Köbler, Gerhard,
Handlungen und Wandlungen - von Absicht bis
Zufall
An einem Donnerstag, dem 20. April 1939, wurde
in dem Sternzeichen Widder die spätere
sozialdemokratische Ministerpräsidentin und Generalsekretärin der
Weltgesundheitsorganisation Gro Harlem (Brundtland) aus Norwegen, die Sängerin
Tina Turner, der iranische Führer Ali Khamenei und bei frühlingshaftem Wetter
nach einem sehr kalten Winterbeginn Gerhard Köbler (ich) in Deutschland geboren.
Ihnen folgten 1969 Felix Baumgartner, der die höchste bemannte Ballonfahrt mit
einem Sprung aus 39 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche in größter
Geschwindigkeit in dem freien Fall beendete, und 1997 der baumlange
russisch-deutsche Tennisspieler Alexander Zwerew. Vorausgegangen waren ihnen 1808
in Paris Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, der spätere Kaiser von Frankreich,
und 1889 in Braunau an dem Inn Adolf Hitler, der nachherige Führer vieler von
ihm durch bereitwillig aufgegriffene fremdenfeindliche Parolen verführter
deutscher Wähler, deren Stimmen er auf der Suche nach Macht für die angestrebte
und nach einigen Jahren auch erreichte Stellung als Kanzler des Deutschen
Reiches benötigte.
Mein immer bewegter und lebenslang guter Vater
war der an dem 7. März 1906 als siebtes von insgesamt fünfzehn Kindern des
Bauern und Schmiedes Johann Köbler und seiner Ehefrau Eva Maria Rachinger in
Burgsalach auf der kalksteinreichen und dementsprechend wasserarmen Jurahöhe 11
Kilometer östlich Weißenburgs in dem bayerischen Mittelfranken geborene Wilhelm
Köbler, den seine Eltern nach Kaiser Wilhelm als formalem Paten für alle
siebten Kinder benannt hatten. Sein Vater und damit mein väterlicher Großvater
war der in Langenaltheim zwischen Treuchtlingen und Pappenheim geborene und
außer in der Landwirtschaft in dem Weberhandwerk ausgebildete Georg Adam
Rachinger. Er dürfte um 1867 Burgsalach gekommen sein und kaufte sich dort ein
kleines Anwesen (Haus, Stall und Scheune in einem, Burgsalach Nr. 59). In der
Wohnstube stellte er einen Webstuhl auf. 1868 heiratete er die um 1850 geborene
Anna Krauß aus dem 4,2 Kilometer nordöstlich entfernten Nennslingen. Sein
Beiname Weber-Adel dürfte aus seiner Tätigkeit als Weber und seinem Vornamen
Adam gebildet worden sein. Dem Ehepaar wurde an dem 1. März 1871 die Tochter
Anna Maria (Rachinger) geboren, eine zweite Tochter 1879. Die Mutter der beiden
starb 1887 mit 37 Jahren, wahrscheinlich an durchgebrochenem Blinddarm. Der
Vater (Georg Adam Rachinger) heiratete danach nicht wieder und lebte als Witwer
mit seinen zwei Töchtern in seinem Anwesen. Bis zu seinem Tode 1908 arbeitete
er an dem Webstuhl in der etwa 18 Quadratmeter messenden Wohnstube, in der auch
die meisten seiner späteren Enkel geboren wurden und aufwuchsen.
Seine Tochter Anna Maria Rachinger heiratete
an dem 18. Oktober 1896 den (an dem 4. 9. 1872 geborenen) Bauernknecht und
gelernten Schmied Johann Köbler, dessen Vorfahren aus der Gegend von Thalmässing
in Mittelfranken gekommen sein dürften. Er stammte aus dem 2,7 Kilometer
nordwestlich in dem Innern (indern) des Waldes (Buches) gelegenen Indernbuch,
das schulisch und kirchlich zu Burgsalach gehörte. Er scheint nicht ganz arm
gewesen zu sein, denn vor der Heirat wurde noch eine nicht kleine Scheune (der
Stadl) wahrscheinlich mit Göppel gebaut.
Johann Köbler war ein großer, kräftiger Mann. Anna
Maria Rachinger war nach Ansicht ihrer Kinder auch nicht schlecht gebaut, fast
eine Schönheit. Bei der Geburt ihres ersten Kindes war sie beinahe 27, bei der
Geburt des letzten Kindes 45.
Ihr erstes Kind war der an dem 21. Dezember
1894 geborene Sohn Michael. Er kam nach der Schulzeit 1911 zu Onkel Sprenger
nach Lauf an der Pegnitz, der die zweite Tochter Georg Adam Rachingers
geheiratet hatte, in eine Lehre als Schmied. Nach drei Jahren Lehrzeit
wechselte er als Geselle zu Meister Ebert nach Sennfeld bei Schweinfurt. Nach
Militärdienst und Kriegsdienst als Cheveauleger und Meldereiter legte er die
Prüfung als Schmiedemeister ab. Vielleicht wegen fehlender Erwerbsmöglichkeiten
in diesem Fach ging er in den Kohlebergbau in das Saarland. Dort lernte er
seine spätere Frau kennen, mit der nach einigen Jahren nach Schweinfurt
zurückkehrte. 1924 heirateten beide. Nach einigen Jahren Not und
Arbeitslosigkeit fand er einen Arbeitsplatz bei Herkules bzw. Fichtel und
Sachs, wo er bis 1962 tätig blieb. Schon früh kaufte er sich bei dem
Reichelshof über Sennfeld bei Schweinfurt ein größeres Grundstück, auf dem er
sich ein Häuschen baute und einen umfangreichen Garten samt einer vielfältigen
Rumpelkammer anlegte. An dem 20. April wurde die Tochter Herta geboren. Daneben
entwickelte er sich zu einem lebhaften Redner und Disputanten, der Konflikte
mit Gott und der Welt nicht scheute. Nach siebzehnjährigen Ruhestand und
längerer Krankheit starb er im 82. Lebensjahr.
Die erste Tochter Johann und Anna Maria Köblers,
Eva Maria, wurde an dem 21. November 1898 geboren. Nach der Schulzeit musste
sie als Dienstmagd zu Bauern in Burgsalach und außerdem für ihre Brüder Hosen
und Jacken nähen, die der Vater zuschnitt. Sieben Jahre diente sie auch bei
einem eine Gastwirtschaft betreibenden Bauern. Da wenig Aussicht auf eine
Heirat bestand, trat sie 1923 in die Diakonissenanstalt Neuendettelsau ein, von
der sie nach der Ausbildung als Krankenschwester an das Krankenhaus Schweinfurt
versetzt wurde. Dort wurde sie Operationsschwester. Nach sieben Jahren und
weiteren zwei Jahren als Operationsschwester in dem Krankenhaus Fürth wurde sie
Operationsschwester in Gunzenhausen. Um 1968 ging sie in den Ruhestand nach
Neuendettelsau, wo sie noch in der Spinnerei der Kanzel- und Altarbekleidung
beschäftigt wurde, bis sie erkrankte. In dem Juli 1974 starb sie in ihrem 76.
Lebensjahr
Georg wurde als zweiter Sohn an dem 31. Januar
1900 geboren. Eigentlich sollte er Schuhmacher werden, aber die zwei oder drei
Schuhmachermeister in dem Dorf hatten selbst so viele Kinder, dass sie keinen
Fremden einstellen und ausbilden konnten. So blieb für ihn nach der Schulzeit
nichts Anderes übrig, als ein Bauernknechtlein zu machen. Das erste Jahr war
dies bei Bolg in dem nahen, halbwegs zwischen Burgsalach und Weißenburg
gelegenen Oberhochstatt, dann in Wengen bei verschiedenen Bauern. Von dem
Kriegsdienst blieb er verschont, weil er bei der Musterung zu klein war und
dann der Krieg auch 1918 zu Ende ging. So musste er weiter Knecht bleiben. 1923
wurde er Vater einer Tochter, so dass für die Zukunft andere Überlegungen
anzustellen waren. Eine Zeit lang arbeitete er bei Gemüsebauern in dem
Nürnberger Knoblauchsland. Die Tochter Sofie wurde einige Jahre bei den
Großeltern in Burgsalach untergebracht. 1928 heiratete er seine Margarete aus
Bergen. Dann ging es mit Weib und Kind für mehrere Jahre in die Ferne, wo sie
gemeinsam auf verschiedenen Gütern arbeiteten. 1933 kaufte der Vater die
sogenannte Taffermühle in dem lieblichen Tal der Anlauter und überließ sie
ihnen. 1935 gaben sie den Betrieb aber wieder auf, den später der jüngste Sohn
Ludwig fortführte. Durch Michael kamen sie danach auf einen Gutshof bei
Schweinfurt. Dessen Eigentümer, Herr Rosa, hatte noch weitere Güter bei
Dresden. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Georg dort als Verwalter
eingesetzt. Nach 1945 waren er und die Familie damit in der sowjetischen
Besatzungszone. 1948/1949 kamen sie zwar illegal in den Westen, mussten dort
aber wieder auf Arbeitssuche gehen, in der sie nach einigen Jahren hin und her
auf einem Gut in Gutzberg bei Stein landeten, auf dem es anfangs noch schwere
Rösser gab, dessen Betrieb aber bald motorisiert wurde. Etwa 1962 kauften sie
sich ein Haus mit Garten in Hilpoltstein, in das sie zogen. Georg fand auch
bald wieder Arbeit in einem Metallbetrieb, in dem er bis 1972 Schwerarbeit
leistete. Einige Zeit später zog Tochter Sofie mit ihrem Ehemann bei ihnen ein.
Der Schwiegersohn starb aber bereits 1975 an Alkoholismus. Danach kam erst der
ruhige Lebensabend für die Hinterbliebenen. 1978 konnte unter großer
Beteiligung die goldene Hochzeit gefeiert werden. Allerdings starb Margarete
ein halbes Jahr nach einem Schlaganfall in dem Juli 1980. Daraufhin lebte Georg
allein mit Tochter Sofie in seinem Heim und widmete sich ganz seinem Garten.
Die zweite Tochter Lotte war seit Jahren in Fürth in Stellung, kam aber häufig
zu Besuch. In seinen letzten Jahren wurde Georg ziemlich desorientiert, bis er
am März 1987 mit 87 Jahren starb und auf dem Friedhof in Hilpoltstein neben
seiner Frau beigesetzt wurde
Der dritte Sohn wurde an dem 13. Juli 1901
geboren und Fritz getauft. Nach der Schule kam er in die Schmiedelehre in das
nahe Oberhochstatt, wo er nach der Gesellenprüfung noch drei Jahre blieb. 1921
wurde er zu einer Erweiterung des väterlichen Betriebs nachhause geholt.
Nebenbei wurde in diesem Jahre auch ein großer Brunnen als dringend notwendiger
Wasserspeicher für Regenwasser gegraben. Außerdem wurde in den folgenden Jahren
die Schmiede (in dem Haus) wesentlich vergrößert, wofür die sogenannte Kammer
aufgegeben werden musste. In dem Winter 1923/1924 besuchte Fritz die Hufbeschlagschule
Brodwolf in Nürnberg in der Rothenburger Straße und wurde dort Meister. Von da
an konnte er Pferde beschlagen und durfte Lehrlinge ausbilden. 1927 kaufte er
sich heimlich ein neues Fahrrad. Das gefiel seiner Mutter nicht, weswegen es
einen fürchterlichen Krach gab. Mit diesem Fahrrad fuhren Fritz und sein
jüngerer Bruder Wilhelm an dem Kirchweihsonntag und Kirchweihmontag 1927 nach
Rummelsberg bei Nürnberg, um Wilhelm den Eintritt in die Diakonie zu eröffnen.
Fritz arbeitete bis 1934 in dem väterlichen Betrieb mit. Da er aber keine
Aussicht auf spätere Übernahme bekam, heiratete er in einen Schmiedebetrieb mit
kleiner Landwirtschaft (Engelhard) in Alfershausen in Mittelfranken ein. Den
Eltern wurde eine Tochter (Anna) geboren. 1941 wurde Fritz zu dem Kriegsdienst
eingezogen und zwar zu der Landmarine. Nach der Ausbildung kam er nach
Griechenland und blieb dort drei Jahre. Bei Kriegsende war er noch am Leben,
ging und blieb dann aber irgendwo irgendwie verschollen. Seine Angehörigen
warteten vergebens auf eine glückliche Heimkehr.
Als zweite Tochter nach Eva Maria wurde an dem
10. September 1902 Margarete geboren. Sie musste nicht, wie viele andere der
Kinder, nach der Schulzeit aus dem Haus, sondern durfte auf dem Feld, in dem
Stall und in dem Haus mitarbeiten. Während des Sommers ging sie in das „Kulturen“
(Bäumchenpflanzen) in den Staatswald. 1937 heiratete sie den Bauern Hans Hönig,
der in einem schönen Haus (Jägerhaus) an dem Rande Eichstätts seinen Hof hatte.
Der größte Teil der Felder lag auf kargen Jurahöhen und wurde bis zu der
Motorisierung mit Ochsen bearbeitet. Margarete war eine tüchtige, von früh bis
spät emsig wirkende Bäuerin. Ab dem 70. Lebensjahr war sie zuckerkrank und
musste viel leiden. Dazu gehörte auch die Amputation eines Beines, die bei ihr
zu weitgehender Bettlägerigkeit führte. Von einer Schwiegertochter wurde sie
vorbildlich gepflegt. Ende Oktober 1989 starb sie mit 87 Jahren, nachdem der
jahrelang herzkranke Ehemann bereits 1981 verstorben war. Der Sohn Fritz übernahm
das Anwesen und baute es sehr schön aus. Der ältere, lange als Seefahrer tätige
Sohn Hans lebte zeitweise mit seiner indonesischen Frau und fünf Kindern als
Kastellan auf der Burg des Eichstätter Bischofs.
An dem 21. Oktober 1903 wurde Sohn Christian
geboren. Er kam nicht erst nach der
Schulzeit als Knechtlein zu Bauern, sondern musste in seinem sechsten und
siebten Schuljahr bei der Bäuerin Anni in Indernbuch, deren Mann in dem Ersten
Weltkrieg eingezogen war, fleißig mithelfen und dazu den für ihn ziemlich
weiten Schulweg machen. In dem Winter 1917/1918 gruben er und sein jüngerer Bruder
Wilhelm in dem väterlichen Wald 25 Meter hohe Fichten um und entasteten sie.
Nach der Schulzeit war er auch einige Jahre bei verschiedenen Bauern der
Umgebung tätig, darunter 1921 mit seinem Bruder Wilhelm bei dem Wangerbauern in
Burgsalach. An dem 1. November 1922 trat er in die Diakonieanstalt Rummelsberg
bei Nürnberg ein. Nach zeitweiser Ausbildung wurde er in verschiedenen
Tätigkeitsbereichen verwendet, wie beispielsweise als Erzieher auf dem Auhof
der Rummelsberger Diakonie bei Hilpoltstein. In dem Mai 1929 heiratete er seine
ihm schon aus Indernbuch bekannte Sofie, mit der er wenig später als Hauseltern
die Herberge zur Heimat (für Bettler) übernehmen musste. Bis 1941 gingen aus
dieser Ehe sieben Kinder hervor, weshalb Christian nur wenige Monate in dem
Kriegsdienst in Bad Kissingen war. 1943 wurden unter Adolf Hitler die meisten Herbergen
aufgelöst. Christian wurde von der Rummelsberger Diakonie als Kirchner (Mesner)
an die Friedenskirche in Nürnberg versetzt. Die Familie kam später mit fünf
Kindern nach, nachdem zwei Kinder inzwischen an der ernsten und
hochansteckenden Infektionskrankheit Diphtherie gestorben waren. 1980 starb
Sofie in ihrem achtzigsten Lebensjahr nach schwerer Krankheit. 1981 heiratete
Christian nochmals (Ilse). Der Sohn Hans war Pfarrer und Direktor im
Schuldienst und starb in dem 54. Lebensjahr in Freising an Krebs.
1903/1904 wurde in Burgsalach die väterliche Schmiede
in dem Haus, dem früheren Kuhstall, eingerichtet. Da klapperte in der Stube
täglich der Webstuhl und in der Schmiede schlugen die kleinen und großen
Hämmer. Bei diesem Lärm kam fast jedes Jahr ein Kind auf die Welt. Alle wurden
ständig dadurch beeinträchtigt. Der Vater brauchte aber seinen Beruf als
Schmied für die Ernährung seiner Familie dringend. Da ging es oft heiß her,
besonders wenn Wagenreifen aufgezogen oder andere größere Eisenteile erhitzt
werden mussten. Aber selbst bei einer Erweiterung 1921 blieb die Schmiede noch
in dem Haus und wurde erst anfangs der dreißiger Jahre in dem Hof an der
Scheune angebaut.
Zu dieser Zeit kaufte der Vater für 1200 Mark
das dem Haus auf der anderen Straßenseite gegenüberliegende Köberlehaus, nachdem
dessen Eigentümer, Altbürgermeister Köberlein, gestorben war. In dessen
Obergeschoss gab es keine eigentlichen Zimmer, doch wurde es in dem Sommer von
den studierenden Kindern benutzt. Das Haupthaus hatte in seinem Erdgeschoss die
große Stube, das Stübchen, die Kammer und die Rauchküche, in dem Obergeschoss
die schöne Stube mit zwei Schränken und einer Truhe sowie die Schlotkammer und
einen Schlafraum mit drei Bettstellen. Auf dem sogenannten Söller standen
Fleischtruhe, Mehlkasten sowie verschiedene Geräte und manches Gerümpel.
Nach Christian wurde an dem 6. Dezember 1904
Karl geboren. Als er 1918 aus der siebenjährigen Schule entlassen wurde, suchte
der Müller der Weihermühle in dem nahen Oberhochstatt einen Lehrling. Von 1918
bis 1921 war Karl bei ihm. Danach wechselte Karl in die größere Mühle zu Gollisch
nach Weiboldshausen nordöstlich Weißenburgs. 1924 holte er seinen Bruder
Wilhelm als Knechtlein für die Landwirtschaft auch dahin. In diesem Jahre wurde
dort das Mühlrad durch eine moderne Turbine ersetzt. 1925 wurde eine neue
Vollgattersäge errichtet. Bruder Wilhelm konnte danach wieder gehen. Karl
wechselte an dem 1. November 1925 aus der Tätigkeit als Müller in die
Ausbildung als Diakon und Krankenpfleger in die Diakonieanstalt Rummelsberg. Er
lernte und arbeitete einige Jahre in dem Krankenhaus an der Flurstraße in
Nürnberg, dann noch in dem Krankenhaus in Schweinfurt. An Weihnachten 1932
heiratete er in Rummelsberg seine Margareth aus Kruppach bei Hersbruck. Nach
einigen wechselvollen Jahren kam er Ende 1936 an das Krankenhaus Fürth, an dem
sein Bruder Wilhelm schon einige Zeit arbeitete. Wie dieser fand er in dem Eigenen
Heim eine günstige Wohnung und wie dieser wurde er in der chirurgischen
Abteilung mit vollem Operationsdienst eingesetzt. Als Kinder wurden den Eltern ab
1933 die Buben Heinz und Hanni und die beiden Töchter Anneliese und Gertraud
geboren. In dem Zweiten Weltkrieg war Karl von 1944 bis 1945, konnte danach
seinen Dienst in dem Krankenhaus aber bald wieder aufnehmen. 1961/1962 erlitt
er eine Leberinfektion und einen Herzinfarkt und musste aus dem Dienst
ausscheiden. Vierzehn Jahre konnte er danach seinen kränklichen Ruhestand noch
genießen. In dem November 1977 starb er überraschend und wurde in Burgfarrnbach
bei Fürth begraben.
An dem 7. März 1906 wurde Wilhelm als achtes
Kind geboren und nach dem preußischen Kaiser des Deutschen Reiches benannt. In
seinem zweiten Lebensjahr 1907 erwuchs die Vermutung, dass einem seiner Augen
die Sehkraft mangelte. Wohl weil zu dieser Zeit Weißenburg noch keinen
Augenarzt hatte, fuhr die Mutter mit dem kleinen Buben nach Nürnberg zu dem
Facharzt Dr. Plitt an dem Königstor. Dort musste das Kind operiert und etwa
drei Wochen lang nachbehandelt werden. Dazu fuhren Mutter und Sohn nach Lauf an
der Pegnitz zu ihrer mit dem Schmied Hans Sprenger verheirateten jüngeren Schwester.
Fast täglich kamen sie nach Nürnberg zu der weiteren Behandlung. An deren Ende
verlangte der Arzt keinerlei Entgelt für seine auf Dauer erfolgreiche
Tätigkeit, weil er entweder Mitleid mit der großen Familie hatte oder eben einfach
ein guter Mensch war. Die sieben Jahre Volksschule, an deren Beginn dem kleinen
Buben von einem seiner Brüder bei dem Steineklopfen der linke Daumen ohne
Dauerschaden verletzt wurde, brachte er gut hinter sich, obwohl nach einem
Attentat in Sarajewo auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz
Ferdinand und der anschließenden Kriegserklärung Kaiser Franz Joseph I. von
Österreich-Ungarn gegenüber Serbien an dem 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg
begann. Vor allem dessen beide letzte Jahre, die so genannten Hungerjahre,
bekamen auch die Kinder auf dem Lande sehr zu spüren, weil das Mehl für das
Brot oft nicht mehr reichte und mit Kartoffeln und Rüben gestreckt werden
musste. Deswegen blieben die mittleren Buben recht klein und mager. Als dann
der Krieg 1918 zu Ende ging, war auch die Schulzeit (in dem April 1919) bald
vorbei. Weil Wilhelm so klein war, durfte er fast zwei Jahr noch daheimbleiben,
musste aber auch viel auf dem Feld, in dem Stall und in der Schmiede
mitarbeiten. An dem 3. Februar 1921 kam er als Knechtlein zu einem Kleinbauern
nach Niederhofen östlich Weißenburgs. In dem Jahr darauf arbeitete er mit
seinem Bruder Christian bei dem Wangerbauern in Burgsalach, wo es viel
Schwerarbeit gab. Unter anderem mussten sie einen Brunnen als Wasserspeicher
graben und ausmauern. Das nächste Jahr verbrachte er als Knecht bei Wilhelm
Beißer in Reuth unter Neuhaus elf Kilometer nordöstlich Weißenburgs. Danach
holte ihn sein Bruder Karl zu sich in die Mühle Gollisch nach Weiboldshausen
nordöstlich Weißenburgs. In den zwei Jahren, in denen er dort war, wurden eine
neuzeitliche Turbine und ein Vollgattersägewerk eingerichtet. Danach konnte er
wieder seines Weges gehen und kam zu Maurermeister Rohrhuber in Weiboldshausen.
Die dortige Landwirtschaft war nicht sehr groß und so musste er oft in dem
Steinbruch des Meisters mitarbeiten.
Da er nicht immer Knecht bleiben konnte und
wollte, ging er, wie schon seine Brüder Christian und Karl, an dem 30. Oktober
1927 in die Diakonieanstalt Rummelsberg. Dort musste er zunächst ein Jahr in
der Landwirtschaft (Schweinemast) und als Erzieher arbeiten, ehe er in die
Schule kam. Diese dauerte für ihn nur neun Monate, weil Krankenpfleger in dem
Krankenhaus in Nürnberg dringend benötigt wurden. Hier wurde er bald als
Vollkraft eingesetzt, während das Theoretische eher nebensächlich war. Erst
1931 kam er in die schulische Ausbildung, die aus einer Wochenstunde bestand.
Wegen längerer Krankheit, Gelenkrheumatismus und Endokarditis
(Herzinnenhautentzündung), war der Abschluss erst Ende 1932 möglich. Danach kam
er in die Chirurgie und später in den Operationsdienst. In dem März 1935 wurde
er an das Krankenhaus Fürth versetzt, in dem er zu dem großen Teil in dem
Operationssaal mitarbeitete. In dem November/Dezember 1935 musste er nach
einigen früheren Lungenentzündungen eine weitere schwere Lungenentzündung
durchstehen. Danach heiratete er an dem 11. Januar 1936 Emma Margarethe Niedermeyer
aus Wassertrüdingen, die er über eine Verwandte eines Kollegen kennengelernt hatte.
Sie war an dem 9. Mai 1909 in Wassertrüdingen
an der Wörnitz südlich des weithin sichtbaren Hesselbergs, von dem aus man bei
klarer Luft die 300 Kilometer entfernten Alpen sehen kann, nach zwei älteren
Halbschwestern Sophie und Marie, die später nach Augsburg heirateten, und einem
älteren Bruder Karl sowie vor der jüngeren Schwester Lina als Kind des Bauern
Carl Niedermeyer auf die Welt gekommen. Da sie auf dem Hof nicht bleiben
konnte, war sie in Fürth in Stellung gegangen.
Dort fanden die beiden Eheleute nahe dem 1931
eröffneten neuen und großen Krankenhaus zwischen Jakob-Henle-Straße und
Robert-Koch-Straße als der Arbeitsstätte des Vaters in der genossenschaftlich
geprägten, ab 1910 errichteten beschaulichen von der Kernstadt durch das Tal
von Rednitz und Regnitz getrennten und sich allmählich über den das Flusstal
begrenzenden Klingenberg ausbreitenden Siedlung Eigenes Heim zwar kein eigenes
Haus mehr, aber doch als Genossen eine eigene grundsätzlich unentziehbare Wohnung.
Zwei Tage nach der Hochzeit musste Wilhelm zu
einer Kur nach Konstanz an dem Bodensee. Danach ging es rasch wieder an die
Arbeit. An dem 20. Dezember 1936 wurde die Tochter Erika (Hildegard) geboren, die
trotz des selbverständlichen mütterlichen Stillens lebenslang schlank und zart
blieb. In dem September 1937 zog die Familie von dem etwas ruhigeren
Scherzerplatz in dem Eigenen Heim in die ein wenig belebtere benachbarte Friedrich-Ebert-Straße
in die vorderste, westlich an die Gartengaststätte Hexenhäusl angrenzende
Erdgeschosswohnung eines kleinen zweigeschossigen Wohnblocks mit drei Eingängen
zu je vier Wohnungen in Hochparterre und Obergeschoss. Jede der 12 Wohnungen jedes
Blockes zu etwa 65 Quadratmetern Wohnfläche umfasste zu den beiden Seiten eines
Flures eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Elternschlafzimmer, ein Kämmerlein
(Kinderzimmer) und eine Toilette. Dazu kamen kleine Abteile in Keller und
Dachboden als nützliche Stellflächen. Die Erdgeschosswohnungen hatten je einen
kleinen Garten von etwa 50 Quadratmetern vor und hinter dem Haus, die Wohnungen
des Obergeschosses einen davon getrennten Garten von vielleicht 100 Quadratmetern
zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Scherzerplatz. Der Tochter Erika folgte an
dem 9. Januar 1938 Sohn Günther, der aber nach etwa einem knappen halben Jahr an
dem 30. Juni des Jahres unvermutet an plötzlichem Kindstod starb.
Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
wurde an dem 20. April 1939 Sohn Gerhard geboren. Der Vater wurde nach einer
Musterung 1939 vorläufig bis 1943 zurückgestellt. An dem 10. Februar 1943 wurde
die zweite Tochter geboren und Gerda Emma getauft. Sie gewann rasch die
besondere Zuneigung aller. Zu dieser Zeit gab es bereits immer wieder
Luftangriffe der Alliierten des Weltkriegs und die Bewohner des Eigenen Heimes
mussten in die unter dem weitläufigen Park des Krankenhauses an der
Robert-Koch-Straße (Klingenberg) errichteten Luftschutzbunker flüchten.
An dem 19. April 1943 wurde der Vater zu dem
Kriegsdienst eingezogen und kam zu der Vorbereitung nach Bad Kissingen. Die
Eltern beschlossen aus Sicherheitsgründen einen Wechsel der Familie zu dem
Großvater nach Wassertrüdingen. Dafür musste zumindest zeitweise die Wohnung in
Fürth aufgegeben werden.
In dem Juli 1945 kam der Vater nach dem
Kriegsende und zweimonatiger Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein heil
nach Wassertrüdingen zurück. Nach erfolgloser Überprüfung auf eine (fehlende) nationalsozialistische
Belastung durfte er ab Ende September in Fürth wieder in dem Krankenhaus an
seinen bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren. Mit einem Lastkraftwagen eines
bekannten Fürther Kohlenhändlers gelangte die Familie samt ihrer Habe in ihre
frühere Wohnung zurück.
In dem August 1951 fuhr der Vater wie auch schon
früher mit dem Fahrrad zu den angeheirateten Verwandten an den Hesselberg, um
dort bei der Ernte mitzuhelfen und dafür Nahrungsmittel zu bekommen. In dem
kleinen Örtchen Dühren hinter dem Hesselberg fiel er in dem Eifer der Mitarbeit
bei dem Dreschen aus dem Obergeschoss des Bauernhofs durch eine Luke etwa vier
Meter tief auf den Scheunenboden, wobei beide Beine, Wirbelsäule und linke Hand
brachen. Vier Monate musste er die Verletzungen in dem Krankenbett heilen
lassen. Die Folge waren größere finanzielle Schwierigkeiten trotz einer
zwischenzeitlich gewährten Rente auf Zeit. Erst nach weiteren sechs Monaten
konnte er in dem Juni 1952 er die Arbeit wieder aufnehmen. Bis Februar 1954 war
er dabei noch an dem Krankenhaus Fürth tätig, danach an dem nahen Altersheim
(der sogenannten Pfründ oder Pfrint). Bereits in dem Juli 1953 wurde bei seiner
Frau Brustkrebs festgestellt, an dem sie operiert wurde, aber niemals mehr
vollständig gesundete. In dem Oktober 1960 musste sie erneut in das
Krankenhaus, in dem sie an dem 25. Mai 1961 mit 52 Jahren starb. In ihrem
Geburtsort Wassertrüdingen durfte sie ihren letzten Frieden finden.
Der Vater heiratete an dem 29. Juni 1962 Luise
Dumler aus Aign in der Oberpfalz, die er als Krankenschwester in dem Altersheim
kennengelernt hatte. Fünf Jahre arbeiteten beide dort noch zusammen, bis Luise
Köbler an das Krankenhaus wechselte. An dem 1. April 1971 trat der Vater nach
42 Jahren Pflegedienst mit 65 Jahren in den Ruhestand. An dem 25. Mai 1972 konnte
die Familie das Einfamilienhaus einer Familie Puchner in der Kornstraße 2 in
Neumarkt in der Oberpfalz erwerben, von wo aus Luise Köbler ab 1. Januar 1973 noch
gut zehn Jahre auf der chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Neumarkt
arbeitete, bis sie etwas vorzeitig Rente bekam. Der Vater fuhr schon in dieser
Zeit viel und gern Fahrrad. Mehrmals war er mit seiner Frau bei Tochter Erika,
die 1959 den amerikanischen Besatzungssoldaten Frank Frederick McCurry aus
Nordkarolina in den Vereinigten Staaten von Amerika kennengelernt und
geheiratet hatte. Er erkrankte aber an Magenblutung und Darmkrebs. Trotz
mehrerer Operationen starb er an dem 16. Dezember 1992 um 8 Uhr morgens in dem
Krankenhaus Neumarkt.
Sein nächstjüngerer Bruder Hans wurde
(standesamtlich) an dem 21. April 1907 geboren, wobei der Geburtstag stets an
dem 15. April gefeiert wurde. Er brach schon vor der Schulzeit an einem
Wintertag auf dem nur leicht zugefrorenen Dorfweiher (die Hüll) durch die dünne
Eisdecke. Der Nachbar Fleischmann sah dies glücklicherweise und zog ihn an
seinem kleinen Röcklein aus der Lebensgefahr heraus. Nach der Schulzeit war er
auch einige Zeit daheim, bis ihn der älteste Bruder Michael an Pfingsten 1922
mit nach Sennfeld bei Schweinfurt nahm, wo er eine Schmiedelehre bei Meister
Schwappach antrat. Das bedeutete eine harte Zeit für ihn, da Schellen oder
Backpfeifen noch ziemlich üblich waren. An Weihnachten 1929 heiratete er seine
Gretl (Ruppert?) aus Sennfeld. Längere Zeit arbeitete er in dem
schwiegerelterlichen Gemüsebaubetrieb mit, kam dann aber in die Farbenfabrik
Schweinfurter Grün, in der er kriegsdienstverpflichtet wurde, so dass er nicht
einrücken musste. In der Ehe wurden zwischen 1931 und 1941 drei Töchter
geboren. Während des Krieges wurde durch Brandbomben die kleine Scheune
zerstört. Um 1948 besuchte Hans die Hufbeschlagschule in Würzburg. Als
Schmiedemeister baute er sich in seinem Anwesen eine Schmiede aus. Da die
beiden anderen Meister inzwischen alt waren, lief sein Geschäft ziemlich gut.
Die Sennfelder Gemüsebauern hatten bis zu 70 leichtere Pferde, die von Zeit zu
Zeit beschlagen werden mussten. Dazu kamen die Wagen, die auch reichlich Arbeit
brachten. Mit der Motorisierung wurde es in der Schmiede ruhiger. Längst war
Hans mehrfacher Großvater geworden, aber er hämmerte für diesen und jenen bis in
das hohe Alter. Sein Gehör ließ gewaltig nach und ein Asthmaleiden plagte ihn
lange Jahre. Außerdem musste er wegen schwerer Darmstörungen öfter in dem
Krankenhaus in Schweinfurt behandelt werden. Seinen 80. Geburtstag konnte er
gut feiern. Doch nach einem halben Jahr starb er an dem 17. Oktober 1987 an
Ileus (Darmverschluss) und wurde in Sennfeld beerdigt.
Matthias wurde an dem 29. September 1909
geboren. Bereits in seinem ersten Lebensjahr stürzte er in ein gefährliches
Unglück. Mitten in dem Hof, eineinviertel Meter von der Haustüre entfernt, gab
es eine Odelgrube oder Jauchegrube. In diese fiel er samt seinem Wägelchen, das
vielleicht durch ruckende Bewegungen des Kleinen in das Laufen geraten war.
Wäre nicht zufällig der Vater gekommen und hätte ihn gerettet, wäre dies
bereits sein Ende gewesen. Seine Schulzeit verlief ohne auffällige
Besonderheiten. Nach dem erfolgreichen Abschluss durfte er zuhause bleiben und
erlernte unter seinem älteren Bruder Fritz das Schmiedehandwerk. Der Lehre
folgten ein paar Jahre Gesellenzeit bei Meistern der Umgebung. 1929 ging er in
die Hufbeschlagschule Brodwolf in Nürnberg und blieb danach daheim. Da Bruder Fritz
1935 nach Alfershausen heiratete, wurde er als Erbe des Anwesens mit der
Schmiede in Burgsalach ausersehen. Heiraten konnte er, obwohl ihm und seiner
Babette an dem 11. Juli 1941 die Tochter Frieda geboren wurde, vorerst nicht,
weil der Vater noch nicht übergab. Erst 1949 erfolgte eine Übergabe und Frau
und Kind kamen in das Haus. Weitere Kinder wurden nicht mehr geboren. 1926 oder
1927 hatte er bei Arbeiten in einem Steinbruch einen Beinbruch erlitten und
deswegen längere Zeit nicht arbeiten können. 1962/1963 wurde das bisherige
Gebäude in Burgsalach durch ein neues Haus ersetzt. 1969 übergab Matthias mit
60 Jahren das Anwesen an die inzwischen achtundzwanzigjährige Tochter Frieda,
die Fritz Winter aus Nennslingen heiratete. Matthias blieb weiter Schmied, bis
sich sein Schwiegersohn als Nachfolger neuzeitlicher ausbilden ließ. Er
erkrankte aber an dem Herzen und musste sich außerdem einer Hüftoperation
unterziehen. 1996 starb er. Drei Enkel sind groß geworden und haben erfolgreich
neue Tätigkeiten an verschiedenen Orten aufgegriffen.
1911 wurde Paul geboren. Sein Pate war, wie
bei allen anderen Kindern, Vaters älterer Bruder Michael von Indernbuch. Er kam
öfter nach dem Sonntagsgottesdienst für eine Stunde und rauchte eine gute
Zigarre. Da er auch nur Kleinbauer und Schäfer war, konnte er keinem seiner
Patenkinder ein Geschenk machen. Als Paul etwa fünf Jahre alt war, geriet er
mit der linken Hand in die Rübenmaschine, an der den Winter über an dem
Nachmittag die Rüben für das Vieh per Hand durchgedreht werden mussten. Da
konnte es leicht geschehen, dass ein die Rüben bearbeitendes Kind der
Hackenwalze mit der Hand zu nahe kam. Sein Vater musste dann etliche Wochen
lang mit ihm zu dem Bader nach Nennslingen fahren, bis die Wunde ausgeheilt war.
Paul war und blieb jahrelang seines Vater Liebling (Herzela) und durfte immer
bei ihm in dem Kammerbett schlafen. Er wollte schon oft früh um sieben Uhr mit
auf das Feld oder in den Wald, weshalb er vielleicht lebenslang ziemlich klein
blieb.
Eines Herbsttags fuhr sein Vater mit etwa fünfzehn
Zentnern Gerste in das rund zehn Kilometer entfernte Weißenburg. Als Paul
erwachte, war er trostlos und rannte dem Fuhrwerk heulend nach, bis er es auf
halbem Wege erreichte. In der Volksschule blieb Paul nur bis zu der fünften
Klasse und wechselte dann in das Gymnasium in Weißenburg, wie zwei Jahre später
auch Leonhard (Hardel). Es war eine harte Zeit für sie beide. Von Montag bis
Freitag waren sie bei einem Freitisch bei reicheren Leuten zu Mittag, an dem
Samstagnachmittag jeder Woche mussten sie zwei Stunden von Weißenburg an der
Schwäbischen Rezat auf die Jurahöhe von Burgsalach mit dem ziemlich leeren Rucksack
laufen und oft dort noch arbeiten. An dem Sonntag gegen Abend ging es mit für
die Woche gefülltem Rucksack wieder zurück und dies insgesamt etwa fünf Jahre.
Danach durften sie in das Gymnasium mit Internat in Ansbach. Dem schloss sich
das Studium der Theologie in Erlangen und Tübingen an, bei dem sie zeitweise
auch in Fürth bei Bruder Wilhelm wohnen konnten. Paul wurde 1936/1937 bereits
in verschiedenen Gemeinden Vikar. 1940 heiratete er eine Lehrerstochter aus
Esslingen und bekam einen Sohn Hans. Während der Kriegszeit musste er noch für
ein Jahr in den Krieg, in dem er leicht verwundet wurde. Nach dem Kriege wurden
vier weitere Kinder geboren. Ab etwa 1946 hatte er für rund zehn Jahre die
Pfarrstelle Billinghausen bei Werneck in Unterfranken, dann etwa gleich lang
die Pfarrstelle Großhaslach bei Ansbach sowie anschließend die Pfarrstelle
Sankt Markus in Erlangen-Sieglitzenhof, an der er 1979 in den Ruhestand trat.
In diesen erwarb die Familie in Erlangen-Büchenbach in einem Hochhaus eine
Eigentumswohnung. Paul erkrankte später an Prostatakrebs, an dem er an dem 11.
Februar 1992 starb, und wurde in Erlangen-Büchenbach bestattet.
August (der Starke) wurde an dem 27. August
1912 geboren und schlief als Kleinkind in der Wiege sehr viel. Er wurde oft seinem
Bruder Wilhelm in Obhut gegeben, wenn die Mutter in dem Sommer nachmittags auf
dem Feld arbeitete. Einmal, als Paul und August in dem Kinderwagen (Chaiselein)
waren und Paul schaukelte, fielen beide bei dem Birner auf die Straße, blutend
und plärrend. Dessenungeachtet wuchs und gedieh August gut und gewann
allmählich ein Gewicht von schließlich zwei Zentnern. Nach der Schulzeit kam er
in die Bäckerlehre zu Assmann nach Weißenburg. Nach der Lehre arbeitete er etwa
1929/1930 als Hausbursche bei seinem Bruder Christian in Hof in der Herberge
zur Heimat. Danach besuchte er die Krankenpflegerschule in dem Krankenhaus Hof,
wo er seine spätere Frau Antonie (Tante Toni) kennenlernte. Dann fand er in
Zwenkau in Sachsen eine Stelle als Krankenpfleger. Er wurde wohl bald zu dem
Wehrdienst eigezogen. Etwa 1938 dürfte er Toni geheiratet haben. 1939 wurde
beiden die Tochter Ulla geboren. Aus dem Kriegsdienst kam er unverletzt zurück,
war aber wegen der Teilung des Deutschen Reiches durch die Besatzungsmächte in
der Ostzone der Sowjetunion. Er musste bei den Leunawerken als
Betriebssanitäter arbeiten. 1954 kam er unter Mithilfe des Bruders Wilhelm über
Berlin an das Lungensanatorium Strüth bei Ansbach in dem Westen, während
Tochter Ulla noch einige Zeit in der Ostzone studierte. Als zweites Kind wurde nach
Kriegsende Tochter Rositta geboren. Bis etwa 1975 arbeitete August, seine Frau
stundenweise, in dem Sanatorium. Danach zogen sie in eine Hochhauswohnung nach
Ansbach. An dem Anfang der achtziger Jahre musste er an beiden Hüften in Bad
Windsheim operiert werden. Nach einigen Jahren musste er erneut in das
Krankenhaus, diesmal nach Neuendettelsau, wurde aber auch hier nicht
beschwerdefrei. Weil sein Zustand mit der Zeit unerträglich wurde, begab er
sich in dem Herbst 1991 in die Klinik nach Rummelsberg. Nach etwa einvierteljährlicher
Behandlung kam er heim und konnte wieder gut laufen. Seinen 80. Geburtstag
konnte er 1992 feiern.
Leonhard wurde an dem 17. Dezember 1913
geboren. Er war immer ein lieber, kleiner Bub, der sich über alles recht freuen
konnte. Die Volksschule in Burgsalach besuchte er bis zu der vierten Klasse.
Danach musste er mit seinem Bruder Paul in das Gymnasium nach Weißenburg
marschieren. Er wuchs gut heran und studierte wie Paul in Erlangen und Tübingen
Theologie. Nach dem Ende des Studiums brach bald der Zweite Weltkrieg aus.
Anstatt Vikar zu werden, wurde Leonhard etwa 1940 zu dem Kriegsdienst
eingezogen, in dem er bei der schweren Artillerie und häufig in vorderster
Front als Funker eingesetzt wurde. Er überstand aber alle Gefahren ganz gut und
kam 1945 glücklich in die Heimat zurück. Von 1945 bis 1948 vertrat er als Vikar
die Pfarre Ettenstadt des Pfarrers Schuster, der noch lange in
Kriegsgefangenschaft festgehalten wurde. Danach wurde er nach Lauf an der
Pegnitz versetzt und wirkte, inzwischen als Pfarrer ordiniert, dort dreizehn
Jahre lang bis etwa 1961. In dem Jahre 1948 heiratete er die Tochter
Marie-Luise des Pfarrers Schmidt aus Nürnberg-Lichtenhof. Nach der Geburt einer
Tochter (1949) und eines Sohnes (1961) wechselte er von Lauf auf die
Pfarrstelle mit Behindertenheim in Polsingen, die er bis zu der Vollendung
seines 70. Lebensjahrs (1983) innehatte. Mit der Versetzung in den Ruhestand
zog die Familie in das leerstehende Pfarrhaus in Laubenzedel bei Gunzenhausen,
von wo aus er weiter als Seelsorger und Praktiker wirkte. Wegen eines
Zwölffingergeschwürs (ulcus duodeni) musste er fünf Wochen in dem Krankenhaus
behandelt werden. Anfangs der achtziger Jahre widerfuhr ihm in Burgsalach bei
dem Heuladen ein schweres Missgeschick. Wahrscheinlich stand er in bester
Erinnerung an seine bäuerliche Herkunft auf dem offenen Brückenwagen und
schlichtete Heuballen auf. Offensichtlich bei einem Anfahren verlor er das
Gleichgewicht und stürzte herunter, wobei er an einem Halswirbel schwer
verletzt wurde. Viele Wochen musste er mit einer Halsgipskrause in dem
Weißenburger Krankenhaus verbringen, durfte danach aber wieder gut geheilt nach
Hause.
Ludwig als der jüngste der fünfzehn Kinder
wurde an dem 26. November 1915 geboren. Der Vater musste wohl 1916 München
einrücken und war allenfalls bei der Taufe zugegen. Während der etwa
zweijährigen Abwesenheit des Vaters musste die Schmiede geschlossen werden. Die
landwirtschaftlichen Arbeiten mussten die schulpflichtigen Kinder verrichten.
Im Winter gab es noch viel Waldarbeit, in der Christian und Wilhelm die
höchsten Fichten umgruben. Eigentlich wurde das jüngste Kind, obwohl es bereits
einen Sohn Karl gab, Karl Ludwig getauft und lange Zeit Karla genannt. Seine
Schulzeit begann 1922. Nach ihrem Ende ging er bei seinem Bruder Fritz in eine
Schmiedelehre, doch wurde er meist in der Landwirtschaft verwendet. Als der
Bruder Georg die von dem Vater erworbene Taffermühle in dem Anlautertal wieder
verließ, musste Ludwig sie später oft allein oder mit fremden Hilfskräften
weiterführen. 1939 heiratete er Rosa Hahn aus Wallerstein bei Nördlingen, die
Schwester Marie ihm vermittelt hatte. Sie hatte einen Sohn (Heinz), er eine
Tochter Annemarie. Eine weitere Tochter Rosi und ein Sohn Werner wurden 1940
und 1941 geboren. Wenig später wurde Ludwig zu dem Kriegsdienst eingezogen und
die Landwirtschaft musste mit ausländischen Kräften fortgeführt werden. Ludwig
musste in dem Kriegsdienst hauptsächlich in Jugoslawien viele Pferde beschlagen
und Wagen reparieren. Nach der Rückkehr war die eigene Landwirtschaft wieder in
Gang bringen. In den guten fünfziger Jahren konnten mit der Zeit ein Bulldog
und ein Kleinauto angeschafft werden. Auch der Bau eines größeren Stalles war
möglich. Allerding hatte keines der vier Kinder rechte Lust, Bauer zu werden,
um später den Hof zu übernehmen. So entschlossen sich Ludwig und Rosa 1977/1978
das Anwesen mit etwa 70 meist auf den Jurahöhen gelegenen Tagwerk Ackerland zu
verkaufen und erwarben in Sulzbach-Rosenberg in der Nähe der Tochter Rosi ein
Reihenendhaus mit kleinem Garten. Ludwig half an vielen Stellen bei Bedarf.
Rosa wurde vielfach krank.
Die an dem 1. 2. 1871 als Eva Maria Rachinger
geborene Mutter in Burgsalach starb vielleicht 1942. Ihr an dem 4. 9. 1872 in
Indernbuch geborener Ehemann Johann Köbler starb 1967 mit 95 Jahren in
Burgsalach an einem eiskalten Januartag 1967, nachdem er lebenslang hart
gearbeitet hatte und dann täglich auf einen Stuhl an den Straßenrand vor dem
Köberlehaus gestellt worden war . Er wurde älter als jedes seiner Kinder. Zu
seiner Beerdigung auf dem Friedhof in Burgsalach kam trotz des klirrenden
Frostes eine schier endlose Reihe von Trauernden.
Über die weiteren Vorfahren wie etwa die
Urgroßeltern ist mir nur wenig bekannt. Wir sind allgemein als Menschen in
Afrika aus Hominiden entstanden und irgendwann von dort nach Europa gekommen
und haben die in dem Süden entwickelte Pigmentierung der Haut durch die nördliche
Einschränkung der Sonneneinstrahlung wieder verloren. Die Niedermeyers sollen
um 1650 wegen ihrer Konfession aus Österreich in das alemannisch-bayerische
Grenzgebiet der Markgrafschaft Ansbach(-Bayreuth) eingewandert sein, während
die Köblers nach der Sesshaftwerdung vielleicht immer nur kleinräumig von Ort
zu Ort umgezogen sind.
Als natürliche Folge der Verschmelzung der
reifen mütterlichen Eizelle mit einer männlichen Samenzelle trat neben die seit
dem unerklärlichen Urknall vor etwa 13,82 Milliarden Jahren, an dem das gesamte
Universum in einem winzigen, unendlich dichten und vielleicht zehn Billionen
Grad heißen Punkt bestand und sich von dort aus mit der Entstehung der
Dimensionen von Raum und Zeit in alle Richtungen explosiv ausbreitende Wandlung
zu ersten Elementarteilchen wie Quarks und Gluonen sowie Protonen und Neutronen
und Atomkernen sowie Atomen die von dem ähnlich unerklärbaren Willen von
Lebewesen bestimmte Handlung. Schon zuvor entzündete sich vor etwa 4,6
Milliarden Jahren das Material eines jungen Sternes. Aus einer Wolke aus Gas
und Staub entstand die Sonne mit dem Sonnensystem einschließlich der Erde.
Auf ihr bildeten sich Land, Wasser und Luft
sowie Pflanzen und Tiere, darunter einfache Einzeller wie die Sauerstoff
erzeugenden Bakterien vor etwa 3,5 Milliarden Jahren sowie viel später die viel
komplexeren Menschen, die nach einiger Zeit vor vielleicht zwei Millionen
Jahren zu dem aufrechten Gang auf zwei Beinen fanden. Ihr allmählich wachsendes
Gehirn ermöglichte ihnen wohl vor rund 50000 Jahren komplexe Technologien und
Kulturen. Irgendwann und zuerst irgendwo könnte seit dieser Zeit die Sprache
entwickelt worden sein, mit deren Hilfe der Mensch Erfahrungen und Empfindungen
in Laute fassen und anderen Menschen zuerst mündlich und viel später nach der
Entwicklung von Schrift auch in Systemen von Zeichen schriftlich festhalten und
mitteilen können.
Meine erste Handlung nach dem glücklichen
Verlassen des schützenden Mutterleibs könnte wie bei anderen Neugeborenen ein
Zappeln oder Strampeln mit Ärmchen und Beinchen gewesen sein. Vielleicht ist
ihm aber auch schon etwa zehn Sekunden nach der Geburt der erste, den Übergang
von der Plazentaatmung zu der Lungenatmung auslösende und die vorangehende
Lungenflüssigkeit verdrängende und wie ein Keuchen klingende Atemzug durch die
Nase vorhergegangen. Dann hätte ich von da an je Minute vierzigmal bis
fünfundvierzigmal in der Minute sauerstoffreiche Luft aus der Umwelt in meinen
Körper aufgenommen und hauptsächlich Kohlendioxid über die Lungenbläschen und
die Luftröhre aus dem Stoffwechsel an die Umwelt abgegeben.
Bei all diesen Handlungen waren wohl keine
bewussten Entscheidungen nötig. Sie erfolgten intuitiv und reflexartig. So
schreit ein Kind nach der Verselbständigung gegenüber dem mütterlichen
Kreislauf durch Durchtrennung der Nabelschnur in den ersten Monaten meist, weil
es durch körpereigene Messmöglichkeiten wie etwa Blutzuckerspiegel ermittelten Hunger
oder Durst hat und Muttermilch oder eine Ersatznahrung benötigt und möchte,
oder weil es Schlaf braucht und nicht findet oder weil es Zuwendung sucht und
sie nicht so erhält, wie es sie benötigt oder wünscht.
Vermutlich hat mich meine Mutter nach der
ersten Säuberung von Blut und Schleim der Geburt in den Arm genommen und an die
Brust gelegt. Automatisch werde ich gesaugt haben, solange ich konnte. Danach
werde ich geschlafen und verdaut haben, bis der Blutzuckerspiegel jeweils eine Fortsetzung
oder Wiederholung des Saugens gebot oder forderte.
Von da an vollzog sich immer schöner das
Wunder Lebens, an dem ich in immer reicheren Maße teilhaben durfte. Die
wichtigsten Gaben wurden durch die Familie vermittelt. Eigene Entscheidungen
oder Entschlüsse traten zu diesem Kernbestand wohl nur von Fall zu Fall
ergänzend hinzu, wenn auch Verwandte, Nachbarn und Freunde allgemein immer
irgendwie unabdingbar und wesentlich blieben.
An dem dem zufälligen nationalen Feiertag des
20. April 1939 folgenden 21. April 1939 erließ Reichsinnenminister Wilhelm
Frick eine Verordnung über die Errichtung einer Volkskartei in Deutschland
zwecks besserer Kontrolle und Organisation der Bevölkerung und ein Runderlass
von Reichswirtschaftsminister Walther Funk legte fest, dass jüdische
Auswanderer nur solche Sachen als Umzugsgut mitnehmen dürfen, die vor dem 1.
Januar 1933 erworben wurden, während für später gekaufte Sachen in der Regel
ein Betrag in Höhe des Anschaffungspreises an die Reichskasse zu zahlen war. Die
acht Bundesländer des früheren Österreich wurden durch Gesetz in Reichsgaue
umgebildet. Der Ministerrat Frankreichs verabschiedete 28 Erlasse zu der
Förderung der Landesverteidigung mit einem Gesamtvolumen von mehr als 15
Milliarden Franc oder 1 Milliarde Reichsmark und Transportminister Leslie Burgin
wurde erster Minister Großbritanniens für Kriegsmateriallieferungen.
An dem 27. April 1939 führte Großbritannien
die allgemeine Wehrpflicht ein. An dem 28. April 1939 antwortete Adolf Hitler
vor dem Reichstag auf Vorschläge des Präsidenten der Vereinigten Staaten von
Amerika Roosevelt über die Vermeidung eines Krieges. Deutschland kündigte das
Flottenbeschränkungsabkommen mit Großbritannien und den Nichtangriffsvertrag
mit Polen, nachdem Polen das Verlangen nach einer Annexion Danzigs und einen
Korridor nach Ostpreußen abgelehnt hatte.
An dem 29. April 1939 beschloss die Regierung
Italiens weitere gegen Juden gerichtete Maßnahmen. Danach war der Beruf des
Notars Juden grundsätzlich verschlossen. Juden als Rechtsanwälte oder Ärzte
oder Architekten oder Ingenieure durften nur noch für Juden tätig sein.
An dem 30. April 1939 wurde in Deutschland das
Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden erlassen. Danach konnten sich Juden auf
den gesetzlichen Mieterschutz nicht berufen, wenn der Vermieter durch eine
Bescheinigung der Gemeindebehörde nachwies, dass eine anderweitige
Unterbringung sichergestellt ist. Mietverträge konnten vorzeitig gekündigt
werden und Juden durften nur an Juden untervermieten und mussten in ihren
Wohnräumen auf Verlangen der Gemeindebehörde andere Juden als Mieter oder
Untervermieter aufnehmen, wobei die Vorschriften auf sogenannte Mischehen keine
Anwendung fanden, wenn die Frau Jüdin war oder Kinder aus der Ehe vorhanden waren.
Danach wurden viele Wohnungen von Juden
beschlagnahmt. Sogenannte Judenhäuser wurde und jüdische Wohngebiete wurden
geschaffen. Juden mussten aus anderen Gebieten Deportierte oder Vertriebene in
ihre Wohnungen aufnehmen.
An dem 1. Mai 1939 hielt Adolf Hitler vor
132000 Mitgliedern der Hitlerjugend in dem Olympiastadion in Berlin in dem
Rahmen der Feier des Tages der (nationalen) Arbeit eine Ansprache. Durch eine
Verordnung stiftete er mit dem Reichsinnenminister Frick und dem Chef des
Oberkommandos der Wehrmacht Keitel sowie dem Chef der Präsidialkanzlei Dr. Otto
Meißner eine Medaille der Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes. Sie
konnte an Personen verliehen werden, die sich um die Wiedervereinigung des
Memellandes mit dem Deutschen Reich auf Grund eines Staatsvertrags mit Litauen
von dem 23. März 1939 besondere Verdienste erwarben.
An dem 2. Mai 1939 entzog die Slowakei 30000
Juden die Staatsbürgerschaft. Großbritannien ließ als neuestes Kriegsschiff das
mit zahlreichen Geschützen bestückte Kriegsschiff The Prince of Wales von
Stapel. An dem 3. Mai 1939 entließ Josef Stalin seinen langjährigen
Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Maxim Litwinow, den der Völkische
Beobachter in Berlin als jüdischen Schieber und Schlächter beschimpfte, dessen
Entlassung ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen Großbritanniens und
Frankreichs um die Sowjetunion und gegen Deutschland sei.
An seine Stelle wurde der 1890 geborene und
seit 1930 als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare (Ministerpräsident) tätige
Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin gesetzt, der den von molot (Hammer)
abgeleiteten Tarnnamen Molotow führte. Er wirkte nach außen stets korrekt.
Dessenungeachtet war er Stalin vollständig ergeben.
An dem 4. Mai 1939 veröffentlichte der
Politiker und Journalist Marcel Déat (1894-1955) auf der Titelseite der
Zeitschrift L’Œuvre einen Artikel mit dem Titel Mourir pour Dantzig. Er bezog
sich auf die Freie Stadt Danzig und den so genannten Polnischen Korridor, die
ab 1920 Ostpreußen von dem übrigen Deutschland trennten, um Polens Wunsch nach
einem Zugang zu der Ostsee zu erfüllen. In diesem Rahmen erklärte er, dass an
der Seite der polnischen Freunde für die gemeinsame Verteidigung unserer Gebiete,
unserer Güter, unserer Freiheiten zu kämpfen, eine Perspektive sei, die man
mutig in Betracht ziehen könne, wenn sie zu der Erhaltung des Friedens betragen
solle, aber für Danzig zu sterben, nein.
Die Ansichten über die Bedeutung und die
Auswirkungen des Artikels sind unterschiedlich. Von einigen Seiten wurde Déats
Ansicht unterstützt. Von anderen wurde sie entweder nicht zur Kenntnis genommen
oder abgelehnt.
An dem 13. Mai 1939 kündigte Reichsminister
Hans Frank bei der Eröffnung des Hauses des Deutschen Rechtes in München die
Schaffung eines Deutschen Volksgesetzbuchs an. Es sollte das von Juristen
volksfern ein Menschenalter früher geschaffene Bürgerliche Gesetzbuch ersetzen.
Es ist aber in der Folgezeit über Vorarbeiten nie tatsächlich hinausgelangt.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wies
in dem Völkischen Beobachter den Vorwurf der Propaganda gegen Polen zurück. Es
gebe aber in Polen viele chauvinistische Stimmen: An Bord des Passagierschiffs
St. Louis der Hamburg-Amerika-Linie verließen knapp 940 überwiegend jüdische
Passagiere Hamburg mit dem Ziel Kuba, wurden aber dort und andernorts abgewiesen
und mussten zurückkehren.
An dem 14. Mai 1939 begann Adolf Hitler eine
Inspektionsreise entlang des Westwalls, dessen Bau ab 1936 geplant und umgesetzt
worden war. Er war gegen Frankreich und Luxemburg, Belgien und die Niederlande gerichtet.
Für die Errichtung der 630 Kilometer langen Verteidigungslinie wurde bis zu
einer halben Million Menschen eingesetzt.
An dem 15. Mai 1939 wurde in Ravensbrück in Mecklenburg
90 Kilometer nördlich Berlins an dem Ufer des Schwedt-Sees ein von Häftlingen
aus Sachsenhausen errichtetes Konzentrationslager für Frauen eröffnet. In ihm
wurden wenig später als erste etwa tausend Zeugen Jehovas sowie Sinti und Roma
mit ihren Kindern untergebracht. Zu ihnen kamen später verschiedene andere
Bevölkerungsgruppen hinzu.
Für den 17. Mai 1939 wurde für das Deutsche
Reich eine Volkszählung angeordnet. Durch sie erhofften der Sicherheitsdienst
des Reichsführers SS und die Geheime Staatspolizei Datenmaterial für eine
Judenkartei. Die sogenannte Ergänzungskartei der Volkszählung mit den Angaben
zu der Religionszugehörigkeit aller vier Großeltern zwecks Feststellung
jüdischer Vorfahren wurde später von dem in Berlin gegründeten Verein Tracing
the Past e. V. in dem Internet in einem Umfang von etwa 275000 (67 Prozent) der
rund 410000 Originaleinträge mit verschiedenen Suchmöglichkeiten
veröffentlicht, wobei bestätigte Opfer des Holocaust markiert wurden.
An dem 21. Mai 1939 wurde erstmals das dem
Hakenkreuz ähnelnde Ehrenkreuz der Deutschen Mutter an einem blau-weißen Band verliehen.
Es war bereits an dem 16. Dezember 1938 für die Verleihung an deutschblütige
Frauen gestiftet worden. Bestimmt war es in Bronze für Mütter mit mindestens
vier Kindern, in Silber für Mütter mit mindestens sechs Kindern und in Gold für
Mütter mit mindestens acht Kindern.
An dem 22. Mai 1939 schlossen Deutschland und
Italien in dem Beisein Hitlers und nach langem Zögern Italiens einen
Bündnisvertrag (Stahlpakt). Der deutsche Reichskanzler und der König von
Italien und Albanien sowie Kaiser von Äthiopien hielten - nach dem Verzicht
Hitlers auf eine Rückgabe des deutschsprachigen Südtirol von Italien an
Deutschland - den Zeitpunkt für gekommen, das enge Verhältnis der Freundschaft
und Zusammengehörigkeit, das zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland
und dem faschistischen Italien besteht, durch einen feierlichen Akt zu
bekräftigen. Nachdem durch die gemeinsame, für alle Zeiten festgelegte Grenze
zwischen Deutschland und Italien die sichere Brücke für gegenseitige Hilfe und
Unterstützung geschaffen wurde, bekannten sich beide Regierungen aufs Neue zu
der Politik, die in ihren Grundlagen und Zielen bereits früher von ihnen
vereinbart wurde und sich sowohl für die Förderung der Interessen beider Länder
wie auch für die Sicherung des Friedens in Europa erfolgreich bewährte.
An dem 23. Mai 1939 unterrichtete Adolf Hitler
in der Neuen Reichskanzlei führende Offiziere der Wehrmacht über seine weiteren
Pläne. Generäle, Admiräle und hochrangige Adjutanten (Schmundt, Keitel, Göring,
Raeder, von Brauchitsch, Milch, Albrecht, Halder, Jeschonnek, Schniewind.
Warlimont, Bodenschatz, Engel, von Below) wurden Zeugen seiner Absicht, das
Nachbarland Polen so bald wie möglich anzugreifen. Nach dem von Hitlers
Chefadjutanten der Wehrmacht Rudolf Schmundt auf 15 einseitig handschriftlich
geschriebenen Blättern sinngemäß abgefassten Protokoll war Danzig nicht das
Objekt, um das es ging, sondern handelte es sich um die Erweiterung des Lebensraums
in dem Osten und die Sicherstellung der Ernährung sowie die Lösung des
Baltikum-Problems.
An dem 5. Juni 1939 ordnete die Regierung
Deutschlands an, zu der Bekämpfung der Zigeunerplage Sintizze (Sinti) und
Romnja (Roma) von der Kriminalpolizei in kriminalpolizeiliche Vorbeugehaft zu
nehmen.
An dem 7. Juni 1939 schlossen Deutschland und
Lettland sowie Deutschland und Estland einen Nichtangriffspakt. Ziele waren die
Sicherung des deutschen Einflusses in dem Baltikum und die Verhinderung einer
Einkreisung durch Großbritannien und Frankreich. Gleichzeitig empfing Adolf
Hitler die Helden der Legion Condor aus dem Bürgerkrieg in Spanien (17. Juli
1936-1. April 1939).
An dem 15. Juni 1939 wurde die Reichsbank
Deutschlands der unmittelbaren Kontrolle Adolf Hitlers unterstellt. Eine
Verordnung zur Entjudung der Wirtschaft in dem Protektorat Böhmen und Mähren,
das nach der Besetzung durch das Deutsche Reich in der Nacht von dem 14. auf
den 15. März 1939 als Teil des Großdeutschen Reiches mit begrenzter Selbstverwaltung,
in dem der deutsche Reichsprotektor jederzeit alle Beschlüsse der tschechischen
Protektoratsregierung aufheben konnte, wurde erlassen. Dadurch wurde die
Verfolgung von Juden verstärkt.
An dem 20. Juni 1939 fand der Erstflug des
ersten von einem Flüssigkeitsraketentriebwerk angetriebenen Raketenflugzeugs
der Welt, der He 176 des Unternehmens Heinkel, statt.
An dem 23. Juni 1939 wurde das sogenannte
Berliner Abkommen zwischen Deutschland und Italien vereinbart. Es forderte die
Südtiroler zu einer Entscheidung über ihre individuelle Zukunft auf. Sie
sollten zwischen einer Abwanderung in das Deutsche Reich (Option) oder einem
Verbleib in Italien (Dableiben) wählen.
In diesem in den Einzelheiten verschiedentlich
geänderten Rahmen entschieden sich rund 85 Prozent der etwa 250000 zu der Wahl
aufgerufenen Betroffenen letztlich für die Option, wobei in dem
zwischenzeitlich besetzten westlichen Polen große Gebiete von Optanten
besiedelt werden sollten. Allerdings wanderten bis zu der Eingliederung der
sogenannten Operationszone Alpenvorland in den Machtbereich des Deutschen
Reiches in dem September 1943, welche die Optionsfrage vorerst bedeutungsloser
werden ließ, nur etwa 75000 Südtiroler tatsächlich in das Deutsche Reich aus.
Von ihnen kehrte später etwa ein Drittel als Rücksiedler nach Südtirol zurück,
wo das sogenannte Gruber-De-Gasperi-Abkommen zwischen Italien und dem 1945 wieder
verselbständigten Österreich der deutschsprachigen Minderheit eine
Gleichstellung ihrer Sprache, weitgehende kulturelle Freiheiten und eine
gewisse politische Autonomie sicherte, wodurch die Folgen des Berliner
Abkommens in ihrem Ergebnis stark eingeschränkt wurden.
An dem 4. Juli 1939 forderte Präsident
Roosevelt den Senat der Vereinigten Staaten von Amerika auf, das von dem Repräsentantenhaus
beschlossene Verbot der Waffenlieferung an kriegführende Nationen aufzuheben,
weil die Exekutive entscheiden dürfen müsse, wann und in welche Länder
Kriegsmaterial Amerikas geliefert werde. In Deutschland verpflichtete eine
Verordnung Juden, einen gelben Stern zu tragen.
An dem 14. Juli 1939 wurde zu der Erinnerung
an die Französische Revolution von 1789 eine französisch-britische
Militärparade veranstaltet. An dem 15. Juli 1939 wurde in Deutschland die erste
Gruppe des Jagdgeschwaders 20 in Döberitz aufgestellt. Das Unterseeboot U 42
trat seine Tätigkeit an.
An dem 26. Juli 1939 kündigten die Vereinigten
Staaten den Handelsvertrag mit Japan. Adolf Hitler widerrief einen Befehl für
einen Überfall auf Polen an dem 27. Juli. Das verbündete Italien wollte daran
nicht teilnehmen und Großbritannien unterstützte Polen.
An dem 28. Juli 1939 stellte Propagandaminister
Josef Goebbels nach dem Radiogerät Volksempfänger von 1933 auf der
Funkausstellung den Einheits-Fernsehempfänger E 1 vor. Er war eine Gemeinschaftsentwicklung
der Deutschen Reichspost und der Unternehmen Telefunken, Loewe, Lorenz, Tekade
und Fernseh AG. Anstatt der für den Großraum Berlin geplanten 10000 Geräte wurden
insgesamt aber nur 50 Geräte hergestellt, deren Rechteck-Bildröhre mit einem
flachen Bildschirm das (schwarz-weiße) 20 mal 23 Zentimeter große Bild der
vorwiegend vordergründig unpolitischen Unterhaltung und ansonsten politischen
Propaganda kaum noch verzerrte.
An dem 31. Juli 1939 kündigte der britische
Premierminister Neville Chamberlain für Großbritannien und Frankreich an, dass
militärische Gespräche mit der Sowjetunion in Moskau über ein Bündnis
stattfinden würden. An dem 2. August 1939 warnte Albert Einstein Präsident
Roosevelt vor der Entwicklung von Atombomben durch Deutschland. An dem 7.
August 1939 fand infolge einer Vermittlung durch den Schweden Birger Dahlerus
ein Treffen zwischen Hermann Göring und Geschäftsleuten aus Großbritannien über
die Verhinderung einer politischen Zuspitzung statt.
An dem 10. August 1939 befahl der Chef des
Sicherheitsdiensts des Reichsführers SS Reinhard Heydrich dem
SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks, einen Anschlag auf die Radiostation bei
Gleiwitz-Petersdorf nahe der Grenze zu Polen, deren aus Lärchenholz Sendeturm dabei
bestehen blieb und heute mit 112 Metern Höhe der höchste Holzturm der Welt ist,
vorzutäuschen. Es sollte so erscheinen, als seien Polen die Angreifer gewesen.
Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe sei für die Auslandspresse
und die deutsche Propaganda nötig.
An dem 11. August 1939 gab es in Großbritannien
einen großangelegte Stromausfall-Test zu einer Vorbereitung auf einen Krieg. In
Salzburg trafen die Außenminister Ciano und Ribbentrop Italiens und
Deutschlands zu einer Erörterung der Kriegsbereitschaft Deutschlands zusammen.
An dem 12. August erklärte Adolf Hitler Außenminister Ciano, der Krieg gegen
Polen werde lokal begrenzt bleiben.
An dem 17. August 1939 bot die Sowjetunion
Deutschland ein Bündnis an.
Mit einem Runderlass von dem 18. August 1939
begann in Deutschland der systematische Massenmord an behinderten Kindern. An
dem 19. August 1939 wurde zwischen Deutschland und der Sowjetunion ein
Wirtschaftsvertrag über Rohstofflieferungen ausgehandelt. Eine umstrittene
geheime Rede Stalins soll die künftige Zusammenarbeit mit Deutschland
vorbereitet haben.
An dem 21. August 1939 erhielt Adolf Hitler
eine Zusage Josef Stalins, dass Außenminister Ribbentrop zu der Unterzeichnung
eines Nichtangriffspakts nach Moskau kommen könne. An dem 22. August 1939 hielt
Adolf Hitler in dem Berghof auf dem Obersalzberg in seinem Arbeitszimmer vor
etwa 50 Generälen und Offizieren stehend eine freie und von einem einstündigen
Mittagessen unterbrochene Rede. In ihr kündigte er einen Angriff auf Polen an.
Unter dem 23. August 1939 wurde an dem 24.
August 1939 in Moskau von den Außenministern Ribbentrop und Molotow in
Anwesenheit Josef Stalins ein Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der
Sowjetunion unterzeichnet. Er umfasste (auch) einen geheimen Teil. In ihm war
die Aufteilung Polens in zwei Einflusssphären Deutschlands (größter Teil
Polens, Litauen) und der Sowjetunion (Ostpolen, Finnland, Estland, Litauen,
Bessarabien) vereinbart.
An dem 25. August 1939 lief nachmittags das
deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein in Danzig offiziell zu einem
Freundschaftsbesuch in Erinnerung an den Untergang des Kreuzers Magdeburg 25
Jahre zuvor ein. Es war heimlich mit 225 Soldaten des in Memel stationierten Marinestoßtrupps
Hennigsen beladen. Sie sollten die Westerplatte angreifen, eine größtenteils
bewaldete langgestreckte Halbinsel, die 1840 durch den Durchbruch der Weichsel
östlich Danzigs bei Neufähr durch den Dünengürtel entstanden war und auf der
seit 1924 ein befestigtes Munitionslager Polens innerhalb Danzigs untergebracht
war.
An dem 26. August 1939 sollte der Stoßtrupp
mit Unterstützung der Schleswig-Holstein um 4.45 Uhr die Westerplatte stürmen.
Deswegen wurde an dem Vorabend mit seiner Ausschiffung begonnen. Wenig später
wurden der Ausschiffungstermin und der Angriffstermin zurückgezogen, nachdem
Großbritannien einen Beistandspakt mit Polen geschlossen und Italien seine
Neutralität erklärt hatten. Eine deutsche Besetzung des Jablunkapasses zwischen
der Slowakei und Polen in der Nacht von dem 25. auf den 26. August 1939 scheiterte.
An dem 27. August 1939 flog ein Testpilot
erfolgreich das erste mit einem Turbojet angetriebene Flugzeug (He 178) auf dem
Unternehmensflugplatz in Marienehe bei Rostock und bewies damit die
Tauglichkeit der neu entwickelten Technik. An dem 28. August 1939 übermittelte
Großbritannien eine Antwort auf Adolf Hitlers Forderungen an Polen. Darin wurde
die Friedlichkeit von Lösungen besonders betont. In Gegensatz dazu explodierte
auf dem Bahnhof von Tarnów in Südpolen eine von einem deutschen Agenten
abgelegte Zeitbombe, wodurch 20 Menschen getötet und weitere 35 verletzt
wurden.
An dem 30. August 1939 ordnete Polen eine
Teilmobilmachung an. Deutschland legte einen 16-Punkte-Plan zu einer
Entschärfung vor. Er wurde von Polen abgelehnt.
An dem 31. August 1939 gegen 16 Uhr erhielt
SS-Obersturmbannführer Alfred Naujocks, dem der Chef des Sicherheitsdiensts des
Reichsführers SS (SD) Reinhard Heydrich befohlen hatte, einen Anschlag auf die
Radiostation bei Gleiwitz vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als
seien Polen die Angreifer gewesen und der sich deswegen seit Mitte August 1939
in dem Hotel Haus Oberschlesien in Gleiwitz aufhielt, einen Anruf aus Berlin
mit dem vorher vereinbarten Codewort „Großmutter gestorben“. Gegen 20 Uhr drang
er mit fünf oder sechs SS-Leuten mit Maschinenpistolen bewaffnet in Zivil -
unter falscher Flagge Freischärler Polens darstellend - in das Gebäude des das
Programm des Reichssenders Breslau nur ausstrahlenden Senders Gleiwitz ein. In
dem Betriebsraum des Senders wurden vier Personen überwältigt und gefesselt in
einen Kellerraum gebracht.
Mit einiger Mühe konnte das SS-Kommando, in
dem sich ein Fernmeldetechniker befand, die Einspeisung des Programms
unterbrechen. Dann rief es in deutscher und polnischer Sprache mit den Worten
„Achtung! Achtung! Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer
Hand … Die Stunde der Freiheit ist gekommen. Hoch lebe Polen!“ zu einem
angeblichen Aufstand der polnischen Minderheit auf. Nach vier Minuten
verschwanden Naujocks und seine Männer wieder. Tot zurückblieb der an dem
Vortag in einem Nachbardorf verhaftete polenfreundliche Landmaschinenvertreter
Franciszek Honiok, dem der SS-Arzt Horst Straßburger eine betäubende Spritze
verabreicht hatte. Er wurde bewusstlos an dem Sendegebäude abgelegt. Ob er an
dieser Spritze starb oder von der SS ermordet wurde, ist unbekannt.
Die nationalsozialistische Propaganda machte
von diesen Geschehnissen keinen intensiven Gebrauch. Um 22.30 berichtete der
Reichsrundfunk darüber und über andere Grenzzwischenfälle. Der Völkische
Beobachter schrieb unter der Überschrift „Der unerhörte Bandenüberfall auf den
Sender Gleiwitz“, dass die „polnische Meute“ sich dazu habe „hinreißen lassen,
die Reichsgrenze zu überschreiten, einen deutschen Sender zu überfallen, und
die Kriegsfackel an ein Pulverfass zu legen, dessen Existenz vor der Geschichte
die Polen einmal zu verantworten haben werden“.
An dem 1. September 1939 hielt Adolf Hitler an
dem Vormittag eine in dem Rundfunk übertragene Rede vor dem Reichstag. Darin
erwähnte er Gleiwitz nicht direkt, sondern sprach von 14 nächtlichen
Grenzzwischenfällen. In diesem Rahmen habe Polen „heute Nacht zum ersten Mal
auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen.
Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit
Bombe vergolten“.
Das Auswärtige Amt veröffentlichte später eine
Liste (mehrerer Dutzend) amtlicher Meldungen schwerer Grenzzwischenfälle mit
Toten an der deutsch-polnischen Grenze. Darin heißt es (unter 4 Meldung des Polizeipräsidenten
Gleiwitz) Gegen 20 Uhr wurde der Sender Gleiwitz durch einen Trupp polnischer
Aufständischer überfallen und vorübergehend besetzt. Die Aufständischen wurden
durch deutsche Grenzpolizeibeamte vertrieben. Bei der Abwehr wurde ein Aufständischer
tödlich verletzt.
An dem 1. September 1939 begann Deutschlands
tatsächlicher Angriff auf Polen um 4.47 mit einem Beschuss der Westerplatte
durch das Schulschiff Schleswig-Holstein, der den Zweiten Weltkrieg auslöste. Die
Freie Stadt Danzig wurde (wieder) zu einem Bestandteil des Deutschen Reiches
erklärt. An dem 2. September 1939 verlangte Großbritanniens Premierminister
Neville Chamberlain von Deutschland ultimativ den Rückzug aus Polen. Adolf
Hitler missachtete das Ultimatum.
An dem 3. September 1939 erklärten
Großbritannien mit den Dominions Australien, Neuseeland und Indien (sowie bald
danach Südafrika und Kanada) und Frankreich Deutschland den Krieg. Unterstützt
von der Luftwaffe rückten zwei deutsche Heeresgruppen von Norden und Süden in
Polen vor, wobei an dem 5. September das sogenannte Generalgouvernement zwecks
rücksichtsloser Ausbeutung von Polen und Juden in Polen geschaffen wurde. An
dem 8. September 1939 wurde die Hauptstadt Warschau erreicht.
An dem 17. September 1939 besetzte die
Sowjetunion Ostpolen. Die Regierung Polens floh an diesem und dem folgenden Tag
nach Rumänien. Dort wurde sie interniert.
An dem 28. September 1939 kapitulierte nach
der Schlacht um Warschau Polen. Deutschland und die Sowjetunion teilten sich in
einem Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag von dem 28.
September 1939 Polen. Westpolen und Zentralpolen (ohne die Woiwodschaft
Bialystok) sowie die westlichen Teile Südpolens fielen an Deutschland, Ostpolen
kam an die Sowjetunion.
Eine an dem 30. September 1939 gebildete
Polnische Exilregierung versuchte, mit geflohenen Truppenteilen Widerstand. Die
letzten in Polen gebliebenen Verbände der polnischen Streitkräfte ergaben sich aber
an dem 6. Oktober 1939 und gingen in Kriegsgefangenschaft. Mit einem Erlass von
dem 8. Oktober 1939 trennte Adolf Hitler einen Teil der besetzten Gebiete als
eingegliederte Ostgebiete (Wartheland und Danzig-Ostpreußen) von dem sogenannten
polnischen Reststaat ab.
An dem 14. Oktober 1939 frühmorgens versenkte
das Unterseeboot U 47 in Scapa Flow das Schlachtschiff HMS Royal Oak mit einer
Besatzung von 833 Mann. An dem 17. Oktober erließ das Reichssicherungshauptamt
auf Anweisung Heinrich Himmlers den Festschreibungserlass (Festsetzungserlass),
der Zigeunern und Zigeunermischlingen (Sinti und Roma) unter Androhung einer
Inhaftierung in einem Konzentrationslager verbot, den Wohnort zu verlassen. An
dem 18. Oktober 1939 stiftete eine Verordnung Adolf Hitlers für Soldaten und
Zivilisten, die besondere Verdienste bei der Kriegsführung ohne unmittelbare
Beteiligung an Kampfhandlungen leisteten, als Ersatz für das Eiserne Kreuz das
Kriegsverdienstkreuz in zwei Klassen und in zwei Varianten (mit Schwertern und
ohne Schwerter).
An dem 19. Oktober 1939 wurde ein
Dreiparteienvertrag von Ankara zwischen der Türkei und Frankreich sowie
Großbritannien abgeschlossen. An dem 20. Oktober 1939 erfolgte eine Deportation
von 912 Juden aus Wien nach Nisko in dem Generalgouvernement. Deutsche
Polizeieinheiten und Einsatzgruppen verübten zwecks Einschüchterung der
Bevölkerung in Städten Großpolens Massenerschießungen. Die Wehrmacht wurde an
der Westfront zu Frankreich aufgestellt.
An dem 21. Oktober 1939 schlossen Adolf Hitler
und Benito Mussolini das sogenannte Südtirol-Abkommen. Es bekräftigte die
Berliner Vereinbarung von dem 25. Juni 1939. Danach konnten die
deutschsprachigen Südtiroler und die sogenannten Zimbern um Asiago und bei
Verona sowie in Lusern und in dem Cansiglio-Wald zwischen einer Option für
Deutschland und einem Verbleib in Italien unter weiterer Italianisierung
wählen.
An dem 26. Oktober 1939 wurde das besetzte
Polen offiziell in ein Generalgouvernement für die besetzten Gebiete
umgewandelt. Die militärische Führung unter Gerd von Rundstedt wurde durch eine
zivile Verwaltung unter Hans Frank abgelöst. Eine Verordnung Franks führte
einen Arbeitszwang für die jüdische Bevölkerung ein.
An dem 30. Oktober 1939 ordnete Heinrich
Himmler als Reichskommissar die „Aussiedelung“ von rund 550000 Juden und Polen
innerhalb der nächsten Monate aus den eingegliederten Gebieten Westpolens in
das Generalgouvernement an.
An dem 1. November 1939 wurden in Deutschland
Kleiderkarten zwecks Rationierung von Textilien ausgegeben. An dem 6. November
1939 wurden 183 Hochschullehrer Krakaus verhaftet, von denen 168 in die
Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau verschleppt wurden. An dem 8.
November 1939 führte der an dem Bodensee tätige Schreinergeselle Georg Elser in
dem Bürgerbräukeller in München ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler und
weitere Nationalsozialisten aus, das aber scheiterte, weil Hitler mit seinen
Begleitern 13 Minuten vor der Explosion den Ort verließ. Elser wurde danach auf
der Flucht in Konstanz nahe dem Grenzübergang in die Schweiz verhaftet und später
auf Grund eines Schnellbriefs aus Berlin in Dachau an dem 9. April 1945
getötet.
An dem 11. November 1939 wurden die sieben
Toten des Bombenanschlags in dem Bürgerbräukeller in München von dem 8.
November 1938 beigesetzt. An dem 12. November 1939 erklärte Generalgouverneur
Hans Frank in dem Generalgouvernement, es sei der Wille des Führers, dass
dieses Gebiet das erste Kolonialgebiet der deutschen Nation sei. Der König
Großbritanniens und der Präsident Frankreichs lehnten ein Vermittlungsangebot
Belgiens und der Niederlande für einen Friedensschluss ab, ebenso an dem 13.
November 1939 ein geheimes Friedensangebot König Karls II. von Rumänien.
An dem 29. November 1939 befahl Adolf Hitler
in der Weisung Nr. 9 für die Kriegsführung die Bombardierung und Verminung
britischer Seehäfen. An dem 30. November 1939 überschritten Truppen der
Sowjetunion die Grenze zu Finnland und begannen schwere Angriffe auf mehrere
Ziele.
An dem 1. Dezember 1939 begann in dem
Reichsgau Posen die Umsiedelung der rund 150000 Polen in das
Generalgouvernement. An dem 5. Dezember 1939 lehnte die Sowjetunion eine
Einladung des Völkerbunds ab, zu einer Debatte über den sowjetisch-finnischen
Krieg nach Genf zu kommen.
An dem 8. Dezember 1939 begann die Umsiedelung
von etwa 120000 Volksdeutschen aus Wolhynien und Galizien in das Deutsche Reich
und bekräftigte Italien seine enge Verbindung mit dem Deutschen Reich.
An dem 14. Dezember 1939 wurde die Sowjetunion
wegen ihres Überfalls auf Finnland aus dem Völkerbund ausgeschlossen. An dem
31. Dezember 1939 erhielt Adolf Hitler einen Bericht des Oberkommandos der
Wehrmacht über den sowjetisch-finnischen Krieg, nach dem die Armee der
Sowjetunion für moderne Armeen kein ernsthafter Gegner sei.
An dem 1. Januar 1940 erklärte Adolf Hitler in
seinem Neujahrsaufruf, dass der Zusammenschluss des deutschen Volkes in dem
Großdeutschen Reich der anderen Welt nichts geraubt und in nichts geschadet
habe. An dem 2. Januar 1940 wurde der Neujahrsempfang Adolf Hitlers für das
Diplomatische Korps auf Grund der Sonderverhältnisse des Krieges abgesagt. An
dem 6. Januar 1940 unterzeichneten Deutschland und Italien sowie Japan in
Berlin ein (Dreimächte-)Abkommen, das eine umfassende Expansion der drei Länder
ermöglichen und zugleich einen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von
Amerika verhindern sollte.
An dem 9. Januar 1940 wurde die Umsiedelung
der deutschstämmigen Bevölkerung aus Estland und Lettland in das Deutsche Reich
abgeschlossen. An dem 10. Januar 1940 wurden infolge einer Notlandung eines
deutschen Kurierflugzeugs in Belgien den Alliierten Teile des deutschen
Aufmarschplans an der Westfront bekannt. An dem 11. Januar 1940 schlossen das
Deutsche Reich und die Sowjetunion ein Abkommen über den Austausch
kriegswichtiger Rohstoffe.
An dem 24. Januar 1940 wurden in Deutschland
kriegswirtschaftliche Zwangsdienste für Studenten eingeführt und wurde Hermann
Göring zu dem Leiter der Kriegswirtschaft ernannt. An dem 29. Januar 1940
forderte Hermann Göring in einer Rede in dem Berliner Sportpalast mehr
Lebensraum für das deutsche Volk. Durch Erlass Adolf Hitlers wurde der
Reichsgau Posen in Reichsgau Wartheland umbenannt.
An dem 1. Februar 1940 wurde in dem Deutschen
Reich zwecks Behebung des Arbeitskräftemangels ein verpflichtendes Dienstjahr
für junge Frauen in Haus- und Landwirtschaftsbetrieben eingeführt. An dem 9.
Februar 1940 verurteilte das Hanseatische Sondergericht in Hamburg einen
Angeklagten wegen unerlaubten Empfangs feindlicher Sendungen und Verbreitung
ihrer Nachrichten zu fünf Jahren Zuchthaus. Die Armee des Deutschen Reiches
marschierte in Dänemark und Norwegen ein.
An dem 24. Februar 1940 hielt Adolf Hitler zu
dem 20. Gedenktag der Verkündung des nationalsozialistischen Parteiprogramms in
München eine Rede über die „segensreiche“ deutsch-sowjetische Verbindung, die
durch ein Wirtschaftsabkommen von dem 11 Februar des Jahres gefestigt worden
sei.
An dem 7. März 1940 teilte die
Mandatsverwaltung Großbritanniens Palästina in Siedlungszonen auf. An dem 8.
März 1940 wurden in dem Deutschen Reich Anordnungen zu Benachteiligung und
Ausbeutung polnischer Zwangsarbeiter erlassen. An dem 11. März 1940 wurde in
der Jadebucht das Unterseeboot U 31 durch Flugzeuge Großbritanniens versenkt.
An dem 13. März 1940 wurde der Krieg zwischen
der Sowjetunion und Finnland durch den Frieden von Moskau beendet, in dem Finnland
Gebiete abtreten musste. An dem 17. März 1940 wurde in dem Deutschen Reich
zwecks Steigerung der Rüstung durch einen Führererlass das Reichsministerium
für Bewaffnung und Munition begründet (Minister Fritz Todt). An dem 18. März
1940 trafen sich Adolf Hitler und Benito Mussolini an dem Brenner zwecks Festigung
ihrer Allianz.
An dem 23. März 1940 wurde die
Lahore-Resolution durch die Muslim League in Britisch-Indien verbschiedet, die
den Weg zu der Gründung Pakistans ebnete.
An dem 25. März 1940 sank vor der Küste
Jütlands nach einem britischen Angriff der deutsche Dampfer Edmund Hugo Stinnes
4.
An dem 27. März 1940 befahl Heinrich Himmler
die Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz. An dem 28. März 1940 trafen
sich in London die obersten Kriegsräte Großbritanniens und Frankreichs. Sie
schlossen für sich einen Separatfrieden mit dem Deutschen Reich aus und vereinbarten
zwecks Störung der deutschen Schifffahrtswege einen Plan zu der Verminung der
Gewässer Norwegens.
An dem 3. April 1940 begannen auf Befehl Josef
Stalins in Polen die Massenerschießungen (von rund 4400 Polen) von Katyn durch
den Geheimdienst NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) der
Sowjetunion. Winston Churchill wurde in das Kriegskabinett Großbritanniens
berufen. An dem 5. April 1940 begann Großbritannien mit der Verminung norwegischer
Gewässer zwecks Provokation einer Invasion durch das Deutsche Reich. An dem 9.
April 1940 überfiel das Deutsche Reich in dem Unternehmen Weserübung Dänemark
und Norwegen. Dänemark wurde besetzt und kapitulierte, Norwegen leistete
Widerstand.
An dem 24. April 1940 wurde Gauleiter Josef
Terboven zu dem Reichskommissar für Norwegen ernannt.
An dem 7. Mai 1940 überschritten deutsche
Panzer bei Sedan die Maas. An dem 9. Mai begann der Westfeldzug des Deutschen
Reiches gegen die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg (Fall
Gelb). Ziele waren die schnelle Einkreisung der alliierten Truppen in Belgien
und die Zerschlagung Frankreichs. Die Wehrmacht erreichte nach einem
überraschenden Vorstoß durch die Ardennen (Sichelschnittplan) Paris an dem 14.
Juni 1940 und an dem 25. Juni 1940 kapitulierte Frankreich, doch führte General
Charles de Gaulle mit Unterstützung der Alliierten den Kampf weiter.
Gleichzeitig besetzte die Sowjetunion Litauen, Lettland und Estland.
An dem 1. Juli 1940 versenkte das Unterseeboot
U 47 das britische Passagierschiff Arandora Star wobei rund 800 Menschen
getötet wurden. An dem 3. Juli 1940 griff die britische Royal Navy die
französische Flotte in Algerien an, um einen Verlust von Schiffen an
Deutschland zu verhindern. An dem 10. Juli 1940 begann die bis 31. Oktober des
Jahres währende Luftschlacht um England, in der das Deutsche Reich die Royal
Air Force vernichten wollte, und in Frankreich wurden durch ein Verfassungsgesetz
Marschall Pétain diktatorische Vollmachten erteilt (Vichy-Regime).
An dem 21. Juli 1940 wurden Lettland und
Litauen sowie Estland von der Sowjetunion annektiert. Ein Angebot Adolf Hitlers
zu einem Frieden wurde von Großbritannien abgelehnt. An dem 31. Juli 1940
teilte Adolf Hitler der Führung der Wehrmacht seinen Entschluss mit, die
Sowjetunion militärisch anzugreifen, um Lebensraum in dem Osten zu gewinnen und
mittelbar Großbritannien zu schwächen.
An dem 24. August 1940 bombardierten deutsche
Flugzeuge bei einem nächtlichen Angriff versehentlich die Innenstadt Londons.
Daraufhin griff die Royal Air Force Berlin an. In der Folge wurde an dem 5.
September 1940 London als Angriffsziel und danach das mittelenglische
Industriegebiet freigegeben, doch verlor das Deutsche Reich an dem 15.
September 1940 infolge hoher Verluste die Lufthoheit über Großbritannien.
Italien begann in Ägypten einen Afrikafeldzug mit dem Ziel der Eroberung des
Suez-Kanals.
An dem 16. September 1940 erließen die
Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Selective Training and Service Act
erstmals eine allgemeine Wehrpflicht in Friedenszeiten. Das Deutsche Reich
verschob die Invasion Englands auf unbestimmte Zeit. An dem 22. September 1940
begann Japan mit der Invasion Französisch-Indochinas.
An dem 27. September 1940 unterzeichneten auf
Initiative Adolf Hitlers das Deutsche Reich, das Kaiserreich Japan und das
Königreich Italien einen Dreimächtepakt, der die Allianz der Achsenmächte
formell besiegelte und eine gegenseitige militärische Unterstützung für den
Fall eines Angriffs durch eine noch nicht in den Krieg involvierte Macht wie
die Vereinigten Staaten von Amerika vorsah.
An dem 2. Oktober 1940 wurde auf deutschen
Befehl in Warschau das größte Ghetto in dem besetzten Europa eingerichtet.
An dem 10. Oktober 1940 erließ Adolf Hitler
das sogenannte Führer-Sofortprogramm zu der beschleunigten Errichtung von
Luftschutzbunkern als Reaktion auf die verstärkten Luftangriffe der Alliierten.
An dem 22. Oktober 1940 wurden mehr als 6500
Juden in den Gauen Baden und Saarpfalz in das südfranzösische
Internierungslager Gurs verschleppt (Wagner-Bürckel-Akion).
An dem 24. Oktober 1940 traf Adolf Hitler in
Montoire mit dem französischen Marschall Pétain und Pierre Laval zu einer
Beratung über eine Zusammenarbeit zusammen. Pétain lehnte eine
Kriegsbeteiligung ab. Er sah aber eine Zusammenarbeit (Kollaboration) als
erforderlich an, um die Versorgung zu sichern und die Ausbeutung zu begrenzen.
An dem 28. Oktober 1940 stellte Benito
Mussolini Griechenland ein Ultimatum auf Gestattung des Einmarsches.
Griechenland verneinte das Verlangen. worauf Italien völkerrechtswidrig
einmarschierte. Obgleich die Armee Griechenlands unterlegen war, drängte sie
die Italiener zurück und fügte damit einer Achsenmacht erstmals eine Niederlage
zu.
An dem 11. November 1940 griff die Marine
Großbritanniens Tarent an und traf die Flotte Italiens schwer. An dem 12.
November 1940 führte Adolf Hitler mit Außenminister Molotow Gespräche über Einflusssphären.
Bei einem Luftangriff auf Coventry (Mondscheinsonate) an dem 15. November 1940
wurde die Stadt schwer beschädigt.
An dem 16. November 1940 wurde das Ghetto in
Warschau mit mehr als 380000 Juden abgeriegelt. Die Royal Air Force
bombardierte als Vergeltung für Coventry Berlin und Hamburg. In Frankreich
begann eine Deportation von 70000 Lothringern.
An dem 18. November 1940 erlitt Italien gegen
Griechenland in Albanien eine Niederlage. Erstmals wurde ein Unterseeboot des
Deutschen Reiches mit (dem durch den Erfinder Christian Hülsmeyer entwickelten)
Radar durch Großbritannien geortet. An dem 20. November 1940 trat Ungarn dem
Dreimächtepakt bei. In dem Deutschen Reich wurde ein kriegswirtschaftlicher
Zwangsdienst für Studenten eingeführt. An dem 23. November 1940 trat Rumänien
dem Dreimächtepakt bei.
An dem 26. November 1940 legte die Sowjetunion
Beitrittspläne zu dem Achsenpakt vor. Ihre in diesem Zusammenhang erhobenen
Forderungen wurden aber an Adolf Hitler abgelehnt. In dem Deutschen Reich wurde
an dem 30. November 1940 die Kriegssachschädenverordnung mit staatlichen
Entschädigungen für Kriegsschäden durch Luftangriffe erlassen.
An dem 13. Dezember 1940 erließ Adolf Hitler
die Richtlinie Nr. 20 zu der Vorbereitung des Angriffs auf Griechenland
(Operation Marita). Mit durch der von Loßberg vorformulierten geheimen Weisung
Nr. 21 von dem 18. Dezember 1940 befahl Hitler als Führer und oberster
Befehlshaber der Wehrmacht den Angriff auf die Sowjetunion (Fall Barbarossa)
vorzubereiten. An dem 20. Dezember 1940 wurde in dem Deutschen Reich die 17.
Armee der Wehrmacht aufgestellt.
In Großbritannien gründete Charles de Gaulle
das Nationalkomitee des Freien Frankreich.
An dem 27. Dezember 1940 trafen sich in Berlin
Adolf Hitler und Admiral Erich Raeder. Der Admiral äußerte dabei Bedenken, Großbritannien
vor einem Sieg über die Sowjetunion anzugreifen. Die britische Armee führte
ihrerseits die Operation Compass in Nordafrika gegen italienische Truppen
durch, um deren Invasion Ägyptens zurückzuschlagen.
An dem 28. Dezember 1940 wandte sich Italien
wegen des Krieges in Italien mit einem Hilferuf an das Deutsche Reich.
An dem 3. Januar 1941 wurde in dem Deutschen
Reich durch Martin Bormann die Frakturschrift (gotische Schrift) als Judenschrift
gebrandmarkt und in Druckmedien verboten und die lateinische Antiquaschrift in
Druckmedien zu der deutschen Normalschrift erklärt.
An dem 6. Januar 1941 forderte Präsident
Franklin D. Roosevelt in einer Rede vor dem Kongress der Vereinigten Staaten
von Amerika für jeden Menschen Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit
von Not und Freiheit von Furcht.
An dem 9. Januar 1941 erklärte Adolf Hitler
auf dem Berghof vor Generälen, dass der russische Raum unermessliche Reichtümer
berge.
An dem 13. Januar 1941 begann in der
Tötungsanstalt Hadamar das nationalsozialistische Mordprogramm für als
lebensunwert eingestufte Menschen (T4), durch das bis August 1941 mehr als
10000 Menschen durch Gas ermordet wurden.
An dem 19. Januar 1941 trafen sich Adolf
Hitler und Benito Mussolini auf dem Obersalzberg zu einer Beratung, während
Großbritannien eine Offensive gegen Stellungen Italiens in Eritrea, Äthiopien
und Somalia begann. An dem 20. Januar 1941 stimmte Mussolini der Entsendung
deutscher Truppen nach Italien zu. An dem 21. Januar 1941 begann Großbritannien
einen Angriff auf Tobruk in Libyen in Nordafrika.
An dem 30. Januar 1941 hielt Adolf Hitler eine
Rede in dem Sportpalast in Wien zu dem 8. Jahrestag der Machtübernahme, in der
er die Vereinigten Staaten von Amerika warnte und Angriffe auf Handelsschiffe
nach England durch Unterseeboote androhte.
An dem 3. Februar 1941 wurde Generalleutnant Erwin
Rommel zu dem Chef der deutschen Truppen für den Afrikafeldzug ernannt (Afrika
Korps). An dem 7. Februar 1941 endete die Schlacht von Beda Fromm in Nordafrika
mit einem Sieg Großbritanniens über die italienischen Truppen. An dem 11.
Februar 1941 landeten die ersten deutschen Truppen in Tripolis.
An dem 15. Februar begannen in Wien die ersten
umfangreichen Deportationen von Jüdinnen und Juden in das Generalgouvernement.
An dem 28. Februar 1941 marschierten Truppen des Deutschen Reiches in Rumänien
nach Bulgarien ein, das dem Dreimächtepakt beitrat. An dem 7. März 1941 wurde
die Zwangsarbeit für Juden in dem Deutschen Reich verkündet (Vernichtung durch
Arbeit).
An dem 11. März 1941 unterzeichnete Präsident
Franklin D. Roosevelt das Leih- und Pachtgesetz (Lend-Lease-Act), das es den
Vereinigten Staaten von Amerika erlaubte, kriegswichtige Güter an Alliierte wie
Großbritannien zu liefern.
An dem 25. März 1941 unterschrieb Jugoslawien
unter Druck den Dreimächtepakt mit dem Deutschen Reich, Italien und Japan, um
seine Neutralität zu wahren. Daraufhin stürzten an dem 27. März 1941 serbische
Offiziere mit Unterstützung durch Großbritannien die deutschfreundliche Regierung.
Als Folge befahl Adolf Hitler ein militärisches Eingreifen (Balkanfeldzug) mit
dem Ziel des Rückzugs Großbritanniens aus Griechenland.
An dem 30. März 1941 beschrieb Adolf Hitler
rund 250 Wehrmachtsgenerälen in der Neuen Reichskanzlei den bevorstehenden
Krieg gegen die Sowjetunion als Vernichtungskampf zweier Weltanschauungen
gegeneinander. Er forderte die Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und
der bolschewistischen Intelligenz. An dem 6. April 1941 begann der Angriff des
Deutschen Reiches auf Jugoslawien mit der Bombardierung Belgrads. An dem 10.
April 1941 wurde nach der Besetzung Zagrebs durch Truppen des Deutschen Reiches
der unabhängige Staat Kroatien gegründet. An dem 17. April 1941 kapitulierte
die jugoslawische Armee bedingungslos vor den Achsenmächten, an dem 21. April
1941 kapitulierte die griechische Armee.
An dem 23. April 1941 fand in Berlin die
Schlegelberger-Konferenz statt. Auf ihr wurden Justizbeamte über die
Euthanasiemorde informiert (Aktion T4). An dem 25. April 1941 erließ Adolf
Hitler seine Weisung Nr. 28 für die Eroberung Kretas (Unternehmen Merkur). An
dem 27. April besetzte die Wehrmacht des Deutschen Reiches Athen.
An dem 2. Mai 1941 fand eine Besprechung der
Staatssekretäre des Deutschen Reiches statt. Auf ihr wurde eine Denkschrift zu
dem so genannten Hungerplan verfasst. Sie sah die Ausbeutung der Sowjetunion
und den Hungertod von Millionen Menschen als Mittel der Kriegswirtschaft vor.
An dem 5. Mai 1941 hielt Josef Stalin vor den
Absolventen der 16 sowjetischen Militärakademien der Sowjetunion und der neun
entsprechenden Fakultäten der zivilen Hochschulen eine Rede. Ein authentischer
Text ist nicht bekannt. In dem Kern sprach Stalin von einer tiefgreifenden
Veränderung in den vergangenen Jahren in der Armee und betonte, die Rote Armee
sei auf der Grundlage der modernen Kriegführung umstrukturiert und neu
bewaffnet worden.
An dem 13. Mai 1941 ermächtigte der
Kriegsgerichtsbarkeitserlass (Barbarossa-Dekret) Adolf Hitlers die Wehrmacht,
Straftaten sowjetischer Zivilisten gegen deutsche Truppen ohne ordentliche
Gerichtsverfahren durch Erschießungen zu ahnden.
An dem 17. Juni 1941 wurden die Vorbereitungen
des Deutschen Reiches für den Überfall auf die Sowjetunion abgeschlossen.
An dem 22. Juni 1941 marschierte die Wehrmacht
des Deutschen Reiches mit knapp 3,3 Millionen Soldaten auf breiter Front
zwischen Ostsee und Schwarzem Meer in der Sowjetunion ein (Unternehmen Barbarossa).
An dem 25. Juni 1941 wurden große Truppenverbände der Sowjetunion bei Bialystok
und Minsk eingekesselt und vernichtet. An dem 27. Juni 1941 erklärte Ungarn
wegen eines Bombenangriffs der Sowjetunion auf Kassa den Krieg. An dem 30. Juni
1941 nahm das Deutsche Reich Lemberg (Lwiw) ein.
An dem 12. Juli 1941 unterzeichneten
Großbritannien und die Sowjetunion ein Bündnis gegen das Deutsche Reich. An dem
16. Juli 1941 fiel nach schweren Kämpfen die Stadt Smolensk an die Truppen des
Deutschen Reiches. An dem 24. Juli 1941 endete ein Angriff der Achsenmächte auf
Leningrad mit einem Sieg der Achsenmächte an der sogenannten Luga-Linie.
An dem 29. Juli 1941 vereinbarten Japan und
Vichy-Frankreich eine militärische Zusammenarbeit zu der Verteidigung
Französisch-Indochinas. An dem 30. Juli 1941 unterzeichneten in London die
Exilregierung Polens und die Sowjetunion einen Vertrag über eine Zusammenarbeit
gegen das Deutsche Reich.
An dem 9. August 1941 trafen sich in der
Placentia Bay (Newfoundland) Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt zu
einer ersten Atlantik-Charta-Konferenz zwecks einer Bestimmung gemeinsamer
Ziele für die Zeit nach dem Krieg. An dem 14. August 1941 veröffentlichten
Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill die Atlantik-Charta. Sie geht für
die Nachkriegsordnung von den Grundsätzen Selbstbestimmung, Freihandel und
globale Zusammenarbeit aus.
An dem 16. August 1941 erließ der
Volkskommissar für Verteidigung der Sowjetunion den Befehl Nr. 270. Er bedrohte,
weil Feiglinge und Deserteure vernichtet werden müssten, in Gefangenschaft
geratende Soldaten mit der Todesstrafe. Darüber hinaus gab er ihre Familien zu
der Verhaftung frei.
An dem 24. August 1941 endete amtlich der
systematische Massenmord an behinderten Menschen (T4) in dem Deutschen Reich,
wurde tatsächlich aber weitergeführt.
An dem 25. August 1941 marschierten Truppen
Großbritanniens und der Sowjetunion in den Iran zwecks Sicherung der Ölfelder
und einer Nachschubroute für die Sowjetunion ein. Gleichzeitig begann mit einem
Erlass Josef Stalins über die Deportation der Russlanddeutschen die
systematische Vertreibung der Wolgadeutschen und anderer Russlanddeutscher nach
Sibirien.
An dem 1. September 1941 wurde in dem
Deutschen Reich durch eine von Reinhard Heydrich in dem Namen des
Reichsministers des Inneren unterzeichnete Polizeiverordnung eine
Kennzeichnungspflicht für Juden und Jüdinnen durch einen gelben Stern
(Judenstern) erlassen, die an dem 19. September 1941 in Kraft trat. An dem 3.
September 1941 wurden etwa 850 sowjetische Kriegsgefangene und kranke polnische
Häftlinge in dem Konzentrationslager Auschwitz mit Zyklon B vergast. An dem 6.
September 1941 wurde das Ghetto in Vilnius in Litauen errichtet, in das
zehntausende Juden auf engstem Raum zusammengetrieben wurden.
An dem 8. September 1941 begann die Belagerung
von Leningrad durch die Wehrmacht des Deutschen Reiches und Truppen Finnlands,
bei der (bis 27. Januar 1944) mehr als eine Million Menschen infolge Hunger und
Kälte starb. An dem 9. September 1941 wurde in dem Slowakischen Staat von der
Regierung Tuka eine antisemitische Verordnung (Judenkodex) geschaffen. An dem
16. September 1941 erließ das Oberkommando der Wehrmacht des Deutschen Reiches
den sogenannten Sühnebefehl für Serbien, der die Hinrichtung von 50 bis 100
Zivilisten für jeden getöteten deutschen Soldaten anordnete.
An dem 26. September endete die Kesselschlacht
bei Kiew mit einem Sieg der Truppen des Deutschen Reichs. An dem 29. und 30.
September 1941 erschossen SS und Polizeieinheiten des Deutschen Reiches sowie
deren Hilfstruppen in dem tiefeingeschnittenen Tal Babyn Jar
(Altweiberschlucht) bei Kiew nach der Tötung mehrerer Hundert Angehöriger der
Wehrmacht und der Einwohner innerhalb von 48 Stunden mehr als 33000 jüdische
Männer, Frauen und Kinder.
An dem 2. Oktober 1941 begann etwa 350
Kilometer vor Moskau um 5.30 Uhr der Angriff des Deutschen Reiches auf Moskau
(Operation Taifun). An dem 3. Oktober 1941 hielt Adolf Hitler eine Rede in dem
Berliner Sportpalast, in der er die Sowjetunion als angeblich bereits
weitgehend zerstört beschrieb und eine Anspielung auf die Vereinigten Staaten
von Amerika versuchte. An dem 7. Oktober 1941 erwies sich in dem Panzergefecht
bei Mzensk der T-34-Panzer der Sowjetunion den Panzern des Deutschen Reiches
als überlegen. Einsetzender Schneefall verursachte Schlamm.
An dem 12. Oktober 1941 (Blutsonntag) wurden
in Stanislau (Iwano-Frankiwsk/Westukraine) mehr als zehntausend jüdische
Männer, Frauen und Kinder von SS und Hilfswilligen erschossen. An dem 15.
Oktober erbaten die Regierungen Großbritanniens und der Sowjetunion von
Afghanistan die Ausweisung aller Staatsangehörigen des Deutschen Reiches und
Italiens, die nicht zu den diplomatischen Vertretungen gehören. Die Regierung
der Vereinigten Staaten von Amerika verringerte die Automobilproduktion um die
Hälfte zugunsten der Herstellung von Militärfahrzeugen. Die ersten 1000
deutschen Juden wurden in das Ghetto Litzmannstadt/Lodsch deportiert.
An dem 16. Oktober 1941 übersiedelten die
Regierung der Sowjetunion und das entsprechende diplomatische Korps aus dem
belagerten Moskau nach Kuibyschew an der Wolga.
An dem 21. Oktober 1941 erschoss als Vergeltung
für einen Partisanenangriff die Deutsche Wehrmacht in Kragujevac 2323
Zivilisten, darunter rund 300 Schüler eines Gymnasiums. An dem 23. Oktober 1941
wurde auf Anordnung des Reichsführers SS und Chefs der deutschen Polizei,
Heinrich Himmler, deutschen Juden die Genehmigung der Auswanderung untersagt.
An dem 24. Oktober 1941 wurden nach einer Bombe in dem rumänischen
Hauptquartier in Odessa zwischen 25000 und 34000 Menschen getötet. An dem 25.
Oktober 1941 wurden mehr als 1000 Juden und Jüdinnen aus Hamburg in das Ghetto
Litzmannstadt deportiert.
An dem 29. Oktober 1941 wurden mehr als 9000
Juden in Kaunas in Litauen ermordet. Die Wehrmacht des Deutschen Reiches
versuchte erfolglos Tula zu erobern. Winston Churchill hielt in Harrow eine
Rede mit dem Titel Never Give in.
An dem 8. November 1941 wurden etwa 1000 Juden
und Jüdinnen aus Hamburg nach Minsk deportiert. An dem 11. November 1941 wurden
in dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in einer Massenexekution 151
Menschen durch Genickschuss getötet. An dem 13. November 1941 versenkte das
Unterseeboot U 81 den Flugzeugträger HMS Ark Royal Großbritanniens in dem
Mittelmeer nahe Gibraltar. In dem Deutschen Reich erging ein Gesetz das Juden
die deutsche Staatsbürgerschaft entzog, wenn sie „aufgehalten“ wurden.
An dem 14. November 1941 wurden 1030 Juden und
Jüdinnen aus Berlin in das Ghetto Minsk deportiert. An dem 19. November 1941
versenkte der Hilfskreuzer Kormoran den australischen Kreuzer HMAS Sydney II.
Juden und Jüdinnen aus Hamburg und Bremen wurden nach Minsk deportiert.
An dem 20. November 1941 wurden fast 1000
Jüdinnen und Juden aus München nach Kaunas in Litauen deportiert und danach in
Fort IX ermordet. An dem 22. November 1941 wurde ein Transport von Juden und
Jüdinnen aus Frankfurt am Main mangels Aufnahmekapazität des Ghettos Riga nach
Kaunas in Litauen umgeleitet. An dem 23. November 1941 fuhr ein Deportationszug
mit rund 1000 Jüdinnen und Juden in Wien nach Riga ab, kam dort aber nie an.
An dem 24. November 1941 begann die SS mit der
Errichtung eines Konzentrationslagers in der Festung Theresienstadt nördlich
Prags. An dem 25. November 1941 entzog die 11. Verordnung zu dem
Reichsbürgergesetz in dem Ausland lebenden deutschen Juden die
Staatsangehörigkeit und enteignete ihr Vermögen. Das britische Schlachtschiff
HMS Barham mit mehr als 800 Besatzungsmitgliedern wurde von dem Unterseeboot U
331 torpediert und versenkt. An dem 26. November 1941 überreichten die
Vereinigten Staaten von Amerika Japan ein ultimatives Angebot.
An dem 27. November 1941 wurden 202 Jüdinnen
und Juden aus Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg
und Würzburg in den Osten deportiert. Durch eine Anordnung des
Reichssicherheitshauptamts wurde Juden verboten, über ihr bewegliches Vermögen
zu verfügen.
An dem 28. November 1941 traf Adolf Hitler den
Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Huseini in Berlin zu einem Gespräch
über Propaganda und gemeinsame Kriegsziele. An dem 29. November 1941 wurden aus
Nürnberg 1008 Jüdinnen und Juden nach Riga-Jungfernhof deportiert. An dem 30.
November (Rigaer Blutsonntag) und dem 8. Dezember 1941 erschossen deutsche SS-
und Polizei-Einheiten in dem Wald von Rumbula bei Riga mehr als 27500 Menschen,
vor allem lettische Jüdinen und Juden aus dem Ghetto Riga.
An dem 1. Dezember 1941 begannen Angriffe
Japans in dem Pazifik, bei denen die beiden britischen Schlachtschiffe HMS
Prince of Wales und Repulse versenkt wurden.
An dem 4. Dezember 1941 wurde in dem Deutschen
Reich die sogenannte Polenstrafrechtsverordnung erlassen, welche die Gewalt
gegen Polen und Juden verstärkte. An dem 5. Dezember 1941 begann in der
Schlacht um Moskau die Gegenoffensive der Sowjetunion (Jelezer Operation), die
den Vormarsch der Wehrmacht des Deutschen Reiches aufhalten und dabei auf einer
etwa 1000 Kilometer breiten Front bis zu 250 Kilometer nach Westen vorstoßen
konnte.
An dem (Sonntag) 7. Dezember 1941 frühmorgens
um 7.48 griffen die Marineluftstreitkräfte Japans mit Bombern und
Kampfflugzeugen den Marinestützpunkt Pearl Harbor der Vereinigten Staaten von
Amerika auf der Insel Oahu in Hawaii überraschend an, um die Einmischung der
Vereinigten Staaten von Amerika in Japans asiatische Expansionspläne durch ein
Ölembargo zu verhindern oder zu behindern. Innerhalb weniger als zwei Stunden
töteten sie dabei mehr als 2400 amerikanische Soldaten und beschädigten die
amerikanische Flotte schwer, ausgenommen die drei abwesenden Flugzeugträger. Nach
der Ansicht von Historikern bereute Japan nachträglich seine Entscheidung.
An dem 8. Dezember 1941 erklärte Japan den
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien Kanada und Australien den Krieg
und erklärten die Vereinigten Staaten von Amerika Japan den Krieg. An dem 9.
Dezember 1941 traf Adolf Hitler den Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin
al-Huseini in Berlin zu einem Gespräch über die Lage in dem Nahen Osten An dem
10. Dezember 1941 eroberte Japan die westlich Hawais und östlich der
Philippinen gelegene Insel Guam der Vereinigten Staaten von Amerika. An dem 11.
Dezember 1941 erklärten das Deutsche Reich und Italien den Vereinigten Staaten
von Amerika den Krieg. An dem 12. Dezember 1941 erklärten die Vereinigten
Staaten von Amerika und andere Staaten dem Deutschen Reich und Italien den
Krieg. An dem 13. Dezember 1941 kündigten die Vereinigten Staaten von Amerika
an, dass künftig Schiffe Frankreichs in Häfen der Vereinigten Staaten ebenso
beschlagnahmt würden wie deutsche oder italienische Schiffe.
Die Schweiz übernahm die Vertretung der
Interessen des Deutschen Reiches in den Vereinigten Staaten von Amerika und der
amerikanischen und britischen Interessen in dem Deutschen Reich. An dem 16.
Dezember 1941 forderte Adolf Hitler die deutsche Armee an der Ostfront zu einem
fanatischen Widerstand auf und verbot jedes Zurückweichen um Moskau. An dem 19.
Dezember 1941 entließ Adolf Hitler aus Unzufriedenheit über die deutsche
Heeresleitung Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch und übernahm selbst den
Oberbefehl über die Wehrmacht.
An dem 20. Dezember 1941 forderte Josef Stalin
bei Beratungen zwischen der Sowjetunion und Großbritannien in Moskau die
Anerkennung der Grenzen der Sowjetunion von dem 22. Juni 1941, eine Aufteilung
des Deutschen Reiches und die Wiederherstellung Österreichs.
An dem 22. Dezember 1941 wurden in Washington
auf der Arcadia-Konferenz unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und
Großbritanniens die Grundlagen für die Deklaration der geplanten Vereinten
Nationen beschlossen. An dem 23. Dezember 1941 räumte das Deutsche Afrika-Korps
die nordafrikanische Stadt Bengasi. An dem 24. Dezember 1941 kapitulierte die
britische Kronkolonie Hongkong gegenüber Japan.
An dem 25. Dezember 1941 wurde nach internen
Auseinandersetzungen in der Heeresleitung des Deutschen Reiches Generaloberst
Rudolf Schmidt an entscheidende Stelle gesetzt. An dem 26. Dezember 1941
landeten Einheiten der Armee der Sowjetunion auf der bis auf die Festung
Sewastopol von Truppen des Deutschen Reiches besetzten Halbinsel Krim.
An dem 1. Januar 1942 unterzeichneten
Vertreter von 26 alliierten Staaten die Declaration by United Nations, in der
sie sich zu den Grundsätzen der Atlantikcharta von dem 14. August 1941
bekannten und in der erstmals amtlich die Bezeichnung Vereinte Nationen
verwendet wurde. An dem 4. Januar 1942 wurde durch einen Erlass der Regierung
der Vereinigten Staaten von Amerika die Kraftfahrzeugherstellung um 76 Prozent
gesenkt und der Verkauf yon Privatkraftfahrzeugen verboten, weil die
Autoindustrie auf die Erfordernisse der Rüstungsindustrie umgestellt wurde.
An dem 20. Januar 1942 fand in Berlin in einer
Villa (Nr. 58) an dem Großen Wannsee die etwa 90 Minuten währende Wannseekonferenz
statt, auf der unter Vorsitz Reinhard Heydrichs, des Chefs des
Reichssicherheitshauptamts, und unter Protokollführung Adolf Eichmanns von
Staatssekretären der wichtigsten Ministerien des Deutschen Reiches und
Vertretern der SS und NSDAP in einer geheimen Besprechung die sogenannte
Endlösung der Judenfrage durch Deportation und Ermordung von Juden in einem
Netz von Vernichtungslagern beschlossen wurde. Zentrales Thema war, wer als
Jude zu gelten habe.
An dem 26. Januar 1942 trafen die ersten
Truppenverbände der Vereinigten Staaten von Amerika für den Einsatz in Europa
in Nordirland ein. An dem 29. Januar 1942 eroberten Einheiten der
deutsch-italienischen Panzergruppe unter Erwin Rommel die nordafrikanische
Stadt Bengasi. An dem 30. Januar 1942 prophezeite Adolf Hitler in einer Rede in
dem Sportpalast in Berlin die Vernichtung des Judentums bis Kriegsende. An dem
31. Januar 1942 erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit Abessiniens an.
An dem 1. Februar 1942 wurde der Führer der
Nasjonal Samling in Norwegen Vidkun Quisling mit Zustimmung des deutschen
Reichskommissars für Norwegen Josef Terboven zu dem Ministerpräsidenten
Norwegens ernannt. An dem 8. Februar 1942 starb Fritz Todt, Reichsminister für
Munition und Bewaffnung des Deutschen Reiches, bei einem Flugzeugabsturz bei
Rastenburg in Ostpreußen. An dem 9. Februar 1942 wurde als Nachfolger des bei
einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten Reichsministers für Munition und
Bewaffnung der Architekt Albert Speer ernannt. An dem 15. Februar 1942 eroberte
Japan Singapur.
An dem 1. März 1942 unterzeichnete Adolf
Hitler einen Erlass über die planmäßige geistige Bekämpfung von Juden,
Freimaurern und mit ihnen verbündeten Gegnern des Nationalsozialismus. Der
Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, wurde mit der
Beschlagnahme aller jüdischen Kulturgüter in den von der Wehrmacht besetzten
Gebieten beauftragt. In dem Hauptquartier des jugoslawischen Partisanenführers
Josip Broz Tito in Foca wurde die 2. Proletarische Brigade aufgestellt.
An dem 15. März 1942 hielt Adolf Hitler eine
Rede in dem Berliner Zeughaus, in der er die Vernichtung der Roten Armee der
Sowjetunion für den Sommer 1942 vorhersagte und den Angriff des Deutschen Reiches
auf die Sowjetunion als weltgeschichtliche Mission rechtfertigte. An dem 17.
März 1942 begann die als Aktion Reinhardt bezeichnete organisierte Vernichtung
der Juden in dem (polnischen) Generalgouvernement in Belzec. An dem 18. März
1942 ordnete Alfred Rosenberg als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete
für die früheren baltischen Staaten die Einrichtung landeseigener Verwaltungen
mit Deutsch als alleiniger Amtssprache an. Auf dem Gelände der
Raketenversuchsanstalt des deutschen Heeres in Peenemünde an der Ostsee wurde
das erste Versuchsmuster der ballistischen Fernrakete (V) bei einem
Brennkammerversuch erfolgreich gezündet.
An dem 19. März 1942 ordnete Adolf Hitler in
einem Erlass eine Konzentration der Kraftfahrzeugherstellung auf Volkskraftwagen
(VW) an. An dem 23. März 1942 verlangte der Präsident der Vereinigten Staaten
von Amerika von dem Kongress einen Kredit von 17,5 Milliarden Dollar für den
Bau von 148000 Flugzeugen. An dem 24. März 1942 empfing Adolf Hitler in seinem
Hauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen den König von
Bulgarien, um ihn zu einem Kriegseintritt zu überreden.
An dem 26. März 1942 wurde in dem Deutschen
Reich eine Anordnung zu der Kennzeichnung jüdischer Wohnungen erlassen. An dem
30. März 1942 gab der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die Bildung
eines Pazifischen Kriegsrats aus Australien, Kanada, China, Großbritannien und
den Vereinigten Staaten von Amerika bekannt. An dem 5. April 1942 ordnete Adolf
Hitler für den Sommer für den Südabschnitt der Ostfront den Vorstoß zu dem
Kaukasus an.
An dem 6. April 1942 wurden in dem Deutschen
Reich die wöchentlichen Brotrationen von 2250 Gramm Brot auf 2000 Gramm Brot
und von 400 Gramm Fleisch auf 300 Gramm Fleisch gekürzt. An dem 7. April 1942
wurde durch ein Dekret des Obersten Sowjet der Sowjetunion Arbeitern und
Angestellten landwirtschaftlicher Boden für Nebenwirtschaften und Gemüsegärten
zugeteilt. An dem 9. April 1942 scheiterte eine Offensive der Sowjetunion auf
der Halbinsel Krim.
An dem 11. April 1942 kündigte der Präsident
der Vereinigten Staaten von Amerika in einem Telegramm an Josef Stalin für die
nahe Zukunft einen militärischen Vorstoß der Vereinigten Staaten von Amerika
zwecks Entlastung der Sowjetunion an. An dem 13. April 1942 verbot eine
Verordnung des Generalbevollmächtigten für den Vierjahresplan Hermann Göring in
allen kriegswichtigen Betrieben des Deutschen Reiches Friedensplanungen und
verlängerte die wöchentliche Mindestarbeitszeit auf 56 Stunden. An dem 14.
April 1942 wurden in Oslo nach Anschlägen auf Angehörige der Wehrmacht des
Deutschen Reiches von Sicherheitskräften des Deutschen Reiches zahlreiche
Personen festgenommen und interniert.
An dem 15. April 1942 wurden die Reste der 33.
Armee der Sowjetunion, die von Truppen des Deutschen Reiches südöstlich Wjasmas
eingeschlossen worden waren, besiegt. An dem 16. April 1942 ernannte Adolf
Hitler Generaloberst Gerd von Rundstedt zu dem Oberbefehlshaber West mit
Zuständigkeit für die Befestigungen des Atlantikwalls. An dem 18. April 1942
griffen Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika in einem von James
Harold Doolittle geplanten Unternehmen erstmals Großstädte Japans an,
verursachten bei diesem Doolittle Raid aber nur vergleichsweise geringen
Schaden.
Ab 19. April 1942 wurden die seit 1940 von
Truppen des Deutschen Reiches besetzten britischen Kanalinseln Jersey und
Guernsey zu starken Festungen ausgebaut. An dem 20. April 1942 gab bei einem
Treffen aus Anlass des Geburtstags Adolf Hitlers der Reichsminister für
Bewaffnung und Munition Albert Speer dem über Rohstoffmangel klagenden
Großadmiral Erich Raeder den Rat. sich fehlende Materialien auf dem Schwarzen
Markt zu besorgen. Eine Verordnung des Reichsbevollmächtigten für den
Arbeitseinsatz Fritz Sauckel verpflichtete Frauen zu einem Arbeitseinsatz in
Rüstungsbetrieben.
Gerhard Köbler entwickelte sich in seiner fürsorglichen
Familie gut.
Nach Anschlägen auf Angehörige der deutschen
Wehrmacht ordnete die deutsche Kommandantur von Groß-Paris an dem 22. April
1942 die vorläufige Schließung aller Theater, Kinos und anderer
Vergnügungsstätten an. Nach starker Zerstörung Lübecks durch einen Luftangriff
der britischen Royal Air Force wurde in dem Deutschen Reich der Bau von
Reichsautobahnen eingestellt. An dem 26. April 1942 erteilten die Abgeordneten
des Reichstags Adolf Hitler die Vollmacht, ohne formale Rechtsgrundsätze zu
handeln. Während eines Abendessens in der Reichskanzlei erklärte Adolf Hitler, dass
Linz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine neue Weltstadt an der Donau werden
solle.
An dem 27. April 1942 sprach sich in Delhi
Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi gegen eine Stationierung von Truppen der
Vereinigten Staaten von Amerika in Indien aus. An dem 28. April 1942 begannen
Truppen der Sowjetunion in dem Norden der Halbinsel Kola eine Offensive. Bei
einem nächtlichen Luftangriff Großbritanniens auf Köln wurden Rathaus und Sankt
Pantaleonskirche in Brand gesetzt.
Vor der Verwaltungsakademie Wien bezeichnete
Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk die auf 120
Milliarden Reichsmark angewachsene Verschuldung des Deutschen Reiches
angesichts einen (jährlichen) Volkseinkommens von 120 Milliarden Reichsmark als
absolut unbedenklich.
An dem 29. April 1942 vereinbarten Adolf
Hitler und Benito Mussolini bei einem Treffen auf Schloss Kleßheim bei Salzburg
für Mai eine Offensive in Nordafrika. An dem 30. April 1942 forderte eine
Denkschrift des Wirtschaftsverwaltunghauptamts der SS an Heinrich Himmler
zwecks Steigerung der Rüstungsproduktion eine Neuorganisation der
Konzentrationslager, die eine Expansion von Nebenlagern und eine
Verschlechterung der Lebensbedingungen bewirkte. An dem 3. Mai 1942 ordnete
Adolf Hitler zwecks besserer Bekämpfung der Partisanentätigkeit in dem
besetzten Jugoslawien eine Verstärkung der deutschen Truppen an.
An dem 5. Mai 1942 landeten Truppen
Großbritanniens auf der Insel Madagaskar, um einer japanischen Invasion
zuvorzukommen. An dem 6. Mai 1942 kapitulierten die alliierten Streitkräfte auf
der Philippineninsel Corregitor vor den japanischen Truppen. An dem 7. Mai 1942
wurden in Italien alle Juden zwischen 18 und 55 zu dem zivilen Arbeitsdienst
eingezogen. Auf Grund wachsender Schwierigkeiten in der Kohleversorgung
kündigte Großbritanniens Handelsminister Hugh Dalton in dem Unterhaus in London
eine sofortige Brennstoffrationierung an.
An dem 9. Mai 1942 unterzeichneten in
Washington 26 Staaten den Pakt der Vereinten Nationen. Bei einem Vorstoß
sowjetischer Verbände um Charkow wurden mehrere Armeen von Truppen des
Deutschen Reiches aufgerieben. An dem 11. Mai 1942 drangen Unterseeboote des
Deutschen Reiches in die Mündungen des Sankt-Lorenz-Stromes und des Mississippi
ein und versenkten mehrere Schiffe. In dem Deutschen Reich wurden Kartoffeln
und Spirituosen in die Zwangsbewirtschaftung einbezogen.
An dem 12. Mai 1942 wurden in dem
Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1500 jüdische Männer, Frauen und Kinder
aus Sosnowiec ermordet. An dem 13. Mai 1942 erlaubte die Seekriegsleitung des
Deutschen Reiches den Unterseebootkommandanten, bewaffnete Schiffe der
Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika ohne Vorwarnung anzugreifen.
An dem 15. Mai 1942 wurden 14 Mitglieder einer Mannheimer
Widerstandsorganisation wegen Veröffentlichung eines Textes zu der Todesstrafe
verurteilt. An dem 21. Mai 1942 wies Heinrich Himmler die Reichsführer SS an,
die Benachrichtigung der Angehörigen verstorbener Konzentrationslagerhäftlinge
wegen des Ansehens der Sicherheitspolizei zu verbieten. Adolf Hitler verschob
die geplante Eroberung Maltas auf unbestimmte Zeit.
An dem 22. Mai 1942 wurden zwecks Erhöhung der
Effektivität bisher dem Oberkommando der Wehrmacht unterstehende Teile des
Wehrwirtschafts- und Rüstungsamts des Deutschen Reiches dem Ministerium für
Bewaffnung und Munition unter Albert Speer zugeordnet. An dem 23. Mai 1942
entließ Adolf Hitler Reichsernährungsminister Richard Walther Darre wegen
ungenügender Sicherstellung der Lebensmittelversorgung in dem Deutschen Reich.
An dem 24. Mai 1942 fand in dem Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen
in Anwesenheit Adolf Hitlers, Martin Bormanns, Albert Speers und Julius
Heinrich Dorpmüllers eine Besprechung über einen geplanten Bau eines
Breitspureisenbahnnetzes in den von der Deutschen Wehrmacht besetzten
Ostgebieten statt.
An dem 25. Mai 1942 vereinbarten auf einer
Konferenz in Washington Präsident Franklin Delano Roosevelt und Premierminister
Winston Churchill ein Landeunternehmen der Alliierten in Sizilien. An dem 26.
Mai 1942 begann in Nordafrika eine Offensive (Theseus) der deutsch-italienischen
Panzerarmee unter Erwin Rommel. An dem 27. Mai 1942 wurde in Prag der
stellvertretende Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich von
zwei tschechoslowakischen Widerstandskämpfern bei einem Attentat (Operation
Anthropoid) durch Splitter schwer verletzt, woran er nach anfänglicher
Besserung an dem 4. Juni 1942 infolge Blutvergiftung starb.
An dem 28. Mai 1942 endete die Schlacht bei
Charkow in dem Südabschnitt der Ostfront mit der deutschen Gefangennahme
240000er sowjetischer Soldaten. An dem 30. Mai 1942 bombardierte die Royal Air
Force Köln mit mehr als 1000 Bombenflugzeugen, wobei die Innenstadt zerstört
wurde. 474 Menschen starben.
An dem 1. Juni. 1942 begann in dem Deutschen
Reich eine auf 15 Tage befristete Sammlung von Altkleidern und Spinnstoffen für
Rüstungsarbeiter und Rüstungsarbeiterinnen. An dem 2. Juni 1942 begannen die
ersten Deportationen deutscher Juden in das Altersghetto Theresienstadt. Eine
Verordnung des Reichswirtschaftsministeriums des Deutschen Reiches sah
Gauwirtschaftskammern für alle Betriebe eines Bezirks ausgenommen die
Landwirtschaft vor.
An dem 7. Juni 1942 endete die Schlacht um
Midway mit dem Verlust vierer von sechs Flugzeugträgern Japans. Nach einer
Verordnung der deutschen Militärbefehlshaber in Belgien und Frankreich mussten
Juden ab sofort in der Öffentlichkeit einen gelben Stern tragen. An dem 10.
Juni 1942 wurde als Vergeltung für das Attentat auf Reinhard Heydrich das
tschechische Dorf Lidice zerstört.
An dem 11. Juni 1942 unterzeichneten die
Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion ein
Abkommen über die gegenseitige Unterstützung gegen das Deutsche Reich. An dem
12. Juni 1942 billigte Reichsführer SS Heinrich Himmler den so genannten
Generalplan Ost zu der Aussiedlung von etwa 30 Millionen Menschen aus Osteuropa
nach Sibirien. Anne Frank bekam zu ihrem 13. Geburtstag ihr Tagebuch geschenkt.
An dem 14. Juni 1942 setzte sich Präsident Franklin Delano Roosevelt für die
vier Freiheiten der Rede, der Religion, des Wollens und des Fühlens ein. An dem
17. Juni 1942 billigte das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von
Amerika einen Kredit von 8,55 Milliarden Dollar für den Bau von
Flugzeugträgern. An dem 18. Juni 1942 wurden die mutmaßlichen Mörder Reinhard
Heydrichs von der Waffen-SS in einer Kirche in Prag gestellt und bei einem
Schusswechsel getötet.
An dem 19. Juni 1942 fielen bei einer
Notlandung eines deutschen Majors an der Ostfront Befehle und Karten für die erste
Phase der Sommeroffensive des Deutschen Reiches an die Sowjetunion. An dem 21.
Juni 1942 eroberte Generalfeldmarschall Erwin Rommel in einem
Überraschungsangriff mit deutschen und italienischen Truppen die Festung Tobruk
in Libyen in Nordafrika. An dem 23. Juni 1942 kapitulierten die deutschen und
italienischen Truppen in Bardijja in Libyen.
An dem 25. Juni 1942 wurde Generalmajor Dwight
D. Eisenhower Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten in
Europa. An dem 28. Juni 1942 begann eine Sommeroffensive des Deutschen Reiches
in dem Kampf gegen die Sowjetunion zwischen Kursk und Taganrog. In dem
Deutschen Reich wurden die jüdischen Schulen geschlossen.
An dem 6. Juli 1942 sprach auf einer Sitzung
des Reichsforschungsrats in dem Reichsluftfahrtministerium
Reichsluftfahrtminister Hermann Göring über den Stand der Forschungen zu der
Herstellung einer Atombombe. An dem 7. Juli 1942 wurde dem Deutschen Theater in
Berlin auf Anordnung von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eine
Aufführung des sozialkritischen Dramas Die Ratten Gerhart Hauptmanns untersagt.
Die deutsche Sommeroffensive an der Ostfront wurde an dem 8. Juli 1942 ohne
großen Fortschritt abgeschlossen.
An dem 10. Juli 1942 eroberte die deutsche
Wehrmacht nach erbitterten Kämpfen die Festung Sewastopol auf der Krim. An dem
11. Juli 1942 begannen Cetnici-Partisanen mit einer Offensive gegen deutsche
Besatzungstruppen in Serbien. An dem 13. Juli 1942 ordnete das Oberkommando der
Sowjetunion den Rückzug der Roten Armee auf die Linie Wolga-Wolgograd-Kaukasus
an.
An dem 15. Juli 1942 begannen Deportationen
niederländischer Juden in das Vernichtungslager Auschwitz. An dem 16. Juli 1942
verlegte Adolf Hitler sein Hauptquartier (Wolfsschanze) von Rastenburg in
Ostpreußen unter dem Namen Werwolf in die Nähe von Winniza in der Ukraine. In
Paris wurden 12884 jüdische Bürger für die Deportation nach Auschwitz verhaftet
und interniert.
An dem 17. Juli 1942 wurde Ostgalizien dem
(polnischen) Generalgouvernement angegliedert. An dem 22. Juli 1942 begannen
die Deportationen von Juden aus dem Ghetto in Warschau in das Vernichtungslager
Treblinka. Britische Flugzeuge bombardierten Köln, Duisburg, Krefeld, Essen und
Gelsenkirchen.
An dem 23. Juli1942 teilte Adolf Hitler in der
Weisung Nr. 45 die Heeresgruppen des Deutschen Reiches, um gleichzeitig die
Ölfelder des Kaukasus (in dem Unternehmen Edelweiß) und Stalingrad anzugreifen,
was in dem Ergebnis fehlerhaft war. An dem 28. Juli 1942 erließ Josef Stalin
den Befehl Nr. 227 (Nicht einen Schritt zurück). Er bedrohte die Kapitulation
mit der Todesstrafe und festigte damit die Verteidigung der Sowjetunion an der
Ostfront.
An dem 1. August 1942 begann die Schlacht um
Stalingrad mit Angriffen der deutschen Luftwaffe auf die Stadt. An dem 5.
August 1942 wurde der polnisch-jüdische Arzt Janusz Korczak mit rund 200
Kindern seines Waisenhauses aus dem Ghetto Warschau in das Vernichtungslager
Treblinka deportiert. An dem 7. August 1942 eröffnete General Paulus mit
deutschen und rumänischen Truppen einen Angriff auf Stalingrad.
An dem 8. August 1942 rief Mahatma Gandhi die
Briten zu dem sofortigen Verlassen Indiens auf (quit India). An dem 10. August
1942 erfolgte ein schwerer Luftangriff Großbritanniens auf Osnabrück. In
Luxemburg fand ein landesweiter Generalstreik gegen die deutsche Besatzung und
Zwangsrekrutierung statt, der gewaltsam niedergeschlagen wurde.
An dem 13. August 1942 verhängte die Schweiz
eine Einreisesperre für verfolgte Juden. An dem 17. August 1942 flog die 8.
Luftflotte der Vereinigten Staaten von Amerika ihren ersten Tagesangriff mit
B-17-Bombern (auf einen Rangierbahnhof bei Rouen in Frankreich). An dem 18.
August wurden Juden in Polen durch deutsche Polizisten und ukrainische Helfer
erschossen und wurden Juden aus Belgien nach Auschwitz deportiert.
An dem 19. August 1942 scheiterte ein
Landungsversuch der Alliierten bei Dieppe (Operation Jubilee) unter hohen
Verlusten. An dem 20. August 1942 wurde Roland Freisler Präsident des
Volksgerichtshofs des Deutschen Reiches. An dem 21. August 1942 wurde in dem
Deutschen Reich die akustische Warnung vor feindlichen Luftangriffen
eingeführt.
Bis zu dem 28. August 1942 wurden in Treblinka
rund 268000 Juden ermordet. An dem 6. September 1942 endete die Schlacht von
Alam Halfa in Ägypten mit einem britischen Verteidigungssieg gegen das
deutsch-italienische Afrikakorps. An dem 9. September 1942 entzog Adolf Hitler
Feldmarschall List das Kommando über die Heeresgruppe A.
An dem 20. September 1942 bombardierte
Großbritannien München und wurden in Paris 116 Menschen als Vergeltung für
Angriffe auf Deutsche getötet. An dem 21. September 1942 endete die als Große
Aktion bezeichnete Vernichtung des Warschauer Ghettos. An dem 24. September
1942 setze Adolf Hitler Generalstabschef Franz Halder ab.
An dem 27. September 1942 klagte Thomas Mann
in einer von der British Broadcasting Corporation ausgestrahlten Rundfunkrede
den Massenmord an Juden an. An dem 3. Oktober 1942 gelang in Peenemünde ein
Teststart einer deutschen A4- Rakete (V2), die als erstes von Menschen
geschaffenes Objekt den Weltraum (mehr als 80 Kilometer Höhe) erreichte. An dem
6. Oktober 1942 griff die Luftwaffe Großbritanniens Osnabrück an und zerstörte
große Teile der Stadt.
An dem 8. Oktober 1942 wurden Goldminen in den
Vereinigten Staaten von Amerika geschlossen, um Arbeitskräfte für die
Rüstungsindustrie zu gewinnen. An dem 15. Oktober 1942 wurden 2000 Juden aus
Theresienstadt nach Treblinka deportiert. An dem 18. Oktober 1942 erließ Adolf
Hitler den sogenannten Kommandobefehl (Weisung Nr. 46a, 46b), der rechtswidrig
die rücksichtslose Tötung alliierter Kommando- und Fallschirmjägertruppen anordnete
und die Verweigerung von Pardon sowie die Übergabe Überlebender an den
Sicherheitsdienst verfügte. An dem 23. Oktober 1942 begann eine Offensive
Großbritanniens gegen die deutsch-italienischen Truppen unter Generalfeldmarschall
Erwin Rommel, die eine Wende in dem Afrikafeldzug bewirkte.
An dem 27. Oktober 1942 wurden in
Berlin-Plötzensee der junge deutsche Widerstandskämpfer Helmuth Hübener
hingerichtet und der tschechische Soldat Josef Jaroš ermordet. An dem 29.
Oktober 1942 begann die Vernichtung des Ghettos von Pinsk mit tausenden
jüdischen Opfern. Ab dem 4. November 1942 zogen sich nach einem britischen
Durchbruch durch deutsche Linien deutsche Truppen aus der Schlacht von El
Alamein entgegen einem Haltebefehl Adolf Hitlers zurück.
An dem 7. November 1942 erweiterten die
Alliierten durch eine erste große amphibische Invasion in dem Rahmen der
Operation Torch den Kriegsschauplatz in Nordafrika um eine zweite Front. In
Auschwitz wurden rund 1300 Menschen aus dem Ghetto Zichenau ermordet. In einer
Rede in dem Löwenbräukeller in München verkündete Adolf Hitler (fälschlich) die
Einnahme Stalingrads und bekräftigte sein Ziel der Vernichtung der Juden.
An dem 11. November 1942 besetzten deutsche
Truppen den Süden Frankreichs. Die Alliierten errangen einen wichtigen Sieg in
der Zweiten Schlacht von El Alamein. Die Vereinigten Staaten von Amerika zogen
18-Jährige und 19-Jährige zu dem Militärdienst ein.
Bis zu dem 18. November 1942 eroberte die
deutsche 6. Armee etwa 90 Prozent Stalingrads. An dem 19. November begann die
Sowjetunion eine Gegenoffensive (Operation Uranus), in der sowjetische Truppen die
rumänischen Flanken der Wehrmacht angriffen und dann mehr als 250000 Soldaten
der Achsenmächte einkesselten. Die 8. Armee Großbritanniens eroberte Bengasi
zurück.
An dem 2. Dezember 1942 gelang dem 1901 in Rom
geborenen Physiker Enrico Fermi in Chicago die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion,
auf deren Grundlage die Entwicklung der Atombombe möglich war. In Auschwitz
traf ein Transport mit 826 Menschen ein, von denen die meisten unmittelbar in
Gaskammern kamen An dem 6. Dezember 1942 griff Großbritannien die für die
deutsche Wehrmacht Bauteile herstellenden Philips-Werke in Eindhoven in den
Niederlanden an (Operation Oyster).
An dem 8. Dezember 1942 wurde von zwölf
Regierungen der Alliierten die Interalliierte Erklärung zu der Vernichtung der
Juden veröffentlicht, die auf die nationalsozialistischen Verbrechen an den
Juden aufmerksam machte. An dem 12. Dezember 1942 begann der letztlich an dem
21. Dezember 1942 gescheiterte Entsatzversuch Unternehmen Wintergewitter für
die bei Stalingrad eingekesselte deutsche sechste Armee. Ein deutscher Jesuit
informierte den Privatsekretär des Papstes Pius XII. über die tägliche
Vernichtung von Tausenden von Menschen (hauptsächlich Juden und Polen) in den
Verbrennungsöfen von Belzec. Ein Zug mit 757 Juden aus den Niederlanden traf in
Auschwitz ein, von denen 121 als Häftlinge aufgenommen wurden, während 636 in
Gaskammern ermordet wurden.
An dem 22. Dezember 1942 wurden in
Berlin-Plötzensee führende Mitglieder der Widerstandsgruppe Rote Kapelle nach
von Adolf Hitler persönlich bestätigten Todesurteilen wegen Widerstands gegen
den Nationalsozialismus durch Hängen oder Enthaupten hingerichtet. An dem 5.
Januar 1943 wurde von 18 alliierten Staaten die sogenannte Londoner Erklärung
veröffentlicht, die vor dem Kauf entzogenen Eigentums in besetzten Gebieten
warnte und ihn für nichtig erklärte. An dem 6. Januar 1943 trat Großadmiral
Erich Raeder nach einem Streit mit Adolf Hitler zurück.
An dem 13. Januar 1943 veröffentlichte Adolf
Hitler einen (weitgehend wirkungslosem) Erlass zu der Mobilisierung für den
totalen Krieg. An dem 14. Januar 1943 begann die Konferenz von Casablanca in
Marokko als geheimes Treffen zwischen Präsident Franklin D. Roosevelt und
Premierminister Winston Churchill (ohne Josef Stalin) zwecks Festlegung der
Strategie gegen die Achsenmächte mit dem Ziel der bedingungslosen Kapitulation.
An dem 29. Januar 1943 ordnete ein
Schnellbrief des Reichssicherheitshauptamts des Deutschen Reiches die
Einweisung von Zigeunermischlingen, Róm-Zigeunern und balkanischen Zigeunern in
Konzentrationslager an. An dem 30. Januar 1942 ernannte Adolf Hitler
Oberbefehlshaber Friedrich Paulus zu einem Generalfeldmarschall. An dem 31.
Januar/2. Februar 1943 kapitulierten die Reste der bei Stalingrad
eingeschlossenen sechsten deutschen Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich
Paulus bedingungslos und etwa 91000 Soldaten des Deutschen Reiches gerieten in
Gefangenschaft der Sowjetunion.
An dem 4. Februar brachten Mitglieder der
Widerstandsgruppe Weiße Rose in München Flugblätter an und malten Bekenntnisse
wie Freiheit oder Nieder mit Hitler an Gebäude. An dem 5. Februar 1943 wurde in
den Niederlanden der Widerstandskämpfer Willem Robert Douma hingerichtet. An
dem 10. Februar 1943 wurde in Fürth Gerda Köbler geboren.
An dem 11. Februar 1943 begann in dem
Deutschen Reich die zwangsweise Einberufung männlicher Schüler ab 15 Jahren als
Luftwaffenhelfer zu der Flugabwehr durch Flugabwehrkanonen (Flak) als Ersatz
für an der Front benötigte Soldaten. An dem 18. Februar 1943 wurden die
Widerstandskämpfer Hans Scholl und Sophie Scholl der Gruppe Weiße Rose bei der
Verteilung von Flugblättern entdeckt und hielt Joseph Goebbels in dem
Sportpalast in Berlin eine Rede mit einem Aufruf zu einem totalen Kampf (Volk,
steh auf, und Sturm, brich los). An dem 20. Februar 1943 trafen in
Auschwitz-Birkenau Tausende Deportierter aus dem Ghetto Theresienstadt ein, von
denen viele sofort in den Gaskammern ermordet wurden.
An dem 21 Februar 1943 wurden Sophie Scholl
und Hans Scholl von der geheimen Staatspolizei verhört. Nach der Verurteilung
durch den Volksgerichtshof zu der Todesstrafe wegen Wehrkraftzersetzung wurden
an dem 22. Februar 1943 Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst durch
das Fallbeil hingerichtet.
An dem 23. Februar 1943 wurde Erwin Rommel zu
dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika ernannt. In den Vereinigten Staaten
von Amerika wurden zwecks Einsparung von Kupfer Centmünzen aus Stahl hergestellt.
An dem 28. Februar 1943 kam ein Deportationstransport von Juden und
unerwünschten Personen in Auschwitz-Birkenau an.
An dem 1. März 1943 wurden in Koriukivka in
der Ukraine 6700 Einwohner von SS-Einheiten ermordet. An dem 2. März 1943 griff
Großbritannien Berlin aus der Luft an und verursachte viele Opfer und
umfangreiche Zerstörungen. An dem 4. März 1943 kamen 1000 Juden aus Drancy nach
Auschwitz, wo die meisten von ihnen sofort ermordet wurden.
An dem 9. März 1943 wurde Generalfeldmarschall
Erwin Rommel als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika durch Generaloberst
Hans-Jürgen von Arnim ersetzt. An dem 10. März 1943 gründete die Sowjetunion
das geheime Atominstitut Laboratorium Nr. 2. An dem 11. März 1943 wurden Sinti
und Roma aus Norddeutschland nach Auschwitz-Birkenau und Juden aus Mazedonien
nach Treblinka deportiert.
An dem 14. März 1943 scheiterte ein
Attentatsversuch Fabian von Schlabrendorffs auf Adolf Hitler, weil eine als
Cognac-Kiste getarnte Bombe in seinem Flugzeug nicht explodierte. An dem 15.
März 1943 begannen in Griechenland Massendeportationen von Juden nach
Auschwitz. An dem 17. März 1943 wurden etwa 1500 Juden bei Lemberg von Truppen
des Deutschen Reiches ermordet. Ein Zug mit 964 Menschen verließ das Lager
Westerbork in den Niederlanden Richtung Vernichtungslager Sobibor und ein
weiterer Transport mit Sinti und Roma fuhr nach Auschwitz.
An dem 21. März 1943 scheiterte ein
Attentatsversuch Oberst Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorffs in dem
Zeughaus in Berlin, weil Adolf Hitler eine Ausstellung sowjetischer
Kriegsgeräte vorzeitig verließ und die verwendete Bombe nicht zu diesem
Zeitpunkt zündete. An dem 26. März 1943 forderte der frühere, von 1930 bis 1937
amtierende Oberbürgermeister Leipzigs Carl Friedrich Goerdeler in einem
geheimen Schreiben verschiedene Generäle zu einem Sturz Adolf Hitlers auf. An
dem 27. März 1943 verübten neun Mitglieder einer Widerstandsgruppe einen
Anschlag auf das Melderegister Amsterdams.
An dem 30. März wurde die Kommunistin Maria
Fischer in Wien hingerichtet. An dem 31. März 1943 wurden vor den Augen
Heinrich Himmlers 1000 niederländische Juden aus einer Höhe von mehr als 50
Metern hinuntergeworfen. An dem 5. April 1943 wurden der evangelische Theologe
Dietrich Bonhoeffer und sein Schwager Hans von Dohnanyi von der Gestapo wegen
Verbindungen mit dem Widerstand gegen Adolf Hitler verhaftet.
An dem 7. April 1943 veröffentlichte die
Regierung Großbritanniens einen Plan für einen internationalen Währungsfonds
nach dem Krieg (Keynes-Plan). An dem 8. April 1943 wurde in Berlin-Plötzensee
der durch seine regimekritischen Briefe von der Front bekannte
Widerstandskämpfer Otto Hermann Hampel hingerichtet. An dem 10. April 1943
erreichte ein großer Transport griechischer Juden Auschwitz, wo die meisten
sofort ermordet wurden.
An dem 11. April 1943 führte Frank Piasecki
mit dem Helikopter (Hubschrauber) Piasecki PV-2 der Vereinigten Staaten von
Amerika seinen Erstflug durch. An dem 12. April 1943 wurde Martin Bormann zu
dem Sekretär Adolf Hitlers ernannt. An dem 13. April 1943 gab die Wehrmacht des
Deutschen Reiches die Entdeckung der Massengräber des sowjetischen
Katyn-Massakers bekannt.
An dem 14. April 1943 forderte Senator Harry
S. Truman eine härtere Rektion der Vereinigten Staaten von Europa auf die
Vernichtung von Juden (Holocaust). An dem 16. April 1943 entdeckte der
Schweizer Chemiker Albert Hofmann durch Zufall die halluzinogene Wirkung von Lysergsäurediethylamid
(LSD). An dem 19. April 1943 begann in dem Ghetto von Warschau ein bewaffneter
jüdischer Aufstand gegen die deutsche Besatzung.
An dem 21. April 1943 flog Frederick M.
Trapnell als erster Pilot der Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika ein
Düsenflugzeug (Bell P-59). An dem 29. April 1943 wurden von dem Volksgerichtshof
des Deutschen Reiches 13 slowenische Widerstandskämpfer (u. a. Franz Weinzierl)
zu der Todesstrafe verurteilt und in dem Landesgericht Wien hingerichtet. An
dem 8. Mai 1943 wurde in dem Ghetto in Warschau die Führung der jüdischen
Kampforganisation von deutschen Truppen getötet. An dem 14. Mai 1943
kapitulierten die Achsenmächte nach Niederlagen in Tunesien, wobei mehr als
250000 Soldaten in Gefangenschaft gerieten. An dem 17. Mai 1943 zerstörte die
Luftwaffe Großbritanniens die Möhnetalsperre und die Edertalsperre in dem
Sauerland sowie drei weitere Talsperren (Operation Chastise).
An dem 25. Mai 1943 wurde in dem Deutschen
Reich die Serienproduktion des ersten Düsenflugzeugs (Me[sserschmitt] 262)
beschlossen und in Sofia (Bulgarien) wurde eine Demonstration gegen die
Deportation von Juden niedergeschlagen. An dem 3. Juni 1943 gründeten Charles
de Gaulle und Henri Giraud in Algier das Komitee der Nationalen Befreiung. An
dem 4. Juni 1943 veröffentlichte der Reichsminister für die besetzten
Ostgebiete, Alfred Rosenberg, eine Deklaration über das bäuerliche
Eigentumsrecht im Osten, nach der das den einheimischen Bauern zu Nutzung
überlassene Land in deren Eigentum überging. 1266 Kinder unter 16 Jahren wurden
aus den Niederlanden in das Konzentrationslager Sobibór deportiert und vergast.
Das deutsche Flottenbauprogramm für 1943
umfasste nach einer Festlegung von dem 6. Juni u. a. den Bau von acht
Zerstörern, 100 Minensuchbooten und 480 Unterseebooten. An dem 10. Juni 1943
begannen die Alliierten mit Tagesangriffen der amerikanischen Luftflotte und
Nachtangriffen der britischen Luftflotte. An dem 11. Juni 1943 eroberten die
Alliierten von Italien die Insel Pantelleria.
An dem 12. Juni 1943 wurde Düsseldorf durch
Luftangriffe der Alliierten großflächig zerstört. An dem 16. Juni 1943 endete
die letzte große Offensive der Achsenmächte gegen die Partisanen in
Jugoslawien. Japan versprach Indien Unabhängigkeit. An dem 29. Juni wurden 2397
Juden aus Westerbork nach Sobibor deportiert.
An dem 3. Juli 1943 begann die Invasion
Siziliens durch die Alliierten (Operation Husky). Ab dem 5. Juli 1943 versuchte
das Deutsche Reich den Frontbogen der Roten Armee um Kursk einzukreisen
(Unternehmen Zitadelle). An dem 10. Juli 1943 landeten von Nordafrika aus
Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika an der Küste Siziliens.
An dem 13. Juli 1943 wurden in dem Deutschen
Reich als Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose Professor Kurt Huber und
Alexander Schmorell hingerichtet. An dem 14. Juli 1943 verübten Soldaten der Vereinigten
Staaten von Amerika ein Massaker an unbewaffneten Kriegsgefangenen (Massaker
von Biscari). An dem 17. Juli 1943 endete der erste öffentliche
Kriegsverbrecherprozess des Zweiten Weltkriegs (Kriegsverbrecherprozess von
Krasnodar).
An dem 19. Juli 1943 bombardierte die
Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika militärische Ziele in Rom. Ab dem
24. Juli 1943 wurde in dem Deutschen Reich Hamburg bombardiert (Operation
Gomorrha mit mehr als 30000 Toten). An dem 25. Juli 1943 forderte der Große Faschistische
Rat in Italien den Rücktritt Benito Mussolinis und der König ließ ihn verhaften
An dem 2. August 1943 begann in dem Vernichtungslager
Treblinka ein bewaffneter Häftlingsaufstand. An dem 5. August 1943 wurden in
Berlin-Plötzensee 16 Verurteilte der Widerstandsgruppe Rote Kapelle durch das
Fallbeil hingerichtet. An dem 18. August 1943 bombardierte Großbritannien die
Raketenversuchsanstalt Peenemünde (Operation Hydra).
An dem 20. August 1943 wurde das Protektorat
Böhmen und Mähren durch die Errichtung eines eigenen Staatsministeriums umstrukturiert.
An dem 28. August 1943 begann die Errichtung des Konzentrations-Außenlagers
Dora (später Mittelbau) bei Nordhausen mit der Ankunft von 107 Häftlingen aus
dem Konzentrationslager Buchenwald, die Zwangsarbeit für eine unterirdische
Rüstungsfabrik leisten mussten. An dem 30. August 1943 wurde in Wien-Schwechat
ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen errichtet und in dem
Deutschen Reich wurde die Nutzung von Pferdefuhrwerken eingeschränkt.
An dem 3. September 1943 unterzeichneten die
Alliierten und Italien unter der Regierung von Marschall Pietro Badoglio einen
Waffenstillstand (von Cassibile), der den Austritt Italiens aus dem Bündnis mit
dem Deutschen Reich bedeutete. Bei Reggio Calabria landeten Truppen
Großbritanniens. An dem 6. September 1943 griff die Luftwaffe Großbritanniens
Mannheim und Ludwigshafen mit vielen Opfern und schweren Zerstörungen an.
An dem 7. September 1943 befahlen Hermann
Göring und Heinrich Himmler für die Ostfront eine Politik der verbrannten Erde.
An dem 8. September 1943 verkündete die Regierung Italiens den Waffenstillstand
mit den Alliierten. An dem 9. September 1943 landeten die Alliierten in Salerno
und in Tarent. An dem 10. September 1943 begannen Truppen des Deutschen Reiches
mit der Besetzung Norditaliens und Mittelitaliens und bildeten die
Operationszonen Adriatisches Küstenland und Alpenvorland.
An dem 11. September 1943 erreichte ein
Transport von Juden aus Berlin das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, in dem
die meisten von ihnen ermordet wurden. An dem 12. September 1943 wurde Benito
Mussolini durch deutsche Fallschirmjäger (Unternehmen Eiche) an dem Gran Sasso
in den Abruzzen befreit, so dass er später die Leitung der Regierung der
Sozialrepublik Italien (Republik von Salò) übernehmen konnte. An dem 13.
September ermordeten deutsche Gebirgsjäger (nach dem Waffenstillstand Italiens
mit den Alliierten) mehr als 4000 italienische Soldaten auf der griechischen Insel
Kefalonia. Adolf Hitler sprach sich seinem Adjutanten gegenüber für eine
Verschleppung des Papstes (Pius XII.) in das Deutsche Reich aus.
Japanisch-amerikanische Staatsbürger wurden aus dem Tule Lake
Internierungslager deportiert.
An dem 14. September 1943 wurde in Albanien
die Unabhängigkeit von Italien erklärt, woraufhin deutsche Truppen das Land
besetzten, gegen die jedoch Partisanen Kämpfe begannen. Der Leiter des Wilnaer
Ghettos wurde von der Gestapo hingerichtet. Die deutsche Wehrmacht begann das
Massaker von Viannos auf Kreta. Ein Transport von 305 Juden verließ Westerbork
in den Niederlanden in Richtung Theresienstadt.
An dem 21. September 1943 erschoss die
deutsche Wehrmacht rund 5200 gefangene italienische Soldaten, die sich ergeben
hatten. An dem 23. September 1943 wurde in Norditalien die Republik von Salò
begründet mit Benito Mussolini als Staatsoberhaupt. Erwin Rommel befahl die
harte Behandlung entwaffneter italienischer Soldaten, die als
Militärinternierte zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden.
An dem 26. September 1943 erschossen deutsche
Truppen auf Korfu alle überlebenden 280 italienischen Offiziere (Massaker von
Kefalonia). An dem 4. Oktober 1943 hielt Reichsführer SS Heinrich Himmler in
Posen vor SS-Gruppenführern eine Geheimrede über die Einschätzung der
Kriegslage und den Holocaust. An dem 6. Oktober 1943 hielt Reichsführer SS
Heinrich Himmler in Posen vor Reichsleitern und Gauleitern eine zweite Geheimrede
über die Einschätzung der Kriegslage und den Holocaust. An dem 8. Oktober 1943
wurden in dem Deutschen Reich Böblingen und Delmenhorst bombardiert, an dem 9.
Oktober Hannover (261000 Bomben) und an dem 10. Oktober 1943 Münster.
An dem 12. Oktober 1943 wurde in
München-Stadelheim der Widerstandskämpfer Willi Graf (Weiße Rose) durch das
Fallbeil hingerichtet. An dem 13. Oktober 1943 erklärte die italienische
Regierung unter Marschall Pietro Badoglio dem Deutschen Reich den Krieg. An dem
14. Oktober 1943 erhoben sich jüdische Häftlinge in dem Vernichtungslager
Sobibór. Die Luftwaffe der Alliierten griff erneut Schweinfurt an.
An dem 15. Oktober 1943 verhaftete die
deutsche Besatzung Roms in dem jüdischen Ghetto 1259 Juden und deportierte sie.
An dem 16. Oktober 1943 wurden Tausende dänischer Juden durch Boote nach
Schweden gebracht. An dem 22./23. Oktober 1943 wurde Kassel durch mehr als 400000
Stabbrandbomben weitgehend zerstört, wobei bis zu 10000 Menschen getötet
wurden. An dem 24. Oktober 1943 wurde der australische Soldat Leonard Siffleet
hingerichtet.
An dem 26. Oktober 1943 versuchte die
Regierung des Deutschen Reiches die Produktivität in den Konzentrationslagern
durch einen geheimen Befehl über verbesserte Ernährung und Kleidung der
Häftlinge zu steigern. An dem 29. Oktober 1943 wurde der Schauspieler Robert
Dorsay wegen reichsfeindlicher Aktivitäten hingerichtet. An dem 30. Oktober 1943
wurde in Moskau von den Außenministern der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens
und der Sowjetunion die Moskauer Deklaration vereinbart, nach der Österreich
trotz seiner Mitschuld und unter Bewertung seiner Beteiligung an der Befreiung
nach dem Zweiten Weltkrieg wieder als unabhängiger Staat hergestellt werden
sollte.
An dem 2. November 1943 wurde ein
österreichischer Elektroingenieur als Widerstandskämpfer hingerichtet. Ab dem
3. November 1943 zerstörte das Deutsche Reich als Folge von Aufständen in den
Ghettos Warschau und Bialystok sowie in Vernichtungslagern viele Synagogen und
tötete Hunderte Menschen und deportierte Zehntausende (Aktion Erntefest). An
dem 6. November wurde Kiew durch die Rote Armee von der Besatzung durch das
Deutsche Reich befreit.
An dem 9. November 1943 wurde die Hilfs- und
Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA) begründet. An dem 10.
November 1943 wurden die Geistlichen Karl Friedrich Stellbrink, Hermann Lange,
Eduard Müller und Johannes Prassek (Lübecker Märtyrer) wegen ihres Widerstands
gegen den Nationalsozialismus in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am
Holstenglacis durch Enthauptung mit der Guillotine hingerichtet. An dem 18.
November 1943 flog die Royal Air Force einen Bombenangriff auf Berlin.
An dem 19. November 1943 unternahmen Häftlinge
des Vernichtungslagers Janowska bei Lemberg einen gescheiterten Fluchtversuch,
der Massaker nach sich zog. Die österreichische Widerstandskämpferin Hermine
Zaynard geborene Schwarzer wurde hingerichtet. An dem 22. November 1943
erfolgten schwere Luftangriffe der Alliierten auf Berlin, bei denen die
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche beschädigt wurde. In Kairo berieten Roosevelt,
Churchill und Tschiang Kai-scheck (China) über die Nachkriegsordnung Asiens
(Konferenz von Kairo).
An dem 27. November 1943 wurden
österreichische Widerstandskämpfer wie Michael Heindl hingerichtet. An dem 4.
Dezember 1943 erfolgte ein schwerer Luftangriff der Alliierten auf Leipzig. An
dem 5. Dezember 1943 wurde Dwight D. Eisenhower Oberbefehlshaber der Alliierten
in Europa.
An dem 13. Dezember 1943 verübte die Wehrmacht
des Deutschen Reiches als Vergeltung für Partisanenaktionen das Massaker von
Kalavryta auf dem Peloponnes in Griechenland, bei dem rund 1200 Dorfbewohner
ermordet und der Ort niedergebrannt wurde. An dem 15. Dezember 1943 wurden bei
Luftangriffen der Vereinigten Staaten von Amerika auf Innsbruck 269 Menschen
getötet. An dem 16. Dezember 1943 wurden in dem Deutschen Reich Erich Maria
Remarques Schwester Elfriede Scholz wegen Zersetzung der Wehrkraft und die
Widerstandskämpferin Emma Martin hingerichtet.
An dem 17. Dezember 1943 wurden in Innsbruck an
dem Militärfriedhof Amras sowjetische Zwangsarbeiter hingerichtet. An dem 18.
Dezember 1943 ermordeten SS- Soldaten in Drakia in Griechenland in einem
Massaker mehr als 100 Männer. An dem 1.-3. Januar 1944 griffen zahlreiche
Bomber der Luftwaffe Großbritanniens Berlin einschließlich der Reichskanzlei
des Deutschen Reiches an.
An dem 8. Januar 1944 begann der Schauprozess
(Prozess von Verona) der faschistischen italienischen Sozialrepublik gegen
Mitglieder des Großen Faschistischen Rates, die Benito Mussolini abgesetzt
hatten. In Wien wurde der Kommunist und Widerstandskämpfer Josef Angermann
hingerichtet. An dem 11. Januar 1944 fand ein Luftangriff auf Oschersleben
statt, der 59 Menschen das Leben kostete.
An dem 19. Januar 1944 wurde der
Widerstandskämpfer Helmuth James Graf von Moltke von der Gestapo verhaftet. An
dem 21. Januar 1944 begann die Luftwaffe des Deutschen Reiches mit schweren
Angriffen auf London (Unternehmen Steinbock). An dem 26. Januar 1944
verurteilte das Reichskriegsgericht den Dessauer Werbezeichner Johann
Lukaschitz zu der Todesstrafe.
An dem 27. Januar 1944 endete die 872-tägige
Blockade Leningrads durch die Wehrmacht des Deutschen Reiches. An dem 29.
Januar 1944 griff Großbritannien Frankfurt am Main an und zerstörte zahlreiche
Wohnhäuser. An dem 10. Februar 1944 wurde Marie Ehrlich wegen
Wehrkraftzersetzung hingerichtet.
An dem 15. Februar 1944 wurde das militärisch
ungenutzte Benediktinerkloster Montecassino in Italien durch alliierte
Bombenangriffe zerstört. An dem 20. Februar 1944 begann eine Bombenoffensive
der Alliierten gegen die Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches. An dem 26.
Februar 1944 wurden durch die Royal Air Force in Augsburg mehr als 700 Menschen
getötet und zahlreiche Gebäude zerstört.
An dem 5. März 1944 wurden 732 Juden aus
Westerbork nach Auschwitz deportiert. Ab dem 6. März 1944 bombardierten
Bomberverbände der Vereinigten Staaten von Amerika Berlin bei Tage. An dem 12.
März 1944 befahl Adolf Hitler die Besetzung Ungarns. An dem 13. März 1944 wurde
in Wien der Widerstandskämpfer Franz Anderle hingerichtet.
An dem 18. März 1944 und dem 22. März 1944
erfolgten zwei sogenannte Tausend-Bomber-Angriffe der Alliierten auf Frankfurt
am Main, bei denen mehr als 1000 Menschen getötet wurden. An dem 23. März 1944
töteten italienische Widerstandskämpfer in Rom in der Via Rasella 33 deutsche
Polizisten, worauf SS-Truppen als Vergeltung in den Ardeatinischen Höhlen bei
der Via Ardeatina 335 italienische Zivilisten und Geiseln erschossen. An dem
25. März 1944 wurden Juden aus Ioannina in Griechenland nach Auschwitz
deportiert.
An dem 29. März 1944 hörte die junge Anne
Frank in dem Rundfunk einen Aufruf der Exilregierung der Niederlande zu einer
Sammlung von Kriegsdokumenten, was sie dazu veranlasste, das von ihr geführte
Tagebuch für eine spätere Veröffentlichung zu überarbeiten und einen Roman zu
planen. An dem 30. März 1944 griff Großbritannien Nürnberg und seine Umgebung
an. An dem 1. April 1944 bombardierten 16 amerikanische Piloten Schaffhausen in
der Schweiz in Verwechslung mit Ludwigshafen und töteten dabei 40 Einwohner.
An dem 2. April 1944 ermordeten Soldaten der
SS in Ascq in Frankreich 86 Zivilisten. Aus Griechenland fuhr ein Transport mit
mehr als 5000 Menschen nach Auschwitz. Aachen und Wien wurden von Piloten der
Alliierten angegriffen.
An dem 6. April 1944 wurden 44 jüdische
Waisenkinder und ihre Betreuer in Izieu in Frankreich von der Gestapo verhaftet
und dann nach Auschwitz deportiert. An dem 16. April 1944 begann in Ungarn die
Ghettoisierung (Konzentration) der jüdischen Bevölkerung in dem besetzten Teil
der Tschechoslowakei. An dem 17. April 1944 verübten in Italien deutsche
Soldaten die Massaker von Monte Morello und Vallucciole sowie Fragheto, bei
denen viele Zivilisten getötet wurden.
An dem 19. April 1944 wurden sieben
französische Eisenbahner in Stuttgart wegen Widerstands hingerichtet. An dem
21. April 1944 griff die Luftwaffe Großbritanniens Köln an. In Melk wurde ein
Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen errichtet.
An dem 24. April 1944 griff die alliierte
Luftwaffe München an, an dem 25. April 1944 München und Karlsruhe. Aus
Auschwitz flohen zwei Häftlinge, die wichtige Informationen bieten konnten. An
dem 26. April 1944 wurde in dem Lager Reichenau in Innsbruck David Janaszewicz
ermordet. An dem 28. April 1944 griff die Luftwaffe Großbritanniens
Friedrichshafen an. Neun deutsche Schnellboote versenkten vor der englischen Küste
zwei alliierte Landungsschiffe mit mehr als 700 amerikanischen Soldaten.
An dem 12. Mai eröffneten die Alliierten eine
Offensive gegen die Treibstoffindustrie des Deutschen Reiches. An dem 13. Mai
1944 verhaftete die Gestapo in Hamburg die letzten 129 Bewohner der sogenannten
Chinatown wegen behaupteter Feindbegünstigung.
Ab dem 15. Mai 1944 durchbrachen die
Alliierten die letzten starken Deutschen Verteidigungslinien wie die sogenannte
Gustav-Linie bei Montecassino in Italien. In Ungarn begannen 1944 die
Deportationen von Juden nach Auschwitz-Birkenau. Als die SS an dem 16. Mai 1944
die letzten noch in dem sogenannten Zigeunerlager in Auschwitz-Birkenau
lebenden Sinti und Roma in Gaskammern ermorden wollte, bewaffneten sich die
Häftlinge und leisteten bis zu ihrer Ermordung Widerstand.
An dem 18. Mai 1944 begann in der Sowjetunion
die Deportation der Krimtataren. An dem 19. Mai 1944 erschossen Angehörige der
Kriegsmarine des Deutschen Reiches an dem Turchino-Pass 59 politische
Häftlinge. An dem 4. Juni 1944 nahmen die Alliierten Rom ein.
An dem 6. Juni 1944 begann die alliierte
Invasion in der Normandie (D-Day, Operation Overlord). An dem 9./10. Juni 1944
töteten Angehörige der SS als Vergeltung für Partisanentätigkeiten zahlreiche
Zivilisten (Massaker von Argenton-sur-Creuse, Oradour-sur Glane). An dem 12.
Juni 1944 exekutierte die französische Résistance Wehrmachtssoldaten.
An dem 14. Juni 1944 kehrte General Charles de
Gaulle nach vier Jahren Exil nach Frankreich zurück. An dem 22. Juni 1944
begann die sowjetische Großoffensive Operation Bagration gegen die deutsche
Heeresgruppe Mitte. An dem 29. Juni 1944 ermordeten deutsche Soldaten in der
Toskana mehr als 170 Zivilisten und zerstörten drei Dörfer (Massaker von
Civitella).
An dem 1. Juli 1944 wurde Claus Schenk Graf
von Stauffenberg zu einem Oberst befördert (Chef des Stabes bei dem Befehlshaber
des Ersatzheers), wodurch er Zugang zu den Lagebesprechungen Adolf Hitlers
erlangte. An dem 7. Juli 1944 scheiterte Generalmajor Hellmuth Stieff mit einem
Attentatsversuch auf Adolf Hitler bei einer Uniformschau in Schloss Kleßheim.
An dem 11. Juli 1944 wurde ein geplanter Attentatsversuch auf Adolf Hitler bei
einer Lagebesprechung auf dem Obersalzberg wegen der kurzfristigen Absage
Heinrich Himmlers und Hermann Görings von Hellmuth Stieff verschoben.
An dem 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk
Graf von Stauffenberg ein Bombenattentat auf Adolf Hitler in dem
Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen, bei dem vier andere Anwesende
getötet wurden, Hitler selbst aber leicht verletzt überlebte. Die Attentäter
(Stauffenberg, Friedrich Olbricht, Werner von Haeften) wurden verhaftet und
noch in der Nacht zu dem 21. Juli in dem Bendlerblock in Berlin erschossen. An
dem 30. Juli 1944 erging der Terror- und Sabotageerlass zwecks Bekämpfung von
Zivilisten durch die Besatzungsmacht.
An dem 1. August 1944 begann auf Grund einer
Entscheidung der Exilregierung Polens die größte bewaffnete Erhebung der etwa
50000 Mann umfassenden polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa) gegen die
Besatzung durch das Deutsche Reich, um die Hauptstadt noch vor dem Eintreffen
der Armee der Sowjetunion zu befreien. Die überlegenen deutschen Truppen von
Wehrmacht und SS reagierten sehr hart, während die Sowjetunion von der anderen
Seite der Weichsel her nicht eingriff.
An dem 2./3 August 1944 wurden in dem
Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau mehr als 4000 Sinti und Roma in
Gaskammern ermordet. Das sogenannte Zigeunerlager wurde aufgelöst.
An dem 4. August 1944 wurde Anne Frank
zusammen mit anderen Untergetauchten in ihrem Versteck in Amsterdam entdeckt
und verhaftet.
An dem 8. August 1944 wurden
Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben und Oberstleutnant Robert Bernardis
sowie weitere Verschwörer des missglückten Attentats auf Adolf Hitler vor dem
Volksgerichtshof zu dem Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee durch Erhängen
hingerichtet. An dem 12. August 1944 töteten Soldaten der Waffen-SS in
Sant’Anna di Stazzema in der Toskana bis zu 560 Menschen. An dem 13. August
1944 zerstörte die Wehrmacht des Deutschen Reiches als Vergeltung das Dorf
Anogia auf Kreta.
An dem 16. August 1944 ernannte Adolf Hitler
Walter Model zu dem Oberbefehlshaber West. An dem 17. August wurde die
französische Regierung von dem Deutschen Reich festgenommen. In Kokkinia in Griechenland
fand ein Massaker an Widerstandskämpfern statt.
An dem 18. August 1944 wurde in dem
Konzentrationslager Buchenwald auf Befehl Adolf Hitlers der Vorsitzende der
Kommunistischen Partei Deutschlands Ernst Thälmann ermordet. An dem 19. August
1944 begann in Paris der Aufstand der französischen Widerstandsbewegung gegen
die deutsche Besatzung. Die alliierten Luftstreitkräfte zerstörten mit mehr als
100000 Bomben weite Teile Bremens und töteten dabei tausende Menschen.
An dem 23. August 1944 stürzte König Michael
I. von Rumänien Marschall Ion Antonescu, woraufhin Rumänien aus dem Bündnis mit
dem Deutschen Reich ausschied und zu den Alliierten wechselte. An dem 24.
August 1944 wurde Paris von den Alliierten befreit. Der deutsche
Stadtkommandant Dietrich von Choltitz kapitulierte fast kampflos unter
Missachtung des Befehls Adolf Hitlers zu der Zerstörung. Die Luftwaffe der
Vereinigten Staaten von Amerika griff die Rüstungsfabrik und den Bereich der SS
in dem Konzentrationslager Buchenwald an.
An dem 29. August 1944 begann in der Slowakei
ein Aufstand gegen die nationalsozialistische Besatzung und das mit dem
Deutschen Reich zusammenarbeitende Regime unter Jozef Tiso. An dem 1. September
1944 wurde in dem Deutschen Reich von Adolf Hitler der Deutsche Volkssturm aller
wehrfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren zu der Verteidigung des Reiches
gegründet. An dem 2. September 1944 erklärte Finnland seine diplomatischen
Beziehungen zu dem Deutschen Reich für beendet und forderte alle Deutschen zu
der Ausreise auf. Deutsche Truppen verübten bei Lipniak-Majorat ein Massaker an
etwa 450 Polen.
An dem 8. September 1944 verlegte das französische
Vichy-Regime unter Marschall Pétain seinen Sitz nach Sigmaringen. Der
Widerstandskämpfer Oberstleutnant Günther Smend wurde hingerichtet. An dem 9.
September 1944 erfolgte in Bulgarien ein kommunistischer Putsch.
An dem 10. September 1944 befreiten die
Vereinigten Staaten von Amerika Luxemburg. Außerdem griff ihre Luftwaffe Wien
und Sindelfingen an. In Italien erschoss
die SS 42 Menschen (Massaker von Massa).
An dem 11. September 1944 bombardierte die
Luftwaffe Großbritanniens Darmstadt. Truppen der Vereinigten Staaten von
Amerika überschritten die Grenze des Deutschen Reiches. An dem 12. September
1944 verabschiedeten die Alliierten das Londoner Protokoll über die Aufteilung
des Deutschen Reiches in Besatzungszonen. An dem 13. September 1944 griff die
Royal Air Force Osnabrück an.
An dem 21. September 1944 erklärte San Marino
dem Deutschen Reich den Krieg. An dem 29./30. September 1944 ermordeten
Einheiten der SS und der Wehrmacht des Deutschen Reiches bei Marzobotto nahe
Bologna, wo seit dem Winter 1943/1944 eine Partisanengruppe (Brigade Stella
Rossa) aufgebaut worden war, 770 Menschen. An dem 30. September 1944 griffen
die Alliierten aus der Luft Bielefeld an
An dem 2. Oktober 1944 endete der Warschauer
Aufstand durch Kapitulation der Aufständischen. Bis dahin wurden 70 Prozent der
Gebäude zerstört. Etwa 16000 Aufständische und bis zu 180000 Zivilisten wurden
in dem Verlauf der Kämpfe getötet.
An dem 5. Oktober 1944 wurde Saarbrücken durch
schwere Luftangriffe fast vollständig zerstört. An dem 6. Oktober 1944 wurden
Stralsund (rund 800 Opfer) und Dortmund von den Alliierten aus der Luft
angegriffen. An dem 7. Oktober 1944 griffen jüdische Häftlinge mit Steinen und
Äxten sowie selbst gebauten Granaten SS-Männer in Auschwitz-Birkenau an.
An dem 10. Oktober 1944 erreichte die Armee
der Sowjetunion die Grenze des Deutschen Reiches in Ostpreußen. An dem 11.
Oktober 1944 zerstörte die Wehrmacht des Deutschen Reiches in dem Lapplandkrieg
die finnische Stadt Rovaniemi. An dem 13. Oktober 1944 wurde in
Berlin-Plötzensee der Widerstandskämpfer Roland von Hößlin hingerichtet.
An dem 14. Oktober 1944 tötete sich
Generalfeldmarschall Erwin Rommel auf Aufforderung Adolf Hitlers. An dem 15.
Oktober 1944 bombardierte die Royal Air Force Duisburg und Braunschweig mit
tausenden Toten und schweren Zerstörungen. An dem 16. Oktober 1944 wurden
Salzburg (mit mehr als 500 Bomben) und das Panzerwerk (Nibelungenwerk) in Sankt
Valentin in Österreich durch die Alliierten bombardiert, an dem 18. Oktober
1944 Bonn.
An dem 20. Oktober 1944 wurde der
Widerstandskämpfer Adolf Reichwein hingerichtet. Belgrad wurde durch die
Sowjetunion und jugoslawische Partisanen von der deutschen Besatzung befreit.
An dem 21. Oktober 1944 eroberte die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika
Aachen, die Armee der Sowjetunion das Gestüt Trakehnen in Ostpreußen. wobei es
in dem damals deutschen Dorf Nemmersdorf (später Majakowskoje in Russland) zu
einem Massaker kam (Erschießung 13 einheimischer Zivilisten).
An dem 25. Oktober 1944 wurden in
Köln-Ehrenfeld in der Hüttenstraße 6 entflohene russische Zwangsarbeiter durch
die Gestapo öffentlich hingerichtet. An dem 28. Oktober 1944 verübte die Wehrmacht
des Deutschen Reiches in Nordmazedonien ein Massaker. Nach 60 Tagen der Kämpfe
endete der slowakische Nationalaufstand gegen die deutsche Besatzung. An dem
31. Oktober 1944 wurde die deutsche Psychologin Hedwig Eppstein in Auschwitz
ermordet.
An dem 1. November 1944 fanden in
Auschwitz-Birkenau die letzten dokumentierten Vergasungen statt und wurde mit
dem Abriss der Krematorien begonnen. An dem 2. November 1944 griffen die
Alliierten aus der Luft Düsseldorf (748 Tote) und das Ammoniakwerk Merseburg
an. Tito wurde Premierminister.
An dem 4./5. November 1944 wurden bei
Luftangriffen der Alliierten in Bochum mehr als 1200 Menschen getötet und wurde
in Solingen die Altstadt zerstört (mit Tausenden von Todesopfern). An dem 6.
November 1944 bombardierten die Alliierten Koblenz und Gelsenkirchen. wobei
Hunderte Menschen getötet und zahlreiche Gebäude zerstört oder beschädigt
wurden. In Frankreich wurden alle antijüdischen Gesetze aufgehoben, in
Großbritannien nahm die größte Penicillin-Fabrik der Welt in Liverpool den
Betrieb auf und in Kairo wurde der Politiker und Zionist Walter Guinness (Lord
Moyne) von einer jüdischen Terrorgruppe ermordet.
An dem 7. November 1944 wurde Franklin D.
Roosevelt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika für eine vierte
Amtszeit wiedergewählt. An dem 8. November 1944 wurden Rheine, Merseburg,
Nordhorn und Enschede von den Alliierten aus der Luft angegriffen. Joseph
Goebbels verkündete einen Beschuss mit V-2-Raketen.
An dem 10. November 1944 wurden in Köln-Ehrenfeld
13 Mitglieder einer Widerstandsgruppe (darunter Hans Steinbrück) öffentlich
gehängt. An dem 10. und 11. November 1944 führten die deutschen Besatzer in den
Niederlanden ihre größte Razzia mit der Verschleppung von Tausenden Männern zu
Zwangsarbeit durch. An dem 12. November 1944 versenkten Bombenflieger
Großbritanniens in einem norwegischen Fjord das deutsche Schlachtschiff
Tirpitz.
An dem 13. November 1944 wurde der katholische
Priester Carl Lampert in dem Deutschen Reich hingerichtet. Die alliierte
Luftoffensive gegen Städte des Deutschen Reiches wie Berlin wurde fortgesetzt.
An dem 14. November 1944 erfolgten alliierte Luftangriffe auf Düsseldorf und
das Ruhrgebiet.
An dem 16./17. November 1944 wurden bei
alliierten Luftangriffen (Operation Queen) Düren und Jülich fast vollständig
zerstört und tausende Menschen getötet. An dem 18. November 1944 wurden von der
Air Force der Vereinigten Staaten von Amerika Städte wie Koblenz angegriffen.
In Österreich wurden Freiheitsbataillone gegen das nationalsozialistische
Regime aufgestellt.
An dem 20. November 1944 verließ Adolf Hitler
das Hauptquartier Wolfsschanze ein letztes Mal. An dem 21. November 1944 griff
Großbritannien Aschaffenburg an (Zerstörung der Altstadt, viele Opfer). An dem
22. November 1944 befahl General Eisenhower, Knotenpunkte von Eisenbahn und
Verkehr aus der Luft anzugreifen. An dem 24. November 1944 floh die Regierung
Ungarns aus Budapest und in Kanada begann ein Aufstand von Soldaten gegen die
Wehrpflicht.
An dem 25. November 1944 griffen die
Alliierten Städte wie Leuna, Lützkendorf und Halle (Saale) an und verursachten umfangreiche
Industrieschäden. Eine (deutsche) V-2-Rakete traf den Stadtteil Holborn in
London, wobei viele Menschen getötet wurden. An dem 26. November 1944 starben
bei einem schweren alliierten Luftangriff auf Hannover-Misburg viele Menschen.
In den Konzentrationslagern wie Auschwitz-Birkenau wurden zahlreiche Menschen
ermordet.
An dem 27. November 1944 griff die Royal Air
Force in der Operation Tigerfish neben dem Ruhrgebiet mit tausenden Bomben
Freiburg in Breisgau an, wobei fast 3000 Menschen starben und nahezu die ganze
Altstadt bis auf das Münster zerstört wurde. An dem 29. November 1944 wurde
Stuttgart von der alliierten Luftwaffe angegriffen. In Großbritannien explodierte
das Munitionslager Fauld. Albanien wurde durch Rückzug aus Shkodra von der
deutschen Besatzung befreit.
An dem 30. November 1944 griff die alliierte
Luftwaffe Städte wie Meuselwitz und Zweibrücken an, wobei viele Menschen
getötet wurden. An dem 2. Dezember 1944 folgten alliierte Bombenangriffe auf
Stuttgart und Ulm. An dem 3. Dezember 1944 begannen griechische Partisanen in
Athen einen Aufstand.
An dem 4. Dezember 1944 griff die Royal Air
Force Heilbronn an, wobei die Innenstadt weitgehend zerstört und mehr als 6500
Menschen getötet wurden. In Bebra und Leipzig wurden durch Luftangriffe die
Bahnhöfe beschädigt. An dem 5. Dezember wurde der österreichische
Widerstandskämpfer Karl Punzer, der an dem 24. Mai 1944 wegen Vorbereitung von
Hochverrat durch den Volksgerichtshof zu der Todesstrafe verurteilt, aber an
dem 30. November 1944 aus Stadelheim geflohen war, in München hingerichtet. Die
Royal Air Force griff Soest an, wobei 220 Menschen getötet und die Stadt
zerstört wurde. Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof wurde evakuiert,
wobei einige Häftlinge entkamen und der Außenwelt über die Verbrechen
berichteten.
An dem 6, Dezember 1944 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte Gießen und Merseburg an. An dem 8. Dezember wurde in
Berlin-Plötzensee die wegen Wehrkraftzersetzung zu der Todesstrafe verurteilte
Widerstandskämpferin Ehrengard Frank-Schultz hingerichtet. Budapest wurde mit
seinen ungarischen und deutschen Verteidigern zunehmend von sowjetischen
Truppen eingeschlossen.
An dem 10. Dezember 1944 wurden zehn
niederländische Widerstandskämpfer (Zehn von Renesse) durch deutsche
Wehrmachtssoldaten hingerichtet. Die alliierten Luftstreitkräfte griffen
Koblenz an. An dem 12. Dezember 1944 wurde General Harold Alexander zu einem
Feldmarschall befördert und wurde eine Fabrik für V-Raketen durch amerikanische
Truppen erobert.
An dem 13. Dezember 1944 starb der
Widerstandskämpfer Engelbert Brinker in der deutschen Haft an den Folgen der
Folter durch die Gestapo. An dem 14. Dezember 1944 ermordeten japanische Soldaten
alliierte Kriegsgefangene auf den Philippinen (Palawan-Massaker). An dem 17.
Dezember 1944 griffen die Alliierten Ulm an und ermordeten während der
Ardennenoffensive Soldaten der SS Kriegsgefangene der Vereinigten Staaten von
Amerika.
An dem 20. Dezember 1944 wurde General Dwight
D. Eisenhower zu einem Fünf-Sterne-General befördert. An dem 22. Dezember 1944
wurde in Ungarn eine provisorische Regierung gebildet. An dem 23. Dezember 1944
bombardierten die Alliierten Saarbrücken, an dem 24. Dezember 1944
Essen-Mülheim, Köln, Sankt Wendel und Lüttich, an dem 25. Dezember 1944 Singen,
an dem 27. Dezember 1944 Fulda (700 Tote in einem Luftschutzbunker), an dem 28.
Dezember 1944 Brühl und Zweibrücken sowie an dem 29. Dezember 1944 Troisdorf
und Passau. An dem 31. Dezember 1944 erklärte Ungarn dem Deutschen Reich den
Krieg und die Alliierten bombardierten Neuss.
An dem 2. Januar 1945 griff die Royal Air
Force mit rund 2300 Tonnen Bomben in 910 Maschinen Nürnberg an, wobei mehr als
1800 Menschen getötet und zahlreiche Gebäude der Altstadt zerstört wurden,
wobei das Feuer wohl in sehr weitem Umkreis sichtbar war. An dem 6. Januar 1945
griffen die Alliierten Hanau und Kassel an, an dem 7. Januar Rastatt und
Achern. An dem 10. Januar erließ Adolf Hitler eine Verordnung über die mit der
Todesstrafe bedrohte Unterschlagung von Sammlungsstücken und gegen den Juristen
Helmuth James Graf von Moltke wurde vor dem Volksgerichtshof verhandelt.
An dem 11. Januar 1945 wurde der
Widerstandskämpfer Kurt Kresse hingerichtet. An dem 12. Januar 1945 begann mit
dem Vordringen der Sowjetunion auf der 1200 Kilometer breiten Front zwischen
Ostsee und Karpaten bei widrigem Winterwetter die Massenflucht aus Ostpreußen.
An dem 14. Januar griffen alliierte Bombenflugzeuge Magdeburg und andere Ziele
an. An dem 15. Januar 1945 beschränkte eine Anordnung des
Reichsverkehrsministers die Nutzung von Kraftfahrzeugen auf kriegswichtige
Aufgaben. Die Schauspielerin Irmgard Mader wurde wegen Beihilfe zu Hochverrat
festgenommen, weil sie einem sogenannten Geltungsjuden zu Flucht verholfen
hatte.
An dem 16. Januar 1945 wurde Magdeburg bei
einem alliierten Luftangriff mit mehr als 2000 Todesopfern stark zerstört. An
dem 17. Januar 1945 nahm die Sowjetunion Warschau ein und die SS des Deutschen
Reiches schickte etwa 56000 Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz und
seiner Nebenlager auf sogenannte Todesmärsche. An dem 20. Januar 1945 wurde
Franklin D. Roosevelt in seine vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika eingeführt. Die Sowjetunion eroberte Tilsit.
An dem 23. Januar 1945 sprengte die deutsche
Wehrmacht das Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen. Die
deutsche Ardennenoffensive scheiterte. Die Sowjetunion erreichte bei Elbing die
Küste und schnitt damit Ostpreußen von dem Rest des Deutschen Reiches ab,
weshalb hunderttausende Flüchtlinge über das vereiste Frische Haff zu fliehen
versuchten. Der Widerstandskämpfer Helmuth James Graf von Moltke wurde
hingerichtet.
An dem 27. Januar 1945 befreite die Armee der
Sowjetunion das Konzentrationslager Auschwitz, in dem insgesamt mehr als eine
Million Menschen (Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle, Behinderte und Gegner)
gestorben beziehungsweise ermordet worden war. An dem 29. Januar 1945 griffen
die alliierten Luftstreitkräfte Städte wie Krefeld und Rheinbach an. Die Armee
der Sowjetunion durchbrach die deutsche Ostfront. In München wurde der
Hamburger Student und Widerstandskämpfer Hans Leipelt hingerichtet.
An dem 31. Januar 1945 wurde das mit
Flüchtlingen und Wehrmachtsangehörigen überfüllte Schiff Wilhelm Gustloff der
nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront vor der Küste Pommerns durch ein
Unterseeboot der Sowjetunion torpediert und sank mit mehr als 9000 Menschen. An
dem 2. Februar 1945 wurde in Berlin der Widerstandskämpfer und frühere
Oberbürgermeister Leipzigs Carl Friedrich Goerdeler von dem Volksgerichtshof wegen
Hochverrats zu dem Tode verurteilt und hingerichtet. In dem Konzentrationslager
Mauthausen brachen Häftlinge (sowjetische Zwangsarbeiter) aus, die aber fast
alle von SS, Wehrmacht und Volkssturm gefangen und ermordet wurden (sogenannte
Mühlviertler Hasenjagd).
An dem 3. Februar 1945 griffen fast 1000
Bombenflugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika das Regierungsviertel und
Zeitungsviertel in Berlin an, was schwere Zerstörungen und viele Tote bewirkte.
An dem 4. Februar 1945 begann die Konferenz von Jalta auf der Krim, auf der
Präsident Franklin D. Roosevelt, Ministerpräsident Winston Churchill und Josef
Stalin über die Neuordnung Europas, die Teilung des Deutschen Reiches in
Besatzungszonen und die Gründung der Vereinten Nationen berieten. An dem 6.
Februar 1945 griffen alliierte Luftstreitkräfte Chemnitz, Gotha, Arnstadt,
Friedrichroda, Arnstadt, Schmalkalden und Ohrdruf an und verursachten viele
Opfer und schwere Zerstörungen.
An dem 7. Februar 1945 wurden bei alliierten
Luftangriffen auf Wien das Parlament und andere Gebäude getroffen sowie auch
die Stadt Goch schwer zerstört. Deutsche Truppen sprengten Schleusentore, um
das Gebiet westlich Kölns zu überfluten. Widerstandskämpfer töteten den
SS-Hauptsturmführer August Gölzer in dem Protektorat Böhmen und Mähren.
An dem 8. Februar gelang dem sowjetischen
Kriegsgefangenen Michael Dewjatajew mit anderen Häftlingen in der
Heeresversuchsanstalt Peenemünde eine Flucht mit einem deutschen Kraftfahrzeug.
An dem 9. Februar 1945 griffen alliierte Luftstreitkräfte Weimar (mehr als 1000
Tote) und Eisenach sowie das Treibstoffwerk Lützkendorf in dem Geiseltal an.
Ein Unterseeboot der Sowjetunion versenkte in der Ostsee an dem 9./10. Februar den
deutschen Dampfer General Steuben mit mehr als 3600 Verwundeten und
Flüchtlingen an Bord.
An dem 12. Februar 1945 wurden in dem
Deutschen Reich Frauen und Mädchen zu Hilfsdiensten für den Volkssturm
eingezogen. Die Wehrmacht sprengte die Rurtalsperre. An dem 13. Februar 1945
begannen die alliierten Luftstreitkräfte Angriffe auf Dresden mit rund 25000
Todesopfern. Die deutschen Truppen kapitulierten in Budapest, das fast
vollständig zerstört wurde.
An dem 17. Februar 1945 eroberte die
Sowjetunion Posen. Venezuela erklärte dem Deutschen Reich den Krieg. Die
Heeresversuchsanstalt Peenemünde begann mit der Evakuierung. Die alliierten
Luftstreitkräfte griffen Freital bei Dresden an.
An dem 19. Februar 1945 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte Städte wie Graz und Wien an, wobei in Graz Hunderte Menschen
getötet wurden und in Wien Schönbrunn und Bahnhöfe zerstört wurden. An dem 20.
Februar 1945 wurde bei alliierten Bombenangriff Meuselwitz fast vollständig
zerstört und Wien weiter beschädigt. An dem 21. Februar wurden Worms, Monheim.
Fürth und weitere Orte angegriffen, wobei Hunderte Menschen getötet und
umfangreiche Zerstörungen angerichtet wurden.
An dem 22. Februar 1945 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte Städte wie Salzwedel, Sangerhausen, Stendal, Überlingen und
Wallhausen an, an dem 23. Februar 1945 Pforzheim, Meiningen und Knittelfeld
sowie an dem 24. Februar 1945 Chemnitz, wobei zahlreiche Menschen ihr Leben
verloren und umfangreiche Zerstörungen verursacht wurden. In München wurde auf
einer Kundgebung der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands eine Rede
Adolf Hitlers verlesen.
An dem 25. Februar 1945 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte Linz und Kaufbeuren an, an dem 26. Februar Berlin. An dem 26.
Februar 1945 eroberten die Alliierten Erkelenz und erklärte Syrien dem
Deutschen Reich den Krieg. An dem 27. Februar 1945 zerstörte die Royal Air
Force die Innenstadt Mainzs fast vollständig und tötete mehr als 1200 Menschen.
An dem 28. Februar wurde Freiburg im Breisgau aus der Luft angegriffen.
An dem 1. März 1945 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte Rommerskirchen und Bruchsal an. An dem 2. März 1945 fand der
vierte Luftangriff der Alliierten auf Dresden statt. An dem 3. März 1945 eroberten
die Alliierten Krefeld. Finnland und Bulgarien erklärten den Achsenmächten den
Krieg. An dem 4. März 1945 wurden Wiener Neustadt und Graz bombardiert.
An dem 5. März 1945 starben bei alliierten
Luftangriffen auf Chemnitz Tausende Menschen und wurde die Innenstadt fast vollständig
zerstört. An dem 6. März 1945 drangen Truppen der Vereinigten Staaten von
Amerika in Köln ein, wo Pioniere der Waffen-SS hinter den deutschen Einheiten
die Hohenzollernbrücke als letzte Rheinbrücke sprengten.
An dem 7. März 1945 eroberten amerikanische
Truppen die Rheinbrücke bei Remagen, woraufhin Adolf Hitler vier deutsche
Offiziere wegen angeblicher Feigheit hinrichten ließ. Die Royal Air Force
zerstörte Dessau weitgehend. An dem 8. März wurde Tito Ministerpräsident
Jugoslawiens.
An dem 10. März 1945 töteten die Alliierten
durch Luftangriffe auf Tokio mehr als 100000 Menschen und zerstörten große
Teile der Stadt. An dem 11. März 1945 griffen die Alliierten Chemnitz an und
die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika überschritt die Rur. An dem 12.
März 1945 fanden schwere alliierte Luftangriffe auf Dortmund, Swinemünde und
Wien mit vielen Opfern und schweren Zerstörungen statt, an dem 13. März auf
Lengerich und Landshut, an dem 14. März 1945 auf Homburg, Wiener Neustadt und
Zweibrücken, an dem 15. März 1945 auf Oranienburg und Pirmasens sowie an dem 16.
März 1945 auf Würzburg und an dem 17. März 1945 auf Wien und Jena.
An dem 18. März 1945 griffen alliierte
Luftstreitkräfte vor allem Berlin, Bad Dürkheim und Wachenheim an. An dem 19.
März 1945 ordnete Adolf Hitler durch den sogenannten Nerobefehl die Taktik der
verbrannten Erde in dem Reichsgebiet an. Die Royal Air Force zerstörte die
Innenstadt Hanaus. An dem 21. März 1945 marschierten die Alliierten in dem
Saarland ein.
An dem 22. März 1945 griffen alliierte
Luftstreitkräfte Hildesheim an, an dem 23. März 1945 Dinslaken und Wesel. An
dem 24. März 1945 brachten die Alliierten die westlichen Teile der späteren
Rheinland-Pfalz unter ihre Kontrolle, durchbrachen den Westwall und
überschritten den Rhein an mehreren Stellen. An dem Palmsonntag dem 25. März
1945 ermordeten nationalsozialistische Täter in dem Massaker von Rechnitz etwa
200 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter. Die Alliierten flogen umfangreiche
Luftangriffe auf deutsche Städte wie Osnabrück und Wiener Neustadt.
An dem 27. März 1945 zerstörte ein Luftangriff
Großbritanniens Paderborn fast vollständig. An dem 28. März 1945 kapitulierten
in dem Deutschen Reich Städte wie Mannheim. Die Alliierten flogen schwere
Luftangriffe auf Orte wie Attendorn und Wien, die viele Menschen töteten und
schwere Zerstörungen bewirkten. Die Sowjetunion eroberte Städte wie Danzig.
Küstrin ergab sich. An dem 31. März 1945 (Karsamstag) griffen die Alliierten
Erfurt, Rothenburg ob der Tauber und Würzburg an.
An dem 1. April 1945 wurden in Sankt Pölten
Widerstandskämpfer hingerichtet, die eine kampflose Übergabe der Stadt an die
Sowjetunion anstrebten. An dem 2. April 1945 besetzten alliierte Truppen
Münster (in Westfalen). An dem 4. April 1945 eroberten die Alliierten Städte
wie Kassel und Bielefeld. An dem 5. April 1945 drangen Truppen der Sowjetunion
von Süden her in Wien ein. Durch einen alliierten Luftangriff wurde Ingolstadt
schwer beschädigt.
An dem 6. April 1945 wurden auf Anweisung
eines SS-Standartenführers in dem Zuchthaus Stein zu einer Entlassung
vorgesehene Häftlinge massakriert, wobei Hunderte Gefangene und Justizbeamte
starben. Ab dem 7. April 1945 wurden in dem Konzentrationslager Buchenwald von
der SS Zehntausende Häftlinge zu einer Evakuierung auf den Weg geschickt
(Todesmärsche), wobei an dem Abend des 8. April 1945 in dem Güterbahnhof Celle
mehrere Hundert Häftlinge durch einen amerikanischen Bombenangriff getötet
wurden.
An dem 9. April 1945 kapitulierte in
Königsberg die deutsche Garnison. In dem Konzentrationslager Flossenbürg wurden
die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und Wilhelm Canaris hingerichtet, in
dem Konzentrationslager Dachau Georg Elser. In dem Süden Italiens begann eine
alliierte Frühjahrsinitiative.
An dem 10. April 1945 nahmen amerikanische
Truppen Städte wie Hannover ein. In Hemer ermordete die Gestapo acht Gefangene.
In Buchenwald schworen Überlebende, eine
neue Welt des Friedens aufzubauen. Plauen wurde durch die alliierten
Luftstreitkräfte schwer zerstört. In Sankt Pölten wurden Führungsmitglieder
einer eine kampflose Übergabe der Stadt an sowjetische Truppen anstrebender
Widerstandsgruppe hingerichtet. In Wien, wo die deutsche Wehrmacht die Brücken
über den Donaukanal sprengte, wurde eine provisorische Regierung verschiedener
Parteien gebildet.
An dem 11. April 1945 befreiten amerikanische
Truppen das Konzentrationslager Buchenwald. An dem 12. April 1945 starb unerwartet
der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, dem Harry S. Truman
nachfolgte. Braunschweig wurde kampflos an die Alliierten übergeben, von denen
Biberach schwer bombardiert wurde. In Sankt Pölten wurden Widerstandskämpfer
hingerichtet.
An dem 13. April 1945 eroberten Truppen der
Sowjetunion Wien. Mehr als 1000 Häftlinge aus Konzentrationslagern verbrannten
in einer von der SS angezündeten Feldscheune bei Gardelegen. 71 Häftlinge des
Zuchthauses Luttringhausen wurden von der Gestapo in der Wenzelnbergschlucht
bei Langenfeld in dem späteren Nordrhein-Westfalen erschossen.
An dem 14. April 1945 wurden bei einem
britischen Luftangriff auf Potsdam mehr als 1500 Menschen getötet. Wismar wurde
durch einen Luftangriff schwer zerstört. An dem 15. April 1945 befreiten
britische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle, in dem
Tausende Häftlinge überlebten. An dem 16. April 1945 wurde in Weimar die
Bevölkerung zu einer Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald
gezwungen.
An dem 17. April 1945 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte Dresden und Nordböhmen an. Großbritannien besetzte Verden. Der
Widerstand in Düsseldorf versuchte eine kampflose Übergabe der Stadt.
An dem 18. April 1945 griffen die alliierten
Luftstreitkräfte etwa Freising und Erding an. In Leipzig wurden mehr als 80
Häftlinge ermordet (Massaker von Abtnaundorf). An dem 19. April 1945 nahmen
amerikanische Truppen Leipzig ein und wurde Pirna schwer aus der Luft
bombardiert.
An dem 20. April 1945 eroberten amerikanische
Truppen Nürnberg. Die Stadt Zwiesel wurde durch einen schweren Luftangriff der
Alliierten mit vielen Todesopfern zerstört. 4200 Häftlinge wurden aus dem Konzentrationslager
Neuengamme durch das schwedische und dänische Rote Kreuz evakuiert.
An dem 21. April erreichte die sowjetische
Armee nach der Eroberung von Spremberg und Cottbus die Stadtgrenze Berlins. Die
alliierte Luftwaffe griff den Bahnknotenpunkt Attnang-Puchheim an und tötete
dabei mehr als 700 Menschen. Mehr als 33000 Häftlinge des Konzentrationslagers
Sachsenhausen wurden auf einen Todesmarsch Richtung Nordwesten getrieben, bei
dem viele von ihnen starben.
An dem 22. April 1945 befreiten sowjetische
Truppen das Konzentrationslager Sachsenhausen. Französische Truppen drangen in
Vorarlberg vor, während in Wien die letzten deutschen Verteidiger abgezogen
wurden. Amerikanische Truppen töteten 36 Männer der SS (Massaker von Lippach).
An dem 23. April 1945 nahmen sowjetische Truppen Stadtteile wie Reinickendorf
und Pankow in Berlin ein und befreiten amerikanische Truppen das
Konzentrationslager Flossenbürg. An dem Nachmittag des 23. April kamen
amerikanische Panzer auch nach Wassertrüdingen. An dem 25. April 1945 trafen
sich amerikanische Truppen und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe.
In Italien wurde der 25. April 1945 zu dem Tag
der Befreiung erklärt, weil an ihm Mailand und andere Städte Norditaliens von
Partisanen befreit wurden. In Kärnten wurden elf Mitglieder einer slowenischen
Familie von der SS ermordet. In einem alliierten Luftangriff auf Bad
Reichenhall wurden viele Menschen getötet und Gebäude zerstört.
An dem 26. April 1945 begann der größte
zusammenhängende Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau.
Amerikanische Truppen nahmen Verona in Italien ein, während italienische
Partisanen Genua befreiten. Britische Truppen erreichten Bremen. Alliierte
Truppen befreiten Österreich, wo eine provisorische Regierung aus den drei
großen Parteien (SPÖ, ÖVP, KPÖ) anerkannt wurde, welche durch Unterzeichnung
einer Unabhängigkeitserklärung an dem 27. April 1945 eine Zweite Republik
ausrief und den sogenannten Anschluss an das Deutsche Reich für nichtig
erklärte.
An dem 28. April 1945 wurde von italienischen
Partisanen der abgesetzte Benito Mussolini hingerichtet. Amerikanische Truppen
marschierten in Augsburg ein, französische Truppen in Tirol. In Penzberg wurden
16 Menschen von fanatischen Nationalsozialisten ermordet, um eine kampflose
Übergabe der Stadt zu verhindern (Penzberger Mordnacht). In der Gaskammer von
Mauthausen wurden 33 oberösterreichische Widerstandskämpfer ermordet.
An dem 29. April 1945 (Sonntag) befreite die
amerikanische Armee das Konzentrationslager Dachau. Deutsche Offiziere
unterzeichneten in Caserta die bedingungslose Kapitulation der Heeresgruppe C für
Norditalien. Die sowjetische Armee erreichte Orte wie Anklam oder das kampflos
übergebene Greifswald. In Berlin heirateten in dem Führerbunker der
Reichskanzlei Adolf Hitler und Eva Braun. Adolf Hitler verfasste sein
politisches und persönliches Testament. Zusammen mit Eva Braun beging er an dem
30. April Selbstmord, um einer Gefangennahme zu entgehen. Die sogenannte Gruppe
Ulbricht begann in dem von der Sowjetunion besetzten Teil des Deutschen Reiches
mit einem politischen Wiederaufbau.
An dem 1. Mai 1945 versuchte General Hans
Krebs in Berlin die Aushandelung eines Waffenstillstands, die aber an der
Ablehnung einer von den Alliierten geforderten bedingungslosen Kapitulation scheiterte.
Die sowjetische Armee eroberte nach erbitterten Kämpfen Berlin. Der zu dem
Nachfolger des Führers ernannte Karl Dönitz versuchte, die Regierung
aufrechtzuerhalten. scheiterte jedoch. In Innsbruck übernahm die
Widerstandsbewegung O5 die Macht und rückten amerikanische Truppen ein.
An dem 2. Mai 1945 kapitulierten die deutschen
Verteidiger Berlins vor der Armee der Sowjetunion. Sowjetische Soldaten hissten
die sowjetische Fahne über dem Reichstag. An dem 3. Mai 1945 kapitulierte
Hamburg kampflos gegenüber Großbritannien. In der Lübecker Bucht töteten Bomben
britischer Flugzeuge durch Versenkung zweier Schiffe tausende Häftlinge von
Konzentrationslagern. Innsbruck und Teile Tirols wurden durch amerikanische
Truppen befreit.
An dem 4. Mai 1945 wurde in der Lüneburger
Heide die Teilkapitulation der Wehrmacht des Deutschen Reiches für
Nordwestdeutschland. Dänemark und die Niederlande unterzeichnet. Salzburg wurde
kampflos an amerikanische Truppen übergeben. An dem 5. Mai 1945 wurde das
Konzentrationslager Mauthausen durch amerikanische Truppen befreit. Die 19.
Armee der deutschen Wehrmacht kapitulierte in Innsbruck.
An dem 6. Mai 1945 erfolgten
Teilkapitulationen der deutschen Wehrmacht gegenüber den westlichen Alliierten
in Süddeutschland und Österreich. An dem 7. Mai 1945 wurde in Reims in
Frankreich als dem Hauptquartier General Eisenhowers die bedingungslose
Kapitulation der Wehrmacht des Deutschen Reiches durch Generaloberst Jodl für
das Oberkommando der Wehrmacht gegenüber den Oberbefehlshabern der westlichen
Alliierten unterzeichnet, die an dem 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft trat. Da jedoch
Josef Stalin auf einer getrennten, vollständigen Kapitulation gegenüber der
Armee der Sowjetunion bestand, erfolgte eine zweite Unterzeichnung durch
Feldmarschall Keitel in der Nacht zu dem 9. Mai1945 in Berlin-Karlshorst. Damit
war der von Adolf Hitler gegen Recht und Vernunft begonnene Zweite Weltkrieg
mit einer vollständigen Niederlage des Deutschen Reiches beendet.
Während durch den Ersten Weltkrieg
schätzungsweise 17 Millionen Menschen (darunter mehr als neun Millionen
Soldaten, darunter mehr als 2 Millionen aus dem Deutschen Reich, fast 1,5
Millionen aus Österreich-Ungarn, mehr als 2 Millionen aus Russland, 1,3 Millionen
aus Frankreich, 750000 aus Großbritannien und 117000 aus den Vereinigten
Staaten von Amerika) ihr Leben verloren, wurden in dem Zweiten Weltkrieg
insgesamt mehr als 127 Millionen Menschen aus etwa 30 Nationen mobilisiert und mehr
als 60 Millionen Menschen (darunter mehr als die Hälfte Zivilisten) getötet,
davon mehr als 24 Millionen Russen und mehr als 6 Millionen Deutsche. 6
Millionen Juden wurden ermordet. Zahllose Menschen wurden verletzt oder
geschädigt.
Der wichtigste Grund für diese Geschehen und Ergebnisse
dürfte das Wesen des Menschen sein. Vielleicht seit seiner Entstehung ist der
Mensch wohl zugleich auch des Menschen größter Feind. Trotz aller kulturellen
Entwicklungen und Fortschritte schließt der Mensch die Vernichtung von Leben
nicht grundsätzlich aus, sondern bezieht sie in vielfältigster Weise durchaus
in sein Dasein ein.
Ich selbst war bei Kriegsende auf dem kleinen
Bauernhof meines Großvaters in Wassertrüdingen an der Wörnitz, auf den unser
Vater bei seiner Einziehung in den Krieg als Sanitäter uns gebracht hatte. Dort
lebten neben Mutter und meinen beiden Schwestern auch unsere Patin und Tante
Lina mit unserer Cousine Rosemarie. Das kleine beschauliche Städtchen mit dem
großen Garten um das stattliche zweistöckige Haus an der Bahnhofstraße neben
dem Krankenhaus, das mein Großvater über seine Ehefrau einer vorangehenden Ehe
erlangt hatte, habe ich mit seinen wenigen Straßen und Geschäften der
Innenstadt wie Gubi (gut und billig) nahe dem zu dem Schloss führenden
langgestreckten Marktplatz und dem Entengraben und den Wörnitzwiesen vor dem
Öttinger Forst in schönster Erinnerung.
Mein Großvater war ein lieber gütiger Mann,
der sich wohl uns Kindern zuliebe an dem Martinstag als Heiliger (Pelzmartin) verkleidete.
Als solcher hat er die Kleinen auch ermahnt. Wirkliche Angst habe ich dabei
aber vielleicht doch nicht empfunden oder nachträglich wieder vergessen.
In der Nachbarschaft lagen das evangelische
Pfarrhaus und die katholische Kirche und vor dem Bahnhof eine Wirtschaft, in
welcher der Großvater gelegentlich Bier trank. Mit seinen beiden stattlichen
Pferden, auf denen ich zwischendurch gelegentlich sitzen durfte, arbeitete er
bei Bedarf in dem Forst. Bei seinen Kunden war er als besonders verlässlich sehr
geschätzt.
Stadteinwärts waren die Bockfischerin und der
Schreiner Enzer unsere Nachbarn. Gegenüber wohnte der Bauer Ittameier, dessen
kleine Hannelore manchmal mit uns auf dem Hof spielte. Nach dessen Gelände,
begann das Butzengässle (Butzengäßchen), das etwas kürzer als die Bahnhofstraße
schräg auch in das Städtchen führte und dabei an der zweistöckigen Villa Ramge
(Bernhard Ramge Hof 1863- Wassertrüdingen 1944) und dem von der in Berlin an
dem 18. April 1932 gegründeten Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)
geführten Kindergarten vorbeikam und bei der Schule wieder auf eine Straße
(Öttinger Straße) stieß.
Der Hoferbe meines Großvaters (Onkel Karl) war
(wie mein Vater und der andere Schwiegersohn) gleichfalls in den Krieg
eingezogen. Deshalb lebten die beiden Töchter des Großvaters mit den vier Enkelinnen
und Enkeln allein bei dem Großvater und besorgten mit ihm zusammen den durch
ein schmiedeeisernes Tor von der Bahnhofstraße abgetrennten Hof, auf dem neben
dem Wohnhaus getrennt noch ein Stadel
(Scheune) und ein Stall für einige Schweine, vielleicht sieben Kühe und die
zwei Pferde sowie ein zusätzliches einstöckiges Gebäude mit Waschküche standen
und ziemlich in der Mitte noch ein von Grundwasser gespeister Brunnen
eingegraben war. Der erste Stock des Hauses war an eine Frau Berger und ihre
erwachsene Tochter Leni vermietet.
Wann meine eigene, von Fotos und Erzählungen
gelöste Erinnerungen einsetzt, weiß ich nicht. Auf dem Hof des Großvaters waren
noch im Krieg eine wohl volksdeutsche Magd (Kathi) und ein (volksdeutscher)
Knecht (Fritz Kaschube, später in Kanada), mit denen wir uns bestens verstanden
und einige Zeit noch einen losen Kontakt behielten. Möglicherweise habe ich
einmal auch einen Zug hungernder russischer Kriegsgefangener durch eine Straße der
Stadt ziehen sehen und einmal das Feuer von Nürnberg an dem Horizont erblickt.
Irgendwann in einer klaren Nacht haben die
Erwachsenen unsere wenigen unscheinbaren Besitztümer aus Angst vor einem
Verlust. in dem Garten vergraben. Sie haben sich aber den Ort gut gemerkt. Sie
haben ihn deshalb auch leicht und sicher wiedergefunden.
An dem 8. April 1945 8.45 kam es zu einem
alliierten Luftangriff auf den Bahnhof Wassertrüdingen, auf dem ein
Munitionszug abgestellt gewesen sein soll. Vielleicht hat auch ein Mann mit
einem Gewehr wütend, wenn auch hilflos auf einen angreifenden Flieger
geschossen. Jedenfalls entstand durch heftige Explosionen plötzlich starker
Lärm.
Aus Angst rannten die Familien aus dem Haus in
die umliegenden Wiesen und Felder. Leicht den die Siedlung begrenzenden Hang hinter
dem Lehfeld hoch. Außer Atem geraten, legten wir uns einfach flach auf den
Boden und hofften auf einen guten Ausgang.
Meiner möglichen Erinnerung nach sehe ich danach
noch einen nicht näher bekannten Nachbarn vor mir, der um sein Haus ging und
die zu Boden gefallenen Ziegel besah. Zuhause folgte ihm darin auch der
Großvater. Er stand auf einer hohen Leiter an dem Stadel und betrachtete die
Schäden oben auf dem Dach und den entsprechenden Schutt unten auf dem Boden des
Hofes.
Irgendwer wird uns irgendwie geholfen haben.
Ziemlich nahe bestand eine größere Ziegelfabrik (Keitel). Außer an ihrem
Gebäude konnte man sie auch an einer kleinen Schmalspureisenbahn erkennen, mit
deren Hilfe der Unternehmer den Ton für seine Ziegel aus einer nahen, von mir
aber nie gesehenen Grube in sein Werk holte, aus dem wir damals wohl neue
Ziegel bekamen.
Zu dieser Zeit kam die amerikanische Armee als
Besatzung nach Wassertrüdingen und brachte Kaffee und Zigaretten mit. An uns
Kindern waren die Soldaten nicht interessiert. Vielleicht sahen wir unter ihnen
aber die ersten Menschen mit von Natur aus farbiger Haut.
An dem 10. Mai 1945 genehmigte der neue amerikanische
Präsident Harry Truman die Direktive JCS-1067. Sie regelte die Einzelheiten des
amerikanischen Besatzungsregimes in Deutschland. An dem 11. Mai 1945 trafen
amerikanische Truppen und sowjetische Truppen an der Enns bei Liezen zusammen.
An dem 13. Mai 1945 wurden Frau und Tochter Heinrich Himmlers in Südtirol
verhaftet.
Um den 15. Mai 1945 töteten jugoslawische
Partisanen Tausende deutsche und kroatische Soldaten und Zivilisten, die sich
in sowjetische oder britische Gefangenschaft begeben wollten (Massaker von
Bleiburg in Kärnten). An dem 18. Mai 1945 wurde in Flensburg Alfred Rosenberg
verhaftet. An dem 19. Mai 1945 wurden in der Tschechoslowakei erste
Enteigungsdekrete gegen Deutsche erlassen.
An dem 21. Mai 1945 wurde bei Zeven
(Niedersachsen) Heinrich Himmler festgenommen und anschließend in britische
Gefangenschaft gebracht. An dem 23. Mai 1945 wurde die letzte Reichsregierung
(unter Admiral Dönitz) verhaftet. An dem 24. Mai 1945 nahm der provisorische
Landesausschuss in Vorarlberg seine Arbeit auf.
An dem 31. Mai 1945 begann in Brünn die
Vertreibung der Deutschen (Brünner Todesmarsch), bei der viele Menschen starben.
Ab dem 1. Juni 1945 wurden Frauen in Berlin zu Trümmerarbeit verpflichtet und
begann in Lienz die gewaltsame Auslieferung der etwa 25000 in Lienz in dem
Kosakenlager befindlichen auf deutscher Seite kämpfenden Kosaken an die
Sowjetunion. An dem 4. Juni wurde in dem wieder verselbständigten Österreich
die Regierung Renner vereidigt.
An dem 5. Juni 1945 wurde in Deutschland durch
die Alliierten mit der Berliner Erklärung die Regierungsgewalt übernommen
(Alliierter Kontrollrat als oberstes Regierungsorgan) und das Deutsche Reich in
vier Besatzungszonen geteilt. An dem 6. Juni 1945 forderte der
Wiederaufbauminister Frankreichs 1,5 Millionen deutsche Kriegsgefangene und
Arbeiter für Wiederaufbauarbeiten. In Postelberg in Tschechien wurden hunderte
deutsche Männer zusammengetrieben und massakriert (Massaker von Postelberg), in
Podersam an dem 7. Juni 1945 68 sudetendeutsche Männer (Massaker von Podersam).
König Haakon VII. kam an dem 7. Juni
1945 nach fünf Jahren Exil nach Norwegen zurück.
An dem 9. Juni 1945 wurde durch Marschall
Georgi Schukow in Berlin-Karlshorst die Sowjetische Militäradministration in
Deutschland (SMAD) eingerichtet. In der Tschechoslowakei begann der Todesmarsch
der deutschen Männer aus Komotau mit tausenden Opfern. An dem 10. Juni 1945
erließ die Sowjetische Militäradministration in Deutschland in der sowjetischen
Besatzungszone den Befehl Nr. 2, der die Gründung und Tätigkeit antifaschistischer
Parteien erlaubte, woraufhin KPD, SPD, CDU und LDPD gegründet wurden.
An dem 12. Juni 1945 beschloss der Ministerrat
Österreichs die Wiederherstellung der österreichischen Rechtsordnung. An dem
18./19. Juni 1945 wurden bei Prerau in Mähren 265 Insassen eines
Flüchtlingszugs karpatendeutscher Rückkehrer von tschechoslowakischen Soldaten
verschleppt und an der sogenannten Schwedenschanze bei Ober Moschtienitz erschossen
(Massaker von Prerau).
An dem 25. Juni 1945 wurde auf einer Konferenz
in San Francisco der Entwurf der Charta der Vereinten Nationen durch
Akklamation angenommen, wobei die Unterzeichnung durch 50 der 51
Gründungsmitglieder an dem 26. Juni begann und die Charta nach ausreichender
Ratifikation an dem 24. Oktober 1945 in Kraft gesetzt wurde. An dem 1. Juli
1945 rückten die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich
in die ihnen zugewiesenen. vorher von der Sowjetunion besetzten Gebiete vor,
wodurch Österreich in vier Besatzungszonen geteilt wurde. In Wien begann die
Wiederherstellung zerstörter Donaubrücken.
An dem 4. Juli 1945 wurde in London von den
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien. Frankreich und der Sowjetunion
das Erste Alliierte Kontrollabkommen für Österreich unterzeichnet, das die alliierte
Militärregierung und das Kontrollsystem für das besetzte Österreich festlegte,
bis eine anerkannte Regierung gebildet werden konnte. Es richtete den
Alliierten Rat als oberste Entscheidungsinstanz ein und legte die Aufteilung in
vier Besatzungszonen fest. Der Alliierte Rat musste Gesetze einstimmig
genehmigen, ehe sie in Kraft treten konnten.
An dem 5. Juli 1945 fand die Wahl des
Unterhauses Großbritanniens statt, bei der die Labour Party unter Clement
Attlee überraschend die Konservative Partei unter Winston Churchill schlug. In
Berlin wurde die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) begründet,
die als einzige Partei Sozialisierungen ablehnte. An dem 8. Juli 1945 wurden in
der sowjetischen Besatzungszone fünf neue Länder Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gegründet. An dem 10. Juli
1945 löste Frankreich die Vereinigten Staaten von Amerika als Besatzungsmacht
in Tirol ab.
An dem 11. Juli 1945 übernahm
vereinbarungsgemäß die Interalliierte Militärkommandantur die
Viermächtekontrolle über die gemeinsame Verwaltung Berlins, das in vier Sektoren
eingeteilt wurde, wobei die Kommandantur dem Kontrollrat für Deutschland
unmittelbar unterstellt wurde. In der sowjetischen Besatzungszone bildeten an
dem 14. Juli 1945 KPD, SPD, CDU und LDPD unter formeller Wahrung ihrer
Selbständigkeit die Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien,
wobei verbindliche Grundsatzfragen der paritätisch besetzte Zentrale Ausschuss
einstimmig beraten und beschließen sollte.
An dem 16. Juli 1945 wurde bei Alamogordo in
New Mexico unter Leitung Robert Oppenheimers um 05:29:45 Uhr Ortszeit die erste
Atombombe erfolgreich gezündet, wobei der sogenannte Trinity Test alle
Erwartungen übertraf (der Tag, an dem die Sonne zweimal aufging). An dem 17.
Juli 1945 begann in Schloss Cecilienhof in Potsdam die Konferenz der
Siegermächte Sowjetunion, Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien
über die Neuordnung Europas und Deutschland (Potsdamer Konferenz,
Dreimächtekonferenz von Berlin). An dem 25. Juli 1945 ordnete Präsident Harry
Truman den Abwurf der ersten Atombombe an, überließ die Auswahl des Zieles aber
dem Kommandanten der Streitkräfte.
An dem 26. Juli 1945 veröffentlichten
Präsident Truman und Premierminister Churchill ein Ultimatum an Japan. An dem
31. Juli 1945 begann nach einer Explosion des Waffenlagers Schönpriesen der
tschechischen Armee in Aussig an mehreren Stellen der Stadt eine Verfolgung von
Deutschen, bei der bis zu 200 Menschen getötet wurden (Massaker von Aussig). An
dem 2. August 1945 unterzeichnetem Winston Churchill, Harry Truman und Josef
Stalin das Potsdamer Abkommen über die Zukunft Deutschlands.
An dem 4. August 1945 wurden aus
amerikanischen Flugzeugen 720000 Flugblätter abgeworfen, in denen vor einem
Abwurf einer Atombombe gewarnt wurde. An dem 6. August 1945 8:16:02 warf ein
Flugzeug der Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Piloten Oberst Paul
Warfield Tibbets eine Atombombe (Uranbombe) über der japanischen Industriestadt
Hiroshima ab, um das Land zu der Kapitulation zu zwingen, wodurch etwa 100000
Menschen - überwiegend Zivilisten und Zwangsarbeiter - (sofort) getötet wurden
und die Stadt vollständig zerstört wurde. An dem 8. August 1945 erklärte die
Sowjetunion Japan den Krieg.
An dem 9. August 1945 11:02 Uhr warf ein
amerikanisches Flugzeug unter der Leitung des Piloten Major Charles Sweeney eine
(zweite) Atombombe (Plutoniumbombe) auf die japanische Industriestadt Nagasaki.
Dadurch wurden rund 75000 Menschen sofort getötet. Die Stadt wurde zerstört.
An dem 10. August 1945 kündigte die Regierung
Japans an, die Bedingungen der Potsdamer Erklärung zu akzeptieren, falls die
Rolle des Kaisers als Staatsoberhaupt gewahrt bleibe. An dem 11. August 1945
wurde der so genannte Smyth-Report über die Entwicklung der Atombombe
freigegeben. Die Sowjetunion marschierte in die Mandschurei ein und die
Vereinigten Staaten von Amerika setzten ihre Luftangriffe fort.
An dem 14. August 1945 gab Kaiser Hirohito die
bedingungslose Kapitulation Japans bekannt und verkündete sie an dem 15. August
1945 in einer Radioansprache. Damit war der Zweite Weltkrieg (weltweit) beendet.
An dem 16. August 1945 erteilte Kaiser Hirohito den Befehl zu einem sofortigen
Waffenstillstand.
Irgendwann kam mein Vater unverletzt aus dem
Krieg nach Wassertrüdingen. Vielleicht konnten wir ihn zuerst von dem
Küchenfenster aus sehen. Damit hatte sich jedes abergläubische Pendeln mit dem
Ehering erledigt und es konnte an die Rückkehr nach Fürth gedacht werden
An dem 17. August 1945 erklärte Indonesien
seine Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft der Niederlande. An dem 28.
August 1945 wurde die Provisorische Regierung der Demokratischen Republik
Vietnam gegründet.
An dem 2. September 1945 unterzeichneten
Douglas Mac Arthur und Außenminister Shigemitsu Mamoru an Bord eines
amerikanischen Schiffes die bedingungslose Kapitulation Japans. An dem Zweiten
Weltkrieg waren insgesamt mehr als 60 Staaten beteiligt und wurden mehr als 65
Millionen Menschen getötet. An dem 9. September 1945 kapitulierte Japans
China-Armee in Nanking mit etwa einer Million Soldaten gegenüber Nationalchina,
an dem 12. September 1945 kapitulierten Japans Streitkräfte in Südostasien
gegenüber den alliierten Streitkräften unter Lord Mountbatten.
An dem 17. September 1945 wurde die
Volksschule Wassertrüdingen von anderweitiger Verwendung geräumt. Danach konnte
der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Meiner Erinnerung nach bin ich dort
in die aus roten Ziegeln gebaute Schule an der Sauergasse nahe der Stadtkirche und
der Öttinger Straße gekommen, die von der Bahnhofstraße aus über das
Butzengässle erreichbar war und habe bei einer mir nicht mehr erinnerlichen
Lehrkraft auf einer Schiefertafel das Schreiben von verschiedenen
Spazierstöcken als Vorformen der Buchstaben zu lernen begonnen.
An dem 19. September 1945 wurden die
preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau mit dem Volksstaat Hessen
(Hessen-Starkenburg und Oberhessen) und dem östlichen Rheinhessen zu
Groß-Hessen vereinigt. An dem 20. September 1945 wurde nach sieben Jahren
Zugehörigkeit zu dem Gau Schwaben infolge des sogenannten Anschlusses
Österreichs von 1938 das Kleinwalsertal wieder mit Vorarlberg vereinigt. An dem
1. Oktober 1945 wurde in Österreich die Pressefreiheit wiederhergestellt. Das
Burgenland wurde wieder selbständiges Bundesland. Das Fraternisierungsverbot
ausländischer Streitkräfte mit Einheimischen wurde aufgehoben. An dem 6. Oktober
1945 verbot die britische Besatzungsmacht dem von den Amerikanern eingesetzten
Kölner Oberbürgermeister alle parteipolitischen Aktivitäten. Das
Kontrollratsgesetz Nr. 2 des Alliierten Kontrollrats von dem 10. Oktober 1945
bestimmte, dass die NSDAP mit allen Gliederungen und angeschlossenen Verbänden
aufgelöst und verboten sei.
Die Entnazifizierung von Millionen von nationalsozialistischen
Parteimitgliedern durch deutsche Laienrichter in Spruchkammern wurde begonnen. Dabei
wurde zwischen Hauptschuldigen, Belasteten, Minderbelasteten, Mitläufern und
Entlasteten unterschieden, die unterschiedliche Folgen zu gewärtigen hatten.
Mein Vater und alle seine Brüder waren auf Grund ihres friedlichen Wesens wohl
alle Entlastete, wobei ohnehin bald die gesellschaftliche Reintegration in den
Vordergrund trat und Amnestien dazu führten, dass der Großteil selbst der
registrierten Nationalsozialisten in dem Ergebnis straffrei blieb.
An dem 13. Oktober 1945 wurde in Würzburg die
Christlich Soziale Union gegründet. An dem 14. Oktober 1945 gab in Berlin der
Alliierte Kontrollrat die Beschlagnahme des Vermögens der IG Farbenindustrie
bekannt. An dem 15. Oktober 1945 wurde in Frankreich der frühere
Ministerpräsident des Vichy-Regimes Pierre Laval nach einem Todesurteil wegen Hochverrats
von einem Hinrichtungskommando erschossen.
An dem 16. Oktober 1945 wurde die Ernährungs-
und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen begründet. An dem
18. Oktober 1945 wurde in Berlin der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher des
Nationalsozialismus eröffnet, der ab dem 20. November 1945 in Nürnberg
fortgesetzt wurde und nach 406 Verhandlungstagen mit 12 Todesurteilen endete.
Mit der an dem 19. Oktober 1945 beschlossenen Schulderklärung gestand die
evangelische Kirche ihre Mitschuld an den Verbrechen des
nationalsozialistischen Regimes ein.
An dem 24. Oktober 1945 wurden durch
Inkrafttreten der Charta die Vereinten Nationen gegründet. An dem 25. Oktober
1945 übergab Japan Formosa (Taiwan) offiziell an die Republik China. An dem 27.
Oktober 1945 unterschrieb Edvard Beneš als Präsident der Tschechoslowakei das
letzte der 143 nach ihm benannten Dekrete.
Vielleicht an dem 3. November 1945 wechselte
ich nach unserer Rückkehr nach Fürth in unsere Wohnung in der
Friedrich-Ebert-Straße 102 von der Volksschule in Wassertrüdingen in die
Volksschule bei der Michaelskirche in Fürth (Michelsschule) zu dem gestandenen
Lehrer Weigand, durch den ich in einer großen Bubenklasse mit (auf einem Bild)
45 Schülern schreiben, lesen und rechnen lernte. Dafür musste ich wie einige
Mitschüler (namentlich erinnere ich mich an Hans Mühling, Alfred Gießwein und
Alfred Bölian) von dem Eigenen Heim über den Klingenberg durch das Rednitztal
und über die Maxbrücke bis zu der Gustavstraße gehen. Dabei fiel ich eines
Tages bei einem Sprung über das Saugräbele vor dem Schlachthof mit dem von
meiner Mutter geschneiderten Mäntelchen in den Matsch, doch ist mir selbst dabei
nichts weiter passiert.
Von unserer Wohnung aus konnte man vorbei an
dem Ladengeschäft Lang nach Norden auf das Feldla gehen, das bis zu der
Bahnlinie Fürth-Erlangen-Bamberg und bis zu der anschließenden Farnbach und
Unterfarnbach nur aus Ackerland und am Bach aus Wiesen bestand. Der Boden war
eher sandig als lehmig. Die dortigen Sonnenuntergänge habe ich in bester
Erinnerung.
An dem 16. November 1945 wurde in London von
37 Staaten die Verfassung der United Nations Educational, Scientific and
Cultural Organisation (Unesco, Sitz in Paris, inzwischen 194 Mitgliedstaaten,
12 assoziierte Mitgliedstaaten) unterzeichnet. An dem 25. November 1945 gab es
in der Republik Österreich wieder freie Wahlen, bei denen von 3207125
abgegebenen Stimmen 158474 auf die ÖVP, 1428441 auf die SPÖ und 174387 auf die
KPÖ sowie 5823 auf die DPÖ entfielen. An dem 30. November 1945 erklärte sich
die Sowjetunion mit der der Einrichtung dreier Luftkorridore zwischen Berlin
und den westlichen Besatzungszonen in Deutschland (Hamburg, Bückeburg,
Frankfurt am Main) für alliierte Flugzeuge einverstanden.
An dem 13. Dezember 1945 begann in Österreich
der Umtausch von Reichsmark in Schilling. An dem 20. Dezember 1945 wählte die
Bundesversammlung Österreichs Karl Renner zu dem Bundespräsidenten, der Leopold
Figl zu dem Bundeskanzler ernannte. An dem 27. Dezember 1945 begann in
Wolfsburg die Serienproduktion der Volkswagen Limousine (VW Käfer). Das
sogenannte Bretton-Woods System trat in Kraft, nach dem der Internationale
Währungsfonds über die Wechselkurse wachen soll.
An dem 8. Januar 1946 wurde die Christlich
Soziale Union (CSU) in Bayern von Joseph Müller (Ochsensepp) und anderen
gegründet. An dem 10. Januar 1946 fand in London die erste Vollversammlung der
Vereinten Nationen statt, an der Vertreter einundfünfziger Staaten teilnahmen.
An dem 11. Januar 1946 rief in Tirana der Führer der seit 1939 gegen die
italienische und danach gegen die deutsche Besatzung kämpfenden kommunistischen
Partisanen Enver Hodscha die Volksrepublik Albanien aus.
An dem 12. Januar 1946 bestimmte ein Erlass
des Alliierten Kontrollrats (Direktive Nr. 24) die Entfernung der Mitglieder
der NSDAP und aller den Alliierten feindlichen Kräfte aus Ämtern und sonstigen
wichtigen Stellen. An dem 17. Januar 1946 fand die erste Sitzung des aus fünf
ständigen und mit einem Vetorecht ausgestatteten Mitgliedern (Vereinte Staaten
von Amerika, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich, China) und zehn jeweils
auf Zeit (zwei Jahre) gewählten Mitgliedern zusammengesetzten Sicherheitsrats
der Vereinten Nationen statt. An dem 20. Januar 1946 wurden in der
amerikanischen Besatzungszone Gemeinderatswahlen abgehalten.
An dem 22. Januar 1946 wurde in Mahabad in dem
Iran die Republik Kurdistan ausgerufen, die aber nur für knapp elf Monate
bestand. An dem 23. Januar 1946 wurden zwischen Österreich und der Sowjetunion
volle diplomatische Beziehungen hergestellt. An dem 24. Januar 1946 beschloss
die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Schaffung einer
Atomenergiebehörde. An dem 30. Januar 1946 wurden in Minsk in einem
Kriegsverbrecherprozess zu der Todesstrafe verurteilte Täter vor mehr als 100000
Menschen auf der Pferderennbahn erhängt.
An dem 31. Januar 1946 verabschiedete eine
jugoslawische Nationalversammlung für die aus Serbien, Kroatien, Slowenien,
Bosnien, Montenegro und Mazedonien gebildete und von Josip Tito geführte
Föderative Volksrepublik Jugoslawien eine Verfassung. An dem 1. Februar 1946
wurde der norwegische Jurist und Politiker Trygve Halvdan Lie (1896-1969) zu
dem (ersten) Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. An dem 3. Februar
1946 wurden General Friedrich Jeckeln, Standartenführer Alexander Boecking und sechs
Generäle in Riga nach Ukas 43 wegen Kriegsverbrechen auf sowjetischem Gebiet zu
der Todesstrafe verurteilt und öffentlich gehängt.
An dem 14. Februar 1946 wurde von John Presper
Eckert und John William Mauchy an der Universität of Pennsylvania der von ihnen
entwickelte erste elektronische Digitalrechner der Öffentlichkeit vorgestellt.
An dem 16. Februar 1946 wurde das Saarland der Zuständigkeit des Alliierten
Kontrollrats entzogen. An dem 21. Februar 1946 erschien auf Grund einer
britischen Erlaubnis die Wochenzeitung Die Zeit.
An dem 5. März 1946 hielt der frühere
Premierminister Großbritanniens Winston Churchill an dem Westminster College in
Fulton/Missouri eine Rede, in der vor der Teilung Europas durch die Sowjetunion
warnte und in Übernahme einer Brandschutzeinrichtung der Bühnentechnik von
Eisernem Vorhang sprach. An dem 6. März 1946 erkannte Frankreich Vietnam als
freien Staat innerhalb der Französischen Union an. An dem 7. März 1946 wurde in
der sowjetischen Besatzungszone die Freie Deutsche Jugend (FDJ) als
einheitliche, zunächst überparteiliche, durch die Sowjetische
Militäradministration zugelassene Jugendorganisation gegründet. Erster
Vorsitzender war Erich Honecker.
An dem 11. März 1946 wurde Rudolf Höß, der
frühere Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz, durch Hanns Alexander,
einen jüdisch-deutschen Ermittler der British War Crime Investigation Group,
auf einem Bauernhof nahe Flensburg aufgespürt und durch britische Truppen
verhaftet. An dem 12. März 1946 wurden in Budapest mehrere früher führende
ungarische Nationalsozialisten als Kriegsverbrecher hingerichtet. An dem 16.
März 1946 benannte Josef Stalin den sowjetischen Rat der Volkskommissare in
Ministerrat der Sowjetunion um.
An dem 18. März 1946 begann die Weltbank ihre
Tätigkeit. An dem 29. März 1946 wurde in dem früheren Konzentrationslager
Dachau der erste große Mauthausen-Prozess gegen 61 Angehörige der
Bewachungsmannschaft eröffnet. An dem 2. April 1946 erschien erstmals die
Tagezeitung die Welt. An dem 3 April 1946 wurde Homma Masaharu, der 1942 nach
der Eroberung der Philippinen den Todesmarsch von Bataan anordnete,
hingerichtet. An dem 18. April 1946 löste sich der an dem 10. Januar 1920 als
Teil des Versailler Vertrags gegründete Völkerbund auf.
An dem 19./20. und 21./22. April 1946 wurden
in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands die Sozialdemokratische Partei
Deutschlands und die Kommunistische Partei Deutschlands zu der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Vorsitz von Wilhelm Pieck (KPD) und
Otto Grotewohl (SPD) vereinigt. An dem 23. April 1946 erschien die Erstausgabe
der Zeitung Neues Deutschland der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.
An dem 29. April 1946 begann in Tokio der Internationale Militärgerichtshof für
den Fernen Osten seine Tätigkeit gegen 28 Angeklagte.
An dem 8. Mai 1946 luden die Vereinigten
Staaten von Amerika die übrigen Staaten ein, Atomtests zu beobachten. An dem
25. Mai 1946 entließ Großbritannien Transjordanien in die Unabhängigkeit. An
dem 28. Mai 1946 wurden in dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg 28 in den
Dachauer Prozessen zu der Todesstrafe verurteilten Angeklagten hingerichtet, an
dem 29. Mai 1946 weitere Angeklagte. An dem 22. Mai 1946 trat in der
sowjetischen Besatzungszone Deutschlands das Gesetz zur Demokratisierung der
Schule in Kraft. Danach begann die Einführung der Einheitsschule. Durch sie
sollten Bildungsprivilegien beendet werden.
An dem 12. Juni 1946 verabschiedete der
Provinziallandtag der preußischen Provinz Schleswig-Holstein eine vorläufige
Verfassung. An dem 13. Juni 1946 ging König Umberto II. auf Druck der Regierung
De Gasperi in das Exil nach Portugal. An dem 28. Juni 1946 unterzeichnen
Vertreter des Alliierten Rates ein neues Kontrollabkommen über Österreich. An
dem 30. Juni 1946 fanden in Bayern und Baden-Württemberg Wahlen zu
verfassunggebenden Landesversammlungen statt, in Sachsen ein Volksentscheid über
das Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- und Naziverbrechern in
das Eigentum des Volkes.
An dem 4. Juli 1946 wurde in der sowjetischen
Besatzungszone Deutschlands die Übergabe des gesamten so genannten deutschen
Eigentums an die Sowjetunion angeordnet. In Kielce in Polen kam es zu einem
blutigen Pogrom, bei dem mehr als 40 polnische Juden ermordet und weitere 80
verletzt wurden. An dem 10. Juli erließ der Alliierte Kontrollrat ein Gesetz,
das Frauen und Jugendliche über 14 Jahren zu Aufräumarbeiten von Trümmern
verpflichtete.
An dem 11. Juli 1946 erfolgte der Spatenstich
für die erste Hochhaussiedlung in Deutschland, durch die Wohnraum für die
britische Besatzungsverwaltung geschaffen werden sollte. An dem 15. Juli 1946
kamen die ersten Care-Pakete aus den Vereinigten Staaten von Amerika in
Bremerhaven zu der Linderung der Hungersnot in Deutschland an. An dem 16. Juli
1945 endete in Dachau der sogenannte Malmedy-Prozess mit der Verurteilung 73
deutscher Angeklagter, wobei 43 Todesurteile erlassen wurden.
An dem 17. Juli 1946 kündigte die britische
Militärregierung die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen an. In Belgrad
wurde der serbische Tschetnik-Führer Draza Mihailovič durch ein
Erschießungskommando hingerichtet. An dem 21. Juli 1946 wurde in Posen nach
Verurteilung wegen Völkermords durch den polnischen Gerichtshof Arthur Greiser
öffentlich hingerichtet. Das erste düsengetriebene Flugzeug startete von einem
Flugzeugträger und landete dort wieder.
An dem 22. Juli 1945 verübte die zionistische
Gruppe Irgun einen Bombenanschlag auf das King-David-Hotel in Jerusalem, durch
den 91 Menschen getötet wurden. In New York wurde die Verfassung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterzeichnet. An dem 23. Juli 1946 wurden
die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus den Vereinigten Staaten von Amerika
mit dem Schiff General Yates aus dem Camp Shanks nach Europa gebracht. In Japan
wurden durch einen kaiserlichen Erlass die Zaibatsu-Konzerne aufgelöst.
An dem 24. Juli 1946 wurde in Österreich das
Handelskammergesetz erlassen, das die Sozialpartnerschaft begründete.
Großbritannien ernannte Rudolf Amelunxen zu dem ersten Ministerpräsidenten
Nordrhein-Westfalens. An dem 25. Juli 1946 führten die Vereinigten Staaten von
Amerika an dem Bikini-Atoll 27 Meter unter der Wasseroberfläche die erste
Unterwasser-Atomwaffenexplosion durch. Sie verursachte eine starke radioaktive
Kontamination und den Untergang mehrerer Schiffe.
An dem 26. Juli 1946 erging in Österreich das
Gesetz über die Rückstellung entzogener Vermögen, die sich in Verwaltung des
Bundes oder der Bundesländer befinden (Erstes -von insgesamt sieben -
Rückstellungsgesetz[en]). An dem 28. Juli 1946 legten die Vereinigten Staaten
von Amerika einen Plan zu dem wirtschaftlichen Zusammenschluss der (vier)
Besatzungszonen vor. An dem 29. Juli begann in Paris die Friedenskonferenz für
Friedensverträge mit den früheren Verbündeten des Deutschen Reiches.
An dem 30. Juli 1946 wurden mehrere
nationalsozialistische Kriegsverbrecher wie Karl Schmieden, Peter Weiss und
Fritz Schmoll hingerichtet An dem 31. Juli 1946 kamen die ersten Transporte
deutscher Kriegsgefangene aus der Sowjetunion in Leipzig an. An dem 1. August
1946 trat in den Vereinigten Staaten von Amerika der Atomic Energy Act in
Kraft, der die zivile Kontrolle über Atomwaffen (durch die AEC) regelte. In
Ungarn wurde die Hyperinflation durch die Einführung des Forint beendet.
An dem 2. August 1946 wurde in der Sowjetunion
der Überläufer-General Andrej Wlassow, der auf Seiten des Deutschen Reiches
gekämpft hatte, hingerichtet. An dem 8. August 1946 wurde der frühere
nationalsozialistische Gauleiter August Eigruber hingerichtet. An dem 9. August
1946 einigten sich die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien auf
die Bildung eines alliierten Zweimächteamts für ihre zwei Besatzungszonen.
An dem 13. August 1946 veröffentlichte die
Regierung Großbritanniens eine Erklärung zu der Deportation illegaler jüdischer
Einwanderer nach Zypern (Operation Igloo). An dem 14. August 1946 wurde Robert
Wagner, der frühere nationalsozialistische Gauleiter und Leiter der
Zivilverwaltung in dem besetzten Elsass, in Fort Ney bei Straßburg wegen
Kriegsverbrechen durch Deportation von Juden aus dem Elsass und Baden
hingerichtet. An dem 16. August 1946 kam es in Kalkutta nach einem von der
Muslimliga ausgerufenen Direct Action Day zu viertägigen Unruhen zwischen
Hindus und Moslems mit mehr als 5000 Toten (Great Calcutta Killing).
An dem 22. August 1946 wurde der frühere
ungarische Ministerpräsident Döme Sztójay wegen Kriegsverbrechen hingerichtet.
An dem 23. August 1946 sprach die britische Militärregierung mit der Verordnung
46 der preußischen Provinz Schleswig-Holstein den vorläufigen Status eines
Landes zu. Durch Vereinigung der Provinz Nordrhein und des nördlichen Teiles
der Provinz Westfalen wurde Nordrhein-Westfalen geschaffen.
An dem 24. August 1946 wurde eine neue Verfassung
Japans genehmigt. An dem 26. August 1946 stimmten die Vereinigten Staaten von
Amerika der Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs zu. An dem 5.
September 1946 wurde in Paris zwischen Österreich und Italien das
Gruber-De-Gasperi-Abkommen (Pariser Abkommen) vereinbart, das den Schutz der
deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol vorsah. An dem 15. September 1946
beschloss das Parlament Bulgariens in Sofia die Abschaffung der Monarchie und
rief die Volksrepublik Bulgarien aus.
An dem 19. September 1946 rief der frühere
Premierminister Großbritanniens Winston Churchill an der Universität Zürich in
einer Rede zu der Gründung von Vereinigten Staaten von Europa auf. Nach neun
Monaten Verhandlung wurden an dem 30. September 1946 und 1. Oktober 1946 in
Nürnberg die Urteile in dem Hauptkriegsverbrecherprozess verlesen, nach denen
zwölf Angeklagte zu dem Tode durch den Strang (Hermann Göring, Martin Bormann
[in Abwesenheit], Hans Frank, Wilhelm Frick, Alfred Jodl, Ernst Kaltenbrunner,
Wilhelm Keitel, Joachim von Ribbentrop, Alfred Rosenberg, Fritz Sauckel, Arthur
Seyß-Inquart, Julius Streicher) und drei zu lebenslanger Haft sowie vier zu langjähriger
Haft verurteilt wurden, während Hans Fritzsche, Franz von Papen und Hjalmar
Schacht freigesprochen wurden. Die Todesurteile wurden - abgesehen von der
Selbsttötung Hermann Görings - an dem 16. Oktober 1946 vollstreckt.
An dem 8. Oktober 1946 wurden in dem Zuchthaus
Hameln nach Urteilen britischer Militärgerichte nationalsozialistische
Straftäter wie Anton Thumann und Wilhelm Dreimann hingerichtet. An dem 12.
Oktober 1946 erließ der Alliierte Kontrollrat die Kontrollratsdirektive Nr. 38
über die Festnahme und Bestrafung von Kriegsverbrechern, Nationalsozilisten und
Militaristen in fünf Verantwortlichkeitsgruppen. An dem 13. Oktober 1946 fand
in Hamburg die erste Bürgerschaftswahl nach dem Zweiten Weltkrieg statt, welche
die SPD deutlich gewann.
An dem 15. Oktober 1946 beging Hermann Göring
durch Einnahme einer Giftkapsel Selbstmord. An dem 16. Oktober 1946 wurden zehn
zu der Todesstrafe verurteile Kriegsverbrecher in der später beseitigten Turnhalle
des Gefängnisses in Nürnberg durch den Strang hingerichtet. An dem 20. Oktober
1946 fanden in der sowjetischen Besatzungszone (freie) Landtagswahlen und die
Wahl zu der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin statt, bei denen trotz
Unterstützung durch die Sowjetische Militäradministration die SED die absolute
Mehrheit verfehlte und in Berlin die SPD stärkste Kraft wurde.
An dem 21/22. Oktober 1946 wurden durch das sowjetische
Geheimunternehmen Ossawakim tausende deutsche Spezialisten zwangsweise in die
Sowjetunion verschleppt. An dem 23. Oktober 1946 wurde in Prag der
SS-Obergruppenführer Kurt Daluege hingerichtet. An dem 28. Oktober 1946
erklärte die tschechoslowakische Regierung die Vertreibung der Deutschen aus
Böhmen, Mähren-Schlesien und der Slowakei offiziell für beendet, wobei noch
etwa 200000 Sudetendeutsche in dem Land waren.
An dem 29. Oktober 1946 ergab eine
Volkszählung 65,9 Millionen Einwohner in den Besatzungszoen des Deutschen
Reiches. An dem 30. Oktober 1946 wurde in dem Parlament Österreichs einstimmig
eine Entschließung für ein freies Österreich angenommen. An dem 3. November
1946 wird eine neue Verfassung Japans verkündet. An dem 4. November 1946 trat
die Verfassung der UNESCO in Kraft. An dem 8. November 1946 wurde in
Deutschland mit der Verordnung Nr. 55 der Militärregierung das Land
Niedersachsen gegründet.
An dem 18. November 1946 trat in Halle der
erste Landtag von Sachsen-Anhalt zusammen. Die sowjetische
Militäradministration ordnete den Aufbau einer Grenzpolizei in der sowjetischen
Besatzungszone an. An dem 22. November 1946 trat in dem Theater Koblenz die
Beratende Landesversammlung von Rheinland-Pfalz für die Ausarbeitung einer
neuen Verfassung zusammen. An dem 24. November 1946 wurde bei der Landtagswahl
in Württemberg-Baden die CDU stärkste Kraft.
An dem 28. November 1946 wurde die Verfassung
für Württemberg-Baden verkündet. An dem 1. Dezember 1946 wurde in Hessen erste
demokratische Nachkriegsverfassung angenommen. In Bayern wurde die neue
Verfassung angenommen und der erste Landtag gewählt. An dem 2. Dezember 1946
unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien ein
Abkommen über den Zusammenschluss ihrer Besatzungszonen zu der sogenannten
Bizone zu dem 1. Januar 1947. An dem 8. Dezember 1946 trat die Verfassung
Bayerns in Kraft.
An dem 9. Dezember 1946 begann in Nürnberg der
Nürnberger Ärzteprozess gegen Karl Brandt und 22 andere Ärzte und
Verwaltungsfachleute. An dem 10. Dezember 1946 trat der Landtag von
Württemberg-Baden in Stuttgart zusammen. An dem 11. Dezember 1946
verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution
über die Anerkennung völkerrechtlicher Grundsätze.
An dem 1. Januar 1947 wurden die amerikanische
und die britische Besatzungszone in Deutschland zu der Bizone (Vereinigtes
Wirtschaftsgebiet) zusammengeschlossen. Der Winter 1946/1947 war der härteste
Winter des Jahrhunderts mit Temperaturen bis zu minus 25 Grad und 40 Tagen Dauerfrost.
An dem 4. Januar 1947 erschien in Hannover die erste Ausgabe des
Nachrichtenmagazins Der Spiegel unter der Leitung Rudolf Augsteins. An dem 17.
Januar 1947 trat in Deutschland das Kontrollratsgesetz Nr. 39 in Kraft, das
eine einheitliche Erkennungsflagge für alle der Alliierten Kontrollbehörde
unterstehenden deutschen Schiffe einführte (bis zu der Gründung zweier
deutscher Staaten).
An dem 21. Januar 1947 wurde das Land Lippe in
Nordrhein-Westfalen eingegliedert. An dem 22. 1. 1947 wurde durch ein Übereinkommen
der amerikanischen und britischen Militärregierung und die Proklamation Nr. 3
der amerikanischen Militärregierung das Land Bremen mit Wesermünde wiederhergestellt.
An dem 6. Februar 1947 trat in der sowjetischen Besatzungszone die Verfassung
des neuen Landes Mark Brandenburg in Kraft.
An dem 7. Februar 1947 fand ein Staatsakt zu
der Eingliederung der Stadt Wesermünde in das Land Bremen statt, wobei
Vertreter die Umbenennung in Bremerhaven beschlossen. An dem 10. Februar 1947
wurden in Paris die Pariser Friedensverträge beschlossen, die den Kriegszustand
mit den früheren Verbündeten (Italien, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und
Finnland) Deutschlands beendeten und Reparationen, Grenzänderungen und die
Verringerung von Streitkräften vorsahen. An dem 19. Februar 1947 wurde in
Berlin der SS-Obersturmführer Alfred Driemel hingerichtet.
An dem 20. Februar 1947 erließ der Alliierte
Kontrollrat das Kontrollratsgesetz Nr. 45. An dem 24. Februar wurde in Nürnberg
der frühere Vizekanzler Franz von Papen von der zuständigen Spruchkammer zu 8
Jahren Arbeitslager und Vermögenseinzug verurteilt. An dem 25. Februar 1947
wurde das Kontrollratsgesetz Nr. 46 über die Auflösung Preußens erlassen. An
dem 1. März 1947 verabschiedete die CDU in der britischen Besatzungszone das
Sozialpflichtigkeit des Eigentums fordernde Ahlener Programm.
An dem 4. März 1947 unterzeichneten
Großbritannien und Frankreich den Dünkirchener Vertrag als Verteidigungsbündnis
gegen mögliche erneute deutsche Angriffe. Außerdem wurde an diesem Tag die
zweite Leipziger Mustermesse nach dem Kriege eröffnet. An dem 8. März 1947
schlossen sich in Ost-Berlin in dem Admiralspalast auf dem Frauenkongress in
der sowjetischen Besatzungszone Frauen aus allen vier Besatzungszonen zusammen,
um eine überparteiliche Organisation (Demokratischer Frauenbund Deutschlands) zu
der Förderung der Gleichberechtigung zu schaffen, woraus später als Teil der
Nationalen Front eine Massenorganisation der Deutschen Demokratischen Republik
wurde.
An dem 10. März begann in Moskau die Moskauer
Außenministerkonferenz über die Zukunft Deutschlands, auf der Einigungen über
Reparationen und eine zentrale Verwaltung scheiterten. In dem amerikanischen
Besatzungsgebiet bildete sich ein 24köpfiger Parlamentarischer Rat zu der
Beratung der Länderräte bei Verwaltungsaufgaben. Der nationalsozialistische
Funktionär Heinz Spanknöbel starb in dem sowjetischen Speziallager Nr. 1
Mühlberg.
An dem 12. März 1947 verkündete der
amerikanische Präsident Truman die nach ihm benannte Truman-Doktrin zu einer Eindämmung
des Kommunismus, auf deren Grundlage der sogenannte Kalte Krieg zwischen den
Westmächten und der Sowjetunion begann. An dem 16. März 1947 starb der frühere
SS-Gruppenführer Curt Wittje in der Haft. Das an dem 17. März 1947 einsetzende
Tauwetter verursachte starke Schäden auf Flüssen und an Brücken.
An dem 20. März 1947 wurde der Feriendienst
des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds in der sowjetisch besetzten
Besatzungszone gegründet. An dem 26. März 1946 endete in Frankfurt am Main der
Hadamar-Prozess gegen Adolf Wahlmann und 24 weitere Angeklagte wegen ihrer
Beteiligung an Euthanasie. Das Kontrollratsgesetz Nr. 46 über die Auflösung
Preußens wurde in dem Amtsblatt von dem 31. März 1947 veröffentlicht.
An dem 2. April 1947 verurteilte ein Gericht in
Warschau den früheren Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz Rudolf
Höß zu der Todesstrafe durch Erhängen. An dem 9. April 1947 wurde in Hamburg
die Schweizer Agentin der Gestapo und Blockälteste in dem Konzentrationslager
Ravensbrück Carmen Mory hingerichtet. An dem 11. April 1947 begann vor einem
amerikanischen Militärgericht in dem früheren Konzentrationslager Dachau gegen
31 Angeklagte des früheren Konzentrationslagers Buchenwald, die alle schuldig
gesprochen wurden und gegen die 22 Todesurteile verhängt wurden (die meisten
später umgewandelt).
An dem 13. April 1947 legte der sogenannte
Ellwanger Kreis einen frühen Entwurf einer deutschen Verfassung mit einem
Bundestag, einem Bundesrat und einem Bundesverfassungsgericht vor. An dem 16.
April 1947 wurde in Auschwitz Rudolf Höß hingerichtet. An dem 17. April 1947
wurde der frühere Generalfeldmarschall Erhard Milch von dem amerikanischen
Gerichtshof zu lebenslanger Haft verurteilt.
An dem 18. April 1947 um 13 Uhr sprengte die
Marine Großbritanniens mit 6700 Tonnen Sprengstoff Bunkeranlagen auf Helgoland.
An dem 19. April 1947 nahmen in Monte Carlo Vertreter aus 37 Staaten eine
Neuverteilung der Wellenlängen des Rundfunks vor. In den Ländern der britischen
Besatzungszone Deutschlands fanden Landtagswahlen statt.
An dem 25. April 1947 schlossen sich in
Bielefeld 14 Einzelgewerkschaften zu dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)
zusammen und wählten Hans Böckler zu dem Vorsitzenden. An dem 26. April 1947
wurde in Berlin ein Abkommen über die Rückführung eines Kontingents deutscher
Flüchtlinge in die sowjetische Besatzungszone unterzeichnet. An dem 27. April
1947 wurde auf Empfehlung der Moskauer Außenministerkonferenz die weitere
Durchführung der Entnazifizierung in deutsche Verantwortung übertragen.
An dem 1. Mai 1947 forderte eine
Betriebsrätekonferenz in Duisburg wegen der Entkräftung der Arbeiterschaft die
Einführung des Sechs-Stunden-Arbeitstags. An dem 6. Mai 1947 verurteilte ein
britisches Militärgericht in Venedig den früheren deutschen Feldmarschall
Albert Kesselring wegen Geiselerschießungen zu der zu der Todesstrafe. An dem
10. Mai 1947 wurde Karl Rahn als früherer Kommandant des jüdischen Ghettos von
Theresienstadt zu der Todesstrafe verurteilt. An dem 13. Mai 1947 wurde in
Stuttgart der frühere Reichsfinanzminister Hjalmar Schacht zu acht Jahren
Arbeitslager verurteilt und sein Vermögen bis auf 10000 Reichsmark
beschlagnahmt.
An dem 14. Mai 1947 wurde anstelle von Wilhelm
Högner Waldemar von Knöringen zu dem Vorsitzenden der SPD in Bayern gewählt. An
dem 16. Mai 1947 wurde Max Reimann als Vorsitzender der KPD Nordrhein-Westfalen
wiedergewählt. Der Alliierte Kontrollrat ordnete die doppelte Sommerzeit an und
stellte die Uhren um eine Stunde vor. An dem 17. Mai 1947 kamen die
Ministerpräsidenten aller Länder der vier Besatzungszonen Deutschlands in
München zusammen.
An dem 18. Mai 1947 fand ein Antrag der
Arabischen Liga auf Abzug der britischen Truppen aus Palästina und Errichtung
eines palästinensischen Staates in den Vereinten Nationen keine Mehrheit. Von
der britischen Militärregierung wurden 13000 während des Zweiten Weltkriegs zu
einer Einschmelzung beschlagnahmte Kirchenglocken an ihre Herkunftsorte
zurückgeführt. Aus Landtagswahlen ging die CDU als stärkste politische Kraft
hervor.
An dem 21. Mai 1947 wurde in Paris ein
Handelsabkommen zwischen Frankreich und der deutschen Bizone geschlossen. Nach
einer Feststellung des Verteidigungsministeriums Großbritanniens kostete die
Besetzung Deutschlands Großbritannien in dem Finanzjahr 1946/1947 48 Millionen
Pfund. An dem 22. Mai 1947 wurde in Hessen durch Regierungsverordnung das
Schulgeld abgeschafft.
Nach einer Mitteilung des niedersächsischen
Landtagsabgeordneten Pastor Heinrich Albertz kamen monatlich bis zu 15000
illegale Grenzgänger aus der sowjetischen Besatzungszone (Ostzone) nach
Niedersachsen. An dem 27. Mai 1947 wurden in Landsberg 22 Angeklagte in dem
Mauthausen-Prozess zu dem Tode verurteilt und hingerichtet. In der Sowjetunion
wurde die Todesstrafe aufgehoben und durch eine 25jährige Freiheitstrafe
ersetzt.
An dem 30. Mai 1947 verabschiedeten die
Landtage Sachsen-Anhalts und Sachsens Gesetze über die Enteignung der
Bodenschätze. Louise Schröder (SPD) wurde vorläufige Oberbürgermeisterin
Berlins. Die amerikanische Militärregierung sprach sich für ein vollständiges
Bierbrauverbot aus. An dem 31. Mai 1947 erhielt der Deutsche Pressedienst von
der britischen Besatzungsmacht die Erlaubnis, sich ab dem 1. Juli 1947 in der
britischen Besatzungszone als Deutsche Nachrichtenagentur zu bilden.
An dem 4. Juni 1947 nannte sich die aus der
Welfenbewegung hervorgegangene, konservative nationale Grundüberzeugungen
vertretende Niedersächsische Landespartei in Deutsche Partei um. An dem 5. Juni
1947 traten die Ministerpräsidenten der deutschen Länder in München zu einer
Konferenz zusammen, auf welcher der amerikanische Außenminister George C.
Marshall ein Hilfsprogramm für alle Staaten in Europa vorstellte. An dem 9.
Juni 1947 veröffentlichten die Ministerpräsidenten der Ostzone eine Erklärung,
in der sie ihre Abreise von der Münchener Konferenz erklärten und die Bildung
deutscher Zentralverwaltungen forderten.
An dem 13. Juni 1947 führte die Annahme des
amerikanischen Marshallplans in Deutschland in Österreich zu von der
Kommunistischen Partei Österreichs organisierten Tumulten und Demonstrationen.
In Rheinland-Pfalz wurde Ministerpräsident Wilhelm Boden wiedergewählt. An dem
14. Juni 1947 übertrug die Sowjetische Militäradministration in Deutschland der
Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) die Kontrolle über die Wirtschaft in der
sowjetischen Besatzungszone. An dem 15. Juni 1947 begann der Umtausch der
deutschen Währung gegen die besondere Saarmark in dem Saargebiet.
An dem 16. Juni 1947 wurde Karl Arnold als
Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens wiedergewählt. An dem 18. Juni 1947
überließ die amerikanische Besatzungsmacht die Druckplatten der Deutschen
Reichsmark der sowjetischen Besatzungsmacht, um eine eigene sowjetische
Besatzungswährung zu verhindern. In Eutin traten an dem 20. Juni 1947 500
Vertreter aus allen Teilen Deutschlands zu einem ersten deutschen
Europa-Kongress zusammen. An dem 21. Juni 1947 wurde Joseph Stalin erneut zu
dem Staatsoberhaupt der Sowjetunion gewählt.
Die Ministerpräsidenten der Länder der Ostzone
baten den Alliierten Kontrollrat in Berlin, ihre Vorschläge zu der Vereinigung
der Besatzungszonen erläutern zu dürfen. An dem 22. Juni 1947 verlangte der
Leiter der jugoslawischen Militärmission in Berlin von dem Alliierten
Kontrollrat die Auslieferung jugoslawischer Kriegsverbrecher in der britischen
Besatzungszone. An dem 24. Juni 1947 schlossen Vertreter der Bizone mit der
französischen Besatzungszone in Bad Ems ein Wirtschaftsabkommen.
An dem 28. Juni 1947 konnte sich die Alliierte
Kommandantur in Berlin nicht über die Bestätigung Ernst Reuters zu dem
Oberbürgermeister Berlins einigen. An dem 1. Juli 1947 wurde der von einem
britischen Militärgericht zu dem Tode verurteilte Albert Kesselring zu
lebenslanger Haft begnadigt. An diesem Tage erreichte die Bizone (amerikanische
Zone und britische Zone) 47 Prozent der industriellen Produktion der
Vorkriegszeit. Der Außenminister der Sowjetunion (Molotow) lehnte den
Marshallplan der Vereinigten Staaten von Amerika ab.
An dem 2. Juli 1947 wurde auf dem Parteitag
der Sozialdemokraten Kurt Schumacher als Parteivorsitzender bestätigt. An dem
3. Juli 1947 wurde zwischen den Besatzungsmächten Deutschlands die freie
Austauschbarkeit von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern vereinbart. An dem 5.
Juli 1947 erhielt der Deutsche Presse-Dienst (DPD) eine Lizenz.
An dem 6. Juli 1947 wurde Wilhelm Külz als
Vorsitzender der ostzonalen Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands in
Eisenach wiedergewählt. An dem 7. Juli 1947 gab es in Deutschland 38
Hochschulen mit 77507 Studenten. An dem 9. Juli 1947 wurde Peter Altmeier zu
dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. In Paris sprach sich
Charles de Gaulle für eine Einbeziehung Deutschlands in ein künftiges
vereinigtes Europa aus.
An dem 10. Juli 1947 lehnte der Zonenbeirat
der britischen Besatzungszone die vorgeschlagene Bodenreform ab. Der britische
Premierminister Clement Attlee teilte mit, dass Lord Louis Mountbatten und
Mohammad Ali Dschinnah die Generalgouverrneure für Indien und Pakistan werden
sollen. An dem 11. Juli 1947 teilte die Regierung der Sowjetunion mit, dass sie
ein Gegenstück zu dem amerikanischen Marshallplan, den Molotowplan aufstellen
wird.
An dem 15. Juli 1947 begann in Nürnberg ein
Strafverfahren gegen Offiziere der früheren deutschen Wehrmacht wegen ihrer
Taten in dem Zweiten Weltkrieg. Der amtsenthobene bayerische Minister für
Entnazifizierung Alfred Loritz reiste nach Berlin, um mit dem amerikanischen
Militärgouverneur General Lucius D. Clay über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des
Schwarzhandels zu sprechen. In Rheinland-Pfalz wurde unter Ministerpräsident
Peter Altmeier eine Regierung gebildet.
An dem 16. Juli 1947 wurde der amerikanische
Militärgouverneur in Deutschland (Clay) von der Regierung der Vereinigten
Staaten von Amerika mit weitgehenden Vollmachten und neuen politischen
Richtlinien betraut, um eine Zentralregierung zu schaffen. An dem 17. Juli 1947
forderte David Ben Gurion vor dem Palästina-Komitee der Vereinten Nationen die
Schaffung eines jüdischen Staates in Palästina und lehnte ein Mandat der
Vereinten Nationen ab. An dem 18. Juli 1947 trafen die acht in Nürnberg zu Haft
verurteilten deutschen Hauptkriegsverbrecher in Berlin auf dem Flugplatz Gatow
zu der Verbüßung ihrer Haftstrafen in dem Spandauer Gefängnis ein.
An dem 21. Juli 1947 erhielten die früheren
Provinzen Brandenburg und Sachsen-Anhalt Preußens die Stellung eines Landes in
Deutschland. An dem 22. Juli 1947 wurde in Württemberg-Hohenzollern mit
Staatspräsident Lorenz Bock die erste Landesregierung vorgestellt. An dem 23.
Juli 1947 trat in Frankfurt am Main der Wirtschaftsrat der Bizone zu der Wahl
der Direktoren für die Hauptverwaltungen des Vereinigten Wirtschaftsgebiets
zusammen.
An dem 24. Juli 1947 wandte sich das
Zentralsekretariat der SED gegen die Einbeziehung der Bizone in den
Marshallplan. An dem 25. Juli 1947 wurde Leo Wohleb (CDU) als Staatspräsident
und Ministerpräsident Badens ernannt. An dem 26. Juli 1947 scheiterten die
Verhandlungen über die Bestätigung Ernst Reuters als Oberbürgermeister Berlins
an dem Einspruch der sowjetischen Besatzungsmacht.
An dem 30. Juli 1947 wurde der bisherige
Intendant des Berliner Rundfunks Max Seydewitz (SED) als Nachfolger seines
verstorbenen Parteigenossen Rudolf Friedrichs zu dem Ministerpräsidenten
Sachsens gewählt. An dem 31. Juli 1947 verlangte der Landtag
Nordrhein-Westfalens in einer Entschließung die Einstellung der
Industriedemontagen und die Aufstellung eines neuen Industrieplans. In Vietnam
bildete Präsident Ho Chi Minh eine neue Regierung, in der Bao Dai, der
ehemalige Kaiser, als hoher Ratgeber wirkte.
An dem 6. August 1947 wurde in Deutschland das
Gesetz Nordrhein-Westfalens zu der Sozialisierung des Kohlebergbaus von der
britischen Militärregierung genehmigt. In Frankfurt am Main bezeichnete Walter
Ulbricht (SED) jeden Versuch, das Ruhrgebiet politisch oder wirtschaftlich von
Deutschland zu trennen, als Vernichtung der politischen und wirtschaftlichen
Einheit Deutschlands. Clement Attlee forderte von der Bevölkerung
Großbritanniens Opfer zu der Produktionssteigerung und Haushaltssicherung.
An dem 7. August 1947 begann vor einem
amerikanischen Militärgericht in Dachau ein Strafprozess gegen 19 Angehörige
des Lagerpersonals des früheren Konzentrationslagers Nordhausen. Der Landtag
Schleswig-Holstein stimmte einer Gesetzesvorlage über die Verstaatlichung der
Schlüsselindustrien (Kohlegruben, Eisen, Stahl, chemische Industrie,
Kraftwerke) zu. An dem 14. August 1947 wurden 22 Angehörige des Personals des
früheren Konzentrationslagers Buchenwald von einem amerikanischen Militärgericht
in Dachau zu der Todesstrafe und fünf zu lebenslanger Zuchthaushaft verurteilt.
An dem 20. August 1947 verurteilte ein
amerikanisches Militärgericht in Nürnberg sieben angeklagte
nationalsozialistische Ärzte zu der Todesstrafe. An dem 21. August 1947
verurteilte ein amerikanisches Militärgericht in Dachau vier Angehörige des
Wachpersonals des früheren Konzentrationslagers Mauthausen zu der Todesstrafe.
Bis zu dem 4. September 1947 wurden in der sowjetischen Besatzungszone
Deutschlands mehr als 3 Millionen Hektar Land verstaatlicht. An dem 25.
September 1947 wurde Kaiser Hirohito von Japan in Tokio von Kriegsverbrechen
frei geprochen.
An dem 28. September 1947 veröffentlichte die
provisorische Verwaltungskommission des Saargebiets einen Verfassungsentwurf
über die wirtschaftliche Eingliederung in Frankreich. An dem 2. Oktober 1947
wurden neun weitere Rüstungsunternehmen wie Messerschmitt und Junkers auf eine
Demontageliste gesetzt und ihre Ausrüstungen an Frankreich, Belgien und
Griechenland aufgeteilt. An dem 5. Oktober 1947 wurde bei Landtagswahlen in dem
Saargebiet die Christliche Volkspartei stärkste politische Kraft, während die
für einen Anschluss an Frankreich eintretenden Kommunisten (nur) 8,5 Prozent
der Stimmen erhielten.
An dem 6. Oktober 1947 übertrug die britische
Militärregierung in Deutschland das Recht zu der Entnazifizierung mit der
Verordnung Nr. 110 auf die Länderregierungen. Bei den Wahlen zu der Bremer
Bürgerschaft an dem 12. Oktober 1947 erhielt die SPD 40 Prozent der Stimmen.
Das Land nahm an dem 21. Oktober 1947 mit einer neuen Verfassung den Namen
Freie Hansestadt Bremen an.
An dem 30. Oktober 1947 unterzeichneten
Delegierte aus 23 Staaten auf einer seit 10. April 1947 in Genf tagenden
Konferenz ein Generalabkommen für Tarife und Handel (GATT). An dem 31. Oktober
1947 wurden in Belgrad zahlreiche Offiziere der früheren deutschen Wehrmacht zu
der Todesstrafe verurteilt. An dem 3. November 1947 wurde Oswald Pohl von einem
amerikanischen Militärgericht in Nürnberg zu der Todesstrafe verurteilt. An dem
11. November 1947 wurde in Preßburg (Bratislava) der frühere
Verteidigungsminister der unabhängigen Slowakei Stephan Hassik in Abwesenheit
zu der Todesstrafe verurteilt, acht weitere frühere Minister zu
Zuchthausstrafen, in Bukarest Juliu Maniu, der frühere Führer der nationalen
Bauernpartei zu lebenslanger Zwangsarbeit.
An dem 12. November wurde in der französischen
Besatzungszone Deutschlands ein Wiedergutmachungsgesetz in Kraft gesetzt. An
dem 13. November 1947 wurde in München der Bankier Baron Kurt von Schröder wegen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu drei Monaten Gefängnis und 1500
Reichsmark Geldstrafe verurteilt. An dem 15. November 1947 endeten die von den
amerikanischen Besatzungsbehörden in Österreich durchgeführten
Kriegsverbrecherprozesse mit 31 Verurteilungen von Angeklagten und 20
Freisprüchen.
An dem 19. November 1947 erreichte die
Kohleförderung in Deutschland mit rund vier Millionen Tonnen je Monat wieder
den Vorkriegsstand. An dem 24. November 1947 wurde in Berlin ein
Interzonen-Handelsabkommen unterzeichnet. An dem 25. November 1947 begann in
London eine Außenministerkonferenz über die deutsche Frage, die an dem 25.
November 1947 wegen unterschiedlicher Standpunkte zu Reparationen, Demontagen,
Marshallplan, Bizone, Oder-Neiße-Linie, Friedensvertrag, deutsche Einheit und
Verfassung an dem 15. Dezember 1947 ergebnislos abgebrochen und vertagt wurde.
An dem 29. November 1947 beschloss die
Vollversammlung der Vereinten Nationen die Teilung des britischen
Mandatsgebiets Palästina und stellte Jerusalem unter die Verwaltung der Weltorganisation.
An dem 30. November 1947 bezeichnete David Ben Gurion die Schaffung eines
souveränen jüdischen Volksstaats in der alten jüdischen Heimat als historische
Gerechtigkeit. An dem 3. Dezember 1947 verabschiedete der Landtag
Schleswig-Holsteins das Gesetz über die Bodenreform, das die Beschlagnahme
allen Grundeigentums mit mehr als 100 Hektar vorsah.
An dem 4. Dezember 1947 wurden von dem
amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg mehrere führende
nationalsozialistische Juristen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. An
dem 5. Dezember 1947 begann in dem sowjetischen Sektor in Berlin der von der
SED betriebene Volkskongress für die deutsche Einheit und einen gerechten
Frieden mit 1352 Delegierten aus Ostzone und Berlin sowie 664 Delegierten aus
den Westzonen. An dem 15. Dezember 1947 fand in London die Londoner
Außenministerkonferenz der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die
Deutschland-Frage statt, die wegen eines Bruches zwischen den Vereinigten
Staaten von Amerika und der Sowjetunion ohne Ergebnisse abgebrochen wurde.
An dem 22. Dezember 1947 begann in Nürnberg
ein Strafverfahren gegen 21 frühere Reichsminister, Staatssekretäre und
Wirtschaftsführer (Wilhelmstraßen-Prozess) und wurde Friedrich-Flick zu sieben
Jahren Gefängnis verurteilt.
An dem 27. Dezember 1947 führten Frankreichs
Ministerpräsident Robert Schuman (Clausen/Luxemburg]1896-Scy-Chazelles/Frankreich
1963, Reichsdeutscher mit luxemburgischer Muttersprache, 1903 Abitur Atheneum
in Luxemburg, 1904 deutsches Abitur in
Metz, Studium Rechtswissenschaft Universität Bonn, München, Berlin, Straßburg, erste juristische
Staatsprüfung Metz 1908, 1910 Promotion Univ. Straßburg, 1912 zweite juristische Staatsprüfung Metz, 1912
Rechtsanwalt Metz, nach der Annexion Elsass-Lothringens durch Frankreich 1919 Staatsangehöriger
Frankreichs, für die Republikanische Union Lothringen Abgeordneter der
Abgeordnetenkammer Frankreichs, 1941 von Gestapo verhaftet, Flucht, Lyon, nach
Ende des Zweiten Weltkriegs erneut Abgeordneter der Nationalversammlung
Frankreichs, 1947 Ministerpräsident[, 1948-1952 Außenminister in 8 kurzlebigen
Regierungen]) und Außenminister Georges Bidault in Paris Gespräche über die
Möglichkeit einer Angliederung der französischen Besatzungszone Deutschlands an
die Bizone. In London unterzeichneten Großbritannien und die Sowjetunion ein
Handelsabkommen. An dem 30. Dezember 1947 wurde Rumänien nach dem Rücktritt
König Michaels Volksrepublik.
An dem 2. Januar 1948 wurde in Nürnberg ein
Strafprozess gegen 13 Generäle der früheren deutschen Wehrmacht eröffnet. An
dem 9. Januar 1948 ließ die Regierung Frankreichs durch ihre Botschaften in den
Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien Protest gegen die
Weiterentwickelung der bizonalen Wirtschaftsverwaltung überreichen. An dem 18.
Januar 1948 trennte sich die Liberaldemokratische Partei Deutschlands in den
Westzonen von der Parteiorganisation in der Ostzone.
An dem 20. Januar 1948 warnte der Alliierte
Kontrollrat für Deutschland in Berlin Großbritannien und die Vereinigten
Staaten von Amerika vor einer Weiterentwicklung der bizonalen Verwaltung ohne
Einwilligung. An dem 30. Januar 1948 wurde in Indien Mohandas Karamchand
(Mahatma) Gandhi von dem Hindu Nathuram Vinayak Godse ermordet.
An dem 1. Februar 1948 wurde in der Bizone
Deutschlands die Postzuschlagsmarke Notopfer Berlin zwecks Förderung
West-Berlins verpflichtend. An dem 6. Februar 1948 gelang auf dem Übungsgelände
von White Sands erstmals die elektronische Fernsteuerung einer nachgebauten
deutschen V2-Rakete. An dem 9. Februar 1948 wurde das Deutsche Obergericht als
höchstes Gericht der Bizone Deutschlands eingerichtet.
An dem 11. Februar 1948 trat der Alliierte
Kontrollrat für Deutschland zu einer Beratung über eine Währungsreform
zusammen. An dem 13. Februar 1948 reorganisierte die Sowjetische
Militärverwaltung in Deutschland die Deutsche Wirtschaftskommission in der
Ostzone. An dem 14. Februar 1948 unterzeichneten der britische und der
amerikanische Militärgouverneur in Deutschland ein Gesetz zu der Schaffung der
Bank deutscher Länder.
An dem 16. Februar 1948 begann in Baden-Baden
vor dem Obersten französischen Militärgericht der Prozess gegen die
Industriellen Hermann Röchling und Ernst Röchling sowie mehrere Direktoren der
deutschen Stahlindustrie wegen des Verdachts der Beteiligung an der
Vorbereitung eines Angriffskriegs. An dem 19. Februar 1948 ersuchte die
Regierung Ägyptens Großbritannien um den Abtransport rund 80000 noch in der
Suezkanalzone verbliebener deutscher Kriegsgefangener.
An dem 22. Februar 1948 lehnte die britische
Militärregierung den Antrag Polens auf Auslieferung des Ministerpräsidenten
Wilhelm Kopf als Kriegsverbrecher ab. An dem 23. Februar 1948 begann in London
eine Konferenz über die Bildung eines Bundesstaats in den westlichen
Besatzungszonen Deutschlands. An dem 28. Februar 1948 erklärte die Sowjetische
Militäradministration in Deutschland in dem Befehl Nr. 35 die Entnazifizierung
in der sowjetischen Besatzungszone für abgeschlossen.
An dem 1. März 1948 wurde in Frankfurt am Main
als Nachfolgerin der Reichsbank die Bank deutscher Länder begründet. An dem 2.
März 1948 wurde in Frankfurt am Main auf der Versammlung des Wirtschaftsrats
der Bizone Hermann Pünder als Vorsitzender gewählt. An dem 4. März 1948 wurden
die Tagebücher des früheren Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph
Goebbels veröffentlicht.
An dem 6. März 1948 wurde in der
Sechsmächtekonferenz (Vereinigte Staaten von Amerika, Großbritannien,
Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg) über Deutschland in London ein
föderatives Regierungssystem gefordert und eine internationale Kontrolle der
Industriebetriebe des Ruhrgebiets empfohlen. An dem 10. März 1948 wurden vor
dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg Urteile gegen Angehörige des früheren
SS-Rasse- und Siedlungshauptamts gefällt.
An dem 16. März 1948 gaben die vier alliierten
Besatzungsmächte in Deutschland den gesamten Telefon- und Telegrammverkehr mit
dem Ausland wieder frei. An dem 17./18. März 1948 fand in dem Admiralspalast in
Berlin anlässlich der 100-Jahr-Feier der Revolution von 1848 der von der SED
einberufene zweite deutsche Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden
statt. An dem 19. März 1948 trafen sich die Militärgouverneure der drei
westlichen Besatzungszonen Deutschlands zu Gesprächen über eine Verschmelzung
und der Deutsche Volksrat der Ostzone trat zu einer ersten Sitzung zusammen.
An dem 20. März 1948 stellte die Sowjetunion
ihre Arbeit in dem Alliierten Kontrollrat auf Grund der Beschlüsse der Londoner
Dreimächtekonferenz ein. An dem 22. März 1948 stellten die sowjetischen
Besatzungsbehörden ihre Mitarbeit in den Arbeitsausschüssen ein. An dem 25.
März 1948 erklärte der Leiter des Stabes der sowjetischen Militärverwaltung in
Deutschland, dass der Alliierte Kontrollrat für Deutschland seine Tätigkeit
endgültig eingestellt habe.
An dem 27. März 1948 stellte der
Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands die
Entnazifizierungsverfahren gegen etwa 300000 minderbelastete ehemalige
Nationalsozialisten ein. An dem 30. März 1948 kündigte die Sowjetische
Militärverwaltung in Deutschland in gleichlautenden Noten an die drei
westlichen Militärregierungen die Einführung von Kontrollmaßnahmen in dem
Verkehr von und nach Berlin an. An dem 1. April 1948 begann die sowjetische
Militärverwaltung mit verschärften Kontrollmaßnahmen und Behinderungen an den
Verbindungen von und nach Berlin.
An dem 3. April 1948 wurde Herbert Ruscheweyh
zu dem Präsidenten des Obergerichts der Bizone ernannt. An dem 5. April 1948
kam es in Berlin-Gatow zu einem Zusammenstoß zwischen einem britischen
Passagierflugzeug und einem sowjetischen Jagdflugzeug, bei dem 13 Menschen ihr
Leben verloren. An dem 9. April 1948 sprach sich Hans Ehard, Ministerpräsident
Bayerns, für eine Vereinigung der drei Westzonen Deutschlands aus.
An dem 10. April 1948 wurden 14 frühere
SS-Führer, darunter General Heinrich Ohlendorf, wegen Kriegsverbrechen zu dem
Tode durch den Strang verurteilt. An dem 11. April 1948 forderte die
sowjetische Militärverwaltung von den Westmächten die Schließung ihrer
Servicestationen an der Autobahn Helmstedt-Berlin. Frankreichs
Ministerpräsident Robert Schuman stimmte der Bildung einer westdeutschen
Regierung zu, verlangte aber ein hohes Maß an Selbständigkeit für die Länder in
einem Bundesstaat.
An dem 12. April 1948 erklärte Polens Minister
für die wiedergewonnenen Gebiete, dass Polen sie niemals an Deutschland
zurückgeben werde. An dem 20. April 1948 beschloss die zeitweise unterbrochene
Londoner Sechsmächtekonferenz dem deutschen Volke die Einheit zu ermöglichen
und eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen. An dem 21. April 1948
beschloss der Nationalrat Österreichs eine Amnestie für minderbelastete frühere
Nationalsozialisten.
An dem 22. April 1948 kam der alliierte Eisenbahnverkehr
zwischen Berlin und den Westzonen zu dem Erliegen. An dem 23. April 1948 wurde
auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration die Vereinigung Volkseigener
Betriebe (VVB) gegründet. An dem 26. April 1948 wurde auf einer
Delegiertenkonferenz der Landesverbände der Kommunistischen Partei Deutschlands
(KPD) der Westzonen beschlossen, den Namen in Sozialistische Volkspartei
Deutschlands (SVP) zu ändern. An dem 27. April 1948 protestierte die
Landesregierung Kärntens gegen Ansprüche Jugoslawiens auf Gebiete in dem Süden
Österreichs.
An dem 28. April 1948 wurde in Ellwangen in
Württemberg ein Verfassungsentwurf für eine Bundesrepublik Deutschland
vorgelegt. An dem 30. April 1948 verlangte Großbritannien von der Sowjetunion
Schadensersatz für den Absturz eines britischen Passagierflugzeugs vor dem
Flughafen Berlin-Gatow. An dem 1. Mai 1948 genehmigten die britische und die
amerikanische Militärregierung in Deutschland eine allgemeine Lohnerhöhung von
15 Prozent in ihren Besatzungszonen.
An dem 5. Mai 1948 bezeichnete die amerikanische
Militärregierung die von der deutschen Zentralverwaltung erlassenen
Bestimmungen über den Paketverkehr zwischen Berlin und den Westzonen als
unzulässig. An dem 10. Mai 1948 wurde in der Ostzone der Abschluss der in dem
Herbst 1945 eingeleiteten Bodenreform der Enteignung aller Güter mit einer 100
Hektar übersteigenden Fläche bekanntgegeben. An dem 12. Mai 1948 begann die
Blockade Berlins durch die Sowjetunion.
An dem 13. Mai 1948 hob die amerikanische
Militärregierung das Beschäftigungsverbot für frühere Mitglieder der NSDAP auf.
An dem 14. Mai 1948 proklamierte David Ben Gurion den Staat Israel in
Palästina. An dem 15. Mai 1948 rückten Truppen der arabischen Nachbarstaaten in
den an dem Tag zuvor proklamierten Staat Israel ein.
An dem 17. Mai 1948 beendeten die Vereinigten
Staaten von Amerika ihre zweijährigen Atombombenversuche auf dem Eniwetok-Atoll
in dem Südpazifik. An dem 23. Mai 1948 begann in Berlin die Auslegung von
Listen für ein von dem Deutschen Volksrat geplantes Volksbegehren für eine
Einheit Deutschlands. An dem 29. Mai 1948 beschloss der Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen einen Waffenstillstandsbefehl für Palästina. An dem 31. Mai
1948 wurde in der britischen Besatzungszone Deutschlands eine Teilamnestie für frühere
Angehörige der SS verkündet.
An dem 1. Juni 1948 wurde in Deutschland die
Reichsmark durch die Deutsche Mark (D-Mark, DM) ersetzt.
An dem 7. Juni 1948 gab der britische
Militärgouverneur in Deutschland, General Sir Brian Robertson bekannt, dass dem
Antrag der Kommunistischen Partei (KPD) der britischen Besatzungszone
Deutschlands auf Umbenennung in Sozialistische Volkspartei Deutschlands (SVP)
nicht stattgegeben wird. An dem 8. Juni 1948 fanden in den drei westlichen
Besatzungszonen Deutschlands technische Vorbereitungen zu der Durchführung
einer Währungsreform statt. An dem 9. Juni 1948 erkannte die amerikanische
Militärregierung die Unabhängige Gewerkschaftsorganisation (UGO) als
rechtmäßige Gewerkschaftsvertretung in den Westsektoren Berlins an. In
Niedersachsen bildete Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf eine neue
Regierung aus Vertretern von SPD, CDU und Zentrum.
An dem 14. Juni 1948 lehnte die britische
Militärregierung in Deutschland Vorschläge der sowjetischen Militärregierung
über die Regelung des Binnenschiffsverkehrs zwischen Berlin und den Westzonen
Deutschlands ab. An dem 15. Juni 1948 verfügte die Sowjetische
Militäradministration in Deutschland die Sperrung der Autobahn zwischen den
drei westlichen Besatzungszonen und Berlin. An dem 16. Juni 1948 ließ die
Sowjetische Militäradministration in Deutschland die Nationaldemokratische
Partei Deutschlands (NDPD) und die Demokratische Bauernpartei (DBD) auf
Zonenbasis zu. Aus Protest gegen das Verhalten des amerikanischen
Stadtkommandanten in Berlin verließen (an dem 16. Juni 1948) die sowjetischen
Vertreter die Alliierte Stadtkommandantur von Berlin.
An dem 20. Juni 1948 trat in den drei
westlichen Besatzungszonen Deutschlands (Trizone) die Währungsreform in Kraft.
Ab dem 21. Juni 1948 war dort die Deutsche Mark (D-Mark, DM) das
Zahlungsmittel. Sie ähnelte dem amerikanischen Dollar, hatte aber einen
deutschen Aufdruck. Jeder Staatsbürger konnte zunächst 40 (bisherige)
Reichsmark gegen 40 Deutsche Mark eintauschen. Private Reichsmark-Guthaben wurden
in dem Verhältnis zehn zu eins umgetauscht. Erspartes wurde dadurch nahezu
wertlos, doch gab es (seitdem) in den Regalen der Läden viele Waren.
An dem 24. Juni 1948 begann die Sowjetunion
eine Blockade Berlins als Reaktion auf die Währungsreform in den westlichen
Besatzungszonen. Dadurch wurde der gesamte Landverkehr einschließlich der
Wasserwege aus den westlichen Besatzungszonen nach den westlichen Sektoren
Berlins unterbrochen. Deswegen entwickelte der amerikanische Militärgouverneur
Lucius D. Clay den Gedanken einer Luftbrücke zwecks Versorgung der westlichen
Sektoren Berlins mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Gütern.
An dem 1. Juli 1948 wurden in Deutschland die Frankfurter
Dokumente übergeben, auf Grund deren die Ministerpräsidenten der westlichen
Besatzungszonen eine verfassunggebende Versammlung zu der Vorbereitung einer
demokratischen Gründung der Bundesrepublik Deutschland einberufen sollten. An
dem 3. Juli 1948 wurde in der Ostzone mit dem Aufbau der Kasernierten
Volkspolizei (KVP) als einer Streitmacht begonnen. An dem 6. Juli 1948
protestierten die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika,
Großbritanniens und Frankreichs förmlich bei der Regierung der Sowjetunion
gegen die Blockade West-Berlins.
Von dem 8. Juli 1948 bis zu dem 10. Juli 1948
fand bei Koblenz in dem Hotel Rittersturz eine Konferenz statt
(Rittersturz-Konferenz), auf der die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen
Deutschlands über eine Gründung eines westdeutschen Staates berieten. Dabei
nahmen sie die Frankfurter Dokumente an. Um die deutsche Teilung nicht zu vertiefen,
stimmten sie jedoch gegen die Schaffung eines westdeutschen Staates und lehnten
das Besatzungsstatut in seiner vorgeschlagenen Form ab. Später stimmten sie der
Gründung eines Weststaates als Provisorium zu.
An dem 12. Juli 1948 entließ Großbritannien
alle Kriegsfangenen, außer 80000 in dem Nahen Osten. An dem 14. Juli 1948
riefen die bekanntgegebenen Ergebnisse der Rittersturz-Konferenz Kritik bei den
Militärgouverneuren der westlichen Besatzungsmächte hervor. Der sächsische
Innenminister, Kurt Fischer, wurde zu dem Präsidenten der neuen deutschen
Verwaltung des Inneren der Ostzone ernannt. Die Sowjetunion bestritt das von
den Westmächten beanspruchte Recht auf freien Zugang nach Berlin.
An dem 15. Juli 1948 berieten die
Ministerpräsidenten der drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands auf
Schloss Niederwald bei Rüdesheim am Rhein über die Frankfurter Dokumente. Der
Landtag des Saarlands verabschiedete ein Staatsangehörigkeitsgesetz, das den
Status von Ausländern für bestimmte deutsche Bewohner des Landes änderte. An
dem 18. Juli 1948 wurde der Berliner Großindustrielle Günter Quandt von der
Spruchkammer in München als Mitläufer eingestuft. An dem 19. Juli 1948 trat
Robert Schuman nach einer Abstimmungsniederlage in der Nationalversammlung als
Ministerpräsident Frankreichs zurück.
An dem 20. Juli 1948 drängten die drei
westlichen Militärgouverneure die Ministerpräsidenten der Länder der drei
Westzonen, die an dem 1. Juli 1948 überreichten Frankfurter Dokumente
uneingeschränkt anzunehmen. An dem 21. Juli 1948 trafen sich die
Ministerpräsidenten der drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands in Schloss
Niederwald zu einer Beratung über die Frankfurter Dokumente. In der Ostzone
wurde die Deutsche Emissions- und Girobank in Deutsche Notenbank umbenannt. Die
Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) beschloss einen Zweijahresplan für die
wirtschaftliche Entwicklung in der sowjetischen Besatzungszone. Die
Nationalversammlung Frankreichs wählte André Marie zu dem neuen
Ministerpräsidenten des Landes, unter dem Robert Schuman Außenminister wurde.
An dem 22. Juli 1948 entschieden die
westdeutschen Ministerpräsidenten, dass der neu gegründete westdeutsche Staat
die Reichseinheit nicht gefährden werde und ein Provisorium als „Kernstaat“
aufbauen sollte. An dem 23. Juli 1948 entschied die französische
Militärregierung Deutschlands, die sofortige Demontage von 38 Betrieben in
Württemberg-Hohenzollern (vor allem der Uhrenindustrie) zu befürworten. An dem
24. Juli 1948 ordnete die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) für die Ostzone
Deutschlands die Ausgabe der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank an.
Österreich und die Vereinigten Staaten von
Amerika unterzeichneten das Marshallplan-Abkommen, das 2,8 Millionen Dollar
Zuwendungen vorsah. Die Ausgabe der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank
bewirkte in der sowjetischen Zone Deutschlands eine Inflation. Der Magistrat
Berlin forderte die Westmächte zu einer Behebung der Blockade Berlins auf.
An dem 26. Juli 1948 einigten sich die
Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder auf die Einberufung eines
Parlamentarischen Rates für die Erarbeitung eines Grundgesetzes als einer
vorläufigen Verfassung. An dem 27. Juli 1948 weigerte sich der von seinem Amt
suspendierte Polizeipräsident Berlins, Paul Markgraf, zurückzutreten und amtierte
mit Billigung der Sowjetunion weiter in dem sowjetischen Sektor Berlins.
An dem 28. Juli 1948 wurden bei einer
Explosion in einem Werk der Badischen Anilin & Soda-Fabrik in Ludwigshafen
am Rhein 207 Menschen getötet und 3122 Gebäude beschädigt (Sachschaden 80
Millionen DM). An dem 29. Juli 1948 beschloss der Vorstand der SWD die
Umformung der Partei in eine Partei neuen Typus nach sowjetischem Vorbild. An
dem 30. Juli 1948 verkündete das amerikanische Militärgericht in Nürnberg die
Urteile in dem I.G. Farben-Prozess, durch die 13 Angeklagte zu Freiheitsstrafen
bis zu acht Jahren verurteilt und 10 Angeklagte freigesprochen wurden. An dem
31. Juli 1948 wurde in dem Krupp-Prozess der Hauptangeklagte Alfried Krupp von
Bohlen und Halbach zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.
In Moskau empfing der sowjetische Partei- und
Regierungschef Josef Stalin die Botschafter der drei westlichen
Besatzungsmächte Deutschlands zu Gesprächen über die politische Lage in und um
Berlin. An dem 1. August 1948 übergaben Vertreter der Regierungen der
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs dem
sowjetischen Außenminister Molotow Noten mit Angeboten zu
Viermächteverhandlungen über Berlin und Deutschland.
An dem 2. August 1948 verabschiedete der
Landtag Nordrhein-Westfalens ein Bodenreformgesetz, das die zulässige Fläche
privaten Grundeigentums auf höchstens 125 Hektar begrenzte, aber von der
britischen Militärregierung Deutschlands abgelehnt wurde. An dem 3. August 1948
billigte der Deutsche Volksrat der Ostzone Deutschlands eine Verfassung für
eine Deutsche Demokratische Republik. An dem 4. August 1948 beschlossen
Delegierte aus den Ländern Südbaden, Württemberg-Baden und
Württemberg-Hohenzollern, die Voraussetzungen für die Bildung eines
Südwest-Staats in Deutschland zu prüfen. Die amerikanische Militärregierung in
Bayern verfügte die Abschaffung der Schulgeldpflicht ab dem 1. September 1948.
An dem 5. August 1948 verabschiedete der
Landtag Nordrhein-Westfalens ein Gesetz über die Verstaatlichung des
Kohlebergbaus, das die britische Militärregierung an dem 6. August 1948
ablehnte. Die Regierung Württemberg-Hohenzollerns trat aus Protest gegen neue
Reparationsforderungen Frankreichs zurück. An dem 8. August 1948 erschien in
Hannover die von Henri Nannen herausgegebene illustrierte Zeitschrift Stern.
An dem 9. August 1948 erklärte das
Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika, keine Ansprüche auf
Gebiete in der Antarktis zu erheben und keine Ansprüche anderer Staaten wie
beispielsweise Argentiniens anzuerkennen. An dem 10. August 1948 begann auf
Schloss Herrenchiemsee in dem Chiemsee der von den Ministerpräsidenten der
westdeutschen Länder eingeschaltete Verfassungskonvent seine Tätigkeit. Er
hatte als Aufgabe, Richtlinien für ein föderalistisches Grundgesetz als einer
vorläufigen Verfassung zu erarbeiten. An dem 11. August lehnte die Regierung
des Saarlands eine Teilnahme an der Ausarbeitung eines westdeutschen
Grundgesetzes ab, weil sie das Saarland als autonomen Staat ansah. Der Deutsche
Volksrat der Ostzone Deutschlands verabschiedete Vorschläge einer Verfassung
für eine Deutsche Demokratische Republik.
An dem 13. August 1948 wurde Bonn als Sitz des
Parlamentarischen Rates bestimmt. An dem 15. August 1948 begannen die
westdeutschen Landtage mit der Wahl von Delegierten für den Parlamentarischen
Rat. An dem 19. August 1948 fand in Lindau am Bodensee die letzte
gesamtdeutsche Tagung der Interzonenkonferenz deutscher Gewerkschaften statt, an
dem 22. August 1948 in Amsterdam eine Weltkirchenkonferenz. An dem 23. August
1948 endete der Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee.
An dem 24. August 1948 verschob die
Sowjetische Militäradministration die Gemeindewahlen, Kreiswahlen und
Landtagswahlen auf den Herbst 1949. An dem 26. August 1949 trat die südbadische
Regierung in Freiburg im Breisgau aus Protest gegen die von Frankreich
geforderten Reparationen zurück. An dem 30. August 1948 einigten sich die
Botschafter der drei Westmächte mit dem sowjetischen Außenminister Molotow über
die Einführung der ostzonalen Mark in Berlin unter Viermächtekontrolle.
An dem 31. August 1948 wurde in Rüdesheim am
Rhein die dritte Ministerpräsidentenkonferenz der westlichen Besatzungszonen
Deutschlands eröffnet, die unter anderem über die Empfehlungen des
Herrenchiemseer Verfassungskonvents beriet. Der Alliierte Kontrollrat in Berlin
traf sich, um über die Aufhebung der Sperre der Verbindungswege zwischen Berlin
und den Westzonen Deutschlands sowie die Einführung der Ostmark in ganz Berlin
zu beraten. An dem 1. September 1948 traten in Bonn die 65 von den elf
westdeutschen Landtagen gewählten Mitglieder des Parlamentarischen Rates (je 27
CDU/CSU und SPD, 5 FDP/DVP/LDP, je 2 Zentrum, DP, KPD, davon 4 Frauen, fünf
beratende Mitglieder aus West-Berlin) zusammen.
An dem 4. September 1949 wurden in Österreich
die Lebensmittelrationen pro Mensch und Tag auf 2100 Kalorien erhöht. In
Interlaken endete ein Kongress der Europäischen Parlamentarischen Union mit der
Aufforderung, eine verfassunggebende Versammlung für Europa einzuberufen. An
dem 5. September 1948 stellte Frankreichs Ministerpräsident Robert Schuman sein
neues Kabinett vor, dem an dem 7. September 1948 das Misstrauen ausgesprochen
wurde.
An dem 22. September 1948 forderten die drei
westlichen Besatzungsmächte Deutschlands die Regierung der Sowjetunion in
diplomatischen Noten erneut auf, die Blockade Berlins zu beenden. An dem 27.
September 1948 beschloss der Magistrat Berlins die Anrufung des Sicherheitsrats
der Vereinten Nationen zu der Lösung der Krise um Berlin. An dem 1. Oktober
1948 wurde in München in Nachfolge des Reichspatentamts das Deutsche Patentamt
für die drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands gegründet.
An dem 2. Oktober 1948 wurde in Frankfurt am
Main der Hessische Rundfunk als Anstalt des öffentlichen Rechtes gegründet. An
dem 4. Oktober 1948 fand eine Debatte des Sicherheitsrats der Vereinten
Nationen über die Blockade der Westsektoren Berlins durch die sowjetische
Besatzungsmacht statt. An dem 8. Oktober 1948 beschloss die
Stadtverordnetenversammlung von Berlin Neuwahlen an dem 5. Dezember 1948. Max
Fechner wurde zu dem Präsidenten der deutschen Justizverwaltung für die Ostzone
ernannt.
An dem 18. Oktober 1948 signalisierten die
Regierungen Großbritanniens und Frankreichs gegenüber den Vereinigten Staaten
von Amerika ihre Zustimmung zu einer baldigen Einschränkung der Demontagen in
ihren Besatzungszonen Deutschlands. An dem 20. Oktober 1948 billigte der
sowjetische Stadtkommandant Berlins die Abhaltung von Wahlen in ganz Berlin,
falls die in den Westsektoren verbotenen Organisationen wie der Freie Deutsche
Gewerkschaftsbund zu der Wahl zugelassen werden. An dem 22. Oktober 1948 begann
in Berlin unter Vorsitz Otto Grotewohls (SED) die fünfte Sitzung des Deutschen
Volksrates, die sich mit einem Verfassungsentwurf für eine Deutsche
Demokratische Republik befasste.
An dem 26. Oktober 1948 verlangte die
sowjetische Militärregierung von Österreich die Ablieferung von 540 Lokomotiven
und 5575 Waggons der Eisenbahn. An dem 28. Oktober 1948 wurden hohe Offiziere
des früheren Oberkommandos der deutschen Wehrmacht in Nürnberg teilweise zu
lebenslanger Haft verurteilt. Deutsche Gewerkschaften organisierten in
Frankfurt am Main eine Protestkundgebung gegen die Wirtschaftspolitik. An dem
1. November 1948 wurde Präsident Harry S. Truman der Vereinigten Staaten von
Amerika wiedergewählt.
An dem 4. November 1948 forderte die Stadtverordnetenversammlung
Berlins die Westmächte auf, die Deutsche Mark als alleiniges Zahlungsmittel in
den Westsektoren der Stadt zu verwenden. An dem 5. November 1948 wurde ein
Entnazifizierungsverfahren gegen den früheren Reichsfinanzminister Hjalmar
Schacht eingeleitet. An dem 10. November 1948 begann der Hauptausschuss des
Parlamentarischen Rates in Bonn mit der ersten Lesung des Entwurfes eines
Grundgesetzes für einen künftigen westdeutschen Staat. Die von der SPD in dem
Wirtschaftsrat der deutschen Bizone eingebrachten Misstrauensanträge gegen
dessen Präsidenten, Hermann Pünder, und den Leiter der Wirtschaftsabteilung,
Ludwig Erhard, wurden abgelehnt.
An dem 11. November 1948 wurde in München der
frühere bayerische Sonderminister Alfred Loritz verhaftet. Der französische
Staatspräsident Vincent Auriol protestierte gegen eine Bevorzugung Deutschlands
bei dem politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau. Generalissimus Francisco
Franco erklärte sich zu einer Beteiligung an einem westlichen
Verteidigungsbündnis bereit.
An dem 12. November 1948 beteiligten sich in
der Bizone Deutschlands etwa 9 Millionen Arbeitnehmer an einem 24-stündigen
Generalstreik gegen die anhaltenden Preissteigerungen. An dem 13. November 1948
forderte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Trygve Lie, die vier
Großmächte zu sofortigen Schritten zu einer Lösung der Krise um Berlin auf. An
dem 14. November 1948 wurde in Berlin der von dem Deutschen Volksrat
ausgearbeitete Verfassungsentwurf für eine Deutsche Demokratische Republik
veröffentlicht. Bei den Gemeinde- und Kreistagswahlen in den Ländern der
französischen Besatzungszone erreichte die CDU vor der SPD die Mehrheit der
Stimmen.
An dem 16. November 1948 ordnete der
stellvertretende sowjetische Stadtkommandant Berlins die Amtsenthebung der
Stadträte Ernst Reuter und Gustav Klingelhöfer an. An dem 17. November 1948
lehnten die westlichen Militärgouverneure die Aufnahme von
Viermächteverhandlungen über die Beilegung der Berlinkrise ab. An dem 20.
November 1948 erklärte Frankreichs Außenminister Robert Schuman, dass
Frankreich sich niemals mit der Übertragung der Entscheidung über die
Eigentumsrechte der Ruhrindustrie in die Hände einer westdeutschen Regierung
einverstanden erklären würde.
An dem 22. November 1948 überreichten die drei
westlichen Militärgouverneure Deutschlands dem Vorsitzenden des
Parlamentarischen Rates Konrad Adenauer ein Memorandum, in dem sie sich für
einen föderalistischen Staatsaufbau eines künftigen westdeutschen Staates
aussprachen. Der sowjetische Außenminister Molotow erklärte, dass Deutschland
auf der Grundlage der Potsdamer Beschlüsse von dem August 1945 einen
Friedensvertrag erhalten würde.
An dem 28. November 1948 teilte der
amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Lucius D. Clay, in
Berlin mit, dass die Westmächte bereit seien, die Luftbrücke nach Berlin auf
unbegrenzte Zeit aufrechtzuerhalten. Bei Gemeinde-und Kreistagswahlen in
Niedersachsen wurde die SPD stärkste Partei. In London wurde der erfolgreiche
Abschluss von Vorbesprechungen über die Schaffung einer nordatlantischen
Verteidigungsgemeinschaft bekanntgegeben.
An dem 29. November 1948 sprach sich der
Leiter der sowjetischen Militäradministration, Marschall Sokolowski, in einem
Brief an die westlichen Militärgouverneure gegen die sich abzeichnende Spaltung
Berlins aus. An dem 30. November 1948 wurde in dem sowjetischen Sektor Berlins
ein eigener Magistrat gebildet, der Friedrich Ebert zu dem Oberbürgermeister
wählte. An dem 1. Dezember 1948 verlegte der gewählte Berliner Magistrat unter
Bürgermeister Ferdinand Friedensburg seinen Dienstsitz in den Bezirk
Charlottenburg in dem britischen Sektor.
Der bizonale Wirtschaftsrat in Frankfurt am
Main verabschiedete das erste Lastenausgleichsgesetz, das eine dreiprozentige
Belastung von Vermögen von mehr als 15000 DM vorsah, um Flüchtlingen und
Bombengeschädigten zu helfen. In Berlin wurde der Luftbrückenflugplatz Tegel
eröffnet. Die Nationalversammlung Frankreichs begann eine zweitägige Debatte
über eine internationale Kontrolle des Ruhrgebiets.
An dem 2. Dezember 1948 erklärte der
amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, dass die Vereinigten Staaten
von Amerika den an dem 30. November in Berlin (Ost) gebildeten Magistrat nicht
anerkennen würden. An dem 3. Dezember 1948 wurde Martin Niemöller zu dem
Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands gewählt. Die Vollversammlung
des Wirtschaftsrates der deutschen Bizone sprach dem Direktor der Verwaltung
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hans Schlange-Schöningen das
Vertrauen aus. In Washington wurde der Entwurf eines Vertrags für ein
nordatlantisches Verteidigungsbündnis veröffentlicht. Margarete Ottilinger,
eine Abteilungsleiterin in dem österreichischen Ministerium für
Wirtschaftsplanung, wurde von einem sowjetischen Militärgericht in Österreich
wegen Spionage zu 20 Jahren Haft verurteilt.
An dem 4. Dezember 1948 wurde in dem Westen
Berlins wegen der politisch einseitigen Ausrichtung der Humboldt-Universität in
dem Ostsektor der Stadt die Freie Universität Berlin gegründet. Bei Wahlen zu
der Stadtverordnetenversammlung in den Westsektoren Berlins an dem 5. Dezember
1948 erhielt die SPD 64,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, bei Wahlen zu
Bürgermeistern und Kreistagen in Württemberg-Hohenzollern die CDU 46,5 Prozent.
An dem 6. Dezember 1948 fanden in London Verhandlungen der westlichen
Besatzungsmächte über den Umfang der Demontagen in Deutschland statt.
An dem 7. Dezember 1948 wurde Ernst Reuter
(SPD) von der Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit zu dem
Oberbürgermeister Berlins gewählt. In Schleswig-Holstein fanden viele
Protestkundgebungen gegen Sprengungen und Demontagen deutscher Hafenanlagen und
Werften durch die britische Besatzungsmacht statt. An dem 8. Dezember 1948
wurde Alfred Loritz, der frühere Sonderminister Bayerns und Vorsitzende der
Wirtschaftlichen Aufbauvereinigung (WAV), wegen seiner Flucht aus dem Gefängnis
in München zu drei Monaten Haft verurteilt.
An dem 9. Dezember 1948 beschlossen die
Vereinten Nationen in Paris, Gruppenmord als völkerrechtliches Verbrechen
einzustufen. An dem 10. Dezember 1948 beendete der Hauptausschuss des Parlamentarischen
Rates in Bonn die erste Lesung des Grundgesetzes für einen künftigen
westdeutschen Staat. Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde
die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündet. An dem 11. Dezember 1948
wurde in Heppenheim an der Bergstraße die Freie Demokratische Partei (FDP)
gegründet.
An dem 16. Dezember 1948 fanden in Frankfurt
am Main Gespräche zwischen den westlichen Militärgouverneuren in Deutschland
über das Besatzungsstatut für den künftigen westdeutschen Staat statt, wobei
die Konferenz von einer Delegation des Parlamentarischen Rates besucht wurde.
Die britische Militärregierung in Deutschland ordnete die Fortsetzung der
Demontagen deutscher Industrieanlagen in Nordrhein-Westfalen an. An dem 18.
Dezember stimmte die Regierung der Sowjetunion der Wiederaufnahme von
Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Österreich zu.
An dem 19. Dezember 1948 kam es in dem
Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn zu Auseinandersetzungen
zwischen Vertretern von CDU und SPD wegen des Besuchs des Vorsitzenden des
Rates, Konrad Adenauer, bei den drei westlichen Militärgouverneuren an dem 16.
Dezember 1948. Truppen Frankreichs räumten das Gebiet der Ortschaft Stolpe
nördlich Berlins und übergaben es der sowjetischen Besatzungsmacht. An dem 20.
Dezember 1948 begann der Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn mit
der zweiten Lesung des Entwurfs eines Grundgesetzes für einen künftigen
westdeutschen Staat.
An dem 21. Dezember 1948 traten in Berlin die
drei westlichen Stadtkommandanten zu der ersten Sitzung der Alliierten
Kommandantur seit dem Auszug der sowjetischen Besatzungsmacht an dem 14. Juni
1948 zusammen. An dem 24. Dezember 1948 teilte die Regierung Jugoslawiens mit,
dass die noch 60000 internierten deutschen Kriegsgefangenen 1949 entlassen
werden sollten. An dem 28. Dezember 1948 schlossen die Vereinigten Staaten von
Amerika, Großbritannien, Frankreich die Niederlande, Belgien und Luxemburg ein
Abkommen über die Errichtung einer internationalen Ruhrbehörde ohne
Sowjetunion.
An dem 29. Dezember 1948 erklärte
Ministerpräsident Josip Broz Tito, dass Jugoslawien einen eigenen Weg zu dem
Kommunismus gehen werde. An dem 31. Dezember 1948 landete das 100000. Flugzeug
der Alliierten mit Versorgungsgütern für die drei von der Sowjetunion
blockierten Westsektoren Berlins auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. In seiner
Ansprache zu dem Jahreswechsel kündigte der britische Militärgouverneur die für
das neue Jahr geplante Bildung einer deutschen Regierung an.
An dem 3. Januar 1949 verlangte Ernst Reuter
als Oberbürgermeister Berlins (West) auf einer sozialdemokratischen
Parteikonferenz die Einbeziehung Westberlins in den geplanten westdeutschen
Staat. In den Westzonen Deutschlands beschloss die Kommunistische Partei die
organisatorische Trennung von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
(SED). An dem 10. Januar 1949 verweigerten britische Behörden Otto Strasser,
dem Begründer der von 1931 bis 1933 bestehenden Kampfgemeinschaft
revolutionärer Nationalsozialisten, die Einreise in die deutsche Bizone.
An dem 11. Januar 1949 verabschiedete das
Parlament Polens ein Gesetz, das die früheren deutschen Ostgebiete unter
Staatsverwaltung stellte. An dem 15. Januar 1949 wurden die Stromübertragungen
aus der sowjetischen Besatzungszone nach Bayern eingestellt, weil die
amerikanische Militärregierung die Lieferung bestimmter Güter als Gegenleistung
an die sowjetische Besatzungszone abgelehnt hatte.
An dem 17. Januar 1949 richteten die
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich ein
Militärisches Sicherheitsamt zu der Überwachung der Entmilitarisierung in
Westdeutschland ein. Die Hochschule für Politik in Berlin wurde wiedereröffnet.
An dem 18. Januar 1949 beschlossen die drei westlichen Stadtkommandanten Berlins
ein Exportverbot für bestimmte Waren wie Rundfunkanlagen, Generatoren und
Elektroartikel aus den Westsektoren in den Ostteil Berlins.
An dem 24. Januar 1949 beschloss der Vorstand
der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die Bildung eines Politbüros,
das die einheitliche Führung der Partei gewährleisten sollte und unter anderem
Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht umfasste. An dem 25. Januar wurde die erste
verfassunggebende Versammlung Israels gewählt. An dem 26. Januar 1949 stufte
das Appellationsgericht der Entnazifizierungskammer in Nürnberg den früheren
Reichskanzler Franz von Papen als Aktivisten ein und verurteilte ihn zu einer
Bußgeldzahlung von 30000 DM.
An dem 29. Januar 1949 fand in Berlin der
erste Parteikongress der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands statt, an
dem auch der Leiter der Informationsabteilung der sowjetischen
Militäradministration Oberst Tulpanow teilnahm Die Regierung Großbritanniens
erkannte tatsächlich (de facto) den Staat Israel an. An dem 3. Februar 1949
beschloss der Fünferausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn, Berlin
(West) als zwölftes Bundesland in die Präambel des Grundgesetzes aufzunehmen.
An dem 4. Februar 1949 wurde das Kammergericht Berlin aus dem sowjetischen
Sektor in den britischen Sektor der Stadt verlegt. Die Alliierten genehmigten
die Umbenennung der Westberliner LDP in FDP zwecks Abgrenzung von der
Ostberliner LPD.
An dem 5. Februar 1949 wurde in Deutschland für
den Hörfunk der Ultrakurzwellenempfang eingerichtet. An dem 8. Februar 1949
wurde Kardinal József Mindszenty, der Primas der katholischen Kirche Ungarns,
wegen Konspiration gegen die Republik, Hochverrat und Schwarzhandel mit
ausländischen Währungen zu lebenslanger Haft verurteilt. An dem 9. Februar 1949
verurteilte ein britisches Militärgericht in Düsseldorf den Vorsitzenden der
westdeutschen Kommunistischen Partei Deutschlands Max Reimann wegen Bedrohung
westdeutscher Politiker zu drei Monaten Gefängnis.
An dem 10. Februar 1949 schloss der
Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn die dritte Lesung des
Grundgesetzes ab. Ein Gericht Indiens verurteilte den Hindu Nathuram Vinayak
Godse wegen Ermordung Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhis zu der Todesstrafe.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen lehnte einen Vorschlag der Sowjetunion
ab, nach dem die führenden fünf Weltmächte ihre Streitkräfte und Rüstungen
auflisten sollten.
An dem 14. Februar 1949 trat die erste
gewählte verfassunggebende Versammlung Israels in Jerusalem zu einer
konstituierenden Sitzung zusammen. Die Vereinigten Staaten von Amerika,
Großbritannien und Frankreich nahmen an der Eröffnung nicht teil. Sie lehnten
Israels Weigerung ab, Jerusalem als internationale Stadt anzuerkennen.
An dem 16. Februar 1949 wurde durch Gesetz die
gewählte verfassunggebende Versammlung Israels in das erste israelische
Parlament umgewandelt. An dem 23. Februar 1949 wurde in Wien in einer Sitzung
des Landesaufbringungsausschusses die Aufteilung der Kontingente für Eier
(630000 Stück) und Fleisch (210000 Kilogramm) für 1949 beschlossen.
An dem 24. Februar 1949 unterzeichneten Israel
und Ägypten auf der Insel Rhodos ein Waffenstillstandabkommen zu der Beendigung
des ersten arabisch-israelischen Krieges, dem später Vereinbarungen mit dem
Libanon, Jordanien (3. April 1949) und Syrien folgten. An dem 26. Februar 1949
begann in Texas der bis 2. März dauernde erste erfolgreiche und nur durch vier
Luftbetankungen unterbrochene Flug über 37000 Kilometer um die Erde in 94
Stunden und einer Minute (mit einer Boeing D-50).
An dem Rosenmontag 28. Februar 1949 begann der
Bayerische Rundfunk als erster Sender in Europa den regelmäßigen Betrieb auf
Ultrakurzwelle. Auf dem Kongress der Europäischen Bewegung von dem 25. bis 28.
Februar 1949 in Brüssel wurde für eine Europäische Menschenrechtscharta plädiert
und die Satzung eines europäischen Gerichtshofs angenommen. An dem 3. März 1949
verlangten die drei westalliierten Militärgouverneure Nachbesserungen an dem
Verfassungsentwurf des Parlamentarischen Rates insbesondere zu der Stellung
Berlins und zu der Reichweite des Grundgesetzes.
An dem 4. März 1949 verabschiedete der
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit neun gegen eine Stimme die Resolution
69. Sie stufte Israel als friedliebend ein und empfahl der Generalversammlung
der Vereinten Nationen die Aufnahme Israels. An dem 11. März 1949 nahm die
Generalversammlung der Vereinten Nationen Israel als 59. Mitglied auf. An dem
19. März 1949 verabschiedete der von der Sozialistischen Einheitspartei
Deutschlands bestimmte Deutsche Volksrat in der sowjetischen Besatzungszone den
Entwurf der ersten Verfassung der künftigen Deutschen Demokratischen Republik.
An dem 20. März 1949 wurde in dem
Friedrichstadtpalast in Ost-Berlin die Pionierorganisation Junge Pioniere
gegründet, um Kinder früh an die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands zu
binden. An dem 25. März 1949 begann die Sowjetunion mit der Deportation von
schätzungsweise 90000 Menschen aus den baltischen Staaten nach Sibirien
(Operation Priboi, Brandung), bei der schätzungsweise mehr als 15000 Menschen starben.
An dem 3. April 1949 schloss Jordanien als dritter arabischer Staat ein
Waffenstillstandsabkommen mit Israel.
An dem 4. April 1949 gründeten 12 Staaten
(Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Island, Kanada, Luxemburg,
Niederlande, Portugal, Vereinigte Staaten von Amerika) in Washington die
Nordatlantische Verteidigungsorganisation (North Atlantic Treaty Organization).
An dem 5. April 1949 trafen sich in Washington die Außenminister der
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs zu Beratungen
über das Grundgesetz, die Trizone und den Entwurf des Besatzungsstatuts.
An dem 12. April 1949 stimmten die
westdeutschen Ministerpräsidenten dem von den Vereinigten Staaten vom Amerika,
Großbritannien und Frankreich vorgelegten Besatzungsstatut zu, in dem sich die
Alliierten wichtige Rechte (Außenpolitik, Kontrolle des Ruhrgebiets,
Entmilitarisierung) vorbehielten. An dem 14. April 1949 überreichten die
Militärgouverneure der Westzonen Deutschlands dem Parlamentarischen Rat den
sogenannten Polizeibrief, der wesentliche Grundsätze für die zukünftige
deutsche Polizei wie das Trennungsgebot zwischen Polizei und
Nachrichtendiensten festlegte. An dem Karfreitag, dem 15. April 1949, wurde in
dem IG-Farben-Gebäude in Frankfurt am Main eine Delegation des
Parlamentarischen Rates unter Konrad Adenauer von den alliierten
Militärgouverneuren (Clay, Robertson, Koenig) zu Gesprächen über das
Grundgesetz und die Hauptstadtfrage empfingen.
An dem 18. April 1949 unterzeichneten die
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich das
Besatzungsstatut. An dem 20. April 1949 wurde die Satzung der Alliierten Hohen
Kommission verabschiedet. Damit wurde die Struktur für die Kontrolle der
westlichen Besatzungszonen festgelegt.
An dem 22. April 1949 wurde von den
Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich, Belgien, den
Niederlanden und Luxemburg das Abkommen über die Errichtung einer
internationalen Ruhrbehörde zu der internationalen Kontrolle der Kohle- und
Stahlerzeugung in dem Ruhrgebiet (Ruhrstatut) vereinbart. Es sollte eine
erneute deutsche Aufrüstung verhindern. Damit wurde auch der Grundstein für die
spätere Montanunion gelegt. Außerdem fand das Entnazifizierungsverfahren des
Chirurgen Ferdinand Sauerbruch (Barmen 1875-Berlin 1951) statt.
An dem 23. April 1949 besetzten Soldaten der
Niederlande den Selfkant in Deutschland. Die Gemeinden Havert, Hillensberg,
Höngen, Millen. Süsterseel, Tüddern und Wehr wurden von den Niederlanden
annektiert. An dem 1. August 1969 erfolgte aber eine Rückgliederung des
Selfkants in die Bundesrepublik Deutschland.
An dem 25. April 1949 einigten sich in einer
Sitzung des Parlamentarischen Rates in Frankfurt am Main die deutschen
Politiker mit den alliierten Militärgouverneuren über das Grundgesetz. An dem
26. April 1949 verabschiedete der Süddeutsche Länderrat in der amerikanischen
Besatzungszone Deutschlands ein Entschädigungsgesetz zu der Wiedergutmachung
nationalsozialistischer Verbrechen.
An dem 3. Mai 1949 verabschiedeten die Mitglieder
des Parlamentarischen Rates unter Vorsitz Konrad Adenauers den Text des als
Provisorium für das geteilte Deutschland gedachten Grundgesetzes. An dem 5. Mai
1949 wurde in London von Großbritannien, Frankreich und acht weiteren
westeuropäischen Staaten zwecks Förderung von Demokratie, Menschenrechten und
Rechtsstaatlichkeit der Europarat gegründet. An dem 7. Mai 1949 einigte sich
der Parlamentarische Rat weitgehend auf den Entwurf des Grundgesetzes. An dem
8. Mai 1949 (um 23.55 Uhr) nahm der Parlamentarische Rat mit 53 gegen 12
Stimmen (von KPD, Zentrum, DP und Teilen der CSU) das Grundgesetz als
vorläufige Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland an.
An dem 9. Mai 1949 unterzeichneten die
Mitglieder des Parlamentarischen Rates in Bonn mit Ausnahme der Mitglieder der
Kommunistischen Partei die Urschrift des Grundgesetzes für die Bundesrepublik
Deutschland. An dem 10. Mai 1949 entschied sich der Parlamentarische Rat in
geheimer Abstimmung mit der knappen Mehrheit von 33 gegen 29 Stimmen für Bonn
und gegen Frankfurt am Main als vorläufige Hauptstadt der Bundesrepublik
Deutschland und verabschiedete das Wahlgesetz für die erste Bundestagswahl. An
dem 11. Mai 1949 stimmten die westdeutschen Landesparlamente über das
Grundgesetz ab, wobei Bayern als einziges Land ablehnte, aber die Geltung
bejahte.
An dem 12. Mai 1949 beendeten sowjetische
Truppen kurz nach Mitternacht (um 0.01 Uhr) die Blockade West-Berlins. Nach
Suspendierung der Integration Groß-Berlins und Erlass eine Kleinen
Besatzungsstatuts für West-Berlin genehmigten die Militärgouverneure der
Westzonen Deutschlands das Grundgesetz. General Lucius D. Clay reichte seinen
Rücktritt als Militärgouverneur der Vereinigten Staaten von Amerika ein.
An dem 15./16. Mai 1949 fanden in der
sowjetisch besetzten Zone Deutschlands Wahlen zu dem Dritten Deutschen
Volkskongress statt. Dafür bestanden Einheitslisten eines Demokratischen
Blockes. Als Ergebnis wurden 66,1 Prozent Ja-Stimmen verkündet. An dem 17. Mai
1949 stimmte der Parlamentarische Rat in Bonn dem Grundgesetz für die
Bundesrepublik Deutschland mit großer Mehrheit zu. Zwischen dem 18. Mai 1949
und dem 20. Mai 1949 stimmten zehn der elf westdeutschen Landesparlamente dem
Grundgesetz zu. während der Bayerische Landtag das Grundgesetz an dem 18. Mai
1949 als zu wenig föderalistisch ablehnte, aber seine Rechtsverbindlichkeit
anerkannte.
An dem 23. Mai 1949 wurde in Bonn in dem
Pädagogischen Institut das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland durch
Konrad Adenauer als Präsidenten des Parlamentarischen Rates unterzeichnet und
verkündet. Daneben unterzeichneten die Abgeordneten des Parlamentarischen Rates
und die Ministerpräsidenten der elf westdeutschen Länder die Urschrift.
Damit wurde die Bundesrepublik Deutschland
gegründet. Sie löste den Parlamentarischen Rat ab. Ihre als vorläufig gedachte
Verfassung garantierte Grundrechte.
An dem 26. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für
die Bundesrepublik Deutschland in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Gemäß
seinem Artikel 145 trat es damit in Kraft.
Ab dem 29. Mai 1949 tagte der III. Deutsche
Volkskongress in der sowjetischen Besatzungszone in Berlin. Er wählte an dem
30. Mai 1949 den Zweiten Deutschen Volksrat als ständiges Organ. Er nahm den
von einem Ausschuss ausgearbeiteten Entwurf für eine Verfassung an.
An dem 1. Juni 1949 ordneten die Alliierten
Änderungen an dem von dem Parlamentarischen Rat beschlossenen Wahlgesetz für
den ersten Bundestag der Bundesrepublik Deutschland an.
An dem 4. Juni 1949 wurde nach amerikanischem
Vorbild (6. September 1916 Piggly Wiggly eröffnet von Clarence Saunders) der
erste Selbstbedienungsladen in (der Bundesrepublik) Deutschland eröffnet.
An dem 11. Juni 1949 endete die neuntägige
Konferenz von Paris zu der Deutschlandfrage ohne wesentliche Annäherung. An dem
13. Juni 1949 ordneten die Westalliierten in Deutschland die Verabschiedung des
geänderten Wahlgesetzes für den ersten Bundestag an. Der Deutsche Rat der
Europäischen Bewegung wurde zwecks Förderung der europäischen Integration in
Wiesbaden begründet. An dem 15. Juni 1949 verabschiedeten die
Ministerpräsidenten der westlichen Länder in Schlangenbad in Hessen das
Wahlgesetz für den ersten Bundestag.
An dem 17. Juni 1949 übergaben die westlichen
Alliierten nach amerikanischem Vorbild die Verantwortung für die Filmkontrolle
(FSK) an deutsche Gremien, was zu der Gründung der Freiwilligen Selbstkontrolle
der Filmwirtschaft führte. An dem 19. Juni 1949 wurde in Frankfurt am Main die
(1933 verbotene) Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von
Deutschland neu gegründet. An dem 20. Juni 1949 endete in Paris die letzte
Konferenz des Rates der Außenminister.
An dem 22. Juli 1949 übergab die amerikanische
Besatzungsverwaltung den Sender Radio Stuttgart in deutsche Verwaltung
(Süddeutscher Rundfunk). An dem 25. Juli 1949 kam der Schriftsteller Thomas
Mann nach 16jährigem Exil in den Vereinigten Staaten von Amerika nach
Deutschland zurück. An dem 26. Juli 1949 wies Konrad Adenauer in einem Brief an
den französischen Außenminister Robert Schuman auf die negativen
wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der von den Alliierten geforderten
Demontage deutscher Fabriken hin.
(An dem 27. Juli 1949 meldeten zwei Zahnärzte
das Patent für einen kiefergerechten Schnuller an.)
An dem 8. August 1949 trat in Deutschland das
Gesetz zur Milderung sozialer Notstände (Soforthilfegesetz) in Kraft, das eine
Vermögensabgabe zu der Unterstützung von Flüchtlingen, Vertriebenen und
Kriegsopfern vorsah. An dem 14. August 1949 fand die erste Bundestagswahl
statt. Bei ihr erhielten die CDU/CSU 139 Sitze, die SPD 131 Sitze und die FDP
52 Sitze.
An dem 17. August 1949 gründete Werner Otto in
Hamburg-Schnelsen mit 6000 DM als Grundkapital einen Versandhandel, um Waren
bequem nach Hause zu liefern An dem 18. August 1949 beschlossen
Zeitungsverleger in Goslar die Gründung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die
aus den Alliierten-Agenturen DENA, Südena und dpd hervorging.
An dem 21. August 1949 fand in Konrad
Adenauers Haus in Rhöndorf ein Treffen von Politikern statt, die sich auf
Konrad Adenauer als Bundeskanzler und Theodor Heuss als Bundespräsidenten
einigten. An dem 24. August 1949 trat der Nordatlantikpakt in Kraft. An dem 29.
August 1949 zündete die Sowjetunion auf dem Testgelände in Semipalatinsk ihre
erste Atombombe.
(An dem 2. September 1949 brachte das
Unternehmen Pfanni ein Kartoffel-Fertigpulver für Kartoffelknödel und
Kartoffelpuffer auf den Markt. An dem 4. September 1949 erfand die Imbissbudenbetreiberin
Herta Heuwer in Berlin-Charlottenburg aus einer gebratenen und mit Tomatenmark,
Worcestershiresoße und Currypulver gewürzten Brühwurst die Currywurst. An dem
5. September 1949 eröffnete nach amerikanischem Vorbild Hans-Friedrich Buff den
ersten deutschen Supermarkt in der Schlüterstraße in Hamburg.)
An dem 6. September 1949 reisten die gewählten
Abgeordneten zu dem Bundestag in Bonn an. An dem 7. September 1949 traten die
Abgeordneten des Deutschen Bundestags in dem Bundeshaus in Bonn zu ihrer ersten
Sitzung zusammen. Das Parlament bestand aus 408 Abgeordneten aus den westlichen
Besatzungszonen und 8 nicht stimmberechtigen Abgeordneten aus West-Berlin. Die
Sitzung eröffnete der frühere Reichstagspräsident Paul Löbe als
Alterspräsident. Als Bundestagspräsident wurde Erich Köhler (CDU) gewählt.
Auch der Bundesrat als Länderkammer kam an dem
7. September 1949 zu seiner ersten Sitzung zusammen. Karl Arnold wurde zu dem
ersten Bundesratspräsidenten gewählt. An demselben Tag wurde die Deutsche
Reichsbahn in der Bundesrepublik in Deutsche Bundesbahn umbenannt.
An dem 12. September 1949 trat die erste
Bundesversammlung der Bunderepublik Deutschland in Bonn in dem Bundeshaus
zusammen. Sie wählte Theodor Heuss (FDP) in dem zweiten Wahlgang mit 416
Stimmen zu dem Bundespräsidenten. Als Gegenkandidat unterlag Kurt Schumacher
SPD)
An dem 15. September 1949 bildeten CDU/CSU,
FDP und DP eine Regierungskoalition unter Konrad Adenauer (73), der
(einschließlich seiner eigenen Stimme) mit 202 von 402 abgegebenen Stimmen zu
dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde. Kurt
Schumacher wurde Oppositionsführer.
An dem 16. September 1949 überreichte
Bundespräsident Theodor Heuss dem an dem Vortag gewählten Konrad Adenauer die
Ernennungsurkunde als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
An dem 19. September 1949 unterzeichneten
Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs
in Genf ein Abkommen über den internationalen Straßenverkehr und ein Protokoll
über Straßenverkehrszeichen, dem die Bundesrepublik Deutschland beitrat. Die
Regierung Großbritanniens wertete das Pfund Sterling ab.
An dem 21. September 1949 trat das
Besatzungsstatut in Kraft(, das 1955 durch die Pariser Verträge aufgehoben
wurde). Es ersetzte die Militärgouverneure durch die Alliierte Hohe Kommission
(auf dem Petersberg). Die Westmächte behielten sich für die Alliierten Hohen
Kommissare wesentliche Rechte in Außenpolitik, Außenhandel. Demontage und
Sicherheit vor.
An dem 28. September 1949 setzte die Alliierte
Hohe Kommission in Deutschland den Umrechnungskurs der Deutschen Mark auf 0,238
US-Dollars fest. An dem 30. September 1949 endete offiziell die Berliner
Luftbrücke (mit einem Transport von Kohle). (An dem 1. Oktober 1949 rief Mao
Zedong in China die Volksrepublik China aus.)
An dem 2. Oktober 1949 lockerte die
Sowjetische Militäradministration anlässlich des Weltfriedenstags für drei Tage
den Übergang zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und der Bundesrepublik
Deutschland. In Hameln wurde durch frühere Nationalsozialisten wie Otto Ernst
Remer die Sozialistische Reichspartei (SRP) gegründet. An dem 3. Oktober 1949
wurde in Köln der Deutsche Bundesjugendring als Dachverband selbständiger
Jugendverbände der Deutsche Bundesjugendring gebildet.
An dem 6.Oktober 1949 bildete sich in der
Sowjetischen Besatzungszone der Deutsche Volksrat als Provisorische Volkskammer
und beschloss die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). An
dem 7. Oktober 1949 trat die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik
in Kraft. Die Deutsche Demokratische Republik wurde ausgerufen. An dem 8. Oktober
1949 unterzeichneten Vertreter der beiden deutschen Staaten ein Abkommen über
den Interzonenhandel. An dem 9.Oktober 1949 nahm die provisorische Volkskammer
ihre Tätigkeit auf und die Sowjetische Militäradministration übergab
Verwaltungsfunktionen an die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik.
An dem 10. Oktober 1949 wandelte die Sowjetunion die Sowjetische
Militäradministration in der Deutschen Demokratischen Republik in die
Sowjetische Kontrollkommission um, womit die Regierungsgewalt an die Regierung
der Deutschen Demokratischen Republik übergeben und die sowjetische
Besatzungszone in einen eigenen Staat überführt war. An dem 11. Oktober 1949
wurde Wilhelm Pieck einstimmig zu dem Präsidenten der Deutschen Demokratischen
Republik gewählt und ernannt, Otto Grotewohl zu dem Ministerpräsidenten.
In Bonn gründeten Journalisten an dem 11.
Oktober 1949 die Bundespressekonferenz. An dem 13. Oktober 1949 bildete sich in
München aus 16 Einzelgewerkschaften der Deutsche Gewerkschaftsbund. An dem 15.
Oktober 1949 erkannte die Sowjetunion die Deutsche Demokratische Republik
völkerrechtlich an.
An dem 21. Oktober 1949 formulierte
Bundeskanzler Konrad Adenauer in dem Bundestag einen Alleinvertretungsanspruch
der Bundesrepublik Deutschland für das deutsche Volk. An dem 26. Oktober 1949
wurde in Ludwigshafen der Verein Deutscher Industrie- und Handelstag als
Dachverband der Industrie- und Handelskammern gegründet. An dem 30. Oktober
1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland in den Europäischen Wirtschaftsrat aufgenommen.
An dem 31. Oktober 1949 wurde Bonn zu einer besatzungsfreien Zone erklärt und
die Besatzungstruppen Belgiens räumten das Palais Schaumburg.
An dem 1. November 1949 erschien als
Nachfolgezeitung der Frankfurter Zeitung die Erstausgabe der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung als überregionale Tageszeitung. An dem 3. November 1949
entschied der Deutsche Bundestag (mit 200 gegen 176 Stimmen) erneut für Bonn
(und gegen Frankfurt am Main) als vorläufigen Regierungssitz (und Berlin als
Hauptstadt) der Bundesrepublik Deutschland. An dem 5. November 1949 beschloss
das Politbüro und der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik, das
von Johannes R. Becher geschaffene und von Hanns Eisler vertonte Lied
Auferstanden aus Ruinen zu der Nationalhymne zu erklären.
An dem 7. November 1949 verfasste Konrad
Adenauer ein Aide-mémoire zu der Bereinigung der deutsch-französischen
Beziehungen. An dem 10. November 1949 begannen Verhandlungen zwischen
Bundeskanzler Adenauer und den Westalliierten Hohen Kommissaren über das
Verhältnis der Alliierten zu der Bundesrepublik Deutschland, An dem 11.
November 1949 übertrug die Sowjetische Militäradministration in der Deutschen
Demokratischen Republik die Verwaltungshoheit an deutsche Stellen. Die
Provisorische Volkskammer beschloss ein auch frühere Mitglieder der NSDAP
rehabilitierendes Gesetz zur Straffreiheit.
An dem 22. November 1949 wurde nach längeren
Verhandlungen auf dem Petersberg bei Bonn das Petersberger Abkommen zwischen
der Bundesrepublik Deutschland und den Alliierten durch die Alliierten Hohen
Kommissare und Bundeskanzler Adenauer unterzeichnet. Es beendete die Demontagen
wichtiger Industrieanlagen in dem Ruhrgebiet und gewährte der Bundesrepublik erste
außenpolitische Befugnisse zu der Aufnahme konsularischer Beziehungen zu
anderen Staaten. An dem 24. November 1949 bezeichnete Kurt Schumacher Adenauer
als Bundeskanzler der Alliierten.
An dem 28. November 1949 übermittelte
Bundeskanzler Adenauer dem Bundestag einen Gesetzentwurf zu der Einführung des
Notopfers Berlin. An dem 30. November 1949 stimmte die Bundesrepublik dem
Ruhrstatut zu, das die Kontrolle über die Ruhr-Industrie den Alliierten
überließ. An dem 2. Dezember 1949 wurde in Bonn die bereits an dem 2. Juli 1948
begründete Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder offiziell
errichtet.
An dem 7. Dezember 1949 verabschiedete die
Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz über die
Errichtung des Obersten Gerichts, das erste und letzte Instanz bei Straftaten
von überragender Bedeutung war. An dem 8. Dezember 1949 wurden in der Deutschen
Demokratischen Republik der Oberste Gerichtshof und die Oberste
Staatsanwaltschaft gebildet. An dem 14. Dezember 1949 wurden die ersten
Wohlfahrtsmarken nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt.
An dem 15. Dezember 1949 unterzeichnete die
Bundesrepublik Deutschland ihren ersten völkerrechtlichen Vertrag mit den
Vereinigten Staaten von Amerika über wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dieses
Abkommen ermöglichte die Nutzung des ERP-Sondervermögens (Marshallplan). An dem
16 Dezember 1949 setzte die Alliierte Hohe Kommission in der Bundesrepublik
Deutschland das Kontrollratsgesetz Nr. 34 (und Nr. 2) zu der Ausschaltung des
Militarismus außer Kraft. Außerdem wurden Marshallplan-Hilfsmittel von
1,036Milliarden DM zu Investitionsförderung freigegeben. Die Umsetzung des
Petersberger Abkommens wurde durch einen Briefwechsel vollzogen.
An dem 19. Dezember 1949 stellte der Aachener
Bibliotheksdirektor Hugo C. M. Pfeiffer in dem Suermondt-Museum den Gedanken eines
internationalen Preises für aktive europäische Einigung vor, aus dem ab 1950
der internationale Karlspreis (in Aachen) verliehen wurde. An dem 29. Dezember
1949 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz zu der Erhebung einer
Abgabe Notopfer Berlin erlassen und an dem 30. Dezember 1949 in dem
Bundesgesetzblatt veröffentlicht, das Bürger in dem Bundesgebiet ab 1. Januar
1950 zu einem Kauf einer Steuermarke auf Postsendungen verpflichtete.
An dem 31. Dezember 1949 wurde das Gesetz über
die Gewährung von Straffreiheit verkündet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden in
den Westzonen Deutschlands mehr als 2,5 Millionen Fälle in
Spruchkammerverfahren behandelt. In Bayern bearbeiteten die Spruchkammern bis
dahin 6,78 Millionen Fragebögen.
An dem 8. Januar 1950 wurde in Kiel der Block
der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) als Interessenvertretung für
Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, wobei die
Zahl der die früheren deutschen Ostgebiete verlassenden Menschen mit 14
Millionen angegeben wird. An dem 16. Januar 1950 begann in der sowjetischen
Besatzungszone die Auflösung des Speziallagers Nr. 2 in Buchenwald. An dem 17.
Januar 1950 berichtete die Zeitung Neues Deutschland der Deutschen
Demokratischen Republik über die bevorstehende Auflösung der Speziallager in
der Deutschen Demokratischen Republik. In der Folge wurden etwa 3400
Internierte an die Justiz der Deutschen Demokratischen Republik überstellt.
An dem 20. Januar 1950 bestimmte
Bundespräsident Theodor Heuss durch eine offizielle Bekanntmachung betreffend
das Bundeswappen und den Bundesadler der Bundesrepublik Deutschland diese,
wobei weitgehend die Gestaltung des Adlers aus der vorhergehenden Zeit
übernommen wurde (nach rechts blickend und ohne Krone). An dem 21. Januar 1950
wurde in Stuttgart der 1940 aufgelöste Deutsche Fußball-Bund (DFB)
neugegründet. Die Zahl der Arbeitslosen betrug zwei Millionen Menschen oder
mehr als 10 Prozent der Arbeitnehmer.
An dem 24. Januar 1950 beschloss das Politbüro
der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in der Deutschen Demokratischen
Republik die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit zwecks Sicherung
des Sozialismus. An dem 29. Januar 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland
der Sozialverband VdK Deutschland als Verband der Kriegsbeschädigten,
Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner e. V. gegründet. An dem 31. Januar 1950
gab Elly Heuss-Knapp, die Frau des Bundespräsidenten der Bundesrepublik
Deutschland, in einer Rundfunkrede die Gründung des Deutschen
Müttergenesungswerks bekannt.
An dem 8. Februar 1950 wurde in der Deutschen
Demokratischen Republik durch Beschluss der Volkskammer das Ministerium für
Staatssicherheit gegründet. Es fungierte als Geheimpolizei und
Nachrichtendienst der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. An dem 12.
Februar 1950 bot Bundeskanzler Konrad Adenauer Verhandlungen mit einer frei
gewählten Ostregierung in der sowjetischen Besatzungszone unter der
Voraussetzung enger europäischer Bindungen an.
(An dem 14. Februar 1950 fand (unter dem
Einfluss amerikanischer Besatzungssoldaten) in Nürnberg der erste Valentinsball
statt.) Die Sowjetunion und die Volksrepublik China unterzeichneten einen
weitreichenden Freundschafts- und Bündnisvertrag. An dem 15. Februar 1950 war
das sowjetische Speziallager Buchenwald bis auf ein bis März verbleibendes
kleines Nachkommando geräumt. (Remington Rand übernahm die den UNIVAC I
entwickelnde Eckert-Mauchy Computer Corporation.) An dem 16. Februar 1950 wurde
in der Deutschen Demokratischen Republik Wilhelm Zaisser zu dem ersten Minister
für Staatssicherheit ernannt, Erich Mielke zu dem Staatssekretär. An dem 21.
Februar 1950 (Faschingsdienstag) trat in der Deutschen Demokratischen Republik
das Gesetz zu der Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit durch
Veröffentlichung in dem Gesetzblatt in Kraft.
An dem 1. März 1950 wurde der in Leipzig und
Kiel in Mathematik ausgebildete Atomspion Klaus Fuchs in Großbritannien zu 14
Jahren Haft verurteilt. An dem 3. März 1950 unterzeichneten Frankreich und das
Saarland in Paris neue Saarkonventionen. An dem 8. März 1950 begann in dem
Volkswagenwerk in Wolfsburg die Serienfertigung des Volkswagen Transporters.
An dem 9. März 1950 forderte Bundeskanzler
Konrad Adenauer in einem Weißbuch der Bundesregierung zu der Saarfrage eine
freie Volksbefragung zu der politischen Zugehörigkeit des Saarlands. An dem 10.
März 1950 beförderte Herbert Wehner mit anderen den Abgeordneten Wolfgang
Hedler nach rassistischen Äußerungen aus dem Sitzungssaal des Bundestags. Der
amerikanische Präsident Truman genehmigte die Forschung und Herstellung von
Wasserstoffbomben.
Von dem 11. bis 18. März 1950 fand in Nürnberg
die erste deutsche Spielwarenmesse statt. An dem 19. März 1950 forderten 150
Delegierte des Rates für Weltfrieden ein Verbot von Atomwaffen. An dem 22. März
1950 verlangte Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Unterstützung Vereinigten
Staaten von Amerika erstmals die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten
durch freie Wahlen. An dem 28. März 1950 verabschiedete der Deutsche Bundestag
in Bonn das Erste Wohnungsbaugesetz, das staatliche Förderung sozialen
Wohnungsbaus vorsah, da bei Gründung der Bundesrepublik Deutschland nur 9,4
Millionen Wohnungen für 14,6 Millionen Haushalte bestanden.
An dem 31. März 1950 wurde in dem Zuchthaus Bautzen
I in der Deutschen Demokratischen Republik ein Häftlingsaufstand gegen unmenschliche
Haftbedingungen, Hunger und mangelnde medizinische Versorgung von der
Volkspolizei gewaltsam niedergeschlagen. An dem 19. April wurde in der
Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz der Arbeit erlassen. An dem 21.
April 1950 begannen in der Deutschen Demokratischen Republik die Waldheimer
Prozesse, in denen in dem Zuchthaus in Waldheim in Sachsen rund 3400 Insassen
sowjetischer Speziallager, oft ohne rechtsstaatliche Grundlagen, in Schnellverfahren
und Schauprozessen verurteilt wurden.
An dem 25. April 1950 sprach sich
Bundespräsident Theodor Heuss in einer Rede für die Vereinigung der Länder
Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem Südweststaat
aus. An dem 26. April 1950 wurden die ersten Urteile in den Waldheimer
Prozessen gefällt. An dem 30. April 1950 endete in der Bundesrepublik
Deutschland wegen ausreichender Nahrungsmittelversorgung die
Lebensmittelrationierung durch Lebensmittelkarten.
An dem 1. Mai 1950 trat in der Deutschen
Demokratischen Republik das Gesetz der Arbeit von dem 19. April 1950 in Kraft.
An dem 5. Mai 1950 wurde in Nordrhein-Westfalen die Landesverfassung
verabschiedet. An dem 9. Mai 1950 schlug der Außenminister Frankreichs, Robert
Schuman, die Vereinung von Kohleerzeugung und Stahlerzeugung Frankreichs und
Deutschlands vor, womit er den Grundstein für die Europäische Gemeinschaft für
Kohle und Stahl (Montanunion) legte. Von dem 11. bis 13. Mai 1950 fand die
Londoner Konferenz der Außenminister der Westalliierten statt. An dem 13. Mai
1950 beschloss die Generalintendanz des Rundfunks der Deutschen Demokratischen
Republik die ersten Versuche für Fernsehen.
An dem 16. Mai 1950 erließen die Alliierten
Hohen Kommissare in Westdeutschland das Gesetz Nr. 27 zu der Neuordnung der
deutschen Kohlenbergbau- und Stahlindustrie, das die Entflechtung der
Montanindustrie bewirkte. Daneben zogen sie nach Zusage von Änderungen ihr Veto
gegen das in dem April 1950 verabschiedete Beamtengesetz zurück. An dem 23. Mai
1950 unterstützte Bundeskanzler Konrad Adenauer brieflich die Initiative des
französischen Außenministers Robert Schuman zu der Schaffung der Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl. An dem 27. Mai 1950 begann ein von der Freien
Deutschen Jugend der Deutschen Demokratischen Republik ausgerichtetes
Deutschlandtreffen der Jugend mit mehr als 700000 Teilnehmern aus Ost und West,
wobei an dem Pfingstsonntag, dem 28. Mai 1950 trotz Regens mehr als 500000
Jugendliche in einer achtstündigen Parade zu der Unterstützung der Politik der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands durch Ost-Berlin marschierten.
An dem 5. Juni 1950 wurde in Bayern durch das
Gesetz über das Wappen des Freistaates Bayern das Staatswappen Bayern
eingeführt, das aus vier Feldern und einem blauweißen Herzschild besteht und
heraldische Elemente der Pfalz, Frankens, Niederbayerns, Oberbayerns sowie
Schwabens verbindet. An dem 6. Juni 1950 beschloss der Landtag
Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf in dritter Lesung mit einer knappen Mehrheit
von 110 Abgeordneten der CDU und des Zentrums die Landesverfassung. Die
Deutsche Demokratische Republik und Polen trafen Vereinbarungen über die
Oder-Neiße-Grenze.
An dem 7. Juni 1950 erließ der Bundespräsident
der Bundesrepublik Deutschland auf Vorschlag der Bundesregierung die Anordnung
über die Deutschen Flaggen (FlaggAnO, Bundesflagge schwarz, rot, gold, Höhe 3,
Länge 5). An dem 9./10. Juni schlossen sich in Bremen sechs westdeutsche
Rundfunksender (Nordwestdeutscher Rundfunk, Bayerischer Rundfunk, Hessischer
Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk, Südwestdeutscher Rundfunk, Südwestfunk, Radio
Bremen) zu der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen, um gemeinsame Programme
herzustellen. An dem 11. Juni 1950 fand in dem Friedrichstadt-Palast in
Ost-Berlin der Deutschen Demokratischen Republik eine Großkundgebung gegen die
Verfolgung von Kommunisten in den Vereinigten Staaten von Amerika statt.
An dem 15. Juni 1950 stimmte der Bundestag der
Bundesrepublik Deutschlands mehrheitlich für den Beitritt der Bundesrepublik zu
dem Europarat (Aufnahme zunächst als assoziiertes Mitglied). An dem 18. Juni
1950 wurde die Landesverfassung Nordrhein-Westfalens in einem Volksentscheid
mit 61,8 Prozent Zustimmung angenommen. An dem 19. Juni 1950 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland das Heimkehrergesetz (HkG) als Gesetz über
Hilfsmaßnahmen für Heimkehrer erlassen, das rückwirkend zu dem 1. April 1950 in
Kraft trat.
An dem 20. Juni 1950 begannen in Paris unter
Vorsitz Jean Monnets Verhandlungen von Vertretern der Bundesrepublik
Deutschland, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, Luxemburgs und Italiens
über eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, um künftige Kriege
zwischen Deutschland und Frankreich auszuschließen. An dem 23. Juni 1950 stellten
in der Prager Deklaration Deutsche Demokratische Republik und
Tschechoslowakische Republik fest, dass es zwischen ihnen keine strittigen und
offenen Fragen gibt.
An dem 25. Juni 1950 überquerte nach wechselnden
Grenzverletzungen Nordkorea gegen 4.00 Uhr in einem Überraschungsangriff ohne
Kriegserklärung den 38. Breitengrad als Grenze zu Südkorea und löste damit den
Koreakrieg aus. An dem 29. Juni 1950 endeten in dem Zuchthaus der sächsischen
Kleinstadt Waldheim in der Deutschen Demokratischen Republik vor Strafkammern
des Landgerichts Chemnitz die Strafverfahren gegen 3442 von dem
Innenministerium der Sowjetunion überstellte Angeklagte wegen Verdachts von
Kriegsverbrechen. An dem 30. Juni 1950 übergaben die Vereinigten Staaten von
Amerika, Großbritannien und Frankreich die Verantwortung für noch in
Westdeutschland befindliche Displaced Persons und Refugees an die
Bundesrepublik Deutschland.
An dem 1. Juli 1950 gründete Peter Suhrkamp
nach seiner Trennung von dem S. Fischer Verlag den eigenen Suhrkamp Verlag. An
dem 2. Juli 1950 wurde bei der zweiten Landtagswahl nach dem Zweiten Weltkrieg
in Schleswig-Holstein die CDU stärkste Partei vor SPD und GB/BHE. An dem 3.
Juli 1950 wurde die damals größte Stahlbogenbrücke über den Rhein zwischen
Duisburg und Rheinhausen für den Verkehr freigegeben. Walter Hallstein
erläuterte als deutscher Delegationsleiter den Standpunkt der Bundesregierung
zu den Verhandlungen über den Schuman-Plan.
An dem 4. Juli 1950 (dem amerikanischen
Unabhängigkeitstag) nahm der von den Vereinigten Staaten von Amerika (CIA)
finanzierte Radiosender Radio Free Europe seinen Betrieb für Menschen hinter
dem Eisernen Vorhang auf. An dem 5. Juli 1950 begann in der Schlacht um Osan
der unmittelbare Einsatz amerikanischer Truppen in dem Koreakrieg. An dem 6.
Juli 1950 unterzeichneten die Deutsche Demokratische Republik und Polen das
Görlitzer Abkommen, durch das sie die Oder-Neiße-Linie als unantastbare Grenze
anerkannten. An dem 8. Juli 1950 wurde die Bundesrepublik Deutschland als
assoziiertes Mitglied in den Europarat aufgenommen. Ein Gesetz über die Prägung
von deutschen Scheidemünzen (Pfennig und Deutsche Mark) wurde erlassen.
An dem 9. Juli 1950 verlor durch die zweite
Landtagswahl in Schleswig-Holstein die SPD ihre absolute Mehrheit der
Landtagssitze, woraufhin eine Koalition aus CDU, FDP, DP und BHE gebildet
wurde. In Hessen fand eine Volksabstimmung über die von dem Landtag beschlossene
Änderung des Wahlrechts in der Landesverfassung statt. An dem 11. Juli 1950
gewährten die Vereinigten Staaten von Amerika Südkorea 1,2 Milliarden Dollar
Militärhilfe.
An dem 13. Juli 1950 trat die Bundesrepublik
Deutschland dem Europarat als assoziiertes Mitglied bei. An dem 19. Juli 1950
wurde in Frankfurt am Main der Zentralrat der Juden als Dachverband der
jüdischen Kultusgemeinden gegründet. An dem 20. Juli 1950 begann in Ost-Berlin
der dreitägige III. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands,
auf dem die Partei sozialistisch umgeformt wurde.
An dem 22. Juli 1950 kehrte König Leopold III.
von Belgien nach einer Volksabstimmung aus dem Exil in der Schweiz zurück. An
dem 24. Juli 1950 startete die erste Rakete (Bumper 8) von dem Weltraumbahnhof
Cape Canaveral in Florida. An dem 25. Juli 1950 wurde Walter Ulbricht zu dem
Generalsekretär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in der
Deutschen Demokratischen Republik ernannt.
Ab dem 26. Juli 1950 töteten amerikanische
Soldaten, die sich in Erwartung nordkoreanischer Gegner bei No Gun Ri eingegraben
hatten, unter einer Eisenbahnbrücke schätzungsweise mehr als 250 südkoreanische
Flüchtlinge (Massaker von No Gun Ri oder Nogeun-ri). An dem 31. Juli 1950
verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (während des
Koreakriegs) eine Resolution, die Mitglieder zu einer Truppenentsendung nach
Südkorea aufforderte.
An dem 3. August 1950 übermittelte Pionieroffizier
Otto Lummitzsch dem Bundesinnenministerium den Entwurf für einen
technisch-wirtschaftlichen Stab als einen Vorläufer des Technischen Hilfswerks.
In der Deutschen Demokratischen Republik stimmte der Zentralausschuss des
Blockes der antifaschistisch-demokratischen Parteien dem Entwurf eines Gesetzes
über die Wahlen zu der Volkskammer und zu den Landtagen zu. An dem 4. August
1950 wurde in Wiesbaden eine Verständigung zwischen dem Tschechischen
Nationalausschuss und sudetendeutschen Vertretern zu der Wahrung ihrer
Interessen unterzeichnet (Wiesbadener Abkommen). An dem 5. August 1950 wurde in
Stuttgart-Bad Cannstatt die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von Vertretern
der Vertriebenenverbände beschlossen, die einen historischen Verzicht auf Rache
und Vergeltung für Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg enthielt,
sich zu einem geeinten Europa bekannte und das Recht auf die Heimat forderte
(Charta der deutschen Heimatvertriebenen). Sie wurde an dem 6. August 1950 auf
dem Schlossplatz in Stuttgart vor rund 150000 Menschen bekanntgegeben.
An dem 9. August 1950 wurde der deutsche
SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant von Fort Breendonk und Mechelen Philipp
Schmitt in Belgien hingerichtet. An dem 16. August 1950 wurde Dr. Otto
Dietrich, der frühere Reichspressechef der NSDAP, nach fünfjähriger Haft aus
dem Gefängnis Landsberg entlassen. Außerdem wurden acht in den Nürnberger Prozessen
verurteilte Männer wie der Industrielle Friedrich Flick wegen guter Führung
begnadigt.
An dem 22. August 1950 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland das Technische Hilfswerk (THW) gegründet.
Bundesinnenminister Gustav Heinemann und Pionieroffizier Otto Lummitzsch
vereinbarten an diesem Tage in Bonn den Aufbau des zivilen Ordnungsdiensts, um
den Bevölkerungsschutz zu strukturieren. Drei Jahre später wurde das Technische
Hilfswerk als Bundesanstalt in den Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums
übernommen.
An dem 24. August 1950 beschloss das
Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands weitreichende
Maßnahmen gegen frühere Westemigranten. An dem 27. August 1950 lehnte die
evangelische Kirche in Deutschland eine Remilitarisierung in Ostdeutschland und
Westdeutschland ab. An dem 29. August 1950 übermittelte Bundeskanzler Konrad
Adenauer der Alliierten Hohen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland zwei
sicherheitspolitische Memoranden, in denen er die Verstärkung der alliierten Truppen,
die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und die Bildung deutscher Kontingente als
Schutz vor der Deutschen Demokratischen Republik forderte. Bundesinnenminister
Gustav Heinemann (SPD) legte aus Protest gegen diesen Alleingang Konrad
Adenauers sein Amt nieder (9. Oktober 1950).
An dem 30. August 1950 beschlossen die
Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder in Königstein in dem Taunus in der
Villa Rothschild die Königsteiner Vereinbarung, die auf der Grundlage der
Einwohnerzahl den jährlichen Turnus für den Vorsitz in dem Bundesrat festlegte.
Von dem 30. August 1950 bis 3. September 1950 fand in der Deutschen
Demokratischen Republik der dritte Kongress des Freien Deutschen
Gewerkschaftsbunds statt, der die Einbindung in den sozialistischen Aufbau festigte.
An dem 31. August 1950 verbot die Regierung der Deutschen Demokratischen
Republik den Zeugen Jehovas die Ausübung ihrer Religion.
An dem 1. September 1950 nahm der
Bundesfinanzhof als erster der obersten Gerichtshöfe des Bundes in der
Bundesrepublik Deutschland seine Tätigkeit auf. An dem 4. September scheiterte
ein geplanter Fluchtversuch von vier Volkspolizisten des Grenzpostens Kietz an
der Elbe, die von einem fünften Kollegen als Informanten des
Staatssicherheitsdiensts verraten, der sowjetischen Militärjustiz übergeben und
in Moskau hingerichtet wurden.
An dem 6. September 1950 trat in der Deutschen
Demokratischen Republik das Aufbaugesetz in Kraft. An dem 7. September 1950
begann in Ost-Berlin die Sprengung der kriegsbeschädigten Ruine des Berliner
Stadtschlosses zugunsten eines Aufmarschplatzes. (Als erster deutscher Farbfilm
nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schwarzwaldmädel hergestellt.)
An dem 13. September 1950 fand die erste
umfassende Volkszählung und Berufszählung nach dem Zweiten Weltkrieg statt, die
eine Einwohnerzahl der Bundesrepublik von fast 48 Millionen Menschen mit einem
deutlichen Frauenüberschuss ergab. An dem 14. September 1950 forderte
Bundeskanzler Konrad Adenauer in einer Rede vor dem Bundestag der
Bundesrepublik die Wiedervereinigung Deutschlands.
An dem 15. September 1950 beschloss der
Bundestag der Bundesrepublik Deutschland die Errichtung des
Bundesrechnungshofs. An dem 18. September 1950 kündigten die westlichen
Außenminister in New York eine neue Besatzungspolitik für Deutschland mit
Sicherheitsgarantien für die Bundesrepublik und Aufstellung westdeutscher
Kontingente für europäische Streitkräfte an. An dem 19. September 1950
verabschiedete die Bundesregierung unter Konrad Adenauer einen Erlass, der
öffentliche Bedienstete zu Verfassungstreue verpflichtete und eine
Mitgliedschaft in als verfassungsfeindlich eingestuften Organisationen verbot
(Adenauer-Erlass).
An dem 24. September 1950 fanden in Württemberg-Baden,
Württemberg-Hohenzollern und Baden nicht-bindende Volksbefragungen zu der
Bildung eines Südweststaats statt, die in Württemberg-Baden etwa 75 Prozent und
in Württemberg-Hohenzollern mehr als 90 Prozent Zustimmung ergaben, während in
Baden (Südbaden) die Mehrheit die Wiederherstellung des Landes Baden wünschte.
An dem 26. September 1950 eroberten die
Vereinten Nationen in dem Koreakrieg Seoul von Nordkorea zurück. An dem 27.
September 1950 beschloss die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik
das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau, das an
dem 1. Oktober 1950 in Kraft trat. An dem 28/29./30. September 1950 trat die
Deutsche Demokratische Republik dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
(RGW/COMECON) bei.
An dem 1. Oktober 1950 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe als
Höchstgericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und Nachfolger des
Reichsgerichts eingerichtet. Außerdem trat in West-Berlin eine neue Verfassung
in Kraft, in der das Abgeordnetenhaus die Stadtverordnetenversammlung ersetzte.
Rückwirkend trat in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Gesetz zu der
Versorgung von Kriegsopfern in Kraft.
(An dem 2. Oktober 1950 erschien der erste
Comicstrip der Peanuts von Charles M. Schulz mit Charlie Brown und Snoopy in
sieben amerikanischen Zeitschriften.)
An dem 5. Oktober 1950 begann in dem Kloster
Himmerod in der Eifel in dem Auftrag Bundeskanzler Adenauers eine geheime
Konferenz 15 früherer Offiziere der Wehrmacht des Deutschen Reiches (Himmeroder
Expertengruppe), die in der Himmeroder Denkschrift (Denkschrift über die
Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer übernationalen
Streitmacht) die Grundlagen für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik
Deutschland schuf. An dem 8. Oktober 1950 wurde der Bundesgerichtshof (BGH) in
Karlsruhe eröffnet. An dem 9. Oktober 1950 trat in der Bundesrepublik
Deutschland Innenminister Gustav Heinemann (CDU) aus Protest gegen Pläne zu
einer Wiederbewaffnung zurück.
An dem 11. Oktober 1950 wurde in der Deutschen
Demokratischen Republik Wilhelm Pieck zu dem Präsidenten gewählt. An dem 12.
Oktober 1950 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die erste
Provisorische Regierung unter Ministerpräsident Otto Grotewohl durch die
Provisorische Volkskammer bestätigt und von Präsident Wilhelm Pieck vereidigt.
An dem 15. Oktober 1950 fanden in der Deutschen Demokratischen Republik Wahlen
zu der Volkskammer und zu Landesvertretungen und Kommunalvertretungen statt.
Für die Einheitsliste der von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
kontrollierten Nationalen Front stimmten 99,7 Prozent der Wähler.
An dem 18. Oktober 1950 trat Erich Köhler als
Präsident des Bundestags der Bundesrepublik zurück. An dem 19. Oktober 1950
wurde Hermann Ehlers (CDU) zu dem neuen Präsidenten des Bundestags gewählt. Der
Bundestag verabschiedete einstimmig das Versorgungsgesetz für Kriegsopfer., das
rückwirkend zu dem 1. Oktober in Kraft gesetzt wurde. Truppen Chinas griffen in
den Koreakrieg ein. Am dem 21. Oktober 1950 wurde auf dem ersten
Bundesparteitag der CDU in Goslar Konrad Adenauer mit 302 von 368 Stimmen zu
dem ersten Bundesvorsitzenden gewählt.
(An dem 23. Oktober 1950 stellte das
Unternehmen Callaghan & Bigelow den ersten in den menschlichen Körper
einpflanzbaren Herzschrittmacher vor.) An dem 26. Oktober 1950 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland Theodor Blank (CDU) zu dem Beauftragten des
Bundeskanzlers für Sicherheitsfragen ernannt und an dem 29. Oktober 1950 das
Amt Blank eingerichtet. Blank berief frühere Generäle der deutschen Wehrmacht
wie Adolf Heusinger und Hans Speidel als Berater.
An dem 4. November 1950 wurde in Rom von 13
Mitgliedstaaten des Europarats einschließlich der Bundesrepublik Deutschland
die 1953 in Kraft tretende Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet.
An dem 7. November 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesamt
für Verfassungsschutz (BfV) als Inlandsnachrichtendienst des Bundes
eingerichtet. An dem 10. November 1950 wurde in Frankfurt an der Oder der
19jährige Straftäter Werner Gladow nach Verurteilung wegen Mordes und Raubes
mit dem Fallbeil hingerichtet. Die Bundesrepublik Deutschland wurde Mitglied
der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).
An dem 12. November 1950 wurde in Wolfsburg
der erste Volkswagen-Transporter hergestellt. An dem 15. November 1950 stellte
Otto Grotewohl den Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik aus 21
Ministern und fast 30 Staatssekretären vor. An dem 19. November 1950 fanden
Landtagswahlen in Württemberg-Baden und Hessen statt.
An dem 27. November 1950 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland durch Gesetz der Bundesrechnungshof mit Sitz in
Frankfurt am Main als oberste Bundesbehörde errichtet. An dem 30. November 1950
schlug Ministerpräsident Otto Grotewohl in einem offenen Brief an Bundeskanzler
Konrad Adenauer die Bildung eines paritätisch besetzten Gesamtdeutschen
Konstituierenden Rates vor, doch wurde der Vorschlag abgelehnt. An dem 4.
Dezember 1950 wurde die Landesverfassung in Nordrhein-Westfalen verabschiedet.
An dem 10./11. Dezember 1950 wurde in Hannover
der Deutsche Sportbund (DSB) als Zusammenschluss der westdeutschen
Landessportbünde gegründet. An dem 16. Dezember 1950, abends 20 Uhr fand in dem
Hause des amerikanischen Hohen Kommissars John McCloy in Bad Homburg eine
eingehende Aussprache zwischen Bundeskanzler Adenauer und dem Kommissar statt.
An dem 20. Dezember 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das
Bundesversorgungsgesetz (BVG) verabschiedet, das die Versorgung für Kriegsopfer
und Hinterbliebene vereinheitlichte und an dem 21. Dezember 1950 in dem
Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Studenten nahmen die von Großbritannien
besetzte Insel Helgoland in Beschlag.
An dem 29. Dezember 1950 wurde das
D-Markbilanzgesetz in dem Bundesgesetzblatt verkündet. (An dem 31. Dezember
1950 begann in der Bundesrepublik Deutschland das erste Fernsehprogramm des
Nordwestdeutschen Rundfunks aus einem Bunker in Hamburg, präsentiert von der
Ansagerin Irene Koss.)
An dem 1. Januar 1951 stellte Bundespräsident
Theodor Heuss die dritte Strophe von Deutschland, Deutschland, über alles als
neue deutsche Nationalhymne vor. Indien erklärte den Kriegszustand mit
Deutschland für beendet. An dem 4. Januar 1951 wurde in Heidelberg der Vorstand
der Notgemeinschaft als Vorläufer der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewählt.
An dem 6. Januar 1951 begann in der Deutschen
Demokratischen Republik nach dem Vorbild der Sowjetunion der erste
Fünfjahreplan (1951-1955). An dem 7. Januar 1951 fand in Landsberg am Lech eine
Kundgebung gegen Unmenschlichkeit statt, bei der rund 4000 Menschen gegen die
Hinrichtung zu dem Tode verurteilter nationalsozialistischer Kriegsverbrecher
demonstrierten. An dem 10. Januar 1951 wurde in der Deutschen Demokratischen
Republik der 18jährige Hermann Flade, der Flugblätter gegen die Diktatur der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands verteilt und sich gegen seine
Festnahme gewehrt hatte, zu der Todesstrafe verurteilt.
An dem 12. Januar 1951 trat die
UN-Völkermordkonvention als internationales Menschenrechtsabkommen in Kraft. An
dem 15. Januar 1951 lehnte Bundeskanzler Konrad Adenauer den Vorschlag Otto
Grotewohls der Deutschen Demokratischen Republik von dem 30. November 1950 ab
und forderte freie Wahlen und demokratische Freiheiten als Voraussetzungen für
Gespräche zu einer Wiedervereinigung. An dem 16. Januar 1951 wurde in Oestrich-Winkel
das Deutsche Industrieinstitut (später IW Köln) gegründet.
An dem 19. Januar 1951 beschloss das
Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands eine
tiefgreifende Reform des Bildungswesens nach dem Vorbild der Sowjetunion. An
dem 25. Januar 1951 einigte sich Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Hans Böckler
(gestorben in Köln 16. 2. 1951) als Vorsitzendem des Deutschen
Gewerkschaftsbunds auf die Grundzüge der Mitbestimmung in der Montanindustrie.
An dem 29. Januar 1951 wurde das Todesurteil Hermann Flades auf Grund
internationaler Proteste in eine Zuchthausstrafe von 15. Jahren umgewandelt. An
dem 30. Januar 1951 starb in Stuttgart der an dem 3. September 1875 in
Maffersdorf in Böhmen geborene Kraftfahrzeugkonstrukteur Ferdinand Porsche.
An dem 31. Januar 1951 begnadigte der
amerikanische Hochkommiss John McCloy viele verurteilte deutsche
Kriegsverbrecher. An dem 15. Februar 1951 erließ der Bundestag Deutschlands das
Gesetz zur Errichtung des Bundesgrenzschutzes (BGS), wobei diese Sonderpolizei
mit anfangs 10000 Mann geschaffen wurde. An dem 18. Februar 1951 betonte Josef
Stalin die Rolle der Sowjetunion als Friedensgarant in Europa. An dem 21.
Februar 1951 wurde nach einem Schauprozess in Moskau der Politiker Erwin Köhler
(CDU) hingerichtet, der sich gegen die Gleichschaltung durch die Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands gewehrt hatte.
An dem 27. Februar 1951 wurde in den
Vereinigten Staaten von Amerika der 22. Zusatzartikel zu der Verfassung
ratifiziert, der die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Perioden begrenzte. An
dem 6. März 1951 revidierten die Vereinigten Staaten von Amerika,
Großbritannien und Frankreich das Besatzungsstatut, wodurch die Gründung eines
Auswärtigen Amtes möglich wurde, das Bundeskanzler Konrad Adenauer übernahm,
der dadurch mit den Regierungen der Westmächte unmittelbar verhandeln konnte.
In Vereinbarungen anerkannte die Bundesrepublik Deutschland ein Einstehenmüssen
für Vorkriegsschulden des Deutschen Reiches. An dem 12. März 1951
verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über das
Bundesverfassungsgericht (BVerfGG). An dem 13. März 1951 beschloss die
Bundesregierung Deutschlands die Wiederrichtung des Auswärtigen Amtes.
(An dem 14. März 1951 entstand an seinem 72.
Geburtstag das berühmteste Foto Albert Einsteins [Zungenfoto]). An dem 15. März
1951 wurde in Bonn das Auswärtige Amt wiedererrichtet. (An dem 22. März 1951
wurde in Frankfurt am Main das wiederaufgebaute Goethe-Haus (Geburtshaus Johann
Wolfgang Goethes, das in dem Zweiten Weltkrieg in dem März 1944 zerstört worden
war, an das Freie Deutsche Hochstift übergeben.) An dem 29. März 1951 trat in
der Bundesrepublik Deutschland das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG) in Kraft.
(An dem 5. April 1952 wurde in den Vereinigten
Staaten von Amerika das Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg wegen Atomspionage
zu der Todesstrafe verurteilt.) An dem 7. April 1951 hob der Europarat den
assoziierten Status des Bundesrepublik Deutschland auf und erhob sie zu einem
vollen Mitglied. An dem 9. April 1951 trat in der Bundesrepublik Deutschland
das Bundesverfassungsgerichtsgesetz in Kraft. An dem 10. April 1951
verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die
Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Unternehmen des Bergbaus sowie der Eisen und
Stahl erzeugenden Industrie (Montanmitbestimmungsgesetz) und das Gesetz über
die Wiedereingliederung ehemaliger unter Artikel 131 des Grundgesetzes
fallender Beamter und Soldaten (131er-Gesetz).
An dem 13. April 1951 wurde in dem Bundesland
Niedersachsen die Vorläufige Niedersächsische Verfassung verabschiedet, welche
die Übergangsverfassung des Jahres 1947 ersetzte. An dem 15. April 1951
eröffnete Hermann Gmeiner in Imst in Tirol das erste SOS-Kinderdorf (der Welt)
(Haus Frieden) für Kriegswaisen. An dem 16. April 1951 eröffnete Hermann
Gmeiner in Lippe (Schieder-Schwalenberg) bei Detmold das erste deutsche
SOS-Kinderdorf. An dem 18. April 1951 unterzeichnete die Bundesrepublik
Deutschland mit Belgien, Frankreich. Italien, Luxemburg und den Niederlanden in
Paris den Vertrag (Vertrag von Paris) zu der Gründung der Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion), der an dem 23. Juli 1952
in Kraft trat. (An dem 19. April 1951 wurde in Frankfurt am Main die erste
internationale Automobilausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet.)
(An dem 20. April 1951 wurde in Köln die erste
internationale Photokina eröffnet, die sich zu der weltweit bedeutendsten Messe
für Fotografie entwickelte.)
An dem 25. April 1951 erschien die Zeitung
Neues Deutschland. An dem 28. April 1951 wurde n Moskau der Leipziger Student
Herbert Belter wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt der deutschen
Demokratischen Republik hingerichtet. An dem 29. April 1951 fand die
Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt, bei der die CDU trotz deutlicher
Verluste zu Gunsten der FDP stärkste Partei blieb, während die KPD scheiterte,
an dem 6. Mai 1951 die zweite Wahl zu dem Landtag in Niedersachsen mit 11
Prozent der Stimmen für die Sozialistische Reichspartei. An dem 11. Mai 1951
verabschiedete der Bundestag Deutschlands das Gesetz zu Artikel 131 des
Grundgesetzes (Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen
Unrechts für Angehörige des öffentlichen Dienstes), das an dem 12. Mai 1951 in
Kraft trat und an dem Pfingstsonntag (13. Mai 1951) in dem Bundesgesetzblatt
veröffentlicht wurde.
An dem 16. Mai 1951 brachte die Bank deutscher
Länder eine neue 100-Mark-Banknote mit einer Ansicht Nürnbergs auf der Rückseite
in Umlauf. An dem 21. Mai 1951 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das
Gesetz über die Montanmitbestimmung verabschiedet, das den Arbeitnehmern in der
Kohle- und Stahlindustrie ein Mitbestimmungsrecht in Aufsichtsräten und
Vorständen gewährte und an dem 23. Mai 1951 in dem Bundesgesetzblatt
veröffentlicht wurde. Von dem 6. bis zu dem 17. Juni 1951 fanden in Berlin die
ersten internationalen Filmfestspiele in Berlin (Berlinale) statt. An dem 7.
Juni 1951 wurden in Landsberg am Lech die letzten Todesstrafen gegen die
verurteilten Kriegsverbrecher Otto Ohlendorf, Erich Naumann, Paul Blobel,
Werner Braune, Oswald Pohl, Georg Schallermair und Hans Theodor Schmidt durch
amerikanische Militärbehörden vollstreckt.
An dem 18. Juni 1951 begannen in Rumänien
umfangreiche Deportationen von rund 45000 Menschen aus dem Banat darunter der
deutschen Minderheit in die Baragan-Steppe. An dem 19. Juni 1951 wurde das
Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikpakts über die Rechtsstellung
ihrer Truppen (NATO-Truppenstatut) geschlossen, das den Aufenthalt von
Streitkräften der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation regelte. An dem
25. Juni 1951 wurde Friedrich-Wilhelm Lübke zu dem Ministerpräsidenten
Schleswig-Holsteins gewählt.
An dem 26. Juni 1951 verbot die
Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland die Freie Deutsche Jugend in der
Bundesrepublik Deutschland wegen ihrer Ablehnung der
freiheitlich-demokratischer Grundordnung. An dem 9. Juli 1951 beendete
Großbritannien als erste westliche Besatzungsmacht Deutschlands den
Kriegszustand mit Deutschland. Der Zentralflughafen Tempelhof in Berlin wurde
für den zivilen Luftverkehr freigegeben.
An dem 10. Juli 1951 verabschiedete der
Bundestag Deutschlands das Gesetz zu der Errichtung der Bundesanstalt für
Arbeitsermittlung und Arbeitslosenversicherung. An dem 11. Juni 1951 wurde die
Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Organisation für Erziehung,
Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen (UNESCO). An dem 13. Juli 1951
beendete Frankreich den Kriegszustand mit Deutschland. An dem 20. Juli 1951
starb in Hechingen mit 69 Jahren Wilhelm von Preußen als letzter Kronprinz
Preußens.
An dem 24. Juli 1951 wurde in Moskau der 1949
verhaftete liberale Politiker Arno Esch hingerichtet. An dem 25. Juli 1951 trat
in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz zu der vorläufigen Regelung der
Rechtsverhältnisse des Reichsvermögens und der preußischen Beteiligungen in
Kraft, das in dem Bundesgesetzblatt verkündet wurde. An dem 28. Juli 1951 wurde
die Genfer Flüchtlingskonvention auf einer Sonderkonferenz der Vereinten
Nationen verabschiedet.
An dem 1. August 1951 wurde in West-Berlin die
Todesstrafe abgeschafft. An dem 2. August 1951 wurde in Bonn die Deutsche
Forschungsgemeinschaft als zentrale Forschungsförderungsorganisation der
Bundesrepublik Deutschland begründet. In dem August 1951 sank die Zahl der
Arbeitslosen in der Bundesrepublik Deutschland auf 1,3 Millionen. An dem 5.
August 1951 wurden in dem Strafgefängnis Berlin-Plötzensee mehrere Frauen der
Widerstandsgruppe Rote Kapelle hingerichtet, Ab dem 5. August 1951 wurden in Ost-Berlin
die (dritten) Weltfestspiele der Jugend und Studierenden ausgerichtet.
(An dem 29. August 1951 erschien in der
Bundesrepublik Deutschland das erste Micky-Maus Heft mit 300000 zunächst nur teilweise
abgesetzten Heften.) An dem 31. August 1951 wurde das
Strafrechtsänderungsgesetz von dem 30. August 1951 zu dem Schutz der Demokratie
gegen Bedrohungen von innen veröffentlicht (§§ 80ff. StGB). An dem 7. September
1951 nahm das Bundesverfassungsgericht der Bundesrepublik Deutschland seine
Tätigkeit auf. Bundespräsident Theodor Heuss stiftete den Verdienstorden der
Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz). An dem 9. September 1951
traf das Bundesverfassungsgericht Deutschlands seine erste (Eil-)Entscheidung
(über Klagen gegen die Neugliederung der Länder Baden, Württemberg Baden und
Württemberg-Hohenzollern).
An dem 27. September 1951 bekannte sich
Bundeskanzler Konrad Adenauer in einer Regierungserklärung zu der
geschichtlichen Verantwortung Deutschlands für die in dem Nationalsozialismus
begangenen Verbrechen an Juden. An dem 28. September 1951 fand in Karlsruhe in
dem Prinz-Max-Palais mit 23 Richtern und 1 Richterin die Eröffnung des
Bundesverfassungsgerichts Deutschlands statt.
An dem 7. Oktober 1951 fand die dritte
Bürgerschaftswahl in Bremen statt. An dem 15. Oktober 1951 synthetisierte Dr.
Carl Djerassi in Mexiko-Stadt mit Kollegen das Steroidhormon Norethisteron, das
zu der Grundlage der Antibabypille wurde. An dem 21. Oktober 1951 sprach sich
die CDU auf ihrem Parteitag in Karlsruhe einstimmig für die dritte Strophe des
Deutschlandlieds als Nationalhymne aus. An dem 24. Oktober 1951 erklärte der
amerikanische Präsident Truman das Ende des Kriegszustands mit Deutschland.
An dem 30. Oktober 1951 wurde in dem
Bundesgesetzblatt Deutschlands das Gesetz über Hilfsmaßnahmen für Heimkehrer
(Heimkehrergesetz) verkündet. An dem 1. November 1951 beschloss die Volkskammer
der Deutschen Demokratischen Republik den ersten Fünfjahresplan für die Jahre
von 1951 bis 1955. An dem 17. November 1951 trat Otto John sein Amt als erster
Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz an. An dem 19. November 1951
unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland in Washington das internationale
Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Genfer Flüchtlingskonvention)
von dem 28. Juli 1951.
An dem 1. Dezember 1951 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland wegen zunehmender Zahl (rund 600000
Personenkraftwagen) die Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge verpflichtend,
wobei eine Platte die Kontrolle erleichterte. (An dem 3. Dezember 1951 verstarb
in Hamburg der 1877 geborene Jurist Otto Palandt.) An dem 4. Dezember 1951wurde
in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz zum Schutze der Jugend in der
Öffentlichkeit (JÖSchG) erlassen, das den Aufenthalt Minderjähriger in
Gaststätten regelte. An dem 16. Dezember 1951 beschloss der Bundestag
Deutschlands seine erste Geschäftsordnung.
An dem 13. Dezember 1951 verabschiedete der
Bundestag Deutschlands das Bundesbahngesetz, das die Gründung der Deutschen
Bundesbahn als Sondervermögen der Bundesrepublik Deutschland (17. Dezember 1951
veröffentlicht). An dem 27. Dezember 1951 wurde in der Bundesrepublik in der
Gewerbeordnung das Züchtigungsrecht für Lehrherren abgeschafft. 1951 flohen
insgesamt 160000 Menschen aus der Deutschen Demokratischen Republik.
An dem 9. Januar 1952 schlug die Volkskammer
der Deutschen Demokratischen Republik der Bundesrepublik Deutschland die
Abhaltung freier gesamtdeutscher Wahlen unter Viermächtekontrolle vor. (An dem
2. Februar 1952 wurde die Westfalenhalle in Dortmund eröffnet.) An dem 6.
Februar 1952 billigte der Bundestag Deutschlands das Wahlgesetz für eine
verfassunggebende gesamtdeutsche Nationalversammlung. Außerdem trat das
Mutterschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft.
An dem 7. Februar 1952 gab Bundeskanzler
Konrad Adenauer in dem Bundestag Deutschlands eine Regierungserklärung zu dem
Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik Deutschland ab. An dem 9. Februar 1952
übertrug der Nordwestdeutsche Rundfunk erstmals ein Sportereignis
(Eishockeyspiel) live in dem Fernsehen (Hamburger SV gegen BK Frem Kopenhagen).
An dem 1. 3. 1952 wurde die Insel Helgoland von Großbritannien (britisches
militärisches Sperrgebiet) an Deutschland zurückgegeben.
An dem 4. März 1952 sperrte die Deutsche
Demokratische Republik alle Stromlieferungen von Berlin (Ost) in den Westteil
der Stadt. An dem 9. März 1952 wurde die verfassunggebende Versammlung für das
neue Bundesland Baden-Württemberg gewählt, wobei die CDU stärkste Kraft wurde.
An dem 10. März 1952 bot die Sowjetunion in einer Note den Westmächten
Verhandlungen über einen Friedensvertrag und ein vereinigtes, neutrales
Deutschland an, doch blieben die Bundesregierung und die Westmächte skeptisch.
An dem 27. März 1952 explodierte in dem
Polizeipräsidium München bei der Öffnung durch den Sprengmeister Karl Reichert
ein angeblich von Prof. Dr. Erich Berghof, Frankfort (!) a/M, Bernheimer (!)
Lands Tr. (!) 26 aufgegebenes Paket, wobei der öffnende Sprengmeister getötet
wurde und zwei Polizeibeamte schwer und drei weitere Menschen leicht verletzt
und ein Bekennerschreiben von einer Organisation jüdischer Partisanen
nachgesandt wurde. Dabei handelte es sich auch nur um eine von vielen Aktionen
gegen die Zahlung von Geldern zwecks Wiedergutmachung von Deutschland an
Israel. Strafbare Täter waren nicht zu ermitteln.
An dem 9. April 1952 stimmte die Sowjetunion
in einer zweiten Note an die drei Westmächte freien gesamtdeutschen Wahlen unter
der Kontrolle der vier Mächte zu. An dem 12. April 1952 gab General Dwight D.
Eisenhower seinen Rücktritt von dem Amt des Generalsekretärs bekannt. An dem
22. April 1952 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika die erste
Atombombenexplosion live übertragen.
An dem 25. April 1952 wurde durch Vereinigung
Württemberg-Badens, Badens und Württemberg-Hohenzollerns das Bundesland
Baden-Württemberg gebildet und (durch die verfassunggebende Versammlung) in
Stuttgart der erste Landtag und Reinhold Maier (FDP) als Ministerpräsident
gewählt und in den folgenden Tagen eingesetzt. An dem 28. April 1952 trat der
Friedensvertrag von San Francisco in Kraft, der die Besatzungszeit Japans durch
die Vereinigten Staaten von Amerika beendete. An dem 4. Mai 1952 demonstrierten
rund 50000 Heimatvertriebene aus allen Teilen der Bundesrepublik und Berlins
(West).
An dem 26. Mai 1952 wurde in Bonn der
Deutschlandvertrag (Bonner Vertrag) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und
den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien sowie Frankreich
unterzeichnet, der das Besatzungsstatut beenden und der Bundesrepublik
Deutschland weitgehende Souveränität verleihen sollte. Er sollte nur zusammen
mit dem Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG von dem 27.
Mai 1952) in Kraft treten. Demgegenüber beschloss die Führung der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Maßnahmen, die zu
Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze führten (Aktion Ungeziefer,
bei der unzuverlässige Personen aus der 5-Kilometer-Sperrzone an der
innerdeutschen Grenze zwangsumgesiedelt wurden). Mit der Europäischen
Verteidigungsgemeinschaft scheiterte auch die geplante Europäische Politische
Gemeinschaft, die ein supranationale Europa verwirklichen sollte.
An dem 29. Mai 1952 teilte die Sowjetunion in
einer Note mit, dass es nach ihrer Ansicht einen Weg zu der großen friedlichen
Zukunft Deutschlands gebe. Das deutsche Volk habe als unverrückbares Ziel den
Abschluss eines Friedensvertrags. Der 30. Mai 1952 war zusammenfassend ein Tag,
an dem die Teilung Deutschlands durch die Anbindung der Bundesrepublik
Deutschlands an den Westen und die Abriegelung der Grenze der Deutschen
Demokratischen Republik verstärkt wurde.
An dem 1. Juni 1952 strahlten mit Ausnahme des
Bayerischen Rundfunks alle Hörfunksender der Bundesrepublik Deutschland
erstmals ein Nachtprogramm mit Musik und Kurznachrichten aus. Nach einer
Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten von Amerika von
dem 2. Juni 1952 ist die durch den Präsidenten verfügte Verstaatlichung der
Stahlindustrie verfassungswidrig.
An dem 8. Juni 1952 entführte der Staatssicherheitsdienst
der Demokratischen Deutschen Republik in West-Berlin den Widerstandskämpfer Rechtsanwalt
Walter Linse. An dem 8. Juni 1952 begann eine verstärkte Flucht aus der
Deutschen Demokratischen Republik nach Bayern und Hessen. An dem 13. Juni 1952
schossen Flieger der Sowjetunion über der Ostsee ein Aufklärungsflugzeug
Schwedens ab.
An dem 24. Juni 1952 wurde von dem Verleger
Axel Springer die Bild-Zeitung begründet. Sie war kostenlos. Sie bestand aus
vier Seiten und hatte eine Anfangsauflage von 455000 Exemplaren. An dem 25.
Juni 1952 ernannte die Regierung Frankreichs gegen den Willen Konrad Adenauers
Gilbert Grandval zu dem Botschafter in dem Saarland.
An dem 26. Juni 1952 betonte Bundeskanzler
Konrad Adenauer die Notwendigkeit einer engen Verständigungspolitik zwischen
Deutschland und Frankreich. An dem 1. Juli 1952 stimmte der Senat der
Vereinigten Staaten von Amerika der Ratifizierung des Deutschlandvertrags durch
Präsident Harry S. Truman zu. An dem 8. Juli 1952 wurde zu dem Schutze der
Fußgänger in München in der Neuhauser Straße der erste Zebrastreifen
Deutschlands eingerichtet.
An dem 12. Juli 1952 beschloss die zweite
Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die Überführung
der Wirtschaft des individuellen privaten Bauern in die kollektive
landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. An dem 23. Juli 1952 trat der
Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) in
Kraft. An dem 25. Juli 1952 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik
nach sowjetischem Vorbild die Länder Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgelöst und durch 14 Bezirke ersetzt.
An dem 30. Juli 1952 befasste sich das
Bundesverfassungsgericht mit dem 1955 in Kraft tretenden Deutschlandvertrag. An
dem 2. August 1952 ratifizierte der amerikanische Präsident Harry S. Truman den
Deutschlandvertrag und das Garantie-Zusatzprotokoll zu dem Atlantikpakt (NATO).
In der Nacht von dem 12. auf den 13. August 1953 fand in Moskau eine
Hinrichtung jüdischer Intellektueller (Nacht der ermordeten Dichter) statt. An
dem 14. August 1952 wurde die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Weltbank
und des Internationalen Währungsfonds. Das Vermögenswerte aus der Zeit vor dem
Zweiten Weltkrieg zu der Finanzierung von Lasten heranziehende
Lastenausgleichsgesetz trat in Kraft.
An dem 27. August 1952 wurde in Luxemburg
vereinbart, dass die Bundesrepublik Deutschland an Israel und jüdische
Opferorganisationen (Claims Conference) 3,45 Milliarden Deutsche Mark an
Zahlungen und Lieferungen als Wiedergutmachung für die Verfolgung von Juden
leistet (Luxemburger Abkommen, drei Milliarden an Israel, 450 Millionen an die
Jewish Claims Conference). An dem 10. September 1952 wurde das Luxemburger
Abkommen von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem Außenminister Israels
unterzeichnet. Die Deutsche Demokratische Republik lehnte
Entschädigungszahlungen ab, weil sie sich nicht als Rechtsnachfolger des
Deutschen Reiches ansah.
An dem 14. September 1952 stimmten die Bürger
Württemberg-Badens, Württemberg-Hohenzollerns und Südbadens über die
verfassunggebende Landesversammlung des neuen Bundeslands Baden-Württembergs
ab. An dem 17. September 1952 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik
das Gesetz gegen jugendgefährdende Schriften (unsittliche sowie Verbrechen,
Krieg und Rassenhass verherrlichende Schriften), das deren Aufnahme in eine
Liste zu der Verbreitungsbeschränkung vorsah. An dem 25. September 1952
ernannte die Regierung Frankreichs Gilbert Grandval zu ihrem Botschafter in dem
Saarland.
An dem 1. Oktober 1952 erhielten Kasernierte
Volkspolizei und Grenzpolizei der Deutschen Demokratischen Republik
militärische Dienstgrade und olivbraune Uniformen. An dem 2. Oktober 1952 scheiterte
in dem Bundestag Deutschlands der Versuch der Wiedereinführung der Todesstrafe,
wobei der Staatsrat der Deutschen Demokratischen Republik die Abschaffung erst
an dem 17. Juli 1987 beschloss. (An dem 7. Oktober 1952 wurde in den
Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Vorbild des Morsecodes das Patent für
den Strichcode oder Barcode erteilt.)
An dem 11. Oktober 1952 trat in der
Bundesrepublik Deutschland das Betriebsverfassungsgesetz in Kraft, das in
Privatbetrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern die Bildung
von Betriebsräten zwecks Mitbestimmung der Arbeitnehmer in sozialer,
personeller und wirtschaftlicher Hinsicht vorschrieb. An dem 23. Oktober 1952
stellte das Bundesverfassungsgericht Deutschlands die Verfassungswidrigkeit der
an dem 2. Oktober 1949 gegründeten Sozialistischen Reichspartei (SRP) fest und
verbot wegen offener Bezugnahme auf die NSDAP die Partei. (An dem 12. Oktober
1952 wurde in Düsseldorf die erste Kunststoffmesse der Bundesrepublik
Deutschland eröffnet.)
An dem 1. November 1952 zündeten die
Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Eniwetok-Atoll in dem Pazifik in dem
Rahmen der Operation Ivy die erste Wasserstoffbombe, deren Sprengkraft etwa
500-mal stärker war als die Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima. An dem 4.
November 1952 wurde Dwight D. Eisenhower zu dem Präsidenten der Vereinigten
Staaten von Amerika gewählt. Durch eine Verordnung von dem 6. November 1952
wurden die Landesversicherungsanstalten in der Deutschen Demokratischen
Republik zu der Deutschen Versicherungs-Anstalt (DV) mit Sitz in Berlin
vereinigt. An dem 11. November 1952 zentralisierte das Gesetz über den
Deutschen Wetterdienst die verschiedenen Wetterdienste der Bundesrepublik
Deutschland.
An dem 11. November 1952 übergab Max Reimann
(KPD) das Programm seiner Partei zu der nationalen Wiedervereinigung der
Öffentlichkeit. An dem 25. November 1952 wurde in der Bundesrepublik Deutschland
die Bundeszentrale für Heimatdienst (als Vorläufer der Bundeszentrale für
politische Bildung) gegründet. An dem 30. November 1952 fand unter Verwaltung
Frankreichs in dem Saarland eine Landtagswahl statt, deren Ergebnis die Politik
Frankreichs bestätigte.
An dem 2. Dezember 1952 begann in der
Bundesrepublik Deutschland in Hamburg das erste regelmäßige Fernsehprogramm
(NWDR, 26. Dezember Tagesschau, 21. Dezember DDR Aktuelle Kamera). An dem 3.
Dezember 1952 stellte der Bundestag Deutschlands erstmals das Erlöschen eines
Bundestagsmandats fest (Dr. Fritz Dorls, SRP, auf Grund des Urteils des
Bundesverfassungsgerichts von dem 23. Oktober 1952). Ab dem 5. Dezember 1952
ereignete sich in London das Umweltunglück The Great Smog mit schätzungsweise
4000 Toten.
(Um den 1. 1. 1953 begann die
Vierschanzentournee der Skispringer in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen (Deutschland),
Innsbruck und Bischofshofen [Österreich]). An dem 15. Januar 1953 wurde der
Außenminister Georg Dertinger (CDU) der Deutschen Demokratischen Republik wegen
angeblicher Spionage verhaftet. An dem 20. Januar 1953 wurde Dwight D.
Eisenhower als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.
An dem 4. Februar 1953 stellt der Bundestag
Deutschlands einstimmig das Anwerben Deutscher für fremde Militärdienste (wie
Fremdenlegion) durch § 109h StGB unter Strafe. Die Arbeitsnormen der Deutschen Demokratischen
Republik wurden erhöht (5. Februar 1953). An dem 11. Februar 1953 brach die
Sowjetunion die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Präsident Eisenhower
lehnte ein Gnadengesuch für Ethel und Julius Rosenberg ab. Zwecks Beendigung
des Koreakriegs bedrohte er China an dem 14. Februar 1953 mit Atomwaffen.
An dem 21. Februar 1953 wurde in der Deutschen
Demokratischen Republik die 1947 gegründete Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes (VVN) aufgelöst. An dem 27. Februar 1953 unterzeichneten die
Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Gläubigerstaaten ein
Abkommen, das der Bundesrepublik etwa die Hälfte der rückzahlbaren
Kriegsschulden des Deutschen Reiches erließ. Nach einem Treffen an dem späten
Abend des 28. Februars 1953 erlitt Josef Stalin an dem 1. März 1953 zwischen
vier und zweiundzwanzig Uhr in seiner Datscha in Kunzewo bei Moskau einen
Schlaganfall und wurde danach bewusstlos aufgefunden. Seine Umgebung getraute
sich aus Angst nicht, sofort zu handeln. An den Folgen starb er an dem 5. März
1953 (Todesfeststellung der Ärzte um 21.50 Uhr).
An dem 4. März 1953 sprach Bundeskanzler
Konrad Adenauer in dem Bundestag der Bundesrepublik Deutschland über das
Luxemburger Abkommen. Er bezeichnete die Wiedergutmachungszahlungen an Israel
als zwingende moralische Verpflichtung des deutschen Volkes. Das Abkommen wurde
an dem 18. März 1953 von dem Bundestag ratifiziert und verkündet, an dem 22.
März 1953 von der Regierung Israels (dadurch gültig). An dem 19. März 1953
ratifizierte der Bundestag Deutschlands in Bonn den Deutschlandvertrag
(Generalvertrag) und den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft
(EVG). Die Deutsche Demokratische Republik erließ eine Disziplinarverordnung
für Richter.
An dem 25. März 1953 wurde in der Bundesrepublik
Deutschland das Bundesvertriebenengesetz verabschiedet. Um diese Zeit löste
sich in Bayern die Wirtschaftliche Aufbauvereinigung (WAV) auf. An dem 27. März
1953 trat das Luxemburger Abkommen in Kraft.
An dem 28. März 1953 beschloss der Ministerrat
der Deutschen Demokratischen Republik von den Werktätigen zehn Prozent mehr
Leistung bei gleichem Lohn. An dem 31. März 1953 lief in der Bundesrepublik
Deutschland eine Übergangsfrist zu der rechtlichen Gleichstellung von Männern
und Frauen nach Art. 3 II GG ohne entsprechende tatsächliche Rechtsänderung aus,
während in der Deutschen Demokratischen Republik Männer und Frauen schon
weitgehend gleichberechtigt waren.
An dem 8. April 1953 gab Frankreich die Stadt
Kehl nach achtjähriger Verwaltung wieder an Deutschland zurück. An dem 9. April
1953 wurde ein Kulturabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und
der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen. An dem 14. April 1953 eröffnete
Bundespräsident Theodor Heuss das Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin,
in das bis 1991 mehr als 1,5 Millionen Menschen vor allem aus der Deutschen
Demokratischen Republik kamen.
(An dem 25. April 1953 veröffentlichten James
Watson und Francis Crick in der Fachzeitschrift Nature die Struktur der
Desoxyribonukleinsäure als Doppelhelix. )(Harry Belafonte nahm das Lied Matilda
auf.) An dem 3. Mai 1953 begann die Deutsche Welle als Auslandsrundfunk
(Kurzwellensender) der ARD der Bundesrepublik Deutschland. An dem 10. Mai 1953
benannte die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik Chemnitz in
Karl-Marx-Stadt um. An dem 11. Mai 1953 sprach sich Premier Minister Winston
Churchill in einer Rede vor dem Unterhaus für Verhandlungen mit der Sowjetunion
über ein neutralisiertes Gesamtdeutschland aus.
An dem 14. Mai/28. Mai 1953 beschloss das
Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen
Republik eine Erhöhung der Arbeitsnormen um mindestens zehn Prozent. An dem 19./22.
Mai 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das erste Bundesvertriebenengesetz
(BVFG), das Rechte, Eingliederung und Verteilung Millionen deutscher
Vertriebener und Flüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten regelte,
beschlossen und an dem 22. Mai 1953 in dem Bundesgesetzblatt verkündet.
Um den 28./29. Mai 1953 wurde die Sowjetische
Kontrollkommandantur in die Hohe Kommission der Sowjetunion in Deutschland
umgewandelt. (An dem 29. Mai 1953 gelang dem Neuseeländer Edmund Hillary mit
dem Sherpa Tenzing Norgay die Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Mount Everest
in dem Himalaya.) An dem 11. Juni 1953 verkündete die Führung der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands überraschend eine an dem 9. Juni
1953 beschlossene Neue Kurs-Politik, die jedoch zu spät erfolgte. Deshalb
begannen bereits an dem 12. Juni 1953 vereinzelte Unruhen und Proteste.
An dem 15. Juni 1953 legten Arbeiter an der
Stalinallee und dem Krankenhaus Friedrichshain in Ost-Berlin die Arbeit nieder.
An dem 16. Juni 1953 weiteten sich die Streiks aus und richteten sich zunehmend
gegen die wirtschaftliche Not und das dafür ursächliche System. Daraus erwuchs
an dem 17. Juni 1953 ein Generalstreik und Volksaufstand.
Dieser wurde an mit Hilfe von Panzern der
Sowjetunion durch Staatssicherheit und Volkspolizei blutig niedergeschlagen.
Einzelne Demonstranten und Zuschauer wurden von Volkspolizisten und
sowjetischen Soldaten erschossen. Etwa 15000 Personen wurden festgenommen.
An dem 19. Juni 1953 wurden in den Vereinigten
Staaten von Amerika Ethel und Julius Rosenberg hingerichtet. An dem 1. Juli
1953 beschlossen die Vereinigten Staaten von Amerika eine kostenlose Verteilung
von Lebensmitteln in West-Berlin an Bürger der Deutschen Demokratischen
Republik. An dem 3. Juli 1953 erhob der Bundestag Deutschlands den 17. Juni zu
dem Tag der deutschen Einheit.
An dem 15. Juli 1953 wurde Hilde Benjamin
(rote Hilde) Justizministerin der Deutschen Demokratischen Republik, nachdem
ihr Vorgänger Max Fechner, der in einem Interview eine milde Behandlung
Streikender gefordert hatte, als Feind des Staates verhaftet worden war. An dem
23. Juli 1953 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik das Ministerium
für Staatssicherheit in ein Staatssekretariat geändert. An dem 24. Juli 1953
wurde Walter Ulbricht zu dem Ersten Sekretär des Zentralkomitees der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ernannt.
An dem 24. Juli 1953 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über Versammlungen und Aufzüge
(Versammlungsgesetz) verabschiedet. An dem 25. Juli 1953 lief in Hamburg bei
den Howaldtswerken als damals größter Tanker der Welt die Tina Onassis des
griechischen Unternehmers Aristoteles Onassis von Stapel. (An dem 26. Juli 1953
griff eine Gruppe Aufständischer unter Fidel Castro die Moncada-Kaserne in
Santiago de Cuba an.)
(An dem 27. Juli 1953 wurde nach 37 Monaten
Krieg von den Vereinigten Staaten von Amerika für das Kommando der Vereinten
Nationen und Nordkorea sowie China das Waffenstillstandsübereinkommen von
Panmunjom unterzeichnet, das durch eine 250 Kilometer lange und vier Kilometer
breite entmilitarisierte Zone Korea in Nordkorea und Südkorea teilt.) (An dem
12. August 1953 zündete die Sowjetunion in Semipalatinsk ihre erste
Wasserstoffbombe.) In der Bundesrepublik Deutschland wurde das
Bundesfernstraßengesetz in dem Bundesgesetzblatt verkündet.
An dem 15. August 1953 übermittelte die
Sowjetunion eine Note zu Viermächte-Verhandlungen über Deutschland. An dem 25.
August 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die allgemeine
Geschwindigkeitsbegrenzung für Personenkraftwagen aufgehoben. An dem 1.
September 1953 wurde das Technische Hilfswerk als Bundesanstalt eingerichtet.
An dem 2. September 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die
Höchstgrenze von 1,5 Promille Blutalkoholgehalt für die Straffreiheit von
Kraftfahrzeuglenkern eingeführt. An dem 3. September 1953 trat die Konvention
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische
Menschenrechtskonvention, EMRK) in Kraft.
An dem 6. September 1953 fand in der
Bundesrepublik Deutschland die Wahl zu dem (zweiten) Deutschen Bundestag statt,
bei der CDU/CSU mit 45,2 Prozent der Stimmen stärkste Fraktion wurden (SPD 28,8
Prozent), woraufhin Konrad Adenauer an dem 9. Oktober 1953 mit einer Koalition
aus CDU/CSU, FDP, DP und BHE erneut zu dem Bundeskanzler gewählt wurde. (An dem
Anfang September 1953 wurde in der Sowjetunion Nikita Chruschtschow zu dem
Ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion ernannt. An dem 11.
September 1953 wurde erstmals in dem Rundfunk der Deutschen Demokratischen
Republik eine Hitparade gesendet.)
An dem 18. September 1953 wurde in der
Bundesrepublik Deutschland das Bundesergänzungsgesetz zur Entschädigung für
Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung (BErgG, seit 29. Juni 1956
Bundesentschädigungsgesetz) verabschiedet, das Schäden an Leben, Gesundheit,
Freiheit oder Vermögen ersetzen soll. An dem 21. September 1953 begann in der
Deutschen Demokratischen Republik ein Schauprozess gegen den Bergbauprofessor
Otto Fleischer und sieben andere Bergbauingenieure wegen angeblicher Sabotage
und Spionage, in dem der Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
An dem 24. September 1953 ging die Zeitung Die Welt aus der Kontrolle
Großbritanniens an deutsche Eigentümer über.
An dem 29. September 1953 starb Ernst Reuter
mit 55 Jahren als Regierender Bürgermeister West-Berlins an einem Herzinfarkt.
An dem 30. September1953 wurde Gebhard Müller (CDU) zu dem Ministerpräsidenten
Baden-Württembergs gewählt. An dem 1. Oktober 1953 wurde in Dresden Erna Dorn
durch das Fallbeil wegen faschistischer Kriegshetze als Opfer politischer
Strafjustiz hingerichtet. An dem 6. Oktober 1953 wurde die konstituierende
Sitzung des zweiten Deutschen Bundestags in Bonn (erstmals) live in dem
Fernsehen übertragen. An dem 7. Oktober 1953 wurde Wilhelm Pieck in einer
gemeinsamen Sitzung der Volkskammer und der Länderkammer der Deutschen
Demokratischen Republik als Präsident bestätigt.
An dem 9. Oktober 1953 wurde Konrad Adenauer
erneut zu dem Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. An dem 18.
Oktober 1953 begann in dem Frauenzuchthaus Hoheneck in der Deutschen
Demokratischen Republik ein Hungerstreik von mehr als 1000 inhaftierten Frauen
für bessere Haftbedingungen und Überprüfung der Urteile. An dem 20. Oktober
1953 wurde die zweite, bis 15. Oktober 1957 amtierende Regierung Adenauer
gewählt (CDU/CSU, FDP; DP, BHE).
An dem 27. Oktober 1953 wurde Hans Globke zu
dem Staatssekretär in dem Bundeskanzleramt Konrad Adenauers ernannt, als der er
bis 1963 wirkte. An dem 1. November 1953 fand die Wahl zu der 3. Wahlperiode
der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg statt (Regierungswechsel) und
trat (in der Deutschen Demokratischen Republik) die Verordnung über die Ausgabe
von Personalausweisen der DDR in Kraft. An dem 4. November 1953 wurde in Bad
Neuenahr aus sieben Fachgesellschaften die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
gegründet. (An dem 9. November 1953 wurde in Kassel in der Treppenstraße die
erste deutsche Fußgängerzone [für eine autofreie Einkaufsstraße] eröffnet.)
An dem 11. November 1953 wurde die
Landesverfassung Baden-Württembergs von der verfassunggebenden Versammlung mit
102 Stimmen angenommen und trat an dem 19. November 1953 in Kraft. An dem 13.
November 1953 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik für Arbeiter der
volkseigenen Wirtschaft die Zahlung von Weihnachtsgeld beschlossen. An dem 14.
November 1953 verzichtete die Bundesrepublik Deutschland in dem innerdeutschen
Reiseverkehr in Absprache mit den westlichen Alliierten auf die Durchführung
von Grenzkontrollen.
An dem 16. November 1953 wurde in Hamburg angesichts
von Kinderarbeit und körperlicher Züchtigung der Deutsche Kinderschutzbund e.
V. gegründet. An dem 19. November 1953 trat die an dem 11. November 1953
angenommene Verfassung Baden-Württembergs in Kraft. An dem 26. November 1953
veröffentlichte die Zeitung Neues Deutschland der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands Berichte über eine Erklärung der Regierung der
Deutschen Demokratischen Republik zu der friedlichen Lösung der deutschen
Frage. Die Sowjetunion plante eine Außenministerkonferenz der vier Mächte in
Berlin.
(An dem 1. Dezember 1953 erschien in den
Vereinigten Staaten von Amerika die erste Ausgabe des Magazins Playboy mit
Marilyn Monroe in einer Auflage von 70000 Exemplaren. An dem 8. Dezember 1953
hielt Präsident Dwight D. Eisenhower vor der Generalversammlung der Vereinten
Nationen seine Rede Atoms for Peace, in der er ein Programm zu der zivilen
Nutzung der Kernenergie ankündigte.)
An dem 10. Dezember 1953 führte der Bundestag
der Bundesrepublik Deutschland zwecks Belebung von Debatten die Zwischenfrage
ein. In Bonn wurde die Alexander von Humboldt-Stiftung für Stipendien an
ausländische Akademiker neu gegründet. An dem 11. Dezember 1953 wurde in Paris
das Europäische Fürsorgeabkommen (EFA) unterzeichnet, das den Zugang zu
Sozialleistungen für Staatsangehörige in anderen Unterzeichnerstaaten regelte.
An dem 15. Dezember 1953 wurde der in Chemnitz 1903 geborene, an dem 8. Juli
1952 in West-Berlin von dem Staatssicherheitsdienst der Deutschen
Demokratischen Republik entführte, für den Untersuchungsausschuss
Freiheitlicher Juristen arbeitende Jurist Dr. Walter Linse in Moskau in dem
Butyrka-Gefängnis hingerichtet.
An dem 17. Dezember 1953 wies das
Bundesverfassungsgericht Deutschlands Verfassungsbeschwerden von Beamten
zurück, die sich gegen die Nichtübernahme ihrer Dienstverhältnisse nach 1945
wehrten, wobei das Gericht urteilte, dass nationalsozialistische
Rechtsvorschriften nicht automatisch fortbestanden, aber die Beseitigung
nationalsozialistischer Rechtsvorschriften dem Gesetzgeber vorbehalten bleiben
muss. Von dem 18. bis 21. Dezember 1953 führte das Oberste Gericht der
Deutschen Demokratischen Republik einen Schauprozess gegen sieben der
Organisation Gehlen (Bundesnachrichtendienst) zugeordnete Angeklagte, die zu
hohen Zuchthausstrafen verurteilt wurden.
An dem 1. Januar 1954 verzichtete die
Sowjetunion gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik grundsätzlich auf
weitere Reparationszahlungen. Um den 2. Januar 1954 wurden in der Deutschen
Demokratischen Republik die letzten der 33 sowjetischen Aktiengesellschaften in
Volkseigene Betriebe umgewandelt. (An dem 4. Januar 1954 wurden in Duisburg die
ersten Parkuhren in der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt.) An dem 6.
Januar 1954 ließ ein Gericht in Stuttgart erstmals Tonbandaufnahmen als
Beweismittel zu.
An dem 7. Januar 1954 beschloss der
Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik die Bildung eines Ausschusses
für deutsche Einheit.
(Etwa in dieser Zeit begann in der
Bundesrepublik Deutschland das sogenannte Wirtschaftswunder.) An dem 18. Januar
1954 startete der Westdeutsche Rundfunk. An dem 21. Januar 1954 lief in den
Vereinigten Staaten von Amerika das erste Unterseeboot mit Atomantrieb von Stapel
(Nautilus). An dem 25. Januar 1954 begann in West-Berlin die Berliner Außenministerkonferenz
der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die deutsche Frage, die an
dem 18. Februar ohne Einigung endete.
(An dem 26. Januar 1954 stellte das
Unternehmen Telefunken das erste Farbfernsehen in der Bundesrepublik
Deutschland vor.) An dem 16. Februar 1954 lehnte der Bundesgerichtshof der
Bundesrepublik Deutschland die Verwendung von Lügendetektoren in Strafprozessen
wegen der Menschenwürde ab. An dem 26. Februar 1954 verabschiedete der
Bundestag der Bundesrepublik Deutschland die erste Wehrergänzung zu dem
Grundgesetz (Art. 73 GG), die an dem 26. März in Kraft trat (ausschließliche
Zuständigkeit des Bundes).
(An dem 1. März 1954 zündeten die Vereinigten
Staaten von Amerika auf dem Atoll Bikini die Wasserstoffbombe Bravo mit der
tausendfachen Sprengkraft der Bombe von Hiroshima.) Das Haager Übereinkommen
über den Zivilprozess wurde in Den Haag unterzeichnet. An dem 11. März 1954
fand die Gründung und erste Sitzung des Sozialgerichts Fulda statt. An dem 13.
März 1954 wurde das Geheimdienstnetzwerk KGB der Sowjetunion gegründet. (Die
Viet Minh griffen die Stellungen Frankreichs in Dien Bien Phu an.)
An dem 14. März 1954 wurde in der Deutschen
Demokratischen Republik die Jugendweihe zwecks Bindung der Jugendlichen an den
sozialistischen Staat eingeführt. An dem 20. März 1954 wurde in Dresden Ernst
Jennrich mit einer Fallschwertmaschine hingerichtet. An dem 25. März erklärte
die Sowjetunion die Deutsche Demokratische Republik zu einem souveränen Staat,
behielt sich aber Kontrollrechte vor.
An dem 7. April 1954 beschlossen
Bundesregierung und Bundestag der Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche
Demokratische Republik nicht als souveränen Staat anzuerkennen. An dem 13.
April 1954 wurde der Physiker Robert Oppenheimer wegen angeblicher kommunistischer
Verbindungen von dem nationalen Nuklearprogramm der Vereinigten Staaten von
Amerika ausgeschlossen. An dem 22. April 1954 trat in der Bundesrepublik
Deutschland die Genfer Flüchtlingskonvention (Abkommen über die Rechtsstellung
der Flüchtlinge) von dem 28. Juli 1951 in Kraft.
(An dem 25. April 1954 stellten die Bell Labs
in den Vereinigten Staaten von Amerika die erste praktisch nutzbare
Silizium-Solarzelle her. An dem 2. Mai 1954 nahm die Straßenwacht des ADAC
ihren Dienst auf. Anfang Mai 1954 erschien die Frauenzeitschrift Brigitte.)
(An dem 7. Mai 1954 kapitulierte die Festung
Dien Bien Phu Frankreichs in Vietnam, in der auch deutsche Fremdenlegionäre
kämpften. An dem 10. Mai 1954 stellten Texas Instruments den ersten
wirtschaftlichen Silizium-Transistor vor.) An dem 11. Mai 1954 wurde in Bonn
das Bundesgesetzblatt Teil II Nr. 6 veröffentlicht, das unter anderem den
Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu dem Allgemeinen Abkommen über die
Vorrechte und Befreiungen des Europarats (von 1949) samt Zusatzprotokoll
amtlich bekannt machte.
An dem 14. Mai 1954 wurde in Den Haag die
Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten von
Deutschland und 36 weiteren Staaten unterzeichnet. An dem 17. Mai 1954 erklärte
das Urteil Brown v. Board of Education die Rassentrennung (Segregation) an
Schulen der Vereinigten Staaten von Amerika für verfassungswidrig. An dem 18.
Mai 1954 hielt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften als
Bundesoberbehörde ihre konstituierende Sitzung ab.
An dem 1. Juni 1954 gründete die Deutsche
Demokratische Republik die Gesellschaft für Luftverkehr mbh (Deutsche
Lufthansa, 1958 Interflug). Die deutsche Fußballnationalmannschaft bereitete
sich auf die Weltmeisterschaft in der Schweiz in Grünwald vor. (An dem 15. Juni
1954 wurde in Basel die Gründung des Europäischen Fußballverbands (UEFA)
vollzogen.) An dem 17. Juni 1954 beging die Bundesrepublik Deutschland erstmals
den 17. Juni als gesetzlichen Feiertag (Tag der deutschen Einheit).
An dem 27. Juni 1954 nahm das erste
Atomkraftwerk der Welt in der Sowjetunion seinen Betrieb auf. (An dem 30. Juni
1954 war eine totale Sonnenfinsternis.) An dem 4. Juli 1954 gewann die
Bundesrepublik Deutschland das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft gegen Ungarn
mit 3 zu 2 Toren.
An dem 8. Juli 1954 stimmte der Bundestag der
Bundesrepublik Deutschland einstimmig für den Beitritt zu der Konvention der
Vereinten Nationen zu der Verhütung und Bestrafung des Völkermords. An dem 16.
Juli 1954 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht Deutschlands das Verbot der
Freien Deutschen Jugend. An dem 17. Juli 1954 wurde Bundespräsident Theodor
Heuß in Berlin durch die Bundesversammlung mit 85,6 Prozent der Stimmen
wiedergewählt: Das Gesetz über den Erlass von Strafen und Geldbußen (Amnestiegesetz,
Straffreiheitsgesetz) wurde zu der Bereinigung von Nachkriegsverhältnissen
verabschiedet (17. Juli 1954 in Kraft). (An dem 19. Juli 1954 wurde bei Sun
Records die erste Schallplatte - That’s All Right - von Elvis Presley
aufgenommen.) An dem 20. Juli 1954 verschwand unter merkwürdigen Umständen in
Ost-Berlin der erste Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Otto John.,
kehrte jedoch nach mehr als einem Jahr zurück und behauptete, entführt worden
zu sein, wurde aber wegen Landesverrats verurteilt.
An dem 21. Juli 1954 trat nach einer Genfer
Konferenz ein Abkommen in Kraft, das Vietnam an dem 17. Breitengrad teilte und
den Abzug Frankreichs aus Indochina regelte. An dem 6. August 1954 wurde die
westdeutsche Fluggesellschaft Lufthansa neu gegründet, indem sie Namen und
Kennzeichen der aufgelösten Fluggesellschaft Hansa übernahm, wobei der
Flugbetrieb in dem April 1955 begann. An dem 7. August 1954 berichtete Heinrich
von Brentano dem Bundestag der Bundesrepublik über die Westintegration der
Bundesrepublik.
An dem 9. August 1954 ratifizierte die
Bundesrepublik Deutschland die Genozid-Konvention der Vereinten Nationen von
dem 9. Dezember 1948 und nahm den Tatbestand des Völkermords als § 220a in das
Strafgesetzbuch auf. (An dem 30. August 1954 lehnte die Nationalversammlung
Frankreichs den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)
ab, womit das Projekt einer gemeinsamen europäischen Armee gescheitert war
(nach Bundeskanzler Konrad Adenauer ein schwarzer Tag für Europa). An dem 12. September
1954 wurde bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein die Regierungskoalition
aus CDU, BHE und FDP bestätigt.
An dem 28. September 1954 unterzeichnete die
Bundesrepublik Deutschland in New York das Übereinkommen über die
Rechtsstellung der Staatenlosen. An dem 3. Oktober 1954 vereinbarten in London
neun Mitgliedstaaten der NATO die Londoner Akte, die den Weg für den Beitritt
der Bundesrepubljk Deutschland zu der Nordatlantischen
Verteidigungsgemeinschaft ebnete und ihr das Alleinvertretungsrecht für
Deutschland zusprach. An dem 14. Oktober 1954 beschloss der Bundestag
Deutschlands das Gesetz über die Kinderbeihilfe (Kindergeldgesetz). An dem 17.
Oktober fanden in der Deutschen Demokratischen Republik die zweiten Wahlen zu
der Volkskammer statt, bei der die Einheitsliste der Nationalen Front 99,46
Prozent der Stimmen erhielt. (An dem 18. Oktober 1954 wurde das erste
kommerzielle Transistorradio angekündigt.)
An dem 23. Oktober 1954 unterzeichnete
Bundeskanzler Konrad Adenauer in Paris die Pariser Verträge, durch welche das
Besatzungsregime der Alliierten endete und die Bundesrepublik Deutschland
Souveränität erlangte. Dadurch wurde die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik,
ihr Beitritt zu der NATO und die Gründung der Westeuropäischen Union vereinbart.
Ebenfalls unterzeichnet wurde ein Abkommen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und Frankreich über die Stellung des Saarlands. (An dem 29. Oktober
1954 starb Bundestagspräsident Hermann Ehlers [CDU] unerwartet mit 50 Jahren an
Mandelvereiterung.)
An dem 30. Oktober 1954 wurde durch ein Urteil
das Land Rheinland-Pfalz zu einer Haftentschädigung für ein
nationalsozialistisches Opfer verurteilt. An dem 1. November 1954 begann durch
die FLN-Befreiungsbewegung mit mehr als 30 Angriffen der Kampf gegen Frankreich
um Algerien. (An dem 4. November 1954 nahm Albert Schweitzer den
Friedensnobelpreis 1952 in Empfang.)
An dem 6. November 1954 wurde der als
Kriegsverbrecher verurteilte Konstantin von Neurath auf Initiative des Vatikans
und mit Billigung durch die Sowjetunion vorzeitig aus der Haft in Spandau
entlassen. An dem 11. November 1954 wurde in der Deutschen Demokratischen
Republik der Widerstandskämpfer Karli Bandelow nach einem Schauprozess wegen
Spionage hingerichtet. An dem 16. November 1954 wählte der Bundestag
Deutschlands Eugen Gerstenmaier (CDU) als Nachfolger Hermann Ehlers‘ zu dem
Bundestagspräsidenten. An dem 19. November 1954 bildete sich in der Deutschen
Demokratischen Republik der neue Ministerrat unter Otto Grotewohl (bis 1958).
(An dem 22. November 1954 wurde die stark
beschädigte Kuppel des Gebäudes des Reichstags des Deutschen Reiches gesprengt.)
(Der Dow Jones Industrial Average stieg auf ein Allzeithoch.) (In dem November
1954 wurde Karl Marx exhumiert und neu bestattet.) (Ab dem 1. Dezember 1954
begann das Gemeinschaftsprogramm der Arbeitsgemeinschaft deutscher
Rundfunkanstalten.) An dem 2. Dezember 1954 drohten die Staaten des Ostblocks
mit Gegenmaßnahmen für den Fall der militärischen Integration Westeuropas und
der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland. An dem 3. Dezember 1954
wies ein westdeutsches Gericht die Anklage gegen Werner Naumann als Anführer
eines neonazistischen Netzwerks ab. (An dem 4. Dezember 1954 öffnete in Miami
der erste Burger King.)
An dem 5. Dezember 1954 fanden in Berlin
(West) Wahlen zu dem Abgeordnetenhaus statt, bei denen die SPD stärkste Kraft
wurde. An dem 30. Dezember 1954 stimmte die Nationalversammlung Frankreichs mit
knapper Mehrheit für die Regelung des Saar-Statuts und den Beitritt der
Bundesrepublik Deutschland zu Westeuropäischer Union und NATO. An dem 2. Januar/6.
März 1955/6. Mai 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland der NATO bei. An dem
5. Januar 1955 forderte der Ausschuss für Deutsche Einheit in einer Erklärung
an alle Deutschen zu dem außerparlamentarischen Kampf gegen die Pariser
Verträge auf. An dem 6. Januar 1955 lehnte Theodor Blank als
Sicherheitsbeauftragter der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland vor
der Presse in Bonn Vorschläge zu dem Aufbau eines kleinen Heeres und einer
starken Miliz als ungenügend ab. 1954 flohen rund 200000 Menschen aus der
Deutschen Demokratischen Republik, davon 104000 nach Berlin-West.
An dem 11. Januar 1955 wählte das
Abgeordnetenhaus von Berlin (West) mit den Stimmen von SPD und CDU Otto Suhr
(SPD) zu dem Regierenden Bürgermeister Berlins und Franz Amrehn (CDU) zu dem
Bürgermeister. An dem 12. Januar 1955 verlas Ministerpräsident Wilhelm Hoegner
die Regierungserklärung des neuen Koalitionskabinetts vor dem Landtag Bayerns
in München. An dem 13. Januar 1955 wurde in Metz Robert Ernst, der frühere
Bürgermeister Straßburgs wegen Kollaboration während der Besetzung Frankreichs
durch das Deutsche Reich zu acht Jahren Zwangsarbeit und 20 Jahren
Aufenthaltsverbot verurteilt.
An dem 19. Januar 1955 sprach der Landtag
Hessens dem Ministerpräsidenten Georg August Zinn und seiner Regierung aus SPD
und BHE mit 50 gegen 44 Stimmen das Vertrauen aus. An dem 20. Januar 1955
betonte der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik seine
Bereitschaft, Verhandlungen über die Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik
Deutschland zu führen, und schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die
Deutsche Demokratische Republik diplomatische Beziehungen. An dem 21. Januar
1955 begann die Deutsche Bundesbahn mit der Inbetriebnahme der ersten
Diesel-Triebwagen für den Nahverkehr.
An dem 22. Januar 1955 wählte die
Landesversammlung der CSU in München den früheren Wirtschaftsminister Hanns Seidel
zu dem Landesvorsitzenden der Partei. An dem 25. Januar 1955 erklärte die Sowjetunion
den Kriegszustand mit Deutschland für beendet. An dem 29. Januar 1955 forderte
das Deutsche Manifest in der Paulskirche in Frankfurt am Main, dass
Viermächteverhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands den Vorrang
gegenüber dem Beitritt zu dem westlichen Verteidigungsbündnis einnehmen. An dem
31. Januar 1955 erhöhte die Kasernierte Volkspolizei der deutschen
Demokratischen Republik ihre Truppenstärke auf 100000.
An dem 6. Februar 1955 erließ die Alliierte
Hohe Kommission das Gesetz zu der Liquidation des I.G.-Farbenindustrie
AG-Konzerns. An dem 10. Februar 1955 begannen zwischen den Regierungen der
Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigten Staaten von Amerika über die
Rückgabe während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten deutschen Eigentums und
die Freigabe deutscher Patente. An dem 17. Februar 1955 billigte in Bonn der
Außenpolitische Ausschuss des Bundestags Deutschlands mit 16 gegen 13 Stimmen
das Saarabkommen zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. In
Düsseldorf unterzeichneten die Ministerpräsidenten der Bundesländer der
Bundesrepublik Deutschland ein Abkommen zu der Vereinheitlichung des
Schulwesens der Bundesrepublik.
An dem 20. Februar 1955 trat die Deutsche Demokratische
Republik dem Warschauer Pakt bei. An dem 27. Februar 1955 ratifizierte der
Bundestag der Bundesrepublik Deutschland die Pariser Verträge, die das
Besatzungsstatut beendeten. An dem 1. März 1955 trat in der Bunderepublik
Deutschland eine neue Passverordnung in Kraft.
An dem 3. März 1955 erteilte die Alliierte
Hohe Kommission der Deutschen Lufthansa die Zustimmung zu der Aufnahme des
Flugdiensts an dem 1. April (1955). An dem 11. März 1955 vereinbarten
Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik diplomatische
Beziehungen zu der Sowjetunion. An dem 20. März 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland
dem Weltpostverein bei. An dem 1. April 1955 beendete das oberste amerikanische
Berufungsgericht in Frankfurt am Main seine Tätigkeit, womit alle
amerikanischen Gericht in der Bundesrepublik Deutschland geschlossen wurden.
An dem 3. April 1955 wurde in München der
Sudetendeutsche Rat als die Vertretung der außenpolitischen Interessen der rund
2,5 Millionen Sudetendeutschen in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. An
dem 4. April 1955 gab es in der Bundesrepublik Deutschland rund 100000
Fernsehteilnehmer. An dem 5. April 1955 begann die Bundesrepublik Deutschland
mit der Anwerbung von Gastarbeitern aus dem Ausland (für den Bergbau). An dem
12. April 1955 verhafteten die Sicherheitsorgane der Deutschen Demokratischen
Republik 521 westliche Agenten.
An dem 15. April 1955 wurde in Moskau die
Einigung über einen Staatsvertrag für Österreich bekannt gegeben, der an dem
15. Mai in Wien unterzeichnet werden sollte. An dem 20. April 1955 hinterließen
Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik
Deutschland die Ratifikationsurkunden für das Protokoll der Pariser Verträge,
womit an dem 5. Mai 1955 das Besatzungsregime in der Bundesrepublik endete. An
dem 26. April/18./19. Mai 1955 wurde die Hallstein-Doktrin für die Außenpolitik
der Bundesrepublik Deutschland festgelegt. An dem 28. April 1955 legte der
Deutsche Gewerkschaftsbund in Frankfurt am Main ein Aktionsprogramm für die
Einführung der Fünf-Tage-Woche, höhere Löhne und Gehälter, Mitbestimmung und
verbesserten Arbeitsschutz vor.
An dem 4. Mai 1955 erklärte das
Bundesverfassungsgericht das Saarabkommen für rechtmäßig und wies die Klage der
SPD dagegen zurück. An dem 5. Mai 1955 traten die Pariser Verträge in Kraft,
womit die Besatzungszeit in der Bundesrepublik Deutschland endete und
Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik für von den
Besatzungsmächten unabhängig erklärt wurden. An dem 9. Mai 1955 trat die
Bundesrepublik Deutschland der NATO bei. An dem 14. Mai 1955 wurde der
Warschauer Pakt mit der Deutschen Demokratischen Republik als Mitglied
begründet.
An dem 15. Mai 1955 gewann die CDU bei den
Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz die absolute Mehrheit der Mandate. An dem 21.
Mai 1955 ratifizierte Staatspräsident Wilhelm Pieck der Deutschen
Demokratischen Republik den Warschauer Vertrag. An dem 26. Mai 1955 wählte der
Landtag Niedersachsens Heinrich Hellwege zu dem Ministerpräsidenten.
An dem 1. Juni 1955 wurde Peter Altmeier von
dem neugewählten Landtag Rheinland-Pfalzs als Ministerpräsident wiedergewählt.
An dem 3. Juni 1955 wurden in Stuttgart zwei Angehörige der verbotenen Freien
Deutschen Jugend zu vier und fünf Jahren Haft verurteilt. An dem 7. Juni 1955
überließ Konrad Adenauer Heinrich von Brentano das Amt des Außenministers der
Bundesrepublik Deutschland. Außerdem wurde in Bonn das Bundesministerium für
Verteidigung gegründet und mit Theodor Blank (CDU) besetzt. (1955 wurde der
Klettverschluss erfunden.) An dem 1. Juli 1955 wurde die Deutsche Lufthansa der
Deutschen Demokratischen Republik gegründet.
An dem 11. Juli 1955 wurde die Organisation
Gehlen (später Bundesnachrichtendienst) der Bundesregierung der Bundesrepublik
Deutschland unterstellt. An dem 12. Juli 1955 trat in der Bundesrepublik das Freiwilligengesetz
in Kraft. An dem 13. Juli 1955 wurde in dem Bundesgesetzblatt der Beitritt der
Bundesrepublik zu der Konvention der Vereinten Nationen über die Todeserklärung
Verschollener veröffentlicht. (An dem 16. Juli 1955 wurde die erste documenta-Kunstausstellung
in Kassel eröffnet, initiiert von Arnold Bode, an dem 17. Juli 1955 Disneyland
in Kalifornien.)
An dem 18. Juli 1955 begann in Genf die Genfer
Gipfelkonferenz (18.- 13. Juli 1959) der Staats- und Regierungschefs der vier
Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die deutsche Wiedervereinigung und die
europäische Sicherheit. An dem 30. Juli 1955 verbot der Deutsche Fußballverband
in Berlin einstimmig (bis 1970) Frauenfußball (als unweiblich), weshalb es
Vereinen untersagt war, Frauenabteilungen zu gründen oder Spielplätze zu der
Verfügung zu stellen, weil Körper und Seele gefährdet und die Ästhetik verletzt
seien. An dem 26. Juli 1955 verkündete Nikita Chruschtschow auf der Rückkehr
von der Genfer Gipfelkonferenz in Ost-Berlin die sogenannte Zwei-Staaten-Theorie,
nach der die Wiedervereinigung Deutschlands allein Sache der Deutschen sei und
eine Annäherung beider deutscher Staaten voraussetze.
An dem 27. Juli 1955 trat der österreichische
Staatsvertrag mit der Ratifizierung durch alle vier Besatzungsmächte
(Vereinigte Staaten von Amerika, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) in
Kraft und der Abzug der Besatzungstruppen begann. An dem 5. August 1955 wurde
der einmillionste Volkswagen Käfer in Wolfsburg (golden lackiertes Exportmodell
mit strassbesetzten Zierleisten) hergestellt (Preis knapp 3800 DM). An dem 7.
August 1955 wurde die CDU Saar gegründet.
An dem 27. August beantragte Außenminister
Bolz der Deutschen Demokratischen Republik deren Aufnahme in die UNESCO. An dem
4. September 1955 erklärten die Vorsitzenden der drei prodeutschen Parteien in
Saarbrücken (Saar-CDU, DSP, DPS), entgegen einer Empfehlung Bundeskanzler
Konrad Adenauers für die Ablehnung des Saarstatuts bei der bevorstehenden
Volksabstimmung werben zu wollen. An dem 9. September 1955 forderte Walter
Ulbricht als stellvertretender Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen
Republik die Bundesrepublik auf, gemeinsam mit der Demokratischen Deutschen
Republik eine gesamtdeutsche Delegation zu der Außenministerkonferenz nach Genf
zu senden.
An dem 17. September 1955 reiste eine
Regierungsdelegation der Deutschen Demokratischen Republik unter
Ministerpräsident Otto Grotewohl zu viertätigen Beratungen mit der Regierung
der Sowjetunion nach Moskau. An dem 20. September 1955 unterzeichneten die
Ministerpräsidenten der Sowjetunion und der Deutschen Demokratischen Republik
einen Vertrag über die Beziehungen, der die staatliche Souveränität der
Deutschen Demokratischen Republik gewährte und die Beziehungen auf
Gleichberechtigung und gegenseitige Achtung der Souveränität festlegte, wobei
Truppen der Sowjetunion in der Deutschen Demokratischen Republik
aufrechterhalten blieben.
An dem 22. September 1955 stellte der
Bundesgerichtshof in Karlsruhe fest, dass die Gerichtsbarkeit der Bundesrepublik
Deutschland weiter auf das Gebiet des früheren Deutschen Reiches in den Grenzen
von 1937 erstreckt ist. An dem 23. September 1955 billigte der Bundestag der
Bundesrepublik einstimmig die in Moskau vereinbarten diplomatischen Beziehungen
zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion. Die letzten Besatzungstruppen
Großbritanniens verließen Österreich. An dem 26. September 1955 wurde der
frühere, 1946 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Großadmiral Erich
Raeder (1935-1943 Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine) wegen seines
Alters aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Spandau entlassen.
An dem 28. September 1955 beschloss das
Präsidium des Obersten Sowjet der Sowjetunion in Moskau die Entlassung von 9626
deutschen Kriegsgefangenen in ihre deutsche Heimat (davon 749 zu weiterer
Verbüßung von Strafen). An dem 7. Oktober 1955 bezeichnete Walter Ulbricht die
Deutsche Demokratische Republik als einzigen rechtmäßigen deutschen Staat. Bei
den Wahlen zu der Bremer Bürgerschaft erhielt die regierende SPD eine absolute
Mehrheit (52 von 100 Mandaten).
An dem 12. Oktober 1955 verabschiedete der
Bundestag der Bundesrepublik gegen die Stimmen der SPD das Soldatengesetz. An
dem 13. Oktober rief das Kuratorium Unteilbares Deutschland in Bonn die vier
Großmächte zu praktischen Maßnahmen zu der Überwindung der deutschen Teilung
auf. An dem 16. Oktober 1955 erklärte der Gesamtdeutsche Block/Bund der
Heimatvertriebenen und Entrechteten sein Ausscheiden aus der
Regierungskoalition der Bundesregierung Deutschlands. An dem 19. Oktober 1955
hielt der Deutsche Bundestag erstmals eine Plenarsitzung in Berlin (West) ab.
An dem 21. Oktober 1955 wurde Franz Josef Strauß zu dem Minister für Atomfragen
der Bundesregierung ernannt.
Der Stadtrat Karlsruhes beschloss an dem 21.
Oktober 1955 mit 43 gegen 6 Stimmen die Genehmigung des ersten Kernkraftwerks
der Bundesrepublik bei Karlsruhe. An dem 23. Oktober 1955 lehnten 67,7 Prozent
der Wähler (wie die in dem Heimatbund zusammengeschlossenen Parteien DPS/FDP,
SPD und CDU) in einer Volksabstimmung das Saarstatut ab, das die politische
Autonomie und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich vorsah. An dem 26.
Oktober 1955 trat in Österreich das die Neutralität des Landes festlegende
Bundesverfassungsgesetz in Kraft und der Nationalfeiertag wurde an dem 26.
Oktober begangen.
An dem 27. Oktober 1955 begann in Genf eine
Außenministerkonferenz der Vier Mächte (bis 16. November). An dem 1. November
1955 veröffentliche das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei
Deutschlands eine Erklärung, welche die Deutsche Demokratische Republik als den
einzig rechtmäßigen deutschen Staat bezeichnet. (An dem 2. November 1955 wurde
David Ben Gurion in Jerusalem zu dem neuen Ministerpräsidenten Israels
gewählt). Der Deutsche Wetterdienst in Frankfurt am Main begann die Verbreitung
seiner Wetterkarten über Bildfunk.
An dem 4. November 1955 wurde die
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) gegründet. An dem 6. November 1955 wurde
Ministerpräsident Heinrich Hellwege als Parteivorsitzender der DP in seinem Amt
bestätigt. An dem 12. November 1955 (200. Geburtstag Gerhard von Scharnhorsts)
überreichte Verteidigungsminister Theodor Blank in Bonn (in der
Ermekeil-Kaserne) 101 Freiwilligen der Bundeswehr Deutschlands ihre
Ernennungsurkunden. (An dem 21. November 1955 wurde in Frankfurt am Main das
Musical Kiss me, Kate erstaufgeführt. (An dem 22. November 1955 testete die
Sowjetunion in Semipalatinsk ihre erste zweistufige Wasserstoffbombe.)
An dem 23. November 1955 wurden Elli Barczatis
als frühere Sekretärin von Ministerpräsident Otto Grotewohl und ihr Freund Karl
Laurenz wegen angeblicher Spionage für den Westen durch das Fallbeil
hingerichtet. An dem 24. November 1955 wurde in der Deutschen Demokratischen
Republik unter Ernst Wollweber wieder ein Ministerium für Staatssicherheit
eingerichtet. An dem 8. Dezember 1955 beschloss der Europarat die Einführung
der Europaflagge mit zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund als Emblem. An dem
9. Dezember 1955 erklärte Außenminister Heinrich von Brentano die Aufnahme diplomatischer
Beziehungen zu der Deutschen Demokratischen Republik durch dritte Staaten als
unfreundlichen Akt, der mit dem Abbruch der Beziehungen zu der Bundesrepublik
Deutschland geahndet werde. An dem 12. Dezember 1955 kehrte
Verfassungsschutzpräsident Otto John überraschend aus der Deutschen
Demokratischen Republik nach West-Berlin zurück.
An dem 13. Dezember 1955 erließ der Oberste
Sowjet der Sowjetunion ein Dekret, das die Beschränkungen der Rechtsstellung
für in Sondersiedlungen lebende Russlanddeutsche aufhob. An dem 18. Dezember
1955 fanden in dem Saarland Wahlen statt. An dem 20. Dezember 1955 wurde als
wirtschaftliche Folge des Wirtschaftswunders der Bundesrepublik Deutschland und
gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit Italiens ein Abkommen über die Anwerbung
von Gastarbeitern aus Italien unterzeichnet. Um den 26. Dezember 1955 wurde die
erste kabellose Fernsehfernbedienung entwickelt. In den Vereinigten Staaten von
Amerika wurde die Rock-Musik entwickelt (Rock Around the Clock [Bill Haley]),
die vor allem mit Elvis Presley an dem 1. Oktober 1958 (bei seinem
Wehrdienstantritt in Friedberg in Hessen) in die Bundesrepublik Deutschland kam.
An dem 3. Januar 1956 begann der Deutsche
Fernsehfunk in der Deutschen Demokratischen Republik seinen Betrieb. Wilhelm
Pieck wurde 80. Bundeskanzler Konrad Adenauer erhielt an dem 5. Januar 1956
sein fünftes Ehrendoktorat. An dem 7. Januar 1956 verweigerte der
Bundesgerichtshof Deutschlands Sinti und Roma eine Entschädigung wegen
fehlender rassistischer Verfolgung vor dem 16. 12. 1942.
An dem 10. Januar 1956 wurde Hubert Ney (CDU)
von dem Landtag des Saarlands zu dem Ministerpräsidenten einer Koalition aus
CDU, SPD und DPS gewählt. An dem 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer
der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz über die Schaffung der
Nationalen Volksarmee. An dem 19. Januar 1956 erteilte Bundeskanzler Konrad
Adenauer eine Europa-Anweisung. An dem 23. Januar 1956 fand in Andernach das
erste Antreten von Soldaten der neu gegründeten Bundeswehr statt. An dem 26.
Januar 1956 trat bei den siebten Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo
eine gesamtdeutsche Mannschaft aus der Bundesrepublik Deutschland und der
Deutschen Demokratischen Republik an. Der frühere, in den frühen 50er Jahren in
der Deutschen Demokratischen Republik in Ungnade gefallene und in einem
Geheimprozess zu 8 Jahren Haft verurteilte Spitzenfunktionär Paul Merker wurde
in dem Januar 1956 aus der Haft entlassen. An dem 27. Januar 1956 wurde in der
Deutschen Demokratischen Republik in einem Spionageprozess gegen zwei
Angeklagte die Todesstrafe, gegen eine Angeklagte eine lebenslange
Zuchthausstrafe und gegen einen Angeklagten eine Strafe von 8 Jahren Zuchthaus
verhängt.
An dem 28. Januar 1956 stellte die Deutsche
Demokratische Republik in Prag auf der Sitzung des Politischen Beratenden
Ausschusses einen Antrag auf Aufnahme in das militärische Oberkommando des
Warschauer Paktes. Der Politische Beratende Ausschuss beschloss, die Nationale
Volksarmee in die Streitkräfte der Warschauer Vertragsorganisation zu
integrieren. Der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower lehnte einen
Freundschaftsvertrag zwischen den Vereinigten Staate von Amerika und der
Sowjetunion ab.
An dem 1. Februar 1956 waren in Österreich
bereits 15000 Freiwillige in die Liste der Freiwilligen für das Bundesheer
eingetragen. An dem 2. Februar 1956 einigten sich in der Bundesrepublik
Deutschland die Koalitionsparteien CDU/CSU, FDP und DP auf einen Kompromiss aus
Mehrheitswahlrecht und Verhältniswahlrecht. Der Bundestag der Bundesrepublik
protestierte gegen Todesurteile Ostberliner Gerichte wegen angeblicher
Spionage. An dem 4. Februar 1956 protestierte die Regierung der Sowjetunion
gegen den Einsatz von Propagandaballons über der Sowjetunion und der
Osteuropäischen Union. Das Verwaltungsgericht München erkannte dem früheren
Wehrmachtsgeneral Ferdinand Schörner den Heimkehrerstatus und damit den Zugang
zu staatlichen Entlassungsgeldern und Übergangshilfen zu.
An dem 5. Februar 1956 gab das
Verteidigungsministerium der Bundesrepublik in Bonn die Aufbauplanung für die
Marine bekannt, nach der binnen vier Jahren 170 Einheiten mit 20000 Mann
Besatzung in Dienst gestellt werden (sollen). An dem 10. Februar 1956 lehnte
Bundesaußenminister Heinrich von Brentano die Aufnahme unmittelbarer
Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion über die
Wiedervereinigung Deutschlands ab. An dem 11. Februar wurde der Saarvertrag
unterzeichnet, der das Saarland wieder in die Bundesrepublik Deutschland
eingliederte.
An dem 20. Februar 1956 gelang in
Nordrhein-Westfalen ein konstruktives Misstrauensvotum von SPD, FDP und
Zentrum, durch das Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) gestürzt und durch Fritz
Steinhoff (SPD) ersetzt wurde. Daraufhin trat an dem 22. Februar 1952 Friedrich
Middelhauve als langjähriger Landesvorsitzender von seinem Amt zurück. An dem
23. Februar 1956 spaltete sich eine Gruppe von 16 Mitgliedern der
Bundestagsfraktion der FDP von der Fraktion ab und beschloss die Aufkündigung
der Koalition mit der CDU/CSU und der DP.
An dem 24. Februar 1956 stimmte der Bundesrat
Deutschlands der neuen Verkehrsvorschrift zu, dass Kraftfahrzeuge einen
Innenspiegel und einen Außenspiegel haben müssen. In der Bundesrepublik wurde
die Arbeitslosenhilfe eingeführt. An dem 28. Februar 1956 verabschiedete die
Bundesregierung in Bonn den Entwurf eines Soldatenversorgungsgesetzes, nach dem
Soldaten, die sich auf zwölf Jahre verpflichten, nach Ablauf dieser Zeit einen
Arbeitsplatz bei Behörden erhalten sollen. In der Deutschen Demokratischen Republik
wurde eine Verordnung erlassen, nach der mit Ablauf des Schuljahrs 1955/1956 an
Ostberliner Oberschulen kein Religionsunterricht mehr erteilt werden darf.
An dem 2. März 1956 gründeten die an dem 23.
Februar 1956 von der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten abgespalteten
Bundestagsabgeordneten unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft Freier Demokraten
eine eigenständige parlamentarische Gruppe. An dem 4. März 1956 sprach sich in
Deutschland der Generalrat der Sozialistischen Internationale gegen eine
Zusammenarbeit mit den Kommunistischen Parteien des Ostblocks aus. An dem 5.
März 1956 wurde der Fernsehturm Stuttgarts als erster moderner Fernsehturm
Europas eröffnet.
An dem 6. März wurde von dem Bundestag
Deutschlands gegen die Stimmen der SPD das Soldatengesetz verabschiedet. An dem
7. März 1956 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Änderungen des
Grundgesetzes und führte den Namen Bundeswehr ein. An dem 7. März 1956
entschied die Regierung der Niederlande, einige in Breda inhaftierte Verurteilte
vorzeitig zu entlassen. An dem 8. März 1956 verabschiedete der Bundestag ein
Gesetz, das die deutsche Staatsangehörigkeit von Einwohnern Österreichs in dem
Juni 1945 aufhob. An dem 10. März 1956 wurde in Bonn ein Abkommen über
Entschädigungszahlungen der Bunderepublik Deutschland an Jugoslawien über 300
Millionen für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg vereinbart.
An dem 11. März 1956 wurde in Österreich der
Beitritt zu dem Europarat gebilligt. An dem 15. März 1956 beschloss der
Bundestag Deutschlands die Beibehaltung der 5%-Klausel für die nächsten
Bundestagswahlen. An dem 16. März 1956 tagte der Bundesrat Deutschlands
erstmals in Berlin (West), wogegen die Sowjetunion Protest erhob. An dem 18.
März 1956 beschloss die Sozialdemokratische Partei Saar die Auflösung der
Partei infolge der bevorstehenden Eingliederung des Saarlands in die
Bundesrepublik.
An dem 21. März 1956 bezeichneten die
Fraktionsspitzen von CDU/CSU die Demokratische Arbeitsgemeinschaft 16 früherer
Abgeordneter der FDP als neuen Koalitionspartner. An dem 25. März 1956 trat
Bundeskanzler Konrad Adenauer Vorwürfen gegen den Leiter des Bundeskanzleramts
(Hans Globke) wegen dessen Rolle während des Nationalsozialismus entgegen. An
dem 27. März 1956 legte auf einer Konferenz des Abrüstungsausschusses der
Vereinten Nationen in London der Leiter der Delegation der Sowjetunion Andrei
Gromyko einen Vorschlag der weltweiten Reduzierung der Landstreitkräfte vor.
An dem 1. April 1956 trat in der
Bundesrepublik das Soldatengesetz in Kraft, das die allgemeine Wehrpflicht
vorsah. An dem 4. April 1956 wurde der Bundesnachrichtendienst mit Sitz in
Pullach bei München eingerichtet. In Ungarn fand an dem 6. April 1954 ein
Aufstand gegen die kommunistische Regierung statt, der aber mit Hilfe der
Sowjetunion brutal niedergeschlagen wurde. An dem 27.April 1956 gab die
Regierung der Deutschen Demokratischen Republik die vorzeitige Freilassung von
698 wegen Kriegsverbrechen Verurteilter bekannt.
An dem 13. Mai 1956 erklärte Walter Ulbricht
die Wiedervereinigung Deutschlands als Ziel seiner Politik. An dem 22. Mai 1956
wurde in der Bundesrepublik Deutschland das wesentliche gesetzliche Fundament
für die Aufstellung der Bundeswehr durch die Inkraftsetzung der Wehverfassung
und die Erweiterung des Grundgesetzes (Art. 87a GG) gelegt. (An dem 24. Mai
1956 fand in Lugano in der Schweiz der erste Grand Prix Eurovision de la
Chanson statt.) An dem 1. Juni 1956 begann das Werbefernsehen (mit Persil). An
dem 12. Juni 1956 wurde das Bundesentschädigungsgesetz (BEG) verabschiedet.
An dem 27. Juni 1956 trat in der
Bundesrepublik das Zweite Wohnungsbau- und Familienheimgesetz in Kraft. An dem
28. Juni 1956 schlug das Militär in Polen in Posen einen Aufstand nieder. An
dem 1. Juli 1956 wurden in der Bundesrepublik Deutschland neue Kraftfahrzeugkennzeichen
eingeführt (Buchstaben-Kennzeichen für kreisfreie Städte und Landkreise). Etwa
zu dieser Zeit wurden Herzschrittmacher und Flugschreiber entwickelt.
An dem 7. Juli 1956 verabschiedete der
Bundestag Deutschlands mit 269 gegen 166 Stimmen das Wehrpflichtgesetz, das die
allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren einführte und an
dem 20/21. Juli in Kraft trat (in der DDR 1962). An dem 27. Juli 1956 trat in
der Bundesrepublik die an dem 21. Juli verabschiedete Verordnung über das
Zollverfahren in dem internationalen Straßenverkehr in Kraft. An dem 30. Juli
1956 wurde ein Konsularvertrag zwischen Bundesrepublik Deutschland und
Großbritannien unterzeichnet. An dem 9. August 1956 richtete die Deutsche
Demokratische Republik das Gefängnis Bautzen II als Sonderhaftanstalt für die
Isolierung politischer Gefangenen ein. (An dem 14. August 1956 starb der
Dramatiker Bertolt Brecht in Berlin an einem Herzinfarkt.)
An dem 17. August 1956 erklärte das
Bundesverfassungsgericht Deutschlands die Kommunistische Partei Deutschlands
für verfassungswidrig und ihr Vermögen für beschlagnahmt. (An dem 26. August
1956 erschien die erste Ausgabe der Jugendzeitschrift Bravo mit 30000
Exemplaren.) An dem 1. September 1956 wurde auf der Internationalen
Polizeiausstellung in Essen das erste Radar-Blitzgerät von Telefunken in Deutschland
vorgestellt. (An dem 2. September wurde in Dortmund eine Synagoge eingeweiht.)
An dem 7. September 1956 übergab die Bundesregierung der Sowjetunion ein an dem
2. September 1956 verfasstes Memorandum zu der Wiederherstellung der deutschen
Einheit. (An dem 13. September 1956
lieferte das Unternehmen IBM die erste Festplatte aus.)
An dem 20. September 1956 kam der millionste
Flüchtling aus der Deutschen Demokratischen Republik in das Notaufnahmelager
Berlin-Marienfelde. (An dem 25. September 1954 wurde das erste gleichzeitig 36
Gespräche ermöglichende transatlantische Telefonkabel zwischen Europa und
Nordamerika in Betrieb genommen.) (An dem 28. September 1956 starb der Unternehmer
William Boeing.)
An dem 1. Oktober 1956 begann in dem Fernsehen
der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rundfunkanstalten täglich um 20 Uhr eine
viertelstündige Nachrichtenausstrahlung. An dem 4. Oktober wurde in der
Deutschen Demokratischen Republik eine neue Straßenverkehrsordnung (mit einem
allgemeinen Alkoholverbot an dem Steuer eines Kraftfahrzeugs) eingeführt. An
dem 8. Oktober 1958 setzte sich der frühere stellvertretende Ministerpräsident
der Deutschen Demokratischen Republik Hermann Kastner (LDPD) nach Bayern ab und
bat um politisches Asyl.
An dem 10. Oktober 1956 wurde in der
Bundesrepublik der Saarvertrag unterzeichnet, der die Rückgliederung des
Saarlands an die Bundesrepublik Deutschland einleitete. An dem 11. Oktober 1956
wurde Großadmiral Karl Dönitz nach einer zehnjährigen Haftstrafe aus dem
Kriegsverbrechergefängnis entlassen. An dem 11./12. Oktober 1956 stimmten in
Schleswig-Holstein 88 Prozent der Mitglieder der IG Metall für einen Streik für
die Lohnfortzahlung in dem Krankheitsfall, der an dem 24. Oktober begonnen
wurde. An dem 13. Oktober 1956 erklärte das Amtsgericht Berchtesgaden Adolf
Hitler für tot.
An dem 15./16. Oktober 1956 gründeten
Studenten in Szeged eine eigene Studentenverbindung, aus der sich in den
folgenden Tagen ein Volksaufstand entwickelte. An dem 17. Oktober 1956 wurde
das Kernkraftwerk Calder Hall in England als erste kommerziell genutzte Anlage
der Welt von Königin Elisabeth II. feierlich eröffnet. An dem 21. Oktober 1956
wurde Władisław Gomułka zu dem ersten Sekretär der Polnischen
Vereinigten Arbeiterpartei gewählt.
Ab dem 23. Oktober 1956 entwickelte sich aus
einem Protest Studierender in Ungarn ein Volksaufstand, den die Sowjetunion
gewaltsam niederschlug. Ab dem 24. Oktober 1956 begann der Streik der
Metallarbeiter in Schleswig-Holstein. An dem 27. Oktober 1956 unterzeichneten
Deutschland, Luxemburg und Frankreich den Moselvertrag über den Ausbau der
Mosel für die Schifffahrt von Koblenz bis Thionville. An dem 3. November 1956
begann das Fernsehen mit der Ausstrahlung weiterer Werbeaussagen.
An dem 15. November 1956 beschloss der
Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik für Beschäftigte der
volkseigenen Wirtschaft eine Weihnachtsgratifikation. An dem 22. November 1956
wurden die Olympischen Spiele in Melbourne unter Beteiligung einer gesamtdeutschen
Mannschaft unter olympischer Flagge eröffnet. In der Deutschen Demokratischen
Republik konnten Bundesbürger über das Unternehmen Genex-Geschenkdienst GmbH
Verwandten Waren senden, die mit Deutschen Mark bezahlt wurden.
An dem 3. Dezember 1956 wurde in Bremen die
modernste Paket-Verteilanlage in Betrieb genommen, die täglich rund 100000
Pakete verteilen konnte. An dem 5. Dezember 1956 wies das Bundesverfassungsgericht
Deutschlands die Klage Lübecks auf Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit ab.
An dem 6. Dezember 1956 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das Gesetz
über die Eingliederung Behinderter. An dem 12. Dezember 1956 eröffnete die
Münchner Lach- und Schießgesellschaft in München-Schwabing (Sammy Dechsel,
Dieter Hildebrandt) ihr Unterhaltungsprogramm.
An dem 14. Dezember 1956 stimmte der Landtag
des Saarlands für die Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik, die zu
dem 1. Januar 1957 vollzogen wurde. (An dem 20. Dezember 1956 endete der
Montgomery-Busboykott in den Vereinigten Staaten von Amerika.) An dem 23.
Dezember 1956 beschloss der Bundestag das Gesetz über die Eingliederung des
Saarlands.
An dem 1. Januar 1957 wurde das Saarland (mit
10 Bundestagsabgeordneten) nach dem Saarvertrag bzw. dem Luxemburger Vertrag
von dem 27. Oktober 1956 als zehntes Bundesland wieder in die Bundesrepublik
Deutschland eingegliedert. Außerdem trat an dem 1. Januar 1957 eine
grundlegende Rentenreform in Kraft, welche die dynamische (an die jeweils
vorhergehend an die Lohnentwicklung angepasste) Rente (Gesetz verabschiedet an
dem 21. Januar 1957) mit deutlicher Erhöhung um etwa 60 Prozent begründete und
das soziale Sicherungssystem der Bundesrepublik maßgeblich gestaltete
(Umlageverfahren). An dem 3. Januar 1957 kam die Hamilton Ventura als erste
elektrische Armbanduhr (mit Batterie) auf den Markt.
Anfang Januar 1957 wurden die ersten drei
Divisionen der Bundeswehr der Bundesrepublik unter das Kommando der NATO
gestellt. An dem 17. Januar 1957 festigte das Bundesverfassungsgericht
Deutschlands die allgemeine Handlungsfreiheit als grundlegendes Recht des
Menschen (Elfes-Urteil), das jede menschliche Verhaltensweise schützt, die
nicht ausdrücklich durch staatliche Gesetze eingeschränkt wird. Nach dem Gesetz
der Deutschen Demokratischen Republik über die örtlichen Organe der Staatsmacht
delegiert die einheitliche staatliche Zentralgewalt partikulare Kompetenzen an
lokale Volksvertretungen und ihre Verwaltungseinheiten.
An dem 21. Januar wurden die ersten
Wehrpflichtigen der Bundeswehr des Jahrgange 1937 gemustert. An dem 21. Januar
fanden die ersten Radarkontrollen in dem Straßenverkehr statt. An dem 28.
Januar 1957 veröffentlichte Wirtschaftsminister Ludwig Erhard sein Buch
Wohlstand für alle. An dem 1. Februar 1957 wurde an der Freien Universität
Berlin erstmals der akademische Grad Magister artium vergeben. An dem 6.
Februar 1957 bekräftigte der Bundestag Deutschlands, dass Berlin die Hauptstadt
Deutschlands ist. An dem 9, Februar 1958 endete nach mehr als 100 Tagen der
Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein, der an dem 24. Oktober 1957
begonnen hatte.
An dem 19. Februar 1957 scheiterte das erste
Bürgerbegehren der Bundesrepublik (Retten den Schlossplatz) (in Braunschweig).
In Paris begann eine zweitägige Konferenz, auf der die sechs Regierungschefs
der sechs Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl die
Gründung von EWG und Euratom vorbereiteten. Das Bundesverfassungsgericht Deutschlands
fällte ein Urteil über Verfassungsbeschwerden gegen Unterlassen des Gesetzgebers.
An dem 21. Februar verabschiedete der Bundestag einstimmig ein Gesetz zu der
Bekämpfung von Schwarzarbeit, das auch den Auftraggeber von Schwarzarbeit mit
Strafe bedrohte.
An dem 25. Februar schloss die Bundesrepublik
ein Warenabkommen mit Israel in einem Umfang von (1957) 250 Millionen D-Mark.
An dem 26. Februar 1957 wurde das Arbeiterrentenversicherungs-Neuregelungsgesetz
in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht. An dem 28. Februar 1957 wurde das
Landbeschaffungsgesetz in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht. 1957 wurde bei
der Bundestagswahl die Briefwahl in der Bundesrepublik eingeführt.
An dem 5. März 1957 wurde in Hamburg unter
Vorsitz von Dr. Elsbeth Weichmann die erste Verbraucherzentrale gegründet. An
dem 9. März 1957 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik harte Zuchthausstrafen
gegen die oppositionelle Wolfgang Harich/Walter Janka-Gruppe verhängt. An dem
12. März 1957 unterzeichneten Sowjetunion und Deutsche Demokratische Republik
ein Abkommen über die Stationierung von Truppen der Sowjetunion auf Gebiet der
Deutschen Demokratischen Republik. An dem 13. März 1957 beschloss der Landtag
von Nordrhein-Westfalen die Erhöhung der monatlichen Abgeordnetendiäten von 300
auf 500 DM.
An dem 25. März 1957 unterzeichneten Belgien,
die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die
Niederlande die Römischen Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
(EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM), die an dem 1. Januar 1958
in Kraft traten. An dem 26. März 1957 entschied das Bundesverfassungsgericht
Deutschlands, dass das Reichskonkordat von 1933 zwar weitergilt, aber die
Wirkung in dem Bereich der Schulpolitik eingeschränkt ist.
An dem 1. April 1957 rückten die ersten 1937
geborenen Wehrpflichtigen in die Kasernen der neu gegründeten Bundeswehr ein.
An dem 3. April 1957 wurde der erste Abschnitt der Autobahn A7 zwischen Hamburg
und Hannover eröffnet. An dem 11. April 1957 verabschiedete der Bundestag das
Gesetz über den Wehrbeauftragten. An dem 12. April 1957 veröffentlichten 18
deutsche Atomwissenschaftler das Göttinger Manifest gegen die geplante atomare
Bewaffnung der Bundeswehr. An dem 17. April 1957 trafen sich Bundeskanzler Konrad
Adenauer und Mitunterzeichner des Göttinger Manifests zu einem Gespräch, um
sich gemeinsam gegen eine Atombewaffnung der Bundeswehr auszusprechen.
An dem 2. Mai 1957 wurde in Hoyerswerda in der
späteren Konrad-Zuse-Straße (114) der Grundstein für den ersten Plattenbau in
der Deutschen Demokratischen Republik gelegt. An dem 3. Mai 1957 beschloss der
Bundestag vor einem fast leeren Hause das Gesetz über die Gleichberechtigung
von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechtes (Gleichberechtigungsgesetz),
das an dem 18. Juni 1957 verkündet wurde und an dem 1. Juli 1958 in Kraft trat
(Zugewinngemeinschaft als Regelgüterstand). An dem 7. Mai 1957 wurde auf der
Büromaschinen-Fachausstellung in Hannover die erste vollelektrische
Schreimaschine als Serienmodell in der Bundesrepublik vorgestellt (IBM,
Grundig)., die nur ein Siebzigstel des Kraftaufwands einer herkömmlichen
mechanischen Schreibmaschine benötigte.
An dem 10. Mai 1957 erklärte das
Bundesverfassungsgericht die strafrechtliche Verfolgung männlicher
Homosexualität nach § 175 StGB für mit dem Grundgesetz vereinbar, weil
homosexuelle Betätigung das Sittengesetz verletze. An dem 14. Mai 1957 wurde in
dem Nachgang des Röhm-Putsches von 1934 Urteile gegen den früheren General Sepp
Dietrich und weitere Beteiligte wegen Beihilfe zu Mord verkündet. (18 Monate
Haft). An dem 18./19. Mai 1957 beschloss die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP)
ihre Auflösung und empfahl den Beitritt zu der SPD oder deren Unterstützung.
An dem 19. Mai 1957 nahm
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß die erste feierliche
Verpflichtung von Wehrpflichtigen der Bundeswehr in Mittenwald vor. An dem 20.
Mai 1957 wurde die Bundeswahlordnung von dem 16, Mai 1957 in dem
Bundesgesetzblatt verkündet. An dem 21. Mai 1957 bestätigte das Bundesverfassungsgericht
Berlin als Land der Bundesrepublik Deutschland und betonte die dortige Geltung
des Grundgesetzes. An dem 1. Juni 1957 wurde in Bonn das Amt für territoriale
Verteidigung (später Kommando Territoriale Verteidigung) der Bundeswehr aufgestellt,
um den Aufbau des Territorialheers zu strukturieren.
An dem 4. Juni 1957 wurde in dem Saarland nach
dem Rücktritt von Hubert Ney Egon Reinert (CDU) von dem Landtag zu dem neuen
Ministerpräsidenten gewählt. An dem 5. Juni 1957 begann die 40. Tagung der
Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf, auf der das Übereinkommen
Nr. 105 zu der Abschaffung der Zwangsarbeit geprüft wurde. An dem 15. Juni 1957
wurde auf einer Konferenz in Nizza international das Abkommen zu der
Nizza-Klassifikation für Markenanmeldungen (internationales
Klassifikationssystem für Waren und Dienstleistungen) geschlossen, dem die
Bundesrepublik beitrat. An dem 25. Juni 1957 wurde in Genf das Übereinkommen
Nr. 105 über die Abschaffung der Zwangsarbeit angenommen.
1957 nahm der Trans-Europ- Express (TEE)
seinen Betrieb auf und verband deutsche Städte mit europäischen Metropolen. An
dem 1. Juli 1957 begann als eine globale Forschungsinitiative das bis Dezember
1958 dauernde Internationale Geophysikalische Jahr. An dem 4. Juli 1957
beschloss der Bundestag in Bonn als Ergebnis langer politischer Debatten und
Kompromisse das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz), das die
Grundlage für die deutsche Wettbewerbspolitik legte, die
Dekartellierungsverordnungen der Westalliierten ersetzte und auf die
Entflechtung von Zwangskartellen abzielte.
An dem 5. Juli 1957 wurde in der
Bundesrepublik das Gesetz über die Militärseelsorge von dem Bundestag
beschlossen. An dem 17. Juli 1957 wurde in der Bundesrepublik der sogenannte Lange
Samstag durch Gesetz eingeführt, der es Geschäften durch das Ladenschlussgesetz
erlaubte, an jedem ersten (bzw. zweiten) Samstag in einem Monat länger offen zu
halten. (An dem 23. Juli 1957 wurde bei dem Torfabbau in dem oberbayerischen
Schwarzlaichmoor die gut erhaltene und etwa 600 Jahre alte Moorleiche eines
Mannes in einem hölzernen Sarg (der sogenannten Rosalinde [!] von Peiting)
entdeckt).
An dem 26. Juli 1957 wurde in der
Bundesrepublik das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen erlassen, das nationalsozialistische
Auszeichnungen regelte. Das Soldatenversorgungsgesetz wurde unterzeichnet. Das
Bundesbankgesetz wurde erlassen. Das Oberste Gericht der Deutschen
Demokratischen Republik verurteilte den Leiter des Aufbau-Verlags Walter Janka
wegen angeblicher Verschwörung zu fünf Jahren Zuchthaus.
An dem 27. Juli 1957 schlug der Ministerrat
der Deutschen Demokratischen Republik zu der Sicherung des Friedens eine
Konföderation beider deutschen Staaten vor. An dem 27. Juli 1957 trat das
Kartelle und Monopole verbietende Kartellgesetz in der Bundesrepublik in Kraft.
An dem 29. Juli 1957 wurde die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO)
gegründet, um die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern. An dem 30.
Juli 1958 wurden in dem Bundesgesetzblatt Österreichs Regelungen zu der
Verwendung von Identitätsausweisen und zu dem Ausfuhrförderungsgesetz 1957 und
zu dem Staatsvertragsdurchführungsgesetz veröffentlicht.
An dem 21. August 1957 zündete die Sowjetunion
in Baikonur die Interkontinentalrakete R-7. Bei der Wahl zu dem Bundestag
Deutschlands an dem 15. September 1957 erhielten CDU/CSU 50,2 Prozent der
Stimmen und 269 der 497 Sitze, wobei erstmals die Briefwahl möglich war. An dem
1. Oktober 1957 kam das Schlafmittel Contergan auf den Markt, das bei
schwangeren Konsumentinnen weltweit schwere Fehlbildungen der Foeten
verursachte. An dem 2. Oktober schlug Polens Außenminister Adam Rapacki eine
atomwaffenfreie Zone aus Polen, der Tschechoslowakei, der Bundesrepublik und
der Deutschen Demokratischen Republik vor., der von den Mitgliedstaaten der
NATO wegen der befürchteten Störung des Mächtegleichgewichts abgelehnt wurde.
An dem 3. Oktober 1957 wurde Willy Brandt
(SPD) als Nachfolger des verstorbenen Otto Suhr zu dem Regierenden
Bürgermeister West-Berlins gewählt. An dem 4. Oktober 1957 startete die
Sowjetunion den ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik (eine 86,3 Kilogramm
schwere polierte Metallkugel mit vier Antennen und einem Durchmesser von etwa
58 Zentimetern) in das Weltall, welche die Erde in ungefähr 96 Minuten
umkreiste und nach 92 Tagen an dem 4. Januar 1958 bei dem Wiedereintritt in die
Erdatmosphäre verglühte. Nach der Aufkündigung der Koalition durch die CSU nach
der Bundestagswahl trat in Bayern das Kabinett Hoegner II an dem 8. Oktober zurück.
An dem 12. Oktober 1957 tötete der Agent des
KGB der Sowjetunion Bogdan Staschinski den ukrainischen Exilpolitiker Lew Rebet
in München auf dem Karlsplatz mit einer durch eine Zeitung getarnten
Blausäurepistole. An dem 13.Oktober 1957 führte die Deutsche Demokratische
Republik überraschend einen auf 300 Mark begrenzten Tausch alter Geldscheine
durch neue Geldscheine durch, wodurch etwa 600 Millionen DDR-Mark vor allem bei
Privatunternehmern und Landwirten wertlos wurden. An dem 16. Oktober 1957 wurde
Hanns Seidel (CSU) zu dem neuen Ministerpräsidenten Bayerns an der Spitze einer
Koalition aus CSU, GB/BHE und FDP gewählt.
An dem 22. Oktober 1957 wurde Konrad Adenauer
wieder zu dem Bundeskanzler gewählt. An dem 23. Oktober 1957 erkannte der
Bundesgerichtshof Deutschlands die Züchtigungsbefugnis von Lehrern an. An dem
27. 10. 1957 wurde der Bund der Vertriebenen in der Bundesrepublik gegründet. Außerdem
wurde das Schlafmittel Contergan eingeführt. An dem 31. Oktober 1957 ging der
Atomforschungsreaktor München in Betrieb. Das Allgemeine Kriegsfolgengesetz
regelte in der Bundesrepublik ab sofort durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse
sowie die Niederlage des Deutschen Reiches entstandene Rechtsfragen.
In dem November 1957 wurde Erich Mielke Leiter
des Ministeriums für Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik.
An dem 10. November 1957 fand in Hamburg die Bürgerschaftswahl statt (Wahlbeteiligung
77,3 Prozent). An dem 14. November 1957 wurde zwischen Bund und Ländern der
Bundesrepublik das Lindauer Abkommen über die Mitwirkung der Bundesländer bei
Abschluss völkerrechtlicher, die Interessen der Länder berührender Verträge
geschlossen.
An dem 15. November 1957 wurde in der
Bundesrepublik nach einer Bestechungsaffäre in dem Bundeswehrbeschaffungsamt
ein Amt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz gegründet. An dem 26.
November 1957 wurde in der Bundesrepublik das Einkommensteuergesetz neu
gefasst. An dem 28. November 1957 befasste sich der Bundesgerichtshof mit der
Einwilligung in ärztliche Heilbehandlungen. An dem 29. November wurde in der
Deutschen Demokratischen Republik Studentenpfarrer Schmutzler verurteilt.
An dem 6. Dezember 1957 scheiterte der Versuch
der Vereinigten Staaten von Amerika, auch einen Satelliten zu starten. An dem
11. Dezember 1957 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik durch ein
verschärftes Passgesetz die Flucht aus der Republik (unerlaubtes Verlassen) mit
einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Haft versehen. An dem 13. Dezember
1957 wurde ein Europäisches Übereinkommen über die Regelung des
Personenverkehrs zwischen den Mitgliedstaten des Europarates vereinbart.
An dem 16. Dezember 1957 wurde in dem
Zentralinstitut für Kernphysik in Rossendorf bei Dresden der erste
Forschungsreaktor der Deutschen Demokratischen Republik in Betrieb genommen. An
dem 27. Dezember 1957 starb in Hennigsdorf in der Deutschen Demokratischen
Republik der stellvertretende Ministerpräsident Otto Nuschke (CDU) mit 74
Jahren. An dem 1. Januar 1958 traten die Römischen Verträge von dem 25. März
1957 in Kraft, womit die Bundesrepublik Deutschland Gründungsmitglied der
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der EURATOM wurde.
An dem 2. Januar 1959 ordnete das
Kulturministerium der Deutschen Demokratischen Republik den Kampf gegen
westliche Dekadenz in der Unterhaltungs- und Tanzmusik an. An dem 7. Januar 1958
wurde Walter Hallstein zu dem ersten Präsidenten der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft ernannt. An dem 9. Januar 1958 wurde in der Deutschen
Demokratischen Republik ein Gesetz zu dem Außenhandelsmonopol erlassen.
An dem 10. Januar 1958 begann die erste Kommission
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ihre Tätigkeit. An dem 13. Januar 1958
erließ das Bundesverfassungsgericht das Apotheken-Urteil über die
Berufsfreiheit. An dem 22. Januar fällte das Bundesverfassungsgericht das
Lüth-Urteil zu der Meinungsfreiheit, wonach Grundrechte nicht nur Abwehrrechte
gegen den Staat sind, sondern auch in dem Privatrecht wirken. An dem 23. Januar
1958 fand in dem Bundestag der Bundesrepublik eine Debatte über die atomare
Bewaffnung der Bundeswehr statt. An dem 27. Januar wurde die
Pionierorganisation Ernst Thälmann in der Deutschen Demokratischen Republik zu
einer sozialistischen Massenorganisation für Kinder. An dem 28. Januar 1958
Januar meldete das Unternehmen Lego aus Dänemark den modernen Legostein mit
seinem Kupplungssystem von Noppen und Röhren als Patent an (in Deutschland an
dem 4. April 1958).
In dem Januar 1958 wurde das
Verkehrszentralregister der Bundesrepublik Deutschland in Flensburg eingerichtet.
Die Vereinigten Staaten von Amerika starteten an dem 31. Januar 1958 ihren
ersten Satelliten Explorer 1NASA Science. Die Polio-Massenimpfungen gegen
Kinderlähmung begannen in der Bundesrepublik Deutschland. Um den 3. Februar
1958 stieg in der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker in das
Politbüro auf, während Karl Schirdewan seiner Ämter enthoben wurde. An dem 11.
Februar 1958 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik ein Gesetz zu der
Strukturreform der zentralen Verwaltung erlassen.
An dem 14. Februar 1958 erließ der
Bundesgerichtshof Deutschlands das Herrenreiter-Urteil, das Entschädigungen auch
für immaterielle Schäden (Nichtvermögensschäden) bejahte. 1958 begann unter dem
Einfluss von Umweltschäden allmählich eine Abwendung von umweltschädlichen
Brennstoffen. An dem 19. März 1958 fand in Straßburg die konstituierende
Sitzung der Europäischen Parlamentarischen Versammlung (Europäisches Parlament)
statt, bei der Robert Schuman als erster Präsident gewählt wurde. An dem 25.
März 1958 stimmte in dem Bundestag Deutschlands die Koalition aus CDU/CSU und
DP für die Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen.
An dem 27. März 1958 übernahm (nach Nikolai
Bulganin) Nikita Chruschtschow die Führung der Sowjetunion. An dem 30. März 1958
wurde die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
gegründet. An dem 3. April 1958 endete die 2. Babelsberger Konferenz, auf der
die Grundlagen für die sozialistische Rechtsprechung in der Deutschen
Demokratischen Republik festgelegt wurden. In London begann der erste
Ostermarsch von Atomwaffengegnern. (An dem 6. April 1958 strahlte Radio
Luxemburg erstmals eine Hitparade aus.)
An dem 15. April 1958 gab es eine erste
dokumentierte Kindesentführung (des siebenjährigen Joachim Göhner aus
Stuttgart-Degerloch). Das Hessische Fernsehen berichtete über die Einführung
von Notrufsäulen in Wiesbaden. An dem 17. April 1958 demonstrierten in Hamburg
mehr 1als 100000 Menschen gegen die atomare Bewaffnung. An dem 18. April 1958 schlossen
die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien ein Kulturabkommen. (Ezra
Pound durfte 13 Jahre nach seiner Verhaftung nach Aufhebung der Anklage die
Anstalt verlassen.)
An dem 20. April 1958 starb in Berlin der für
die Entwicklung der Quarzuhr wichtige Physiker Adolf Scheibe. An dem 21. April
1958 starb in Ost-Berlin der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
Fritz Sperling (KPD), ein Opfer innerparteilicher Säuberungen. An dem 28. April
1958 begann der Ulmer Einsatzgruppen-Prozess, bei dem zehn Angehörige der
Einsatzgruppe Tilsit wegen Mordes an mehr als 5500 Menschen in dem Jahre 1941 angeklagt
wurden. An dem 29. April 1958 endete in Genf die erste Seerechtskonferenz mit
der Unterzeichnung vierer internationaler Abkommen über das Seevölkerrecht.
An dem 9. Mai 1958 erklärte das
Bundesverfassungsgericht an diesem Tag geplante Volksbefragungen in (Hessen
und) Hamburg gegen die Atomrüstung wegen fehlender Zuständigkeit für nichtig.
An dem 13. Mai 1958 fand der Putsch von Algier statt, der den Verbleib Algeriens
bei Frankreich anstrebte und die Gründung der Fünften Republik unter Präsident
Charles de Gaulle bewirkte. An dem 27. Mai 1958 verbot das
Bundesverfassungsgericht durch einstweilige Anordnung eine geplante
Volksbefragung in Hamburg zu der atomaren Aufrüstung der Bundeswehr wegen
Unzuständigkeit. Der erste volltransistorisierte Computer Kontinentaleuropas
berechnete in Wien erfolgreich seine erste Aufgabe. In der Deutschen
Demokratischen Republik wurden an dem 28. Mai 1958 die letzten
Lebensmittelkarten (für Fleisch, Fett und Zucker) abgeschafft.
An dem 16. Juni 1958 wurde Ministerpräsident
Imre Nagy Ungarns nach einem Schauprozess hingerichtet. An dem 30. Juni 1958
wurde in der Deutschen Demokratischen Republik Walter Ulbricht durch Wilhelm
Pieck als Held der Arbeit ausgezeichnet. An dem 1. Juli 1958 trat das Gesetz
zur Gleichberechtigung in dem Familienrecht in Kraft, das die
Zugewinngemeinschaft als gesetzlichen Regelgüterstand einführte.
An dem 2. Juli 1958 wurde das Gesetz über den
Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu einem Protokoll der Vereinten
Nationen über Todeserklärungen in dem Bundesgesetzblatt verkündet. An dem 6.
Juli 1958 fanden in Nordrhein-Westfalen Landtagswahlen statt, bei denen die CDU
mit 104 Sitzen stärkste Partei wurde (SPF 81, FDP 15). An dem 8. Juli 1958 hob
der deutsche Hubschrauber Kolibri erstmals ab.
An dem 10. Juli 1958 begann in der Deutschen
Demokratischen Republik in Ost-Berlin der fünfte Parteitag der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands, auf dem Walter Ulbricht den Übergang zu dem
Sozialismus und das Ziel verkündete, die Bundesrepublik wirtschaftlich bis 1961
zu überholen. Der Haushalt der Bundesrepublik enthielt in dem Juli 1958
erstmals den Verteidigungsetat als größten Posten. An dem 20. Juli 1958 erließ
das Bundesverfassungsgericht zu der Berufsfreiheit das Apothekenurteil, das die
Zulässigkeit eines Eingriffs in ein Gut von dessen Bedeutung abhängig machte.
An dem 24. Juli 1958 endete in
Nordrhein-Westfalen die Amtszeit des Kabinetts Steinhoff (SPD), das durch eine
Koalition aus CDU, FDP und DP abgelöst wurde. An dem 28. Juli 1958 wurde Otto
John, der frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, nach seiner
Verurteilung wegen Landesverrats und seiner Begnadigung durch Bundespräsident
Theodor Heuss vorzeitig aus der Haft entlassen. An dem 29. Juli 1959 wurde in
den Vereinigten Staaten von Amerika durch ein Gesetz die NASA (National
Aeronautics and Space Agency) begründet.
An dem 30. Juli 1958 verbot das
Bundesverfassungsgericht in einem Grundsatzurteil die geplanten
Volksbefragungen gegen die atomare Aufrüstung der Bundeswehr in Hamburg und
Bremen. Das Bundeskabinett beauftragte den Postminister mit den technischen
Vorbereitungen für eine zweite Fernsehkette (Freies Fernsehen GmbH, späteres Zweites
Deutsches Fernsehen). (An dem 3. August 1958 erreichte das amerikanische
Atom-U-Boot den Nordpol unter Wasser.)
An dem 23. August 1958 unterzeichneten die
Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg ein Abkommen zu der Vermeidung der
Doppelbesteuerung und über gegenseitige Rechts- und Amtshilfe. An dem 28.
August 1958 kehrte nach einer vereinbarten Grenzkorrektur der Weiler Bildchen
und Losheim von Belgien an Deutschland zurück. An dem 29. August 1958 meldete
das Unternehmen Volvo durch den Ingenieur Nils Ivar Bohlin den
Dreipunkt-Sicherheitsgurt zu einem Patent an. An dem 30. August 1958 wurde in
Bonn ein Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik und der Türkei ratifiziert.
An dem 1. September 1958 wurde in der
Deutschen Demokratischen Republik an allgemeinbildenden Schulen der
obligatorische Polytechnische Unterricht eingeführt, der theoretische Bildung
mit praktischer Arbeit in der sozialistischen Produktion verband. An dem 3.
September berichtete Wirtschaftsminister Erhard Bundeskanzler Adenauer von
Fortschritten bei der marktgerechten Anpassung der Kohlepolitik. An dem 6.
September 1958 lief Armin Hary bei einem Sportfest in Friedrichshafen 100 Meter
in 10,0 Sekunden, was aber wegen zu starken Gefälles der Bahn (zunächst) nicht
als Weltrekord gewertet wurde. (Zu dieser Zeit wurde die Hula-Hoop-Welle durch
die Ed-Sullivan Show in den Vereinigten Staaten von Amerika populär und drang
von dort aus nach Deutschland vor.)
An dem 8. September 1958 bedankte sich der
Kulturminister der Deutschen Demokratischen Republik bei der Sowjetunion für
die Rückgabe (von 1,5 Millionen) Kunstschätzen wie dem Grünen Gewölbe oder
Teilen des Pergamonaltars. Bürgermeister Willy Brandt erklärte, dass
West-Berlin ein integraler Bestandteil der Bundesrepublik sei. Die staatliche
Fluglinie Interflug der Deutschen Demokratischen Republik wurde um diesen Tag
begründet. An dem 12. September 1958 stellte Jack Kilby bei Texas Instruments
den ersten integrierten Schaltkreis (Mikrochip) vor, womit der Grundstein für
die moderne Computertechnik gelegt wurde. Vor etwa 100000 Menschen wurde an dem
14. September 1958 auf dem Ettersberg bei Weimar die Gedenkstätte für die Opfer
des Konzentrationslagers Buchenwald eingeweiht.
An dem 14. September 1958 fand das erste
Treffen zwischen Bundeskanzler Adenauer und dem französischen
Ministerpräsidenten Charles de Gaulle auf dessen privatem Landsitz La Boisserie
in Colombey-les-Deux-Églises statt, das als Meilenstein der europäischen
Einigung und der deutsch-französischen Freundschaft gilt. An dem 22. September
1958 wurde ein Rechtshilfeabkommen in Strafsachen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und Österreich unterzeichnet. Um den 18. September 1958 wurde das
Einkommensteuergesetz der Bundesrepublik neu gefasst. An dem 24. September 1958
fand in Kopenhagen ein Fluchtlichtländerfußballspiel zwischen Dänemark und der
Bundesrepublik statt.
An dem 28. September 1958 errang bei der
Landtagswahl in Schleswig-Holstein die CDU einen deutlichen Sieg, so dass sie
mit der FDP die Regierung bildete. Frankreich stimmte über eine neue Verfassung
ab. An dem 2. Oktober wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die
Deutsche Bauordnung veröffentlicht. An dem 5. Oktober 1958 trat in Frankreich
die neue Verfassung der Fünften Republik in Kraft. An dem 8. Oktober 1958 wurde
in Schweden Arne Larsson der erste Herzschrittmacher eingepflanzt.
Gegen Ende 1958 wurde in der Bundesrepublik die
Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zu der Aufklärung
nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg zwecks Koordinierung der Strafverfolgung
gegründet. An dem 21. Oktober 1958 zogen in das Oberhaus Großbritanniens
erstmals Frauen ein (Life Peeresses). An dem 23. Oktober 1958 erschien das
belgische Comic-Magazin Spirou erstmals mit Abbildungen von Schlümpfen
(Schtroumpfs).
An dem 25. Oktober 1958 begann in dem Vatikan
an dem 25. Oktober 1958 das Konklave nach dem Tod des an dem 9. Oktober 1958
gestorbenen Papstes Pius XII. An dem 28. Oktober 1958 wurde in dem Vatikan
Kardinal Roncalli zu dem Papst Johannes XXIII. gewählt.
An dem 30. Oktober 1958 nahm der Minister für
Nationale Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik Willi Stoph zu der
Eröffnung der Führungsakademie der westdeutschen Bundeswehr Stellung. Der
Bundestag Deutschlands protestierte auf einer Sitzung in West-Berlin gegen die
fortdauernde Verletzung der Gesetze der Menschlichkeit in der Deutschen
Demokratischen Republik. An dem 31. Oktober 1958 begannen in Genf Gespräche der
drei Atommächte über die Einstellung der Kernwaffenversuche unter
internationaler Kontrolle.
Das Bundesarbeitsgericht erklärte den
Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein in dem Winter 1956/1957, bei dem es
vor allem um Lohnfortzahlung in dem Krankheitsfalle ging, für verfassungswidrig
und verurteilte die IG Metall zu Schadensersatzzahlungen an die Arbeitgeber. In
der Bundesrepublik stieg die Arbeitslosenzahl auf 356750 (1,8 Prozent). An dem
1. November 1958 trat das Gleichberechtigungsgesetz in der Bundesrepublik in
Kraft. An dem 5. November 1958 fand die Volkskammerwahl in der Deutschen Demokratischen
Republik statt und es wurde ein Gleichberechtigungsgesetz eingeführt.
An dem 5. November 1958 verabschiedete der
Bundestag mit großer Mehrheit eine Novelle zu dem Lebensmittelgesetz. An dem
10. November 1958 forderte der sowjetische Ministerpräsident Nikita
Chruschtschow auf einer Kundgebung in Moskau eine Revision des Potsdamer
Abkommens der Siegermächte und kündigte an, dass die Sowjetunion ihren Teil der
Kontrolle über Berlin an die Deutsche Demokratische Republik übertragen möchte.
An dem 20. November 1958 erklärte der Westberliner Regierende Bürgermeister Willy
Brandt vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, dass sich die Westberliner
Bevölkerung durch sowjetische Drohungen nicht aus der Ruhe bringen lassen
werde. An dem 22. November 1958 wies Willy Brandt die Behauptung Walter
Ulbrichts zurück, Berlin gehöre zu dem Territorium der Deutschen Demokratischen
Republik.
An dem 24. November 1958 erklärte Walter
Ulbricht in einem Interview, dass derjenige, der das Gebiet der Deutschen
Demokratischen Republik auf dem Wasser-, Land- oder Luftweg benutze, die
Regierung der Deutschen Demokratischen Republik tatsächlich anerkenne. An dem
25. November 1958 fand in der Deutschen Demokratischen Republik die dritte
Volkskammerwahl statt. Bundeskanzler Konrad Adenauer traf den französischen
Ministerpräsidenten Charles de Gaulle an dem 26, November 1958 in Bad Kreuznach
zu einer allgemeinen Aussprache. An dem 27. November 1959 forderte die
Sowjetunion, dass West-Berlin binnen sechs Monaten in eine entmilitarisierte
Zone umgewandelt werden sollte. Andernfalls übertrage sie ihre Berlin-Rechte an
die Deutsche Demokratische Republik.
An dem 28. November 1958 betonte Ministerpräsident
Otto Grotewohl, dass ganz Berlin auf dem Territorium der Deutschen
Demokratischen Republik liege und Hauptstadt der Deutschen Demokratischen
Republik sei. An dem 29. November 1958 schlug Nikita Chruschtschow die
Einberufung einer Konferenz für eine friedliche Lösung der Berlin-Frage vor. An
dem 30. November 1958 erklärte Walter Ulbricht, dass Berlin zu Deutschland
gehöre und nicht zu der DDR. An dem 1./15. Dezember 1958 wurde eine
Volksabstimmung über den künftigen Status Berlins abgehalten. An dem 2.
Dezember 1958 bezeichnete Bundeskanzler Konrad Adenauer das Ultimatum
Chruschtschows als eine Bedrohung für die Einheit des Westens. Präsident Harry
S. Truman erklärte in einem Interview, dass eine Preisgabe Berlins die
Preisgabe Europas an die Sowjetunion bedeuten würde. An dem 5. Dezember 1958
nahmen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Außenminister Heinrich von Brentano an
einer Sondersitzung des Westberliner Abgeordnetenhauses zu der Beratung der
Berlin-Frage teil.
An dem 6. Dezember 1958 fand in der Deutschen
Demokratischen Republik die dritte Volkskammerwahl statt. An dem 7. Dezember
wurden die Wahlen zu dem Abgeordnetenhaus in Berlin (West) durchgeführt, wobei
bei einer Wahlbeteiligung von 93,7 Prozent die SPD 52,6 Prozent der Stimmen und
die CDU 37,7 Prozent der Stimmen erhielt. An dem 9. Dezember 1958 waren in der
Bundesrepublik Deutschland zwei Millionen Fernsehgeräte registriert.
An dem 14. Dezember 1958 fand in Paris eine
Außenministerkonferenz statt, auf der die Westmächte und die Bundesrepublik
ihre Entschlossenheit zu der Wahrung ihrer Rechte in Berlin bekundeten und die
Forderungen der Sowjetunion von dem 26. November 1958 ablehnten. In Berlin
(West) schlossen sich der Bund der Vertriebenen und der Verband der
Landsmannschaften zusammen. (An dem 16. Dezember 1958 kandidierte Mao Zedong
nicht mehr für das Amt des Präsidenten der Volksrepublik China. In der
Kubanischen Revolution gewannen die Rebellen unter Fidel Castro in der Schlacht
von Santa Clara zu dem Jahreswechsel die Offensive.)
An dem 17. Dezember 1958 wurde Kurt Georg
Kiesinger als Nachfolger des an dem 14. November zu dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts
in Karlsruhe gewählten Gebhard Müller Ministerpräsident Baden-Württembergs. An
dem 18. Dezember 1958 fand eine Sitzung der Mitglieder des Nordatlantikpakts in
Paris statt. An dem 22. Dezember 1958 billigte die Bundesregierung Deutschlands
den Kartellvertrag zwischen dem Ruhrbergbau und den konzerngebundenen
Ölgesellschaften mit verschiedenen Maßnahmen zu der Behebung der Absatzkrise in
dem Steinkohlebergbau.
An dem 29. Dezember 1958 vereinbarten die
Bundesrepublik Deutschland und weitere neun europäische Staaten die freie
Konvertibilität ihrer Währungen mit dem Dollar als Leitwährung. An dem 31.
Dezember 1958 lehnten die Westmächte die Forderung der Sowjetunion nach der
Aufgabe ihrer Rechte an Berlin ab. An dem 11./17 Februar 1959 wurde Heinrich
Lübke nach dem Rücktritt Theodor Heuss‘ zu dem Bundespräsidenten gewählt. Die
SPD schloss ihr auf eine Volkspartei ausgerichtetes Godesberger Programm ab.
An dem 9. Januar 1959 löst die Entscheidung
des Oberlandesgerichts Hamburg, einen Verfasser einer antisemitischen Broschüre
strafrechtlich nicht zu verfolgen, einen Skandal aus. An dem 10. Januar 1959
legte die Sowjetunion den Entwurf eines Friedensvertrags vor und forderte eine
Friedenskonferenz mit den beiden deutschen Staaten, doch lehnten die
Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik den Vorschlag ab, eine
Freie Stadt West-Berlin zu schaffen und die Deutsche Demokratische Republik als
eigenen Staat anzuerkennen.
An dem 12. Januar 1959 lehnte Bundeskanzler
Konrad Adenauer den Entwurf eines sowjetischen Entwurfs eines Friedensvertrags
mit Deutschland ab. Das Abgeordnetenhaus Berlins wählte Willy Brandt (SPD) zu
dem zweiten Male zu dem Regierenden Bürgermeister einer Koalitionsregierung von
SPD und CDU. Auf Antrag der SPD nahm der Bundestag Deutschlands in das Gesetz
über den zivilen Ersatzdienst eine Bestimmung auf, die eine Ableistung des
Ersatzdiensts auch außerhalb der Bundesrepublik ermöglicht.
An dem 21. Januar 1959 trat die Regierung des
Saarlands unter Ministerpräsident Hans Egon Reinert (CDU) zurück, um die
Bildung einer Allparteienregierung zu ermöglichen. An dem 24. Januar 1959
sprach sich die Deutsche Partei für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus.
An dem 5. Februar 1959 bestellte Bundesverteidigungsminister Strauß bei dem
Unternehmen Lockheed 96 Abfangjäger von dem Typ Starfighter. An dem 6. Februar
verurteilte das Landgericht Bonn die früheren KZ-Aufseher Gustav Sorge und
Wilhelm Schubert wegen (versuchten) Mordes in mehr als 130 Fällen zu
lebenslänglichem Zuchthaus.
An dem 14. Februar 1959 schlug der Deutsche
Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen den Rahmenplan für die
Umgestaltung des öffentlichen Schulwesens vor, nach dem die Volksschuloberstufe zu der Hauptschule entwickelt werden sollte. Von
dem Typ Starfighter erhielt die Bundeswehr 300 Jagdflugzeuge, von denen
insgesamt 260 abstürzten (110 tote Piloten). An dem 19. Februar 1959 fand in
London eine Zypernkonferenz statt, nach der die britische Kronkolonie 1960
unabhängig werden sollte.
An dem 24. 2. 1959 schlugen führende Politiker
von CDU und CSU unter Vorsitz Konrad Adenauers in Bonn
Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard für das Amt des Bundespräsidenten vor.
An dem 25. Februar 1959 untersagte das Landgericht Frankfurt am Main einem Möbelhändler
aus Mainz vergleichende Werbung. An dem 9. März 1959 wurde die erste
Barbie-Puppe von dem Unternehmen Mattel auf der American International Toy Fair
in New York als erste in Serie gefertigte Puppe mit erwachsenen Zügen
vorgestellt. An dem 10. März 1959 begann in Lhasa in Tibet ein gewaltsam
niedergeschlagener Volksaufstand gegen die seit etwa 1950 herrschende kommunistische
Regierung der Volksrepublik in China, während welchem der Dalai Lama nach
Indien floh.
An dem 11. März 1959 trafen Carlo Schmid und
Fritz Erler (SPD) zu politischen Gesprächen in Moskau ein. An dem 12. März 1959
berichtete Premierminister Harold Macmillan (Großbritannien) Bundeskanzler
Adenauer über seine Moskaureise und erzielte Einverständnis über die Ablehnung
eines neutralisierten und entmilitarisierten Raumes in Europa. An dem 13. März
1959 unterzeichnete der Bundesverteidigungsminister in Bonn Verträge über den
Kauf von 50 Jagdbombern des Typs Fiat G-91 und erhielt die Lizenz zu dem
Nachbau solcher Flugzeuge in der Bundesrepublik.
An dem 14. März 1959 schloss die SPD in
Leipzig drei Mitglieder wegen Zugehörigkeit zu der rechtsgerichteten
Organisation Rettet die Freiheit aus und entzog einem weiteren Mitglied wegen
Teilnahme an der Gesamtdeutschen Arbeiterkonferenz in Leipzig die
Parteizugehörigkeit. An dem 17. März 1959 wurde in der Sowjetunion die Existenz
des chemischen Elements Nobelium (Ordnungszahl 102) nachgewiesen. An dem 19.
März 1959 erkannte Nikita S. Chruschtschow das Recht der Westmächte an, Truppen
in Berlin (West) zu stationieren. An dem 7. April 1959 wurde Dag Hamarskjöld zu
dem neuen Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. An dem 9. April 1959
zahlte Deutschland 125 Millionen Deutsche Mark an die Niederlande zwecks
Wiedergutmachung von Besatzungsunrecht.
An dem 11. April 1959 erschien (nach einer
Pause von 15 Jahren) die von Hans Dichand gegründete österreichische Neue
Kronen Zeitung. An dem 30. April 1959 wurde nach dem Tode Hans-Egon Reinerts
Franz-Josef Röder zu dem Ministerpräsidenten des Saarlands gewählt. An dem 1.
Mai 1959 jubelten 600000 Menschen Bürgermeister Willy Brandt in Berlin zu und
forderten ein Ende der Spaltung der Stadt.
An dem 10. Mai 1959 endete die Neuwahl des
Nationalrats Österreichs mit 79 Sitzen für die Österreichische Volkspartei und
78 Mandaten für die Sozialistische Partei Österreichs. An dem 11. Mai 1959 fand
in Genf eine Viermächtekonferenz der Außenminister zu Deutschland und Berlin
statt. An dem 12. Mai 1959 wurde Hinrich Wilhelm Kopf zu dem
Ministerpräsidenten einer Regierung Niedersachsens aus SPD, FDP und BHE
gewählt. An dem 20. Mai 1959 wurde das von Verteidigungsminister Franz-Josef
Strauß gegen den Kirchenpräsidenten Martin Niemöller von Hessen-Nassau erwirkte
Ermittelungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Kassel eingestellt. An dem 4.
Juni 1959 tritt überraschend Bundeskanzler Konrad Adenauer wieder von der
Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten zurück.
An dem 23. Juni 1959 wurde der in Deutschland
geborene, wegen Verrats britischer Atomgeheimnisse an die Sowjetunion
verurteilte Atomphysiker Klaus Fuchs aus der Haft entlassen. An dem 1. Juli
1959 wurde Heinrich Lübke als Nachfolger von Theodor Heuss von der
Bundesversammlung zu dem Bundespräsidenten Deutschlands gewählt. An dem 5. Juli
1959 trat David Ben Gurion als Ministerpräsident Israels nach Differenzen über
Waffenlieferungen an die Bundesrepublik Deutschland von seinem Amt zurück
An dem 11. Juli 1959 wurde ein
Ausgleichsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg mit
Wiedergutmachungsleistungen in Höhe von 90 Millionen DM beschlossen. An dem 14.
Juli 1959 erklärte das Bundesverfassungsgericht ein Gesetz zur Errichtung der
Stiftung Preußischer Kulturbesitz für verfassungsgemäß. An dem 16. Juli 1959
verurteilte der Bundesgerichtshof Deutschlands sechs Mitglieder der
Kommunistischen Partei Deutschlands wegen rechtswidriger Betätigung zu Haft
zwischen 12 und 30 Monaten. An dem 17. Juli 1959 beschloss der Landtag in
Saarbrücken ein Wiedergutmachungsgesetz mit Entschädigungen für Bewohner des Saargebiets
wegen Portesten während der Verwaltung unter Frankreich. Mary Leakey fand in
der Olduvai-Schlucht in Tansania Reste eines Schädels des Paranthropus boisei.
An dem 19. Juli 1959 wurde die Übernahme des Volkswagenwerks durch den Bund und
eine spätere Privatisierung des Unternehmens beschlossen.
An dem 21. Juli 1959 flog eine
Interkontinentalrakete der Vereinigten Staaten von Amerika in dem Südatlantik
9000 Kilometer weit. An dem 29. Juli 1959 hob das Bundesverfassungsgericht das
Vorrecht des Vaters bei der Kindererziehung auf. An dem 31. Juli 1959 gründete
die Euskadi Ta Eskatasuna (ETA) eine Widerstandsbewegung baskischer Studenten
gegen Franco. An dem 13. August 1959 vereinbarten BBC/Krupp und die
Arbeitsgemeinschaft Versuchs-Reaktor den Bau des ersten Hochtemperatur-Reaktors
der Welt bei Jülich. An dem 21. August 1959 wurde Hasso von Manteuffel vor dem
Landgericht Düsseldorf wegen Totschlags eines Soldaten 1944 zu 18 Monaten
Gefängnis verurteilt.
An dem 26. August 1959 besuchte Präsident
Dwight D. Eisenhower die Bundesrepublik Deutschland. An dem 28. August 1959 kam
der amerikanische Spielfilm Das Tagebuch der Anne Frank in die Kinos
Deutschlands. An dem 30. August 1959 erhielt die Bundeswehr amerikanische
Raketen Nike und Matador, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können.
Bundeskanzler Konrad Adenauer betonte in einer Rundfunkansprache an Polen den
Willen der Deutschen zu freundschaftlichen Beziehungen, was Polens
Ministerpräsident als Spaltungsversuch wertete.
An dem 5. September 1959 wurde auf dem
Flughafen Frankfurt am Main mit 3900 Metern Länge die bisher längste Startbahn
Europas eingeweiht. An dem 14. September 1959 erreichte die Raumsonde Luna 2
der Sowjetunion als erster Flugkörper den Mond. Bundesvertriebenenminister
Theodor Oberländer versicherte in Bremen, dass die Bundesregierung nie auf die
deutschen Ostgebiete verzichten würde. An dem 15. September 1959 wurde Heinrich
Lübke als neuer Bundespräsident vereidigt und Theodor Heuss als Vorgänger
verabschiedet. An dem18. September 1959 platzierten die Vereinigten Staaten von
Amerika den Satelliten Vanguard 3 in einer erdnahen Umlaufbahn.
An dem 17. September 1959 wurden hohe
Funktionäre Chinas von dem Ständigen Komitee des Nationalen Volkskongresses
wegen Rechtsabweichung ihrer Ämter enthoben. An dem 19. September 1959
beschlossen das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und
der Ministerrat die Einführung des Siebenstundentags für alle Arbeiter und
Angestellten. An dem 24. September 1959 unterstellte das amerikanische
Verteidigungsministerium das Forschungsprogramm der NASA dem Kommando der
Luftwaffe.
An dem 25. September 1959 beschlossen die
Kultusminister der deutschen Bundesländer in Berlin die Einführung des neunten
Schuljahrs an allen Volksschulen und Hauptschulen. An dem 11. Oktober 1959
errang bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen die SPD wieder die absolute
Mehrheit und Wilhelm Kaisen blieb Bürgermeister. An dem 25. Oktober 1959 blieb
die CDU bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein bei den Kommunalwahlen
trotz Stimmenrückgangs um 4,4 Prozent mit 39,9 stärkste Partei.
An dem 26. Oktober 1959 entschied der
Bundesgerichtshof, dass gesüßtes obergäriges Bier (Malzbier) in Bayern zwar
erlaubt ist, aber nicht unter der Bezeichnung Bier angeboten werden darf. An
dem 2. November 1959 fanden in Berlin (Ost) und Leipzig Demonstrationen
Jugendlicher gegen die von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
betriebene Jugend- und Kulturpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik
statt. An dem 5. November 1959 wurde in London der wegen Ermordung eines
Polizisten zu der Todesstrafe verurteilte Deutsch-Kanadier Günther Fritz Podola
hingerichtet.
An dem 7. November 1959 trat das Washingtoner
Artenschutzabkommen in Kraft. An dem 13. November 1959 lehnte der Bundesrat den
Regierungsentwurf für ein Rundfunkgesetz mit einem zweiten staatlichen
Fernsehprogramm ab. An dem 15. November 1959 wurde in Bad Godesberg das Bad
Godesberger Programm der Sozialdemokratischen Partei beschlossen. An dem 20.
November vereinbarten Großbritannien, Norwegen, Schweiz, Portugal, Dänemark,
Österreich und Schweden eine Freihandelszone zu dem 1. Januar 1969 und die
Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete die Deklaration über
die Rechte des Kindes.
An dem 21. November 1959 beschlossen
Vereinigte Staaten von Amerika und Sowjetunion ein Austauschabkommen. An dem 2.
Dezember 1959 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das zu dem 1. Januar
1960 in Kraft tretende Rentenanpassungsgesetz. An dem 3. Dezember 1959 empfahl
das Parlament der Westeuropäischen Union dem Ministerrat die Schaffung einer
europäischen Atomstreitmacht. An dem 4. Dezember 1959 gelang es der
Weltraumbehörde NASA, in der Merkur-Raumkapsel ein Rhesusäffchen in den
Weltraum zu schießen und es zu der Erde zurückzubringen.
An dem 30. Dezember 1959 wurde Franz Josef
Strauß zu dem Brigadegeneral befördert, nachdem er Oberst Wolf Graf Baudissin
in die Verteidigungsbehörde aufnahm. An dem 1. Januar 1960 trat in der
Bundesrepublik das Atomgesetz zu der friedlichen Verwendung von Kernenergie in
Kraft. An dem 20. Januar 1960 wurde Richard Bugdalle wegen 14fachen Mordes an
Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen zu lebenslanger Haft
verurteilt. Die erste Mehrstufenrakete der Sowjetunion ging nach einer Flughöhe
von 12500 Kilometern planmäßig in dem Pazifischen Ozean nieder.
An dem 22. Januar 1960 legte der
Ministerpräsident Bayerns (Hanns Seidel) sein Amt auf Grund gesundheitlicher
Probleme nieder. An dem 23. Januar 1960 schlug Walter Ulbricht in einem Brief
an Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Volksabstimmung über Abrüstung, einen
Friedensvertrag und eine Annäherung der deutschen Staaten vor. An dem 26.
Januar 1960 wählte der Landtag in München seinen bisherigen Präsidenten Hans
Erhard (CSU) zu dem Ministerpräsidenten Bayerns.
An dem 27. Januar 1960 wurde die Deutsche
Reichspartei (DRP) in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Nach einer Entscheidung eines
Gerichts in West-Berlin wird der Arzt Gottfried Matthes an dem 28 Januar 1960 wegen
Ermordung 26 geistig Behinderter zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. An dem
29. Januar 1960 wurde Erich Mende in Stuttgart zu dem neuen Bundesvorsitzenden
der FDP gewählt. An dem 3. Februar 1960 bevollmächtigte die Nationalversammlung
Frankreichs Staatspräsidenten Charles de Gaulle 14 Monate in der Algerienfrage
ohne parlamentarische Kontrolle zu regieren.
An dem 4. Februar fand in Moskau eine Konferenz
der Partei- und Regierungschefs der Warschauer-Pakt-Staaten statt, die mit
Angriffen gegen die Bundesrepublik endete und einen Friedensvertrag mit der
Deutschen Demokratischen Republik ankündigte. Zudem wurde die Zahl der
Deutschstämmigen in der Sowjetunion mit etwa 1,6 Millionen angegeben, von denen
etwa drei Viertel Deutsch als Muttersprache haben. An dem 12. Februar 1960
übergab Bundeskanzler Julius Raab den Vorsitz der Österreichischen Volkspartei
(ÖVP) an Alfons Gorbach.
An dem 13. Februar 1960 wurde der erste Atomwaffenversuch
Frankreichs bei der Oase Nahe in der Sahara durchgeführt.(Plutoniumbombe). An
dem 14. Februar 1960 fand die Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen in
Bonn statt, auf der Hans Krüger (CDU) mit 60 von 104 Stimmen wieder zu dem
Präsidenten gewählt wurde. An dem 15. Februar 1960 wurde in der Deutschen
Demokratischen Republik die Kollektivierung der Landwirtschaft für
abgeschlossen erklärt.
An dem 2. März 1960 wurde die erste ungekürzte
Veröffentlichung der Memoiren Giacomo Casanovas von dem Brockhaus-Verlag in Wiesbaden
freigegeben. An dem 3. März 1960 wurde der erste schwarze Kardinal von dem Papst
in das Kollegium des Vatikans berufen. An dem 6. März 1960 wurde in Genf in der
Schweiz nach einer Volksabstimmung das Wahlrecht für Frauen eingeführt.
An dem 10. März 1960 verurteilte der
Bundesgerichtshof den früheren Bundestagsabgeordneten Hasso von Manteuffel (DP)
zu 191monatiger Haft wegen Totschlags durch Erschießen eines Soldaten wegen
Feigheit vor dem Feinde. An dem 11. März 1960 erhalten nach einem Beschluss des
Bundestags Norwegen 60 Millionen und Dänemark 16 Millionen DM für die
Wiedergutmachung an den Opfern des Nationalsozialismus. An dem 16. März 1960
wurde das Volkswagenwerk in Wolfsburg an dem 16. März 1960 privatisiert.