Literatur: Steinmeyer, E./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4, 1898, Neudruck 1969, 375, Nr. 6; Michiels, H., Über englische Bestandteile altdeutscher Glossenhandschriften, 1912; Müller G./Frings, T., Germania Romana. II. Dreißig Jahre Forschung. Romanische Wörter, 1968, 344; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, 1973, 1, Nr. 6; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977, 215, 325; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen Sprachen, 1996, 136; Meineke, B., Basler Fragment, Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philologisch-Historische Klasse, 1999, 117; Wich-Reif, C., Studien zur Textglossarüberlieferung, 2001, 274 (Bibel); Tiefenbach, H., Zur altsächsischen Glossographie, in: Mittelalterliche volkssprachige Glossen, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2001, 330; Bergmann, R., Volkssprachige Glossen für lateinkundige Leser?, Sprachwissenschaft 28 (2003), 42; Köbler, G., Altdeutsch, Katalog aller allgemein bekannten Altdeutschhandschriften, Althochdeutsch, Altsächsisch, Altniederfränkisch, 2005, 4f.; Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2005, Bd. 1, Nr. 6


Glossen Admont, Stiftsbibliothek 508 (Seite 2)

Steinmeyer, E./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4 1898, Neudruck 1969, 179, 8-179, 16, 179, 25-179, 31, Nr. MCLXXX=1180

 

Admonter Glossar

 

MCLXXX5

Codex Admont 508

 

(8)     (f. 58a) Alea tafle                                                     (25) (f. 59b) Antecenia merd iusen7

(9)          Aleator tafleri                                                            (26) Ansa brord

(10)   Albeus5a trog                                                             (27) (f. 61b) Absinthium wermuth8

(11) (f. 58b) Alba spina hagindorn                                 

(12) (f. 59a) Ambrosia. apius siluaticus hindi-                  (28) (f. 63a) Bratum malz9

(13)        lape6                                                                     (29) (f. 63b) Bubalus wisent

(14) Andeda prandrade

(15) Atela6a fǒrbvge                                                            (30) (f. 64b) Caliga. calciamenta. quod in calo

(16) Anas anud                                                                   (31)        leist10 .i. ligno fiant

 

Altsächsische Bestandteile sind unterstrichen.

 

5 Das Glossar beginnt auf Blatt 57a mit Abactus ab actu remotus. Abaso domus infirmorum, ł infirma domus. Abauus proaui pater. Abdico exterro elimino repudio. Abdo occulo abscondo. Abduco ad rem inhonestam duco. A bene lora retinacula. Absydus (sic) urbs ellesponti usw., zeigt also Ordnung nach den drei ersten Buchstaben und Verwandtschaft mit der Abavusform. Aber später treten mannigfache Störungen ein, z. B. folgt auf Absurdus auditu indignus: Abusus male usus. Aptus utilis ad tempus. Aberrunco abstirpo. Abgrego secerno. Abamita soror proaui. Die meisten der deutsch glossierten Wörter lassen sich im Corpusglossar hg. v. Hessels, J. (An Eighth-Century Latin–Anglo-Saxon Glossary [Corpus Christi College, Cambrige, MS. No. 144], 1890) nachweisen (A 414, 416, 447, 421, 524?, 562, 610?, 569, 559, 9, B 182, 213, C 141), die drei ersten stehen mit der gleichen deutschen Übersetzung auch im dritten Erfurter Glossar (Sweet, H., The Oldest English Texts, 1885, 109, 1140-1142) = Glossae nominum (Corpus glossariorum Latinorum, hg. v. Goetz, G., Bd. 1f. 1888f., Bd. 2, 566, 9, 8, 2).  5a Albeus (über dem b ein v).   6 = altniederdeutsch hintlope, mittelhochdeutsch hintlouf.   6a Atela (über dem t ein ł und über ela an).   7 iusen (= Jause) übergeschrieben.   8 Auf Blatt 62a steht (für Steinmeyer, E./Sievers, E. unverständlich), Akraton. geseria.   9 Übergeschrieben.   10 .leist. übergeschrieben.


Glossen Admont, Stiftsbibliothek 718 (Seite 3)

 

Admonter Glossen

 

Überlieferung: Admont, Stiftsbibliothek 718

Die Handschrift gehört in die Zeit um 1150. Sie könnte der Schule von Admont entstammen. Sie enthält lateinische und volkssprachige Glossen.

Inhalt: Die volkssprachigen Glossen beziehen sich auf die Genesis, Aldhelms Carmen de virginitate (De laudibus virginum) und Prudentius. Die 15 Genesisglossen stehen in Zusammenhang mit einem Genesiskommentar auf den Blättern 48 bis 52. Von ihnen sind 3 ganz und 2 teilweise altsächsisch. Von den 10 Aldhelmglossen (Blätter 64-67), die weitgehend mit den sonstigen Aldhelmglossen übereinstimmen, sind zwei teilweise altsächsisch. Von den sonstigen Glossen, die überwiegend zu Prudentius gehören könnten, scheint eine teilweise altsächsisch zu sein.

Auf welchem Weg die altsächsischen Glossen in den altoberdeutschen Raum (von Admont) gelangt sind, ist unklar.

Ausgabe: Naumann, H., Glossen aus Admont, Z. f. d. A. 64 (1927), 77-79; Köbler, G., Ergänzungen, Richtigstellungen, Nachträge, Teileditionen, Editionen, Nachweise zu Steinmeyers Edition: Die althochdeutschen Glossen, 1993, 694-698

Literatur: Naumann, H., Glossen aus Admont, Z. f. d. A. 64 (1927), 77-79; Mettke, H., Die althochdeutschen Aldhelmglossen, 1957; Götz, H., (Versuch einer Glossenbestimmung.) Aus der Werkstatt des althochdeutschen Wörterbuches 26, PBB 81 (Halle 1955), 209; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, 1973, 1, Nr. 7; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977, 325; Köbler, G., Ergänzungen, Richtigstellungen, Nachträge, Teileditionen, Editionen, Nachweise zu Steinmeyers Edition: Die althochdeutschen Glossen, 1993, 694; Riedel, K., Grammatik der althochdeutschen Glossen zum Carmen ‚De laudibus virginum’ und zu den Rätseln Aldhelms von Malmesbury, Diss. phil. Jena 1990 (masch.schr.); Riedel, K., Lateinisch-althochdeutsche Prologglossen zum Carmen de virginitate Aldhelms von Malmesbury, in: Septuaginta quinque, hg. v. Haustein, J. u. a., 2000, 300f.; Wich-Reif, C., Studien zur Textglossarüberlieferung, 2001, 278; Tiefenbach, H., Zur altsächsischen Glossographie, in: Mittelalterliche volkssprachige Glossen, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2001, 330; Köbler, G., Altdeutsch, Katalog aller allgemein bekannten Altdeutschhandschriften, Althochdeutsch, Altsächsisch, Altniederfränkisch, 2005, 5f.; Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2005, Bd. 1, Nr. 7


Glossen Admont, Stiftsbibliothek 718 (Seite 4)

Naumann, H., Glossen aus Admont, Z. f. d. A. 64 (1927), 77

 

Admonter Glossen

Die althochdeutschen Glossen, die H. Bresslau 1928 in seiner Berliner

Akademieabhandlung über die ältere Salzburger Annalistik S. 7

ankündigte, hatte er H. Naumann einige Zeit vorher in Abschrift über-

geben, und H. Naumann teilte sie danach mit. Sie entstammen dem

Admonter Codex 718, über den Bresslau S. 4 ausführlich

gehandelt hat (vgl. auch MGH SS 30, II [1926] S. 728 unten).

Wie Bresslau schließlich über die lateinischen Glossen dieser Handschrift disponiert

hat, wusste H. Naumann nicht; er kannte sie auch nicht. Von den volkssprachigen (deutschen)

war mit Hilfe des althochdeutschen Sprachschatz Graffs unschwer zu ermitteln,

dass ihre Lemmata zumeist aus der Genesis (15) und aus

Aldhelms (früher De laudibus virginum genannten)

Carmen de virginitate (10 bzw. 13) stammen. Die Genesisglossen stehen zudem in

Zusammenhang mit dem Bruchstück eines Genesiskommentars f. 48b-52b

dieser Handschrift. Auch die übrigen althochdeutschen Glossen befinden sich

nicht in so wirrer Folge wie Bresslau glaubte. Zur Genesis und zu

Aldhelm kommt mit 2 oder 3 Glossen Prudentius. Das Schriftbild

weist nach Bresslau in die späte Zeit um 1150 und kann der

Schule von Admont angehören.

(Z. 1 = 19) I. Glossen zur Genesis: 1. f. 48b Gen. 3, 7 ‚perizo-

(Z. 2 = 20) mata’ gurdilos, 2. Gen. 3, 8 ‚ad auram’ dere cuole, 3. f. 49b

(Z. 3 = 21) Gen. 7, 13 ‚in articulo’ in aerostunton, 4. f. 50b ‚empticius’,

(Z. 4 = 22) zu Gen. 17, 27 khoufscalh, 5. Gen. 18, 6 ‚tria sata’ triu gimez

(Z. 5 = 23) 6. Gen. 18, 6 ‚simile commisce’ reinas meles, 7. f. 51a ‚probati

(Z. 6 = 24) argenti’, zu Gen. 23, 16, luteres silueres, 8. ‚publice monete’,

(Z. 7 = 25) zu Gen. 23, 16, thero fronero munizon, 9. Gen. 24, 22 ‚pondo’

(Z. 8 = 26) in dero uuagon, 10. Gen. 24, 32 destravit in sadolota vel ant-

(Z. 9 = 27) sonda, 11. Gen. 24, 63 ‚ad meditandum’ be banecone (so Handschrift)

(Z. 10 = 28) 12. f. 52a Gen. 30, 37 ‚amigdalinas’ hesilinas, 13. ‚stirax’,

(Z. 11 = 29) so Handschrift zu Gen. 43, 11 ‚storacis’, vvirokboum in Arabia, 14. Gen.

(Z. 12 = 30) 43, 26 ‚adoraverunt’ erodon in an, 15. am Schluss des Ab-

(Z. 13 = 31) schnittes steht: ‚Et sepelierunt eum in predio Isachar (so Handschrift),

(Z. 14 = 32) quod dedit Iacob Ioseph’ ze uora deilon; ‚hoc enim armis suis

(Z. 15 = 33) acquisierat ab Amorreis’ (vgl. dazu Gen. 48, 22; 49, 31; 50, 13).

Anmerkungen zu Nr. 8: ro zu frone über der Zeile nachgetragen Handschrift, zu

Nr. 10: sadolota gebessert Handschrift aus sadolata durch o über der Zeile und

Punkt unter dem a. Zu Nr. 11: be, so Handschrift, lies ze oder besser te? siehe

weiteres unzweifelhaftes (Altniederdeutsches) in gurdilos Nr. 1 und hesilinas Nr. 12, vvirokboum

Nr. 13, vgl. auch silueres Nr. 7, sadolota Nr. 10, erodon Nr. 14 (wetina, duchere in II).

Besondere verwandtschaftliche Beziehungen zu einem der

anderen althochdeutschen Genesisglossare ergeben sich nicht. Mit cuole, khouf-

scalh, muniza, insadolota steht dieses Glossar zwar auf dem Boden

der übrigen Genesisglossare, siehe Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 1, 299ff.;

aber für ‚perizomata’ hat die Mehrzahl der übrigen Genesisglosse heli (nur Rb.

klingt mit umbi pigurtida an, Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 1, 316, 5); für ‚ad meditandum’

haben die andern zi uopanne usw., nur ein Münchner Codex (Clm.

22201 aus Windberg) hat noch zu panichen (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 1, 306, 14); für

 

Altsächsische Bestandteile sind unterstrichen.


Glossen Admont, Stiftsbibliothek 718 (Seite 5)

Naumann, H., Glossen aus Admont, Z. f. d. A. 64 (1927), 78

 

‚amigdalina’ hat die Mehrzahl mandel(poum) hnuzboum usw., nur die Handschrift

Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod. 1761, vielleicht aus Mondsee, hat noch hesilino

vor mandalpoumine Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 1, 300, 25, außer mit gurdilos steht

das Glossar auch mit fronero, vvirokboum und dem unverständlichen

antsonda allein, und jene scheinbaren Beziehungen zu Rb, München, Bayerische Staatsbibliothek Clm

22201, Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod. 1761 werden sofort durch starke Abweichungen

wieder illusorisch.

(Z. 1 = 8) II. Glossen zu Aldhelm, Carmen de virginitate (zitiert

(Z. 2 = 9) nach Ehwald MGH Auct. antiqu. XV): 1. f. 64b, Carm. 353, 15

(Z. 3 = 10) ‚... ipant’ (lies ‚pipant’) zuizeron, 2. f. 65a, Carm. 359, 157

(Z. 4 = 11) ‚obrizum’ smelzgolt, 3. Carm. 359, 162 ‚puniceo murice’ affri-

(Z. 5 = 12) canisgemo zisale, 4. Carm. 360, 173 ‚brattea fila’ giuuntena

(Z. 6 = 13) fadema, 5. Carm. 362, 219 ‚antla’ (lies ‚anthlia’) vvazergalgo (o

(Z. 7 = 14) über unterpungiertem a), 6. Carm. 364, 272 ‚in tempis’, in

(Z. 8 = 15) amenis locis, empis est umbraculum quod dicitur iouba (lies louba)

(Z. 9 = 16) 7. Carm. 370, 426 ‚glaca’ (lies ‚glauca’) wetina, 8. f. 65b,

(Z. 10 = 17) zu Carm. 377, 574 ‚molosus’ suisa ‚dicta ab insula molosa’.

(Z. 11 = 18) 9. zu Carm. 399, 1087 ‚blessus’ lispende, 10. f. 67a, vielleicht

(Z. 12 = 19) zu Carm. 362, 222 ‚mergula’: ‚mergus’ duchere, ‚hinc mergis, tis,

(Z. 13 = 20) ár (lies air, ahir), quia mergat stipulam; merga, merge, glaffa,

(Z. 14 = 21) qua fruges elevantur, dicta a volucribus mergis’.

Anmerkungen zu Nr. 8: suisa vgl. Graff VI 282 und besonders Du Cange II 89

‚canis segusius’. zu Nr. 10: dieser lateinische Kommentar nach Paulus ex Festo

124, vgl. De Vit IV 103, Du Cange IV 691; gehört glaffa zu Graff IV 547

klappa ‚forcipula’ oder zu franz. glaive, mhd. glavîe?

Mit smelzgolt, zisale, fadema, louba, wetina, lispende, duchere

befindet sich das Glossar in Übereinstimmung mit den meisten

übrigen Aldhelmglossaren Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 2, 12ff. Bei zuizeron und

giuuntena fadema besteht besondere Übereinstimmung mit der Handschrift

München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 23486 (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 2, 18). Statt

vvazergalgo bieten die anderen Handschriften uuazzsaruuinda, curba, galgaruota, galgraha; ‚molosus’

glossieren die andern Handschriften mit rudun, rudin.

(Z. 15 = 33) III. Schließlich enthält die Handschrift noch folgende fünf Glossen:

(Z. 16 = 34) 1. f. 64a ‚strigia’ vneholda, 2. f. 64b ‚lahmalice’ (so Handschrift)

(Z. 17 = 35) auergulde gismelze (s über der Zeile nachgetragen), 3. ‚gina id

(Z. 18 = 36) est mulier, inde giniceum’ genoz. 4. ‚yppodomum’ (so Handschrift)

(Z. 19 = 37) marsal (so Handschrift), 5. f. 67a ‚amasones’ (lies amasiones) frihtila.

Anmerkungen: Nr. 4 könnte aus Aldhelms Prosa de virginitate Ehwald

274, 17 ‚ypodromi’ stammen. Zu Nr. 3 vgl. Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 4, 203, 4 ‚gineceum’

ginuz aus einem Trierer alphabetischen Glossar des 11./12. Jahrhunderts, das auch

‚brattea’, ‚blessus’, ‚glaucus’, ‚mergus’, ‚molosus’ glossiert, also wohl

manches Aldhelmische umfasst. Es enthält auch, was Sievers (gegenüber Naumann) bestätigte,

als bisher einziges Glossar das Lemma ‚strigia, strihia’

(209, 6, 7), glossiert es aber mit haddæmiga, das Steinmeyer für unverständlich

erklärte, wohinter sich aber vermutlich eine Entstellung des

geläufigen holzmuoia verbirgt, und mit hazus. ‚gineceum’, ‚strigia’ sind

indessen bei Aldhelm nicht belegt, und es kommt vor allem Prudentius

in Frage. Aus ihm stammt ‚amasiones’ frihtila zu Psychomachia 182,

 

Altsächsische Bestandteile sind unterstrichen.


Glossen Admont, Stiftsbibliothek 718 (Seite 6)

Naumann, H., Glossen aus Admont, Z. f. d. A. 64 (1927), 79

 

vgl. eine Florentiner, Münchner und Pariser Handschrift bei Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 2,

536, 54, 448, 66 mit den Glossen friedelo, friudilo, fridilo. Hinter dem

ganz verderbten ‚lahmalice’ (Nr. 2) verbirgt sich ein Prudentiuslemma zu

Psychomachia 339, vgl. ‚electrum obrizum’ ubarguldi aus Prudentiusglossen von

Sankt Peter und Sankt Gallen Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 2, 499, 6, ‚electri’ smelzi aus einer

bayerisch-österreichischen Handschrift Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Bd. 2, 546, 77 und in bestimmtem

Zusammenhang damit steht nun wohl auch die Glosse ‚strigia’ vneholda, vgl. ‚ganearum’ ha-

zisson, hazeso aus bei Steinmeyer denselben Handschriften 499, 9 und 546, 81 zu

Psychomachia 343. Zu diesem Zusammenhang ist Johann Franck bei

Hansen, J., Scholastik und Hexenwahn, 1899, S. 177 zu vergleichen, er spricht freilich gegen

Franck für die Gleichung ganea = striga = hexe. Denn uneholda

ist sonst das althochdeutsche Glossem für ‚eumenides’, ‚lamiae’, ‚furiae’, nach

Franck der verbreitetste und dauerhafteste Ausdruck für Hexen in

älterer Zeit. Man vergleiche zu dieser Glosse die steirischen strig-

holden, die südtirolischen strien, die schweizerischen sträggele als weibliche Dä-

monenfiguren (Waschnitius, V., Perht Holda, 1913, S. 21, 85, 86, 72f.).

 


Glossen Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (derzeit Krakau, Biblioteka Jagiellońska) Ms. theol. lat. 4° 364 (Seite 7)

 

Überlieferung: Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (derzeit Krakau, Biblioteka Jagiellońska) Ms. theol. lat. 4° 364

Die Handschrift im Quartformat (20 x 14 cm) umfasst 16 Blätter zu je 17 Zeilen in zwei Lagen (Quaternionen). Sie enthält die Vita S. Solae des Ermenricus (Ermenrich). Sie hatte früher die Signatur Cheltenham, Bibliotheca Philippica 16375. Wie die dortigen Nummern 16374 und 16359 bildete sie ursprünglich einen Teil der Handschrift, deren Anfang in der Handschrift London, British Museum Mss. Add. 22793 vorliegt. Sie stammt aus dem Kloster Sankt Peter in Erfurt. Sie wurde wahrscheinlich noch im 9. Jahrhundert geschrieben. Sie galt nach dem zweiten Weltkrieg als verschollen, wurde aber in Krakau wieder entdeckt.

Inhalt: Die Handschrift enthält (nach Tiefenbach vier bzw.) fünf interlineare, volkssprachige(, vielleicht altsächsische [hlit, sundaruuord] mit althochdeutschen Spuren, nach Tiefenbach wegen des fehlenden Nasalausfalls in sundaruuord und des als schwaches Femininum (Plural) flektierten semidun eher altwestmitteldeutsche) Interlinearglossen zur Vita S. Solae (837-842) des Ermenricus (Ermenrich von Ellwangen, Schwaben um 814-874, Bischof von Passau) auf Blatt 6 und Blatt 14b.

Ausgabe: Steinmeyer, E./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 2 1848, Neudruck 1969, 764, 23-25, 764, 48-51, Nr. DCCCCXXIII=923

Literatur: Priebsch, R., Deutsche Handschriften in England, Bd. 1 1896, 115, Nr. 123; Steinmeyer, E./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4 1898, Neudruck 1969, 415, Nr. 83; Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 5 1922, Neudruck 1969, 58, Nr. 83 Z. 37; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, 1973, 6, Nr. 46; Tiefenbach, H., Zur altsächsischen Glossographie, in: Mittelalterliche volkssprachige Glossen, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2001, 332; Köbler, G., Altdeutsch, Katalog aller allgemein bekannten Altdeutschhandschriften, Althochdeutsch, Altsächsisch, Altniederfränkisch, 2005, 223; Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2005, Bd. 1, Nr. 46


Glossen Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (derzeit Krakau, Biblioteka Jagiellońska) Ms. theol. lat. 4° 364

Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 2 1882, Neudruck 1969, 764, 23-25, 764, 48-51, Nr. DCCCCXXIII=923 (Seite 8)

 

Vita Solae auctore Ermenrico

(Thesaurus monumentorum ecclesiasticorum, sive Henrici Canisii lectionis antiquae, ed. Basnage, J., 1725, Bd. II, 2)

 

Codex Cheltenham. 16375 (= Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz [derzeit Krakau, Biblioteka Jagiellońska] Ms. theol. lat. 4° 364)

(23) Orientem ac austrum uersus osteruuord                        (48) Iunci, .i. scirpi semidun 6b - 171 (Esai.    

(24)   endi sundaruuord 6a - S. 171 nota b                     (49)   35, 7)

(25) Sigale .i. roggon 6a - S. 171 nota b                        (50) Sarcofagi thes kares 14b - 175

                                                                                          (51) Operculum that hlit 14b - 175 (= thaz hlid)1

 

Althochdeutsche Bestandteile sind unterringelt.

 

1 thaz hlid Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 5 1922, Neudruck 1969, 106, 11.


Glossen Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73 (Seite 9)

 

Überlieferung: Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73

 

Die Handschrift im Oktavformat enthält 141 (richtiger 142) Blätter. Auf den Blättern la bis 122a oben stehen Glossen zur Bibel mit einer altmittelfränkischen Kontextglosse auf Blatt 19a (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4 1898, Neudruck 1898, 265, 7-8, 22, Nr. CII Nachträge=102 Nachträge). Der Rest des Blattes 122a wurde von einer Hand des 12. Jahrhunderts mit Namen und Zeichen des hebräischen Alphabets teilweise ausgefüllt. Auf Blatt 122b kommen von anderer Hand auf abgesetzten Zeilen sehr schön geschrieben gesammelte volkssprachige Glossen (f. 123b-124b1 Vogelnamenglossar [59 Glossen], f. 124b1-125a2 Pflanzennamenglossar [55 Glossen], f. 122b1-123b1, 125a2-127b2 Mischglossar [263 Glossen]) in zwei durch rote Striche gesonderten Spalten. Auf Blatt 126a unterscheidet eine andere Hand drei entsprechende Spalten. Auf Blatt 127b2 setzt Incipit glosa fulgentii epi(scopi) ad calcidium grammaticum ein. Dieser Text reicht einspaltig von Blatt 128a bis Blatt 135b. Dann folgen Auszüge aus Isidors (Cartagena? um 560-Sevilla 4. 4. 636) Etymologien 1, 38-1, 44, auf Blatt 141a Augustinus usw. Die Handschrift stammt aus dem 11. Jahrhundert.

Die Handschrift gehörte früher Dr. Ludwig Tross in Hamm. Vielleicht kommt sie aus einer westfälischen Klosterbibliothek. Am wahrscheinlichsten ist die Herkunft aus dem 1185 gegründeten Kloster Marienfeld. Es ist jedoch fraglich, ob die Handschrift sich im 15. Jahrhundert schon in Ostwestfalen befand.

Inhalt: Die Handschrift enthält unter anderem ein Vogelnamenglossar (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., 457-459, Nr. 996) und ein Pflanzennamenglossar (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., 570-572, Nr. 1024) mit insgesamt 377 Glossen überwiegend altmittelfränkischen Lautstandes. Ihm liegt aber eine altsächsische Vorlage zugrunde, die in insgesamt vier altmittelfränkischen Handschriften anscheinend unabhängig bearbeitet wurde (Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73, Paris, Bibliothèque Nationale lat. 9344, Trier, Bibliothek des Priesterseminars Hs. 61, Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek Cod. Guelf. 10.3. Aug. 4).

Das auf den Blättern 122b1-123b1 und 125a2-127b2 befindliche Mischglossar (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., 681-687, Nr. 1146) ist ebenfalls altsächsisch beeinflusst. Vermutlich versuchte hier ein altmittelfränkischer Schreiber, ein ursprünglich aus althochdeutschen wie altniederdeutschen (altsächsischen) Abschnitten zusammengesetztes Glossar in Richtung auf das Altmittelfränkische zu vereinheitlichen, wobei ihm einige Verhochdeutschungsfehler unterliefen. Die altsächsische Vorlage könnte aus dem nordöstlichen Westfalen (engrisch-westfälisches Übergangsgebiet) stammen.

Ausgabe: Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 457, 1-459, 6, 459, 31-459, 36, Nr. DCCCCXCVI=996 (Vogelnamenglossar), 570, 10-11, 570, 21-572, 7, 21-27, Nr. MXXIV=1024 (Pflanzennamenglossar), 681, 1-32, 681, 52-687, 16, 23-38, Nr. MCXLVI=1146 (Mischglossar); Neuss, E., Studien zu den althochdeutschen Tierbezeichnungen der Handschriften Paris lat. 9344, Berlin lat. 8°73, Trier R. III.13 und Wolfenbüttel 10.3. Aug. 4°, 1972, 38-41

Literatur: Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4 1898, Neudruck 1969, 382, Nr. 17; Gallée, J., Altsächsische Grammatik, 2. A. 1910, 6; Bergmann, R., Mittelfränkische Glossen, 1966, 2. A. 1977, 233ff.; Müller, G./Frings, T., Germania Romana. II. Dreißig Jahre Forschung. Romanische Wörter, 1968, 308, 381, 388; Neuss, E., Studien zu den althochdeutschen Tierbezeichnungen der Handschriften Paris lat. 9344, Berlin lat. 8°73, Trier R. III.13 und Wolfenbüttel 10.3. Aug. 4°, 1972, 19, 38-41; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, 1973, 7, Nr. 52; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977, 219ff.; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen Sprachen, 1996, 134; Köbler, G., Altdeutsch, Katalog aller allgemein bekannten Altdeutschhandschriften, Althochdeutsch, Altsächsisch, Altniederfränkisch, 2005, 38; Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, hg. v. Bergmann, R. u. a., 2005, Bd. 1, Nr. 52


Glossen Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73 (Seite 10)

Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 457, 1-36, Nr. DCCCCXCVI = 996 (Ältere Quellensiglen Wo. = [Hoffmann Ahd. aus Wolfenbüttel XXVI, XXVII,] Zs. 15, 48)

Sachlich geordnete Glossare

B. Einzelglossare

II. Die Tiere

C. Vögel

(vgl. Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 6, 5-7, 60-62, 10, 36-43, 14, 53ff., 20, 1ff., 54, 9ff., 85, 2ff., 202, 33ff., 354, 47ff., 364, 44ff., 403, 67ff. und unten Mischungen)

 

(a = Codex Parisinus 9344 f. 42b,) b = Codex Berolinensis Ms. lat 8° 73(, c = Codex seminarii Trevirensis f. 112b, d = Codex Guelpherbytanus Aug. 10. 3 4° f. 89a)

 

(1)     Olor1 Eleuiz a Eluiz b 123b2 eluiz cd                    (19)   a uuidehopa d uuindehoppa9a c

(2)     Parix Meisa b 123b2 meisa acd                                (20) Ciconia10 Odeboro b 123b2 Hork11, 11a

(3)     Peringellus2 Vinco ab 123b2 uinco d                    (21)   odoboro11a c stork d strok a

(4)          finco2a c                                                                (22) Hirundo12 Suala uua a sualuuua c

(5)     Vultur3 Giro a Gir b 123b2 R3a c                             (23)   Suala b 123b2 suala d

(6)          gîr d                                                                     (24) Passer muscha13 a Sperilig b 123b2

(7)     Merops4 Gruonspet b 123b2 gruon-                    (25)   sparo d

(8)          speht a ghronspeht c speht d                                 (26) Columba14 Duua b 123b2 du ua d

(9)     Cuculus5 Koch b 123b2 gok ad ghoch5a c            (27)   dufa14a c

(10) Psitachus6 kaa c Câa d                                       (28) Turtur tur tul duba a turtulduua d

(11) Cornicula crecula a Kraia b 123b2                     (29)   t˜tila c (= turtila)

(12)   craia6a c cra d                                                       (30) Caradrion15 Leuuerca16 b 124a1 le-

(13) Pica7 Agalstra b 123b2 agalstra a                           (31)   uuerka d Natgala a

(14)   agaistra c agestra d                                               (32) Mergus17 Ducheri b 124a1 duchere a

(15) Picus Vespet8 b 123b2                                           (33) Pauo18 Pao b 124a1 Po a

(16) Cignus Suanin b 123b2 suan cd Eleuiz a             (34) Phicecula Sneppa a Senppa b 124a1

(17) Grus Crano b 123b2 crano8a ac kranno d           (35) Larus Musara b 124a1

(18) Hupupa9 Vuiduhoppo b 123b2 Wideopa           (36) Strucio19 Struua b 124a1 strud c struz d

 

Altsächsische Bestandteile sind unterstrichen. Bestandteile, die ununterscheidbar als entweder altsächsisch oder althochdeutsch angesehen werden, sind doppelt unterringelt (leider bei Schriftgröße 12 Punkt für das Auge nur unklar darstellbar und kaum sichtbar).

 

 

1 Davor die Überschrift De nominibus avivm c. Die Reihenfolge der Glossen in der Handschrift d = Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek Cod. Guelf. 10. 3. Augustus 4° ist: (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969,) 457, 1, 3, 5, 13, 17, 18, 458, 18, 54, 23, 27, 459, 1, 457, 9, 22, 458, 30, 457, 11, 26, 30, 16, 28, 458, 1 (von hier ab beginnt eine zweite Hand), 457, 20, 36, 458, 7, 457, 24, 458, 3, 8, 457, 2, 458, 5, 12, 457, 7, 458, 10, 17, 457, 10, 458, 14, 19, 20, 22, 459, 5, 458, 26, 459, 4, 33, 458, 28, 459, 31, 35, 458, 32, 35, 34, 40, 38, 43, 41, 45, 47, 50, 49, 51, 459, 3, 458, 52, 56.   2 Fringellus d. Davor die Überschrift Nomina auium b.   2a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   3 Wltur c.   3a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   4 Merops. ł Loaficus a.   5 Cuculus. ł Psitacus a.   5a Zum Teil althochdeutsch?   6 Phsitachus c, an si radiert, Ciptacus d Psitacus. Loquens auis b.   6a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   7 Pika d.    8 = vel speht?   8a Handschrift c altsächsisch.   9 Hupopa a,Vpupa b.   9a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   10 Ciconia] n aus o korrigiert c, Cithonia (unter dem h ein Punkt) b.   11 Hork im Kontext c.    11a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   12 Hirǒndo (unter dem ersten o ein Punkt) a.   13 Schiller, K./Lübben, A., Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bd. 1ff. 1875ff., Bd. 3, 139.   14 Colðba, der Strich mit blasserer Tinte (= m) b.   14a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   15 Caradion. (darüber Rasur) ł Laudula. et Lucinula (darüber Natgala) a.   16 Dann similit(er) luciani (aus lucinia). quia lucē canit b.   17 Merchus b.   18 Pauus b.   19 Strutio c.


Glossen Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73 (Seite 11)

Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 458, 1-56, Nr. DCCCCXCVI = 996 (Ältere Quellensiglen Wo. = [Hoffmann Ahd. aus Wolfenbüttel XXVI, XXVII,] Zs. 15, 48)

Sachlich geordnete Glossare

B. Einzelglossare, II. Die Tiere

C. Vögel

 

(1) Philomela1 Natigala2 b 124a1 naht-                      (29)   fugla13 c getfugile13 d

(2)          gala2a c naht gala d                                                (30) Ibex14 Steinbuc b 124a2 steinbuc a

(3) Bubo Huk b 124a1 huk cd huc a                         (31)   steinbuk c sten boc d

(4) Lucifuga huchela a Hula b 124a1                              (32) Betriscus15 uurendo a uurendilo15a c

(5) Onocrotalus3 Watharhum b 124a1 Waz-                  (33)   vurendelo d Vuertlo b 124a2

(6)     zerhunt a uuazarhuon c vuazarhuon d                (34) Coturnix Watala ab 124a2 Quatala d

(7) Honocratulus horo dðpil d                                        (35) Ortigometra16 Feldhon b 124a2 felt-

(8) Nycticorax4 Nathrauan b 124a1 naht-                      (36)   huon c veltihuon17 d

(9)     rauan c naht rauan d nat ram a                          (37) Aneta Anath b 124a2

(10) Passerarius5 Wigo a Kiuino6 b 124a1                 (38) Rinocerus18 einhurnio c Henonnio b

(11)   kyuino6 d                                                              (39)   124a2 einhurni d vrhunt a

(12) Erodium7 doni clin8 a Donicliri8 b                        (40) Ericius19 Igil   b 124a2 d igil19a ac

(13)   124a1 bom ualko d                                              (41) Gallinacius20 Cappo b 124a2 cappo a

(14) Erodion Roder kiuino6 b 124a1 rodel-                    (42)   kappo cd

(15)   kiuino6 d kuuno6 c                                            (43) Ardea21 Hegero  b 124a2 hegero c

(16) Erodius fal ko6a c                                                    (44)   heiro a regro d

(17) Aquila Hera b 124a1 Aro d                                    (45) Scarabeus22 Vuiuil b 124a2 uui uil d

(18) Miluus Vuiho b 124a1 uuio d                             (46)   wiuel a

(19) Capis9 Valco b 124a1 Ualko d falco a                   (47) Papilio Viuildra b 124a2 viuoldra d

(20) Accipiter Hauog b 124a1 hauohc d                    (48)   pifultra a

(21)   hauok a hauuk c                                                   (49) Fucus23 Dreno b 124a2 dreno d drano a

(22) Coruus rauan d                                                       (50) Apis bîa d

(23) Vespertilio Fletharm’ b 124a2 flether                 (51) Vespa Wespa b 124a2 wespa a uuespa d

(24)   mus a radamc rodamus10 d                                 (52) Crabro24 Hornizo b 124a2 hor neiza a

(25) Blattis fletharmus10a c                                          (53)   horneza d

(26) Castor11 Biuer11a b 124a2 biuer11b a biuor11c d    (54) Turdus Brat uogel b 124b1 stara a

(27) Castorium12 Biuerzzi b 124a2 biuerizzi d             (55)   spra d

(28) Merula Merla b 124a2 ansia a get-                    (56) Gripes25 Gripho a griph d

 

1 Philomela] über e Rasur von übergeschriebenem l. b, Filomela c, Filomena d.   2 Natigala] das mittlere a aus Korrektur b.   2a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   3 Onocratilus b, Onacratulus d.   4 Necticorax a, Noctua cd.   5 Paserarius d.   6 Ist hiermit isländisch kjói (Thorkelsson, J., Supplement til islandske ordbøger, 1876, anden Samling, 250b, Cleasby, R./Vigfusson, B., An Icelandic-English dictionary, 1884, 340) zu vergleichen? Roder = ae. rodor oder ‚ruber’?   6a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   7 Frodium a, Herodium d.   8 Steinmeyer unbekannt.   9 Cappus d.   10 Ae. hreáđemûs.   10a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   11 Caster d.   11a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   11b Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   11c Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   12 Castorið] der Strich (= m) mit blasserer Tinte b.   13 Nemnich, P., Allgemeines Polyglottenlexicon der Naturgeschichte, Bd. 1ff. 1793ff. hat Geißvogel = scolopax arquata (Schnepfe, Brachvogel) und tringa vanellus (Kiebitz), Diefenbach, L., Glossarium latino-germanicum, 1857 geytelinck = merula.   14 Hibex a, Ibix d.   15 Bestrictus b, Bitriscus d.   15a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   16 Octigometra b, Ortigo und darüber meira, als wäre dies volkssprachig a, während ortigo und meira nur Ortigometra bedeuten und die nächste Glosse vrhunt (fälschlich über Rinocerus) hierher gehört. Dann Perdix (r aus Korrektur). Similit (über t ein waagrechter Strich, = er) b, s. unten (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969,) 459, 4 (= 12, 4). 17 veltihuon] i angehängt d.   18 Rinoceris b, Renocerus d.   19 Hericius c.   19a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.   20 Gallicius (über ci kleines na) c, Gallinatius b. Die Glosse nach der folgenden a?   21 Ardea] unten am d radiert c.   22 Die Glosse nach (Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Gl., Bd. 3 1895, Neudruck 1969,) 458, 49 b.   23 F:icus d.   24 Scrabro b, c aus i korrigiert, r mit blasserer Tinte übergeschrieben. Grabo d.   25 Grepes d Grippes. Similit (über t ein Strich, = er) b.


Glossen Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73 (Seite 12)

Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 459, 1-6, 31-36, Nr. DCCCCXCVI = 996 (Ältere Quellensiglen Wo. = [Hoffmann Ahd. aus Wolfenbüttel XXVI, XXVII,] Zs. 15, 48)

Sachlich geordnete Glossare

B. Einzelglossare, II. Die Tiere

C. Vögel

 

(1) Palumbus1 Holt duua b 124b1 ho le                 (31) Frondator Speth b 124b1 sphet a gruon

(2)     duba a rin gil du ua d                                   (32)   speht b

(3) Pullus2 Hon b 124b1 huon d hunt a                  (33) Graculus5 Hurhon b 124b1 hruok a

(4) Perdix3 Rephount a reph huon d                      (34)   hrok c ruok d

(5) Pellicanus ł acedo4 Regero b 124b1                 (35) Cappedo6 Quappiia b 124b1 Quappa d

(6)          heigro d                                                           (36)   cappa a

 

1 Palumbis d.   2 Pullus] Der zweite Strich des zweiten u aus t oder ti radiert b.   3 Perdix a.   4 ł acedo (das heißt alcedo) fehlt d.   5 Die Glosse nach der folgenden a.   6 Capedo a.


Glossen Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73 (Seite 13)

Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 570, 10-11, 570, 21-22, Nr. MXXIV = 1024

Sachlich geordnete Glossare

B. Einzelglossare

III. Das Pflanzenreich

B. Kräuter, 1. Alphabetische und unalphabetische Verzeichnisse

(a = Codex Parisinus 9344 f. 42b,) b = Codex Berolinensis Ms. lat. 8° 73(, c = Codex seminarii Trevirensis f. 112b, d = Codex Guelpherbytanus Aug. 10. 3. 4° f. 89a)

 

(10) Saluia15 Seluia b 124b1 Selua d                          (21)   breda a vuegebre da d

(11) Plantago Wechbreida b 124b1 Wege-                    (22) Malua16 Papala b 124b1 Papilia a papula16a c

 

15 Davor die Überschrift Nomina herbarum (a aus Korrektur b) abd. Die Folge der Glossen in d ist Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 570, 10, 571, 3, 1, 6, 10, 14, 18, 570, 11, 571, 5, 8, 12, 16, 19, 21, 25, 28, 32, 36, 37. Dieses oder ein ähnliches Glossar ist bei Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 387, 11-55 benutzt.   16 Mallia ab.   16a Ununterscheidbar altsächsisch oder althochdeutsch.


Glossen Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms. lat. 8° 73 (Seite 14)

Steinmeyer, E. v./Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 571, 1-60, Nr. MXXIV = 1024 (Ältere Quellensiglen Wo. = Hoffmann Ahd. aus Wolfenbüttel XXVII, XXVIII, Zs. 15, 49)

Sachlich geordnete Glossare

B. Einzelglossare

III. Das Pflanzenreich

B. Kräuter, 1. Alphabetische und unalphabetische Verzeichnisse

 

(a = Codex Parisinus 9344 f. 42b,) b = Codex Berolinensis Ms. lat. 8° 73(, c = Codex seminarii Trevirensis f. 112b, d = Codex Guelpherbytanus Aug. 10. 3. 4° f. 89a)

 

(1) Satureia1 Konila b 124b1 konala d                            (31)   monia a

(2)          conula1a c Scaraleia a                                       (32) Vrtica16 Nizila b 124b2 nezila a Ne-

(3) Serpillum Weldkonila b 124b1 feltko-                  (33)   zela d

(4)          nala d Conala a                                                    (34) Apium Eppi b 124b2 Eppe a

(5) Anetum2 Dilli b 124b1 dilli ad                               (35) Allium kluo flok a

(6) Nasturcium3 Cressa b 124b1 Crasso d                     (36) Cepe17 lok a klof lohc d Unna b 124b2

(7)          crasso a crisso c                                                   (37) Ciminum18 Cumin b 124b2 cumin d

(8) Cucurbita Curuez4 b 124b1 curuuiz ac                 (38)   kume a

(9)          kuruiz d                                                                (39) Papauer Magosamo b 124b2 magosamo a

(10) Libisticum5 Luuistik b 124b1 lube steko              (40) Tanacetum19 Reniuana b 124b2 rein-

(11)   c lupistekila6 a lubistekul d                                (41)   uano a

(12) Scaraleia7 Scaraleia8 ab 124b1 scara-                (42) Mentum Minza b 124b2 mza19a a

(13)   leia d sclarega c                                                    (43) Boletus20 Buliz b 124b2 buliz a

(14) Marrubium9 Maredioh b 124b1 Andorn                  (44) Millefolia21 Garauua b 124b2 graua a

(15)   d andron a                                                            (45) Nepta Simiza a Simi:za b 124b2

(16) Maratrum10 Venekil b 124b2 Fenekal a                  (46) Raphanum Redihc b 125a1 mer re dik a

(17)   uenakal d                                                              (47) Calta Binisoga b 125a1 be ne sua a

(18) Caulis11 Aucol12 b 124b2 Col a kol d                 (48) Cicer Kechera b 125a1 chechera a

(19) Cerfolium13 Kieruila b 124b2 kiruela a               (49) Vicia Wicca b 125a1 wike a

(20)   keruel d                                                                (50) Auena22 Auena b 125a1 Euena a euina22a c

(21) Abrotanum Auereza b 124b2 auarata a                   (51) Sigilum23 Roggo b 125a1 Roco a rogko23a c

(22)   Auaruza d                                                             (52) Spelta24 Spelza b 125a1 spelza a splelta24a c

(23) Absinthium14 Wermodo b 124b2 uuer                (53) Legumen25 Smalsat b 125a1 smalsad c

(24)   moda a                                                                 (54) Faba26 Bona b 125a1 bona26a c

(25) Pepones Pethemun b 124b2 pethemon d            (55) Pisa27 Ereuuiz b 125a1 here uiz a Hart

(26)   pe themo a                                                           (56)