Köbler, Gerhard,

Handlungen und Wandlungen - von Absicht bis Zufall

An einem Donnerstag, dem 20. April 1939, wurde in dem Sternzeichen Widder  die spätere sozialdemokratische Ministerpräsidentin und Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation Gro Harlem (Brundtland) aus Norwegen, die Sängerin Tina Turner, der iranische Führer Ali Khamenei und bei frühlingshaftem Wetter nach einem sehr kalten Winterbeginn Gerhard Köbler (ich) in Deutschland geboren. Ihnen folgten 1969 Felix Baumgartner, der die höchste bemannte Ballonfahrt mit einem Sprung aus 39 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche in größter Geschwindigkeit in dem freien Fall beendete, und 1997 der baumlange russisch-deutsche Tennisspieler Alexander Zwerew. Vorausgegangen waren ihnen 1808 in Paris Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, der spätere Kaiser von Frankreich, und 1889 in Braunau an dem Inn Adolf Hitler, der nachherige Führer vieler von ihm durch bereitwillig aufgegriffene fremdenfeindliche Parolen verführter deutscher Wähler, deren Stimmen er auf der Suche nach Macht für die angestrebte und nach einigen Jahren auch erreichte Stellung als Kanzler des Deutschen Reiches benötigte.

Mein immer bewegter und lebenslang guter Vater war der an dem 7. März 1906 als siebtes von insgesamt fünfzehn Kindern des Bauern und Schmiedes Johann Köbler und seiner Ehefrau Eva Maria Rachinger in Burgsalach auf der kalksteinreichen und dementsprechend wasserarmen Jurahöhe 11 Kilometer östlich Weißenburgs in dem bayerischen Mittelfranken geborene Wilhelm Köbler, den seine Eltern nach Kaiser Wilhelm als formalem Paten für alle siebten Kinder benannt hatten. Sein Vater und damit mein väterlicher Großvater war der in Langenaltheim zwischen Treuchtlingen und Pappenheim geborene und außer in der Landwirtschaft in dem Weberhandwerk ausgebildete Georg Adam Rachinger. Er dürfte um 1867 Burgsalach gekommen sein und kaufte sich dort ein kleines Anwesen (Haus, Stall und Scheune in einem, Burgsalach Nr. 59). In der Wohnstube stellte er einen Webstuhl auf. 1868 heiratete er die um 1850 geborene Anna Krauß aus dem 4,2 Kilometer nordöstlich entfernten Nennslingen. Sein Beiname Weber-Adel dürfte aus seiner Tätigkeit als Weber und seinem Vornamen Adam gebildet worden sein. Dem Ehepaar wurde an dem 1. März 1871 die Tochter Anna Maria (Rachinger) geboren, eine zweite Tochter 1879. Die Mutter der beiden starb 1887 mit 37 Jahren, wahrscheinlich an durchgebrochenem Blinddarm. Der Vater (Georg Adam Rachinger) heiratete danach nicht wieder und lebte als Witwer mit seinen zwei Töchtern in seinem Anwesen. Bis zu seinem Tode 1908 arbeitete er an dem Webstuhl in der etwa 18 Quadratmeter messenden Wohnstube, in der auch die meisten seiner späteren Enkel geboren wurden und aufwuchsen.

Seine Tochter Anna Maria Rachinger heiratete an dem 18. Oktober 1896 den (an dem 4. 9. 1872 geborenen) Bauernknecht und gelernten Schmied Johann Köbler, dessen Vorfahren aus der Gegend von Thalmässing in Mittelfranken gekommen sein dürften. Er stammte aus dem 2,7 Kilometer nordwestlich in dem Innern (indern) des Waldes (Buches) gelegenen Indernbuch, das schulisch und kirchlich zu Burgsalach gehörte. Er scheint nicht ganz arm gewesen zu sein, denn vor der Heirat wurde noch eine nicht kleine Scheune (der Stadl) wahrscheinlich mit Göppel gebaut.

Johann Köbler war ein großer, kräftiger Mann. Anna Maria Rachinger war nach Ansicht ihrer Kinder auch nicht schlecht gebaut, fast eine Schönheit. Bei der Geburt ihres ersten Kindes war sie beinahe 27, bei der Geburt des letzten Kindes 45.

Ihr erstes Kind war der an dem 21. Dezember 1894 geborene Sohn Michael. Er kam nach der Schulzeit 1911 zu Onkel Sprenger nach Lauf an der Pegnitz, der die zweite Tochter Georg Adam Rachingers geheiratet hatte, in eine Lehre als Schmied. Nach drei Jahren Lehrzeit wechselte er als Geselle zu Meister Ebert nach Sennfeld bei Schweinfurt. Nach Militärdienst und Kriegsdienst als Cheveauleger und Meldereiter legte er die Prüfung als Schmiedemeister ab. Vielleicht wegen fehlender Erwerbsmöglichkeiten in diesem Fach ging er in den Kohlebergbau in das Saarland. Dort lernte er seine spätere Frau kennen, mit der nach einigen Jahren nach Schweinfurt zurückkehrte. 1924 heirateten beide. Nach einigen Jahren Not und Arbeitslosigkeit fand er einen Arbeitsplatz bei Herkules bzw. Fichtel und Sachs, wo er bis 1962 tätig blieb. Schon früh kaufte er sich bei dem Reichelshof über Sennfeld bei Schweinfurt ein größeres Grundstück, auf dem er sich ein Häuschen baute und einen umfangreichen Garten samt einer vielfältigen Rumpelkammer anlegte. An dem 20. April wurde die Tochter Herta geboren. Daneben entwickelte er sich zu einem lebhaften Redner und Disputanten, der Konflikte mit Gott und der Welt nicht scheute. Nach siebzehnjährigen Ruhestand und längerer Krankheit starb er im 82. Lebensjahr.

Die erste Tochter Johann und Anna Maria Köblers, Eva Maria, wurde an dem 21. November 1898 geboren. Nach der Schulzeit musste sie als Dienstmagd zu Bauern in Burgsalach und außerdem für ihre Brüder Hosen und Jacken nähen, die der Vater zuschnitt. Sieben Jahre diente sie auch bei einem eine Gastwirtschaft betreibenden Bauern. Da wenig Aussicht auf eine Heirat bestand, trat sie 1923 in die Diakonissenanstalt Neuendettelsau ein, von der sie nach der Ausbildung als Krankenschwester an das Krankenhaus Schweinfurt versetzt wurde. Dort wurde sie Operationsschwester. Nach sieben Jahren und weiteren zwei Jahren als Operationsschwester in dem Krankenhaus Fürth wurde sie Operationsschwester in Gunzenhausen. Um 1968 ging sie in den Ruhestand nach Neuendettelsau, wo sie noch in der Spinnerei der Kanzel- und Altarbekleidung beschäftigt wurde, bis sie erkrankte. In dem Juli 1974 starb sie in ihrem 76. Lebensjahr

Georg wurde als zweiter Sohn an dem 31. Januar 1900 geboren. Eigentlich sollte er Schuhmacher werden, aber die zwei oder drei Schuhmachermeister in dem Dorf hatten selbst so viele Kinder, dass sie keinen Fremden einstellen und ausbilden konnten. So blieb für ihn nach der Schulzeit nichts Anderes übrig, als ein Bauernknechtlein zu machen. Das erste Jahr war dies bei Bolg in dem nahen, halbwegs zwischen Burgsalach und Weißenburg gelegenen Oberhochstatt, dann in Wengen bei verschiedenen Bauern. Von dem Kriegsdienst blieb er verschont, weil er bei der Musterung zu klein war und dann der Krieg auch 1918 zu Ende ging. So musste er weiter Knecht bleiben. 1923 wurde er Vater einer Tochter, so dass für die Zukunft andere Überlegungen anzustellen waren. Eine Zeit lang arbeitete er bei Gemüsebauern in dem Nürnberger Knoblauchsland. Die Tochter Sofie wurde einige Jahre bei den Großeltern in Burgsalach untergebracht. 1928 heiratete er seine Margarete aus Bergen. Dann ging es mit Weib und Kind für mehrere Jahre in die Ferne, wo sie gemeinsam auf verschiedenen Gütern arbeiteten. 1933 kaufte der Vater die sogenannte Taffermühle in dem lieblichen Tal der Anlauter und überließ sie ihnen. 1935 gaben sie den Betrieb aber wieder auf, den später der jüngste Sohn Ludwig fortführte. Durch Michael kamen sie danach auf einen Gutshof bei Schweinfurt. Dessen Eigentümer, Herr Rosa, hatte noch weitere Güter bei Dresden. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Georg dort als Verwalter eingesetzt. Nach 1945 waren er und die Familie damit in der sowjetischen Besatzungszone. 1948/1949 kamen sie zwar illegal in den Westen, mussten dort aber wieder auf Arbeitssuche gehen, in der sie nach einigen Jahren hin und her auf einem Gut in Gutzberg bei Stein landeten, auf dem es anfangs noch schwere Rösser gab, dessen Betrieb aber bald motorisiert wurde. Etwa 1962 kauften sie sich ein Haus mit Garten in Hilpoltstein, in das sie zogen. Georg fand auch bald wieder Arbeit in einem Metallbetrieb, in dem er bis 1972 Schwerarbeit leistete. Einige Zeit später zog Tochter Sofie mit ihrem Ehemann bei ihnen ein. Der Schwiegersohn starb aber bereits 1975 an Alkoholismus. Danach kam erst der ruhige Lebensabend für die Hinterbliebenen. 1978 konnte unter großer Beteiligung die goldene Hochzeit gefeiert werden. Allerdings starb Margarete ein halbes Jahr nach einem Schlaganfall in dem Juli 1980. Daraufhin lebte Georg allein mit Tochter Sofie in seinem Heim und widmete sich ganz seinem Garten. Die zweite Tochter Lotte war seit Jahren in Fürth in Stellung, kam aber häufig zu Besuch. In seinen letzten Jahren wurde Georg ziemlich desorientiert, bis er am März 1987 mit 87 Jahren starb und auf dem Friedhof in Hilpoltstein neben seiner Frau beigesetzt wurde

Der dritte Sohn wurde an dem 13. Juli 1901 geboren und Fritz getauft. Nach der Schule kam er in die Schmiedelehre in das nahe Oberhochstatt, wo er nach der Gesellenprüfung noch drei Jahre blieb. 1921 wurde er zu einer Erweiterung des väterlichen Betriebs nachhause geholt. Nebenbei wurde in diesem Jahre auch ein großer Brunnen als dringend notwendiger Wasserspeicher für Regenwasser gegraben. Außerdem wurde in den folgenden Jahren die Schmiede (in dem Haus) wesentlich vergrößert, wofür die sogenannte Kammer aufgegeben werden musste. In dem Winter 1923/1924 besuchte Fritz die Hufbeschlagschule Brodwolf in Nürnberg in der Rothenburger Straße und wurde dort Meister. Von da an konnte er Pferde beschlagen und durfte Lehrlinge ausbilden. 1927 kaufte er sich heimlich ein neues Fahrrad. Das gefiel seiner Mutter nicht, weswegen es einen fürchterlichen Krach gab. Mit diesem Fahrrad fuhren Fritz und sein jüngerer Bruder Wilhelm an dem Kirchweihsonntag und Kirchweihmontag 1927 nach Rummelsberg bei Nürnberg, um Wilhelm den Eintritt in die Diakonie zu eröffnen. Fritz arbeitete bis 1934 in dem väterlichen Betrieb mit. Da er aber keine Aussicht auf spätere Übernahme bekam, heiratete er in einen Schmiedebetrieb mit kleiner Landwirtschaft (Engelhard) in Alfershausen in Mittelfranken ein. Den Eltern wurde eine Tochter (Anna) geboren. 1941 wurde Fritz zu dem Kriegsdienst eingezogen und zwar zu der Landmarine. Nach der Ausbildung kam er nach Griechenland und blieb dort drei Jahre. Bei Kriegsende war er noch am Leben, ging und blieb dann aber irgendwo irgendwie verschollen. Seine Angehörigen warteten vergebens auf eine glückliche Heimkehr.

Als zweite Tochter nach Eva Maria wurde an dem 10. September 1902 Margarete geboren. Sie musste nicht, wie viele andere der Kinder, nach der Schulzeit aus dem Haus, sondern durfte auf dem Feld, in dem Stall und in dem Haus mitarbeiten. Während des Sommers ging sie in das „Kulturen“ (Bäumchenpflanzen) in den Staatswald. 1937 heiratete sie den Bauern Hans Hönig, der in einem schönen Haus (Jägerhaus) an dem Rande Eichstätts seinen Hof hatte. Der größte Teil der Felder lag auf kargen Jurahöhen und wurde bis zu der Motorisierung mit Ochsen bearbeitet. Margarete war eine tüchtige, von früh bis spät emsig wirkende Bäuerin. Ab dem 70. Lebensjahr war sie zuckerkrank und musste viel leiden. Dazu gehörte auch die Amputation eines Beines, die bei ihr zu weitgehender Bettlägerigkeit führte. Von einer Schwiegertochter wurde sie vorbildlich gepflegt. Ende Oktober 1989 starb sie mit 87 Jahren, nachdem der jahrelang herzkranke Ehemann bereits 1981 verstorben war. Der Sohn Fritz übernahm das Anwesen und baute es sehr schön aus. Der ältere, lange als Seefahrer tätige Sohn Hans lebte zeitweise mit seiner indonesischen Frau und fünf Kindern als Kastellan auf der Burg des Eichstätter Bischofs.

An dem 21. Oktober 1903 wurde Sohn Christian geboren.  Er kam nicht erst nach der Schulzeit als Knechtlein zu Bauern, sondern musste in seinem sechsten und siebten Schuljahr bei der Bäuerin Anni in Indernbuch, deren Mann in dem Ersten Weltkrieg eingezogen war, fleißig mithelfen und dazu den für ihn ziemlich weiten Schulweg machen. In dem Winter 1917/1918 gruben er und sein jüngerer Bruder Wilhelm in dem väterlichen Wald 25 Meter hohe Fichten um und entasteten sie. Nach der Schulzeit war er auch einige Jahre bei verschiedenen Bauern der Umgebung tätig, darunter 1921 mit seinem Bruder Wilhelm bei dem Wangerbauern in Burgsalach. An dem 1. November 1922 trat er in die Diakonieanstalt Rummelsberg bei Nürnberg ein. Nach zeitweiser Ausbildung wurde er in verschiedenen Tätigkeitsbereichen verwendet, wie beispielsweise als Erzieher auf dem Auhof der Rummelsberger Diakonie bei Hilpoltstein. In dem Mai 1929 heiratete er seine ihm schon aus Indernbuch bekannte Sofie, mit der er wenig später als Hauseltern die Herberge zur Heimat (für Bettler) übernehmen musste. Bis 1941 gingen aus dieser Ehe sieben Kinder hervor, weshalb Christian nur wenige Monate in dem Kriegsdienst in Bad Kissingen war. 1943 wurden unter Adolf Hitler die meisten Herbergen aufgelöst. Christian wurde von der Rummelsberger Diakonie als Kirchner (Mesner) an die Friedenskirche in Nürnberg versetzt. Die Familie kam später mit fünf Kindern nach, nachdem zwei Kinder inzwischen an der ernsten und hochansteckenden Infektionskrankheit Diphtherie gestorben waren. 1980 starb Sofie in ihrem achtzigsten Lebensjahr nach schwerer Krankheit. 1981 heiratete Christian nochmals (Ilse). Der Sohn Hans war Pfarrer und Direktor im Schuldienst und starb in dem 54. Lebensjahr in Freising an Krebs.

1903/1904 wurde in Burgsalach die väterliche Schmiede in dem Haus, dem früheren Kuhstall, eingerichtet. Da klapperte in der Stube täglich der Webstuhl und in der Schmiede schlugen die kleinen und großen Hämmer. Bei diesem Lärm kam fast jedes Jahr ein Kind auf die Welt. Alle wurden ständig dadurch beeinträchtigt. Der Vater brauchte aber seinen Beruf als Schmied für die Ernährung seiner Familie dringend. Da ging es oft heiß her, besonders wenn Wagenreifen aufgezogen oder andere größere Eisenteile erhitzt werden mussten. Aber selbst bei einer Erweiterung 1921 blieb die Schmiede noch in dem Haus und wurde erst anfangs der dreißiger Jahre in dem Hof an der Scheune angebaut.

Zu dieser Zeit kaufte der Vater für 1200 Mark das dem Haus auf der anderen Straßenseite gegenüberliegende Köberlehaus, nachdem dessen Eigentümer, Altbürgermeister Köberlein, gestorben war. In dessen Obergeschoss gab es keine eigentlichen Zimmer, doch wurde es in dem Sommer von den studierenden Kindern benutzt. Das Haupthaus hatte in seinem Erdgeschoss die große Stube, das Stübchen, die Kammer und die Rauchküche, in dem Obergeschoss die schöne Stube mit zwei Schränken und einer Truhe sowie die Schlotkammer und einen Schlafraum mit drei Bettstellen. Auf dem sogenannten Söller standen Fleischtruhe, Mehlkasten sowie verschiedene Geräte und manches Gerümpel.

Nach Christian wurde an dem 6. Dezember 1904 Karl geboren. Als er 1918 aus der siebenjährigen Schule entlassen wurde, suchte der Müller der Weihermühle in dem nahen Oberhochstatt einen Lehrling. Von 1918 bis 1921 war Karl bei ihm. Danach wechselte Karl in die größere Mühle zu Gollisch nach Weiboldshausen nordöstlich Weißenburgs. 1924 holte er seinen Bruder Wilhelm als Knechtlein für die Landwirtschaft auch dahin. In diesem Jahre wurde dort das Mühlrad durch eine moderne Turbine ersetzt. 1925 wurde eine neue Vollgattersäge errichtet. Bruder Wilhelm konnte danach wieder gehen. Karl wechselte an dem 1. November 1925 aus der Tätigkeit als Müller in die Ausbildung als Diakon und Krankenpfleger in die Diakonieanstalt Rummelsberg. Er lernte und arbeitete einige Jahre in dem Krankenhaus an der Flurstraße in Nürnberg, dann noch in dem Krankenhaus in Schweinfurt. An Weihnachten 1932 heiratete er in Rummelsberg seine Margareth aus Kruppach bei Hersbruck. Nach einigen wechselvollen Jahren kam er Ende 1936 an das Krankenhaus Fürth, an dem sein Bruder Wilhelm schon einige Zeit arbeitete. Wie dieser fand er in dem Eigenen Heim eine günstige Wohnung und wie dieser wurde er in der chirurgischen Abteilung mit vollem Operationsdienst eingesetzt. Als Kinder wurden den Eltern ab 1933 die Buben Heinz und Hanni und die beiden Töchter Anneliese und Gertraud geboren. In dem Zweiten Weltkrieg war Karl von 1944 bis 1945, konnte danach seinen Dienst in dem Krankenhaus aber bald wieder aufnehmen. 1961/1962 erlitt er eine Leberinfektion und einen Herzinfarkt und musste aus dem Dienst ausscheiden. Vierzehn Jahre konnte er danach seinen kränklichen Ruhestand noch genießen. In dem November 1977 starb er überraschend und wurde in Burgfarrnbach bei Fürth begraben.

An dem 7. März 1906 wurde Wilhelm als achtes Kind geboren und nach dem preußischen Kaiser des Deutschen Reiches benannt. In seinem zweiten Lebensjahr 1907 erwuchs die Vermutung, dass einem seiner Augen die Sehkraft mangelte. Wohl weil zu dieser Zeit Weißenburg noch keinen Augenarzt hatte, fuhr die Mutter mit dem kleinen Buben nach Nürnberg zu dem Facharzt Dr. Plitt an dem Königstor. Dort musste das Kind operiert und etwa drei Wochen lang nachbehandelt werden. Dazu fuhren Mutter und Sohn nach Lauf an der Pegnitz zu ihrer mit dem Schmied Hans Sprenger verheirateten jüngeren Schwester. Fast täglich kamen sie nach Nürnberg zu der weiteren Behandlung. An deren Ende verlangte der Arzt keinerlei Entgelt für seine auf Dauer erfolgreiche Tätigkeit, weil er entweder Mitleid mit der großen Familie hatte oder eben einfach ein guter Mensch war. Die sieben Jahre Volksschule, an deren Beginn dem kleinen Buben von einem seiner Brüder bei dem Steineklopfen der linke Daumen ohne Dauerschaden verletzt wurde, brachte er gut hinter sich, obwohl nach einem Attentat in Sarajewo auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und der anschließenden Kriegserklärung Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn gegenüber Serbien an dem 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg begann. Vor allem dessen beide letzte Jahre, die so genannten Hungerjahre, bekamen auch die Kinder auf dem Lande sehr zu spüren, weil das Mehl für das Brot oft nicht mehr reichte und mit Kartoffeln und Rüben gestreckt werden musste. Deswegen blieben die mittleren Buben recht klein und mager. Als dann der Krieg 1918 zu Ende ging, war auch die Schulzeit (in dem April 1919) bald vorbei. Weil Wilhelm so klein war, durfte er fast zwei Jahr noch daheimbleiben, musste aber auch viel auf dem Feld, in dem Stall und in der Schmiede mitarbeiten. An dem 3. Februar 1921 kam er als Knechtlein zu einem Kleinbauern nach Niederhofen östlich Weißenburgs. In dem Jahr darauf arbeitete er mit seinem Bruder Christian bei dem Wangerbauern in Burgsalach, wo es viel Schwerarbeit gab. Unter anderem mussten sie einen Brunnen als Wasserspeicher graben und ausmauern. Das nächste Jahr verbrachte er als Knecht bei Wilhelm Beißer in Reuth unter Neuhaus elf Kilometer nordöstlich Weißenburgs. Danach holte ihn sein Bruder Karl zu sich in die Mühle Gollisch nach Weiboldshausen nordöstlich Weißenburgs. In den zwei Jahren, in denen er dort war, wurden eine neuzeitliche Turbine und ein Vollgattersägewerk eingerichtet. Danach konnte er wieder seines Weges gehen und kam zu Maurermeister Rohrhuber in Weiboldshausen. Die dortige Landwirtschaft war nicht sehr groß und so musste er oft in dem Steinbruch des Meisters mitarbeiten.

Da er nicht immer Knecht bleiben konnte und wollte, ging er, wie schon seine Brüder Christian und Karl, an dem 30. Oktober 1927 in die Diakonieanstalt Rummelsberg. Dort musste er zunächst ein Jahr in der Landwirtschaft (Schweinemast) und als Erzieher arbeiten, ehe er in die Schule kam. Diese dauerte für ihn nur neun Monate, weil Krankenpfleger in dem Krankenhaus in Nürnberg dringend benötigt wurden. Hier wurde er bald als Vollkraft eingesetzt, während das Theoretische eher nebensächlich war. Erst 1931 kam er in die schulische Ausbildung, die aus einer Wochenstunde bestand. Wegen längerer Krankheit, Gelenkrheumatismus und Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), war der Abschluss erst Ende 1932 möglich. Danach kam er in die Chirurgie und später in den Operationsdienst. In dem März 1935 wurde er an das Krankenhaus Fürth versetzt, in dem er zu dem großen Teil in dem Operationssaal mitarbeitete. In dem November/Dezember 1935 musste er nach einigen früheren Lungenentzündungen eine weitere schwere Lungenentzündung durchstehen. Danach heiratete er an dem 11. Januar 1936 Emma Margarethe Niedermeyer aus Wassertrüdingen, die er über eine Verwandte eines Kollegen kennengelernt hatte.

Sie war an dem 9. Mai 1909 in Wassertrüdingen an der Wörnitz südlich des weithin sichtbaren Hesselbergs, von dem aus man bei klarer Luft die 300 Kilometer entfernten Alpen sehen kann, nach zwei älteren Halbschwestern Sophie und Marie, die später nach Augsburg heirateten, und einem älteren Bruder Karl sowie vor der jüngeren Schwester Lina als Kind des Bauern Carl Niedermeyer auf die Welt gekommen. Da sie auf dem Hof nicht bleiben konnte, war sie in Fürth in Stellung gegangen.

Dort fanden die beiden Eheleute nahe dem 1931 eröffneten neuen und großen Krankenhaus zwischen Jakob-Henle-Straße und Robert-Koch-Straße als der Arbeitsstätte des Vaters in der genossenschaftlich geprägten, ab 1910 errichteten beschaulichen von der Kernstadt durch das Tal von Rednitz und Regnitz getrennten und sich allmählich über den das Flusstal begrenzenden Klingenberg ausbreitenden Siedlung Eigenes Heim zwar kein eigenes Haus mehr, aber doch als Genossen eine eigene grundsätzlich unentziehbare Wohnung.

Zwei Tage nach der Hochzeit musste Wilhelm zu einer Kur nach Konstanz an dem Bodensee. Danach ging es rasch wieder an die Arbeit. An dem 20. Dezember 1936 wurde die Tochter Erika (Hildegard) geboren, die trotz des selbverständlichen mütterlichen Stillens lebenslang schlank und zart blieb. In dem September 1937 zog die Familie von dem etwas ruhigeren Scherzerplatz in dem Eigenen Heim in die ein wenig belebtere benachbarte Friedrich-Ebert-Straße in die vorderste, westlich an die Gartengaststätte Hexenhäusl angrenzende Erdgeschosswohnung eines kleinen zweigeschossigen Wohnblocks mit drei Eingängen zu je vier Wohnungen in Hochparterre und Obergeschoss. Jede der 12 Wohnungen jedes Blockes zu etwa 65 Quadratmetern Wohnfläche umfasste zu den beiden Seiten eines Flures eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Elternschlafzimmer, ein Kämmerlein (Kinderzimmer) und eine Toilette. Dazu kamen kleine Abteile in Keller und Dachboden als nützliche Stellflächen. Die Erdgeschosswohnungen hatten je einen kleinen Garten von etwa 50 Quadratmetern vor und hinter dem Haus, die Wohnungen des Obergeschosses einen davon getrennten Garten von vielleicht 100 Quadratmetern zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Scherzerplatz. Der Tochter Erika folgte an dem 9. Januar 1938 Sohn Günther, der aber nach etwa einem knappen halben Jahr an dem 30. Juni des Jahres unvermutet an plötzlichem Kindstod starb.

Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde an dem 20. April 1939 Sohn Gerhard geboren. Der Vater wurde nach einer Musterung 1939 vorläufig bis 1943 zurückgestellt. An dem 10. Februar 1943 wurde die zweite Tochter geboren und Gerda Emma getauft. Sie gewann rasch die besondere Zuneigung aller. Zu dieser Zeit gab es bereits immer wieder Luftangriffe der Alliierten des Weltkriegs und die Bewohner des Eigenen Heimes mussten in die unter dem weitläufigen Park des Krankenhauses an der Robert-Koch-Straße (Klingenberg) errichteten Luftschutzbunker flüchten.

An dem 19. April 1943 wurde der Vater zu dem Kriegsdienst eingezogen und kam zu der Vorbereitung nach Bad Kissingen. Die Eltern beschlossen aus Sicherheitsgründen einen Wechsel der Familie zu dem Großvater nach Wassertrüdingen. Dafür musste zumindest zeitweise die Wohnung in Fürth aufgegeben werden.

In dem Juli 1945 kam der Vater nach dem Kriegsende und zweimonatiger Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein heil nach Wassertrüdingen zurück. Nach erfolgloser Überprüfung auf eine (fehlende) nationalsozialistische Belastung durfte er ab Ende September in Fürth wieder in dem Krankenhaus an seinen bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren. Mit einem Lastkraftwagen eines bekannten Fürther Kohlenhändlers gelangte die Familie samt ihrer Habe in ihre frühere Wohnung zurück.

In dem August 1951 fuhr der Vater wie auch schon früher mit dem Fahrrad zu den angeheirateten Verwandten an den Hesselberg, um dort bei der Ernte mitzuhelfen und dafür Nahrungsmittel zu bekommen. In dem kleinen Örtchen Dühren hinter dem Hesselberg fiel er in dem Eifer der Mitarbeit bei dem Dreschen aus dem Obergeschoss des Bauernhofs durch eine Luke etwa vier Meter tief auf den Scheunenboden, wobei beide Beine, Wirbelsäule und linke Hand brachen. Vier Monate musste er die Verletzungen in dem Krankenbett heilen lassen. Die Folge waren größere finanzielle Schwierigkeiten trotz einer zwischenzeitlich gewährten Rente auf Zeit. Erst nach weiteren sechs Monaten konnte er in dem Juni 1952 er die Arbeit wieder aufnehmen. Bis Februar 1954 war er dabei noch an dem Krankenhaus Fürth tätig, danach an dem nahen Altersheim (der sogenannten Pfründ oder Pfrint). Bereits in dem Juli 1953 wurde bei seiner Frau Brustkrebs festgestellt, an dem sie operiert wurde, aber niemals mehr vollständig gesundete. In dem Oktober 1960 musste sie erneut in das Krankenhaus, in dem sie an dem 25. Mai 1961 mit 52 Jahren starb. In ihrem Geburtsort Wassertrüdingen durfte sie ihren letzten Frieden finden.

Der Vater heiratete an dem 29. Juni 1962 Luise Dumler aus Aign in der Oberpfalz, die er als Krankenschwester in dem Altersheim kennengelernt hatte. Fünf Jahre arbeiteten beide dort noch zusammen, bis Luise Köbler an das Krankenhaus wechselte. An dem 1. April 1971 trat der Vater nach 42 Jahren Pflegedienst mit 65 Jahren in den Ruhestand. An dem 25. Mai 1972 konnte die Familie das Einfamilienhaus einer Familie Puchner in der Kornstraße 2 in Neumarkt in der Oberpfalz erwerben, von wo aus Luise Köbler ab 1. Januar 1973 noch gut zehn Jahre auf der chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Neumarkt arbeitete, bis sie etwas vorzeitig Rente bekam. Der Vater fuhr schon in dieser Zeit viel und gern Fahrrad. Mehrmals war er mit seiner Frau bei Tochter Erika, die 1959 den amerikanischen Besatzungssoldaten Frank Frederick McCurry aus Nordkarolina in den Vereinigten Staaten von Amerika kennengelernt und geheiratet hatte. Er erkrankte aber an Magenblutung und Darmkrebs. Trotz mehrerer Operationen starb er an dem 16. Dezember 1992 um 8 Uhr morgens in dem Krankenhaus Neumarkt.

Sein nächstjüngerer Bruder Hans wurde (standesamtlich) an dem 21. April 1907 geboren, wobei der Geburtstag stets an dem 15. April gefeiert wurde. Er brach schon vor der Schulzeit an einem Wintertag auf dem nur leicht zugefrorenen Dorfweiher (die Hüll) durch die dünne Eisdecke. Der Nachbar Fleischmann sah dies glücklicherweise und zog ihn an seinem kleinen Röcklein aus der Lebensgefahr heraus. Nach der Schulzeit war er auch einige Zeit daheim, bis ihn der älteste Bruder Michael an Pfingsten 1922 mit nach Sennfeld bei Schweinfurt nahm, wo er eine Schmiedelehre bei Meister Schwappach antrat. Das bedeutete eine harte Zeit für ihn, da Schellen oder Backpfeifen noch ziemlich üblich waren. An Weihnachten 1929 heiratete er seine Gretl (Ruppert?) aus Sennfeld. Längere Zeit arbeitete er in dem schwiegerelterlichen Gemüsebaubetrieb mit, kam dann aber in die Farbenfabrik Schweinfurter Grün, in der er kriegsdienstverpflichtet wurde, so dass er nicht einrücken musste. In der Ehe wurden zwischen 1931 und 1941 drei Töchter geboren. Während des Krieges wurde durch Brandbomben die kleine Scheune zerstört. Um 1948 besuchte Hans die Hufbeschlagschule in Würzburg. Als Schmiedemeister baute er sich in seinem Anwesen eine Schmiede aus. Da die beiden anderen Meister inzwischen alt waren, lief sein Geschäft ziemlich gut. Die Sennfelder Gemüsebauern hatten bis zu 70 leichtere Pferde, die von Zeit zu Zeit beschlagen werden mussten. Dazu kamen die Wagen, die auch reichlich Arbeit brachten. Mit der Motorisierung wurde es in der Schmiede ruhiger. Längst war Hans mehrfacher Großvater geworden, aber er hämmerte für diesen und jenen bis in das hohe Alter. Sein Gehör ließ gewaltig nach und ein Asthmaleiden plagte ihn lange Jahre. Außerdem musste er wegen schwerer Darmstörungen öfter in dem Krankenhaus in Schweinfurt behandelt werden. Seinen 80. Geburtstag konnte er gut feiern. Doch nach einem halben Jahr starb er an dem 17. Oktober 1987 an Ileus (Darmverschluss) und wurde in Sennfeld beerdigt.

Matthias wurde an dem 29. September 1909 geboren. Bereits in seinem ersten Lebensjahr stürzte er in ein gefährliches Unglück. Mitten in dem Hof, eineinviertel Meter von der Haustüre entfernt, gab es eine Odelgrube oder Jauchegrube. In diese fiel er samt seinem Wägelchen, das vielleicht durch ruckende Bewegungen des Kleinen in das Laufen geraten war. Wäre nicht zufällig der Vater gekommen und hätte ihn gerettet, wäre dies bereits sein Ende gewesen. Seine Schulzeit verlief ohne auffällige Besonderheiten. Nach dem erfolgreichen Abschluss durfte er zuhause bleiben und erlernte unter seinem älteren Bruder Fritz das Schmiedehandwerk. Der Lehre folgten ein paar Jahre Gesellenzeit bei Meistern der Umgebung. 1929 ging er in die Hufbeschlagschule Brodwolf in Nürnberg und blieb danach daheim. Da Bruder Fritz 1935 nach Alfershausen heiratete, wurde er als Erbe des Anwesens mit der Schmiede in Burgsalach ausersehen. Heiraten konnte er, obwohl ihm und seiner Babette an dem 11. Juli 1941 die Tochter Frieda geboren wurde, vorerst nicht, weil der Vater noch nicht übergab. Erst 1949 erfolgte eine Übergabe und Frau und Kind kamen in das Haus. Weitere Kinder wurden nicht mehr geboren. 1926 oder 1927 hatte er bei Arbeiten in einem Steinbruch einen Beinbruch erlitten und deswegen längere Zeit nicht arbeiten können. 1962/1963 wurde das bisherige Gebäude in Burgsalach durch ein neues Haus ersetzt. 1969 übergab Matthias mit 60 Jahren das Anwesen an die inzwischen achtundzwanzigjährige Tochter Frieda, die Fritz Winter aus Nennslingen heiratete. Matthias blieb weiter Schmied, bis sich sein Schwiegersohn als Nachfolger neuzeitlicher ausbilden ließ. Er erkrankte aber an dem Herzen und musste sich außerdem einer Hüftoperation unterziehen. 1996 starb er. Drei Enkel sind groß geworden und haben erfolgreich neue Tätigkeiten an verschiedenen Orten aufgegriffen.

1911 wurde Paul geboren. Sein Pate war, wie bei allen anderen Kindern, Vaters älterer Bruder Michael von Indernbuch. Er kam öfter nach dem Sonntagsgottesdienst für eine Stunde und rauchte eine gute Zigarre. Da er auch nur Kleinbauer und Schäfer war, konnte er keinem seiner Patenkinder ein Geschenk machen. Als Paul etwa fünf Jahre alt war, geriet er mit der linken Hand in die Rübenmaschine, an der den Winter über an dem Nachmittag die Rüben für das Vieh per Hand durchgedreht werden mussten. Da konnte es leicht geschehen, dass ein die Rüben bearbeitendes Kind der Hackenwalze mit der Hand zu nahe kam. Sein Vater musste dann etliche Wochen lang mit ihm zu dem Bader nach Nennslingen fahren, bis die Wunde ausgeheilt war. Paul war und blieb jahrelang seines Vater Liebling (Herzela) und durfte immer bei ihm in dem Kammerbett schlafen. Er wollte schon oft früh um sieben Uhr mit auf das Feld oder in den Wald, weshalb er vielleicht lebenslang ziemlich klein blieb.

Eines Herbsttags fuhr sein Vater mit etwa fünfzehn Zentnern Gerste in das rund zehn Kilometer entfernte Weißenburg. Als Paul erwachte, war er trostlos und rannte dem Fuhrwerk heulend nach, bis er es auf halbem Wege erreichte. In der Volksschule blieb Paul nur bis zu der fünften Klasse und wechselte dann in das Gymnasium in Weißenburg, wie zwei Jahre später auch Leonhard (Hardel). Es war eine harte Zeit für sie beide. Von Montag bis Freitag waren sie bei einem Freitisch bei reicheren Leuten zu Mittag, an dem Samstagnachmittag jeder Woche mussten sie zwei Stunden von Weißenburg an der Schwäbischen Rezat auf die Jurahöhe von Burgsalach mit dem ziemlich leeren Rucksack laufen und oft dort noch arbeiten. An dem Sonntag gegen Abend ging es mit für die Woche gefülltem Rucksack wieder zurück und dies insgesamt etwa fünf Jahre. Danach durften sie in das Gymnasium mit Internat in Ansbach. Dem schloss sich das Studium der Theologie in Erlangen und Tübingen an, bei dem sie zeitweise auch in Fürth bei Bruder Wilhelm wohnen konnten. Paul wurde 1936/1937 bereits in verschiedenen Gemeinden Vikar. 1940 heiratete er eine Lehrerstochter aus Esslingen und bekam einen Sohn Hans. Während der Kriegszeit musste er noch für ein Jahr in den Krieg, in dem er leicht verwundet wurde. Nach dem Kriege wurden vier weitere Kinder geboren. Ab etwa 1946 hatte er für rund zehn Jahre die Pfarrstelle Billinghausen bei Werneck in Unterfranken, dann etwa gleich lang die Pfarrstelle Großhaslach bei Ansbach sowie anschließend die Pfarrstelle Sankt Markus in Erlangen-Sieglitzenhof, an der er 1979 in den Ruhestand trat. In diesen erwarb die Familie in Erlangen-Büchenbach in einem Hochhaus eine Eigentumswohnung. Paul erkrankte später an Prostatakrebs, an dem er an dem 11. Februar 1992 starb, und wurde in Erlangen-Büchenbach bestattet.

August (der Starke) wurde an dem 27. August 1912 geboren und schlief als Kleinkind in der Wiege sehr viel. Er wurde oft seinem Bruder Wilhelm in Obhut gegeben, wenn die Mutter in dem Sommer nachmittags auf dem Feld arbeitete. Einmal, als Paul und August in dem Kinderwagen (Chaiselein) waren und Paul schaukelte, fielen beide bei dem Birner auf die Straße, blutend und plärrend. Dessenungeachtet wuchs und gedieh August gut und gewann allmählich ein Gewicht von schließlich zwei Zentnern. Nach der Schulzeit kam er in die Bäckerlehre zu Assmann nach Weißenburg. Nach der Lehre arbeitete er etwa 1929/1930 als Hausbursche bei seinem Bruder Christian in Hof in der Herberge zur Heimat. Danach besuchte er die Krankenpflegerschule in dem Krankenhaus Hof, wo er seine spätere Frau Antonie (Tante Toni) kennenlernte. Dann fand er in Zwenkau in Sachsen eine Stelle als Krankenpfleger. Er wurde wohl bald zu dem Wehrdienst eigezogen. Etwa 1938 dürfte er Toni geheiratet haben. 1939 wurde beiden die Tochter Ulla geboren. Aus dem Kriegsdienst kam er unverletzt zurück, war aber wegen der Teilung des Deutschen Reiches durch die Besatzungsmächte in der Ostzone der Sowjetunion. Er musste bei den Leunawerken als Betriebssanitäter arbeiten. 1954 kam er unter Mithilfe des Bruders Wilhelm über Berlin an das Lungensanatorium Strüth bei Ansbach in dem Westen, während Tochter Ulla noch einige Zeit in der Ostzone studierte. Als zweites Kind wurde nach Kriegsende Tochter Rositta geboren. Bis etwa 1975 arbeitete August, seine Frau stundenweise, in dem Sanatorium. Danach zogen sie in eine Hochhauswohnung nach Ansbach. An dem Anfang der achtziger Jahre musste er an beiden Hüften in Bad Windsheim operiert werden. Nach einigen Jahren musste er erneut in das Krankenhaus, diesmal nach Neuendettelsau, wurde aber auch hier nicht beschwerdefrei. Weil sein Zustand mit der Zeit unerträglich wurde, begab er sich in dem Herbst 1991 in die Klinik nach Rummelsberg. Nach etwa einvierteljährlicher Behandlung kam er heim und konnte wieder gut laufen. Seinen 80. Geburtstag konnte er 1992 feiern.

Leonhard wurde an dem 17. Dezember 1913 geboren. Er war immer ein lieber, kleiner Bub, der sich über alles recht freuen konnte. Die Volksschule in Burgsalach besuchte er bis zu der vierten Klasse. Danach musste er mit seinem Bruder Paul in das Gymnasium nach Weißenburg marschieren. Er wuchs gut heran und studierte wie Paul in Erlangen und Tübingen Theologie. Nach dem Ende des Studiums brach bald der Zweite Weltkrieg aus. Anstatt Vikar zu werden, wurde Leonhard etwa 1940 zu dem Kriegsdienst eingezogen, in dem er bei der schweren Artillerie und häufig in vorderster Front als Funker eingesetzt wurde. Er überstand aber alle Gefahren ganz gut und kam 1945 glücklich in die Heimat zurück. Von 1945 bis 1948 vertrat er als Vikar die Pfarre Ettenstadt des Pfarrers Schuster, der noch lange in Kriegsgefangenschaft festgehalten wurde. Danach wurde er nach Lauf an der Pegnitz versetzt und wirkte, inzwischen als Pfarrer ordiniert, dort dreizehn Jahre lang bis etwa 1961. In dem Jahre 1948 heiratete er die Tochter Marie-Luise des Pfarrers Schmidt aus Nürnberg-Lichtenhof. Nach der Geburt einer Tochter (1949) und eines Sohnes (1961) wechselte er von Lauf auf die Pfarrstelle mit Behindertenheim in Polsingen, die er bis zu der Vollendung seines 70. Lebensjahrs (1983) innehatte. Mit der Versetzung in den Ruhestand zog die Familie in das leerstehende Pfarrhaus in Laubenzedel bei Gunzenhausen, von wo aus er weiter als Seelsorger und Praktiker wirkte. Wegen eines Zwölffingergeschwürs (ulcus duodeni) musste er fünf Wochen in dem Krankenhaus behandelt werden. Anfangs der achtziger Jahre widerfuhr ihm in Burgsalach bei dem Heuladen ein schweres Missgeschick. Wahrscheinlich stand er in bester Erinnerung an seine bäuerliche Herkunft auf dem offenen Brückenwagen und schlichtete Heuballen auf. Offensichtlich bei einem Anfahren verlor er das Gleichgewicht und stürzte herunter, wobei er an einem Halswirbel schwer verletzt wurde. Viele Wochen musste er mit einer Halsgipskrause in dem Weißenburger Krankenhaus verbringen, durfte danach aber wieder gut geheilt nach Hause.

Ludwig als der jüngste der fünfzehn Kinder wurde an dem 26. November 1915 geboren. Der Vater musste wohl 1916 München einrücken und war allenfalls bei der Taufe zugegen. Während der etwa zweijährigen Abwesenheit des Vaters musste die Schmiede geschlossen werden. Die landwirtschaftlichen Arbeiten mussten die schulpflichtigen Kinder verrichten. Im Winter gab es noch viel Waldarbeit, in der Christian und Wilhelm die höchsten Fichten umgruben. Eigentlich wurde das jüngste Kind, obwohl es bereits einen Sohn Karl gab, Karl Ludwig getauft und lange Zeit Karla genannt. Seine Schulzeit begann 1922. Nach ihrem Ende ging er bei seinem Bruder Fritz in eine Schmiedelehre, doch wurde er meist in der Landwirtschaft verwendet. Als der Bruder Georg die von dem Vater erworbene Taffermühle in dem Anlautertal wieder verließ, musste Ludwig sie später oft allein oder mit fremden Hilfskräften weiterführen. 1939 heiratete er Rosa Hahn aus Wallerstein bei Nördlingen, die Schwester Marie ihm vermittelt hatte. Sie hatte einen Sohn (Heinz), er eine Tochter Annemarie. Eine weitere Tochter Rosi und ein Sohn Werner wurden 1940 und 1941 geboren. Wenig später wurde Ludwig zu dem Kriegsdienst eingezogen und die Landwirtschaft musste mit ausländischen Kräften fortgeführt werden. Ludwig musste in dem Kriegsdienst hauptsächlich in Jugoslawien viele Pferde beschlagen und Wagen reparieren. Nach der Rückkehr war die eigene Landwirtschaft wieder in Gang bringen. In den guten fünfziger Jahren konnten mit der Zeit ein Bulldog und ein Kleinauto angeschafft werden. Auch der Bau eines größeren Stalles war möglich. Allerding hatte keines der vier Kinder rechte Lust, Bauer zu werden, um später den Hof zu übernehmen. So entschlossen sich Ludwig und Rosa 1977/1978 das Anwesen mit etwa 70 meist auf den Jurahöhen gelegenen Tagwerk Ackerland zu verkaufen und erwarben in Sulzbach-Rosenberg in der Nähe der Tochter Rosi ein Reihenendhaus mit kleinem Garten. Ludwig half an vielen Stellen bei Bedarf. Rosa wurde vielfach krank.

Die an dem 1. 2. 1871 als Eva Maria Rachinger geborene Mutter in Burgsalach starb vielleicht 1942. Ihr an dem 4. 9. 1872 in Indernbuch geborener Ehemann Johann Köbler starb 1967 mit 95 Jahren in Burgsalach an einem eiskalten Januartag 1967, nachdem er lebenslang hart gearbeitet hatte und dann täglich auf einen Stuhl an den Straßenrand vor dem Köberlehaus gestellt worden war . Er wurde älter als jedes seiner Kinder. Zu seiner Beerdigung auf dem Friedhof in Burgsalach kam trotz des klirrenden Frostes eine schier endlose Reihe von Trauernden.

Über die weiteren Vorfahren wie etwa die Urgroßeltern ist mir nur wenig bekannt. Wir sind allgemein als Menschen in Afrika aus Hominiden entstanden und irgendwann von dort nach Europa gekommen und haben die in dem Süden entwickelte Pigmentierung der Haut durch die nördliche Einschränkung der Sonneneinstrahlung wieder verloren. Die Niedermeyers sollen um 1650 wegen ihrer Konfession aus Österreich in das alemannisch-bayerische Grenzgebiet der Markgrafschaft Ansbach(-Bayreuth) eingewandert sein, während die Köblers nach der Sesshaftwerdung vielleicht immer nur kleinräumig von Ort zu Ort umgezogen sind.

Als natürliche Folge der Verschmelzung der reifen mütterlichen Eizelle mit einer männlichen Samenzelle trat neben die seit dem unerklärlichen Urknall vor etwa 13,82 Milliarden Jahren, an dem das gesamte Universum in einem winzigen, unendlich dichten und vielleicht zehn Billionen Grad heißen Punkt bestand und sich von dort aus mit der Entstehung der Dimensionen von Raum und Zeit in alle Richtungen explosiv ausbreitende Wandlung zu ersten Elementarteilchen wie Quarks und Gluonen sowie Protonen und Neutronen und Atomkernen sowie Atomen die von dem ähnlich unerklärbaren Willen von Lebewesen bestimmte Handlung. Schon zuvor entzündete sich vor etwa 4,6 Milliarden Jahren das Material eines jungen Sternes. Aus einer Wolke aus Gas und Staub entstand die Sonne mit dem Sonnensystem einschließlich der Erde.

Auf ihr bildeten sich Land, Wasser und Luft sowie Pflanzen und Tiere, darunter einfache Einzeller wie die Sauerstoff erzeugenden Bakterien vor etwa 3,5 Milliarden Jahren sowie viel später die viel komplexeren Menschen, die nach einiger Zeit vor vielleicht zwei Millionen Jahren zu dem aufrechten Gang auf zwei Beinen fanden. Ihr allmählich wachsendes Gehirn ermöglichte ihnen wohl vor rund 50000 Jahren komplexe Technologien und Kulturen. Irgendwann und zuerst irgendwo könnte seit dieser Zeit die Sprache entwickelt worden sein, mit deren Hilfe der Mensch Erfahrungen und Empfindungen in Laute fassen und anderen Menschen zuerst mündlich und viel später nach der Entwicklung von Schrift auch in Systemen von Zeichen schriftlich festhalten und mitteilen können.

Meine erste Handlung nach dem glücklichen Verlassen des schützenden Mutterleibs könnte wie bei anderen Neugeborenen ein Zappeln oder Strampeln mit Ärmchen und Beinchen gewesen sein. Vielleicht ist ihm aber auch schon etwa zehn Sekunden nach der Geburt der erste, den Übergang von der Plazentaatmung zu der Lungenatmung auslösende und die vorangehende Lungenflüssigkeit verdrängende und wie ein Keuchen klingende Atemzug durch die Nase vorhergegangen. Dann hätte ich von da an je Minute vierzigmal bis fünfundvierzigmal in der Minute sauerstoffreiche Luft aus der Umwelt in meinen Körper aufgenommen und hauptsächlich Kohlendioxid über die Lungenbläschen und die Luftröhre aus dem Stoffwechsel an die Umwelt abgegeben.

Bei all diesen Handlungen waren wohl keine bewussten Entscheidungen nötig. Sie erfolgten intuitiv und reflexartig. So schreit ein Kind nach der Verselbständigung gegenüber dem mütterlichen Kreislauf durch Durchtrennung der Nabelschnur in den ersten Monaten meist, weil es durch körpereigene Messmöglichkeiten wie etwa Blutzuckerspiegel ermittelten Hunger oder Durst hat und Muttermilch oder eine Ersatznahrung benötigt und möchte, oder weil es Schlaf braucht und nicht findet oder weil es Zuwendung sucht und sie nicht so erhält, wie es sie benötigt oder wünscht.

Vermutlich hat mich meine Mutter nach der ersten Säuberung von Blut und Schleim der Geburt in den Arm genommen und an die Brust gelegt. Automatisch werde ich gesaugt haben, solange ich konnte. Danach werde ich geschlafen und verdaut haben, bis der Blutzuckerspiegel jeweils eine Fortsetzung oder Wiederholung des Saugens gebot oder forderte.

Von da an vollzog sich immer schöner das Wunder Lebens, an dem ich in immer reicheren Maße teilhaben durfte. Die wichtigsten Gaben wurden durch die Familie vermittelt. Eigene Entscheidungen oder Entschlüsse traten zu diesem Kernbestand wohl nur von Fall zu Fall ergänzend hinzu, wenn auch Verwandte, Nachbarn und Freunde allgemein immer irgendwie unabdingbar und wesentlich blieben.

An dem dem zufälligen nationalen Feiertag des 20. April 1939 folgenden 21. April 1939 erließ Reichsinnenminister Wilhelm Frick eine Verordnung über die Errichtung einer Volkskartei in Deutschland zwecks besserer Kontrolle und Organisation der Bevölkerung und ein Runderlass von Reichswirtschaftsminister Walther Funk legte fest, dass jüdische Auswanderer nur solche Sachen als Umzugsgut mitnehmen dürfen, die vor dem 1. Januar 1933 erworben wurden, während für später gekaufte Sachen in der Regel ein Betrag in Höhe des Anschaffungspreises an die Reichskasse zu zahlen war. Die acht Bundesländer des früheren Österreich wurden durch Gesetz in Reichsgaue umgebildet. Der Ministerrat Frankreichs verabschiedete 28 Erlasse zu der Förderung der Landesverteidigung mit einem Gesamtvolumen von mehr als 15 Milliarden Franc oder 1 Milliarde Reichsmark und Transportminister Leslie Burgin wurde erster Minister Großbritanniens für Kriegsmateriallieferungen.

An dem 27. April 1939 führte Großbritannien die allgemeine Wehrpflicht ein. An dem 28. April 1939 antwortete Adolf Hitler vor dem Reichstag auf Vorschläge des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Roosevelt über die Vermeidung eines Krieges. Deutschland kündigte das Flottenbeschränkungsabkommen mit Großbritannien und den Nichtangriffsvertrag mit Polen, nachdem Polen das Verlangen nach einer Annexion Danzigs und einen Korridor nach Ostpreußen abgelehnt hatte.

An dem 29. April 1939 beschloss die Regierung Italiens weitere gegen Juden gerichtete Maßnahmen. Danach war der Beruf des Notars Juden grundsätzlich verschlossen. Juden als Rechtsanwälte oder Ärzte oder Architekten oder Ingenieure durften nur noch für Juden tätig sein.

An dem 30. April 1939 wurde in Deutschland das Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden erlassen. Danach konnten sich Juden auf den gesetzlichen Mieterschutz nicht berufen, wenn der Vermieter durch eine Bescheinigung der Gemeindebehörde nachwies, dass eine anderweitige Unterbringung sichergestellt ist. Mietverträge konnten vorzeitig gekündigt werden und Juden durften nur an Juden untervermieten und mussten in ihren Wohnräumen auf Verlangen der Gemeindebehörde andere Juden als Mieter oder Untervermieter aufnehmen, wobei die Vorschriften auf sogenannte Mischehen keine Anwendung fanden, wenn die Frau Jüdin war oder Kinder aus der Ehe vorhanden waren.

Danach wurden viele Wohnungen von Juden beschlagnahmt. Sogenannte Judenhäuser wurde und jüdische Wohngebiete wurden geschaffen. Juden mussten aus anderen Gebieten Deportierte oder Vertriebene in ihre Wohnungen aufnehmen.

An dem 1. Mai 1939 hielt Adolf Hitler vor 132000 Mitgliedern der Hitlerjugend in dem Olympiastadion in Berlin in dem Rahmen der Feier des Tages der (nationalen) Arbeit eine Ansprache. Durch eine Verordnung stiftete er mit dem Reichsinnenminister Frick und dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Keitel sowie dem Chef der Präsidialkanzlei Dr. Otto Meißner eine Medaille der Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes. Sie konnte an Personen verliehen werden, die sich um die Wiedervereinigung des Memellandes mit dem Deutschen Reich auf Grund eines Staatsvertrags mit Litauen von dem 23. März 1939 besondere Verdienste erwarben.

An dem 2. Mai 1939 entzog die Slowakei 30000 Juden die Staatsbürgerschaft. Großbritannien ließ als neuestes Kriegsschiff das mit zahlreichen Geschützen bestückte Kriegsschiff The Prince of Wales von Stapel. An dem 3. Mai 1939 entließ Josef Stalin seinen langjährigen Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Maxim Litwinow, den der Völkische Beobachter in Berlin als jüdischen Schieber und Schlächter beschimpfte, dessen Entlassung ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen Großbritanniens und Frankreichs um die Sowjetunion und gegen Deutschland sei.

An seine Stelle wurde der 1890 geborene und seit 1930 als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare (Ministerpräsident) tätige Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin gesetzt, der den von molot (Hammer) abgeleiteten Tarnnamen Molotow führte. Er wirkte nach außen stets korrekt. Dessenungeachtet war er Stalin vollständig ergeben.

An dem 4. Mai 1939 veröffentlichte der Politiker und Journalist Marcel Déat (1894-1955) auf der Titelseite der Zeitschrift L’Œuvre einen Artikel mit dem Titel Mourir pour Dantzig. Er bezog sich auf die Freie Stadt Danzig und den so genannten Polnischen Korridor, die ab 1920 Ostpreußen von dem übrigen Deutschland trennten, um Polens Wunsch nach einem Zugang zu der Ostsee zu erfüllen. In diesem Rahmen erklärte er, dass an der Seite der polnischen Freunde für die gemeinsame Verteidigung unserer Gebiete, unserer Güter, unserer Freiheiten zu kämpfen, eine Perspektive sei, die man mutig in Betracht ziehen könne, wenn sie zu der Erhaltung des Friedens betragen solle, aber für Danzig zu sterben, nein.

Die Ansichten über die Bedeutung und die Auswirkungen des Artikels sind unterschiedlich. Von einigen Seiten wurde Déats Ansicht unterstützt. Von anderen wurde sie entweder nicht zur Kenntnis genommen oder abgelehnt.

An dem 13. Mai 1939 kündigte Reichsminister Hans Frank bei der Eröffnung des Hauses des Deutschen Rechtes in München die Schaffung eines Deutschen Volksgesetzbuchs an. Es sollte das von Juristen volksfern ein Menschenalter früher geschaffene Bürgerliche Gesetzbuch ersetzen. Es ist aber in der Folgezeit über Vorarbeiten nie tatsächlich hinausgelangt.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wies in dem Völkischen Beobachter den Vorwurf der Propaganda gegen Polen zurück. Es gebe aber in Polen viele chauvinistische Stimmen: An Bord des Passagierschiffs St. Louis der Hamburg-Amerika-Linie verließen knapp 940 überwiegend jüdische Passagiere Hamburg mit dem Ziel Kuba, wurden aber dort und andernorts abgewiesen und mussten zurückkehren.

An dem 14. Mai 1939 begann Adolf Hitler eine Inspektionsreise entlang des Westwalls, dessen Bau ab 1936 geplant und umgesetzt worden war. Er war gegen Frankreich und Luxemburg, Belgien und die Niederlande gerichtet. Für die Errichtung der 630 Kilometer langen Verteidigungslinie wurde bis zu einer halben Million Menschen eingesetzt.

An dem 15. Mai 1939 wurde in Ravensbrück in Mecklenburg 90 Kilometer nördlich Berlins an dem Ufer des Schwedt-Sees ein von Häftlingen aus Sachsenhausen errichtetes Konzentrationslager für Frauen eröffnet. In ihm wurden wenig später als erste etwa tausend Zeugen Jehovas sowie Sinti und Roma mit ihren Kindern untergebracht. Zu ihnen kamen später verschiedene andere Bevölkerungsgruppen hinzu.

Für den 17. Mai 1939 wurde für das Deutsche Reich eine Volkszählung angeordnet. Durch sie erhofften der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS und die Geheime Staatspolizei Datenmaterial für eine Judenkartei. Die sogenannte Ergänzungskartei der Volkszählung mit den Angaben zu der Religionszugehörigkeit aller vier Großeltern zwecks Feststellung jüdischer Vorfahren wurde später von dem in Berlin gegründeten Verein Tracing the Past e. V. in dem Internet in einem Umfang von etwa 275000 (67 Prozent) der rund 410000 Originaleinträge mit verschiedenen Suchmöglichkeiten veröffentlicht, wobei bestätigte Opfer des Holocaust markiert wurden.

An dem 21. Mai 1939 wurde erstmals das dem Hakenkreuz ähnelnde Ehrenkreuz der Deutschen Mutter an einem blau-weißen Band verliehen. Es war bereits an dem 16. Dezember 1938 für die Verleihung an deutschblütige Frauen gestiftet worden. Bestimmt war es in Bronze für Mütter mit mindestens vier Kindern, in Silber für Mütter mit mindestens sechs Kindern und in Gold für Mütter mit mindestens acht Kindern.

An dem 22. Mai 1939 schlossen Deutschland und Italien in dem Beisein Hitlers und nach langem Zögern Italiens einen Bündnisvertrag (Stahlpakt). Der deutsche Reichskanzler und der König von Italien und Albanien sowie Kaiser von Äthiopien hielten - nach dem Verzicht Hitlers auf eine Rückgabe des deutschsprachigen Südtirol von Italien an Deutschland - den Zeitpunkt für gekommen, das enge Verhältnis der Freundschaft und Zusammengehörigkeit, das zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien besteht, durch einen feierlichen Akt zu bekräftigen. Nachdem durch die gemeinsame, für alle Zeiten festgelegte Grenze zwischen Deutschland und Italien die sichere Brücke für gegenseitige Hilfe und Unterstützung geschaffen wurde, bekannten sich beide Regierungen aufs Neue zu der Politik, die in ihren Grundlagen und Zielen bereits früher von ihnen vereinbart wurde und sich sowohl für die Förderung der Interessen beider Länder wie auch für die Sicherung des Friedens in Europa erfolgreich bewährte.

An dem 23. Mai 1939 unterrichtete Adolf Hitler in der Neuen Reichskanzlei führende Offiziere der Wehrmacht über seine weiteren Pläne. Generäle, Admiräle und hochrangige Adjutanten (Schmundt, Keitel, Göring, Raeder, von Brauchitsch, Milch, Albrecht, Halder, Jeschonnek, Schniewind. Warlimont, Bodenschatz, Engel, von Below) wurden Zeugen seiner Absicht, das Nachbarland Polen so bald wie möglich anzugreifen. Nach dem von Hitlers Chefadjutanten der Wehrmacht Rudolf Schmundt auf 15 einseitig handschriftlich geschriebenen Blättern sinngemäß abgefassten Protokoll war Danzig nicht das Objekt, um das es ging, sondern handelte es sich um die Erweiterung des Lebensraums in dem Osten und die Sicherstellung der Ernährung sowie die Lösung des Baltikum-Problems.

An dem 5. Juni 1939 ordnete die Regierung Deutschlands an, zu der Bekämpfung der Zigeunerplage Sintizze (Sinti) und Romnja (Roma) von der Kriminalpolizei in kriminalpolizeiliche Vorbeugehaft zu nehmen.

An dem 7. Juni 1939 schlossen Deutschland und Lettland sowie Deutschland und Estland einen Nichtangriffspakt. Ziele waren die Sicherung des deutschen Einflusses in dem Baltikum und die Verhinderung einer Einkreisung durch Großbritannien und Frankreich. Gleichzeitig empfing Adolf Hitler die Helden der Legion Condor aus dem Bürgerkrieg in Spanien (17. Juli 1936-1. April 1939).

An dem 15. Juni 1939 wurde die Reichsbank Deutschlands der unmittelbaren Kontrolle Adolf Hitlers unterstellt. Eine Verordnung zur Entjudung der Wirtschaft in dem Protektorat Böhmen und Mähren, das nach der Besetzung durch das Deutsche Reich in der Nacht von dem 14. auf den 15. März 1939 als Teil des Großdeutschen Reiches mit begrenzter Selbstverwaltung, in dem der deutsche Reichsprotektor jederzeit alle Beschlüsse der tschechischen Protektoratsregierung aufheben konnte, wurde erlassen. Dadurch wurde die Verfolgung von Juden verstärkt.

An dem 20. Juni 1939 fand der Erstflug des ersten von einem Flüssigkeitsraketentriebwerk angetriebenen Raketenflugzeugs der Welt, der He 176 des Unternehmens Heinkel, statt.

An dem 23. Juni 1939 wurde das sogenannte Berliner Abkommen zwischen Deutschland und Italien vereinbart. Es forderte die Südtiroler zu einer Entscheidung über ihre individuelle Zukunft auf. Sie sollten zwischen einer Abwanderung in das Deutsche Reich (Option) oder einem Verbleib in Italien (Dableiben) wählen.

In diesem in den Einzelheiten verschiedentlich geänderten Rahmen entschieden sich rund 85 Prozent der etwa 250000 zu der Wahl aufgerufenen Betroffenen letztlich für die Option, wobei in dem zwischenzeitlich besetzten westlichen Polen große Gebiete von Optanten besiedelt werden sollten. Allerdings wanderten bis zu der Eingliederung der sogenannten Operationszone Alpenvorland in den Machtbereich des Deutschen Reiches in dem September 1943, welche die Optionsfrage vorerst bedeutungsloser werden ließ, nur etwa 75000 Südtiroler tatsächlich in das Deutsche Reich aus. Von ihnen kehrte später etwa ein Drittel als Rücksiedler nach Südtirol zurück, wo das sogenannte Gruber-De-Gasperi-Abkommen zwischen Italien und dem 1945 wieder verselbständigten Österreich der deutschsprachigen Minderheit eine Gleichstellung ihrer Sprache, weitgehende kulturelle Freiheiten und eine gewisse politische Autonomie sicherte, wodurch die Folgen des Berliner Abkommens in ihrem Ergebnis stark eingeschränkt wurden.

An dem 4. Juli 1939 forderte Präsident Roosevelt den Senat der Vereinigten Staaten von Amerika auf, das von dem Repräsentantenhaus beschlossene Verbot der Waffenlieferung an kriegführende Nationen aufzuheben, weil die Exekutive entscheiden dürfen müsse, wann und in welche Länder Kriegsmaterial Amerikas geliefert werde. In Deutschland verpflichtete eine Verordnung Juden, einen gelben Stern zu tragen.

An dem 14. Juli 1939 wurde zu der Erinnerung an die Französische Revolution von 1789 eine französisch-britische Militärparade veranstaltet. An dem 15. Juli 1939 wurde in Deutschland die erste Gruppe des Jagdgeschwaders 20 in Döberitz aufgestellt. Das Unterseeboot U 42 trat seine Tätigkeit an.

An dem 26. Juli 1939 kündigten die Vereinigten Staaten den Handelsvertrag mit Japan. Adolf Hitler widerrief einen Befehl für einen Überfall auf Polen an dem 27. Juli. Das verbündete Italien wollte daran nicht teilnehmen und Großbritannien unterstützte Polen.

An dem 28. Juli 1939 stellte Propagandaminister Josef Goebbels nach dem Radiogerät Volksempfänger von 1933 auf der Funkausstellung den Einheits-Fernsehempfänger E 1 vor. Er war eine Gemeinschaftsentwicklung der Deutschen Reichspost und der Unternehmen Telefunken, Loewe, Lorenz, Tekade und Fernseh AG. Anstatt der für den Großraum Berlin geplanten 10000 Geräte wurden insgesamt aber nur 50 Geräte hergestellt, deren Rechteck-Bildröhre mit einem flachen Bildschirm das (schwarz-weiße) 20 mal 23 Zentimeter große Bild der vorwiegend vordergründig unpolitischen Unterhaltung und ansonsten politischen Propaganda kaum noch verzerrte.

An dem 31. Juli 1939 kündigte der britische Premierminister Neville Chamberlain für Großbritannien und Frankreich an, dass militärische Gespräche mit der Sowjetunion in Moskau über ein Bündnis stattfinden würden. An dem 2. August 1939 warnte Albert Einstein Präsident Roosevelt vor der Entwicklung von Atombomben durch Deutschland. An dem 7. August 1939 fand infolge einer Vermittlung durch den Schweden Birger Dahlerus ein Treffen zwischen Hermann Göring und Geschäftsleuten aus Großbritannien über die Verhinderung einer politischen Zuspitzung statt.

An dem 10. August 1939 befahl der Chef des Sicherheitsdiensts des Reichsführers SS Reinhard Heydrich dem SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks, einen Anschlag auf die Radiostation bei Gleiwitz-Petersdorf nahe der Grenze zu Polen, deren aus Lärchenholz Sendeturm dabei bestehen blieb und heute mit 112 Metern Höhe der höchste Holzturm der Welt ist, vorzutäuschen. Es sollte so erscheinen, als seien Polen die Angreifer gewesen. Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe sei für die Auslandspresse und die deutsche Propaganda nötig.

An dem 11. August 1939 gab es in Großbritannien einen großangelegte Stromausfall-Test zu einer Vorbereitung auf einen Krieg. In Salzburg trafen die Außenminister Ciano und Ribbentrop Italiens und Deutschlands zu einer Erörterung der Kriegsbereitschaft Deutschlands zusammen. An dem 12. August erklärte Adolf Hitler Außenminister Ciano, der Krieg gegen Polen werde lokal begrenzt bleiben.

An dem 17. August 1939 bot die Sowjetunion Deutschland ein Bündnis an.

Mit einem Runderlass von dem 18. August 1939 begann in Deutschland der systematische Massenmord an behinderten Kindern. An dem 19. August 1939 wurde zwischen Deutschland und der Sowjetunion ein Wirtschaftsvertrag über Rohstofflieferungen ausgehandelt. Eine umstrittene geheime Rede Stalins soll die künftige Zusammenarbeit mit Deutschland vorbereitet haben.

An dem 21. August 1939 erhielt Adolf Hitler eine Zusage Josef Stalins, dass Außenminister Ribbentrop zu der Unterzeichnung eines Nichtangriffspakts nach Moskau kommen könne. An dem 22. August 1939 hielt Adolf Hitler in dem Berghof auf dem Obersalzberg in seinem Arbeitszimmer vor etwa 50 Generälen und Offizieren stehend eine freie und von einem einstündigen Mittagessen unterbrochene Rede. In ihr kündigte er einen Angriff auf Polen an.

Unter dem 23. August 1939 wurde an dem 24. August 1939 in Moskau von den Außenministern Ribbentrop und Molotow in Anwesenheit Josef Stalins ein Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion unterzeichnet. Er umfasste (auch) einen geheimen Teil. In ihm war die Aufteilung Polens in zwei Einflusssphären Deutschlands (größter Teil Polens, Litauen) und der Sowjetunion (Ostpolen, Finnland, Estland, Litauen, Bessarabien) vereinbart.

An dem 25. August 1939 lief nachmittags das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein in Danzig offiziell zu einem Freundschaftsbesuch in Erinnerung an den Untergang des Kreuzers Magdeburg 25 Jahre zuvor ein. Es war heimlich mit 225 Soldaten des in Memel stationierten Marinestoßtrupps Hennigsen beladen. Sie sollten die Westerplatte angreifen, eine größtenteils bewaldete langgestreckte Halbinsel, die 1840 durch den Durchbruch der Weichsel östlich Danzigs bei Neufähr durch den Dünengürtel entstanden war und auf der seit 1924 ein befestigtes Munitionslager Polens innerhalb Danzigs untergebracht war.

An dem 26. August 1939 sollte der Stoßtrupp mit Unterstützung der Schleswig-Holstein um 4.45 Uhr die Westerplatte stürmen. Deswegen wurde an dem Vorabend mit seiner Ausschiffung begonnen. Wenig später wurden der Ausschiffungstermin und der Angriffstermin zurückgezogen, nachdem Großbritannien einen Beistandspakt mit Polen geschlossen und Italien seine Neutralität erklärt hatten. Eine deutsche Besetzung des Jablunkapasses zwischen der Slowakei und Polen in der Nacht von dem 25. auf den 26. August 1939 scheiterte.

An dem 27. August 1939 flog ein Testpilot erfolgreich das erste mit einem Turbojet angetriebene Flugzeug (He 178) auf dem Unternehmensflugplatz in Marienehe bei Rostock und bewies damit die Tauglichkeit der neu entwickelten Technik. An dem 28. August 1939 übermittelte Großbritannien eine Antwort auf Adolf Hitlers Forderungen an Polen. Darin wurde die Friedlichkeit von Lösungen besonders betont. In Gegensatz dazu explodierte auf dem Bahnhof von Tarnów in Südpolen eine von einem deutschen Agenten abgelegte Zeitbombe, wodurch 20 Menschen getötet und weitere 35 verletzt wurden.

An dem 30. August 1939 ordnete Polen eine Teilmobilmachung an. Deutschland legte einen 16-Punkte-Plan zu einer Entschärfung vor. Er wurde von Polen abgelehnt.

An dem 31. August 1939 gegen 16 Uhr erhielt SS-Obersturmbannführer Alfred Naujocks, dem der Chef des Sicherheitsdiensts des Reichsführers SS (SD) Reinhard Heydrich befohlen hatte, einen Anschlag auf die Radiostation bei Gleiwitz vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als seien Polen die Angreifer gewesen und der sich deswegen seit Mitte August 1939 in dem Hotel Haus Oberschlesien in Gleiwitz aufhielt, einen Anruf aus Berlin mit dem vorher vereinbarten Codewort „Großmutter gestorben“. Gegen 20 Uhr drang er mit fünf oder sechs SS-Leuten mit Maschinenpistolen bewaffnet in Zivil - unter falscher Flagge Freischärler Polens darstellend - in das Gebäude des das Programm des Reichssenders Breslau nur ausstrahlenden Senders Gleiwitz ein. In dem Betriebsraum des Senders wurden vier Personen überwältigt und gefesselt in einen Kellerraum gebracht.

Mit einiger Mühe konnte das SS-Kommando, in dem sich ein Fernmeldetechniker befand, die Einspeisung des Programms unterbrechen. Dann rief es in deutscher und polnischer Sprache mit den Worten „Achtung! Achtung! Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer Hand … Die Stunde der Freiheit ist gekommen. Hoch lebe Polen!“ zu einem angeblichen Aufstand der polnischen Minderheit auf. Nach vier Minuten verschwanden Naujocks und seine Männer wieder. Tot zurückblieb der an dem Vortag in einem Nachbardorf verhaftete polenfreundliche Landmaschinenvertreter Franciszek Honiok, dem der SS-Arzt Horst Straßburger eine betäubende Spritze verabreicht hatte. Er wurde bewusstlos an dem Sendegebäude abgelegt. Ob er an dieser Spritze starb oder von der SS ermordet wurde, ist unbekannt.

Die nationalsozialistische Propaganda machte von diesen Geschehnissen keinen intensiven Gebrauch. Um 22.30 berichtete der Reichsrundfunk darüber und über andere Grenzzwischenfälle. Der Völkische Beobachter schrieb unter der Überschrift „Der unerhörte Bandenüberfall auf den Sender Gleiwitz“, dass die „polnische Meute“ sich dazu habe „hinreißen lassen, die Reichsgrenze zu überschreiten, einen deutschen Sender zu überfallen, und die Kriegsfackel an ein Pulverfass zu legen, dessen Existenz vor der Geschichte die Polen einmal zu verantworten haben werden“.

An dem 1. September 1939 hielt Adolf Hitler an dem Vormittag eine in dem Rundfunk übertragene Rede vor dem Reichstag. Darin erwähnte er Gleiwitz nicht direkt, sondern sprach von 14 nächtlichen Grenzzwischenfällen. In diesem Rahmen habe Polen „heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten“.

Das Auswärtige Amt veröffentlichte später eine Liste (mehrerer Dutzend) amtlicher Meldungen schwerer Grenzzwischenfälle mit Toten an der deutsch-polnischen Grenze. Darin heißt es (unter 4 Meldung des Polizeipräsidenten Gleiwitz) Gegen 20 Uhr wurde der Sender Gleiwitz durch einen Trupp polnischer Aufständischer überfallen und vorübergehend besetzt. Die Aufständischen wurden durch deutsche Grenzpolizeibeamte vertrieben. Bei der Abwehr wurde ein Aufständischer tödlich verletzt.

An dem 1. September 1939 begann Deutschlands tatsächlicher Angriff auf Polen um 4.47 mit einem Beschuss der Westerplatte durch das Schulschiff Schleswig-Holstein, der den Zweiten Weltkrieg auslöste. Die Freie Stadt Danzig wurde (wieder) zu einem Bestandteil des Deutschen Reiches erklärt. An dem 2. September 1939 verlangte Großbritanniens Premierminister Neville Chamberlain von Deutschland ultimativ den Rückzug aus Polen. Adolf Hitler missachtete das Ultimatum.

An dem 3. September 1939 erklärten Großbritannien mit den Dominions Australien, Neuseeland und Indien (sowie bald danach Südafrika und Kanada) und Frankreich Deutschland den Krieg. Unterstützt von der Luftwaffe rückten zwei deutsche Heeresgruppen von Norden und Süden in Polen vor, wobei an dem 5. September das sogenannte Generalgouvernement zwecks rücksichtsloser Ausbeutung von Polen und Juden in Polen geschaffen wurde. An dem 8. September 1939 wurde die Hauptstadt Warschau erreicht.

An dem 17. September 1939 besetzte die Sowjetunion Ostpolen. Die Regierung Polens floh an diesem und dem folgenden Tag nach Rumänien. Dort wurde sie interniert.

An dem 28. September 1939 kapitulierte nach der Schlacht um Warschau Polen. Deutschland und die Sowjetunion teilten sich in einem Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag von dem 28. September 1939 Polen. Westpolen und Zentralpolen (ohne die Woiwodschaft Bialystok) sowie die westlichen Teile Südpolens fielen an Deutschland, Ostpolen kam an die Sowjetunion.

Eine an dem 30. September 1939 gebildete Polnische Exilregierung versuchte, mit geflohenen Truppenteilen Widerstand. Die letzten in Polen gebliebenen Verbände der polnischen Streitkräfte ergaben sich aber an dem 6. Oktober 1939 und gingen in Kriegsgefangenschaft. Mit einem Erlass von dem 8. Oktober 1939 trennte Adolf Hitler einen Teil der besetzten Gebiete als eingegliederte Ostgebiete (Wartheland und Danzig-Ostpreußen) von dem sogenannten polnischen Reststaat ab.

An dem 14. Oktober 1939 frühmorgens versenkte das Unterseeboot U 47 in Scapa Flow das Schlachtschiff HMS Royal Oak mit einer Besatzung von 833 Mann. An dem 17. Oktober erließ das Reichssicherungshauptamt auf Anweisung Heinrich Himmlers den Festschreibungserlass (Festsetzungserlass), der Zigeunern und Zigeunermischlingen (Sinti und Roma) unter Androhung einer Inhaftierung in einem Konzentrationslager verbot, den Wohnort zu verlassen. An dem 18. Oktober 1939 stiftete eine Verordnung Adolf Hitlers für Soldaten und Zivilisten, die besondere Verdienste bei der Kriegsführung ohne unmittelbare Beteiligung an Kampfhandlungen leisteten, als Ersatz für das Eiserne Kreuz das Kriegsverdienstkreuz in zwei Klassen und in zwei Varianten (mit Schwertern und ohne Schwerter).

An dem 19. Oktober 1939 wurde ein Dreiparteienvertrag von Ankara zwischen der Türkei und Frankreich sowie Großbritannien abgeschlossen. An dem 20. Oktober 1939 erfolgte eine Deportation von 912 Juden aus Wien nach Nisko in dem Generalgouvernement. Deutsche Polizeieinheiten und Einsatzgruppen verübten zwecks Einschüchterung der Bevölkerung in Städten Großpolens Massenerschießungen. Die Wehrmacht wurde an der Westfront zu Frankreich aufgestellt.

An dem 21. Oktober 1939 schlossen Adolf Hitler und Benito Mussolini das sogenannte Südtirol-Abkommen. Es bekräftigte die Berliner Vereinbarung von dem 25. Juni 1939. Danach konnten die deutschsprachigen Südtiroler und die sogenannten Zimbern um Asiago und bei Verona sowie in Lusern und in dem Cansiglio-Wald zwischen einer Option für Deutschland und einem Verbleib in Italien unter weiterer Italianisierung wählen.

An dem 26. Oktober 1939 wurde das besetzte Polen offiziell in ein Generalgouvernement für die besetzten Gebiete umgewandelt. Die militärische Führung unter Gerd von Rundstedt wurde durch eine zivile Verwaltung unter Hans Frank abgelöst. Eine Verordnung Franks führte einen Arbeitszwang für die jüdische Bevölkerung ein.

An dem 30. Oktober 1939 ordnete Heinrich Himmler als Reichskommissar die „Aussiedelung“ von rund 550000 Juden und Polen innerhalb der nächsten Monate aus den eingegliederten Gebieten Westpolens in das Generalgouvernement an.

An dem 1. November 1939 wurden in Deutschland Kleiderkarten zwecks Rationierung von Textilien ausgegeben. An dem 6. November 1939 wurden 183 Hochschullehrer Krakaus verhaftet, von denen 168 in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau verschleppt wurden. An dem 8. November 1939 führte der an dem Bodensee tätige Schreinergeselle Georg Elser in dem Bürgerbräukeller in München ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler und weitere Nationalsozialisten aus, das aber scheiterte, weil Hitler mit seinen Begleitern 13 Minuten vor der Explosion den Ort verließ. Elser wurde danach auf der Flucht in Konstanz nahe dem Grenzübergang in die Schweiz verhaftet und später auf Grund eines Schnellbriefs aus Berlin in Dachau an dem 9. April 1945 getötet.

An dem 11. November 1939 wurden die sieben Toten des Bombenanschlags in dem Bürgerbräukeller in München von dem 8. November 1938 beigesetzt. An dem 12. November 1939 erklärte Generalgouverneur Hans Frank in dem Generalgouvernement, es sei der Wille des Führers, dass dieses Gebiet das erste Kolonialgebiet der deutschen Nation sei. Der König Großbritanniens und der Präsident Frankreichs lehnten ein Vermittlungsangebot Belgiens und der Niederlande für einen Friedensschluss ab, ebenso an dem 13. November 1939 ein geheimes Friedensangebot König Karls II. von Rumänien.

An dem 29. November 1939 befahl Adolf Hitler in der Weisung Nr. 9 für die Kriegsführung die Bombardierung und Verminung britischer Seehäfen. An dem 30. November 1939 überschritten Truppen der Sowjetunion die Grenze zu Finnland und begannen schwere Angriffe auf mehrere Ziele.

An dem 1. Dezember 1939 begann in dem Reichsgau Posen die Umsiedelung der rund 150000 Polen in das Generalgouvernement. An dem 5. Dezember 1939 lehnte die Sowjetunion eine Einladung des Völkerbunds ab, zu einer Debatte über den sowjetisch-finnischen Krieg nach Genf zu kommen.

An dem 8. Dezember 1939 begann die Umsiedelung von etwa 120000 Volksdeutschen aus Wolhynien und Galizien in das Deutsche Reich und bekräftigte Italien seine enge Verbindung mit dem Deutschen Reich.

An dem 14. Dezember 1939 wurde die Sowjetunion wegen ihres Überfalls auf Finnland aus dem Völkerbund ausgeschlossen. An dem 31. Dezember 1939 erhielt Adolf Hitler einen Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht über den sowjetisch-finnischen Krieg, nach dem die Armee der Sowjetunion für moderne Armeen kein ernsthafter Gegner sei.

An dem 1. Januar 1940 erklärte Adolf Hitler in seinem Neujahrsaufruf, dass der Zusammenschluss des deutschen Volkes in dem Großdeutschen Reich der anderen Welt nichts geraubt und in nichts geschadet habe. An dem 2. Januar 1940 wurde der Neujahrsempfang Adolf Hitlers für das Diplomatische Korps auf Grund der Sonderverhältnisse des Krieges abgesagt. An dem 6. Januar 1940 unterzeichneten Deutschland und Italien sowie Japan in Berlin ein (Dreimächte-)Abkommen, das eine umfassende Expansion der drei Länder ermöglichen und zugleich einen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika verhindern sollte.

An dem 9. Januar 1940 wurde die Umsiedelung der deutschstämmigen Bevölkerung aus Estland und Lettland in das Deutsche Reich abgeschlossen. An dem 10. Januar 1940 wurden infolge einer Notlandung eines deutschen Kurierflugzeugs in Belgien den Alliierten Teile des deutschen Aufmarschplans an der Westfront bekannt. An dem 11. Januar 1940 schlossen das Deutsche Reich und die Sowjetunion ein Abkommen über den Austausch kriegswichtiger Rohstoffe.

An dem 24. Januar 1940 wurden in Deutschland kriegswirtschaftliche Zwangsdienste für Studenten eingeführt und wurde Hermann Göring zu dem Leiter der Kriegswirtschaft ernannt. An dem 29. Januar 1940 forderte Hermann Göring in einer Rede in dem Berliner Sportpalast mehr Lebensraum für das deutsche Volk. Durch Erlass Adolf Hitlers wurde der Reichsgau Posen in Reichsgau Wartheland umbenannt.

An dem 1. Februar 1940 wurde in dem Deutschen Reich zwecks Behebung des Arbeitskräftemangels ein verpflichtendes Dienstjahr für junge Frauen in Haus- und Landwirtschaftsbetrieben eingeführt. An dem 9. Februar 1940 verurteilte das Hanseatische Sondergericht in Hamburg einen Angeklagten wegen unerlaubten Empfangs feindlicher Sendungen und Verbreitung ihrer Nachrichten zu fünf Jahren Zuchthaus. Die Armee des Deutschen Reiches marschierte in Dänemark und Norwegen ein.

An dem 24. Februar 1940 hielt Adolf Hitler zu dem 20. Gedenktag der Verkündung des nationalsozialistischen Parteiprogramms in München eine Rede über die „segensreiche“ deutsch-sowjetische Verbindung, die durch ein Wirtschaftsabkommen von dem 11 Februar des Jahres gefestigt worden sei.

An dem 7. März 1940 teilte die Mandatsverwaltung Großbritanniens Palästina in Siedlungszonen auf. An dem 8. März 1940 wurden in dem Deutschen Reich Anordnungen zu Benachteiligung und Ausbeutung polnischer Zwangsarbeiter erlassen. An dem 11. März 1940 wurde in der Jadebucht das Unterseeboot U 31 durch Flugzeuge Großbritanniens versenkt.

An dem 13. März 1940 wurde der Krieg zwischen der Sowjetunion und Finnland durch den Frieden von Moskau beendet, in dem Finnland Gebiete abtreten musste. An dem 17. März 1940 wurde in dem Deutschen Reich zwecks Steigerung der Rüstung durch einen Führererlass das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition begründet (Minister Fritz Todt). An dem 18. März 1940 trafen sich Adolf Hitler und Benito Mussolini an dem Brenner zwecks Festigung ihrer Allianz.

An dem 23. März 1940 wurde die Lahore-Resolution durch die Muslim League in Britisch-Indien verbschiedet, die den Weg zu der Gründung Pakistans ebnete.

An dem 25. März 1940 sank vor der Küste Jütlands nach einem britischen Angriff der deutsche Dampfer Edmund Hugo Stinnes 4.

An dem 27. März 1940 befahl Heinrich Himmler die Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz. An dem 28. März 1940 trafen sich in London die obersten Kriegsräte Großbritanniens und Frankreichs. Sie schlossen für sich einen Separatfrieden mit dem Deutschen Reich aus und vereinbarten zwecks Störung der deutschen Schifffahrtswege einen Plan zu der Verminung der Gewässer Norwegens.

An dem 3. April 1940 begannen auf Befehl Josef Stalins in Polen die Massenerschießungen (von rund 4400 Polen) von Katyn durch den Geheimdienst NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) der Sowjetunion. Winston Churchill wurde in das Kriegskabinett Großbritanniens berufen. An dem 5. April 1940 begann Großbritannien mit der Verminung norwegischer Gewässer zwecks Provokation einer Invasion durch das Deutsche Reich. An dem 9. April 1940 überfiel das Deutsche Reich in dem Unternehmen Weserübung Dänemark und Norwegen. Dänemark wurde besetzt und kapitulierte, Norwegen leistete Widerstand.

An dem 24. April 1940 wurde Gauleiter Josef Terboven zu dem Reichskommissar für Norwegen ernannt.

An dem 7. Mai 1940 überschritten deutsche Panzer bei Sedan die Maas. An dem 9. Mai begann der Westfeldzug des Deutschen Reiches gegen die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg (Fall Gelb). Ziele waren die schnelle Einkreisung der alliierten Truppen in Belgien und die Zerschlagung Frankreichs. Die Wehrmacht erreichte nach einem überraschenden Vorstoß durch die Ardennen (Sichelschnittplan) Paris an dem 14. Juni 1940 und an dem 25. Juni 1940 kapitulierte Frankreich, doch führte General Charles de Gaulle mit Unterstützung der Alliierten den Kampf weiter. Gleichzeitig besetzte die Sowjetunion Litauen, Lettland und Estland.

An dem 1. Juli 1940 versenkte das Unterseeboot U 47 das britische Passagierschiff Arandora Star wobei rund 800 Menschen getötet wurden. An dem 3. Juli 1940 griff die britische Royal Navy die französische Flotte in Algerien an, um einen Verlust von Schiffen an Deutschland zu verhindern. An dem 10. Juli 1940 begann die bis 31. Oktober des Jahres währende Luftschlacht um England, in der das Deutsche Reich die Royal Air Force vernichten wollte, und in Frankreich wurden durch ein Verfassungsgesetz Marschall Pétain diktatorische Vollmachten erteilt (Vichy-Regime).

An dem 21. Juli 1940 wurden Lettland und Litauen sowie Estland von der Sowjetunion annektiert. Ein Angebot Adolf Hitlers zu einem Frieden wurde von Großbritannien abgelehnt. An dem 31. Juli 1940 teilte Adolf Hitler der Führung der Wehrmacht seinen Entschluss mit, die Sowjetunion militärisch anzugreifen, um Lebensraum in dem Osten zu gewinnen und mittelbar Großbritannien zu schwächen.

An dem 24. August 1940 bombardierten deutsche Flugzeuge bei einem nächtlichen Angriff versehentlich die Innenstadt Londons. Daraufhin griff die Royal Air Force Berlin an. In der Folge wurde an dem 5. September 1940 London als Angriffsziel und danach das mittelenglische Industriegebiet freigegeben, doch verlor das Deutsche Reich an dem 15. September 1940 infolge hoher Verluste die Lufthoheit über Großbritannien. Italien begann in Ägypten einen Afrikafeldzug mit dem Ziel der Eroberung des Suez-Kanals.

An dem 16. September 1940 erließen die Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Selective Training and Service Act erstmals eine allgemeine Wehrpflicht in Friedenszeiten. Das Deutsche Reich verschob die Invasion Englands auf unbestimmte Zeit. An dem 22. September 1940 begann Japan mit der Invasion Französisch-Indochinas.

An dem 27. September 1940 unterzeichneten auf Initiative Adolf Hitlers das Deutsche Reich, das Kaiserreich Japan und das Königreich Italien einen Dreimächtepakt, der die Allianz der Achsenmächte formell besiegelte und eine gegenseitige militärische Unterstützung für den Fall eines Angriffs durch eine noch nicht in den Krieg involvierte Macht wie die Vereinigten Staaten von Amerika vorsah.

An dem 2. Oktober 1940 wurde auf deutschen Befehl in Warschau das größte Ghetto in dem besetzten Europa eingerichtet.

An dem 10. Oktober 1940 erließ Adolf Hitler das sogenannte Führer-Sofortprogramm zu der beschleunigten Errichtung von Luftschutzbunkern als Reaktion auf die verstärkten Luftangriffe der Alliierten.

An dem 22. Oktober 1940 wurden mehr als 6500 Juden in den Gauen Baden und Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs verschleppt (Wagner-Bürckel-Akion).

An dem 24. Oktober 1940 traf Adolf Hitler in Montoire mit dem französischen Marschall Pétain und Pierre Laval zu einer Beratung über eine Zusammenarbeit zusammen. Pétain lehnte eine Kriegsbeteiligung ab. Er sah aber eine Zusammenarbeit (Kollaboration) als erforderlich an, um die Versorgung zu sichern und die Ausbeutung zu begrenzen.

An dem 28. Oktober 1940 stellte Benito Mussolini Griechenland ein Ultimatum auf Gestattung des Einmarsches. Griechenland verneinte das Verlangen. worauf Italien völkerrechtswidrig einmarschierte. Obgleich die Armee Griechenlands unterlegen war, drängte sie die Italiener zurück und fügte damit einer Achsenmacht erstmals eine Niederlage zu.

An dem 11. November 1940 griff die Marine Großbritanniens Tarent an und traf die Flotte Italiens schwer. An dem 12. November 1940 führte Adolf Hitler mit Außenminister Molotow Gespräche über Einflusssphären. Bei einem Luftangriff auf Coventry (Mondscheinsonate) an dem 15. November 1940 wurde die Stadt schwer beschädigt.

An dem 16. November 1940 wurde das Ghetto in Warschau mit mehr als 380000 Juden abgeriegelt. Die Royal Air Force bombardierte als Vergeltung für Coventry Berlin und Hamburg. In Frankreich begann eine Deportation von 70000 Lothringern.

An dem 18. November 1940 erlitt Italien gegen Griechenland in Albanien eine Niederlage. Erstmals wurde ein Unterseeboot des Deutschen Reiches mit (dem durch den Erfinder Christian Hülsmeyer entwickelten) Radar durch Großbritannien geortet. An dem 20. November 1940 trat Ungarn dem Dreimächtepakt bei. In dem Deutschen Reich wurde ein kriegswirtschaftlicher Zwangsdienst für Studenten eingeführt. An dem 23. November 1940 trat Rumänien dem Dreimächtepakt bei.

An dem 26. November 1940 legte die Sowjetunion Beitrittspläne zu dem Achsenpakt vor. Ihre in diesem Zusammenhang erhobenen Forderungen wurden aber an Adolf Hitler abgelehnt. In dem Deutschen Reich wurde an dem 30. November 1940 die Kriegssachschädenverordnung mit staatlichen Entschädigungen für Kriegsschäden durch Luftangriffe erlassen.

An dem 13. Dezember 1940 erließ Adolf Hitler die Richtlinie Nr. 20 zu der Vorbereitung des Angriffs auf Griechenland (Operation Marita). Mit durch der von Loßberg vorformulierten geheimen Weisung Nr. 21 von dem 18. Dezember 1940 befahl Hitler als Führer und oberster Befehlshaber der Wehrmacht den Angriff auf die Sowjetunion (Fall Barbarossa) vorzubereiten. An dem 20. Dezember 1940 wurde in dem Deutschen Reich die 17. Armee der Wehrmacht aufgestellt.

In Großbritannien gründete Charles de Gaulle das Nationalkomitee des Freien Frankreich.

An dem 27. Dezember 1940 trafen sich in Berlin Adolf Hitler und Admiral Erich Raeder. Der Admiral äußerte dabei Bedenken, Großbritannien vor einem Sieg über die Sowjetunion anzugreifen. Die britische Armee führte ihrerseits die Operation Compass in Nordafrika gegen italienische Truppen durch, um deren Invasion Ägyptens zurückzuschlagen.

An dem 28. Dezember 1940 wandte sich Italien wegen des Krieges in Italien mit einem Hilferuf an das Deutsche Reich.

An dem 3. Januar 1941 wurde in dem Deutschen Reich durch Martin Bormann die Frakturschrift (gotische Schrift) als Judenschrift gebrandmarkt und in Druckmedien verboten und die lateinische Antiquaschrift in Druckmedien zu der deutschen Normalschrift erklärt.

An dem 6. Januar 1941 forderte Präsident Franklin D. Roosevelt in einer Rede vor dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika für jeden Menschen Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht.

An dem 9. Januar 1941 erklärte Adolf Hitler auf dem Berghof vor Generälen, dass der russische Raum unermessliche Reichtümer berge.

An dem 13. Januar 1941 begann in der Tötungsanstalt Hadamar das nationalsozialistische Mordprogramm für als lebensunwert eingestufte Menschen (T4), durch das bis August 1941 mehr als 10000 Menschen durch Gas ermordet wurden.

An dem 19. Januar 1941 trafen sich Adolf Hitler und Benito Mussolini auf dem Obersalzberg zu einer Beratung, während Großbritannien eine Offensive gegen Stellungen Italiens in Eritrea, Äthiopien und Somalia begann. An dem 20. Januar 1941 stimmte Mussolini der Entsendung deutscher Truppen nach Italien zu. An dem 21. Januar 1941 begann Großbritannien einen Angriff auf Tobruk in Libyen in Nordafrika.

An dem 30. Januar 1941 hielt Adolf Hitler eine Rede in dem Sportpalast in Wien zu dem 8. Jahrestag der Machtübernahme, in der er die Vereinigten Staaten von Amerika warnte und Angriffe auf Handelsschiffe nach England durch Unterseeboote androhte.

An dem 3. Februar 1941 wurde Generalleutnant Erwin Rommel zu dem Chef der deutschen Truppen für den Afrikafeldzug ernannt (Afrika Korps). An dem 7. Februar 1941 endete die Schlacht von Beda Fromm in Nordafrika mit einem Sieg Großbritanniens über die italienischen Truppen. An dem 11. Februar 1941 landeten die ersten deutschen Truppen in Tripolis.

An dem 15. Februar begannen in Wien die ersten umfangreichen Deportationen von Jüdinnen und Juden in das Generalgouvernement. An dem 28. Februar 1941 marschierten Truppen des Deutschen Reiches in Rumänien nach Bulgarien ein, das dem Dreimächtepakt beitrat. An dem 7. März 1941 wurde die Zwangsarbeit für Juden in dem Deutschen Reich verkündet (Vernichtung durch Arbeit).

An dem 11. März 1941 unterzeichnete Präsident Franklin D. Roosevelt das Leih- und Pachtgesetz (Lend-Lease-Act), das es den Vereinigten Staaten von Amerika erlaubte, kriegswichtige Güter an Alliierte wie Großbritannien zu liefern.

An dem 25. März 1941 unterschrieb Jugoslawien unter Druck den Dreimächtepakt mit dem Deutschen Reich, Italien und Japan, um seine Neutralität zu wahren. Daraufhin stürzten an dem 27. März 1941 serbische Offiziere mit Unterstützung durch Großbritannien die deutschfreundliche Regierung. Als Folge befahl Adolf Hitler ein militärisches Eingreifen (Balkanfeldzug) mit dem Ziel des Rückzugs Großbritanniens aus Griechenland.

An dem 30. März 1941 beschrieb Adolf Hitler rund 250 Wehrmachtsgenerälen in der Neuen Reichskanzlei den bevorstehenden Krieg gegen die Sowjetunion als Vernichtungskampf zweier Weltanschauungen gegeneinander. Er forderte die Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der bolschewistischen Intelligenz. An dem 6. April 1941 begann der Angriff des Deutschen Reiches auf Jugoslawien mit der Bombardierung Belgrads. An dem 10. April 1941 wurde nach der Besetzung Zagrebs durch Truppen des Deutschen Reiches der unabhängige Staat Kroatien gegründet. An dem 17. April 1941 kapitulierte die jugoslawische Armee bedingungslos vor den Achsenmächten, an dem 21. April 1941 kapitulierte die griechische Armee.

An dem 23. April 1941 fand in Berlin die Schlegelberger-Konferenz statt. Auf ihr wurden Justizbeamte über die Euthanasiemorde informiert (Aktion T4). An dem 25. April 1941 erließ Adolf Hitler seine Weisung Nr. 28 für die Eroberung Kretas (Unternehmen Merkur). An dem 27. April besetzte die Wehrmacht des Deutschen Reiches Athen.

An dem 2. Mai 1941 fand eine Besprechung der Staatssekretäre des Deutschen Reiches statt. Auf ihr wurde eine Denkschrift zu dem so genannten Hungerplan verfasst. Sie sah die Ausbeutung der Sowjetunion und den Hungertod von Millionen Menschen als Mittel der Kriegswirtschaft vor.

An dem 5. Mai 1941 hielt Josef Stalin vor den Absolventen der 16 sowjetischen Militärakademien der Sowjetunion und der neun entsprechenden Fakultäten der zivilen Hochschulen eine Rede. Ein authentischer Text ist nicht bekannt. In dem Kern sprach Stalin von einer tiefgreifenden Veränderung in den vergangenen Jahren in der Armee und betonte, die Rote Armee sei auf der Grundlage der modernen Kriegführung umstrukturiert und neu bewaffnet worden.

An dem 13. Mai 1941 ermächtigte der Kriegsgerichtsbarkeitserlass (Barbarossa-Dekret) Adolf Hitlers die Wehrmacht, Straftaten sowjetischer Zivilisten gegen deutsche Truppen ohne ordentliche Gerichtsverfahren durch Erschießungen zu ahnden.

An dem 17. Juni 1941 wurden die Vorbereitungen des Deutschen Reiches für den Überfall auf die Sowjetunion abgeschlossen.

An dem 22. Juni 1941 marschierte die Wehrmacht des Deutschen Reiches mit knapp 3,3 Millionen Soldaten auf breiter Front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer in der Sowjetunion ein (Unternehmen Barbarossa). An dem 25. Juni 1941 wurden große Truppenverbände der Sowjetunion bei Bialystok und Minsk eingekesselt und vernichtet. An dem 27. Juni 1941 erklärte Ungarn wegen eines Bombenangriffs der Sowjetunion auf Kassa den Krieg. An dem 30. Juni 1941 nahm das Deutsche Reich Lemberg (Lwiw) ein.

An dem 12. Juli 1941 unterzeichneten Großbritannien und die Sowjetunion ein Bündnis gegen das Deutsche Reich. An dem 16. Juli 1941 fiel nach schweren Kämpfen die Stadt Smolensk an die Truppen des Deutschen Reiches. An dem 24. Juli 1941 endete ein Angriff der Achsenmächte auf Leningrad mit einem Sieg der Achsenmächte an der sogenannten Luga-Linie.

An dem 29. Juli 1941 vereinbarten Japan und Vichy-Frankreich eine militärische Zusammenarbeit zu der Verteidigung Französisch-Indochinas. An dem 30. Juli 1941 unterzeichneten in London die Exilregierung Polens und die Sowjetunion einen Vertrag über eine Zusammenarbeit gegen das Deutsche Reich.

An dem 9. August 1941 trafen sich in der Placentia Bay (Newfoundland) Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt zu einer ersten Atlantik-Charta-Konferenz zwecks einer Bestimmung gemeinsamer Ziele für die Zeit nach dem Krieg. An dem 14. August 1941 veröffentlichten Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill die Atlantik-Charta. Sie geht für die Nachkriegsordnung von den Grundsätzen Selbstbestimmung, Freihandel und globale Zusammenarbeit aus.

An dem 16. August 1941 erließ der Volkskommissar für Verteidigung der Sowjetunion den Befehl Nr. 270. Er bedrohte, weil Feiglinge und Deserteure vernichtet werden müssten, in Gefangenschaft geratende Soldaten mit der Todesstrafe. Darüber hinaus gab er ihre Familien zu der Verhaftung frei.

An dem 24. August 1941 endete amtlich der systematische Massenmord an behinderten Menschen (T4) in dem Deutschen Reich, wurde tatsächlich aber weitergeführt.

An dem 25. August 1941 marschierten Truppen Großbritanniens und der Sowjetunion in den Iran zwecks Sicherung der Ölfelder und einer Nachschubroute für die Sowjetunion ein. Gleichzeitig begann mit einem Erlass Josef Stalins über die Deportation der Russlanddeutschen die systematische Vertreibung der Wolgadeutschen und anderer Russlanddeutscher nach Sibirien.

An dem 1. September 1941 wurde in dem Deutschen Reich durch eine von Reinhard Heydrich in dem Namen des Reichsministers des Inneren unterzeichnete Polizeiverordnung eine Kennzeichnungspflicht für Juden und Jüdinnen durch einen gelben Stern (Judenstern) erlassen, die an dem 19. September 1941 in Kraft trat. An dem 3. September 1941 wurden etwa 850 sowjetische Kriegsgefangene und kranke polnische Häftlinge in dem Konzentrationslager Auschwitz mit Zyklon B vergast. An dem 6. September 1941 wurde das Ghetto in Vilnius in Litauen errichtet, in das zehntausende Juden auf engstem Raum zusammengetrieben wurden.

An dem 8. September 1941 begann die Belagerung von Leningrad durch die Wehrmacht des Deutschen Reiches und Truppen Finnlands, bei der (bis 27. Januar 1944) mehr als eine Million Menschen infolge Hunger und Kälte starb. An dem 9. September 1941 wurde in dem Slowakischen Staat von der Regierung Tuka eine antisemitische Verordnung (Judenkodex) geschaffen. An dem 16. September 1941 erließ das Oberkommando der Wehrmacht des Deutschen Reiches den sogenannten Sühnebefehl für Serbien, der die Hinrichtung von 50 bis 100 Zivilisten für jeden getöteten deutschen Soldaten anordnete.

An dem 26. September endete die Kesselschlacht bei Kiew mit einem Sieg der Truppen des Deutschen Reichs. An dem 29. und 30. September 1941 erschossen SS und Polizeieinheiten des Deutschen Reiches sowie deren Hilfstruppen in dem tiefeingeschnittenen Tal Babyn Jar (Altweiberschlucht) bei Kiew nach der Tötung mehrerer Hundert Angehöriger der Wehrmacht und der Einwohner innerhalb von 48 Stunden mehr als 33000 jüdische Männer, Frauen und Kinder.

An dem 2. Oktober 1941 begann etwa 350 Kilometer vor Moskau um 5.30 Uhr der Angriff des Deutschen Reiches auf Moskau (Operation Taifun). An dem 3. Oktober 1941 hielt Adolf Hitler eine Rede in dem Berliner Sportpalast, in der er die Sowjetunion als angeblich bereits weitgehend zerstört beschrieb und eine Anspielung auf die Vereinigten Staaten von Amerika versuchte. An dem 7. Oktober 1941 erwies sich in dem Panzergefecht bei Mzensk der T-34-Panzer der Sowjetunion den Panzern des Deutschen Reiches als überlegen. Einsetzender Schneefall verursachte Schlamm.

An dem 12. Oktober 1941 (Blutsonntag) wurden in Stanislau (Iwano-Frankiwsk/Westukraine) mehr als zehntausend jüdische Männer, Frauen und Kinder von SS und Hilfswilligen erschossen. An dem 15. Oktober erbaten die Regierungen Großbritanniens und der Sowjetunion von Afghanistan die Ausweisung aller Staatsangehörigen des Deutschen Reiches und Italiens, die nicht zu den diplomatischen Vertretungen gehören. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika verringerte die Automobilproduktion um die Hälfte zugunsten der Herstellung von Militärfahrzeugen. Die ersten 1000 deutschen Juden wurden in das Ghetto Litzmannstadt/Lodsch deportiert.

An dem 16. Oktober 1941 übersiedelten die Regierung der Sowjetunion und das entsprechende diplomatische Korps aus dem belagerten Moskau nach Kuibyschew an der Wolga.

An dem 21. Oktober 1941 erschoss als Vergeltung für einen Partisanenangriff die Deutsche Wehrmacht in Kragujevac 2323 Zivilisten, darunter rund 300 Schüler eines Gymnasiums. An dem 23. Oktober 1941 wurde auf Anordnung des Reichsführers SS und Chefs der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, deutschen Juden die Genehmigung der Auswanderung untersagt. An dem 24. Oktober 1941 wurden nach einer Bombe in dem rumänischen Hauptquartier in Odessa zwischen 25000 und 34000 Menschen getötet. An dem 25. Oktober 1941 wurden mehr als 1000 Juden und Jüdinnen aus Hamburg in das Ghetto Litzmannstadt deportiert.

An dem 29. Oktober 1941 wurden mehr als 9000 Juden in Kaunas in Litauen ermordet. Die Wehrmacht des Deutschen Reiches versuchte erfolglos Tula zu erobern. Winston Churchill hielt in Harrow eine Rede mit dem Titel Never Give in.

An dem 8. November 1941 wurden etwa 1000 Juden und Jüdinnen aus Hamburg nach Minsk deportiert. An dem 11. November 1941 wurden in dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in einer Massenexekution 151 Menschen durch Genickschuss getötet. An dem 13. November 1941 versenkte das Unterseeboot U 81 den Flugzeugträger HMS Ark Royal Großbritanniens in dem Mittelmeer nahe Gibraltar. In dem Deutschen Reich erging ein Gesetz das Juden die deutsche Staatsbürgerschaft entzog, wenn sie „aufgehalten“ wurden.

An dem 14. November 1941 wurden 1030 Juden und Jüdinnen aus Berlin in das Ghetto Minsk deportiert. An dem 19. November 1941 versenkte der Hilfskreuzer Kormoran den australischen Kreuzer HMAS Sydney II. Juden und Jüdinnen aus Hamburg und Bremen wurden nach Minsk deportiert.

An dem 20. November 1941 wurden fast 1000 Jüdinnen und Juden aus München nach Kaunas in Litauen deportiert und danach in Fort IX ermordet. An dem 22. November 1941 wurde ein Transport von Juden und Jüdinnen aus Frankfurt am Main mangels Aufnahmekapazität des Ghettos Riga nach Kaunas in Litauen umgeleitet. An dem 23. November 1941 fuhr ein Deportationszug mit rund 1000 Jüdinnen und Juden in Wien nach Riga ab, kam dort aber nie an.

An dem 24. November 1941 begann die SS mit der Errichtung eines Konzentrationslagers in der Festung Theresienstadt nördlich Prags. An dem 25. November 1941 entzog die 11. Verordnung zu dem Reichsbürgergesetz in dem Ausland lebenden deutschen Juden die Staatsangehörigkeit und enteignete ihr Vermögen. Das britische Schlachtschiff HMS Barham mit mehr als 800 Besatzungsmitgliedern wurde von dem Unterseeboot U 331 torpediert und versenkt. An dem 26. November 1941 überreichten die Vereinigten Staaten von Amerika Japan ein ultimatives Angebot.

An dem 27. November 1941 wurden 202 Jüdinnen und Juden aus Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg und Würzburg in den Osten deportiert. Durch eine Anordnung des Reichssicherheitshauptamts wurde Juden verboten, über ihr bewegliches Vermögen zu verfügen.

An dem 28. November 1941 traf Adolf Hitler den Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Huseini in Berlin zu einem Gespräch über Propaganda und gemeinsame Kriegsziele. An dem 29. November 1941 wurden aus Nürnberg 1008 Jüdinnen und Juden nach Riga-Jungfernhof deportiert. An dem 30. November (Rigaer Blutsonntag) und dem 8. Dezember 1941 erschossen deutsche SS- und Polizei-Einheiten in dem Wald von Rumbula bei Riga mehr als 27500 Menschen, vor allem lettische Jüdinen und Juden aus dem Ghetto Riga.

An dem 1. Dezember 1941 begannen Angriffe Japans in dem Pazifik, bei denen die beiden britischen Schlachtschiffe HMS Prince of Wales und Repulse versenkt wurden.

An dem 4. Dezember 1941 wurde in dem Deutschen Reich die sogenannte Polenstrafrechtsverordnung erlassen, welche die Gewalt gegen Polen und Juden verstärkte. An dem 5. Dezember 1941 begann in der Schlacht um Moskau die Gegenoffensive der Sowjetunion (Jelezer Operation), die den Vormarsch der Wehrmacht des Deutschen Reiches aufhalten und dabei auf einer etwa 1000 Kilometer breiten Front bis zu 250 Kilometer nach Westen vorstoßen konnte.

An dem (Sonntag) 7. Dezember 1941 frühmorgens um 7.48 griffen die Marineluftstreitkräfte Japans mit Bombern und Kampfflugzeugen den Marinestützpunkt Pearl Harbor der Vereinigten Staaten von Amerika auf der Insel Oahu in Hawaii überraschend an, um die Einmischung der Vereinigten Staaten von Amerika in Japans asiatische Expansionspläne durch ein Ölembargo zu verhindern oder zu behindern. Innerhalb weniger als zwei Stunden töteten sie dabei mehr als 2400 amerikanische Soldaten und beschädigten die amerikanische Flotte schwer, ausgenommen die drei abwesenden Flugzeugträger. Nach der Ansicht von Historikern bereute Japan nachträglich seine Entscheidung.

An dem 8. Dezember 1941 erklärte Japan den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien Kanada und Australien den Krieg und erklärten die Vereinigten Staaten von Amerika Japan den Krieg. An dem 9. Dezember 1941 traf Adolf Hitler den Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Huseini in Berlin zu einem Gespräch über die Lage in dem Nahen Osten An dem 10. Dezember 1941 eroberte Japan die westlich Hawais und östlich der Philippinen gelegene Insel Guam der Vereinigten Staaten von Amerika. An dem 11. Dezember 1941 erklärten das Deutsche Reich und Italien den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg. An dem 12. Dezember 1941 erklärten die Vereinigten Staaten von Amerika und andere Staaten dem Deutschen Reich und Italien den Krieg. An dem 13. Dezember 1941 kündigten die Vereinigten Staaten von Amerika an, dass künftig Schiffe Frankreichs in Häfen der Vereinigten Staaten ebenso beschlagnahmt würden wie deutsche oder italienische Schiffe.

Die Schweiz übernahm die Vertretung der Interessen des Deutschen Reiches in den Vereinigten Staaten von Amerika und der amerikanischen und britischen Interessen in dem Deutschen Reich. An dem 16. Dezember 1941 forderte Adolf Hitler die deutsche Armee an der Ostfront zu einem fanatischen Widerstand auf und verbot jedes Zurückweichen um Moskau. An dem 19. Dezember 1941 entließ Adolf Hitler aus Unzufriedenheit über die deutsche Heeresleitung Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch und übernahm selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht.

An dem 20. Dezember 1941 forderte Josef Stalin bei Beratungen zwischen der Sowjetunion und Großbritannien in Moskau die Anerkennung der Grenzen der Sowjetunion von dem 22. Juni 1941, eine Aufteilung des Deutschen Reiches und die Wiederherstellung Österreichs.

An dem 22. Dezember 1941 wurden in Washington auf der Arcadia-Konferenz unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritanniens die Grundlagen für die Deklaration der geplanten Vereinten Nationen beschlossen. An dem 23. Dezember 1941 räumte das Deutsche Afrika-Korps die nordafrikanische Stadt Bengasi. An dem 24. Dezember 1941 kapitulierte die britische Kronkolonie Hongkong gegenüber Japan.

An dem 25. Dezember 1941 wurde nach internen Auseinandersetzungen in der Heeresleitung des Deutschen Reiches Generaloberst Rudolf Schmidt an entscheidende Stelle gesetzt. An dem 26. Dezember 1941 landeten Einheiten der Armee der Sowjetunion auf der bis auf die Festung Sewastopol von Truppen des Deutschen Reiches besetzten Halbinsel Krim.

An dem 1. Januar 1942 unterzeichneten Vertreter von 26 alliierten Staaten die Declaration by United Nations, in der sie sich zu den Grundsätzen der Atlantikcharta von dem 14. August 1941 bekannten und in der erstmals amtlich die Bezeichnung Vereinte Nationen verwendet wurde. An dem 4. Januar 1942 wurde durch einen Erlass der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika die Kraftfahrzeugherstellung um 76 Prozent gesenkt und der Verkauf yon Privatkraftfahrzeugen verboten, weil die Autoindustrie auf die Erfordernisse der Rüstungsindustrie umgestellt wurde.

An dem 20. Januar 1942 fand in Berlin in einer Villa (Nr. 58) an dem Großen Wannsee die etwa 90 Minuten währende Wannseekonferenz statt, auf der unter Vorsitz Reinhard Heydrichs, des Chefs des Reichssicherheitshauptamts, und unter Protokollführung Adolf Eichmanns von Staatssekretären der wichtigsten Ministerien des Deutschen Reiches und Vertretern der SS und NSDAP in einer geheimen Besprechung die sogenannte Endlösung der Judenfrage durch Deportation und Ermordung von Juden in einem Netz von Vernichtungslagern beschlossen wurde. Zentrales Thema war, wer als Jude zu gelten habe.

An dem 26. Januar 1942 trafen die ersten Truppenverbände der Vereinigten Staaten von Amerika für den Einsatz in Europa in Nordirland ein. An dem 29. Januar 1942 eroberten Einheiten der deutsch-italienischen Panzergruppe unter Erwin Rommel die nordafrikanische Stadt Bengasi. An dem 30. Januar 1942 prophezeite Adolf Hitler in einer Rede in dem Sportpalast in Berlin die Vernichtung des Judentums bis Kriegsende. An dem 31. Januar 1942 erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit Abessiniens an.

An dem 1. Februar 1942 wurde der Führer der Nasjonal Samling in Norwegen Vidkun Quisling mit Zustimmung des deutschen Reichskommissars für Norwegen Josef Terboven zu dem Ministerpräsidenten Norwegens ernannt. An dem 8. Februar 1942 starb Fritz Todt, Reichsminister für Munition und Bewaffnung des Deutschen Reiches, bei einem Flugzeugabsturz bei Rastenburg in Ostpreußen. An dem 9. Februar 1942 wurde als Nachfolger des bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten Reichsministers für Munition und Bewaffnung der Architekt Albert Speer ernannt. An dem 15. Februar 1942 eroberte Japan Singapur.

An dem 1. März 1942 unterzeichnete Adolf Hitler einen Erlass über die planmäßige geistige Bekämpfung von Juden, Freimaurern und mit ihnen verbündeten Gegnern des Nationalsozialismus. Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, wurde mit der Beschlagnahme aller jüdischen Kulturgüter in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten beauftragt. In dem Hauptquartier des jugoslawischen Partisanenführers Josip Broz Tito in Foca wurde die 2. Proletarische Brigade aufgestellt.

An dem 15. März 1942 hielt Adolf Hitler eine Rede in dem Berliner Zeughaus, in der er die Vernichtung der Roten Armee der Sowjetunion für den Sommer 1942 vorhersagte und den Angriff des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion als weltgeschichtliche Mission rechtfertigte. An dem 17. März 1942 begann die als Aktion Reinhardt bezeichnete organisierte Vernichtung der Juden in dem (polnischen) Generalgouvernement in Belzec. An dem 18. März 1942 ordnete Alfred Rosenberg als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete für die früheren baltischen Staaten die Einrichtung landeseigener Verwaltungen mit Deutsch als alleiniger Amtssprache an. Auf dem Gelände der Raketenversuchsanstalt des deutschen Heeres in Peenemünde an der Ostsee wurde das erste Versuchsmuster der ballistischen Fernrakete (V) bei einem Brennkammerversuch erfolgreich gezündet.

An dem 19. März 1942 ordnete Adolf Hitler in einem Erlass eine Konzentration der Kraftfahrzeugherstellung auf Volkskraftwagen (VW) an. An dem 23. März 1942 verlangte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von dem Kongress einen Kredit von 17,5 Milliarden Dollar für den Bau von 148000 Flugzeugen. An dem 24. März 1942 empfing Adolf Hitler in seinem Hauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen den König von Bulgarien, um ihn zu einem Kriegseintritt zu überreden.

An dem 26. März 1942 wurde in dem Deutschen Reich eine Anordnung zu der Kennzeichnung jüdischer Wohnungen erlassen. An dem 30. März 1942 gab der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die Bildung eines Pazifischen Kriegsrats aus Australien, Kanada, China, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika bekannt. An dem 5. April 1942 ordnete Adolf Hitler für den Sommer für den Südabschnitt der Ostfront den Vorstoß zu dem Kaukasus an.

An dem 6. April 1942 wurden in dem Deutschen Reich die wöchentlichen Brotrationen von 2250 Gramm Brot auf 2000 Gramm Brot und von 400 Gramm Fleisch auf 300 Gramm Fleisch gekürzt. An dem 7. April 1942 wurde durch ein Dekret des Obersten Sowjet der Sowjetunion Arbeitern und Angestellten landwirtschaftlicher Boden für Nebenwirtschaften und Gemüsegärten zugeteilt. An dem 9. April 1942 scheiterte eine Offensive der Sowjetunion auf der Halbinsel Krim.

An dem 11. April 1942 kündigte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in einem Telegramm an Josef Stalin für die nahe Zukunft einen militärischen Vorstoß der Vereinigten Staaten von Amerika zwecks Entlastung der Sowjetunion an. An dem 13. April 1942 verbot eine Verordnung des Generalbevollmächtigten für den Vierjahresplan Hermann Göring in allen kriegswichtigen Betrieben des Deutschen Reiches Friedensplanungen und verlängerte die wöchentliche Mindestarbeitszeit auf 56 Stunden. An dem 14. April 1942 wurden in Oslo nach Anschlägen auf Angehörige der Wehrmacht des Deutschen Reiches von Sicherheitskräften des Deutschen Reiches zahlreiche Personen festgenommen und interniert.

An dem 15. April 1942 wurden die Reste der 33. Armee der Sowjetunion, die von Truppen des Deutschen Reiches südöstlich Wjasmas eingeschlossen worden waren, besiegt. An dem 16. April 1942 ernannte Adolf Hitler Generaloberst Gerd von Rundstedt zu dem Oberbefehlshaber West mit Zuständigkeit für die Befestigungen des Atlantikwalls. An dem 18. April 1942 griffen Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika in einem von James Harold Doolittle geplanten Unternehmen erstmals Großstädte Japans an, verursachten bei diesem Doolittle Raid aber nur vergleichsweise geringen Schaden.

Ab 19. April 1942 wurden die seit 1940 von Truppen des Deutschen Reiches besetzten britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey zu starken Festungen ausgebaut. An dem 20. April 1942 gab bei einem Treffen aus Anlass des Geburtstags Adolf Hitlers der Reichsminister für Bewaffnung und Munition Albert Speer dem über Rohstoffmangel klagenden Großadmiral Erich Raeder den Rat. sich fehlende Materialien auf dem Schwarzen Markt zu besorgen. Eine Verordnung des Reichsbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel verpflichtete Frauen zu einem Arbeitseinsatz in Rüstungsbetrieben.

Gerhard Köbler entwickelte sich in seiner fürsorglichen Familie gut.

Nach Anschlägen auf Angehörige der deutschen Wehrmacht ordnete die deutsche Kommandantur von Groß-Paris an dem 22. April 1942 die vorläufige Schließung aller Theater, Kinos und anderer Vergnügungsstätten an. Nach starker Zerstörung Lübecks durch einen Luftangriff der britischen Royal Air Force wurde in dem Deutschen Reich der Bau von Reichsautobahnen eingestellt. An dem 26. April 1942 erteilten die Abgeordneten des Reichstags Adolf Hitler die Vollmacht, ohne formale Rechtsgrundsätze zu handeln. Während eines Abendessens in der Reichskanzlei erklärte Adolf Hitler, dass Linz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine neue Weltstadt an der Donau werden solle.

An dem 27. April 1942 sprach sich in Delhi Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi gegen eine Stationierung von Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika in Indien aus. An dem 28. April 1942 begannen Truppen der Sowjetunion in dem Norden der Halbinsel Kola eine Offensive. Bei einem nächtlichen Luftangriff Großbritanniens auf Köln wurden Rathaus und Sankt Pantaleonskirche in Brand gesetzt.

Vor der Verwaltungsakademie Wien bezeichnete Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk die auf 120 Milliarden Reichsmark angewachsene Verschuldung des Deutschen Reiches angesichts einen (jährlichen) Volkseinkommens von 120 Milliarden Reichsmark als absolut unbedenklich.

An dem 29. April 1942 vereinbarten Adolf Hitler und Benito Mussolini bei einem Treffen auf Schloss Kleßheim bei Salzburg für Mai eine Offensive in Nordafrika. An dem 30. April 1942 forderte eine Denkschrift des Wirtschaftsverwaltunghauptamts der SS an Heinrich Himmler zwecks Steigerung der Rüstungsproduktion eine Neuorganisation der Konzentrationslager, die eine Expansion von Nebenlagern und eine Verschlechterung der Lebensbedingungen bewirkte. An dem 3. Mai 1942 ordnete Adolf Hitler zwecks besserer Bekämpfung der Partisanentätigkeit in dem besetzten Jugoslawien eine Verstärkung der deutschen Truppen an.

An dem 5. Mai 1942 landeten Truppen Großbritanniens auf der Insel Madagaskar, um einer japanischen Invasion zuvorzukommen. An dem 6. Mai 1942 kapitulierten die alliierten Streitkräfte auf der Philippineninsel Corregitor vor den japanischen Truppen. An dem 7. Mai 1942 wurden in Italien alle Juden zwischen 18 und 55 zu dem zivilen Arbeitsdienst eingezogen. Auf Grund wachsender Schwierigkeiten in der Kohleversorgung kündigte Großbritanniens Handelsminister Hugh Dalton in dem Unterhaus in London eine sofortige Brennstoffrationierung an.

An dem 9. Mai 1942 unterzeichneten in Washington 26 Staaten den Pakt der Vereinten Nationen. Bei einem Vorstoß sowjetischer Verbände um Charkow wurden mehrere Armeen von Truppen des Deutschen Reiches aufgerieben. An dem 11. Mai 1942 drangen Unterseeboote des Deutschen Reiches in die Mündungen des Sankt-Lorenz-Stromes und des Mississippi ein und versenkten mehrere Schiffe. In dem Deutschen Reich wurden Kartoffeln und Spirituosen in die Zwangsbewirtschaftung einbezogen.

An dem 12. Mai 1942 wurden in dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Sosnowiec ermordet. An dem 13. Mai 1942 erlaubte die Seekriegsleitung des Deutschen Reiches den Unterseebootkommandanten, bewaffnete Schiffe der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika ohne Vorwarnung anzugreifen. An dem 15. Mai 1942 wurden 14 Mitglieder einer Mannheimer Widerstandsorganisation wegen Veröffentlichung eines Textes zu der Todesstrafe verurteilt. An dem 21. Mai 1942 wies Heinrich Himmler die Reichsführer SS an, die Benachrichtigung der Angehörigen verstorbener Konzentrationslagerhäftlinge wegen des Ansehens der Sicherheitspolizei zu verbieten. Adolf Hitler verschob die geplante Eroberung Maltas auf unbestimmte Zeit.

An dem 22. Mai 1942 wurden zwecks Erhöhung der Effektivität bisher dem Oberkommando der Wehrmacht unterstehende Teile des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamts des Deutschen Reiches dem Ministerium für Bewaffnung und Munition unter Albert Speer zugeordnet. An dem 23. Mai 1942 entließ Adolf Hitler Reichsernährungsminister Richard Walther Darre wegen ungenügender Sicherstellung der Lebensmittelversorgung in dem Deutschen Reich. An dem 24. Mai 1942 fand in dem Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen in Anwesenheit Adolf Hitlers, Martin Bormanns, Albert Speers und Julius Heinrich Dorpmüllers eine Besprechung über einen geplanten Bau eines Breitspureisenbahnnetzes in den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Ostgebieten statt.

An dem 25. Mai 1942 vereinbarten auf einer Konferenz in Washington Präsident Franklin Delano Roosevelt und Premierminister Winston Churchill ein Landeunternehmen der Alliierten in Sizilien. An dem 26. Mai 1942 begann in Nordafrika eine Offensive (Theseus) der deutsch-italienischen Panzerarmee unter Erwin Rommel. An dem 27. Mai 1942 wurde in Prag der stellvertretende Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich von zwei tschechoslowakischen Widerstandskämpfern bei einem Attentat (Operation Anthropoid) durch Splitter schwer verletzt, woran er nach anfänglicher Besserung an dem 4. Juni 1942 infolge Blutvergiftung starb.

An dem 28. Mai 1942 endete die Schlacht bei Charkow in dem Südabschnitt der Ostfront mit der deutschen Gefangennahme 240000er sowjetischer Soldaten. An dem 30. Mai 1942 bombardierte die Royal Air Force Köln mit mehr als 1000 Bombenflugzeugen, wobei die Innenstadt zerstört wurde. 474 Menschen starben.

An dem 1. Juni. 1942 begann in dem Deutschen Reich eine auf 15 Tage befristete Sammlung von Altkleidern und Spinnstoffen für Rüstungsarbeiter und Rüstungsarbeiterinnen. An dem 2. Juni 1942 begannen die ersten Deportationen deutscher Juden in das Altersghetto Theresienstadt. Eine Verordnung des Reichswirtschaftsministeriums des Deutschen Reiches sah Gauwirtschaftskammern für alle Betriebe eines Bezirks ausgenommen die Landwirtschaft vor.

An dem 7. Juni 1942 endete die Schlacht um Midway mit dem Verlust vierer von sechs Flugzeugträgern Japans. Nach einer Verordnung der deutschen Militärbefehlshaber in Belgien und Frankreich mussten Juden ab sofort in der Öffentlichkeit einen gelben Stern tragen. An dem 10. Juni 1942 wurde als Vergeltung für das Attentat auf Reinhard Heydrich das tschechische Dorf Lidice zerstört.

An dem 11. Juni 1942 unterzeichneten die Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion ein Abkommen über die gegenseitige Unterstützung gegen das Deutsche Reich. An dem 12. Juni 1942 billigte Reichsführer SS Heinrich Himmler den so genannten Generalplan Ost zu der Aussiedlung von etwa 30 Millionen Menschen aus Osteuropa nach Sibirien. Anne Frank bekam zu ihrem 13. Geburtstag ihr Tagebuch geschenkt. An dem 14. Juni 1942 setzte sich Präsident Franklin Delano Roosevelt für die vier Freiheiten der Rede, der Religion, des Wollens und des Fühlens ein. An dem 17. Juni 1942 billigte das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Amerika einen Kredit von 8,55 Milliarden Dollar für den Bau von Flugzeugträgern. An dem 18. Juni 1942 wurden die mutmaßlichen Mörder Reinhard Heydrichs von der Waffen-SS in einer Kirche in Prag gestellt und bei einem Schusswechsel getötet.

An dem 19. Juni 1942 fielen bei einer Notlandung eines deutschen Majors an der Ostfront Befehle und Karten für die erste Phase der Sommeroffensive des Deutschen Reiches an die Sowjetunion. An dem 21. Juni 1942 eroberte Generalfeldmarschall Erwin Rommel in einem Überraschungsangriff mit deutschen und italienischen Truppen die Festung Tobruk in Libyen in Nordafrika. An dem 23. Juni 1942 kapitulierten die deutschen und italienischen Truppen in Bardijja in Libyen.

An dem 25. Juni 1942 wurde Generalmajor Dwight D. Eisenhower Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten in Europa. An dem 28. Juni 1942 begann eine Sommeroffensive des Deutschen Reiches in dem Kampf gegen die Sowjetunion zwischen Kursk und Taganrog. In dem Deutschen Reich wurden die jüdischen Schulen geschlossen.

An dem 6. Juli 1942 sprach auf einer Sitzung des Reichsforschungsrats in dem Reichsluftfahrtministerium Reichsluftfahrtminister Hermann Göring über den Stand der Forschungen zu der Herstellung einer Atombombe. An dem 7. Juli 1942 wurde dem Deutschen Theater in Berlin auf Anordnung von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eine Aufführung des sozialkritischen Dramas Die Ratten Gerhart Hauptmanns untersagt. Die deutsche Sommeroffensive an der Ostfront wurde an dem 8. Juli 1942 ohne großen Fortschritt abgeschlossen.

An dem 10. Juli 1942 eroberte die deutsche Wehrmacht nach erbitterten Kämpfen die Festung Sewastopol auf der Krim. An dem 11. Juli 1942 begannen Cetnici-Partisanen mit einer Offensive gegen deutsche Besatzungstruppen in Serbien. An dem 13. Juli 1942 ordnete das Oberkommando der Sowjetunion den Rückzug der Roten Armee auf die Linie Wolga-Wolgograd-Kaukasus an.

An dem 15. Juli 1942 begannen Deportationen niederländischer Juden in das Vernichtungslager Auschwitz. An dem 16. Juli 1942 verlegte Adolf Hitler sein Hauptquartier (Wolfsschanze) von Rastenburg in Ostpreußen unter dem Namen Werwolf in die Nähe von Winniza in der Ukraine. In Paris wurden 12884 jüdische Bürger für die Deportation nach Auschwitz verhaftet und interniert.

An dem 17. Juli 1942 wurde Ostgalizien dem (polnischen) Generalgouvernement angegliedert. An dem 22. Juli 1942 begannen die Deportationen von Juden aus dem Ghetto in Warschau in das Vernichtungslager Treblinka. Britische Flugzeuge bombardierten Köln, Duisburg, Krefeld, Essen und Gelsenkirchen.

An dem 23. Juli1942 teilte Adolf Hitler in der Weisung Nr. 45 die Heeresgruppen des Deutschen Reiches, um gleichzeitig die Ölfelder des Kaukasus (in dem Unternehmen Edelweiß) und Stalingrad anzugreifen, was in dem Ergebnis fehlerhaft war. An dem 28. Juli 1942 erließ Josef Stalin den Befehl Nr. 227 (Nicht einen Schritt zurück). Er bedrohte die Kapitulation mit der Todesstrafe und festigte damit die Verteidigung der Sowjetunion an der Ostfront.

An dem 1. August 1942 begann die Schlacht um Stalingrad mit Angriffen der deutschen Luftwaffe auf die Stadt. An dem 5. August 1942 wurde der polnisch-jüdische Arzt Janusz Korczak mit rund 200 Kindern seines Waisenhauses aus dem Ghetto Warschau in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. An dem 7. August 1942 eröffnete General Paulus mit deutschen und rumänischen Truppen einen Angriff auf Stalingrad.

An dem 8. August 1942 rief Mahatma Gandhi die Briten zu dem sofortigen Verlassen Indiens auf (quit India). An dem 10. August 1942 erfolgte ein schwerer Luftangriff Großbritanniens auf Osnabrück. In Luxemburg fand ein landesweiter Generalstreik gegen die deutsche Besatzung und Zwangsrekrutierung statt, der gewaltsam niedergeschlagen wurde.

An dem 13. August 1942 verhängte die Schweiz eine Einreisesperre für verfolgte Juden. An dem 17. August 1942 flog die 8. Luftflotte der Vereinigten Staaten von Amerika ihren ersten Tagesangriff mit B-17-Bombern (auf einen Rangierbahnhof bei Rouen in Frankreich). An dem 18. August wurden Juden in Polen durch deutsche Polizisten und ukrainische Helfer erschossen und wurden Juden aus Belgien nach Auschwitz deportiert.

An dem 19. August 1942 scheiterte ein Landungsversuch der Alliierten bei Dieppe (Operation Jubilee) unter hohen Verlusten. An dem 20. August 1942 wurde Roland Freisler Präsident des Volksgerichtshofs des Deutschen Reiches. An dem 21. August 1942 wurde in dem Deutschen Reich die akustische Warnung vor feindlichen Luftangriffen eingeführt.

Bis zu dem 28. August 1942 wurden in Treblinka rund 268000 Juden ermordet. An dem 6. September 1942 endete die Schlacht von Alam Halfa in Ägypten mit einem britischen Verteidigungssieg gegen das deutsch-italienische Afrikakorps. An dem 9. September 1942 entzog Adolf Hitler Feldmarschall List das Kommando über die Heeresgruppe A.

An dem 20. September 1942 bombardierte Großbritannien München und wurden in Paris 116 Menschen als Vergeltung für Angriffe auf Deutsche getötet. An dem 21. September 1942 endete die als Große Aktion bezeichnete Vernichtung des Warschauer Ghettos. An dem 24. September 1942 setze Adolf Hitler Generalstabschef Franz Halder ab.

An dem 27. September 1942 klagte Thomas Mann in einer von der British Broadcasting Corporation ausgestrahlten Rundfunkrede den Massenmord an Juden an. An dem 3. Oktober 1942 gelang in Peenemünde ein Teststart einer deutschen A4- Rakete (V2), die als erstes von Menschen geschaffenes Objekt den Weltraum (mehr als 80 Kilometer Höhe) erreichte. An dem 6. Oktober 1942 griff die Luftwaffe Großbritanniens Osnabrück an und zerstörte große Teile der Stadt.

An dem 8. Oktober 1942 wurden Goldminen in den Vereinigten Staaten von Amerika geschlossen, um Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie zu gewinnen. An dem 15. Oktober 1942 wurden 2000 Juden aus Theresienstadt nach Treblinka deportiert. An dem 18. Oktober 1942 erließ Adolf Hitler den sogenannten Kommandobefehl (Weisung Nr. 46a, 46b), der rechtswidrig die rücksichtslose Tötung alliierter Kommando- und Fallschirmjägertruppen anordnete und die Verweigerung von Pardon sowie die Übergabe Überlebender an den Sicherheitsdienst verfügte. An dem 23. Oktober 1942 begann eine Offensive Großbritanniens gegen die deutsch-italienischen Truppen unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel, die eine Wende in dem Afrikafeldzug bewirkte.

An dem 27. Oktober 1942 wurden in Berlin-Plötzensee der junge deutsche Widerstandskämpfer Helmuth Hübener hingerichtet und der tschechische Soldat Josef Jaroš ermordet. An dem 29. Oktober 1942 begann die Vernichtung des Ghettos von Pinsk mit tausenden jüdischen Opfern. Ab dem 4. November 1942 zogen sich nach einem britischen Durchbruch durch deutsche Linien deutsche Truppen aus der Schlacht von El Alamein entgegen einem Haltebefehl Adolf Hitlers zurück.

An dem 7. November 1942 erweiterten die Alliierten durch eine erste große amphibische Invasion in dem Rahmen der Operation Torch den Kriegsschauplatz in Nordafrika um eine zweite Front. In Auschwitz wurden rund 1300 Menschen aus dem Ghetto Zichenau ermordet. In einer Rede in dem Löwenbräukeller in München verkündete Adolf Hitler (fälschlich) die Einnahme Stalingrads und bekräftigte sein Ziel der Vernichtung der Juden.

An dem 11. November 1942 besetzten deutsche Truppen den Süden Frankreichs. Die Alliierten errangen einen wichtigen Sieg in der Zweiten Schlacht von El Alamein. Die Vereinigten Staaten von Amerika zogen 18-Jährige und 19-Jährige zu dem Militärdienst ein.

Bis zu dem 18. November 1942 eroberte die deutsche 6. Armee etwa 90 Prozent Stalingrads. An dem 19. November begann die Sowjetunion eine Gegenoffensive (Operation Uranus), in der sowjetische Truppen die rumänischen Flanken der Wehrmacht angriffen und dann mehr als 250000 Soldaten der Achsenmächte einkesselten. Die 8. Armee Großbritanniens eroberte Bengasi zurück.

An dem 2. Dezember 1942 gelang dem 1901 in Rom geborenen Physiker Enrico Fermi in Chicago die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion, auf deren Grundlage die Entwicklung der Atombombe möglich war. In Auschwitz traf ein Transport mit 826 Menschen ein, von denen die meisten unmittelbar in Gaskammern kamen An dem 6. Dezember 1942 griff Großbritannien die für die deutsche Wehrmacht Bauteile herstellenden Philips-Werke in Eindhoven in den Niederlanden an (Operation Oyster).

An dem 8. Dezember 1942 wurde von zwölf Regierungen der Alliierten die Interalliierte Erklärung zu der Vernichtung der Juden veröffentlicht, die auf die nationalsozialistischen Verbrechen an den Juden aufmerksam machte. An dem 12. Dezember 1942 begann der letztlich an dem 21. Dezember 1942 gescheiterte Entsatzversuch Unternehmen Wintergewitter für die bei Stalingrad eingekesselte deutsche sechste Armee. Ein deutscher Jesuit informierte den Privatsekretär des Papstes Pius XII. über die tägliche Vernichtung von Tausenden von Menschen (hauptsächlich Juden und Polen) in den Verbrennungsöfen von Belzec. Ein Zug mit 757 Juden aus den Niederlanden traf in Auschwitz ein, von denen 121 als Häftlinge aufgenommen wurden, während 636 in Gaskammern ermordet wurden.

An dem 22. Dezember 1942 wurden in Berlin-Plötzensee führende Mitglieder der Widerstandsgruppe Rote Kapelle nach von Adolf Hitler persönlich bestätigten Todesurteilen wegen Widerstands gegen den Nationalsozialismus durch Hängen oder Enthaupten hingerichtet. An dem 5. Januar 1943 wurde von 18 alliierten Staaten die sogenannte Londoner Erklärung veröffentlicht, die vor dem Kauf entzogenen Eigentums in besetzten Gebieten warnte und ihn für nichtig erklärte. An dem 6. Januar 1943 trat Großadmiral Erich Raeder nach einem Streit mit Adolf Hitler zurück.

An dem 13. Januar 1943 veröffentlichte Adolf Hitler einen (weitgehend wirkungslosem) Erlass zu der Mobilisierung für den totalen Krieg. An dem 14. Januar 1943 begann die Konferenz von Casablanca in Marokko als geheimes Treffen zwischen Präsident Franklin D. Roosevelt und Premierminister Winston Churchill (ohne Josef Stalin) zwecks Festlegung der Strategie gegen die Achsenmächte mit dem Ziel der bedingungslosen Kapitulation.

An dem 29. Januar 1943 ordnete ein Schnellbrief des Reichssicherheitshauptamts des Deutschen Reiches die Einweisung von Zigeunermischlingen, Róm-Zigeunern und balkanischen Zigeunern in Konzentrationslager an. An dem 30. Januar 1942 ernannte Adolf Hitler Oberbefehlshaber Friedrich Paulus zu einem Generalfeldmarschall. An dem 31. Januar/2. Februar 1943 kapitulierten die Reste der bei Stalingrad eingeschlossenen sechsten deutschen Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus bedingungslos und etwa 91000 Soldaten des Deutschen Reiches gerieten in Gefangenschaft der Sowjetunion.

An dem 4. Februar brachten Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose in München Flugblätter an und malten Bekenntnisse wie Freiheit oder Nieder mit Hitler an Gebäude. An dem 5. Februar 1943 wurde in den Niederlanden der Widerstandskämpfer Willem Robert Douma hingerichtet. An dem 10. Februar 1943 wurde in Fürth Gerda Köbler geboren.

An dem 11. Februar 1943 begann in dem Deutschen Reich die zwangsweise Einberufung männlicher Schüler ab 15 Jahren als Luftwaffenhelfer zu der Flugabwehr durch Flugabwehrkanonen (Flak) als Ersatz für an der Front benötigte Soldaten. An dem 18. Februar 1943 wurden die Widerstandskämpfer Hans Scholl und Sophie Scholl der Gruppe Weiße Rose bei der Verteilung von Flugblättern entdeckt und hielt Joseph Goebbels in dem Sportpalast in Berlin eine Rede mit einem Aufruf zu einem totalen Kampf (Volk, steh auf, und Sturm, brich los). An dem 20. Februar 1943 trafen in Auschwitz-Birkenau Tausende Deportierter aus dem Ghetto Theresienstadt ein, von denen viele sofort in den Gaskammern ermordet wurden.

An dem 21 Februar 1943 wurden Sophie Scholl und Hans Scholl von der geheimen Staatspolizei verhört. Nach der Verurteilung durch den Volksgerichtshof zu der Todesstrafe wegen Wehrkraftzersetzung wurden an dem 22. Februar 1943 Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst durch das Fallbeil hingerichtet.

An dem 23. Februar 1943 wurde Erwin Rommel zu dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika ernannt. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurden zwecks Einsparung von Kupfer Centmünzen aus Stahl hergestellt. An dem 28. Februar 1943 kam ein Deportationstransport von Juden und unerwünschten Personen in Auschwitz-Birkenau an.

An dem 1. März 1943 wurden in Koriukivka in der Ukraine 6700 Einwohner von SS-Einheiten ermordet. An dem 2. März 1943 griff Großbritannien Berlin aus der Luft an und verursachte viele Opfer und umfangreiche Zerstörungen. An dem 4. März 1943 kamen 1000 Juden aus Drancy nach Auschwitz, wo die meisten von ihnen sofort ermordet wurden.

An dem 9. März 1943 wurde Generalfeldmarschall Erwin Rommel als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika durch Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim ersetzt. An dem 10. März 1943 gründete die Sowjetunion das geheime Atominstitut Laboratorium Nr. 2. An dem 11. März 1943 wurden Sinti und Roma aus Norddeutschland nach Auschwitz-Birkenau und Juden aus Mazedonien nach Treblinka deportiert.

An dem 14. März 1943 scheiterte ein Attentatsversuch Fabian von Schlabrendorffs auf Adolf Hitler, weil eine als Cognac-Kiste getarnte Bombe in seinem Flugzeug nicht explodierte. An dem 15. März 1943 begannen in Griechenland Massendeportationen von Juden nach Auschwitz. An dem 17. März 1943 wurden etwa 1500 Juden bei Lemberg von Truppen des Deutschen Reiches ermordet. Ein Zug mit 964 Menschen verließ das Lager Westerbork in den Niederlanden Richtung Vernichtungslager Sobibor und ein weiterer Transport mit Sinti und Roma fuhr nach Auschwitz.

An dem 21. März 1943 scheiterte ein Attentatsversuch Oberst Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorffs in dem Zeughaus in Berlin, weil Adolf Hitler eine Ausstellung sowjetischer Kriegsgeräte vorzeitig verließ und die verwendete Bombe nicht zu diesem Zeitpunkt zündete. An dem 26. März 1943 forderte der frühere, von 1930 bis 1937 amtierende Oberbürgermeister Leipzigs Carl Friedrich Goerdeler in einem geheimen Schreiben verschiedene Generäle zu einem Sturz Adolf Hitlers auf. An dem 27. März 1943 verübten neun Mitglieder einer Widerstandsgruppe einen Anschlag auf das Melderegister Amsterdams.

An dem 30. März wurde die Kommunistin Maria Fischer in Wien hingerichtet. An dem 31. März 1943 wurden vor den Augen Heinrich Himmlers 1000 niederländische Juden aus einer Höhe von mehr als 50 Metern hinuntergeworfen. An dem 5. April 1943 wurden der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer und sein Schwager Hans von Dohnanyi von der Gestapo wegen Verbindungen mit dem Widerstand gegen Adolf Hitler verhaftet.

An dem 7. April 1943 veröffentlichte die Regierung Großbritanniens einen Plan für einen internationalen Währungsfonds nach dem Krieg (Keynes-Plan). An dem 8. April 1943 wurde in Berlin-Plötzensee der durch seine regimekritischen Briefe von der Front bekannte Widerstandskämpfer Otto Hermann Hampel hingerichtet. An dem 10. April 1943 erreichte ein großer Transport griechischer Juden Auschwitz, wo die meisten sofort ermordet wurden.

An dem 11. April 1943 führte Frank Piasecki mit dem Helikopter (Hubschrauber) Piasecki PV-2 der Vereinigten Staaten von Amerika seinen Erstflug durch. An dem 12. April 1943 wurde Martin Bormann zu dem Sekretär Adolf Hitlers ernannt. An dem 13. April 1943 gab die Wehrmacht des Deutschen Reiches die Entdeckung der Massengräber des sowjetischen Katyn-Massakers bekannt.

An dem 14. April 1943 forderte Senator Harry S. Truman eine härtere Rektion der Vereinigten Staaten von Europa auf die Vernichtung von Juden (Holocaust). An dem 16. April 1943 entdeckte der Schweizer Chemiker Albert Hofmann durch Zufall die halluzinogene Wirkung von Lysergsäurediethylamid (LSD). An dem 19. April 1943 begann in dem Ghetto von Warschau ein bewaffneter jüdischer Aufstand gegen die deutsche Besatzung.

An dem 21. April 1943 flog Frederick M. Trapnell als erster Pilot der Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika ein Düsenflugzeug (Bell P-59). An dem 29. April 1943 wurden von dem Volksgerichtshof des Deutschen Reiches 13 slowenische Widerstandskämpfer (u. a. Franz Weinzierl) zu der Todesstrafe verurteilt und in dem Landesgericht Wien hingerichtet. An dem 8. Mai 1943 wurde in dem Ghetto in Warschau die Führung der jüdischen Kampforganisation von deutschen Truppen getötet. An dem 14. Mai 1943 kapitulierten die Achsenmächte nach Niederlagen in Tunesien, wobei mehr als 250000 Soldaten in Gefangenschaft gerieten. An dem 17. Mai 1943 zerstörte die Luftwaffe Großbritanniens die Möhnetalsperre und die Edertalsperre in dem Sauerland sowie drei weitere Talsperren (Operation Chastise).

An dem 25. Mai 1943 wurde in dem Deutschen Reich die Serienproduktion des ersten Düsenflugzeugs (Me[sserschmitt] 262) beschlossen und in Sofia (Bulgarien) wurde eine Demonstration gegen die Deportation von Juden niedergeschlagen. An dem 3. Juni 1943 gründeten Charles de Gaulle und Henri Giraud in Algier das Komitee der Nationalen Befreiung. An dem 4. Juni 1943 veröffentlichte der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, eine Deklaration über das bäuerliche Eigentumsrecht im Osten, nach der das den einheimischen Bauern zu Nutzung überlassene Land in deren Eigentum überging. 1266 Kinder unter 16 Jahren wurden aus den Niederlanden in das Konzentrationslager Sobibór deportiert und vergast.

Das deutsche Flottenbauprogramm für 1943 umfasste nach einer Festlegung von dem 6. Juni u. a. den Bau von acht Zerstörern, 100 Minensuchbooten und 480 Unterseebooten. An dem 10. Juni 1943 begannen die Alliierten mit Tagesangriffen der amerikanischen Luftflotte und Nachtangriffen der britischen Luftflotte. An dem 11. Juni 1943 eroberten die Alliierten von Italien die Insel Pantelleria.

An dem 12. Juni 1943 wurde Düsseldorf durch Luftangriffe der Alliierten großflächig zerstört. An dem 16. Juni 1943 endete die letzte große Offensive der Achsenmächte gegen die Partisanen in Jugoslawien. Japan versprach Indien Unabhängigkeit. An dem 29. Juni wurden 2397 Juden aus Westerbork nach Sobibor deportiert.

An dem 3. Juli 1943 begann die Invasion Siziliens durch die Alliierten (Operation Husky). Ab dem 5. Juli 1943 versuchte das Deutsche Reich den Frontbogen der Roten Armee um Kursk einzukreisen (Unternehmen Zitadelle). An dem 10. Juli 1943 landeten von Nordafrika aus Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika an der Küste Siziliens.

An dem 13. Juli 1943 wurden in dem Deutschen Reich als Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose Professor Kurt Huber und Alexander Schmorell hingerichtet. An dem 14. Juli 1943 verübten Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika ein Massaker an unbewaffneten Kriegsgefangenen (Massaker von Biscari). An dem 17. Juli 1943 endete der erste öffentliche Kriegsverbrecherprozess des Zweiten Weltkriegs (Kriegsverbrecherprozess von Krasnodar).

An dem 19. Juli 1943 bombardierte die Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika militärische Ziele in Rom. Ab dem 24. Juli 1943 wurde in dem Deutschen Reich Hamburg bombardiert (Operation Gomorrha mit mehr als 30000 Toten). An dem 25. Juli 1943 forderte der Große Faschistische Rat in Italien den Rücktritt Benito Mussolinis und der König ließ ihn verhaften

An dem 2. August 1943 begann in dem Vernichtungslager Treblinka ein bewaffneter Häftlingsaufstand. An dem 5. August 1943 wurden in Berlin-Plötzensee 16 Verurteilte der Widerstandsgruppe Rote Kapelle durch das Fallbeil hingerichtet. An dem 18. August 1943 bombardierte Großbritannien die Raketenversuchsanstalt Peenemünde (Operation Hydra).

An dem 20. August 1943 wurde das Protektorat Böhmen und Mähren durch die Errichtung eines eigenen Staatsministeriums umstrukturiert. An dem 28. August 1943 begann die Errichtung des Konzentrations-Außenlagers Dora (später Mittelbau) bei Nordhausen mit der Ankunft von 107 Häftlingen aus dem Konzentrationslager Buchenwald, die Zwangsarbeit für eine unterirdische Rüstungsfabrik leisten mussten. An dem 30. August 1943 wurde in Wien-Schwechat ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen errichtet und in dem Deutschen Reich wurde die Nutzung von Pferdefuhrwerken eingeschränkt.

An dem 3. September 1943 unterzeichneten die Alliierten und Italien unter der Regierung von Marschall Pietro Badoglio einen Waffenstillstand (von Cassibile), der den Austritt Italiens aus dem Bündnis mit dem Deutschen Reich bedeutete. Bei Reggio Calabria landeten Truppen Großbritanniens. An dem 6. September 1943 griff die Luftwaffe Großbritanniens Mannheim und Ludwigshafen mit vielen Opfern und schweren Zerstörungen an.

An dem 7. September 1943 befahlen Hermann Göring und Heinrich Himmler für die Ostfront eine Politik der verbrannten Erde. An dem 8. September 1943 verkündete die Regierung Italiens den Waffenstillstand mit den Alliierten. An dem 9. September 1943 landeten die Alliierten in Salerno und in Tarent. An dem 10. September 1943 begannen Truppen des Deutschen Reiches mit der Besetzung Norditaliens und Mittelitaliens und bildeten die Operationszonen Adriatisches Küstenland und Alpenvorland.

An dem 11. September 1943 erreichte ein Transport von Juden aus Berlin das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, in dem die meisten von ihnen ermordet wurden. An dem 12. September 1943 wurde Benito Mussolini durch deutsche Fallschirmjäger (Unternehmen Eiche) an dem Gran Sasso in den Abruzzen befreit, so dass er später die Leitung der Regierung der Sozialrepublik Italien (Republik von Salò) übernehmen konnte. An dem 13. September ermordeten deutsche Gebirgsjäger (nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten) mehr als 4000 italienische Soldaten auf der griechischen Insel Kefalonia. Adolf Hitler sprach sich seinem Adjutanten gegenüber für eine Verschleppung des Papstes (Pius XII.) in das Deutsche Reich aus. Japanisch-amerikanische Staatsbürger wurden aus dem Tule Lake Internierungslager deportiert.

An dem 14. September 1943 wurde in Albanien die Unabhängigkeit von Italien erklärt, woraufhin deutsche Truppen das Land besetzten, gegen die jedoch Partisanen Kämpfe begannen. Der Leiter des Wilnaer Ghettos wurde von der Gestapo hingerichtet. Die deutsche Wehrmacht begann das Massaker von Viannos auf Kreta. Ein Transport von 305 Juden verließ Westerbork in den Niederlanden in Richtung Theresienstadt.

An dem 21. September 1943 erschoss die deutsche Wehrmacht rund 5200 gefangene italienische Soldaten, die sich ergeben hatten. An dem 23. September 1943 wurde in Norditalien die Republik von Salò begründet mit Benito Mussolini als Staatsoberhaupt. Erwin Rommel befahl die harte Behandlung entwaffneter italienischer Soldaten, die als Militärinternierte zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden.

An dem 26. September 1943 erschossen deutsche Truppen auf Korfu alle überlebenden 280 italienischen Offiziere (Massaker von Kefalonia). An dem 4. Oktober 1943 hielt Reichsführer SS Heinrich Himmler in Posen vor SS-Gruppenführern eine Geheimrede über die Einschätzung der Kriegslage und den Holocaust. An dem 6. Oktober 1943 hielt Reichsführer SS Heinrich Himmler in Posen vor Reichsleitern und Gauleitern eine zweite Geheimrede über die Einschätzung der Kriegslage und den Holocaust. An dem 8. Oktober 1943 wurden in dem Deutschen Reich Böblingen und Delmenhorst bombardiert, an dem 9. Oktober Hannover (261000 Bomben) und an dem 10. Oktober 1943 Münster.

An dem 12. Oktober 1943 wurde in München-Stadelheim der Widerstandskämpfer Willi Graf (Weiße Rose) durch das Fallbeil hingerichtet. An dem 13. Oktober 1943 erklärte die italienische Regierung unter Marschall Pietro Badoglio dem Deutschen Reich den Krieg. An dem 14. Oktober 1943 erhoben sich jüdische Häftlinge in dem Vernichtungslager Sobibór. Die Luftwaffe der Alliierten griff erneut Schweinfurt an.

An dem 15. Oktober 1943 verhaftete die deutsche Besatzung Roms in dem jüdischen Ghetto 1259 Juden und deportierte sie. An dem 16. Oktober 1943 wurden Tausende dänischer Juden durch Boote nach Schweden gebracht. An dem 22./23. Oktober 1943 wurde Kassel durch mehr als 400000 Stabbrandbomben weitgehend zerstört, wobei bis zu 10000 Menschen getötet wurden. An dem 24. Oktober 1943 wurde der australische Soldat Leonard Siffleet hingerichtet.

An dem 26. Oktober 1943 versuchte die Regierung des Deutschen Reiches die Produktivität in den Konzentrationslagern durch einen geheimen Befehl über verbesserte Ernährung und Kleidung der Häftlinge zu steigern. An dem 29. Oktober 1943 wurde der Schauspieler Robert Dorsay wegen reichsfeindlicher Aktivitäten hingerichtet. An dem 30. Oktober 1943 wurde in Moskau von den Außenministern der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und der Sowjetunion die Moskauer Deklaration vereinbart, nach der Österreich trotz seiner Mitschuld und unter Bewertung seiner Beteiligung an der Befreiung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder als unabhängiger Staat hergestellt werden sollte.

An dem 2. November 1943 wurde ein österreichischer Elektroingenieur als Widerstandskämpfer hingerichtet. Ab dem 3. November 1943 zerstörte das Deutsche Reich als Folge von Aufständen in den Ghettos Warschau und Bialystok sowie in Vernichtungslagern viele Synagogen und tötete Hunderte Menschen und deportierte Zehntausende (Aktion Erntefest). An dem 6. November wurde Kiew durch die Rote Armee von der Besatzung durch das Deutsche Reich befreit.

An dem 9. November 1943 wurde die Hilfs- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA) begründet. An dem 10. November 1943 wurden die Geistlichen Karl Friedrich Stellbrink, Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek (Lübecker Märtyrer) wegen ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis durch Enthauptung mit der Guillotine hingerichtet. An dem 18. November 1943 flog die Royal Air Force einen Bombenangriff auf Berlin.

An dem 19. November 1943 unternahmen Häftlinge des Vernichtungslagers Janowska bei Lemberg einen gescheiterten Fluchtversuch, der Massaker nach sich zog. Die österreichische Widerstandskämpferin Hermine Zaynard geborene Schwarzer wurde hingerichtet. An dem 22. November 1943 erfolgten schwere Luftangriffe der Alliierten auf Berlin, bei denen die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche beschädigt wurde. In Kairo berieten Roosevelt, Churchill und Tschiang Kai-scheck (China) über die Nachkriegsordnung Asiens (Konferenz von Kairo).

An dem 27. November 1943 wurden österreichische Widerstandskämpfer wie Michael Heindl hingerichtet. An dem 4. Dezember 1943 erfolgte ein schwerer Luftangriff der Alliierten auf Leipzig. An dem 5. Dezember 1943 wurde Dwight D. Eisenhower Oberbefehlshaber der Alliierten in Europa.

An dem 13. Dezember 1943 verübte die Wehrmacht des Deutschen Reiches als Vergeltung für Partisanenaktionen das Massaker von Kalavryta auf dem Peloponnes in Griechenland, bei dem rund 1200 Dorfbewohner ermordet und der Ort niedergebrannt wurde. An dem 15. Dezember 1943 wurden bei Luftangriffen der Vereinigten Staaten von Amerika auf Innsbruck 269 Menschen getötet. An dem 16. Dezember 1943 wurden in dem Deutschen Reich Erich Maria Remarques Schwester Elfriede Scholz wegen Zersetzung der Wehrkraft und die Widerstandskämpferin Emma Martin hingerichtet.

An dem 17. Dezember 1943 wurden in Innsbruck an dem Militärfriedhof Amras sowjetische Zwangsarbeiter hingerichtet. An dem 18. Dezember 1943 ermordeten SS- Soldaten in Drakia in Griechenland in einem Massaker mehr als 100 Männer. An dem 1.-3. Januar 1944 griffen zahlreiche Bomber der Luftwaffe Großbritanniens Berlin einschließlich der Reichskanzlei des Deutschen Reiches an.

An dem 8. Januar 1944 begann der Schauprozess (Prozess von Verona) der faschistischen italienischen Sozialrepublik gegen Mitglieder des Großen Faschistischen Rates, die Benito Mussolini abgesetzt hatten. In Wien wurde der Kommunist und Widerstandskämpfer Josef Angermann hingerichtet. An dem 11. Januar 1944 fand ein Luftangriff auf Oschersleben statt, der 59 Menschen das Leben kostete.

An dem 19. Januar 1944 wurde der Widerstandskämpfer Helmuth James Graf von Moltke von der Gestapo verhaftet. An dem 21. Januar 1944 begann die Luftwaffe des Deutschen Reiches mit schweren Angriffen auf London (Unternehmen Steinbock). An dem 26. Januar 1944 verurteilte das Reichskriegsgericht den Dessauer Werbezeichner Johann Lukaschitz zu der Todesstrafe.

An dem 27. Januar 1944 endete die 872-tägige Blockade Leningrads durch die Wehrmacht des Deutschen Reiches. An dem 29. Januar 1944 griff Großbritannien Frankfurt am Main an und zerstörte zahlreiche Wohnhäuser. An dem 10. Februar 1944 wurde Marie Ehrlich wegen Wehrkraftzersetzung hingerichtet.

An dem 15. Februar 1944 wurde das militärisch ungenutzte Benediktinerkloster Montecassino in Italien durch alliierte Bombenangriffe zerstört. An dem 20. Februar 1944 begann eine Bombenoffensive der Alliierten gegen die Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches. An dem 26. Februar 1944 wurden durch die Royal Air Force in Augsburg mehr als 700 Menschen getötet und zahlreiche Gebäude zerstört.

An dem 5. März 1944 wurden 732 Juden aus Westerbork nach Auschwitz deportiert. Ab dem 6. März 1944 bombardierten Bomberverbände der Vereinigten Staaten von Amerika Berlin bei Tage. An dem 12. März 1944 befahl Adolf Hitler die Besetzung Ungarns. An dem 13. März 1944 wurde in Wien der Widerstandskämpfer Franz Anderle hingerichtet.

An dem 18. März 1944 und dem 22. März 1944 erfolgten zwei sogenannte Tausend-Bomber-Angriffe der Alliierten auf Frankfurt am Main, bei denen mehr als 1000 Menschen getötet wurden. An dem 23. März 1944 töteten italienische Widerstandskämpfer in Rom in der Via Rasella 33 deutsche Polizisten, worauf SS-Truppen als Vergeltung in den Ardeatinischen Höhlen bei der Via Ardeatina 335 italienische Zivilisten und Geiseln erschossen. An dem 25. März 1944 wurden Juden aus Ioannina in Griechenland nach Auschwitz deportiert.

An dem 29. März 1944 hörte die junge Anne Frank in dem Rundfunk einen Aufruf der Exilregierung der Niederlande zu einer Sammlung von Kriegsdokumenten, was sie dazu veranlasste, das von ihr geführte Tagebuch für eine spätere Veröffentlichung zu überarbeiten und einen Roman zu planen. An dem 30. März 1944 griff Großbritannien Nürnberg und seine Umgebung an. An dem 1. April 1944 bombardierten 16 amerikanische Piloten Schaffhausen in der Schweiz in Verwechslung mit Ludwigshafen und töteten dabei 40 Einwohner.

An dem 2. April 1944 ermordeten Soldaten der SS in Ascq in Frankreich 86 Zivilisten. Aus Griechenland fuhr ein Transport mit mehr als 5000 Menschen nach Auschwitz. Aachen und Wien wurden von Piloten der Alliierten angegriffen.

An dem 6. April 1944 wurden 44 jüdische Waisenkinder und ihre Betreuer in Izieu in Frankreich von der Gestapo verhaftet und dann nach Auschwitz deportiert. An dem 16. April 1944 begann in Ungarn die Ghettoisierung (Konzentration) der jüdischen Bevölkerung in dem besetzten Teil der Tschechoslowakei. An dem 17. April 1944 verübten in Italien deutsche Soldaten die Massaker von Monte Morello und Vallucciole sowie Fragheto, bei denen viele Zivilisten getötet wurden.

An dem 19. April 1944 wurden sieben französische Eisenbahner in Stuttgart wegen Widerstands hingerichtet. An dem 21. April 1944 griff die Luftwaffe Großbritanniens Köln an. In Melk wurde ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen errichtet.

An dem 24. April 1944 griff die alliierte Luftwaffe München an, an dem 25. April 1944 München und Karlsruhe. Aus Auschwitz flohen zwei Häftlinge, die wichtige Informationen bieten konnten. An dem 26. April 1944 wurde in dem Lager Reichenau in Innsbruck David Janaszewicz ermordet. An dem 28. April 1944 griff die Luftwaffe Großbritanniens Friedrichshafen an. Neun deutsche Schnellboote versenkten vor der englischen Küste zwei alliierte Landungsschiffe mit mehr als 700 amerikanischen Soldaten.

An dem 12. Mai eröffneten die Alliierten eine Offensive gegen die Treibstoffindustrie des Deutschen Reiches. An dem 13. Mai 1944 verhaftete die Gestapo in Hamburg die letzten 129 Bewohner der sogenannten Chinatown wegen behaupteter Feindbegünstigung.

Ab dem 15. Mai 1944 durchbrachen die Alliierten die letzten starken Deutschen Verteidigungslinien wie die sogenannte Gustav-Linie bei Montecassino in Italien. In Ungarn begannen 1944 die Deportationen von Juden nach Auschwitz-Birkenau. Als die SS an dem 16. Mai 1944 die letzten noch in dem sogenannten Zigeunerlager in Auschwitz-Birkenau lebenden Sinti und Roma in Gaskammern ermorden wollte, bewaffneten sich die Häftlinge und leisteten bis zu ihrer Ermordung Widerstand.

An dem 18. Mai 1944 begann in der Sowjetunion die Deportation der Krimtataren. An dem 19. Mai 1944 erschossen Angehörige der Kriegsmarine des Deutschen Reiches an dem Turchino-Pass 59 politische Häftlinge. An dem 4. Juni 1944 nahmen die Alliierten Rom ein.

An dem 6. Juni 1944 begann die alliierte Invasion in der Normandie (D-Day, Operation Overlord). An dem 9./10. Juni 1944 töteten Angehörige der SS als Vergeltung für Partisanentätigkeiten zahlreiche Zivilisten (Massaker von Argenton-sur-Creuse, Oradour-sur Glane). An dem 12. Juni 1944 exekutierte die französische Résistance Wehrmachtssoldaten.

An dem 14. Juni 1944 kehrte General Charles de Gaulle nach vier Jahren Exil nach Frankreich zurück. An dem 22. Juni 1944 begann die sowjetische Großoffensive Operation Bagration gegen die deutsche Heeresgruppe Mitte. An dem 29. Juni 1944 ermordeten deutsche Soldaten in der Toskana mehr als 170 Zivilisten und zerstörten drei Dörfer (Massaker von Civitella).

An dem 1. Juli 1944 wurde Claus Schenk Graf von Stauffenberg zu einem Oberst befördert (Chef des Stabes bei dem Befehlshaber des Ersatzheers), wodurch er Zugang zu den Lagebesprechungen Adolf Hitlers erlangte. An dem 7. Juli 1944 scheiterte Generalmajor Hellmuth Stieff mit einem Attentatsversuch auf Adolf Hitler bei einer Uniformschau in Schloss Kleßheim. An dem 11. Juli 1944 wurde ein geplanter Attentatsversuch auf Adolf Hitler bei einer Lagebesprechung auf dem Obersalzberg wegen der kurzfristigen Absage Heinrich Himmlers und Hermann Görings von Hellmuth Stieff verschoben.

An dem 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Bombenattentat auf Adolf Hitler in dem Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen, bei dem vier andere Anwesende getötet wurden, Hitler selbst aber leicht verletzt überlebte. Die Attentäter (Stauffenberg, Friedrich Olbricht, Werner von Haeften) wurden verhaftet und noch in der Nacht zu dem 21. Juli in dem Bendlerblock in Berlin erschossen. An dem 30. Juli 1944 erging der Terror- und Sabotageerlass zwecks Bekämpfung von Zivilisten durch die Besatzungsmacht.

An dem 1. August 1944 begann auf Grund einer Entscheidung der Exilregierung Polens die größte bewaffnete Erhebung der etwa 50000 Mann umfassenden polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa) gegen die Besatzung durch das Deutsche Reich, um die Hauptstadt noch vor dem Eintreffen der Armee der Sowjetunion zu befreien. Die überlegenen deutschen Truppen von Wehrmacht und SS reagierten sehr hart, während die Sowjetunion von der anderen Seite der Weichsel her nicht eingriff.

An dem 2./3 August 1944 wurden in dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau mehr als 4000 Sinti und Roma in Gaskammern ermordet. Das sogenannte Zigeunerlager wurde aufgelöst.

An dem 4. August 1944 wurde Anne Frank zusammen mit anderen Untergetauchten in ihrem Versteck in Amsterdam entdeckt und verhaftet.

An dem 8. August 1944 wurden Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben und Oberstleutnant Robert Bernardis sowie weitere Verschwörer des missglückten Attentats auf Adolf Hitler vor dem Volksgerichtshof zu dem Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee durch Erhängen hingerichtet. An dem 12. August 1944 töteten Soldaten der Waffen-SS in Sant’Anna di Stazzema in der Toskana bis zu 560 Menschen. An dem 13. August 1944 zerstörte die Wehrmacht des Deutschen Reiches als Vergeltung das Dorf Anogia auf Kreta.

An dem 16. August 1944 ernannte Adolf Hitler Walter Model zu dem Oberbefehlshaber West. An dem 17. August wurde die französische Regierung von dem Deutschen Reich festgenommen. In Kokkinia in Griechenland fand ein Massaker an Widerstandskämpfern statt.

An dem 18. August 1944 wurde in dem Konzentrationslager Buchenwald auf Befehl Adolf Hitlers der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands Ernst Thälmann ermordet. An dem 19. August 1944 begann in Paris der Aufstand der französischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung. Die alliierten Luftstreitkräfte zerstörten mit mehr als 100000 Bomben weite Teile Bremens und töteten dabei tausende Menschen.

An dem 23. August 1944 stürzte König Michael I. von Rumänien Marschall Ion Antonescu, woraufhin Rumänien aus dem Bündnis mit dem Deutschen Reich ausschied und zu den Alliierten wechselte. An dem 24. August 1944 wurde Paris von den Alliierten befreit. Der deutsche Stadtkommandant Dietrich von Choltitz kapitulierte fast kampflos unter Missachtung des Befehls Adolf Hitlers zu der Zerstörung. Die Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika griff die Rüstungsfabrik und den Bereich der SS in dem Konzentrationslager Buchenwald an.

An dem 29. August 1944 begann in der Slowakei ein Aufstand gegen die nationalsozialistische Besatzung und das mit dem Deutschen Reich zusammenarbeitende Regime unter Jozef Tiso. An dem 1. September 1944 wurde in dem Deutschen Reich von Adolf Hitler der Deutsche Volkssturm aller wehrfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren zu der Verteidigung des Reiches gegründet. An dem 2. September 1944 erklärte Finnland seine diplomatischen Beziehungen zu dem Deutschen Reich für beendet und forderte alle Deutschen zu der Ausreise auf. Deutsche Truppen verübten bei Lipniak-Majorat ein Massaker an etwa 450 Polen.

An dem 8. September 1944 verlegte das französische Vichy-Regime unter Marschall Pétain seinen Sitz nach Sigmaringen. Der Widerstandskämpfer Oberstleutnant Günther Smend wurde hingerichtet. An dem 9. September 1944 erfolgte in Bulgarien ein kommunistischer Putsch.

An dem 10. September 1944 befreiten die Vereinigten Staaten von Amerika Luxemburg. Außerdem griff ihre Luftwaffe Wien und Sindelfingen an.  In Italien erschoss die SS 42 Menschen (Massaker von Massa).

An dem 11. September 1944 bombardierte die Luftwaffe Großbritanniens Darmstadt. Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika überschritten die Grenze des Deutschen Reiches. An dem 12. September 1944 verabschiedeten die Alliierten das Londoner Protokoll über die Aufteilung des Deutschen Reiches in Besatzungszonen. An dem 13. September 1944 griff die Royal Air Force Osnabrück an.

An dem 21. September 1944 erklärte San Marino dem Deutschen Reich den Krieg. An dem 29./30. September 1944 ermordeten Einheiten der SS und der Wehrmacht des Deutschen Reiches bei Marzobotto nahe Bologna, wo seit dem Winter 1943/1944 eine Partisanengruppe (Brigade Stella Rossa) aufgebaut worden war, 770 Menschen. An dem 30. September 1944 griffen die Alliierten aus der Luft Bielefeld an

An dem 2. Oktober 1944 endete der Warschauer Aufstand durch Kapitulation der Aufständischen. Bis dahin wurden 70 Prozent der Gebäude zerstört. Etwa 16000 Aufständische und bis zu 180000 Zivilisten wurden in dem Verlauf der Kämpfe getötet.

An dem 5. Oktober 1944 wurde Saarbrücken durch schwere Luftangriffe fast vollständig zerstört. An dem 6. Oktober 1944 wurden Stralsund (rund 800 Opfer) und Dortmund von den Alliierten aus der Luft angegriffen. An dem 7. Oktober 1944 griffen jüdische Häftlinge mit Steinen und Äxten sowie selbst gebauten Granaten SS-Männer in Auschwitz-Birkenau an.

An dem 10. Oktober 1944 erreichte die Armee der Sowjetunion die Grenze des Deutschen Reiches in Ostpreußen. An dem 11. Oktober 1944 zerstörte die Wehrmacht des Deutschen Reiches in dem Lapplandkrieg die finnische Stadt Rovaniemi. An dem 13. Oktober 1944 wurde in Berlin-Plötzensee der Widerstandskämpfer Roland von Hößlin hingerichtet.

An dem 14. Oktober 1944 tötete sich Generalfeldmarschall Erwin Rommel auf Aufforderung Adolf Hitlers. An dem 15. Oktober 1944 bombardierte die Royal Air Force Duisburg und Braunschweig mit tausenden Toten und schweren Zerstörungen. An dem 16. Oktober 1944 wurden Salzburg (mit mehr als 500 Bomben) und das Panzerwerk (Nibelungenwerk) in Sankt Valentin in Österreich durch die Alliierten bombardiert, an dem 18. Oktober 1944 Bonn.

An dem 20. Oktober 1944 wurde der Widerstandskämpfer Adolf Reichwein hingerichtet. Belgrad wurde durch die Sowjetunion und jugoslawische Partisanen von der deutschen Besatzung befreit. An dem 21. Oktober 1944 eroberte die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika Aachen, die Armee der Sowjetunion das Gestüt Trakehnen in Ostpreußen. wobei es in dem damals deutschen Dorf Nemmersdorf (später Majakowskoje in Russland) zu einem Massaker kam (Erschießung 13 einheimischer Zivilisten).

An dem 25. Oktober 1944 wurden in Köln-Ehrenfeld in der Hüttenstraße 6 entflohene russische Zwangsarbeiter durch die Gestapo öffentlich hingerichtet. An dem 28. Oktober 1944 verübte die Wehrmacht des Deutschen Reiches in Nordmazedonien ein Massaker. Nach 60 Tagen der Kämpfe endete der slowakische Nationalaufstand gegen die deutsche Besatzung. An dem 31. Oktober 1944 wurde die deutsche Psychologin Hedwig Eppstein in Auschwitz ermordet.

An dem 1. November 1944 fanden in Auschwitz-Birkenau die letzten dokumentierten Vergasungen statt und wurde mit dem Abriss der Krematorien begonnen. An dem 2. November 1944 griffen die Alliierten aus der Luft Düsseldorf (748 Tote) und das Ammoniakwerk Merseburg an. Tito wurde Premierminister.

An dem 4./5. November 1944 wurden bei Luftangriffen der Alliierten in Bochum mehr als 1200 Menschen getötet und wurde in Solingen die Altstadt zerstört (mit Tausenden von Todesopfern). An dem 6. November 1944 bombardierten die Alliierten Koblenz und Gelsenkirchen. wobei Hunderte Menschen getötet und zahlreiche Gebäude zerstört oder beschädigt wurden. In Frankreich wurden alle antijüdischen Gesetze aufgehoben, in Großbritannien nahm die größte Penicillin-Fabrik der Welt in Liverpool den Betrieb auf und in Kairo wurde der Politiker und Zionist Walter Guinness (Lord Moyne) von einer jüdischen Terrorgruppe ermordet.

An dem 7. November 1944 wurde Franklin D. Roosevelt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika für eine vierte Amtszeit wiedergewählt. An dem 8. November 1944 wurden Rheine, Merseburg, Nordhorn und Enschede von den Alliierten aus der Luft angegriffen. Joseph Goebbels verkündete einen Beschuss mit V-2-Raketen.

An dem 10. November 1944 wurden in Köln-Ehrenfeld 13 Mitglieder einer Widerstandsgruppe (darunter Hans Steinbrück) öffentlich gehängt. An dem 10. und 11. November 1944 führten die deutschen Besatzer in den Niederlanden ihre größte Razzia mit der Verschleppung von Tausenden Männern zu Zwangsarbeit durch. An dem 12. November 1944 versenkten Bombenflieger Großbritanniens in einem norwegischen Fjord das deutsche Schlachtschiff Tirpitz.

An dem 13. November 1944 wurde der katholische Priester Carl Lampert in dem Deutschen Reich hingerichtet. Die alliierte Luftoffensive gegen Städte des Deutschen Reiches wie Berlin wurde fortgesetzt. An dem 14. November 1944 erfolgten alliierte Luftangriffe auf Düsseldorf und das Ruhrgebiet.

An dem 16./17. November 1944 wurden bei alliierten Luftangriffen (Operation Queen) Düren und Jülich fast vollständig zerstört und tausende Menschen getötet. An dem 18. November 1944 wurden von der Air Force der Vereinigten Staaten von Amerika Städte wie Koblenz angegriffen. In Österreich wurden Freiheitsbataillone gegen das nationalsozialistische Regime aufgestellt.

An dem 20. November 1944 verließ Adolf Hitler das Hauptquartier Wolfsschanze ein letztes Mal. An dem 21. November 1944 griff Großbritannien Aschaffenburg an (Zerstörung der Altstadt, viele Opfer). An dem 22. November 1944 befahl General Eisenhower, Knotenpunkte von Eisenbahn und Verkehr aus der Luft anzugreifen. An dem 24. November 1944 floh die Regierung Ungarns aus Budapest und in Kanada begann ein Aufstand von Soldaten gegen die Wehrpflicht.

An dem 25. November 1944 griffen die Alliierten Städte wie Leuna, Lützkendorf und Halle (Saale) an und verursachten umfangreiche Industrieschäden. Eine (deutsche) V-2-Rakete traf den Stadtteil Holborn in London, wobei viele Menschen getötet wurden. An dem 26. November 1944 starben bei einem schweren alliierten Luftangriff auf Hannover-Misburg viele Menschen. In den Konzentrationslagern wie Auschwitz-Birkenau wurden zahlreiche Menschen ermordet.

An dem 27. November 1944 griff die Royal Air Force in der Operation Tigerfish neben dem Ruhrgebiet mit tausenden Bomben Freiburg in Breisgau an, wobei fast 3000 Menschen starben und nahezu die ganze Altstadt bis auf das Münster zerstört wurde. An dem 29. November 1944 wurde Stuttgart von der alliierten Luftwaffe angegriffen. In Großbritannien explodierte das Munitionslager Fauld. Albanien wurde durch Rückzug aus Shkodra von der deutschen Besatzung befreit.

An dem 30. November 1944 griff die alliierte Luftwaffe Städte wie Meuselwitz und Zweibrücken an, wobei viele Menschen getötet wurden. An dem 2. Dezember 1944 folgten alliierte Bombenangriffe auf Stuttgart und Ulm. An dem 3. Dezember 1944 begannen griechische Partisanen in Athen einen Aufstand.

An dem 4. Dezember 1944 griff die Royal Air Force Heilbronn an, wobei die Innenstadt weitgehend zerstört und mehr als 6500 Menschen getötet wurden. In Bebra und Leipzig wurden durch Luftangriffe die Bahnhöfe beschädigt. An dem 5. Dezember wurde der österreichische Widerstandskämpfer Karl Punzer, der an dem 24. Mai 1944 wegen Vorbereitung von Hochverrat durch den Volksgerichtshof zu der Todesstrafe verurteilt, aber an dem 30. November 1944 aus Stadelheim geflohen war, in München hingerichtet. Die Royal Air Force griff Soest an, wobei 220 Menschen getötet und die Stadt zerstört wurde. Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof wurde evakuiert, wobei einige Häftlinge entkamen und der Außenwelt über die Verbrechen berichteten.

An dem 6, Dezember 1944 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Gießen und Merseburg an. An dem 8. Dezember wurde in Berlin-Plötzensee die wegen Wehrkraftzersetzung zu der Todesstrafe verurteilte Widerstandskämpferin Ehrengard Frank-Schultz hingerichtet. Budapest wurde mit seinen ungarischen und deutschen Verteidigern zunehmend von sowjetischen Truppen eingeschlossen.

An dem 10. Dezember 1944 wurden zehn niederländische Widerstandskämpfer (Zehn von Renesse) durch deutsche Wehrmachtssoldaten hingerichtet. Die alliierten Luftstreitkräfte griffen Koblenz an. An dem 12. Dezember 1944 wurde General Harold Alexander zu einem Feldmarschall befördert und wurde eine Fabrik für V-Raketen durch amerikanische Truppen erobert.

An dem 13. Dezember 1944 starb der Widerstandskämpfer Engelbert Brinker in der deutschen Haft an den Folgen der Folter durch die Gestapo. An dem 14. Dezember 1944 ermordeten japanische Soldaten alliierte Kriegsgefangene auf den Philippinen (Palawan-Massaker). An dem 17. Dezember 1944 griffen die Alliierten Ulm an und ermordeten während der Ardennenoffensive Soldaten der SS Kriegsgefangene der Vereinigten Staaten von Amerika.

An dem 20. Dezember 1944 wurde General Dwight D. Eisenhower zu einem Fünf-Sterne-General befördert. An dem 22. Dezember 1944 wurde in Ungarn eine provisorische Regierung gebildet. An dem 23. Dezember 1944 bombardierten die Alliierten Saarbrücken, an dem 24. Dezember 1944 Essen-Mülheim, Köln, Sankt Wendel und Lüttich, an dem 25. Dezember 1944 Singen, an dem 27. Dezember 1944 Fulda (700 Tote in einem Luftschutzbunker), an dem 28. Dezember 1944 Brühl und Zweibrücken sowie an dem 29. Dezember 1944 Troisdorf und Passau. An dem 31. Dezember 1944 erklärte Ungarn dem Deutschen Reich den Krieg und die Alliierten bombardierten Neuss.

An dem 2. Januar 1945 griff die Royal Air Force mit rund 2300 Tonnen Bomben in 910 Maschinen Nürnberg an, wobei mehr als 1800 Menschen getötet und zahlreiche Gebäude der Altstadt zerstört wurden, wobei das Feuer wohl in sehr weitem Umkreis sichtbar war. An dem 6. Januar 1945 griffen die Alliierten Hanau und Kassel an, an dem 7. Januar Rastatt und Achern. An dem 10. Januar erließ Adolf Hitler eine Verordnung über die mit der Todesstrafe bedrohte Unterschlagung von Sammlungsstücken und gegen den Juristen Helmuth James Graf von Moltke wurde vor dem Volksgerichtshof verhandelt.

An dem 11. Januar 1945 wurde der Widerstandskämpfer Kurt Kresse hingerichtet. An dem 12. Januar 1945 begann mit dem Vordringen der Sowjetunion auf der 1200 Kilometer breiten Front zwischen Ostsee und Karpaten bei widrigem Winterwetter die Massenflucht aus Ostpreußen. An dem 14. Januar griffen alliierte Bombenflugzeuge Magdeburg und andere Ziele an. An dem 15. Januar 1945 beschränkte eine Anordnung des Reichsverkehrsministers die Nutzung von Kraftfahrzeugen auf kriegswichtige Aufgaben. Die Schauspielerin Irmgard Mader wurde wegen Beihilfe zu Hochverrat festgenommen, weil sie einem sogenannten Geltungsjuden zu Flucht verholfen hatte.

An dem 16. Januar 1945 wurde Magdeburg bei einem alliierten Luftangriff mit mehr als 2000 Todesopfern stark zerstört. An dem 17. Januar 1945 nahm die Sowjetunion Warschau ein und die SS des Deutschen Reiches schickte etwa 56000 Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz und seiner Nebenlager auf sogenannte Todesmärsche. An dem 20. Januar 1945 wurde Franklin D. Roosevelt in seine vierte Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt. Die Sowjetunion eroberte Tilsit.

An dem 23. Januar 1945 sprengte die deutsche Wehrmacht das Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen. Die deutsche Ardennenoffensive scheiterte. Die Sowjetunion erreichte bei Elbing die Küste und schnitt damit Ostpreußen von dem Rest des Deutschen Reiches ab, weshalb hunderttausende Flüchtlinge über das vereiste Frische Haff zu fliehen versuchten. Der Widerstandskämpfer Helmuth James Graf von Moltke wurde hingerichtet.

An dem 27. Januar 1945 befreite die Armee der Sowjetunion das Konzentrationslager Auschwitz, in dem insgesamt mehr als eine Million Menschen (Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle, Behinderte und Gegner) gestorben beziehungsweise ermordet worden war. An dem 29. Januar 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Städte wie Krefeld und Rheinbach an. Die Armee der Sowjetunion durchbrach die deutsche Ostfront. In München wurde der Hamburger Student und Widerstandskämpfer Hans Leipelt hingerichtet.

An dem 31. Januar 1945 wurde das mit Flüchtlingen und Wehrmachtsangehörigen überfüllte Schiff Wilhelm Gustloff der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront vor der Küste Pommerns durch ein Unterseeboot der Sowjetunion torpediert und sank mit mehr als 9000 Menschen. An dem 2. Februar 1945 wurde in Berlin der Widerstandskämpfer und frühere Oberbürgermeister Leipzigs Carl Friedrich Goerdeler von dem Volksgerichtshof wegen Hochverrats zu dem Tode verurteilt und hingerichtet. In dem Konzentrationslager Mauthausen brachen Häftlinge (sowjetische Zwangsarbeiter) aus, die aber fast alle von SS, Wehrmacht und Volkssturm gefangen und ermordet wurden (sogenannte Mühlviertler Hasenjagd).

An dem 3. Februar 1945 griffen fast 1000 Bombenflugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika das Regierungsviertel und Zeitungsviertel in Berlin an, was schwere Zerstörungen und viele Tote bewirkte. An dem 4. Februar 1945 begann die Konferenz von Jalta auf der Krim, auf der Präsident Franklin D. Roosevelt, Ministerpräsident Winston Churchill und Josef Stalin über die Neuordnung Europas, die Teilung des Deutschen Reiches in Besatzungszonen und die Gründung der Vereinten Nationen berieten. An dem 6. Februar 1945 griffen alliierte Luftstreitkräfte Chemnitz, Gotha, Arnstadt, Friedrichroda, Arnstadt, Schmalkalden und Ohrdruf an und verursachten viele Opfer und schwere Zerstörungen.

An dem 7. Februar 1945 wurden bei alliierten Luftangriffen auf Wien das Parlament und andere Gebäude getroffen sowie auch die Stadt Goch schwer zerstört. Deutsche Truppen sprengten Schleusentore, um das Gebiet westlich Kölns zu überfluten. Widerstandskämpfer töteten den SS-Hauptsturmführer August Gölzer in dem Protektorat Böhmen und Mähren.

An dem 8. Februar gelang dem sowjetischen Kriegsgefangenen Michael Dewjatajew mit anderen Häftlingen in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde eine Flucht mit einem deutschen Kraftfahrzeug. An dem 9. Februar 1945 griffen alliierte Luftstreitkräfte Weimar (mehr als 1000 Tote) und Eisenach sowie das Treibstoffwerk Lützkendorf in dem Geiseltal an. Ein Unterseeboot der Sowjetunion versenkte in der Ostsee an dem 9./10. Februar den deutschen Dampfer General Steuben mit mehr als 3600 Verwundeten und Flüchtlingen an Bord.

An dem 12. Februar 1945 wurden in dem Deutschen Reich Frauen und Mädchen zu Hilfsdiensten für den Volkssturm eingezogen. Die Wehrmacht sprengte die Rurtalsperre. An dem 13. Februar 1945 begannen die alliierten Luftstreitkräfte Angriffe auf Dresden mit rund 25000 Todesopfern. Die deutschen Truppen kapitulierten in Budapest, das fast vollständig zerstört wurde.

An dem 17. Februar 1945 eroberte die Sowjetunion Posen. Venezuela erklärte dem Deutschen Reich den Krieg. Die Heeresversuchsanstalt Peenemünde begann mit der Evakuierung. Die alliierten Luftstreitkräfte griffen Freital bei Dresden an.

An dem 19. Februar 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Städte wie Graz und Wien an, wobei in Graz Hunderte Menschen getötet wurden und in Wien Schönbrunn und Bahnhöfe zerstört wurden. An dem 20. Februar 1945 wurde bei alliierten Bombenangriff Meuselwitz fast vollständig zerstört und Wien weiter beschädigt. An dem 21. Februar wurden Worms, Monheim. Fürth und weitere Orte angegriffen, wobei Hunderte Menschen getötet und umfangreiche Zerstörungen angerichtet wurden.

An dem 22. Februar 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Städte wie Salzwedel, Sangerhausen, Stendal, Überlingen und Wallhausen an, an dem 23. Februar 1945 Pforzheim, Meiningen und Knittelfeld sowie an dem 24. Februar 1945 Chemnitz, wobei zahlreiche Menschen ihr Leben verloren und umfangreiche Zerstörungen verursacht wurden. In München wurde auf einer Kundgebung der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands eine Rede Adolf Hitlers verlesen.

An dem 25. Februar 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Linz und Kaufbeuren an, an dem 26. Februar Berlin. An dem 26. Februar 1945 eroberten die Alliierten Erkelenz und erklärte Syrien dem Deutschen Reich den Krieg. An dem 27. Februar 1945 zerstörte die Royal Air Force die Innenstadt Mainzs fast vollständig und tötete mehr als 1200 Menschen. An dem 28. Februar wurde Freiburg im Breisgau aus der Luft angegriffen.

An dem 1. März 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Rommerskirchen und Bruchsal an. An dem 2. März 1945 fand der vierte Luftangriff der Alliierten auf Dresden statt. An dem 3. März 1945 eroberten die Alliierten Krefeld. Finnland und Bulgarien erklärten den Achsenmächten den Krieg. An dem 4. März 1945 wurden Wiener Neustadt und Graz bombardiert.

An dem 5. März 1945 starben bei alliierten Luftangriffen auf Chemnitz Tausende Menschen und wurde die Innenstadt fast vollständig zerstört. An dem 6. März 1945 drangen Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika in Köln ein, wo Pioniere der Waffen-SS hinter den deutschen Einheiten die Hohenzollernbrücke als letzte Rheinbrücke sprengten.

An dem 7. März 1945 eroberten amerikanische Truppen die Rheinbrücke bei Remagen, woraufhin Adolf Hitler vier deutsche Offiziere wegen angeblicher Feigheit hinrichten ließ. Die Royal Air Force zerstörte Dessau weitgehend. An dem 8. März wurde Tito Ministerpräsident Jugoslawiens.

An dem 10. März 1945 töteten die Alliierten durch Luftangriffe auf Tokio mehr als 100000 Menschen und zerstörten große Teile der Stadt. An dem 11. März 1945 griffen die Alliierten Chemnitz an und die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika überschritt die Rur. An dem 12. März 1945 fanden schwere alliierte Luftangriffe auf Dortmund, Swinemünde und Wien mit vielen Opfern und schweren Zerstörungen statt, an dem 13. März auf Lengerich und Landshut, an dem 14. März 1945 auf Homburg, Wiener Neustadt und Zweibrücken, an dem 15. März 1945 auf Oranienburg und Pirmasens sowie an dem 16. März 1945 auf Würzburg und an dem 17. März 1945 auf Wien und Jena.

An dem 18. März 1945 griffen alliierte Luftstreitkräfte vor allem Berlin, Bad Dürkheim und Wachenheim an. An dem 19. März 1945 ordnete Adolf Hitler durch den sogenannten Nerobefehl die Taktik der verbrannten Erde in dem Reichsgebiet an. Die Royal Air Force zerstörte die Innenstadt Hanaus. An dem 21. März 1945 marschierten die Alliierten in dem Saarland ein.

An dem 22. März 1945 griffen alliierte Luftstreitkräfte Hildesheim an, an dem 23. März 1945 Dinslaken und Wesel. An dem 24. März 1945 brachten die Alliierten die westlichen Teile der späteren Rheinland-Pfalz unter ihre Kontrolle, durchbrachen den Westwall und überschritten den Rhein an mehreren Stellen. An dem Palmsonntag dem 25. März 1945 ermordeten nationalsozialistische Täter in dem Massaker von Rechnitz etwa 200 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter. Die Alliierten flogen umfangreiche Luftangriffe auf deutsche Städte wie Osnabrück und Wiener Neustadt.

An dem 27. März 1945 zerstörte ein Luftangriff Großbritanniens Paderborn fast vollständig. An dem 28. März 1945 kapitulierten in dem Deutschen Reich Städte wie Mannheim. Die Alliierten flogen schwere Luftangriffe auf Orte wie Attendorn und Wien, die viele Menschen töteten und schwere Zerstörungen bewirkten. Die Sowjetunion eroberte Städte wie Danzig. Küstrin ergab sich. An dem 31. März 1945 (Karsamstag) griffen die Alliierten Erfurt, Rothenburg ob der Tauber und Würzburg an.

An dem 1. April 1945 wurden in Sankt Pölten Widerstandskämpfer hingerichtet, die eine kampflose Übergabe der Stadt an die Sowjetunion anstrebten. An dem 2. April 1945 besetzten alliierte Truppen Münster (in Westfalen). An dem 4. April 1945 eroberten die Alliierten Städte wie Kassel und Bielefeld. An dem 5. April 1945 drangen Truppen der Sowjetunion von Süden her in Wien ein. Durch einen alliierten Luftangriff wurde Ingolstadt schwer beschädigt.

An dem 6. April 1945 wurden auf Anweisung eines SS-Standartenführers in dem Zuchthaus Stein zu einer Entlassung vorgesehene Häftlinge massakriert, wobei Hunderte Gefangene und Justizbeamte starben. Ab dem 7. April 1945 wurden in dem Konzentrationslager Buchenwald von der SS Zehntausende Häftlinge zu einer Evakuierung auf den Weg geschickt (Todesmärsche), wobei an dem Abend des 8. April 1945 in dem Güterbahnhof Celle mehrere Hundert Häftlinge durch einen amerikanischen Bombenangriff getötet wurden.

An dem 9. April 1945 kapitulierte in Königsberg die deutsche Garnison. In dem Konzentrationslager Flossenbürg wurden die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und Wilhelm Canaris hingerichtet, in dem Konzentrationslager Dachau Georg Elser. In dem Süden Italiens begann eine alliierte Frühjahrsinitiative.

An dem 10. April 1945 nahmen amerikanische Truppen Städte wie Hannover ein. In Hemer ermordete die Gestapo acht Gefangene.  In Buchenwald schworen Überlebende, eine neue Welt des Friedens aufzubauen. Plauen wurde durch die alliierten Luftstreitkräfte schwer zerstört. In Sankt Pölten wurden Führungsmitglieder einer eine kampflose Übergabe der Stadt an sowjetische Truppen anstrebender Widerstandsgruppe hingerichtet. In Wien, wo die deutsche Wehrmacht die Brücken über den Donaukanal sprengte, wurde eine provisorische Regierung verschiedener Parteien gebildet.

An dem 11. April 1945 befreiten amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald. An dem 12. April 1945 starb unerwartet der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, dem Harry S. Truman nachfolgte. Braunschweig wurde kampflos an die Alliierten übergeben, von denen Biberach schwer bombardiert wurde. In Sankt Pölten wurden Widerstandskämpfer hingerichtet.

An dem 13. April 1945 eroberten Truppen der Sowjetunion Wien. Mehr als 1000 Häftlinge aus Konzentrationslagern verbrannten in einer von der SS angezündeten Feldscheune bei Gardelegen. 71 Häftlinge des Zuchthauses Luttringhausen wurden von der Gestapo in der Wenzelnbergschlucht bei Langenfeld in dem späteren Nordrhein-Westfalen erschossen.

An dem 14. April 1945 wurden bei einem britischen Luftangriff auf Potsdam mehr als 1500 Menschen getötet. Wismar wurde durch einen Luftangriff schwer zerstört. An dem 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle, in dem Tausende Häftlinge überlebten. An dem 16. April 1945 wurde in Weimar die Bevölkerung zu einer Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald gezwungen.

An dem 17. April 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte Dresden und Nordböhmen an. Großbritannien besetzte Verden. Der Widerstand in Düsseldorf versuchte eine kampflose Übergabe der Stadt.

An dem 18. April 1945 griffen die alliierten Luftstreitkräfte etwa Freising und Erding an. In Leipzig wurden mehr als 80 Häftlinge ermordet (Massaker von Abtnaundorf). An dem 19. April 1945 nahmen amerikanische Truppen Leipzig ein und wurde Pirna schwer aus der Luft bombardiert.

An dem 20. April 1945 eroberten amerikanische Truppen Nürnberg. Die Stadt Zwiesel wurde durch einen schweren Luftangriff der Alliierten mit vielen Todesopfern zerstört. 4200 Häftlinge wurden aus dem Konzentrationslager Neuengamme durch das schwedische und dänische Rote Kreuz evakuiert.

An dem 21. April erreichte die sowjetische Armee nach der Eroberung von Spremberg und Cottbus die Stadtgrenze Berlins. Die alliierte Luftwaffe griff den Bahnknotenpunkt Attnang-Puchheim an und tötete dabei mehr als 700 Menschen. Mehr als 33000 Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurden auf einen Todesmarsch Richtung Nordwesten getrieben, bei dem viele von ihnen starben.

An dem 22. April 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Sachsenhausen. Französische Truppen drangen in Vorarlberg vor, während in Wien die letzten deutschen Verteidiger abgezogen wurden. Amerikanische Truppen töteten 36 Männer der SS (Massaker von Lippach). An dem 23. April 1945 nahmen sowjetische Truppen Stadtteile wie Reinickendorf und Pankow in Berlin ein und befreiten amerikanische Truppen das Konzentrationslager Flossenbürg. An dem Nachmittag des 23. April kamen amerikanische Panzer auch nach Wassertrüdingen. An dem 25. April 1945 trafen sich amerikanische Truppen und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe.

In Italien wurde der 25. April 1945 zu dem Tag der Befreiung erklärt, weil an ihm Mailand und andere Städte Norditaliens von Partisanen befreit wurden. In Kärnten wurden elf Mitglieder einer slowenischen Familie von der SS ermordet. In einem alliierten Luftangriff auf Bad Reichenhall wurden viele Menschen getötet und Gebäude zerstört.

An dem 26. April 1945 begann der größte zusammenhängende Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau. Amerikanische Truppen nahmen Verona in Italien ein, während italienische Partisanen Genua befreiten. Britische Truppen erreichten Bremen. Alliierte Truppen befreiten Österreich, wo eine provisorische Regierung aus den drei großen Parteien (SPÖ, ÖVP, KPÖ) anerkannt wurde, welche durch Unterzeichnung einer Unabhängigkeitserklärung an dem 27. April 1945 eine Zweite Republik ausrief und den sogenannten Anschluss an das Deutsche Reich für nichtig erklärte.

An dem 28. April 1945 wurde von italienischen Partisanen der abgesetzte Benito Mussolini hingerichtet. Amerikanische Truppen marschierten in Augsburg ein, französische Truppen in Tirol. In Penzberg wurden 16 Menschen von fanatischen Nationalsozialisten ermordet, um eine kampflose Übergabe der Stadt zu verhindern (Penzberger Mordnacht). In der Gaskammer von Mauthausen wurden 33 oberösterreichische Widerstandskämpfer ermordet.

An dem 29. April 1945 (Sonntag) befreite die amerikanische Armee das Konzentrationslager Dachau. Deutsche Offiziere unterzeichneten in Caserta die bedingungslose Kapitulation der Heeresgruppe C für Norditalien. Die sowjetische Armee erreichte Orte wie Anklam oder das kampflos übergebene Greifswald. In Berlin heirateten in dem Führerbunker der Reichskanzlei Adolf Hitler und Eva Braun. Adolf Hitler verfasste sein politisches und persönliches Testament. Zusammen mit Eva Braun beging er an dem 30. April Selbstmord, um einer Gefangennahme zu entgehen. Die sogenannte Gruppe Ulbricht begann in dem von der Sowjetunion besetzten Teil des Deutschen Reiches mit einem politischen Wiederaufbau.

An dem 1. Mai 1945 versuchte General Hans Krebs in Berlin die Aushandelung eines Waffenstillstands, die aber an der Ablehnung einer von den Alliierten geforderten bedingungslosen Kapitulation scheiterte. Die sowjetische Armee eroberte nach erbitterten Kämpfen Berlin. Der zu dem Nachfolger des Führers ernannte Karl Dönitz versuchte, die Regierung aufrechtzuerhalten. scheiterte jedoch. In Innsbruck übernahm die Widerstandsbewegung O5 die Macht und rückten amerikanische Truppen ein.

An dem 2. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Verteidiger Berlins vor der Armee der Sowjetunion. Sowjetische Soldaten hissten die sowjetische Fahne über dem Reichstag. An dem 3. Mai 1945 kapitulierte Hamburg kampflos gegenüber Großbritannien. In der Lübecker Bucht töteten Bomben britischer Flugzeuge durch Versenkung zweier Schiffe tausende Häftlinge von Konzentrationslagern. Innsbruck und Teile Tirols wurden durch amerikanische Truppen befreit.

An dem 4. Mai 1945 wurde in der Lüneburger Heide die Teilkapitulation der Wehrmacht des Deutschen Reiches für Nordwestdeutschland. Dänemark und die Niederlande unterzeichnet. Salzburg wurde kampflos an amerikanische Truppen übergeben. An dem 5. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager Mauthausen durch amerikanische Truppen befreit. Die 19. Armee der deutschen Wehrmacht kapitulierte in Innsbruck.

An dem 6. Mai 1945 erfolgten Teilkapitulationen der deutschen Wehrmacht gegenüber den westlichen Alliierten in Süddeutschland und Österreich. An dem 7. Mai 1945 wurde in Reims in Frankreich als dem Hauptquartier General Eisenhowers die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht des Deutschen Reiches durch Generaloberst Jodl für das Oberkommando der Wehrmacht gegenüber den Oberbefehlshabern der westlichen Alliierten unterzeichnet, die an dem 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft trat. Da jedoch Josef Stalin auf einer getrennten, vollständigen Kapitulation gegenüber der Armee der Sowjetunion bestand, erfolgte eine zweite Unterzeichnung durch Feldmarschall Keitel in der Nacht zu dem 9. Mai1945 in Berlin-Karlshorst. Damit war der von Adolf Hitler gegen Recht und Vernunft begonnene Zweite Weltkrieg mit einer vollständigen Niederlage des Deutschen Reiches beendet.

Während durch den Ersten Weltkrieg schätzungsweise 17 Millionen Menschen (darunter mehr als neun Millionen Soldaten, darunter mehr als 2 Millionen aus dem Deutschen Reich, fast 1,5 Millionen aus Österreich-Ungarn, mehr als 2 Millionen aus Russland, 1,3 Millionen aus Frankreich, 750000 aus Großbritannien und 117000 aus den Vereinigten Staaten von Amerika) ihr Leben verloren, wurden in dem Zweiten Weltkrieg insgesamt mehr als 127 Millionen Menschen aus etwa 30 Nationen mobilisiert und mehr als 60 Millionen Menschen (darunter mehr als die Hälfte Zivilisten) getötet, davon mehr als 24 Millionen Russen und mehr als 6 Millionen Deutsche. 6 Millionen Juden wurden ermordet. Zahllose Menschen wurden verletzt oder geschädigt.

Der wichtigste Grund für diese Geschehen und Ergebnisse dürfte das Wesen des Menschen sein. Vielleicht seit seiner Entstehung ist der Mensch wohl zugleich auch des Menschen größter Feind. Trotz aller kulturellen Entwicklungen und Fortschritte schließt der Mensch die Vernichtung von Leben nicht grundsätzlich aus, sondern bezieht sie in vielfältigster Weise durchaus in sein Dasein ein.

Ich selbst war bei Kriegsende auf dem kleinen Bauernhof meines Großvaters in Wassertrüdingen an der Wörnitz, auf den unser Vater bei seiner Einziehung in den Krieg als Sanitäter uns gebracht hatte. Dort lebten neben Mutter und meinen beiden Schwestern auch unsere Patin und Tante Lina mit unserer Cousine Rosemarie. Das kleine beschauliche Städtchen mit dem großen Garten um das stattliche zweistöckige Haus an der Bahnhofstraße neben dem Krankenhaus, das mein Großvater über seine Ehefrau einer vorangehenden Ehe erlangt hatte, habe ich mit seinen wenigen Straßen und Geschäften der Innenstadt wie Gubi (gut und billig) nahe dem zu dem Schloss führenden langgestreckten Marktplatz und dem Entengraben und den Wörnitzwiesen vor dem Öttinger Forst in schönster Erinnerung.

Mein Großvater war ein lieber gütiger Mann, der sich wohl uns Kindern zuliebe an dem Martinstag als Heiliger (Pelzmartin) verkleidete. Als solcher hat er die Kleinen auch ermahnt. Wirkliche Angst habe ich dabei aber vielleicht doch nicht empfunden oder nachträglich wieder vergessen.

In der Nachbarschaft lagen das evangelische Pfarrhaus und die katholische Kirche und vor dem Bahnhof eine Wirtschaft, in welcher der Großvater gelegentlich Bier trank. Mit seinen beiden stattlichen Pferden, auf denen ich zwischendurch gelegentlich sitzen durfte, arbeitete er bei Bedarf in dem Forst. Bei seinen Kunden war er als besonders verlässlich sehr geschätzt.

Stadteinwärts waren die Bockfischerin und der Schreiner Enzer unsere Nachbarn. Gegenüber wohnte der Bauer Ittameier, dessen kleine Hannelore manchmal mit uns auf dem Hof spielte. Nach dessen Gelände, begann das Butzengässle (Butzengäßchen), das etwas kürzer als die Bahnhofstraße schräg auch in das Städtchen führte und dabei an der zweistöckigen Villa Ramge (Bernhard Ramge Hof 1863- Wassertrüdingen 1944) und dem von der in Berlin an dem 18. April 1932 gegründeten Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) geführten Kindergarten vorbeikam und bei der Schule wieder auf eine Straße (Öttinger Straße) stieß.

Der Hoferbe meines Großvaters (Onkel Karl) war (wie mein Vater und der andere Schwiegersohn) gleichfalls in den Krieg eingezogen. Deshalb lebten die beiden Töchter des Großvaters mit den vier Enkelinnen und Enkeln allein bei dem Großvater und besorgten mit ihm zusammen den durch ein schmiedeeisernes Tor von der Bahnhofstraße abgetrennten Hof, auf dem neben dem Wohnhaus getrennt  noch ein Stadel (Scheune) und ein Stall für einige Schweine, vielleicht sieben Kühe und die zwei Pferde sowie ein zusätzliches einstöckiges Gebäude mit Waschküche standen und ziemlich in der Mitte noch ein von Grundwasser gespeister Brunnen eingegraben war. Der erste Stock des Hauses war an eine Frau Berger und ihre erwachsene Tochter Leni vermietet.

Wann meine eigene, von Fotos und Erzählungen gelöste Erinnerungen einsetzt, weiß ich nicht. Auf dem Hof des Großvaters waren noch im Krieg eine wohl volksdeutsche Magd (Kathi) und ein (volksdeutscher) Knecht (Fritz Kaschube, später in Kanada), mit denen wir uns bestens verstanden und einige Zeit noch einen losen Kontakt behielten. Möglicherweise habe ich einmal auch einen Zug hungernder russischer Kriegsgefangener durch eine Straße der Stadt ziehen sehen und einmal das Feuer von Nürnberg an dem Horizont erblickt.

Irgendwann in einer klaren Nacht haben die Erwachsenen unsere wenigen unscheinbaren Besitztümer aus Angst vor einem Verlust. in dem Garten vergraben. Sie haben sich aber den Ort gut gemerkt. Sie haben ihn deshalb auch leicht und sicher wiedergefunden.

An dem 8. April 1945 8.45 kam es zu einem alliierten Luftangriff auf den Bahnhof Wassertrüdingen, auf dem ein Munitionszug abgestellt gewesen sein soll. Vielleicht hat auch ein Mann mit einem Gewehr wütend, wenn auch hilflos auf einen angreifenden Flieger geschossen. Jedenfalls entstand durch heftige Explosionen plötzlich starker Lärm.

Aus Angst rannten die Familien aus dem Haus in die umliegenden Wiesen und Felder. Leicht den die Siedlung begrenzenden Hang hinter dem Lehfeld hoch. Außer Atem geraten, legten wir uns einfach flach auf den Boden und hofften auf einen guten Ausgang.

Meiner möglichen Erinnerung nach sehe ich danach noch einen nicht näher bekannten Nachbarn vor mir, der um sein Haus ging und die zu Boden gefallenen Ziegel besah. Zuhause folgte ihm darin auch der Großvater. Er stand auf einer hohen Leiter an dem Stadel und betrachtete die Schäden oben auf dem Dach und den entsprechenden Schutt unten auf dem Boden des Hofes.

Irgendwer wird uns irgendwie geholfen haben. Ziemlich nahe bestand eine größere Ziegelfabrik (Keitel). Außer an ihrem Gebäude konnte man sie auch an einer kleinen Schmalspureisenbahn erkennen, mit deren Hilfe der Unternehmer den Ton für seine Ziegel aus einer nahen, von mir aber nie gesehenen Grube in sein Werk holte, aus dem wir damals wohl neue Ziegel bekamen.

Zu dieser Zeit kam die amerikanische Armee als Besatzung nach Wassertrüdingen und brachte Kaffee und Zigaretten mit. An uns Kindern waren die Soldaten nicht interessiert. Vielleicht sahen wir unter ihnen aber die ersten Menschen mit von Natur aus farbiger Haut.

An dem 10. Mai 1945 genehmigte der neue amerikanische Präsident Harry Truman die Direktive JCS-1067. Sie regelte die Einzelheiten des amerikanischen Besatzungsregimes in Deutschland. An dem 11. Mai 1945 trafen amerikanische Truppen und sowjetische Truppen an der Enns bei Liezen zusammen. An dem 13. Mai 1945 wurden Frau und Tochter Heinrich Himmlers in Südtirol verhaftet.

Um den 15. Mai 1945 töteten jugoslawische Partisanen Tausende deutsche und kroatische Soldaten und Zivilisten, die sich in sowjetische oder britische Gefangenschaft begeben wollten (Massaker von Bleiburg in Kärnten). An dem 18. Mai 1945 wurde in Flensburg Alfred Rosenberg verhaftet. An dem 19. Mai 1945 wurden in der Tschechoslowakei erste Enteigungsdekrete gegen Deutsche erlassen.

An dem 21. Mai 1945 wurde bei Zeven (Niedersachsen) Heinrich Himmler festgenommen und anschließend in britische Gefangenschaft gebracht. An dem 23. Mai 1945 wurde die letzte Reichsregierung (unter Admiral Dönitz) verhaftet. An dem 24. Mai 1945 nahm der provisorische Landesausschuss in Vorarlberg seine Arbeit auf.

An dem 31. Mai 1945 begann in Brünn die Vertreibung der Deutschen (Brünner Todesmarsch), bei der viele Menschen starben. Ab dem 1. Juni 1945 wurden Frauen in Berlin zu Trümmerarbeit verpflichtet und begann in Lienz die gewaltsame Auslieferung der etwa 25000 in Lienz in dem Kosakenlager befindlichen auf deutscher Seite kämpfenden Kosaken an die Sowjetunion. An dem 4. Juni wurde in dem wieder verselbständigten Österreich die Regierung Renner vereidigt.

An dem 5. Juni 1945 wurde in Deutschland durch die Alliierten mit der Berliner Erklärung die Regierungsgewalt übernommen (Alliierter Kontrollrat als oberstes Regierungsorgan) und das Deutsche Reich in vier Besatzungszonen geteilt. An dem 6. Juni 1945 forderte der Wiederaufbauminister Frankreichs 1,5 Millionen deutsche Kriegsgefangene und Arbeiter für Wiederaufbauarbeiten. In Postelberg in Tschechien wurden hunderte deutsche Männer zusammengetrieben und massakriert (Massaker von Postelberg), in Podersam an dem 7. Juni 1945 68 sudetendeutsche Männer (Massaker von Podersam). König Haakon VII.  kam an dem 7. Juni 1945 nach fünf Jahren Exil nach Norwegen zurück.

An dem 9. Juni 1945 wurde durch Marschall Georgi Schukow in Berlin-Karlshorst die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) eingerichtet. In der Tschechoslowakei begann der Todesmarsch der deutschen Männer aus Komotau mit tausenden Opfern. An dem 10. Juni 1945 erließ die Sowjetische Militäradministration in Deutschland in der sowjetischen Besatzungszone den Befehl Nr. 2, der die Gründung und Tätigkeit antifaschistischer Parteien erlaubte, woraufhin KPD, SPD, CDU und LDPD gegründet wurden.

An dem 12. Juni 1945 beschloss der Ministerrat Österreichs die Wiederherstellung der österreichischen Rechtsordnung. An dem 18./19. Juni 1945 wurden bei Prerau in Mähren 265 Insassen eines Flüchtlingszugs karpatendeutscher Rückkehrer von tschechoslowakischen Soldaten verschleppt und an der sogenannten Schwedenschanze bei Ober Moschtienitz erschossen (Massaker von Prerau).

An dem 25. Juni 1945 wurde auf einer Konferenz in San Francisco der Entwurf der Charta der Vereinten Nationen durch Akklamation angenommen, wobei die Unterzeichnung durch 50 der 51 Gründungsmitglieder an dem 26. Juni begann und die Charta nach ausreichender Ratifikation an dem 24. Oktober 1945 in Kraft gesetzt wurde. An dem 1. Juli 1945 rückten die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich in die ihnen zugewiesenen. vorher von der Sowjetunion besetzten Gebiete vor, wodurch Österreich in vier Besatzungszonen geteilt wurde. In Wien begann die Wiederherstellung zerstörter Donaubrücken.

An dem 4. Juli 1945 wurde in London von den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien. Frankreich und der Sowjetunion das Erste Alliierte Kontrollabkommen für Österreich unterzeichnet, das die alliierte Militärregierung und das Kontrollsystem für das besetzte Österreich festlegte, bis eine anerkannte Regierung gebildet werden konnte. Es richtete den Alliierten Rat als oberste Entscheidungsinstanz ein und legte die Aufteilung in vier Besatzungszonen fest. Der Alliierte Rat musste Gesetze einstimmig genehmigen, ehe sie in Kraft treten konnten.

An dem 5. Juli 1945 fand die Wahl des Unterhauses Großbritanniens statt, bei der die Labour Party unter Clement Attlee überraschend die Konservative Partei unter Winston Churchill schlug. In Berlin wurde die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) begründet, die als einzige Partei Sozialisierungen ablehnte. An dem 8. Juli 1945 wurden in der sowjetischen Besatzungszone fünf neue Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gegründet. An dem 10. Juli 1945 löste Frankreich die Vereinigten Staaten von Amerika als Besatzungsmacht in Tirol ab.

An dem 11. Juli 1945 übernahm vereinbarungsgemäß die Interalliierte Militärkommandantur die Viermächtekontrolle über die gemeinsame Verwaltung Berlins, das in vier Sektoren eingeteilt wurde, wobei die Kommandantur dem Kontrollrat für Deutschland unmittelbar unterstellt wurde. In der sowjetischen Besatzungszone bildeten an dem 14. Juli 1945 KPD, SPD, CDU und LDPD unter formeller Wahrung ihrer Selbständigkeit die Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien, wobei verbindliche Grundsatzfragen der paritätisch besetzte Zentrale Ausschuss einstimmig beraten und beschließen sollte.

An dem 16. Juli 1945 wurde bei Alamogordo in New Mexico unter Leitung Robert Oppenheimers um 05:29:45 Uhr Ortszeit die erste Atombombe erfolgreich gezündet, wobei der sogenannte Trinity Test alle Erwartungen übertraf (der Tag, an dem die Sonne zweimal aufging). An dem 17. Juli 1945 begann in Schloss Cecilienhof in Potsdam die Konferenz der Siegermächte Sowjetunion, Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien über die Neuordnung Europas und Deutschland (Potsdamer Konferenz, Dreimächtekonferenz von Berlin). An dem 25. Juli 1945 ordnete Präsident Harry Truman den Abwurf der ersten Atombombe an, überließ die Auswahl des Zieles aber dem Kommandanten der Streitkräfte.

An dem 26. Juli 1945 veröffentlichten Präsident Truman und Premierminister Churchill ein Ultimatum an Japan. An dem 31. Juli 1945 begann nach einer Explosion des Waffenlagers Schönpriesen der tschechischen Armee in Aussig an mehreren Stellen der Stadt eine Verfolgung von Deutschen, bei der bis zu 200 Menschen getötet wurden (Massaker von Aussig). An dem 2. August 1945 unterzeichnetem Winston Churchill, Harry Truman und Josef Stalin das Potsdamer Abkommen über die Zukunft Deutschlands.

An dem 4. August 1945 wurden aus amerikanischen Flugzeugen 720000 Flugblätter abgeworfen, in denen vor einem Abwurf einer Atombombe gewarnt wurde. An dem 6. August 1945 8:16:02 warf ein Flugzeug der Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Piloten Oberst Paul Warfield Tibbets eine Atombombe (Uranbombe) über der japanischen Industriestadt Hiroshima ab, um das Land zu der Kapitulation zu zwingen, wodurch etwa 100000 Menschen - überwiegend Zivilisten und Zwangsarbeiter - (sofort) getötet wurden und die Stadt vollständig zerstört wurde. An dem 8. August 1945 erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg.

An dem 9. August 1945 11:02 Uhr warf ein amerikanisches Flugzeug unter der Leitung des Piloten Major Charles Sweeney eine (zweite) Atombombe (Plutoniumbombe) auf die japanische Industriestadt Nagasaki. Dadurch wurden rund 75000 Menschen sofort getötet. Die Stadt wurde zerstört.

An dem 10. August 1945 kündigte die Regierung Japans an, die Bedingungen der Potsdamer Erklärung zu akzeptieren, falls die Rolle des Kaisers als Staatsoberhaupt gewahrt bleibe. An dem 11. August 1945 wurde der so genannte Smyth-Report über die Entwicklung der Atombombe freigegeben. Die Sowjetunion marschierte in die Mandschurei ein und die Vereinigten Staaten von Amerika setzten ihre Luftangriffe fort.

An dem 14. August 1945 gab Kaiser Hirohito die bedingungslose Kapitulation Japans bekannt und verkündete sie an dem 15. August 1945 in einer Radioansprache. Damit war der Zweite Weltkrieg (weltweit) beendet. An dem 16. August 1945 erteilte Kaiser Hirohito den Befehl zu einem sofortigen Waffenstillstand.

Irgendwann kam mein Vater unverletzt aus dem Krieg nach Wassertrüdingen. Vielleicht konnten wir ihn zuerst von dem Küchenfenster aus sehen. Damit hatte sich jedes abergläubische Pendeln mit dem Ehering erledigt und es konnte an die Rückkehr nach Fürth gedacht werden

An dem 17. August 1945 erklärte Indonesien seine Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft der Niederlande. An dem 28. August 1945 wurde die Provisorische Regierung der Demokratischen Republik Vietnam gegründet.

An dem 2. September 1945 unterzeichneten Douglas Mac Arthur und Außenminister Shigemitsu Mamoru an Bord eines amerikanischen Schiffes die bedingungslose Kapitulation Japans. An dem Zweiten Weltkrieg waren insgesamt mehr als 60 Staaten beteiligt und wurden mehr als 65 Millionen Menschen getötet. An dem 9. September 1945 kapitulierte Japans China-Armee in Nanking mit etwa einer Million Soldaten gegenüber Nationalchina, an dem 12. September 1945 kapitulierten Japans Streitkräfte in Südostasien gegenüber den alliierten Streitkräften unter Lord Mountbatten.

An dem 17. September 1945 wurde die Volksschule Wassertrüdingen von anderweitiger Verwendung geräumt. Danach konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Meiner Erinnerung nach bin ich dort in die aus roten Ziegeln gebaute Schule an der Sauergasse nahe der Stadtkirche und der Öttinger Straße gekommen, die von der Bahnhofstraße aus über das Butzengässle erreichbar war und habe bei einer mir nicht mehr erinnerlichen Lehrkraft auf einer Schiefertafel das Schreiben von verschiedenen Spazierstöcken als Vorformen der Buchstaben zu lernen begonnen.

An dem 19. September 1945 wurden die preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau mit dem Volksstaat Hessen (Hessen-Starkenburg und Oberhessen) und dem östlichen Rheinhessen zu Groß-Hessen vereinigt. An dem 20. September 1945 wurde nach sieben Jahren Zugehörigkeit zu dem Gau Schwaben infolge des sogenannten Anschlusses Österreichs von 1938 das Kleinwalsertal wieder mit Vorarlberg vereinigt. An dem 1. Oktober 1945 wurde in Österreich die Pressefreiheit wiederhergestellt. Das Burgenland wurde wieder selbständiges Bundesland. Das Fraternisierungsverbot ausländischer Streitkräfte mit Einheimischen wurde aufgehoben. An dem 6. Oktober 1945 verbot die britische Besatzungsmacht dem von den Amerikanern eingesetzten Kölner Oberbürgermeister alle parteipolitischen Aktivitäten. Das Kontrollratsgesetz Nr. 2 des Alliierten Kontrollrats von dem 10. Oktober 1945 bestimmte, dass die NSDAP mit allen Gliederungen und angeschlossenen Verbänden aufgelöst und verboten sei.

Die Entnazifizierung von Millionen von nationalsozialistischen Parteimitgliedern durch deutsche Laienrichter in Spruchkammern wurde begonnen. Dabei wurde zwischen Hauptschuldigen, Belasteten, Minderbelasteten, Mitläufern und Entlasteten unterschieden, die unterschiedliche Folgen zu gewärtigen hatten. Mein Vater und alle seine Brüder waren auf Grund ihres friedlichen Wesens wohl alle Entlastete, wobei ohnehin bald die gesellschaftliche Reintegration in den Vordergrund trat und Amnestien dazu führten, dass der Großteil selbst der registrierten Nationalsozialisten in dem Ergebnis straffrei blieb.

An dem 13. Oktober 1945 wurde in Würzburg die Christlich Soziale Union gegründet. An dem 14. Oktober 1945 gab in Berlin der Alliierte Kontrollrat die Beschlagnahme des Vermögens der IG Farbenindustrie bekannt. An dem 15. Oktober 1945 wurde in Frankreich der frühere Ministerpräsident des Vichy-Regimes Pierre Laval nach einem Todesurteil wegen Hochverrats von einem Hinrichtungskommando erschossen.

An dem 16. Oktober 1945 wurde die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen begründet. An dem 18. Oktober 1945 wurde in Berlin der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher des Nationalsozialismus eröffnet, der ab dem 20. November 1945 in Nürnberg fortgesetzt wurde und nach 406 Verhandlungstagen mit 12 Todesurteilen endete. Mit der an dem 19. Oktober 1945 beschlossenen Schulderklärung gestand die evangelische Kirche ihre Mitschuld an den Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes ein.

An dem 24. Oktober 1945 wurden durch Inkrafttreten der Charta die Vereinten Nationen gegründet. An dem 25. Oktober 1945 übergab Japan Formosa (Taiwan) offiziell an die Republik China. An dem 27. Oktober 1945 unterschrieb Edvard Beneš als Präsident der Tschechoslowakei das letzte der 143 nach ihm benannten Dekrete.

Vielleicht an dem 3. November 1945 wechselte ich nach unserer Rückkehr nach Fürth in unsere Wohnung in der Friedrich-Ebert-Straße 102 von der Volksschule in Wassertrüdingen in die Volksschule bei der Michaelskirche in Fürth (Michelsschule) zu dem gestandenen Lehrer Weigand, durch den ich in einer großen Bubenklasse mit (auf einem Bild) 45 Schülern schreiben, lesen und rechnen lernte. Dafür musste ich wie einige Mitschüler (namentlich erinnere ich mich an Hans Mühling, Alfred Gießwein und Alfred Bölian) von dem Eigenen Heim über den Klingenberg durch das Rednitztal und über die Maxbrücke bis zu der Gustavstraße gehen. Dabei fiel ich eines Tages bei einem Sprung über das Saugräbele vor dem Schlachthof mit dem von meiner Mutter geschneiderten Mäntelchen in den Matsch, doch ist mir selbst dabei nichts weiter passiert.

Von unserer Wohnung aus konnte man vorbei an dem Ladengeschäft Lang nach Norden auf das Feldla gehen, das bis zu der Bahnlinie Fürth-Erlangen-Bamberg und bis zu der anschließenden Farnbach und Unterfarnbach nur aus Ackerland und am Bach aus Wiesen bestand. Der Boden war eher sandig als lehmig. Die dortigen Sonnenuntergänge habe ich in bester Erinnerung.

An dem 16. November 1945 wurde in London von 37 Staaten die Verfassung der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation (Unesco, Sitz in Paris, inzwischen 194 Mitgliedstaaten, 12 assoziierte Mitgliedstaaten) unterzeichnet. An dem 25. November 1945 gab es in der Republik Österreich wieder freie Wahlen, bei denen von 3207125 abgegebenen Stimmen 158474 auf die ÖVP, 1428441 auf die SPÖ und 174387 auf die KPÖ sowie 5823 auf die DPÖ entfielen. An dem 30. November 1945 erklärte sich die Sowjetunion mit der der Einrichtung dreier Luftkorridore zwischen Berlin und den westlichen Besatzungszonen in Deutschland (Hamburg, Bückeburg, Frankfurt am Main) für alliierte Flugzeuge einverstanden.

An dem 13. Dezember 1945 begann in Österreich der Umtausch von Reichsmark in Schilling. An dem 20. Dezember 1945 wählte die Bundesversammlung Österreichs Karl Renner zu dem Bundespräsidenten, der Leopold Figl zu dem Bundeskanzler ernannte. An dem 27. Dezember 1945 begann in Wolfsburg die Serienproduktion der Volkswagen Limousine (VW Käfer). Das sogenannte Bretton-Woods System trat in Kraft, nach dem der Internationale Währungsfonds über die Wechselkurse wachen soll.

An dem 8. Januar 1946 wurde die Christlich Soziale Union (CSU) in Bayern von Joseph Müller (Ochsensepp) und anderen gegründet. An dem 10. Januar 1946 fand in London die erste Vollversammlung der Vereinten Nationen statt, an der Vertreter einundfünfziger Staaten teilnahmen. An dem 11. Januar 1946 rief in Tirana der Führer der seit 1939 gegen die italienische und danach gegen die deutsche Besatzung kämpfenden kommunistischen Partisanen Enver Hodscha die Volksrepublik Albanien aus.

An dem 12. Januar 1946 bestimmte ein Erlass des Alliierten Kontrollrats (Direktive Nr. 24) die Entfernung der Mitglieder der NSDAP und aller den Alliierten feindlichen Kräfte aus Ämtern und sonstigen wichtigen Stellen. An dem 17. Januar 1946 fand die erste Sitzung des aus fünf ständigen und mit einem Vetorecht ausgestatteten Mitgliedern (Vereinte Staaten von Amerika, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich, China) und zehn jeweils auf Zeit (zwei Jahre) gewählten Mitgliedern zusammengesetzten Sicherheitsrats der Vereinten Nationen statt. An dem 20. Januar 1946 wurden in der amerikanischen Besatzungszone Gemeinderatswahlen abgehalten.

An dem 22. Januar 1946 wurde in Mahabad in dem Iran die Republik Kurdistan ausgerufen, die aber nur für knapp elf Monate bestand. An dem 23. Januar 1946 wurden zwischen Österreich und der Sowjetunion volle diplomatische Beziehungen hergestellt. An dem 24. Januar 1946 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Schaffung einer Atomenergiebehörde. An dem 30. Januar 1946 wurden in Minsk in einem Kriegsverbrecherprozess zu der Todesstrafe verurteilte Täter vor mehr als 100000 Menschen auf der Pferderennbahn erhängt.

An dem 31. Januar 1946 verabschiedete eine jugoslawische Nationalversammlung für die aus Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien, Montenegro und Mazedonien gebildete und von Josip Tito geführte Föderative Volksrepublik Jugoslawien eine Verfassung. An dem 1. Februar 1946 wurde der norwegische Jurist und Politiker Trygve Halvdan Lie (1896-1969) zu dem (ersten) Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. An dem 3. Februar 1946 wurden General Friedrich Jeckeln, Standartenführer Alexander Boecking und sechs Generäle in Riga nach Ukas 43 wegen Kriegsverbrechen auf sowjetischem Gebiet zu der Todesstrafe verurteilt und öffentlich gehängt.

An dem 14. Februar 1946 wurde von John Presper Eckert und John William Mauchy an der Universität of Pennsylvania der von ihnen entwickelte erste elektronische Digitalrechner der Öffentlichkeit vorgestellt. An dem 16. Februar 1946 wurde das Saarland der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrats entzogen. An dem 21. Februar 1946 erschien auf Grund einer britischen Erlaubnis die Wochenzeitung Die Zeit.

An dem 5. März 1946 hielt der frühere Premierminister Großbritanniens Winston Churchill an dem Westminster College in Fulton/Missouri eine Rede, in der vor der Teilung Europas durch die Sowjetunion warnte und in Übernahme einer Brandschutzeinrichtung der Bühnentechnik von Eisernem Vorhang sprach. An dem 6. März 1946 erkannte Frankreich Vietnam als freien Staat innerhalb der Französischen Union an. An dem 7. März 1946 wurde in der sowjetischen Besatzungszone die Freie Deutsche Jugend (FDJ) als einheitliche, zunächst überparteiliche, durch die Sowjetische Militäradministration zugelassene Jugendorganisation gegründet. Erster Vorsitzender war Erich Honecker.

An dem 11. März 1946 wurde Rudolf Höß, der frühere Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz, durch Hanns Alexander, einen jüdisch-deutschen Ermittler der British War Crime Investigation Group, auf einem Bauernhof nahe Flensburg aufgespürt und durch britische Truppen verhaftet. An dem 12. März 1946 wurden in Budapest mehrere früher führende ungarische Nationalsozialisten als Kriegsverbrecher hingerichtet. An dem 16. März 1946 benannte Josef Stalin den sowjetischen Rat der Volkskommissare in Ministerrat der Sowjetunion um.

An dem 18. März 1946 begann die Weltbank ihre Tätigkeit. An dem 29. März 1946 wurde in dem früheren Konzentrationslager Dachau der erste große Mauthausen-Prozess gegen 61 Angehörige der Bewachungsmannschaft eröffnet. An dem 2. April 1946 erschien erstmals die Tagezeitung die Welt. An dem 3 April 1946 wurde Homma Masaharu, der 1942 nach der Eroberung der Philippinen den Todesmarsch von Bataan anordnete, hingerichtet. An dem 18. April 1946 löste sich der an dem 10. Januar 1920 als Teil des Versailler Vertrags gegründete Völkerbund auf.

An dem 19./20. und 21./22. April 1946 wurden in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und die Kommunistische Partei Deutschlands zu der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Vorsitz von Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD) vereinigt. An dem 23. April 1946 erschien die Erstausgabe der Zeitung Neues Deutschland der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. An dem 29. April 1946 begann in Tokio der Internationale Militärgerichtshof für den Fernen Osten seine Tätigkeit gegen 28 Angeklagte.

An dem 8. Mai 1946 luden die Vereinigten Staaten von Amerika die übrigen Staaten ein, Atomtests zu beobachten. An dem 25. Mai 1946 entließ Großbritannien Transjordanien in die Unabhängigkeit. An dem 28. Mai 1946 wurden in dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg 28 in den Dachauer Prozessen zu der Todesstrafe verurteilten Angeklagten hingerichtet, an dem 29. Mai 1946 weitere Angeklagte. An dem 22. Mai 1946 trat in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands das Gesetz zur Demokratisierung der Schule in Kraft. Danach begann die Einführung der Einheitsschule. Durch sie sollten Bildungsprivilegien beendet werden.

An dem 12. Juni 1946 verabschiedete der Provinziallandtag der preußischen Provinz Schleswig-Holstein eine vorläufige Verfassung. An dem 13. Juni 1946 ging König Umberto II. auf Druck der Regierung De Gasperi in das Exil nach Portugal. An dem 28. Juni 1946 unterzeichnen Vertreter des Alliierten Rates ein neues Kontrollabkommen über Österreich. An dem 30. Juni 1946 fanden in Bayern und Baden-Württemberg Wahlen zu verfassunggebenden Landesversammlungen statt, in Sachsen ein Volksentscheid über das Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- und Naziverbrechern in das Eigentum des Volkes.

An dem 4. Juli 1946 wurde in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands die Übergabe des gesamten so genannten deutschen Eigentums an die Sowjetunion angeordnet. In Kielce in Polen kam es zu einem blutigen Pogrom, bei dem mehr als 40 polnische Juden ermordet und weitere 80 verletzt wurden. An dem 10. Juli erließ der Alliierte Kontrollrat ein Gesetz, das Frauen und Jugendliche über 14 Jahren zu Aufräumarbeiten von Trümmern verpflichtete.

An dem 11. Juli 1946 erfolgte der Spatenstich für die erste Hochhaussiedlung in Deutschland, durch die Wohnraum für die britische Besatzungsverwaltung geschaffen werden sollte. An dem 15. Juli 1946 kamen die ersten Care-Pakete aus den Vereinigten Staaten von Amerika in Bremerhaven zu der Linderung der Hungersnot in Deutschland an. An dem 16. Juli 1945 endete in Dachau der sogenannte Malmedy-Prozess mit der Verurteilung 73 deutscher Angeklagter, wobei 43 Todesurteile erlassen wurden.

An dem 17. Juli 1946 kündigte die britische Militärregierung die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen an. In Belgrad wurde der serbische Tschetnik-Führer Draza Mihailovič durch ein Erschießungskommando hingerichtet. An dem 21. Juli 1946 wurde in Posen nach Verurteilung wegen Völkermords durch den polnischen Gerichtshof Arthur Greiser öffentlich hingerichtet. Das erste düsengetriebene Flugzeug startete von einem Flugzeugträger und landete dort wieder.

An dem 22. Juli 1945 verübte die zionistische Gruppe Irgun einen Bombenanschlag auf das King-David-Hotel in Jerusalem, durch den 91 Menschen getötet wurden. In New York wurde die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterzeichnet. An dem 23. Juli 1946 wurden die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Schiff General Yates aus dem Camp Shanks nach Europa gebracht. In Japan wurden durch einen kaiserlichen Erlass die Zaibatsu-Konzerne aufgelöst.

An dem 24. Juli 1946 wurde in Österreich das Handelskammergesetz erlassen, das die Sozialpartnerschaft begründete. Großbritannien ernannte Rudolf Amelunxen zu dem ersten Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens. An dem 25. Juli 1946 führten die Vereinigten Staaten von Amerika an dem Bikini-Atoll 27 Meter unter der Wasseroberfläche die erste Unterwasser-Atomwaffenexplosion durch. Sie verursachte eine starke radioaktive Kontamination und den Untergang mehrerer Schiffe.

An dem 26. Juli 1946 erging in Österreich das Gesetz über die Rückstellung entzogener Vermögen, die sich in Verwaltung des Bundes oder der Bundesländer befinden (Erstes -von insgesamt sieben - Rückstellungsgesetz[en]). An dem 28. Juli 1946 legten die Vereinigten Staaten von Amerika einen Plan zu dem wirtschaftlichen Zusammenschluss der (vier) Besatzungszonen vor. An dem 29. Juli begann in Paris die Friedenskonferenz für Friedensverträge mit den früheren Verbündeten des Deutschen Reiches.

An dem 30. Juli 1946 wurden mehrere nationalsozialistische Kriegsverbrecher wie Karl Schmieden, Peter Weiss und Fritz Schmoll hingerichtet An dem 31. Juli 1946 kamen die ersten Transporte deutscher Kriegsgefangene aus der Sowjetunion in Leipzig an. An dem 1. August 1946 trat in den Vereinigten Staaten von Amerika der Atomic Energy Act in Kraft, der die zivile Kontrolle über Atomwaffen (durch die AEC) regelte. In Ungarn wurde die Hyperinflation durch die Einführung des Forint beendet.

An dem 2. August 1946 wurde in der Sowjetunion der Überläufer-General Andrej Wlassow, der auf Seiten des Deutschen Reiches gekämpft hatte, hingerichtet. An dem 8. August 1946 wurde der frühere nationalsozialistische Gauleiter August Eigruber hingerichtet. An dem 9. August 1946 einigten sich die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien auf die Bildung eines alliierten Zweimächteamts für ihre zwei Besatzungszonen.

An dem 13. August 1946 veröffentlichte die Regierung Großbritanniens eine Erklärung zu der Deportation illegaler jüdischer Einwanderer nach Zypern (Operation Igloo). An dem 14. August 1946 wurde Robert Wagner, der frühere nationalsozialistische Gauleiter und Leiter der Zivilverwaltung in dem besetzten Elsass, in Fort Ney bei Straßburg wegen Kriegsverbrechen durch Deportation von Juden aus dem Elsass und Baden hingerichtet. An dem 16. August 1946 kam es in Kalkutta nach einem von der Muslimliga ausgerufenen Direct Action Day zu viertägigen Unruhen zwischen Hindus und Moslems mit mehr als 5000 Toten (Great Calcutta Killing).

An dem 22. August 1946 wurde der frühere ungarische Ministerpräsident Döme Sztójay wegen Kriegsverbrechen hingerichtet. An dem 23. August 1946 sprach die britische Militärregierung mit der Verordnung 46 der preußischen Provinz Schleswig-Holstein den vorläufigen Status eines Landes zu. Durch Vereinigung der Provinz Nordrhein und des nördlichen Teiles der Provinz Westfalen wurde Nordrhein-Westfalen geschaffen.

An dem 24. August 1946 wurde eine neue Verfassung Japans genehmigt. An dem 26. August 1946 stimmten die Vereinigten Staaten von Amerika der Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs zu. An dem 5. September 1946 wurde in Paris zwischen Österreich und Italien das Gruber-De-Gasperi-Abkommen (Pariser Abkommen) vereinbart, das den Schutz der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol vorsah. An dem 15. September 1946 beschloss das Parlament Bulgariens in Sofia die Abschaffung der Monarchie und rief die Volksrepublik Bulgarien aus.

An dem 19. September 1946 rief der frühere Premierminister Großbritanniens Winston Churchill an der Universität Zürich in einer Rede zu der Gründung von Vereinigten Staaten von Europa auf. Nach neun Monaten Verhandlung wurden an dem 30. September 1946 und 1. Oktober 1946 in Nürnberg die Urteile in dem Hauptkriegsverbrecherprozess verlesen, nach denen zwölf Angeklagte zu dem Tode durch den Strang (Hermann Göring, Martin Bormann [in Abwesenheit], Hans Frank, Wilhelm Frick, Alfred Jodl, Ernst Kaltenbrunner, Wilhelm Keitel, Joachim von Ribbentrop, Alfred Rosenberg, Fritz Sauckel, Arthur Seyß-Inquart, Julius Streicher) und drei zu lebenslanger Haft sowie vier zu langjähriger Haft verurteilt wurden, während Hans Fritzsche, Franz von Papen und Hjalmar Schacht freigesprochen wurden. Die Todesurteile wurden - abgesehen von der Selbsttötung Hermann Görings - an dem 16. Oktober 1946 vollstreckt.

An dem 8. Oktober 1946 wurden in dem Zuchthaus Hameln nach Urteilen britischer Militärgerichte nationalsozialistische Straftäter wie Anton Thumann und Wilhelm Dreimann hingerichtet. An dem 12. Oktober 1946 erließ der Alliierte Kontrollrat die Kontrollratsdirektive Nr. 38 über die Festnahme und Bestrafung von Kriegsverbrechern, Nationalsozilisten und Militaristen in fünf Verantwortlichkeitsgruppen. An dem 13. Oktober 1946 fand in Hamburg die erste Bürgerschaftswahl nach dem Zweiten Weltkrieg statt, welche die SPD deutlich gewann.

An dem 15. Oktober 1946 beging Hermann Göring durch Einnahme einer Giftkapsel Selbstmord. An dem 16. Oktober 1946 wurden zehn zu der Todesstrafe verurteile Kriegsverbrecher in der später beseitigten Turnhalle des Gefängnisses in Nürnberg durch den Strang hingerichtet. An dem 20. Oktober 1946 fanden in der sowjetischen Besatzungszone (freie) Landtagswahlen und die Wahl zu der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin statt, bei denen trotz Unterstützung durch die Sowjetische Militäradministration die SED die absolute Mehrheit verfehlte und in Berlin die SPD stärkste Kraft wurde.

An dem 21/22. Oktober 1946 wurden durch das sowjetische Geheimunternehmen Ossawakim tausende deutsche Spezialisten zwangsweise in die Sowjetunion verschleppt. An dem 23. Oktober 1946 wurde in Prag der SS-Obergruppenführer Kurt Daluege hingerichtet. An dem 28. Oktober 1946 erklärte die tschechoslowakische Regierung die Vertreibung der Deutschen aus Böhmen, Mähren-Schlesien und der Slowakei offiziell für beendet, wobei noch etwa 200000 Sudetendeutsche in dem Land waren.

An dem 29. Oktober 1946 ergab eine Volkszählung 65,9 Millionen Einwohner in den Besatzungszoen des Deutschen Reiches. An dem 30. Oktober 1946 wurde in dem Parlament Österreichs einstimmig eine Entschließung für ein freies Österreich angenommen. An dem 3. November 1946 wird eine neue Verfassung Japans verkündet. An dem 4. November 1946 trat die Verfassung der UNESCO in Kraft. An dem 8. November 1946 wurde in Deutschland mit der Verordnung Nr. 55 der Militärregierung das Land Niedersachsen gegründet.

An dem 18. November 1946 trat in Halle der erste Landtag von Sachsen-Anhalt zusammen. Die sowjetische Militäradministration ordnete den Aufbau einer Grenzpolizei in der sowjetischen Besatzungszone an. An dem 22. November 1946 trat in dem Theater Koblenz die Beratende Landesversammlung von Rheinland-Pfalz für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung zusammen. An dem 24. November 1946 wurde bei der Landtagswahl in Württemberg-Baden die CDU stärkste Kraft.

An dem 28. November 1946 wurde die Verfassung für Württemberg-Baden verkündet. An dem 1. Dezember 1946 wurde in Hessen erste demokratische Nachkriegsverfassung angenommen. In Bayern wurde die neue Verfassung angenommen und der erste Landtag gewählt. An dem 2. Dezember 1946 unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien ein Abkommen über den Zusammenschluss ihrer Besatzungszonen zu der sogenannten Bizone zu dem 1. Januar 1947. An dem 8. Dezember 1946 trat die Verfassung Bayerns in Kraft.

An dem 9. Dezember 1946 begann in Nürnberg der Nürnberger Ärzteprozess gegen Karl Brandt und 22 andere Ärzte und Verwaltungsfachleute. An dem 10. Dezember 1946 trat der Landtag von Württemberg-Baden in Stuttgart zusammen. An dem 11. Dezember 1946 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution über die Anerkennung völkerrechtlicher Grundsätze.

An dem 1. Januar 1947 wurden die amerikanische und die britische Besatzungszone in Deutschland zu der Bizone (Vereinigtes Wirtschaftsgebiet) zusammengeschlossen. Der Winter 1946/1947 war der härteste Winter des Jahrhunderts mit Temperaturen bis zu minus 25 Grad und 40 Tagen Dauerfrost. An dem 4. Januar 1947 erschien in Hannover die erste Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel unter der Leitung Rudolf Augsteins. An dem 17. Januar 1947 trat in Deutschland das Kontrollratsgesetz Nr. 39 in Kraft, das eine einheitliche Erkennungsflagge für alle der Alliierten Kontrollbehörde unterstehenden deutschen Schiffe einführte (bis zu der Gründung zweier deutscher Staaten).

An dem 21. Januar 1947 wurde das Land Lippe in Nordrhein-Westfalen eingegliedert. An dem 22. 1. 1947 wurde durch ein Übereinkommen der amerikanischen und britischen Militärregierung und die Proklamation Nr. 3 der amerikanischen Militärregierung das Land Bremen mit Wesermünde wiederhergestellt. An dem 6. Februar 1947 trat in der sowjetischen Besatzungszone die Verfassung des neuen Landes Mark Brandenburg in Kraft.

An dem 7. Februar 1947 fand ein Staatsakt zu der Eingliederung der Stadt Wesermünde in das Land Bremen statt, wobei Vertreter die Umbenennung in Bremerhaven beschlossen. An dem 10. Februar 1947 wurden in Paris die Pariser Friedensverträge beschlossen, die den Kriegszustand mit den früheren Verbündeten (Italien, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Finnland) Deutschlands beendeten und Reparationen, Grenzänderungen und die Verringerung von Streitkräften vorsahen. An dem 19. Februar 1947 wurde in Berlin der SS-Obersturmführer Alfred Driemel hingerichtet.

An dem 20. Februar 1947 erließ der Alliierte Kontrollrat das Kontrollratsgesetz Nr. 45. An dem 24. Februar wurde in Nürnberg der frühere Vizekanzler Franz von Papen von der zuständigen Spruchkammer zu 8 Jahren Arbeitslager und Vermögenseinzug verurteilt. An dem 25. Februar 1947 wurde das Kontrollratsgesetz Nr. 46 über die Auflösung Preußens erlassen. An dem 1. März 1947 verabschiedete die CDU in der britischen Besatzungszone das Sozialpflichtigkeit des Eigentums fordernde Ahlener Programm.

An dem 4. März 1947 unterzeichneten Großbritannien und Frankreich den Dünkirchener Vertrag als Verteidigungsbündnis gegen mögliche erneute deutsche Angriffe. Außerdem wurde an diesem Tag die zweite Leipziger Mustermesse nach dem Kriege eröffnet. An dem 8. März 1947 schlossen sich in Ost-Berlin in dem Admiralspalast auf dem Frauenkongress in der sowjetischen Besatzungszone Frauen aus allen vier Besatzungszonen zusammen, um eine überparteiliche Organisation (Demokratischer Frauenbund Deutschlands) zu der Förderung der Gleichberechtigung zu schaffen, woraus später als Teil der Nationalen Front eine Massenorganisation der Deutschen Demokratischen Republik wurde.

An dem 10. März begann in Moskau die Moskauer Außenministerkonferenz über die Zukunft Deutschlands, auf der Einigungen über Reparationen und eine zentrale Verwaltung scheiterten. In dem amerikanischen Besatzungsgebiet bildete sich ein 24köpfiger Parlamentarischer Rat zu der Beratung der Länderräte bei Verwaltungsaufgaben. Der nationalsozialistische Funktionär Heinz Spanknöbel starb in dem sowjetischen Speziallager Nr. 1 Mühlberg.

An dem 12. März 1947 verkündete der amerikanische Präsident Truman die nach ihm benannte Truman-Doktrin zu einer Eindämmung des Kommunismus, auf deren Grundlage der sogenannte Kalte Krieg zwischen den Westmächten und der Sowjetunion begann. An dem 16. März 1947 starb der frühere SS-Gruppenführer Curt Wittje in der Haft. Das an dem 17. März 1947 einsetzende Tauwetter verursachte starke Schäden auf Flüssen und an Brücken.

An dem 20. März 1947 wurde der Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds in der sowjetisch besetzten Besatzungszone gegründet. An dem 26. März 1946 endete in Frankfurt am Main der Hadamar-Prozess gegen Adolf Wahlmann und 24 weitere Angeklagte wegen ihrer Beteiligung an Euthanasie. Das Kontrollratsgesetz Nr. 46 über die Auflösung Preußens wurde in dem Amtsblatt von dem 31. März 1947 veröffentlicht.

An dem 2. April 1947 verurteilte ein Gericht in Warschau den früheren Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz Rudolf Höß zu der Todesstrafe durch Erhängen. An dem 9. April 1947 wurde in Hamburg die Schweizer Agentin der Gestapo und Blockälteste in dem Konzentrationslager Ravensbrück Carmen Mory hingerichtet. An dem 11. April 1947 begann vor einem amerikanischen Militärgericht in dem früheren Konzentrationslager Dachau gegen 31 Angeklagte des früheren Konzentrationslagers Buchenwald, die alle schuldig gesprochen wurden und gegen die 22 Todesurteile verhängt wurden (die meisten später umgewandelt).

An dem 13. April 1947 legte der sogenannte Ellwanger Kreis einen frühen Entwurf einer deutschen Verfassung mit einem Bundestag, einem Bundesrat und einem Bundesverfassungsgericht vor. An dem 16. April 1947 wurde in Auschwitz Rudolf Höß hingerichtet. An dem 17. April 1947 wurde der frühere Generalfeldmarschall Erhard Milch von dem amerikanischen Gerichtshof zu lebenslanger Haft verurteilt.

An dem 18. April 1947 um 13 Uhr sprengte die Marine Großbritanniens mit 6700 Tonnen Sprengstoff Bunkeranlagen auf Helgoland. An dem 19. April 1947 nahmen in Monte Carlo Vertreter aus 37 Staaten eine Neuverteilung der Wellenlängen des Rundfunks vor. In den Ländern der britischen Besatzungszone Deutschlands fanden Landtagswahlen statt.

An dem 25. April 1947 schlossen sich in Bielefeld 14 Einzelgewerkschaften zu dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammen und wählten Hans Böckler zu dem Vorsitzenden. An dem 26. April 1947 wurde in Berlin ein Abkommen über die Rückführung eines Kontingents deutscher Flüchtlinge in die sowjetische Besatzungszone unterzeichnet. An dem 27. April 1947 wurde auf Empfehlung der Moskauer Außenministerkonferenz die weitere Durchführung der Entnazifizierung in deutsche Verantwortung übertragen.

An dem 1. Mai 1947 forderte eine Betriebsrätekonferenz in Duisburg wegen der Entkräftung der Arbeiterschaft die Einführung des Sechs-Stunden-Arbeitstags. An dem 6. Mai 1947 verurteilte ein britisches Militärgericht in Venedig den früheren deutschen Feldmarschall Albert Kesselring wegen Geiselerschießungen zu der zu der Todesstrafe. An dem 10. Mai 1947 wurde Karl Rahn als früherer Kommandant des jüdischen Ghettos von Theresienstadt zu der Todesstrafe verurteilt. An dem 13. Mai 1947 wurde in Stuttgart der frühere Reichsfinanzminister Hjalmar Schacht zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt und sein Vermögen bis auf 10000 Reichsmark beschlagnahmt.

An dem 14. Mai 1947 wurde anstelle von Wilhelm Högner Waldemar von Knöringen zu dem Vorsitzenden der SPD in Bayern gewählt. An dem 16. Mai 1947 wurde Max Reimann als Vorsitzender der KPD Nordrhein-Westfalen wiedergewählt. Der Alliierte Kontrollrat ordnete die doppelte Sommerzeit an und stellte die Uhren um eine Stunde vor. An dem 17. Mai 1947 kamen die Ministerpräsidenten aller Länder der vier Besatzungszonen Deutschlands in München zusammen.

An dem 18. Mai 1947 fand ein Antrag der Arabischen Liga auf Abzug der britischen Truppen aus Palästina und Errichtung eines palästinensischen Staates in den Vereinten Nationen keine Mehrheit. Von der britischen Militärregierung wurden 13000 während des Zweiten Weltkriegs zu einer Einschmelzung beschlagnahmte Kirchenglocken an ihre Herkunftsorte zurückgeführt. Aus Landtagswahlen ging die CDU als stärkste politische Kraft hervor.

An dem 21. Mai 1947 wurde in Paris ein Handelsabkommen zwischen Frankreich und der deutschen Bizone geschlossen. Nach einer Feststellung des Verteidigungsministeriums Großbritanniens kostete die Besetzung Deutschlands Großbritannien in dem Finanzjahr 1946/1947 48 Millionen Pfund. An dem 22. Mai 1947 wurde in Hessen durch Regierungsverordnung das Schulgeld abgeschafft.

Nach einer Mitteilung des niedersächsischen Landtagsabgeordneten Pastor Heinrich Albertz kamen monatlich bis zu 15000 illegale Grenzgänger aus der sowjetischen Besatzungszone (Ostzone) nach Niedersachsen. An dem 27. Mai 1947 wurden in Landsberg 22 Angeklagte in dem Mauthausen-Prozess zu dem Tode verurteilt und hingerichtet. In der Sowjetunion wurde die Todesstrafe aufgehoben und durch eine 25jährige Freiheitstrafe ersetzt.

An dem 30. Mai 1947 verabschiedeten die Landtage Sachsen-Anhalts und Sachsens Gesetze über die Enteignung der Bodenschätze. Louise Schröder (SPD) wurde vorläufige Oberbürgermeisterin Berlins. Die amerikanische Militärregierung sprach sich für ein vollständiges Bierbrauverbot aus. An dem 31. Mai 1947 erhielt der Deutsche Pressedienst von der britischen Besatzungsmacht die Erlaubnis, sich ab dem 1. Juli 1947 in der britischen Besatzungszone als Deutsche Nachrichtenagentur zu bilden.

An dem 4. Juni 1947 nannte sich die aus der Welfenbewegung hervorgegangene, konservative nationale Grundüberzeugungen vertretende Niedersächsische Landespartei in Deutsche Partei um. An dem 5. Juni 1947 traten die Ministerpräsidenten der deutschen Länder in München zu einer Konferenz zusammen, auf welcher der amerikanische Außenminister George C. Marshall ein Hilfsprogramm für alle Staaten in Europa vorstellte. An dem 9. Juni 1947 veröffentlichten die Ministerpräsidenten der Ostzone eine Erklärung, in der sie ihre Abreise von der Münchener Konferenz erklärten und die Bildung deutscher Zentralverwaltungen forderten.

An dem 13. Juni 1947 führte die Annahme des amerikanischen Marshallplans in Deutschland in Österreich zu von der Kommunistischen Partei Österreichs organisierten Tumulten und Demonstrationen. In Rheinland-Pfalz wurde Ministerpräsident Wilhelm Boden wiedergewählt. An dem 14. Juni 1947 übertrug die Sowjetische Militäradministration in Deutschland der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) die Kontrolle über die Wirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone. An dem 15. Juni 1947 begann der Umtausch der deutschen Währung gegen die besondere Saarmark in dem Saargebiet.

An dem 16. Juni 1947 wurde Karl Arnold als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens wiedergewählt. An dem 18. Juni 1947 überließ die amerikanische Besatzungsmacht die Druckplatten der Deutschen Reichsmark der sowjetischen Besatzungsmacht, um eine eigene sowjetische Besatzungswährung zu verhindern. In Eutin traten an dem 20. Juni 1947 500 Vertreter aus allen Teilen Deutschlands zu einem ersten deutschen Europa-Kongress zusammen. An dem 21. Juni 1947 wurde Joseph Stalin erneut zu dem Staatsoberhaupt der Sowjetunion gewählt.

Die Ministerpräsidenten der Länder der Ostzone baten den Alliierten Kontrollrat in Berlin, ihre Vorschläge zu der Vereinigung der Besatzungszonen erläutern zu dürfen. An dem 22. Juni 1947 verlangte der Leiter der jugoslawischen Militärmission in Berlin von dem Alliierten Kontrollrat die Auslieferung jugoslawischer Kriegsverbrecher in der britischen Besatzungszone. An dem 24. Juni 1947 schlossen Vertreter der Bizone mit der französischen Besatzungszone in Bad Ems ein Wirtschaftsabkommen.

An dem 28. Juni 1947 konnte sich die Alliierte Kommandantur in Berlin nicht über die Bestätigung Ernst Reuters zu dem Oberbürgermeister Berlins einigen. An dem 1. Juli 1947 wurde der von einem britischen Militärgericht zu dem Tode verurteilte Albert Kesselring zu lebenslanger Haft begnadigt. An diesem Tage erreichte die Bizone (amerikanische Zone und britische Zone) 47 Prozent der industriellen Produktion der Vorkriegszeit. Der Außenminister der Sowjetunion (Molotow) lehnte den Marshallplan der Vereinigten Staaten von Amerika ab.

An dem 2. Juli 1947 wurde auf dem Parteitag der Sozialdemokraten Kurt Schumacher als Parteivorsitzender bestätigt. An dem 3. Juli 1947 wurde zwischen den Besatzungsmächten Deutschlands die freie Austauschbarkeit von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern vereinbart. An dem 5. Juli 1947 erhielt der Deutsche Presse-Dienst (DPD) eine Lizenz.

An dem 6. Juli 1947 wurde Wilhelm Külz als Vorsitzender der ostzonalen Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands in Eisenach wiedergewählt. An dem 7. Juli 1947 gab es in Deutschland 38 Hochschulen mit 77507 Studenten. An dem 9. Juli 1947 wurde Peter Altmeier zu dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. In Paris sprach sich Charles de Gaulle für eine Einbeziehung Deutschlands in ein künftiges vereinigtes Europa aus.

An dem 10. Juli 1947 lehnte der Zonenbeirat der britischen Besatzungszone die vorgeschlagene Bodenreform ab. Der britische Premierminister Clement Attlee teilte mit, dass Lord Louis Mountbatten und Mohammad Ali Dschinnah die Generalgouverrneure für Indien und Pakistan werden sollen. An dem 11. Juli 1947 teilte die Regierung der Sowjetunion mit, dass sie ein Gegenstück zu dem amerikanischen Marshallplan, den Molotowplan aufstellen wird.

An dem 15. Juli 1947 begann in Nürnberg ein Strafverfahren gegen Offiziere der früheren deutschen Wehrmacht wegen ihrer Taten in dem Zweiten Weltkrieg. Der amtsenthobene bayerische Minister für Entnazifizierung Alfred Loritz reiste nach Berlin, um mit dem amerikanischen Militärgouverneur General Lucius D. Clay über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des Schwarzhandels zu sprechen. In Rheinland-Pfalz wurde unter Ministerpräsident Peter Altmeier eine Regierung gebildet.

An dem 16. Juli 1947 wurde der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland (Clay) von der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika mit weitgehenden Vollmachten und neuen politischen Richtlinien betraut, um eine Zentralregierung zu schaffen. An dem 17. Juli 1947 forderte David Ben Gurion vor dem Palästina-Komitee der Vereinten Nationen die Schaffung eines jüdischen Staates in Palästina und lehnte ein Mandat der Vereinten Nationen ab. An dem 18. Juli 1947 trafen die acht in Nürnberg zu Haft verurteilten deutschen Hauptkriegsverbrecher in Berlin auf dem Flugplatz Gatow zu der Verbüßung ihrer Haftstrafen in dem Spandauer Gefängnis ein.

An dem 21. Juli 1947 erhielten die früheren Provinzen Brandenburg und Sachsen-Anhalt Preußens die Stellung eines Landes in Deutschland. An dem 22. Juli 1947 wurde in Württemberg-Hohenzollern mit Staatspräsident Lorenz Bock die erste Landesregierung vorgestellt. An dem 23. Juli 1947 trat in Frankfurt am Main der Wirtschaftsrat der Bizone zu der Wahl der Direktoren für die Hauptverwaltungen des Vereinigten Wirtschaftsgebiets zusammen.

An dem 24. Juli 1947 wandte sich das Zentralsekretariat der SED gegen die Einbeziehung der Bizone in den Marshallplan. An dem 25. Juli 1947 wurde Leo Wohleb (CDU) als Staatspräsident und Ministerpräsident Badens ernannt. An dem 26. Juli 1947 scheiterten die Verhandlungen über die Bestätigung Ernst Reuters als Oberbürgermeister Berlins an dem Einspruch der sowjetischen Besatzungsmacht.

An dem 30. Juli 1947 wurde der bisherige Intendant des Berliner Rundfunks Max Seydewitz (SED) als Nachfolger seines verstorbenen Parteigenossen Rudolf Friedrichs zu dem Ministerpräsidenten Sachsens gewählt. An dem 31. Juli 1947 verlangte der Landtag Nordrhein-Westfalens in einer Entschließung die Einstellung der Industriedemontagen und die Aufstellung eines neuen Industrieplans. In Vietnam bildete Präsident Ho Chi Minh eine neue Regierung, in der Bao Dai, der ehemalige Kaiser, als hoher Ratgeber wirkte.

An dem 6. August 1947 wurde in Deutschland das Gesetz Nordrhein-Westfalens zu der Sozialisierung des Kohlebergbaus von der britischen Militärregierung genehmigt. In Frankfurt am Main bezeichnete Walter Ulbricht (SED) jeden Versuch, das Ruhrgebiet politisch oder wirtschaftlich von Deutschland zu trennen, als Vernichtung der politischen und wirtschaftlichen Einheit Deutschlands. Clement Attlee forderte von der Bevölkerung Großbritanniens Opfer zu der Produktionssteigerung und Haushaltssicherung.

An dem 7. August 1947 begann vor einem amerikanischen Militärgericht in Dachau ein Strafprozess gegen 19 Angehörige des Lagerpersonals des früheren Konzentrationslagers Nordhausen. Der Landtag Schleswig-Holstein stimmte einer Gesetzesvorlage über die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien (Kohlegruben, Eisen, Stahl, chemische Industrie, Kraftwerke) zu. An dem 14. August 1947 wurden 22 Angehörige des Personals des früheren Konzentrationslagers Buchenwald von einem amerikanischen Militärgericht in Dachau zu der Todesstrafe und fünf zu lebenslanger Zuchthaushaft verurteilt.

An dem 20. August 1947 verurteilte ein amerikanisches Militärgericht in Nürnberg sieben angeklagte nationalsozialistische Ärzte zu der Todesstrafe. An dem 21. August 1947 verurteilte ein amerikanisches Militärgericht in Dachau vier Angehörige des Wachpersonals des früheren Konzentrationslagers Mauthausen zu der Todesstrafe. Bis zu dem 4. September 1947 wurden in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands mehr als 3 Millionen Hektar Land verstaatlicht. An dem 25. September 1947 wurde Kaiser Hirohito von Japan in Tokio von Kriegsverbrechen frei geprochen.

An dem 28. September 1947 veröffentlichte die provisorische Verwaltungskommission des Saargebiets einen Verfassungsentwurf über die wirtschaftliche Eingliederung in Frankreich. An dem 2. Oktober 1947 wurden neun weitere Rüstungsunternehmen wie Messerschmitt und Junkers auf eine Demontageliste gesetzt und ihre Ausrüstungen an Frankreich, Belgien und Griechenland aufgeteilt. An dem 5. Oktober 1947 wurde bei Landtagswahlen in dem Saargebiet die Christliche Volkspartei stärkste politische Kraft, während die für einen Anschluss an Frankreich eintretenden Kommunisten (nur) 8,5 Prozent der Stimmen erhielten.

An dem 6. Oktober 1947 übertrug die britische Militärregierung in Deutschland das Recht zu der Entnazifizierung mit der Verordnung Nr. 110 auf die Länderregierungen. Bei den Wahlen zu der Bremer Bürgerschaft an dem 12. Oktober 1947 erhielt die SPD 40 Prozent der Stimmen. Das Land nahm an dem 21. Oktober 1947 mit einer neuen Verfassung den Namen Freie Hansestadt Bremen an.

An dem 30. Oktober 1947 unterzeichneten Delegierte aus 23 Staaten auf einer seit 10. April 1947 in Genf tagenden Konferenz ein Generalabkommen für Tarife und Handel (GATT). An dem 31. Oktober 1947 wurden in Belgrad zahlreiche Offiziere der früheren deutschen Wehrmacht zu der Todesstrafe verurteilt. An dem 3. November 1947 wurde Oswald Pohl von einem amerikanischen Militärgericht in Nürnberg zu der Todesstrafe verurteilt. An dem 11. November 1947 wurde in Preßburg (Bratislava) der frühere Verteidigungsminister der unabhängigen Slowakei Stephan Hassik in Abwesenheit zu der Todesstrafe verurteilt, acht weitere frühere Minister zu Zuchthausstrafen, in Bukarest Juliu Maniu, der frühere Führer der nationalen Bauernpartei zu lebenslanger Zwangsarbeit.

An dem 12. November wurde in der französischen Besatzungszone Deutschlands ein Wiedergutmachungsgesetz in Kraft gesetzt. An dem 13. November 1947 wurde in München der Bankier Baron Kurt von Schröder wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu drei Monaten Gefängnis und 1500 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. An dem 15. November 1947 endeten die von den amerikanischen Besatzungsbehörden in Österreich durchgeführten Kriegsverbrecherprozesse mit 31 Verurteilungen von Angeklagten und 20 Freisprüchen.

An dem 19. November 1947 erreichte die Kohleförderung in Deutschland mit rund vier Millionen Tonnen je Monat wieder den Vorkriegsstand. An dem 24. November 1947 wurde in Berlin ein Interzonen-Handelsabkommen unterzeichnet. An dem 25. November 1947 begann in London eine Außenministerkonferenz über die deutsche Frage, die an dem 25. November 1947 wegen unterschiedlicher Standpunkte zu Reparationen, Demontagen, Marshallplan, Bizone, Oder-Neiße-Linie, Friedensvertrag, deutsche Einheit und Verfassung an dem 15. Dezember 1947 ergebnislos abgebrochen und vertagt wurde.

An dem 29. November 1947 beschloss die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Teilung des britischen Mandatsgebiets Palästina und stellte Jerusalem unter die Verwaltung der Weltorganisation. An dem 30. November 1947 bezeichnete David Ben Gurion die Schaffung eines souveränen jüdischen Volksstaats in der alten jüdischen Heimat als historische Gerechtigkeit. An dem 3. Dezember 1947 verabschiedete der Landtag Schleswig-Holsteins das Gesetz über die Bodenreform, das die Beschlagnahme allen Grundeigentums mit mehr als 100 Hektar vorsah.

An dem 4. Dezember 1947 wurden von dem amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg mehrere führende nationalsozialistische Juristen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. An dem 5. Dezember 1947 begann in dem sowjetischen Sektor in Berlin der von der SED betriebene Volkskongress für die deutsche Einheit und einen gerechten Frieden mit 1352 Delegierten aus Ostzone und Berlin sowie 664 Delegierten aus den Westzonen. An dem 15. Dezember 1947 fand in London die Londoner Außenministerkonferenz der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die Deutschland-Frage statt, die wegen eines Bruches zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion ohne Ergebnisse abgebrochen wurde.

An dem 22. Dezember 1947 begann in Nürnberg ein Strafverfahren gegen 21 frühere Reichsminister, Staatssekretäre und Wirtschaftsführer (Wilhelmstraßen-Prozess) und wurde Friedrich-Flick zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

An dem 27. Dezember 1947 führten Frankreichs Ministerpräsident Robert Schuman (Clausen/Luxemburg]1896-Scy-Chazelles/Frankreich 1963, Reichsdeutscher mit luxemburgischer Muttersprache, 1903 Abitur Atheneum in Luxemburg, 1904 deutsches Abitur  in Metz, Studium Rechtswissenschaft Universität Bonn,  München, Berlin, Straßburg, erste juristische Staatsprüfung Metz 1908, 1910 Promotion Univ. Straßburg, 1912 zweite  juristische Staatsprüfung Metz, 1912 Rechtsanwalt Metz, nach der Annexion Elsass-Lothringens durch Frankreich 1919 Staatsangehöriger Frankreichs, für die Republikanische Union Lothringen Abgeordneter der Abgeordnetenkammer Frankreichs, 1941 von Gestapo verhaftet, Flucht, Lyon, nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut Abgeordneter der Nationalversammlung Frankreichs, 1947 Ministerpräsident[, 1948-1952 Außenminister in 8 kurzlebigen Regierungen]) und Außenminister Georges Bidault in Paris Gespräche über die Möglichkeit einer Angliederung der französischen Besatzungszone Deutschlands an die Bizone. In London unterzeichneten Großbritannien und die Sowjetunion ein Handelsabkommen. An dem 30. Dezember 1947 wurde Rumänien nach dem Rücktritt König Michaels Volksrepublik.

An dem 2. Januar 1948 wurde in Nürnberg ein Strafprozess gegen 13 Generäle der früheren deutschen Wehrmacht eröffnet. An dem 9. Januar 1948 ließ die Regierung Frankreichs durch ihre Botschaften in den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien Protest gegen die Weiterentwickelung der bizonalen Wirtschaftsverwaltung überreichen. An dem 18. Januar 1948 trennte sich die Liberaldemokratische Partei Deutschlands in den Westzonen von der Parteiorganisation in der Ostzone.

An dem 20. Januar 1948 warnte der Alliierte Kontrollrat für Deutschland in Berlin Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika vor einer Weiterentwicklung der bizonalen Verwaltung ohne Einwilligung. An dem 30. Januar 1948 wurde in Indien Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi von dem Hindu Nathuram Vinayak Godse ermordet.

An dem 1. Februar 1948 wurde in der Bizone Deutschlands die Postzuschlagsmarke Notopfer Berlin zwecks Förderung West-Berlins verpflichtend. An dem 6. Februar 1948 gelang auf dem Übungsgelände von White Sands erstmals die elektronische Fernsteuerung einer nachgebauten deutschen V2-Rakete. An dem 9. Februar 1948 wurde das Deutsche Obergericht als höchstes Gericht der Bizone Deutschlands eingerichtet.

An dem 11. Februar 1948 trat der Alliierte Kontrollrat für Deutschland zu einer Beratung über eine Währungsreform zusammen. An dem 13. Februar 1948 reorganisierte die Sowjetische Militärverwaltung in Deutschland die Deutsche Wirtschaftskommission in der Ostzone. An dem 14. Februar 1948 unterzeichneten der britische und der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland ein Gesetz zu der Schaffung der Bank deutscher Länder.

An dem 16. Februar 1948 begann in Baden-Baden vor dem Obersten französischen Militärgericht der Prozess gegen die Industriellen Hermann Röchling und Ernst Röchling sowie mehrere Direktoren der deutschen Stahlindustrie wegen des Verdachts der Beteiligung an der Vorbereitung eines Angriffskriegs. An dem 19. Februar 1948 ersuchte die Regierung Ägyptens Großbritannien um den Abtransport rund 80000 noch in der Suezkanalzone verbliebener deutscher Kriegsgefangener.

An dem 22. Februar 1948 lehnte die britische Militärregierung den Antrag Polens auf Auslieferung des Ministerpräsidenten Wilhelm Kopf als Kriegsverbrecher ab. An dem 23. Februar 1948 begann in London eine Konferenz über die Bildung eines Bundesstaats in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands. An dem 28. Februar 1948 erklärte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland in dem Befehl Nr. 35 die Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone für abgeschlossen.

An dem 1. März 1948 wurde in Frankfurt am Main als Nachfolgerin der Reichsbank die Bank deutscher Länder begründet. An dem 2. März 1948 wurde in Frankfurt am Main auf der Versammlung des Wirtschaftsrats der Bizone Hermann Pünder als Vorsitzender gewählt. An dem 4. März 1948 wurden die Tagebücher des früheren Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels veröffentlicht.

An dem 6. März 1948 wurde in der Sechsmächtekonferenz (Vereinigte Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg) über Deutschland in London ein föderatives Regierungssystem gefordert und eine internationale Kontrolle der Industriebetriebe des Ruhrgebiets empfohlen. An dem 10. März 1948 wurden vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg Urteile gegen Angehörige des früheren SS-Rasse- und Siedlungshauptamts gefällt.

An dem 16. März 1948 gaben die vier alliierten Besatzungsmächte in Deutschland den gesamten Telefon- und Telegrammverkehr mit dem Ausland wieder frei. An dem 17./18. März 1948 fand in dem Admiralspalast in Berlin anlässlich der 100-Jahr-Feier der Revolution von 1848 der von der SED einberufene zweite deutsche Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden statt. An dem 19. März 1948 trafen sich die Militärgouverneure der drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands zu Gesprächen über eine Verschmelzung und der Deutsche Volksrat der Ostzone trat zu einer ersten Sitzung zusammen.

An dem 20. März 1948 stellte die Sowjetunion ihre Arbeit in dem Alliierten Kontrollrat auf Grund der Beschlüsse der Londoner Dreimächtekonferenz ein. An dem 22. März 1948 stellten die sowjetischen Besatzungsbehörden ihre Mitarbeit in den Arbeitsausschüssen ein. An dem 25. März 1948 erklärte der Leiter des Stabes der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, dass der Alliierte Kontrollrat für Deutschland seine Tätigkeit endgültig eingestellt habe.

An dem 27. März 1948 stellte der Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands die Entnazifizierungsverfahren gegen etwa 300000 minderbelastete ehemalige Nationalsozialisten ein. An dem 30. März 1948 kündigte die Sowjetische Militärverwaltung in Deutschland in gleichlautenden Noten an die drei westlichen Militärregierungen die Einführung von Kontrollmaßnahmen in dem Verkehr von und nach Berlin an. An dem 1. April 1948 begann die sowjetische Militärverwaltung mit verschärften Kontrollmaßnahmen und Behinderungen an den Verbindungen von und nach Berlin.

An dem 3. April 1948 wurde Herbert Ruscheweyh zu dem Präsidenten des Obergerichts der Bizone ernannt. An dem 5. April 1948 kam es in Berlin-Gatow zu einem Zusammenstoß zwischen einem britischen Passagierflugzeug und einem sowjetischen Jagdflugzeug, bei dem 13 Menschen ihr Leben verloren. An dem 9. April 1948 sprach sich Hans Ehard, Ministerpräsident Bayerns, für eine Vereinigung der drei Westzonen Deutschlands aus.

An dem 10. April 1948 wurden 14 frühere SS-Führer, darunter General Heinrich Ohlendorf, wegen Kriegsverbrechen zu dem Tode durch den Strang verurteilt. An dem 11. April 1948 forderte die sowjetische Militärverwaltung von den Westmächten die Schließung ihrer Servicestationen an der Autobahn Helmstedt-Berlin. Frankreichs Ministerpräsident Robert Schuman stimmte der Bildung einer westdeutschen Regierung zu, verlangte aber ein hohes Maß an Selbständigkeit für die Länder in einem Bundesstaat.

An dem 12. April 1948 erklärte Polens Minister für die wiedergewonnenen Gebiete, dass Polen sie niemals an Deutschland zurückgeben werde. An dem 20. April 1948 beschloss die zeitweise unterbrochene Londoner Sechsmächtekonferenz dem deutschen Volke die Einheit zu ermöglichen und eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen. An dem 21. April 1948 beschloss der Nationalrat Österreichs eine Amnestie für minderbelastete frühere Nationalsozialisten.

An dem 22. April 1948 kam der alliierte Eisenbahnverkehr zwischen Berlin und den Westzonen zu dem Erliegen. An dem 23. April 1948 wurde auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) gegründet. An dem 26. April 1948 wurde auf einer Delegiertenkonferenz der Landesverbände der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) der Westzonen beschlossen, den Namen in Sozialistische Volkspartei Deutschlands (SVP) zu ändern. An dem 27. April 1948 protestierte die Landesregierung Kärntens gegen Ansprüche Jugoslawiens auf Gebiete in dem Süden Österreichs.

An dem 28. April 1948 wurde in Ellwangen in Württemberg ein Verfassungsentwurf für eine Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. An dem 30. April 1948 verlangte Großbritannien von der Sowjetunion Schadensersatz für den Absturz eines britischen Passagierflugzeugs vor dem Flughafen Berlin-Gatow. An dem 1. Mai 1948 genehmigten die britische und die amerikanische Militärregierung in Deutschland eine allgemeine Lohnerhöhung von 15 Prozent in ihren Besatzungszonen.

An dem 5. Mai 1948 bezeichnete die amerikanische Militärregierung die von der deutschen Zentralverwaltung erlassenen Bestimmungen über den Paketverkehr zwischen Berlin und den Westzonen als unzulässig. An dem 10. Mai 1948 wurde in der Ostzone der Abschluss der in dem Herbst 1945 eingeleiteten Bodenreform der Enteignung aller Güter mit einer 100 Hektar übersteigenden Fläche bekanntgegeben. An dem 12. Mai 1948 begann die Blockade Berlins durch die Sowjetunion.

An dem 13. Mai 1948 hob die amerikanische Militärregierung das Beschäftigungsverbot für frühere Mitglieder der NSDAP auf. An dem 14. Mai 1948 proklamierte David Ben Gurion den Staat Israel in Palästina. An dem 15. Mai 1948 rückten Truppen der arabischen Nachbarstaaten in den an dem Tag zuvor proklamierten Staat Israel ein.

An dem 17. Mai 1948 beendeten die Vereinigten Staaten von Amerika ihre zweijährigen Atombombenversuche auf dem Eniwetok-Atoll in dem Südpazifik. An dem 23. Mai 1948 begann in Berlin die Auslegung von Listen für ein von dem Deutschen Volksrat geplantes Volksbegehren für eine Einheit Deutschlands. An dem 29. Mai 1948 beschloss der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Waffenstillstandsbefehl für Palästina. An dem 31. Mai 1948 wurde in der britischen Besatzungszone Deutschlands eine Teilamnestie für frühere Angehörige der SS verkündet.

An dem 1. Juni 1948 wurde in Deutschland die Reichsmark durch die Deutsche Mark (D-Mark, DM) ersetzt.

An dem 7. Juni 1948 gab der britische Militärgouverneur in Deutschland, General Sir Brian Robertson bekannt, dass dem Antrag der Kommunistischen Partei (KPD) der britischen Besatzungszone Deutschlands auf Umbenennung in Sozialistische Volkspartei Deutschlands (SVP) nicht stattgegeben wird. An dem 8. Juni 1948 fanden in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands technische Vorbereitungen zu der Durchführung einer Währungsreform statt. An dem 9. Juni 1948 erkannte die amerikanische Militärregierung die Unabhängige Gewerkschaftsorganisation (UGO) als rechtmäßige Gewerkschaftsvertretung in den Westsektoren Berlins an. In Niedersachsen bildete Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf eine neue Regierung aus Vertretern von SPD, CDU und Zentrum.

An dem 14. Juni 1948 lehnte die britische Militärregierung in Deutschland Vorschläge der sowjetischen Militärregierung über die Regelung des Binnenschiffsverkehrs zwischen Berlin und den Westzonen Deutschlands ab. An dem 15. Juni 1948 verfügte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland die Sperrung der Autobahn zwischen den drei westlichen Besatzungszonen und Berlin. An dem 16. Juni 1948 ließ die Sowjetische Militäradministration in Deutschland die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD) und die Demokratische Bauernpartei (DBD) auf Zonenbasis zu. Aus Protest gegen das Verhalten des amerikanischen Stadtkommandanten in Berlin verließen (an dem 16. Juni 1948) die sowjetischen Vertreter die Alliierte Stadtkommandantur von Berlin.

An dem 20. Juni 1948 trat in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands (Trizone) die Währungsreform in Kraft. Ab dem 21. Juni 1948 war dort die Deutsche Mark (D-Mark, DM) das Zahlungsmittel. Sie ähnelte dem amerikanischen Dollar, hatte aber einen deutschen Aufdruck. Jeder Staatsbürger konnte zunächst 40 (bisherige) Reichsmark gegen 40 Deutsche Mark eintauschen. Private Reichsmark-Guthaben wurden in dem Verhältnis zehn zu eins umgetauscht. Erspartes wurde dadurch nahezu wertlos, doch gab es (seitdem) in den Regalen der Läden viele Waren.

An dem 24. Juni 1948 begann die Sowjetunion eine Blockade Berlins als Reaktion auf die Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen. Dadurch wurde der gesamte Landverkehr einschließlich der Wasserwege aus den westlichen Besatzungszonen nach den westlichen Sektoren Berlins unterbrochen. Deswegen entwickelte der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay den Gedanken einer Luftbrücke zwecks Versorgung der westlichen Sektoren Berlins mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Gütern.

An dem 1. Juli 1948 wurden in Deutschland die Frankfurter Dokumente übergeben, auf Grund deren die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen eine verfassunggebende Versammlung zu der Vorbereitung einer demokratischen Gründung der Bundesrepublik Deutschland einberufen sollten. An dem 3. Juli 1948 wurde in der Ostzone mit dem Aufbau der Kasernierten Volkspolizei (KVP) als einer Streitmacht begonnen. An dem 6. Juli 1948 protestierten die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs förmlich bei der Regierung der Sowjetunion gegen die Blockade West-Berlins.

Von dem 8. Juli 1948 bis zu dem 10. Juli 1948 fand bei Koblenz in dem Hotel Rittersturz eine Konferenz statt (Rittersturz-Konferenz), auf der die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen Deutschlands über eine Gründung eines westdeutschen Staates berieten. Dabei nahmen sie die Frankfurter Dokumente an. Um die deutsche Teilung nicht zu vertiefen, stimmten sie jedoch gegen die Schaffung eines westdeutschen Staates und lehnten das Besatzungsstatut in seiner vorgeschlagenen Form ab. Später stimmten sie der Gründung eines Weststaates als Provisorium zu.

An dem 12. Juli 1948 entließ Großbritannien alle Kriegsfangenen, außer 80000 in dem Nahen Osten. An dem 14. Juli 1948 riefen die bekanntgegebenen Ergebnisse der Rittersturz-Konferenz Kritik bei den Militärgouverneuren der westlichen Besatzungsmächte hervor. Der sächsische Innenminister, Kurt Fischer, wurde zu dem Präsidenten der neuen deutschen Verwaltung des Inneren der Ostzone ernannt. Die Sowjetunion bestritt das von den Westmächten beanspruchte Recht auf freien Zugang nach Berlin.

An dem 15. Juli 1948 berieten die Ministerpräsidenten der drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands auf Schloss Niederwald bei Rüdesheim am Rhein über die Frankfurter Dokumente. Der Landtag des Saarlands verabschiedete ein Staatsangehörigkeitsgesetz, das den Status von Ausländern für bestimmte deutsche Bewohner des Landes änderte. An dem 18. Juli 1948 wurde der Berliner Großindustrielle Günter Quandt von der Spruchkammer in München als Mitläufer eingestuft. An dem 19. Juli 1948 trat Robert Schuman nach einer Abstimmungsniederlage in der Nationalversammlung als Ministerpräsident Frankreichs zurück.

An dem 20. Juli 1948 drängten die drei westlichen Militärgouverneure die Ministerpräsidenten der Länder der drei Westzonen, die an dem 1. Juli 1948 überreichten Frankfurter Dokumente uneingeschränkt anzunehmen. An dem 21. Juli 1948 trafen sich die Ministerpräsidenten der drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands in Schloss Niederwald zu einer Beratung über die Frankfurter Dokumente. In der Ostzone wurde die Deutsche Emissions- und Girobank in Deutsche Notenbank umbenannt. Die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) beschloss einen Zweijahresplan für die wirtschaftliche Entwicklung in der sowjetischen Besatzungszone. Die Nationalversammlung Frankreichs wählte André Marie zu dem neuen Ministerpräsidenten des Landes, unter dem Robert Schuman Außenminister wurde.

An dem 22. Juli 1948 entschieden die westdeutschen Ministerpräsidenten, dass der neu gegründete westdeutsche Staat die Reichseinheit nicht gefährden werde und ein Provisorium als „Kernstaat“ aufbauen sollte. An dem 23. Juli 1948 entschied die französische Militärregierung Deutschlands, die sofortige Demontage von 38 Betrieben in Württemberg-Hohenzollern (vor allem der Uhrenindustrie) zu befürworten. An dem 24. Juli 1948 ordnete die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) für die Ostzone Deutschlands die Ausgabe der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank an.

Österreich und die Vereinigten Staaten von Amerika unterzeichneten das Marshallplan-Abkommen, das 2,8 Millionen Dollar Zuwendungen vorsah. Die Ausgabe der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank bewirkte in der sowjetischen Zone Deutschlands eine Inflation. Der Magistrat Berlin forderte die Westmächte zu einer Behebung der Blockade Berlins auf.

An dem 26. Juli 1948 einigten sich die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder auf die Einberufung eines Parlamentarischen Rates für die Erarbeitung eines Grundgesetzes als einer vorläufigen Verfassung. An dem 27. Juli 1948 weigerte sich der von seinem Amt suspendierte Polizeipräsident Berlins, Paul Markgraf, zurückzutreten und amtierte mit Billigung der Sowjetunion weiter in dem sowjetischen Sektor Berlins.

An dem 28. Juli 1948 wurden bei einer Explosion in einem Werk der Badischen Anilin & Soda-Fabrik in Ludwigshafen am Rhein 207 Menschen getötet und 3122 Gebäude beschädigt (Sachschaden 80 Millionen DM). An dem 29. Juli 1948 beschloss der Vorstand der SWD die Umformung der Partei in eine Partei neuen Typus nach sowjetischem Vorbild. An dem 30. Juli 1948 verkündete das amerikanische Militärgericht in Nürnberg die Urteile in dem I.G. Farben-Prozess, durch die 13 Angeklagte zu Freiheitsstrafen bis zu acht Jahren verurteilt und 10 Angeklagte freigesprochen wurden. An dem 31. Juli 1948 wurde in dem Krupp-Prozess der Hauptangeklagte Alfried Krupp von Bohlen und Halbach zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

In Moskau empfing der sowjetische Partei- und Regierungschef Josef Stalin die Botschafter der drei westlichen Besatzungsmächte Deutschlands zu Gesprächen über die politische Lage in und um Berlin. An dem 1. August 1948 übergaben Vertreter der Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs dem sowjetischen Außenminister Molotow Noten mit Angeboten zu Viermächteverhandlungen über Berlin und Deutschland.

An dem 2. August 1948 verabschiedete der Landtag Nordrhein-Westfalens ein Bodenreformgesetz, das die zulässige Fläche privaten Grundeigentums auf höchstens 125 Hektar begrenzte, aber von der britischen Militärregierung Deutschlands abgelehnt wurde. An dem 3. August 1948 billigte der Deutsche Volksrat der Ostzone Deutschlands eine Verfassung für eine Deutsche Demokratische Republik. An dem 4. August 1948 beschlossen Delegierte aus den Ländern Südbaden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern, die Voraussetzungen für die Bildung eines Südwest-Staats in Deutschland zu prüfen. Die amerikanische Militärregierung in Bayern verfügte die Abschaffung der Schulgeldpflicht ab dem 1. September 1948.

An dem 5. August 1948 verabschiedete der Landtag Nordrhein-Westfalens ein Gesetz über die Verstaatlichung des Kohlebergbaus, das die britische Militärregierung an dem 6. August 1948 ablehnte. Die Regierung Württemberg-Hohenzollerns trat aus Protest gegen neue Reparationsforderungen Frankreichs zurück. An dem 8. August 1948 erschien in Hannover die von Henri Nannen herausgegebene illustrierte Zeitschrift Stern.

An dem 9. August 1948 erklärte das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika, keine Ansprüche auf Gebiete in der Antarktis zu erheben und keine Ansprüche anderer Staaten wie beispielsweise Argentiniens anzuerkennen. An dem 10. August 1948 begann auf Schloss Herrenchiemsee in dem Chiemsee der von den Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder eingeschaltete Verfassungskonvent seine Tätigkeit. Er hatte als Aufgabe, Richtlinien für ein föderalistisches Grundgesetz als einer vorläufigen Verfassung zu erarbeiten. An dem 11. August lehnte die Regierung des Saarlands eine Teilnahme an der Ausarbeitung eines westdeutschen Grundgesetzes ab, weil sie das Saarland als autonomen Staat ansah. Der Deutsche Volksrat der Ostzone Deutschlands verabschiedete Vorschläge einer Verfassung für eine Deutsche Demokratische Republik.

An dem 13. August 1948 wurde Bonn als Sitz des Parlamentarischen Rates bestimmt. An dem 15. August 1948 begannen die westdeutschen Landtage mit der Wahl von Delegierten für den Parlamentarischen Rat. An dem 19. August 1948 fand in Lindau am Bodensee die letzte gesamtdeutsche Tagung der Interzonenkonferenz deutscher Gewerkschaften statt, an dem 22. August 1948 in Amsterdam eine Weltkirchenkonferenz. An dem 23. August 1948 endete der Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee.

An dem 24. August 1948 verschob die Sowjetische Militäradministration die Gemeindewahlen, Kreiswahlen und Landtagswahlen auf den Herbst 1949. An dem 26. August 1949 trat die südbadische Regierung in Freiburg im Breisgau aus Protest gegen die von Frankreich geforderten Reparationen zurück. An dem 30. August 1948 einigten sich die Botschafter der drei Westmächte mit dem sowjetischen Außenminister Molotow über die Einführung der ostzonalen Mark in Berlin unter Viermächtekontrolle.

An dem 31. August 1948 wurde in Rüdesheim am Rhein die dritte Ministerpräsidentenkonferenz der westlichen Besatzungszonen Deutschlands eröffnet, die unter anderem über die Empfehlungen des Herrenchiemseer Verfassungskonvents beriet. Der Alliierte Kontrollrat in Berlin traf sich, um über die Aufhebung der Sperre der Verbindungswege zwischen Berlin und den Westzonen Deutschlands sowie die Einführung der Ostmark in ganz Berlin zu beraten. An dem 1. September 1948 traten in Bonn die 65 von den elf westdeutschen Landtagen gewählten Mitglieder des Parlamentarischen Rates (je 27 CDU/CSU und SPD, 5 FDP/DVP/LDP, je 2 Zentrum, DP, KPD, davon 4 Frauen, fünf beratende Mitglieder aus West-Berlin) zusammen.

An dem 4. September 1949 wurden in Österreich die Lebensmittelrationen pro Mensch und Tag auf 2100 Kalorien erhöht. In Interlaken endete ein Kongress der Europäischen Parlamentarischen Union mit der Aufforderung, eine verfassunggebende Versammlung für Europa einzuberufen. An dem 5. September 1948 stellte Frankreichs Ministerpräsident Robert Schuman sein neues Kabinett vor, dem an dem 7. September 1948 das Misstrauen ausgesprochen wurde.

An dem 22. September 1948 forderten die drei westlichen Besatzungsmächte Deutschlands die Regierung der Sowjetunion in diplomatischen Noten erneut auf, die Blockade Berlins zu beenden. An dem 27. September 1948 beschloss der Magistrat Berlins die Anrufung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu der Lösung der Krise um Berlin. An dem 1. Oktober 1948 wurde in München in Nachfolge des Reichspatentamts das Deutsche Patentamt für die drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands gegründet.

An dem 2. Oktober 1948 wurde in Frankfurt am Main der Hessische Rundfunk als Anstalt des öffentlichen Rechtes gegründet. An dem 4. Oktober 1948 fand eine Debatte des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen über die Blockade der Westsektoren Berlins durch die sowjetische Besatzungsmacht statt. An dem 8. Oktober 1948 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Berlin Neuwahlen an dem 5. Dezember 1948. Max Fechner wurde zu dem Präsidenten der deutschen Justizverwaltung für die Ostzone ernannt.

An dem 18. Oktober 1948 signalisierten die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika ihre Zustimmung zu einer baldigen Einschränkung der Demontagen in ihren Besatzungszonen Deutschlands. An dem 20. Oktober 1948 billigte der sowjetische Stadtkommandant Berlins die Abhaltung von Wahlen in ganz Berlin, falls die in den Westsektoren verbotenen Organisationen wie der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund zu der Wahl zugelassen werden. An dem 22. Oktober 1948 begann in Berlin unter Vorsitz Otto Grotewohls (SED) die fünfte Sitzung des Deutschen Volksrates, die sich mit einem Verfassungsentwurf für eine Deutsche Demokratische Republik befasste.

An dem 26. Oktober 1948 verlangte die sowjetische Militärregierung von Österreich die Ablieferung von 540 Lokomotiven und 5575 Waggons der Eisenbahn. An dem 28. Oktober 1948 wurden hohe Offiziere des früheren Oberkommandos der deutschen Wehrmacht in Nürnberg teilweise zu lebenslanger Haft verurteilt. Deutsche Gewerkschaften organisierten in Frankfurt am Main eine Protestkundgebung gegen die Wirtschaftspolitik. An dem 1. November 1948 wurde Präsident Harry S. Truman der Vereinigten Staaten von Amerika wiedergewählt.

An dem 4. November 1948 forderte die Stadtverordnetenversammlung Berlins die Westmächte auf, die Deutsche Mark als alleiniges Zahlungsmittel in den Westsektoren der Stadt zu verwenden. An dem 5. November 1948 wurde ein Entnazifizierungsverfahren gegen den früheren Reichsfinanzminister Hjalmar Schacht eingeleitet. An dem 10. November 1948 begann der Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn mit der ersten Lesung des Entwurfes eines Grundgesetzes für einen künftigen westdeutschen Staat. Die von der SPD in dem Wirtschaftsrat der deutschen Bizone eingebrachten Misstrauensanträge gegen dessen Präsidenten, Hermann Pünder, und den Leiter der Wirtschaftsabteilung, Ludwig Erhard, wurden abgelehnt.

An dem 11. November 1948 wurde in München der frühere bayerische Sonderminister Alfred Loritz verhaftet. Der französische Staatspräsident Vincent Auriol protestierte gegen eine Bevorzugung Deutschlands bei dem politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau. Generalissimus Francisco Franco erklärte sich zu einer Beteiligung an einem westlichen Verteidigungsbündnis bereit.

An dem 12. November 1948 beteiligten sich in der Bizone Deutschlands etwa 9 Millionen Arbeitnehmer an einem 24-stündigen Generalstreik gegen die anhaltenden Preissteigerungen. An dem 13. November 1948 forderte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Trygve Lie, die vier Großmächte zu sofortigen Schritten zu einer Lösung der Krise um Berlin auf. An dem 14. November 1948 wurde in Berlin der von dem Deutschen Volksrat ausgearbeitete Verfassungsentwurf für eine Deutsche Demokratische Republik veröffentlicht. Bei den Gemeinde- und Kreistagswahlen in den Ländern der französischen Besatzungszone erreichte die CDU vor der SPD die Mehrheit der Stimmen.

An dem 16. November 1948 ordnete der stellvertretende sowjetische Stadtkommandant Berlins die Amtsenthebung der Stadträte Ernst Reuter und Gustav Klingelhöfer an. An dem 17. November 1948 lehnten die westlichen Militärgouverneure die Aufnahme von Viermächteverhandlungen über die Beilegung der Berlinkrise ab. An dem 20. November 1948 erklärte Frankreichs Außenminister Robert Schuman, dass Frankreich sich niemals mit der Übertragung der Entscheidung über die Eigentumsrechte der Ruhrindustrie in die Hände einer westdeutschen Regierung einverstanden erklären würde.

An dem 22. November 1948 überreichten die drei westlichen Militärgouverneure Deutschlands dem Vorsitzenden des Parlamentarischen Rates Konrad Adenauer ein Memorandum, in dem sie sich für einen föderalistischen Staatsaufbau eines künftigen westdeutschen Staates aussprachen. Der sowjetische Außenminister Molotow erklärte, dass Deutschland auf der Grundlage der Potsdamer Beschlüsse von dem August 1945 einen Friedensvertrag erhalten würde.

An dem 28. November 1948 teilte der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Lucius D. Clay, in Berlin mit, dass die Westmächte bereit seien, die Luftbrücke nach Berlin auf unbegrenzte Zeit aufrechtzuerhalten. Bei Gemeinde-und Kreistagswahlen in Niedersachsen wurde die SPD stärkste Partei. In London wurde der erfolgreiche Abschluss von Vorbesprechungen über die Schaffung einer nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft bekanntgegeben.

An dem 29. November 1948 sprach sich der Leiter der sowjetischen Militäradministration, Marschall Sokolowski, in einem Brief an die westlichen Militärgouverneure gegen die sich abzeichnende Spaltung Berlins aus. An dem 30. November 1948 wurde in dem sowjetischen Sektor Berlins ein eigener Magistrat gebildet, der Friedrich Ebert zu dem Oberbürgermeister wählte. An dem 1. Dezember 1948 verlegte der gewählte Berliner Magistrat unter Bürgermeister Ferdinand Friedensburg seinen Dienstsitz in den Bezirk Charlottenburg in dem britischen Sektor.

Der bizonale Wirtschaftsrat in Frankfurt am Main verabschiedete das erste Lastenausgleichsgesetz, das eine dreiprozentige Belastung von Vermögen von mehr als 15000 DM vorsah, um Flüchtlingen und Bombengeschädigten zu helfen. In Berlin wurde der Luftbrückenflugplatz Tegel eröffnet. Die Nationalversammlung Frankreichs begann eine zweitägige Debatte über eine internationale Kontrolle des Ruhrgebiets.

An dem 2. Dezember 1948 erklärte der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, dass die Vereinigten Staaten von Amerika den an dem 30. November in Berlin (Ost) gebildeten Magistrat nicht anerkennen würden. An dem 3. Dezember 1948 wurde Martin Niemöller zu dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands gewählt. Die Vollversammlung des Wirtschaftsrates der deutschen Bizone sprach dem Direktor der Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hans Schlange-Schöningen das Vertrauen aus. In Washington wurde der Entwurf eines Vertrags für ein nordatlantisches Verteidigungsbündnis veröffentlicht. Margarete Ottilinger, eine Abteilungsleiterin in dem österreichischen Ministerium für Wirtschaftsplanung, wurde von einem sowjetischen Militärgericht in Österreich wegen Spionage zu 20 Jahren Haft verurteilt.

An dem 4. Dezember 1948 wurde in dem Westen Berlins wegen der politisch einseitigen Ausrichtung der Humboldt-Universität in dem Ostsektor der Stadt die Freie Universität Berlin gegründet. Bei Wahlen zu der Stadtverordnetenversammlung in den Westsektoren Berlins an dem 5. Dezember 1948 erhielt die SPD 64,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, bei Wahlen zu Bürgermeistern und Kreistagen in Württemberg-Hohenzollern die CDU 46,5 Prozent. An dem 6. Dezember 1948 fanden in London Verhandlungen der westlichen Besatzungsmächte über den Umfang der Demontagen in Deutschland statt.

An dem 7. Dezember 1948 wurde Ernst Reuter (SPD) von der Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit zu dem Oberbürgermeister Berlins gewählt. In Schleswig-Holstein fanden viele Protestkundgebungen gegen Sprengungen und Demontagen deutscher Hafenanlagen und Werften durch die britische Besatzungsmacht statt. An dem 8. Dezember 1948 wurde Alfred Loritz, der frühere Sonderminister Bayerns und Vorsitzende der Wirtschaftlichen Aufbauvereinigung (WAV), wegen seiner Flucht aus dem Gefängnis in München zu drei Monaten Haft verurteilt.

An dem 9. Dezember 1948 beschlossen die Vereinten Nationen in Paris, Gruppenmord als völkerrechtliches Verbrechen einzustufen. An dem 10. Dezember 1948 beendete der Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn die erste Lesung des Grundgesetzes für einen künftigen westdeutschen Staat. Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündet. An dem 11. Dezember 1948 wurde in Heppenheim an der Bergstraße die Freie Demokratische Partei (FDP) gegründet.

An dem 16. Dezember 1948 fanden in Frankfurt am Main Gespräche zwischen den westlichen Militärgouverneuren in Deutschland über das Besatzungsstatut für den künftigen westdeutschen Staat statt, wobei die Konferenz von einer Delegation des Parlamentarischen Rates besucht wurde. Die britische Militärregierung in Deutschland ordnete die Fortsetzung der Demontagen deutscher Industrieanlagen in Nordrhein-Westfalen an. An dem 18. Dezember stimmte die Regierung der Sowjetunion der Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Österreich zu.

An dem 19. Dezember 1948 kam es in dem Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn zu Auseinandersetzungen zwischen Vertretern von CDU und SPD wegen des Besuchs des Vorsitzenden des Rates, Konrad Adenauer, bei den drei westlichen Militärgouverneuren an dem 16. Dezember 1948. Truppen Frankreichs räumten das Gebiet der Ortschaft Stolpe nördlich Berlins und übergaben es der sowjetischen Besatzungsmacht. An dem 20. Dezember 1948 begann der Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn mit der zweiten Lesung des Entwurfs eines Grundgesetzes für einen künftigen westdeutschen Staat.

An dem 21. Dezember 1948 traten in Berlin die drei westlichen Stadtkommandanten zu der ersten Sitzung der Alliierten Kommandantur seit dem Auszug der sowjetischen Besatzungsmacht an dem 14. Juni 1948 zusammen. An dem 24. Dezember 1948 teilte die Regierung Jugoslawiens mit, dass die noch 60000 internierten deutschen Kriegsgefangenen 1949 entlassen werden sollten. An dem 28. Dezember 1948 schlossen die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich die Niederlande, Belgien und Luxemburg ein Abkommen über die Errichtung einer internationalen Ruhrbehörde ohne Sowjetunion.

An dem 29. Dezember 1948 erklärte Ministerpräsident Josip Broz Tito, dass Jugoslawien einen eigenen Weg zu dem Kommunismus gehen werde. An dem 31. Dezember 1948 landete das 100000. Flugzeug der Alliierten mit Versorgungsgütern für die drei von der Sowjetunion blockierten Westsektoren Berlins auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. In seiner Ansprache zu dem Jahreswechsel kündigte der britische Militärgouverneur die für das neue Jahr geplante Bildung einer deutschen Regierung an.

An dem 3. Januar 1949 verlangte Ernst Reuter als Oberbürgermeister Berlins (West) auf einer sozialdemokratischen Parteikonferenz die Einbeziehung Westberlins in den geplanten westdeutschen Staat. In den Westzonen Deutschlands beschloss die Kommunistische Partei die organisatorische Trennung von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). An dem 10. Januar 1949 verweigerten britische Behörden Otto Strasser, dem Begründer der von 1931 bis 1933 bestehenden Kampfgemeinschaft revolutionärer Nationalsozialisten, die Einreise in die deutsche Bizone.

An dem 11. Januar 1949 verabschiedete das Parlament Polens ein Gesetz, das die früheren deutschen Ostgebiete unter Staatsverwaltung stellte. An dem 15. Januar 1949 wurden die Stromübertragungen aus der sowjetischen Besatzungszone nach Bayern eingestellt, weil die amerikanische Militärregierung die Lieferung bestimmter Güter als Gegenleistung an die sowjetische Besatzungszone abgelehnt hatte.

An dem 17. Januar 1949 richteten die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich ein Militärisches Sicherheitsamt zu der Überwachung der Entmilitarisierung in Westdeutschland ein. Die Hochschule für Politik in Berlin wurde wiedereröffnet. An dem 18. Januar 1949 beschlossen die drei westlichen Stadtkommandanten Berlins ein Exportverbot für bestimmte Waren wie Rundfunkanlagen, Generatoren und Elektroartikel aus den Westsektoren in den Ostteil Berlins.

An dem 24. Januar 1949 beschloss der Vorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die Bildung eines Politbüros, das die einheitliche Führung der Partei gewährleisten sollte und unter anderem Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht umfasste. An dem 25. Januar wurde die erste verfassunggebende Versammlung Israels gewählt. An dem 26. Januar 1949 stufte das Appellationsgericht der Entnazifizierungskammer in Nürnberg den früheren Reichskanzler Franz von Papen als Aktivisten ein und verurteilte ihn zu einer Bußgeldzahlung von 30000 DM.

An dem 29. Januar 1949 fand in Berlin der erste Parteikongress der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands statt, an dem auch der Leiter der Informationsabteilung der sowjetischen Militäradministration Oberst Tulpanow teilnahm Die Regierung Großbritanniens erkannte tatsächlich (de facto) den Staat Israel an. An dem 3. Februar 1949 beschloss der Fünferausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn, Berlin (West) als zwölftes Bundesland in die Präambel des Grundgesetzes aufzunehmen. An dem 4. Februar 1949 wurde das Kammergericht Berlin aus dem sowjetischen Sektor in den britischen Sektor der Stadt verlegt. Die Alliierten genehmigten die Umbenennung der Westberliner LDP in FDP zwecks Abgrenzung von der Ostberliner LPD.

An dem 5. Februar 1949 wurde in Deutschland für den Hörfunk der Ultrakurzwellenempfang eingerichtet. An dem 8. Februar 1949 wurde Kardinal József Mindszenty, der Primas der katholischen Kirche Ungarns, wegen Konspiration gegen die Republik, Hochverrat und Schwarzhandel mit ausländischen Währungen zu lebenslanger Haft verurteilt. An dem 9. Februar 1949 verurteilte ein britisches Militärgericht in Düsseldorf den Vorsitzenden der westdeutschen Kommunistischen Partei Deutschlands Max Reimann wegen Bedrohung westdeutscher Politiker zu drei Monaten Gefängnis.

An dem 10. Februar 1949 schloss der Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates in Bonn die dritte Lesung des Grundgesetzes ab. Ein Gericht Indiens verurteilte den Hindu Nathuram Vinayak Godse wegen Ermordung Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhis zu der Todesstrafe. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen lehnte einen Vorschlag der Sowjetunion ab, nach dem die führenden fünf Weltmächte ihre Streitkräfte und Rüstungen auflisten sollten.

An dem 14. Februar 1949 trat die erste gewählte verfassunggebende Versammlung Israels in Jerusalem zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. Die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich nahmen an der Eröffnung nicht teil. Sie lehnten Israels Weigerung ab, Jerusalem als internationale Stadt anzuerkennen.

An dem 16. Februar 1949 wurde durch Gesetz die gewählte verfassunggebende Versammlung Israels in das erste israelische Parlament umgewandelt. An dem 23. Februar 1949 wurde in Wien in einer Sitzung des Landesaufbringungsausschusses die Aufteilung der Kontingente für Eier (630000 Stück) und Fleisch (210000 Kilogramm) für 1949 beschlossen.

An dem 24. Februar 1949 unterzeichneten Israel und Ägypten auf der Insel Rhodos ein Waffenstillstandabkommen zu der Beendigung des ersten arabisch-israelischen Krieges, dem später Vereinbarungen mit dem Libanon, Jordanien (3. April 1949) und Syrien folgten. An dem 26. Februar 1949 begann in Texas der bis 2. März dauernde erste erfolgreiche und nur durch vier Luftbetankungen unterbrochene Flug über 37000 Kilometer um die Erde in 94 Stunden und einer Minute (mit einer Boeing D-50).

An dem Rosenmontag 28. Februar 1949 begann der Bayerische Rundfunk als erster Sender in Europa den regelmäßigen Betrieb auf Ultrakurzwelle. Auf dem Kongress der Europäischen Bewegung von dem 25. bis 28. Februar 1949 in Brüssel wurde für eine Europäische Menschenrechtscharta plädiert und die Satzung eines europäischen Gerichtshofs angenommen. An dem 3. März 1949 verlangten die drei westalliierten Militärgouverneure Nachbesserungen an dem Verfassungsentwurf des Parlamentarischen Rates insbesondere zu der Stellung Berlins und zu der Reichweite des Grundgesetzes.

An dem 4. März 1949 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit neun gegen eine Stimme die Resolution 69. Sie stufte Israel als friedliebend ein und empfahl der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Aufnahme Israels. An dem 11. März 1949 nahm die Generalversammlung der Vereinten Nationen Israel als 59. Mitglied auf. An dem 19. März 1949 verabschiedete der von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands bestimmte Deutsche Volksrat in der sowjetischen Besatzungszone den Entwurf der ersten Verfassung der künftigen Deutschen Demokratischen Republik.

An dem 20. März 1949 wurde in dem Friedrichstadtpalast in Ost-Berlin die Pionierorganisation Junge Pioniere gegründet, um Kinder früh an die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands zu binden. An dem 25. März 1949 begann die Sowjetunion mit der Deportation von schätzungsweise 90000 Menschen aus den baltischen Staaten nach Sibirien (Operation Priboi, Brandung), bei der schätzungsweise mehr als 15000 Menschen starben. An dem 3. April 1949 schloss Jordanien als dritter arabischer Staat ein Waffenstillstandsabkommen mit Israel.

An dem 4. April 1949 gründeten 12 Staaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Island, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Vereinigte Staaten von Amerika) in Washington die Nordatlantische Verteidigungsorganisation (North Atlantic Treaty Organization). An dem 5. April 1949 trafen sich in Washington die Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs zu Beratungen über das Grundgesetz, die Trizone und den Entwurf des Besatzungsstatuts.

An dem 12. April 1949 stimmten die westdeutschen Ministerpräsidenten dem von den Vereinigten Staaten vom Amerika, Großbritannien und Frankreich vorgelegten Besatzungsstatut zu, in dem sich die Alliierten wichtige Rechte (Außenpolitik, Kontrolle des Ruhrgebiets, Entmilitarisierung) vorbehielten. An dem 14. April 1949 überreichten die Militärgouverneure der Westzonen Deutschlands dem Parlamentarischen Rat den sogenannten Polizeibrief, der wesentliche Grundsätze für die zukünftige deutsche Polizei wie das Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten festlegte. An dem Karfreitag, dem 15. April 1949, wurde in dem IG-Farben-Gebäude in Frankfurt am Main eine Delegation des Parlamentarischen Rates unter Konrad Adenauer von den alliierten Militärgouverneuren (Clay, Robertson, Koenig) zu Gesprächen über das Grundgesetz und die Hauptstadtfrage empfingen.

An dem 18. April 1949 unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich das Besatzungsstatut. An dem 20. April 1949 wurde die Satzung der Alliierten Hohen Kommission verabschiedet. Damit wurde die Struktur für die Kontrolle der westlichen Besatzungszonen festgelegt.

An dem 22. April 1949 wurde von den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg das Abkommen über die Errichtung einer internationalen Ruhrbehörde zu der internationalen Kontrolle der Kohle- und Stahlerzeugung in dem Ruhrgebiet (Ruhrstatut) vereinbart. Es sollte eine erneute deutsche Aufrüstung verhindern. Damit wurde auch der Grundstein für die spätere Montanunion gelegt. Außerdem fand das Entnazifizierungsverfahren des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch (Barmen 1875-Berlin 1951) statt.

An dem 23. April 1949 besetzten Soldaten der Niederlande den Selfkant in Deutschland. Die Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen. Süsterseel, Tüddern und Wehr wurden von den Niederlanden annektiert. An dem 1. August 1969 erfolgte aber eine Rückgliederung des Selfkants in die Bundesrepublik Deutschland.

An dem 25. April 1949 einigten sich in einer Sitzung des Parlamentarischen Rates in Frankfurt am Main die deutschen Politiker mit den alliierten Militärgouverneuren über das Grundgesetz. An dem 26. April 1949 verabschiedete der Süddeutsche Länderrat in der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands ein Entschädigungsgesetz zu der Wiedergutmachung nationalsozialistischer Verbrechen.

An dem 3. Mai 1949 verabschiedeten die Mitglieder des Parlamentarischen Rates unter Vorsitz Konrad Adenauers den Text des als Provisorium für das geteilte Deutschland gedachten Grundgesetzes. An dem 5. Mai 1949 wurde in London von Großbritannien, Frankreich und acht weiteren westeuropäischen Staaten zwecks Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit der Europarat gegründet. An dem 7. Mai 1949 einigte sich der Parlamentarische Rat weitgehend auf den Entwurf des Grundgesetzes. An dem 8. Mai 1949 (um 23.55 Uhr) nahm der Parlamentarische Rat mit 53 gegen 12 Stimmen (von KPD, Zentrum, DP und Teilen der CSU) das Grundgesetz als vorläufige Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland an.

An dem 9. Mai 1949 unterzeichneten die Mitglieder des Parlamentarischen Rates in Bonn mit Ausnahme der Mitglieder der Kommunistischen Partei die Urschrift des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. An dem 10. Mai 1949 entschied sich der Parlamentarische Rat in geheimer Abstimmung mit der knappen Mehrheit von 33 gegen 29 Stimmen für Bonn und gegen Frankfurt am Main als vorläufige Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und verabschiedete das Wahlgesetz für die erste Bundestagswahl. An dem 11. Mai 1949 stimmten die westdeutschen Landesparlamente über das Grundgesetz ab, wobei Bayern als einziges Land ablehnte, aber die Geltung bejahte.

An dem 12. Mai 1949 beendeten sowjetische Truppen kurz nach Mitternacht (um 0.01 Uhr) die Blockade West-Berlins. Nach Suspendierung der Integration Groß-Berlins und Erlass eine Kleinen Besatzungsstatuts für West-Berlin genehmigten die Militärgouverneure der Westzonen Deutschlands das Grundgesetz. General Lucius D. Clay reichte seinen Rücktritt als Militärgouverneur der Vereinigten Staaten von Amerika ein.

An dem 15./16. Mai 1949 fanden in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands Wahlen zu dem Dritten Deutschen Volkskongress statt. Dafür bestanden Einheitslisten eines Demokratischen Blockes. Als Ergebnis wurden 66,1 Prozent Ja-Stimmen verkündet. An dem 17. Mai 1949 stimmte der Parlamentarische Rat in Bonn dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland mit großer Mehrheit zu. Zwischen dem 18. Mai 1949 und dem 20. Mai 1949 stimmten zehn der elf westdeutschen Landesparlamente dem Grundgesetz zu. während der Bayerische Landtag das Grundgesetz an dem 18. Mai 1949 als zu wenig föderalistisch ablehnte, aber seine Rechtsverbindlichkeit anerkannte.

An dem 23. Mai 1949 wurde in Bonn in dem Pädagogischen Institut das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland durch Konrad Adenauer als Präsidenten des Parlamentarischen Rates unterzeichnet und verkündet. Daneben unterzeichneten die Abgeordneten des Parlamentarischen Rates und die Ministerpräsidenten der elf westdeutschen Länder die Urschrift.

Damit wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Sie löste den Parlamentarischen Rat ab. Ihre als vorläufig gedachte Verfassung garantierte Grundrechte.

An dem 26. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Gemäß seinem Artikel 145 trat es damit in Kraft.

Ab dem 29. Mai 1949 tagte der III. Deutsche Volkskongress in der sowjetischen Besatzungszone in Berlin. Er wählte an dem 30. Mai 1949 den Zweiten Deutschen Volksrat als ständiges Organ. Er nahm den von einem Ausschuss ausgearbeiteten Entwurf für eine Verfassung an.

An dem 1. Juni 1949 ordneten die Alliierten Änderungen an dem von dem Parlamentarischen Rat beschlossenen Wahlgesetz für den ersten Bundestag der Bundesrepublik Deutschland an.

An dem 4. Juni 1949 wurde nach amerikanischem Vorbild (6. September 1916 Piggly Wiggly eröffnet von Clarence Saunders) der erste Selbstbedienungsladen in (der Bundesrepublik) Deutschland eröffnet.

An dem 11. Juni 1949 endete die neuntägige Konferenz von Paris zu der Deutschlandfrage ohne wesentliche Annäherung. An dem 13. Juni 1949 ordneten die Westalliierten in Deutschland die Verabschiedung des geänderten Wahlgesetzes für den ersten Bundestag an. Der Deutsche Rat der Europäischen Bewegung wurde zwecks Förderung der europäischen Integration in Wiesbaden begründet. An dem 15. Juni 1949 verabschiedeten die Ministerpräsidenten der westlichen Länder in Schlangenbad in Hessen das Wahlgesetz für den ersten Bundestag.

An dem 17. Juni 1949 übergaben die westlichen Alliierten nach amerikanischem Vorbild die Verantwortung für die Filmkontrolle (FSK) an deutsche Gremien, was zu der Gründung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft führte. An dem 19. Juni 1949 wurde in Frankfurt am Main die (1933 verbotene) Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland neu gegründet. An dem 20. Juni 1949 endete in Paris die letzte Konferenz des Rates der Außenminister.

An dem 22. Juli 1949 übergab die amerikanische Besatzungsverwaltung den Sender Radio Stuttgart in deutsche Verwaltung (Süddeutscher Rundfunk). An dem 25. Juli 1949 kam der Schriftsteller Thomas Mann nach 16jährigem Exil in den Vereinigten Staaten von Amerika nach Deutschland zurück. An dem 26. Juli 1949 wies Konrad Adenauer in einem Brief an den französischen Außenminister Robert Schuman auf die negativen wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der von den Alliierten geforderten Demontage deutscher Fabriken hin.

(An dem 27. Juli 1949 meldeten zwei Zahnärzte das Patent für einen kiefergerechten Schnuller an.)

An dem 8. August 1949 trat in Deutschland das Gesetz zur Milderung sozialer Notstände (Soforthilfegesetz) in Kraft, das eine Vermögensabgabe zu der Unterstützung von Flüchtlingen, Vertriebenen und Kriegsopfern vorsah. An dem 14. August 1949 fand die erste Bundestagswahl statt. Bei ihr erhielten die CDU/CSU 139 Sitze, die SPD 131 Sitze und die FDP 52 Sitze.

An dem 17. August 1949 gründete Werner Otto in Hamburg-Schnelsen mit 6000 DM als Grundkapital einen Versandhandel, um Waren bequem nach Hause zu liefern An dem 18. August 1949 beschlossen Zeitungsverleger in Goslar die Gründung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die aus den Alliierten-Agenturen DENA, Südena und dpd hervorging.

An dem 21. August 1949 fand in Konrad Adenauers Haus in Rhöndorf ein Treffen von Politikern statt, die sich auf Konrad Adenauer als Bundeskanzler und Theodor Heuss als Bundespräsidenten einigten. An dem 24. August 1949 trat der Nordatlantikpakt in Kraft. An dem 29. August 1949 zündete die Sowjetunion auf dem Testgelände in Semipalatinsk ihre erste Atombombe.

(An dem 2. September 1949 brachte das Unternehmen Pfanni ein Kartoffel-Fertigpulver für Kartoffelknödel und Kartoffelpuffer auf den Markt. An dem 4. September 1949 erfand die Imbissbudenbetreiberin Herta Heuwer in Berlin-Charlottenburg aus einer gebratenen und mit Tomatenmark, Worcestershiresoße und Currypulver gewürzten Brühwurst die Currywurst. An dem 5. September 1949 eröffnete nach amerikanischem Vorbild Hans-Friedrich Buff den ersten deutschen Supermarkt in der Schlüterstraße in Hamburg.)

An dem 6. September 1949 reisten die gewählten Abgeordneten zu dem Bundestag in Bonn an. An dem 7. September 1949 traten die Abgeordneten des Deutschen Bundestags in dem Bundeshaus in Bonn zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Das Parlament bestand aus 408 Abgeordneten aus den westlichen Besatzungszonen und 8 nicht stimmberechtigen Abgeordneten aus West-Berlin. Die Sitzung eröffnete der frühere Reichstagspräsident Paul Löbe als Alterspräsident. Als Bundestagspräsident wurde Erich Köhler (CDU) gewählt.

Auch der Bundesrat als Länderkammer kam an dem 7. September 1949 zu seiner ersten Sitzung zusammen. Karl Arnold wurde zu dem ersten Bundesratspräsidenten gewählt. An demselben Tag wurde die Deutsche Reichsbahn in der Bundesrepublik in Deutsche Bundesbahn umbenannt.

An dem 12. September 1949 trat die erste Bundesversammlung der Bunderepublik Deutschland in Bonn in dem Bundeshaus zusammen. Sie wählte Theodor Heuss (FDP) in dem zweiten Wahlgang mit 416 Stimmen zu dem Bundespräsidenten. Als Gegenkandidat unterlag Kurt Schumacher SPD)

An dem 15. September 1949 bildeten CDU/CSU, FDP und DP eine Regierungskoalition unter Konrad Adenauer (73), der (einschließlich seiner eigenen Stimme) mit 202 von 402 abgegebenen Stimmen zu dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde. Kurt Schumacher wurde Oppositionsführer.

An dem 16. September 1949 überreichte Bundespräsident Theodor Heuss dem an dem Vortag gewählten Konrad Adenauer die Ernennungsurkunde als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

An dem 19. September 1949 unterzeichneten Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs in Genf ein Abkommen über den internationalen Straßenverkehr und ein Protokoll über Straßenverkehrszeichen, dem die Bundesrepublik Deutschland beitrat. Die Regierung Großbritanniens wertete das Pfund Sterling ab.

An dem 21. September 1949 trat das Besatzungsstatut in Kraft(, das 1955 durch die Pariser Verträge aufgehoben wurde). Es ersetzte die Militärgouverneure durch die Alliierte Hohe Kommission (auf dem Petersberg). Die Westmächte behielten sich für die Alliierten Hohen Kommissare wesentliche Rechte in Außenpolitik, Außenhandel. Demontage und Sicherheit vor.

An dem 28. September 1949 setzte die Alliierte Hohe Kommission in Deutschland den Umrechnungskurs der Deutschen Mark auf 0,238 US-Dollars fest. An dem 30. September 1949 endete offiziell die Berliner Luftbrücke (mit einem Transport von Kohle). (An dem 1. Oktober 1949 rief Mao Zedong in China die Volksrepublik China aus.)

An dem 2. Oktober 1949 lockerte die Sowjetische Militäradministration anlässlich des Weltfriedenstags für drei Tage den Übergang zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und der Bundesrepublik Deutschland. In Hameln wurde durch frühere Nationalsozialisten wie Otto Ernst Remer die Sozialistische Reichspartei (SRP) gegründet. An dem 3. Oktober 1949 wurde in Köln der Deutsche Bundesjugendring als Dachverband selbständiger Jugendverbände der Deutsche Bundesjugendring gebildet.

An dem 6.Oktober 1949 bildete sich in der Sowjetischen Besatzungszone der Deutsche Volksrat als Provisorische Volkskammer und beschloss die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). An dem 7. Oktober 1949 trat die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik in Kraft. Die Deutsche Demokratische Republik wurde ausgerufen. An dem 8. Oktober 1949 unterzeichneten Vertreter der beiden deutschen Staaten ein Abkommen über den Interzonenhandel. An dem 9.Oktober 1949 nahm die provisorische Volkskammer ihre Tätigkeit auf und die Sowjetische Militäradministration übergab Verwaltungsfunktionen an die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik. An dem 10. Oktober 1949 wandelte die Sowjetunion die Sowjetische Militäradministration in der Deutschen Demokratischen Republik in die Sowjetische Kontrollkommission um, womit die Regierungsgewalt an die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik übergeben und die sowjetische Besatzungszone in einen eigenen Staat überführt war. An dem 11. Oktober 1949 wurde Wilhelm Pieck einstimmig zu dem Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik gewählt und ernannt, Otto Grotewohl zu dem Ministerpräsidenten.

In Bonn gründeten Journalisten an dem 11. Oktober 1949 die Bundespressekonferenz. An dem 13. Oktober 1949 bildete sich in München aus 16 Einzelgewerkschaften der Deutsche Gewerkschaftsbund. An dem 15. Oktober 1949 erkannte die Sowjetunion die Deutsche Demokratische Republik völkerrechtlich an.

An dem 21. Oktober 1949 formulierte Bundeskanzler Konrad Adenauer in dem Bundestag einen Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik Deutschland für das deutsche Volk. An dem 26. Oktober 1949 wurde in Ludwigshafen der Verein Deutscher Industrie- und Handelstag als Dachverband der Industrie- und Handelskammern gegründet. An dem 30. Oktober 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland in den Europäischen Wirtschaftsrat aufgenommen. An dem 31. Oktober 1949 wurde Bonn zu einer besatzungsfreien Zone erklärt und die Besatzungstruppen Belgiens räumten das Palais Schaumburg.

An dem 1. November 1949 erschien als Nachfolgezeitung der Frankfurter Zeitung die Erstausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als überregionale Tageszeitung. An dem 3. November 1949 entschied der Deutsche Bundestag (mit 200 gegen 176 Stimmen) erneut für Bonn (und gegen Frankfurt am Main) als vorläufigen Regierungssitz (und Berlin als Hauptstadt) der Bundesrepublik Deutschland. An dem 5. November 1949 beschloss das Politbüro und der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik, das von Johannes R. Becher geschaffene und von Hanns Eisler vertonte Lied Auferstanden aus Ruinen zu der Nationalhymne zu erklären.

An dem 7. November 1949 verfasste Konrad Adenauer ein Aide-mémoire zu der Bereinigung der deutsch-französischen Beziehungen. An dem 10. November 1949 begannen Verhandlungen zwischen Bundeskanzler Adenauer und den Westalliierten Hohen Kommissaren über das Verhältnis der Alliierten zu der Bundesrepublik Deutschland, An dem 11. November 1949 übertrug die Sowjetische Militäradministration in der Deutschen Demokratischen Republik die Verwaltungshoheit an deutsche Stellen. Die Provisorische Volkskammer beschloss ein auch frühere Mitglieder der NSDAP rehabilitierendes Gesetz zur Straffreiheit.

An dem 22. November 1949 wurde nach längeren Verhandlungen auf dem Petersberg bei Bonn das Petersberger Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Alliierten durch die Alliierten Hohen Kommissare und Bundeskanzler Adenauer unterzeichnet. Es beendete die Demontagen wichtiger Industrieanlagen in dem Ruhrgebiet und gewährte der Bundesrepublik erste außenpolitische Befugnisse zu der Aufnahme konsularischer Beziehungen zu anderen Staaten. An dem 24. November 1949 bezeichnete Kurt Schumacher Adenauer als Bundeskanzler der Alliierten.

An dem 28. November 1949 übermittelte Bundeskanzler Adenauer dem Bundestag einen Gesetzentwurf zu der Einführung des Notopfers Berlin. An dem 30. November 1949 stimmte die Bundesrepublik dem Ruhrstatut zu, das die Kontrolle über die Ruhr-Industrie den Alliierten überließ. An dem 2. Dezember 1949 wurde in Bonn die bereits an dem 2. Juli 1948 begründete Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder offiziell errichtet.

An dem 7. Dezember 1949 verabschiedete die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz über die Errichtung des Obersten Gerichts, das erste und letzte Instanz bei Straftaten von überragender Bedeutung war. An dem 8. Dezember 1949 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik der Oberste Gerichtshof und die Oberste Staatsanwaltschaft gebildet. An dem 14. Dezember 1949 wurden die ersten Wohlfahrtsmarken nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt.

An dem 15. Dezember 1949 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland ihren ersten völkerrechtlichen Vertrag mit den Vereinigten Staaten von Amerika über wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dieses Abkommen ermöglichte die Nutzung des ERP-Sondervermögens (Marshallplan). An dem 16 Dezember 1949 setzte die Alliierte Hohe Kommission in der Bundesrepublik Deutschland das Kontrollratsgesetz Nr. 34 (und Nr. 2) zu der Ausschaltung des Militarismus außer Kraft. Außerdem wurden Marshallplan-Hilfsmittel von 1,036Milliarden DM zu Investitionsförderung freigegeben. Die Umsetzung des Petersberger Abkommens wurde durch einen Briefwechsel vollzogen.

An dem 19. Dezember 1949 stellte der Aachener Bibliotheksdirektor Hugo C. M. Pfeiffer in dem Suermondt-Museum den Gedanken eines internationalen Preises für aktive europäische Einigung vor, aus dem ab 1950 der internationale Karlspreis (in Aachen) verliehen wurde. An dem 29. Dezember 1949 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz zu der Erhebung einer Abgabe Notopfer Berlin erlassen und an dem 30. Dezember 1949 in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht, das Bürger in dem Bundesgebiet ab 1. Januar 1950 zu einem Kauf einer Steuermarke auf Postsendungen verpflichtete.

An dem 31. Dezember 1949 wurde das Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit verkündet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden in den Westzonen Deutschlands mehr als 2,5 Millionen Fälle in Spruchkammerverfahren behandelt. In Bayern bearbeiteten die Spruchkammern bis dahin 6,78 Millionen Fragebögen.

An dem 8. Januar 1950 wurde in Kiel der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) als Interessenvertretung für Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, wobei die Zahl der die früheren deutschen Ostgebiete verlassenden Menschen mit 14 Millionen angegeben wird. An dem 16. Januar 1950 begann in der sowjetischen Besatzungszone die Auflösung des Speziallagers Nr. 2 in Buchenwald. An dem 17. Januar 1950 berichtete die Zeitung Neues Deutschland der Deutschen Demokratischen Republik über die bevorstehende Auflösung der Speziallager in der Deutschen Demokratischen Republik. In der Folge wurden etwa 3400 Internierte an die Justiz der Deutschen Demokratischen Republik überstellt.

An dem 20. Januar 1950 bestimmte Bundespräsident Theodor Heuss durch eine offizielle Bekanntmachung betreffend das Bundeswappen und den Bundesadler der Bundesrepublik Deutschland diese, wobei weitgehend die Gestaltung des Adlers aus der vorhergehenden Zeit übernommen wurde (nach rechts blickend und ohne Krone). An dem 21. Januar 1950 wurde in Stuttgart der 1940 aufgelöste Deutsche Fußball-Bund (DFB) neugegründet. Die Zahl der Arbeitslosen betrug zwei Millionen Menschen oder mehr als 10 Prozent der Arbeitnehmer.

An dem 24. Januar 1950 beschloss das Politbüro der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in der Deutschen Demokratischen Republik die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit zwecks Sicherung des Sozialismus. An dem 29. Januar 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Sozialverband VdK Deutschland als Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner e. V. gegründet. An dem 31. Januar 1950 gab Elly Heuss-Knapp, die Frau des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, in einer Rundfunkrede die Gründung des Deutschen Müttergenesungswerks bekannt.

An dem 8. Februar 1950 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik durch Beschluss der Volkskammer das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Es fungierte als Geheimpolizei und Nachrichtendienst der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. An dem 12. Februar 1950 bot Bundeskanzler Konrad Adenauer Verhandlungen mit einer frei gewählten Ostregierung in der sowjetischen Besatzungszone unter der Voraussetzung enger europäischer Bindungen an.

(An dem 14. Februar 1950 fand (unter dem Einfluss amerikanischer Besatzungssoldaten) in Nürnberg der erste Valentinsball statt.) Die Sowjetunion und die Volksrepublik China unterzeichneten einen weitreichenden Freundschafts- und Bündnisvertrag. An dem 15. Februar 1950 war das sowjetische Speziallager Buchenwald bis auf ein bis März verbleibendes kleines Nachkommando geräumt. (Remington Rand übernahm die den UNIVAC I entwickelnde Eckert-Mauchy Computer Corporation.) An dem 16. Februar 1950 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik Wilhelm Zaisser zu dem ersten Minister für Staatssicherheit ernannt, Erich Mielke zu dem Staatssekretär. An dem 21. Februar 1950 (Faschingsdienstag) trat in der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz zu der Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit durch Veröffentlichung in dem Gesetzblatt in Kraft.

An dem 1. März 1950 wurde der in Leipzig und Kiel in Mathematik ausgebildete Atomspion Klaus Fuchs in Großbritannien zu 14 Jahren Haft verurteilt. An dem 3. März 1950 unterzeichneten Frankreich und das Saarland in Paris neue Saarkonventionen. An dem 8. März 1950 begann in dem Volkswagenwerk in Wolfsburg die Serienfertigung des Volkswagen Transporters.

An dem 9. März 1950 forderte Bundeskanzler Konrad Adenauer in einem Weißbuch der Bundesregierung zu der Saarfrage eine freie Volksbefragung zu der politischen Zugehörigkeit des Saarlands. An dem 10. März 1950 beförderte Herbert Wehner mit anderen den Abgeordneten Wolfgang Hedler nach rassistischen Äußerungen aus dem Sitzungssaal des Bundestags. Der amerikanische Präsident Truman genehmigte die Forschung und Herstellung von Wasserstoffbomben.

Von dem 11. bis 18. März 1950 fand in Nürnberg die erste deutsche Spielwarenmesse statt. An dem 19. März 1950 forderten 150 Delegierte des Rates für Weltfrieden ein Verbot von Atomwaffen. An dem 22. März 1950 verlangte Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Unterstützung Vereinigten Staaten von Amerika erstmals die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten durch freie Wahlen. An dem 28. März 1950 verabschiedete der Deutsche Bundestag in Bonn das Erste Wohnungsbaugesetz, das staatliche Förderung sozialen Wohnungsbaus vorsah, da bei Gründung der Bundesrepublik Deutschland nur 9,4 Millionen Wohnungen für 14,6 Millionen Haushalte bestanden.

An dem 31. März 1950 wurde in dem Zuchthaus Bautzen I in der Deutschen Demokratischen Republik ein Häftlingsaufstand gegen unmenschliche Haftbedingungen, Hunger und mangelnde medizinische Versorgung von der Volkspolizei gewaltsam niedergeschlagen. An dem 19. April wurde in der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz der Arbeit erlassen. An dem 21. April 1950 begannen in der Deutschen Demokratischen Republik die Waldheimer Prozesse, in denen in dem Zuchthaus in Waldheim in Sachsen rund 3400 Insassen sowjetischer Speziallager, oft ohne rechtsstaatliche Grundlagen, in Schnellverfahren und Schauprozessen verurteilt wurden.

An dem 25. April 1950 sprach sich Bundespräsident Theodor Heuss in einer Rede für die Vereinigung der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem Südweststaat aus. An dem 26. April 1950 wurden die ersten Urteile in den Waldheimer Prozessen gefällt. An dem 30. April 1950 endete in der Bundesrepublik Deutschland wegen ausreichender Nahrungsmittelversorgung die Lebensmittelrationierung durch Lebensmittelkarten.

An dem 1. Mai 1950 trat in der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz der Arbeit von dem 19. April 1950 in Kraft. An dem 5. Mai 1950 wurde in Nordrhein-Westfalen die Landesverfassung verabschiedet. An dem 9. Mai 1950 schlug der Außenminister Frankreichs, Robert Schuman, die Vereinung von Kohleerzeugung und Stahlerzeugung Frankreichs und Deutschlands vor, womit er den Grundstein für die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) legte. Von dem 11. bis 13. Mai 1950 fand die Londoner Konferenz der Außenminister der Westalliierten statt. An dem 13. Mai 1950 beschloss die Generalintendanz des Rundfunks der Deutschen Demokratischen Republik die ersten Versuche für Fernsehen.

An dem 16. Mai 1950 erließen die Alliierten Hohen Kommissare in Westdeutschland das Gesetz Nr. 27 zu der Neuordnung der deutschen Kohlenbergbau- und Stahlindustrie, das die Entflechtung der Montanindustrie bewirkte. Daneben zogen sie nach Zusage von Änderungen ihr Veto gegen das in dem April 1950 verabschiedete Beamtengesetz zurück. An dem 23. Mai 1950 unterstützte Bundeskanzler Konrad Adenauer brieflich die Initiative des französischen Außenministers Robert Schuman zu der Schaffung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. An dem 27. Mai 1950 begann ein von der Freien Deutschen Jugend der Deutschen Demokratischen Republik ausgerichtetes Deutschlandtreffen der Jugend mit mehr als 700000 Teilnehmern aus Ost und West, wobei an dem Pfingstsonntag, dem 28. Mai 1950 trotz Regens mehr als 500000 Jugendliche in einer achtstündigen Parade zu der Unterstützung der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands durch Ost-Berlin marschierten.

An dem 5. Juni 1950 wurde in Bayern durch das Gesetz über das Wappen des Freistaates Bayern das Staatswappen Bayern eingeführt, das aus vier Feldern und einem blauweißen Herzschild besteht und heraldische Elemente der Pfalz, Frankens, Niederbayerns, Oberbayerns sowie Schwabens verbindet. An dem 6. Juni 1950 beschloss der Landtag Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf in dritter Lesung mit einer knappen Mehrheit von 110 Abgeordneten der CDU und des Zentrums die Landesverfassung. Die Deutsche Demokratische Republik und Polen trafen Vereinbarungen über die Oder-Neiße-Grenze.

An dem 7. Juni 1950 erließ der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland auf Vorschlag der Bundesregierung die Anordnung über die Deutschen Flaggen (FlaggAnO, Bundesflagge schwarz, rot, gold, Höhe 3, Länge 5). An dem 9./10. Juni schlossen sich in Bremen sechs westdeutsche Rundfunksender (Nordwestdeutscher Rundfunk, Bayerischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk, Südwestdeutscher Rundfunk, Südwestfunk, Radio Bremen) zu der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen, um gemeinsame Programme herzustellen. An dem 11. Juni 1950 fand in dem Friedrichstadt-Palast in Ost-Berlin der Deutschen Demokratischen Republik eine Großkundgebung gegen die Verfolgung von Kommunisten in den Vereinigten Staaten von Amerika statt.

An dem 15. Juni 1950 stimmte der Bundestag der Bundesrepublik Deutschlands mehrheitlich für den Beitritt der Bundesrepublik zu dem Europarat (Aufnahme zunächst als assoziiertes Mitglied). An dem 18. Juni 1950 wurde die Landesverfassung Nordrhein-Westfalens in einem Volksentscheid mit 61,8 Prozent Zustimmung angenommen. An dem 19. Juni 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Heimkehrergesetz (HkG) als Gesetz über Hilfsmaßnahmen für Heimkehrer erlassen, das rückwirkend zu dem 1. April 1950 in Kraft trat.

An dem 20. Juni 1950 begannen in Paris unter Vorsitz Jean Monnets Verhandlungen von Vertretern der Bundesrepublik Deutschland, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, Luxemburgs und Italiens über eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, um künftige Kriege zwischen Deutschland und Frankreich auszuschließen. An dem 23. Juni 1950 stellten in der Prager Deklaration Deutsche Demokratische Republik und Tschechoslowakische Republik fest, dass es zwischen ihnen keine strittigen und offenen Fragen gibt.

An dem 25. Juni 1950 überquerte nach wechselnden Grenzverletzungen Nordkorea gegen 4.00 Uhr in einem Überraschungsangriff ohne Kriegserklärung den 38. Breitengrad als Grenze zu Südkorea und löste damit den Koreakrieg aus. An dem 29. Juni 1950 endeten in dem Zuchthaus der sächsischen Kleinstadt Waldheim in der Deutschen Demokratischen Republik vor Strafkammern des Landgerichts Chemnitz die Strafverfahren gegen 3442 von dem Innenministerium der Sowjetunion überstellte Angeklagte wegen Verdachts von Kriegsverbrechen. An dem 30. Juni 1950 übergaben die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich die Verantwortung für noch in Westdeutschland befindliche Displaced Persons und Refugees an die Bundesrepublik Deutschland.

An dem 1. Juli 1950 gründete Peter Suhrkamp nach seiner Trennung von dem S. Fischer Verlag den eigenen Suhrkamp Verlag. An dem 2. Juli 1950 wurde bei der zweiten Landtagswahl nach dem Zweiten Weltkrieg in Schleswig-Holstein die CDU stärkste Partei vor SPD und GB/BHE. An dem 3. Juli 1950 wurde die damals größte Stahlbogenbrücke über den Rhein zwischen Duisburg und Rheinhausen für den Verkehr freigegeben. Walter Hallstein erläuterte als deutscher Delegationsleiter den Standpunkt der Bundesregierung zu den Verhandlungen über den Schuman-Plan.

An dem 4. Juli 1950 (dem amerikanischen Unabhängigkeitstag) nahm der von den Vereinigten Staaten von Amerika (CIA) finanzierte Radiosender Radio Free Europe seinen Betrieb für Menschen hinter dem Eisernen Vorhang auf. An dem 5. Juli 1950 begann in der Schlacht um Osan der unmittelbare Einsatz amerikanischer Truppen in dem Koreakrieg. An dem 6. Juli 1950 unterzeichneten die Deutsche Demokratische Republik und Polen das Görlitzer Abkommen, durch das sie die Oder-Neiße-Linie als unantastbare Grenze anerkannten. An dem 8. Juli 1950 wurde die Bundesrepublik Deutschland als assoziiertes Mitglied in den Europarat aufgenommen. Ein Gesetz über die Prägung von deutschen Scheidemünzen (Pfennig und Deutsche Mark) wurde erlassen.

An dem 9. Juli 1950 verlor durch die zweite Landtagswahl in Schleswig-Holstein die SPD ihre absolute Mehrheit der Landtagssitze, woraufhin eine Koalition aus CDU, FDP, DP und BHE gebildet wurde. In Hessen fand eine Volksabstimmung über die von dem Landtag beschlossene Änderung des Wahlrechts in der Landesverfassung statt. An dem 11. Juli 1950 gewährten die Vereinigten Staaten von Amerika Südkorea 1,2 Milliarden Dollar Militärhilfe.

An dem 13. Juli 1950 trat die Bundesrepublik Deutschland dem Europarat als assoziiertes Mitglied bei. An dem 19. Juli 1950 wurde in Frankfurt am Main der Zentralrat der Juden als Dachverband der jüdischen Kultusgemeinden gegründet. An dem 20. Juli 1950 begann in Ost-Berlin der dreitägige III. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, auf dem die Partei sozialistisch umgeformt wurde.

An dem 22. Juli 1950 kehrte König Leopold III. von Belgien nach einer Volksabstimmung aus dem Exil in der Schweiz zurück. An dem 24. Juli 1950 startete die erste Rakete (Bumper 8) von dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. An dem 25. Juli 1950 wurde Walter Ulbricht zu dem Generalsekretär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in der Deutschen Demokratischen Republik ernannt.

Ab dem 26. Juli 1950 töteten amerikanische Soldaten, die sich in Erwartung nordkoreanischer Gegner bei No Gun Ri eingegraben hatten, unter einer Eisenbahnbrücke schätzungsweise mehr als 250 südkoreanische Flüchtlinge (Massaker von No Gun Ri oder Nogeun-ri). An dem 31. Juli 1950 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (während des Koreakriegs) eine Resolution, die Mitglieder zu einer Truppenentsendung nach Südkorea aufforderte.

An dem 3. August 1950 übermittelte Pionieroffizier Otto Lummitzsch dem Bundesinnenministerium den Entwurf für einen technisch-wirtschaftlichen Stab als einen Vorläufer des Technischen Hilfswerks. In der Deutschen Demokratischen Republik stimmte der Zentralausschuss des Blockes der antifaschistisch-demokratischen Parteien dem Entwurf eines Gesetzes über die Wahlen zu der Volkskammer und zu den Landtagen zu. An dem 4. August 1950 wurde in Wiesbaden eine Verständigung zwischen dem Tschechischen Nationalausschuss und sudetendeutschen Vertretern zu der Wahrung ihrer Interessen unterzeichnet (Wiesbadener Abkommen). An dem 5. August 1950 wurde in Stuttgart-Bad Cannstatt die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von Vertretern der Vertriebenenverbände beschlossen, die einen historischen Verzicht auf Rache und Vergeltung für Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg enthielt, sich zu einem geeinten Europa bekannte und das Recht auf die Heimat forderte (Charta der deutschen Heimatvertriebenen). Sie wurde an dem 6. August 1950 auf dem Schlossplatz in Stuttgart vor rund 150000 Menschen bekanntgegeben.

An dem 9. August 1950 wurde der deutsche SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant von Fort Breendonk und Mechelen Philipp Schmitt in Belgien hingerichtet. An dem 16. August 1950 wurde Dr. Otto Dietrich, der frühere Reichspressechef der NSDAP, nach fünfjähriger Haft aus dem Gefängnis Landsberg entlassen. Außerdem wurden acht in den Nürnberger Prozessen verurteilte Männer wie der Industrielle Friedrich Flick wegen guter Führung begnadigt.

An dem 22. August 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Technische Hilfswerk (THW) gegründet. Bundesinnenminister Gustav Heinemann und Pionieroffizier Otto Lummitzsch vereinbarten an diesem Tage in Bonn den Aufbau des zivilen Ordnungsdiensts, um den Bevölkerungsschutz zu strukturieren. Drei Jahre später wurde das Technische Hilfswerk als Bundesanstalt in den Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums übernommen.

An dem 24. August 1950 beschloss das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands weitreichende Maßnahmen gegen frühere Westemigranten. An dem 27. August 1950 lehnte die evangelische Kirche in Deutschland eine Remilitarisierung in Ostdeutschland und Westdeutschland ab. An dem 29. August 1950 übermittelte Bundeskanzler Konrad Adenauer der Alliierten Hohen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland zwei sicherheitspolitische Memoranden, in denen er die Verstärkung der alliierten Truppen, die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und die Bildung deutscher Kontingente als Schutz vor der Deutschen Demokratischen Republik forderte. Bundesinnenminister Gustav Heinemann (SPD) legte aus Protest gegen diesen Alleingang Konrad Adenauers sein Amt nieder (9. Oktober 1950).

An dem 30. August 1950 beschlossen die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder in Königstein in dem Taunus in der Villa Rothschild die Königsteiner Vereinbarung, die auf der Grundlage der Einwohnerzahl den jährlichen Turnus für den Vorsitz in dem Bundesrat festlegte. Von dem 30. August 1950 bis 3. September 1950 fand in der Deutschen Demokratischen Republik der dritte Kongress des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds statt, der die Einbindung in den sozialistischen Aufbau festigte. An dem 31. August 1950 verbot die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik den Zeugen Jehovas die Ausübung ihrer Religion.

An dem 1. September 1950 nahm der Bundesfinanzhof als erster der obersten Gerichtshöfe des Bundes in der Bundesrepublik Deutschland seine Tätigkeit auf. An dem 4. September scheiterte ein geplanter Fluchtversuch von vier Volkspolizisten des Grenzpostens Kietz an der Elbe, die von einem fünften Kollegen als Informanten des Staatssicherheitsdiensts verraten, der sowjetischen Militärjustiz übergeben und in Moskau hingerichtet wurden.

An dem 6. September 1950 trat in der Deutschen Demokratischen Republik das Aufbaugesetz in Kraft. An dem 7. September 1950 begann in Ost-Berlin die Sprengung der kriegsbeschädigten Ruine des Berliner Stadtschlosses zugunsten eines Aufmarschplatzes. (Als erster deutscher Farbfilm nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schwarzwaldmädel hergestellt.)

An dem 13. September 1950 fand die erste umfassende Volkszählung und Berufszählung nach dem Zweiten Weltkrieg statt, die eine Einwohnerzahl der Bundesrepublik von fast 48 Millionen Menschen mit einem deutlichen Frauenüberschuss ergab. An dem 14. September 1950 forderte Bundeskanzler Konrad Adenauer in einer Rede vor dem Bundestag der Bundesrepublik die Wiedervereinigung Deutschlands.

An dem 15. September 1950 beschloss der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland die Errichtung des Bundesrechnungshofs. An dem 18. September 1950 kündigten die westlichen Außenminister in New York eine neue Besatzungspolitik für Deutschland mit Sicherheitsgarantien für die Bundesrepublik und Aufstellung westdeutscher Kontingente für europäische Streitkräfte an. An dem 19. September 1950 verabschiedete die Bundesregierung unter Konrad Adenauer einen Erlass, der öffentliche Bedienstete zu Verfassungstreue verpflichtete und eine Mitgliedschaft in als verfassungsfeindlich eingestuften Organisationen verbot (Adenauer-Erlass).

An dem 24. September 1950 fanden in Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden nicht-bindende Volksbefragungen zu der Bildung eines Südweststaats statt, die in Württemberg-Baden etwa 75 Prozent und in Württemberg-Hohenzollern mehr als 90 Prozent Zustimmung ergaben, während in Baden (Südbaden) die Mehrheit die Wiederherstellung des Landes Baden wünschte.

An dem 26. September 1950 eroberten die Vereinten Nationen in dem Koreakrieg Seoul von Nordkorea zurück. An dem 27. September 1950 beschloss die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau, das an dem 1. Oktober 1950 in Kraft trat. An dem 28/29./30. September 1950 trat die Deutsche Demokratische Republik dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW/COMECON) bei.

An dem 1. Oktober 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe als Höchstgericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und Nachfolger des Reichsgerichts eingerichtet. Außerdem trat in West-Berlin eine neue Verfassung in Kraft, in der das Abgeordnetenhaus die Stadtverordnetenversammlung ersetzte. Rückwirkend trat in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Gesetz zu der Versorgung von Kriegsopfern in Kraft.

(An dem 2. Oktober 1950 erschien der erste Comicstrip der Peanuts von Charles M. Schulz mit Charlie Brown und Snoopy in sieben amerikanischen Zeitschriften.)

An dem 5. Oktober 1950 begann in dem Kloster Himmerod in der Eifel in dem Auftrag Bundeskanzler Adenauers eine geheime Konferenz 15 früherer Offiziere der Wehrmacht des Deutschen Reiches (Himmeroder Expertengruppe), die in der Himmeroder Denkschrift (Denkschrift über die Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer übernationalen Streitmacht) die Grundlagen für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland schuf. An dem 8. Oktober 1950 wurde der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eröffnet. An dem 9. Oktober 1950 trat in der Bundesrepublik Deutschland Innenminister Gustav Heinemann (CDU) aus Protest gegen Pläne zu einer Wiederbewaffnung zurück.

An dem 11. Oktober 1950 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik Wilhelm Pieck zu dem Präsidenten gewählt. An dem 12. Oktober 1950 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die erste Provisorische Regierung unter Ministerpräsident Otto Grotewohl durch die Provisorische Volkskammer bestätigt und von Präsident Wilhelm Pieck vereidigt. An dem 15. Oktober 1950 fanden in der Deutschen Demokratischen Republik Wahlen zu der Volkskammer und zu Landesvertretungen und Kommunalvertretungen statt. Für die Einheitsliste der von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands kontrollierten Nationalen Front stimmten 99,7 Prozent der Wähler.

An dem 18. Oktober 1950 trat Erich Köhler als Präsident des Bundestags der Bundesrepublik zurück. An dem 19. Oktober 1950 wurde Hermann Ehlers (CDU) zu dem neuen Präsidenten des Bundestags gewählt. Der Bundestag verabschiedete einstimmig das Versorgungsgesetz für Kriegsopfer., das rückwirkend zu dem 1. Oktober in Kraft gesetzt wurde. Truppen Chinas griffen in den Koreakrieg ein. Am dem 21. Oktober 1950 wurde auf dem ersten Bundesparteitag der CDU in Goslar Konrad Adenauer mit 302 von 368 Stimmen zu dem ersten Bundesvorsitzenden gewählt.

(An dem 23. Oktober 1950 stellte das Unternehmen Callaghan & Bigelow den ersten in den menschlichen Körper einpflanzbaren Herzschrittmacher vor.) An dem 26. Oktober 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland Theodor Blank (CDU) zu dem Beauftragten des Bundeskanzlers für Sicherheitsfragen ernannt und an dem 29. Oktober 1950 das Amt Blank eingerichtet. Blank berief frühere Generäle der deutschen Wehrmacht wie Adolf Heusinger und Hans Speidel als Berater.

An dem 4. November 1950 wurde in Rom von 13 Mitgliedstaaten des Europarats einschließlich der Bundesrepublik Deutschland die 1953 in Kraft tretende Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet. An dem 7. November 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als Inlandsnachrichtendienst des Bundes eingerichtet. An dem 10. November 1950 wurde in Frankfurt an der Oder der 19jährige Straftäter Werner Gladow nach Verurteilung wegen Mordes und Raubes mit dem Fallbeil hingerichtet. Die Bundesrepublik Deutschland wurde Mitglied der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

An dem 12. November 1950 wurde in Wolfsburg der erste Volkswagen-Transporter hergestellt. An dem 15. November 1950 stellte Otto Grotewohl den Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik aus 21 Ministern und fast 30 Staatssekretären vor. An dem 19. November 1950 fanden Landtagswahlen in Württemberg-Baden und Hessen statt.

An dem 27. November 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland durch Gesetz der Bundesrechnungshof mit Sitz in Frankfurt am Main als oberste Bundesbehörde errichtet. An dem 30. November 1950 schlug Ministerpräsident Otto Grotewohl in einem offenen Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bildung eines paritätisch besetzten Gesamtdeutschen Konstituierenden Rates vor, doch wurde der Vorschlag abgelehnt. An dem 4. Dezember 1950 wurde die Landesverfassung in Nordrhein-Westfalen verabschiedet.

An dem 10./11. Dezember 1950 wurde in Hannover der Deutsche Sportbund (DSB) als Zusammenschluss der westdeutschen Landessportbünde gegründet. An dem 16. Dezember 1950, abends 20 Uhr fand in dem Hause des amerikanischen Hohen Kommissars John McCloy in Bad Homburg eine eingehende Aussprache zwischen Bundeskanzler Adenauer und dem Kommissar statt. An dem 20. Dezember 1950 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesversorgungsgesetz (BVG) verabschiedet, das die Versorgung für Kriegsopfer und Hinterbliebene vereinheitlichte und an dem 21. Dezember 1950 in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Studenten nahmen die von Großbritannien besetzte Insel Helgoland in Beschlag.

An dem 29. Dezember 1950 wurde das D-Markbilanzgesetz in dem Bundesgesetzblatt verkündet. (An dem 31. Dezember 1950 begann in der Bundesrepublik Deutschland das erste Fernsehprogramm des Nordwestdeutschen Rundfunks aus einem Bunker in Hamburg, präsentiert von der Ansagerin Irene Koss.)

An dem 1. Januar 1951 stellte Bundespräsident Theodor Heuss die dritte Strophe von Deutschland, Deutschland, über alles als neue deutsche Nationalhymne vor. Indien erklärte den Kriegszustand mit Deutschland für beendet. An dem 4. Januar 1951 wurde in Heidelberg der Vorstand der Notgemeinschaft als Vorläufer der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewählt.

An dem 6. Januar 1951 begann in der Deutschen Demokratischen Republik nach dem Vorbild der Sowjetunion der erste Fünfjahreplan (1951-1955). An dem 7. Januar 1951 fand in Landsberg am Lech eine Kundgebung gegen Unmenschlichkeit statt, bei der rund 4000 Menschen gegen die Hinrichtung zu dem Tode verurteilter nationalsozialistischer Kriegsverbrecher demonstrierten. An dem 10. Januar 1951 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik der 18jährige Hermann Flade, der Flugblätter gegen die Diktatur der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands verteilt und sich gegen seine Festnahme gewehrt hatte, zu der Todesstrafe verurteilt.

An dem 12. Januar 1951 trat die UN-Völkermordkonvention als internationales Menschenrechtsabkommen in Kraft. An dem 15. Januar 1951 lehnte Bundeskanzler Konrad Adenauer den Vorschlag Otto Grotewohls der Deutschen Demokratischen Republik von dem 30. November 1950 ab und forderte freie Wahlen und demokratische Freiheiten als Voraussetzungen für Gespräche zu einer Wiedervereinigung. An dem 16. Januar 1951 wurde in Oestrich-Winkel das Deutsche Industrieinstitut (später IW Köln) gegründet.

An dem 19. Januar 1951 beschloss das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands eine tiefgreifende Reform des Bildungswesens nach dem Vorbild der Sowjetunion. An dem 25. Januar 1951 einigte sich Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Hans Böckler (gestorben in Köln 16. 2. 1951) als Vorsitzendem des Deutschen Gewerkschaftsbunds auf die Grundzüge der Mitbestimmung in der Montanindustrie. An dem 29. Januar 1951 wurde das Todesurteil Hermann Flades auf Grund internationaler Proteste in eine Zuchthausstrafe von 15. Jahren umgewandelt. An dem 30. Januar 1951 starb in Stuttgart der an dem 3. September 1875 in Maffersdorf in Böhmen geborene Kraftfahrzeugkonstrukteur Ferdinand Porsche.

An dem 31. Januar 1951 begnadigte der amerikanische Hochkommiss John McCloy viele verurteilte deutsche Kriegsverbrecher. An dem 15. Februar 1951 erließ der Bundestag Deutschlands das Gesetz zur Errichtung des Bundesgrenzschutzes (BGS), wobei diese Sonderpolizei mit anfangs 10000 Mann geschaffen wurde. An dem 18. Februar 1951 betonte Josef Stalin die Rolle der Sowjetunion als Friedensgarant in Europa. An dem 21. Februar 1951 wurde nach einem Schauprozess in Moskau der Politiker Erwin Köhler (CDU) hingerichtet, der sich gegen die Gleichschaltung durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands gewehrt hatte.

An dem 27. Februar 1951 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika der 22. Zusatzartikel zu der Verfassung ratifiziert, der die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Perioden begrenzte. An dem 6. März 1951 revidierten die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich das Besatzungsstatut, wodurch die Gründung eines Auswärtigen Amtes möglich wurde, das Bundeskanzler Konrad Adenauer übernahm, der dadurch mit den Regierungen der Westmächte unmittelbar verhandeln konnte. In Vereinbarungen anerkannte die Bundesrepublik Deutschland ein Einstehenmüssen für Vorkriegsschulden des Deutschen Reiches. An dem 12. März 1951 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über das Bundesverfassungsgericht (BVerfGG). An dem 13. März 1951 beschloss die Bundesregierung Deutschlands die Wiederrichtung des Auswärtigen Amtes.

(An dem 14. März 1951 entstand an seinem 72. Geburtstag das berühmteste Foto Albert Einsteins [Zungenfoto]). An dem 15. März 1951 wurde in Bonn das Auswärtige Amt wiedererrichtet. (An dem 22. März 1951 wurde in Frankfurt am Main das wiederaufgebaute Goethe-Haus (Geburtshaus Johann Wolfgang Goethes, das in dem Zweiten Weltkrieg in dem März 1944 zerstört worden war, an das Freie Deutsche Hochstift übergeben.) An dem 29. März 1951 trat in der Bundesrepublik Deutschland das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG) in Kraft.

(An dem 5. April 1952 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika das Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg wegen Atomspionage zu der Todesstrafe verurteilt.) An dem 7. April 1951 hob der Europarat den assoziierten Status des Bundesrepublik Deutschland auf und erhob sie zu einem vollen Mitglied. An dem 9. April 1951 trat in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesverfassungsgerichtsgesetz in Kraft. An dem 10. April 1951 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Unternehmen des Bergbaus sowie der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie (Montanmitbestimmungsgesetz) und das Gesetz über die Wiedereingliederung ehemaliger unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallender Beamter und Soldaten (131er-Gesetz).

An dem 13. April 1951 wurde in dem Bundesland Niedersachsen die Vorläufige Niedersächsische Verfassung verabschiedet, welche die Übergangsverfassung des Jahres 1947 ersetzte. An dem 15. April 1951 eröffnete Hermann Gmeiner in Imst in Tirol das erste SOS-Kinderdorf (der Welt) (Haus Frieden) für Kriegswaisen. An dem 16. April 1951 eröffnete Hermann Gmeiner in Lippe (Schieder-Schwalenberg) bei Detmold das erste deutsche SOS-Kinderdorf. An dem 18. April 1951 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland mit Belgien, Frankreich. Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Paris den Vertrag (Vertrag von Paris) zu der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion), der an dem 23. Juli 1952 in Kraft trat. (An dem 19. April 1951 wurde in Frankfurt am Main die erste internationale Automobilausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet.)

(An dem 20. April 1951 wurde in Köln die erste internationale Photokina eröffnet, die sich zu der weltweit bedeutendsten Messe für Fotografie entwickelte.)

An dem 25. April 1951 erschien die Zeitung Neues Deutschland. An dem 28. April 1951 wurde n Moskau der Leipziger Student Herbert Belter wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt der deutschen Demokratischen Republik hingerichtet. An dem 29. April 1951 fand die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt, bei der die CDU trotz deutlicher Verluste zu Gunsten der FDP stärkste Partei blieb, während die KPD scheiterte, an dem 6. Mai 1951 die zweite Wahl zu dem Landtag in Niedersachsen mit 11 Prozent der Stimmen für die Sozialistische Reichspartei. An dem 11. Mai 1951 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das Gesetz zu Artikel 131 des Grundgesetzes (Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für Angehörige des öffentlichen Dienstes), das an dem 12. Mai 1951 in Kraft trat und an dem Pfingstsonntag (13. Mai 1951) in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.

An dem 16. Mai 1951 brachte die Bank deutscher Länder eine neue 100-Mark-Banknote mit einer Ansicht Nürnbergs auf der Rückseite in Umlauf. An dem 21. Mai 1951 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die Montanmitbestimmung verabschiedet, das den Arbeitnehmern in der Kohle- und Stahlindustrie ein Mitbestimmungsrecht in Aufsichtsräten und Vorständen gewährte und an dem 23. Mai 1951 in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Von dem 6. bis zu dem 17. Juni 1951 fanden in Berlin die ersten internationalen Filmfestspiele in Berlin (Berlinale) statt. An dem 7. Juni 1951 wurden in Landsberg am Lech die letzten Todesstrafen gegen die verurteilten Kriegsverbrecher Otto Ohlendorf, Erich Naumann, Paul Blobel, Werner Braune, Oswald Pohl, Georg Schallermair und Hans Theodor Schmidt durch amerikanische Militärbehörden vollstreckt.

An dem 18. Juni 1951 begannen in Rumänien umfangreiche Deportationen von rund 45000 Menschen aus dem Banat darunter der deutschen Minderheit in die Baragan-Steppe. An dem 19. Juni 1951 wurde das Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikpakts über die Rechtsstellung ihrer Truppen (NATO-Truppenstatut) geschlossen, das den Aufenthalt von Streitkräften der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation regelte. An dem 25. Juni 1951 wurde Friedrich-Wilhelm Lübke zu dem Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins gewählt.

An dem 26. Juni 1951 verbot die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland die Freie Deutsche Jugend in der Bundesrepublik Deutschland wegen ihrer Ablehnung der freiheitlich-demokratischer Grundordnung. An dem 9. Juli 1951 beendete Großbritannien als erste westliche Besatzungsmacht Deutschlands den Kriegszustand mit Deutschland. Der Zentralflughafen Tempelhof in Berlin wurde für den zivilen Luftverkehr freigegeben.

An dem 10. Juli 1951 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das Gesetz zu der Errichtung der Bundesanstalt für Arbeitsermittlung und Arbeitslosenversicherung. An dem 11. Juni 1951 wurde die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen (UNESCO). An dem 13. Juli 1951 beendete Frankreich den Kriegszustand mit Deutschland. An dem 20. Juli 1951 starb in Hechingen mit 69 Jahren Wilhelm von Preußen als letzter Kronprinz Preußens.

An dem 24. Juli 1951 wurde in Moskau der 1949 verhaftete liberale Politiker Arno Esch hingerichtet. An dem 25. Juli 1951 trat in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz zu der vorläufigen Regelung der Rechtsverhältnisse des Reichsvermögens und der preußischen Beteiligungen in Kraft, das in dem Bundesgesetzblatt verkündet wurde. An dem 28. Juli 1951 wurde die Genfer Flüchtlingskonvention auf einer Sonderkonferenz der Vereinten Nationen verabschiedet.

An dem 1. August 1951 wurde in West-Berlin die Todesstrafe abgeschafft. An dem 2. August 1951 wurde in Bonn die Deutsche Forschungsgemeinschaft als zentrale Forschungsförderungsorganisation der Bundesrepublik Deutschland begründet. In dem August 1951 sank die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik Deutschland auf 1,3 Millionen. An dem 5. August 1951 wurden in dem Strafgefängnis Berlin-Plötzensee mehrere Frauen der Widerstandsgruppe Rote Kapelle hingerichtet, Ab dem 5. August 1951 wurden in Ost-Berlin die (dritten) Weltfestspiele der Jugend und Studierenden ausgerichtet.

(An dem 29. August 1951 erschien in der Bundesrepublik Deutschland das erste Micky-Maus Heft mit 300000 zunächst nur teilweise abgesetzten Heften.) An dem 31. August 1951 wurde das Strafrechtsänderungsgesetz von dem 30. August 1951 zu dem Schutz der Demokratie gegen Bedrohungen von innen veröffentlicht (§§ 80ff. StGB). An dem 7. September 1951 nahm das Bundesverfassungsgericht der Bundesrepublik Deutschland seine Tätigkeit auf. Bundespräsident Theodor Heuss stiftete den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz). An dem 9. September 1951 traf das Bundesverfassungsgericht Deutschlands seine erste (Eil-)Entscheidung (über Klagen gegen die Neugliederung der Länder Baden, Württemberg Baden und Württemberg-Hohenzollern).

An dem 27. September 1951 bekannte sich Bundeskanzler Konrad Adenauer in einer Regierungserklärung zu der geschichtlichen Verantwortung Deutschlands für die in dem Nationalsozialismus begangenen Verbrechen an Juden. An dem 28. September 1951 fand in Karlsruhe in dem Prinz-Max-Palais mit 23 Richtern und 1 Richterin die Eröffnung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands statt.

An dem 7. Oktober 1951 fand die dritte Bürgerschaftswahl in Bremen statt. An dem 15. Oktober 1951 synthetisierte Dr. Carl Djerassi in Mexiko-Stadt mit Kollegen das Steroidhormon Norethisteron, das zu der Grundlage der Antibabypille wurde. An dem 21. Oktober 1951 sprach sich die CDU auf ihrem Parteitag in Karlsruhe einstimmig für die dritte Strophe des Deutschlandlieds als Nationalhymne aus. An dem 24. Oktober 1951 erklärte der amerikanische Präsident Truman das Ende des Kriegszustands mit Deutschland.

An dem 30. Oktober 1951 wurde in dem Bundesgesetzblatt Deutschlands das Gesetz über Hilfsmaßnahmen für Heimkehrer (Heimkehrergesetz) verkündet. An dem 1. November 1951 beschloss die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik den ersten Fünfjahresplan für die Jahre von 1951 bis 1955. An dem 17. November 1951 trat Otto John sein Amt als erster Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz an. An dem 19. November 1951 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland in Washington das internationale Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Genfer Flüchtlingskonvention) von dem 28. Juli 1951.

An dem 1. Dezember 1951 wurde in der Bundesrepublik Deutschland wegen zunehmender Zahl (rund 600000 Personenkraftwagen) die Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge verpflichtend, wobei eine Platte die Kontrolle erleichterte. (An dem 3. Dezember 1951 verstarb in Hamburg der 1877 geborene Jurist Otto Palandt.) An dem 4. Dezember 1951wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit (JÖSchG) erlassen, das den Aufenthalt Minderjähriger in Gaststätten regelte. An dem 16. Dezember 1951 beschloss der Bundestag Deutschlands seine erste Geschäftsordnung.

An dem 13. Dezember 1951 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das Bundesbahngesetz, das die Gründung der Deutschen Bundesbahn als Sondervermögen der Bundesrepublik Deutschland (17. Dezember 1951 veröffentlicht). An dem 27. Dezember 1951 wurde in der Bundesrepublik in der Gewerbeordnung das Züchtigungsrecht für Lehrherren abgeschafft. 1951 flohen insgesamt 160000 Menschen aus der Deutschen Demokratischen Republik.

An dem 9. Januar 1952 schlug die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik der Bundesrepublik Deutschland die Abhaltung freier gesamtdeutscher Wahlen unter Viermächtekontrolle vor. (An dem 2. Februar 1952 wurde die Westfalenhalle in Dortmund eröffnet.) An dem 6. Februar 1952 billigte der Bundestag Deutschlands das Wahlgesetz für eine verfassunggebende gesamtdeutsche Nationalversammlung. Außerdem trat das Mutterschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft.

An dem 7. Februar 1952 gab Bundeskanzler Konrad Adenauer in dem Bundestag Deutschlands eine Regierungserklärung zu dem Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik Deutschland ab. An dem 9. Februar 1952 übertrug der Nordwestdeutsche Rundfunk erstmals ein Sportereignis (Eishockeyspiel) live in dem Fernsehen (Hamburger SV gegen BK Frem Kopenhagen). An dem 1. 3. 1952 wurde die Insel Helgoland von Großbritannien (britisches militärisches Sperrgebiet) an Deutschland zurückgegeben.

An dem 4. März 1952 sperrte die Deutsche Demokratische Republik alle Stromlieferungen von Berlin (Ost) in den Westteil der Stadt. An dem 9. März 1952 wurde die verfassunggebende Versammlung für das neue Bundesland Baden-Württemberg gewählt, wobei die CDU stärkste Kraft wurde. An dem 10. März 1952 bot die Sowjetunion in einer Note den Westmächten Verhandlungen über einen Friedensvertrag und ein vereinigtes, neutrales Deutschland an, doch blieben die Bundesregierung und die Westmächte skeptisch.

An dem 27. März 1952 explodierte in dem Polizeipräsidium München bei der Öffnung durch den Sprengmeister Karl Reichert ein angeblich von Prof. Dr. Erich Berghof, Frankfort (!) a/M, Bernheimer (!) Lands Tr. (!) 26 aufgegebenes Paket, wobei der öffnende Sprengmeister getötet wurde und zwei Polizeibeamte schwer und drei weitere Menschen leicht verletzt und ein Bekennerschreiben von einer Organisation jüdischer Partisanen nachgesandt wurde. Dabei handelte es sich auch nur um eine von vielen Aktionen gegen die Zahlung von Geldern zwecks Wiedergutmachung von Deutschland an Israel. Strafbare Täter waren nicht zu ermitteln.

An dem 9. April 1952 stimmte die Sowjetunion in einer zweiten Note an die drei Westmächte freien gesamtdeutschen Wahlen unter der Kontrolle der vier Mächte zu. An dem 12. April 1952 gab General Dwight D. Eisenhower seinen Rücktritt von dem Amt des Generalsekretärs bekannt. An dem 22. April 1952 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika die erste Atombombenexplosion live übertragen.

An dem 25. April 1952 wurde durch Vereinigung Württemberg-Badens, Badens und Württemberg-Hohenzollerns das Bundesland Baden-Württemberg gebildet und (durch die verfassunggebende Versammlung) in Stuttgart der erste Landtag und Reinhold Maier (FDP) als Ministerpräsident gewählt und in den folgenden Tagen eingesetzt. An dem 28. April 1952 trat der Friedensvertrag von San Francisco in Kraft, der die Besatzungszeit Japans durch die Vereinigten Staaten von Amerika beendete. An dem 4. Mai 1952 demonstrierten rund 50000 Heimatvertriebene aus allen Teilen der Bundesrepublik und Berlins (West).

An dem 26. Mai 1952 wurde in Bonn der Deutschlandvertrag (Bonner Vertrag) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien sowie Frankreich unterzeichnet, der das Besatzungsstatut beenden und der Bundesrepublik Deutschland weitgehende Souveränität verleihen sollte. Er sollte nur zusammen mit dem Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG von dem 27. Mai 1952) in Kraft treten. Demgegenüber beschloss die Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Maßnahmen, die zu Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze führten (Aktion Ungeziefer, bei der unzuverlässige Personen aus der 5-Kilometer-Sperrzone an der innerdeutschen Grenze zwangsumgesiedelt wurden). Mit der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft scheiterte auch die geplante Europäische Politische Gemeinschaft, die ein supranationale Europa verwirklichen sollte.

An dem 29. Mai 1952 teilte die Sowjetunion in einer Note mit, dass es nach ihrer Ansicht einen Weg zu der großen friedlichen Zukunft Deutschlands gebe. Das deutsche Volk habe als unverrückbares Ziel den Abschluss eines Friedensvertrags. Der 30. Mai 1952 war zusammenfassend ein Tag, an dem die Teilung Deutschlands durch die Anbindung der Bundesrepublik Deutschlands an den Westen und die Abriegelung der Grenze der Deutschen Demokratischen Republik verstärkt wurde.

An dem 1. Juni 1952 strahlten mit Ausnahme des Bayerischen Rundfunks alle Hörfunksender der Bundesrepublik Deutschland erstmals ein Nachtprogramm mit Musik und Kurznachrichten aus. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten von Amerika von dem 2. Juni 1952 ist die durch den Präsidenten verfügte Verstaatlichung der Stahlindustrie verfassungswidrig.

An dem 8. Juni 1952 entführte der Staatssicherheitsdienst der Demokratischen Deutschen Republik in West-Berlin den Widerstandskämpfer Rechtsanwalt Walter Linse. An dem 8. Juni 1952 begann eine verstärkte Flucht aus der Deutschen Demokratischen Republik nach Bayern und Hessen. An dem 13. Juni 1952 schossen Flieger der Sowjetunion über der Ostsee ein Aufklärungsflugzeug Schwedens ab.

An dem 24. Juni 1952 wurde von dem Verleger Axel Springer die Bild-Zeitung begründet. Sie war kostenlos. Sie bestand aus vier Seiten und hatte eine Anfangsauflage von 455000 Exemplaren. An dem 25. Juni 1952 ernannte die Regierung Frankreichs gegen den Willen Konrad Adenauers Gilbert Grandval zu dem Botschafter in dem Saarland.

An dem 26. Juni 1952 betonte Bundeskanzler Konrad Adenauer die Notwendigkeit einer engen Verständigungspolitik zwischen Deutschland und Frankreich. An dem 1. Juli 1952 stimmte der Senat der Vereinigten Staaten von Amerika der Ratifizierung des Deutschlandvertrags durch Präsident Harry S. Truman zu. An dem 8. Juli 1952 wurde zu dem Schutze der Fußgänger in München in der Neuhauser Straße der erste Zebrastreifen Deutschlands eingerichtet.

An dem 12. Juli 1952 beschloss die zweite Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die Überführung der Wirtschaft des individuellen privaten Bauern in die kollektive landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. An dem 23. Juli 1952 trat der Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) in Kraft. An dem 25. Juli 1952 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik nach sowjetischem Vorbild die Länder Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgelöst und durch 14 Bezirke ersetzt.

An dem 30. Juli 1952 befasste sich das Bundesverfassungsgericht mit dem 1955 in Kraft tretenden Deutschlandvertrag. An dem 2. August 1952 ratifizierte der amerikanische Präsident Harry S. Truman den Deutschlandvertrag und das Garantie-Zusatzprotokoll zu dem Atlantikpakt (NATO). In der Nacht von dem 12. auf den 13. August 1953 fand in Moskau eine Hinrichtung jüdischer Intellektueller (Nacht der ermordeten Dichter) statt. An dem 14. August 1952 wurde die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Das Vermögenswerte aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zu der Finanzierung von Lasten heranziehende Lastenausgleichsgesetz trat in Kraft.

An dem 27. August 1952 wurde in Luxemburg vereinbart, dass die Bundesrepublik Deutschland an Israel und jüdische Opferorganisationen (Claims Conference) 3,45 Milliarden Deutsche Mark an Zahlungen und Lieferungen als Wiedergutmachung für die Verfolgung von Juden leistet (Luxemburger Abkommen, drei Milliarden an Israel, 450 Millionen an die Jewish Claims Conference). An dem 10. September 1952 wurde das Luxemburger Abkommen von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem Außenminister Israels unterzeichnet. Die Deutsche Demokratische Republik lehnte Entschädigungszahlungen ab, weil sie sich nicht als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches ansah.

An dem 14. September 1952 stimmten die Bürger Württemberg-Badens, Württemberg-Hohenzollerns und Südbadens über die verfassunggebende Landesversammlung des neuen Bundeslands Baden-Württembergs ab. An dem 17. September 1952 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik das Gesetz gegen jugendgefährdende Schriften (unsittliche sowie Verbrechen, Krieg und Rassenhass verherrlichende Schriften), das deren Aufnahme in eine Liste zu der Verbreitungsbeschränkung vorsah. An dem 25. September 1952 ernannte die Regierung Frankreichs Gilbert Grandval zu ihrem Botschafter in dem Saarland.

An dem 1. Oktober 1952 erhielten Kasernierte Volkspolizei und Grenzpolizei der Deutschen Demokratischen Republik militärische Dienstgrade und olivbraune Uniformen. An dem 2. Oktober 1952 scheiterte in dem Bundestag Deutschlands der Versuch der Wiedereinführung der Todesstrafe, wobei der Staatsrat der Deutschen Demokratischen Republik die Abschaffung erst an dem 17. Juli 1987 beschloss. (An dem 7. Oktober 1952 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Vorbild des Morsecodes das Patent für den Strichcode oder Barcode erteilt.)

An dem 11. Oktober 1952 trat in der Bundesrepublik Deutschland das Betriebsverfassungsgesetz in Kraft, das in Privatbetrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern die Bildung von Betriebsräten zwecks Mitbestimmung der Arbeitnehmer in sozialer, personeller und wirtschaftlicher Hinsicht vorschrieb. An dem 23. Oktober 1952 stellte das Bundesverfassungsgericht Deutschlands die Verfassungswidrigkeit der an dem 2. Oktober 1949 gegründeten Sozialistischen Reichspartei (SRP) fest und verbot wegen offener Bezugnahme auf die NSDAP die Partei. (An dem 12. Oktober 1952 wurde in Düsseldorf die erste Kunststoffmesse der Bundesrepublik Deutschland eröffnet.)

An dem 1. November 1952 zündeten die Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Eniwetok-Atoll in dem Pazifik in dem Rahmen der Operation Ivy die erste Wasserstoffbombe, deren Sprengkraft etwa 500-mal stärker war als die Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima. An dem 4. November 1952 wurde Dwight D. Eisenhower zu dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Durch eine Verordnung von dem 6. November 1952 wurden die Landesversicherungsanstalten in der Deutschen Demokratischen Republik zu der Deutschen Versicherungs-Anstalt (DV) mit Sitz in Berlin vereinigt. An dem 11. November 1952 zentralisierte das Gesetz über den Deutschen Wetterdienst die verschiedenen Wetterdienste der Bundesrepublik Deutschland.

An dem 11. November 1952 übergab Max Reimann (KPD) das Programm seiner Partei zu der nationalen Wiedervereinigung der Öffentlichkeit. An dem 25. November 1952 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Bundeszentrale für Heimatdienst (als Vorläufer der Bundeszentrale für politische Bildung) gegründet. An dem 30. November 1952 fand unter Verwaltung Frankreichs in dem Saarland eine Landtagswahl statt, deren Ergebnis die Politik Frankreichs bestätigte.

An dem 2. Dezember 1952 begann in der Bundesrepublik Deutschland in Hamburg das erste regelmäßige Fernsehprogramm (NWDR, 26. Dezember Tagesschau, 21. Dezember DDR Aktuelle Kamera). An dem 3. Dezember 1952 stellte der Bundestag Deutschlands erstmals das Erlöschen eines Bundestagsmandats fest (Dr. Fritz Dorls, SRP, auf Grund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts von dem 23. Oktober 1952). Ab dem 5. Dezember 1952 ereignete sich in London das Umweltunglück The Great Smog mit schätzungsweise 4000 Toten.

(Um den 1. 1. 1953 begann die Vierschanzentournee der Skispringer in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen (Deutschland), Innsbruck und Bischofshofen [Österreich]). An dem 15. Januar 1953 wurde der Außenminister Georg Dertinger (CDU) der Deutschen Demokratischen Republik wegen angeblicher Spionage verhaftet. An dem 20. Januar 1953 wurde Dwight D. Eisenhower als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.

An dem 4. Februar 1953 stellt der Bundestag Deutschlands einstimmig das Anwerben Deutscher für fremde Militärdienste (wie Fremdenlegion) durch § 109h StGB unter Strafe. Die Arbeitsnormen der Deutschen Demokratischen Republik wurden erhöht (5. Februar 1953). An dem 11. Februar 1953 brach die Sowjetunion die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Präsident Eisenhower lehnte ein Gnadengesuch für Ethel und Julius Rosenberg ab. Zwecks Beendigung des Koreakriegs bedrohte er China an dem 14. Februar 1953 mit Atomwaffen.

An dem 21. Februar 1953 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die 1947 gegründete Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) aufgelöst. An dem 27. Februar 1953 unterzeichneten die Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Gläubigerstaaten ein Abkommen, das der Bundesrepublik etwa die Hälfte der rückzahlbaren Kriegsschulden des Deutschen Reiches erließ. Nach einem Treffen an dem späten Abend des 28. Februars 1953 erlitt Josef Stalin an dem 1. März 1953 zwischen vier und zweiundzwanzig Uhr in seiner Datscha in Kunzewo bei Moskau einen Schlaganfall und wurde danach bewusstlos aufgefunden. Seine Umgebung getraute sich aus Angst nicht, sofort zu handeln. An den Folgen starb er an dem 5. März 1953 (Todesfeststellung der Ärzte um 21.50 Uhr).

An dem 4. März 1953 sprach Bundeskanzler Konrad Adenauer in dem Bundestag der Bundesrepublik Deutschland über das Luxemburger Abkommen. Er bezeichnete die Wiedergutmachungszahlungen an Israel als zwingende moralische Verpflichtung des deutschen Volkes. Das Abkommen wurde an dem 18. März 1953 von dem Bundestag ratifiziert und verkündet, an dem 22. März 1953 von der Regierung Israels (dadurch gültig). An dem 19. März 1953 ratifizierte der Bundestag Deutschlands in Bonn den Deutschlandvertrag (Generalvertrag) und den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Die Deutsche Demokratische Republik erließ eine Disziplinarverordnung für Richter.

An dem 25. März 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesvertriebenengesetz verabschiedet. Um diese Zeit löste sich in Bayern die Wirtschaftliche Aufbauvereinigung (WAV) auf. An dem 27. März 1953 trat das Luxemburger Abkommen in Kraft.

An dem 28. März 1953 beschloss der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik von den Werktätigen zehn Prozent mehr Leistung bei gleichem Lohn. An dem 31. März 1953 lief in der Bundesrepublik Deutschland eine Übergangsfrist zu der rechtlichen Gleichstellung von Männern und Frauen nach Art. 3 II GG ohne entsprechende tatsächliche Rechtsänderung aus, während in der Deutschen Demokratischen Republik Männer und Frauen schon weitgehend gleichberechtigt waren.

An dem 8. April 1953 gab Frankreich die Stadt Kehl nach achtjähriger Verwaltung wieder an Deutschland zurück. An dem 9. April 1953 wurde ein Kulturabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen. An dem 14. April 1953 eröffnete Bundespräsident Theodor Heuss das Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin, in das bis 1991 mehr als 1,5 Millionen Menschen vor allem aus der Deutschen Demokratischen Republik kamen.

(An dem 25. April 1953 veröffentlichten James Watson und Francis Crick in der Fachzeitschrift Nature die Struktur der Desoxyribonukleinsäure als Doppelhelix. )(Harry Belafonte nahm das Lied Matilda auf.) An dem 3. Mai 1953 begann die Deutsche Welle als Auslandsrundfunk (Kurzwellensender) der ARD der Bundesrepublik Deutschland. An dem 10. Mai 1953 benannte die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik Chemnitz in Karl-Marx-Stadt um. An dem 11. Mai 1953 sprach sich Premier Minister Winston Churchill in einer Rede vor dem Unterhaus für Verhandlungen mit der Sowjetunion über ein neutralisiertes Gesamtdeutschland aus.

An dem 14. Mai/28. Mai 1953 beschloss das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik eine Erhöhung der Arbeitsnormen um mindestens zehn Prozent. An dem 19./22. Mai 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das erste Bundesvertriebenengesetz (BVFG), das Rechte, Eingliederung und Verteilung Millionen deutscher Vertriebener und Flüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten regelte, beschlossen und an dem 22. Mai 1953 in dem Bundesgesetzblatt verkündet.

Um den 28./29. Mai 1953 wurde die Sowjetische Kontrollkommandantur in die Hohe Kommission der Sowjetunion in Deutschland umgewandelt. (An dem 29. Mai 1953 gelang dem Neuseeländer Edmund Hillary mit dem Sherpa Tenzing Norgay die Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Mount Everest in dem Himalaya.) An dem 11. Juni 1953 verkündete die Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands überraschend eine an dem 9. Juni 1953 beschlossene Neue Kurs-Politik, die jedoch zu spät erfolgte. Deshalb begannen bereits an dem 12. Juni 1953 vereinzelte Unruhen und Proteste.

An dem 15. Juni 1953 legten Arbeiter an der Stalinallee und dem Krankenhaus Friedrichshain in Ost-Berlin die Arbeit nieder. An dem 16. Juni 1953 weiteten sich die Streiks aus und richteten sich zunehmend gegen die wirtschaftliche Not und das dafür ursächliche System. Daraus erwuchs an dem 17. Juni 1953 ein Generalstreik und Volksaufstand.

Dieser wurde an mit Hilfe von Panzern der Sowjetunion durch Staatssicherheit und Volkspolizei blutig niedergeschlagen. Einzelne Demonstranten und Zuschauer wurden von Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten erschossen. Etwa 15000 Personen wurden festgenommen.

An dem 19. Juni 1953 wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika Ethel und Julius Rosenberg hingerichtet. An dem 1. Juli 1953 beschlossen die Vereinigten Staaten von Amerika eine kostenlose Verteilung von Lebensmitteln in West-Berlin an Bürger der Deutschen Demokratischen Republik. An dem 3. Juli 1953 erhob der Bundestag Deutschlands den 17. Juni zu dem Tag der deutschen Einheit.

An dem 15. Juli 1953 wurde Hilde Benjamin (rote Hilde) Justizministerin der Deutschen Demokratischen Republik, nachdem ihr Vorgänger Max Fechner, der in einem Interview eine milde Behandlung Streikender gefordert hatte, als Feind des Staates verhaftet worden war. An dem 23. Juli 1953 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik das Ministerium für Staatssicherheit in ein Staatssekretariat geändert. An dem 24. Juli 1953 wurde Walter Ulbricht zu dem Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ernannt.

An dem 24. Juli 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über Versammlungen und Aufzüge (Versammlungsgesetz) verabschiedet. An dem 25. Juli 1953 lief in Hamburg bei den Howaldtswerken als damals größter Tanker der Welt die Tina Onassis des griechischen Unternehmers Aristoteles Onassis von Stapel. (An dem 26. Juli 1953 griff eine Gruppe Aufständischer unter Fidel Castro die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba an.)

(An dem 27. Juli 1953 wurde nach 37 Monaten Krieg von den Vereinigten Staaten von Amerika für das Kommando der Vereinten Nationen und Nordkorea sowie China das Waffenstillstandsübereinkommen von Panmunjom unterzeichnet, das durch eine 250 Kilometer lange und vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone Korea in Nordkorea und Südkorea teilt.) (An dem 12. August 1953 zündete die Sowjetunion in Semipalatinsk ihre erste Wasserstoffbombe.) In der Bundesrepublik Deutschland wurde das Bundesfernstraßengesetz in dem Bundesgesetzblatt verkündet.

An dem 15. August 1953 übermittelte die Sowjetunion eine Note zu Viermächte-Verhandlungen über Deutschland. An dem 25. August 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung für Personenkraftwagen aufgehoben. An dem 1. September 1953 wurde das Technische Hilfswerk als Bundesanstalt eingerichtet. An dem 2. September 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Höchstgrenze von 1,5 Promille Blutalkoholgehalt für die Straffreiheit von Kraftfahrzeuglenkern eingeführt. An dem 3. September 1953 trat die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) in Kraft.

An dem 6. September 1953 fand in der Bundesrepublik Deutschland die Wahl zu dem (zweiten) Deutschen Bundestag statt, bei der CDU/CSU mit 45,2 Prozent der Stimmen stärkste Fraktion wurden (SPD 28,8 Prozent), woraufhin Konrad Adenauer an dem 9. Oktober 1953 mit einer Koalition aus CDU/CSU, FDP, DP und BHE erneut zu dem Bundeskanzler gewählt wurde. (An dem Anfang September 1953 wurde in der Sowjetunion Nikita Chruschtschow zu dem Ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion ernannt. An dem 11. September 1953 wurde erstmals in dem Rundfunk der Deutschen Demokratischen Republik eine Hitparade gesendet.)

An dem 18. September 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesergänzungsgesetz zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung (BErgG, seit 29. Juni 1956 Bundesentschädigungsgesetz) verabschiedet, das Schäden an Leben, Gesundheit, Freiheit oder Vermögen ersetzen soll. An dem 21. September 1953 begann in der Deutschen Demokratischen Republik ein Schauprozess gegen den Bergbauprofessor Otto Fleischer und sieben andere Bergbauingenieure wegen angeblicher Sabotage und Spionage, in dem der Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. An dem 24. September 1953 ging die Zeitung Die Welt aus der Kontrolle Großbritanniens an deutsche Eigentümer über.

An dem 29. September 1953 starb Ernst Reuter mit 55 Jahren als Regierender Bürgermeister West-Berlins an einem Herzinfarkt. An dem 30. September1953 wurde Gebhard Müller (CDU) zu dem Ministerpräsidenten Baden-Württembergs gewählt. An dem 1. Oktober 1953 wurde in Dresden Erna Dorn durch das Fallbeil wegen faschistischer Kriegshetze als Opfer politischer Strafjustiz hingerichtet. An dem 6. Oktober 1953 wurde die konstituierende Sitzung des zweiten Deutschen Bundestags in Bonn (erstmals) live in dem Fernsehen übertragen. An dem 7. Oktober 1953 wurde Wilhelm Pieck in einer gemeinsamen Sitzung der Volkskammer und der Länderkammer der Deutschen Demokratischen Republik als Präsident bestätigt.

An dem 9. Oktober 1953 wurde Konrad Adenauer erneut zu dem Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. An dem 18. Oktober 1953 begann in dem Frauenzuchthaus Hoheneck in der Deutschen Demokratischen Republik ein Hungerstreik von mehr als 1000 inhaftierten Frauen für bessere Haftbedingungen und Überprüfung der Urteile. An dem 20. Oktober 1953 wurde die zweite, bis 15. Oktober 1957 amtierende Regierung Adenauer gewählt (CDU/CSU, FDP; DP, BHE).

An dem 27. Oktober 1953 wurde Hans Globke zu dem Staatssekretär in dem Bundeskanzleramt Konrad Adenauers ernannt, als der er bis 1963 wirkte. An dem 1. November 1953 fand die Wahl zu der 3. Wahlperiode der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg statt (Regierungswechsel) und trat (in der Deutschen Demokratischen Republik) die Verordnung über die Ausgabe von Personalausweisen der DDR in Kraft. An dem 4. November 1953 wurde in Bad Neuenahr aus sieben Fachgesellschaften die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gegründet. (An dem 9. November 1953 wurde in Kassel in der Treppenstraße die erste deutsche Fußgängerzone [für eine autofreie Einkaufsstraße] eröffnet.)

An dem 11. November 1953 wurde die Landesverfassung Baden-Württembergs von der verfassunggebenden Versammlung mit 102 Stimmen angenommen und trat an dem 19. November 1953 in Kraft. An dem 13. November 1953 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik für Arbeiter der volkseigenen Wirtschaft die Zahlung von Weihnachtsgeld beschlossen. An dem 14. November 1953 verzichtete die Bundesrepublik Deutschland in dem innerdeutschen Reiseverkehr in Absprache mit den westlichen Alliierten auf die Durchführung von Grenzkontrollen.

An dem 16. November 1953 wurde in Hamburg angesichts von Kinderarbeit und körperlicher Züchtigung der Deutsche Kinderschutzbund e. V. gegründet. An dem 19. November 1953 trat die an dem 11. November 1953 angenommene Verfassung Baden-Württembergs in Kraft. An dem 26. November 1953 veröffentlichte die Zeitung Neues Deutschland der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Berichte über eine Erklärung der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik zu der friedlichen Lösung der deutschen Frage. Die Sowjetunion plante eine Außenministerkonferenz der vier Mächte in Berlin.

(An dem 1. Dezember 1953 erschien in den Vereinigten Staaten von Amerika die erste Ausgabe des Magazins Playboy mit Marilyn Monroe in einer Auflage von 70000 Exemplaren. An dem 8. Dezember 1953 hielt Präsident Dwight D. Eisenhower vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen seine Rede Atoms for Peace, in der er ein Programm zu der zivilen Nutzung der Kernenergie ankündigte.)

An dem 10. Dezember 1953 führte der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland zwecks Belebung von Debatten die Zwischenfrage ein. In Bonn wurde die Alexander von Humboldt-Stiftung für Stipendien an ausländische Akademiker neu gegründet. An dem 11. Dezember 1953 wurde in Paris das Europäische Fürsorgeabkommen (EFA) unterzeichnet, das den Zugang zu Sozialleistungen für Staatsangehörige in anderen Unterzeichnerstaaten regelte. An dem 15. Dezember 1953 wurde der in Chemnitz 1903 geborene, an dem 8. Juli 1952 in West-Berlin von dem Staatssicherheitsdienst der Deutschen Demokratischen Republik entführte, für den Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen arbeitende Jurist Dr. Walter Linse in Moskau in dem Butyrka-Gefängnis hingerichtet.

An dem 17. Dezember 1953 wies das Bundesverfassungsgericht Deutschlands Verfassungsbeschwerden von Beamten zurück, die sich gegen die Nichtübernahme ihrer Dienstverhältnisse nach 1945 wehrten, wobei das Gericht urteilte, dass nationalsozialistische Rechtsvorschriften nicht automatisch fortbestanden, aber die Beseitigung nationalsozialistischer Rechtsvorschriften dem Gesetzgeber vorbehalten bleiben muss. Von dem 18. bis 21. Dezember 1953 führte das Oberste Gericht der Deutschen Demokratischen Republik einen Schauprozess gegen sieben der Organisation Gehlen (Bundesnachrichtendienst) zugeordnete Angeklagte, die zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt wurden.

An dem 1. Januar 1954 verzichtete die Sowjetunion gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik grundsätzlich auf weitere Reparationszahlungen. Um den 2. Januar 1954 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik die letzten der 33 sowjetischen Aktiengesellschaften in Volkseigene Betriebe umgewandelt. (An dem 4. Januar 1954 wurden in Duisburg die ersten Parkuhren in der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt.) An dem 6. Januar 1954 ließ ein Gericht in Stuttgart erstmals Tonbandaufnahmen als Beweismittel zu.

An dem 7. Januar 1954 beschloss der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik die Bildung eines Ausschusses für deutsche Einheit.

(Etwa in dieser Zeit begann in der Bundesrepublik Deutschland das sogenannte Wirtschaftswunder.) An dem 18. Januar 1954 startete der Westdeutsche Rundfunk. An dem 21. Januar 1954 lief in den Vereinigten Staaten von Amerika das erste Unterseeboot mit Atomantrieb von Stapel (Nautilus). An dem 25. Januar 1954 begann in West-Berlin die Berliner Außenministerkonferenz der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die deutsche Frage, die an dem 18. Februar ohne Einigung endete.

(An dem 26. Januar 1954 stellte das Unternehmen Telefunken das erste Farbfernsehen in der Bundesrepublik Deutschland vor.) An dem 16. Februar 1954 lehnte der Bundesgerichtshof der Bundesrepublik Deutschland die Verwendung von Lügendetektoren in Strafprozessen wegen der Menschenwürde ab. An dem 26. Februar 1954 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland die erste Wehrergänzung zu dem Grundgesetz (Art. 73 GG), die an dem 26. März in Kraft trat (ausschließliche Zuständigkeit des Bundes).

(An dem 1. März 1954 zündeten die Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Atoll Bikini die Wasserstoffbombe Bravo mit der tausendfachen Sprengkraft der Bombe von Hiroshima.) Das Haager Übereinkommen über den Zivilprozess wurde in Den Haag unterzeichnet. An dem 11. März 1954 fand die Gründung und erste Sitzung des Sozialgerichts Fulda statt. An dem 13. März 1954 wurde das Geheimdienstnetzwerk KGB der Sowjetunion gegründet. (Die Viet Minh griffen die Stellungen Frankreichs in Dien Bien Phu an.)

An dem 14. März 1954 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Jugendweihe zwecks Bindung der Jugendlichen an den sozialistischen Staat eingeführt. An dem 20. März 1954 wurde in Dresden Ernst Jennrich mit einer Fallschwertmaschine hingerichtet. An dem 25. März erklärte die Sowjetunion die Deutsche Demokratische Republik zu einem souveränen Staat, behielt sich aber Kontrollrechte vor.

An dem 7. April 1954 beschlossen Bundesregierung und Bundestag der Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Demokratische Republik nicht als souveränen Staat anzuerkennen. An dem 13. April 1954 wurde der Physiker Robert Oppenheimer wegen angeblicher kommunistischer Verbindungen von dem nationalen Nuklearprogramm der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeschlossen. An dem 22. April 1954 trat in der Bundesrepublik Deutschland die Genfer Flüchtlingskonvention (Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge) von dem 28. Juli 1951 in Kraft.

(An dem 25. April 1954 stellten die Bell Labs in den Vereinigten Staaten von Amerika die erste praktisch nutzbare Silizium-Solarzelle her. An dem 2. Mai 1954 nahm die Straßenwacht des ADAC ihren Dienst auf. Anfang Mai 1954 erschien die Frauenzeitschrift Brigitte.)

(An dem 7. Mai 1954 kapitulierte die Festung Dien Bien Phu Frankreichs in Vietnam, in der auch deutsche Fremdenlegionäre kämpften. An dem 10. Mai 1954 stellten Texas Instruments den ersten wirtschaftlichen Silizium-Transistor vor.) An dem 11. Mai 1954 wurde in Bonn das Bundesgesetzblatt Teil II Nr. 6 veröffentlicht, das unter anderem den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu dem Allgemeinen Abkommen über die Vorrechte und Befreiungen des Europarats (von 1949) samt Zusatzprotokoll amtlich bekannt machte.

An dem 14. Mai 1954 wurde in Den Haag die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten von Deutschland und 36 weiteren Staaten unterzeichnet. An dem 17. Mai 1954 erklärte das Urteil Brown v. Board of Education die Rassentrennung (Segregation) an Schulen der Vereinigten Staaten von Amerika für verfassungswidrig. An dem 18. Mai 1954 hielt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften als Bundesoberbehörde ihre konstituierende Sitzung ab.

An dem 1. Juni 1954 gründete die Deutsche Demokratische Republik die Gesellschaft für Luftverkehr mbh (Deutsche Lufthansa, 1958 Interflug). Die deutsche Fußballnationalmannschaft bereitete sich auf die Weltmeisterschaft in der Schweiz in Grünwald vor. (An dem 15. Juni 1954 wurde in Basel die Gründung des Europäischen Fußballverbands (UEFA) vollzogen.) An dem 17. Juni 1954 beging die Bundesrepublik Deutschland erstmals den 17. Juni als gesetzlichen Feiertag (Tag der deutschen Einheit).

An dem 27. Juni 1954 nahm das erste Atomkraftwerk der Welt in der Sowjetunion seinen Betrieb auf. (An dem 30. Juni 1954 war eine totale Sonnenfinsternis.) An dem 4. Juli 1954 gewann die Bundesrepublik Deutschland das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft gegen Ungarn mit 3 zu 2 Toren.

An dem 8. Juli 1954 stimmte der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland einstimmig für den Beitritt zu der Konvention der Vereinten Nationen zu der Verhütung und Bestrafung des Völkermords. An dem 16. Juli 1954 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht Deutschlands das Verbot der Freien Deutschen Jugend. An dem 17. Juli 1954 wurde Bundespräsident Theodor Heuß in Berlin durch die Bundesversammlung mit 85,6 Prozent der Stimmen wiedergewählt: Das Gesetz über den Erlass von Strafen und Geldbußen (Amnestiegesetz, Straffreiheitsgesetz) wurde zu der Bereinigung von Nachkriegsverhältnissen verabschiedet (17. Juli 1954 in Kraft). (An dem 19. Juli 1954 wurde bei Sun Records die erste Schallplatte - That’s All Right - von Elvis Presley aufgenommen.) An dem 20. Juli 1954 verschwand unter merkwürdigen Umständen in Ost-Berlin der erste Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Otto John., kehrte jedoch nach mehr als einem Jahr zurück und behauptete, entführt worden zu sein, wurde aber wegen Landesverrats verurteilt.

An dem 21. Juli 1954 trat nach einer Genfer Konferenz ein Abkommen in Kraft, das Vietnam an dem 17. Breitengrad teilte und den Abzug Frankreichs aus Indochina regelte. An dem 6. August 1954 wurde die westdeutsche Fluggesellschaft Lufthansa neu gegründet, indem sie Namen und Kennzeichen der aufgelösten Fluggesellschaft Hansa übernahm, wobei der Flugbetrieb in dem April 1955 begann. An dem 7. August 1954 berichtete Heinrich von Brentano dem Bundestag der Bundesrepublik über die Westintegration der Bundesrepublik.

An dem 9. August 1954 ratifizierte die Bundesrepublik Deutschland die Genozid-Konvention der Vereinten Nationen von dem 9. Dezember 1948 und nahm den Tatbestand des Völkermords als § 220a in das Strafgesetzbuch auf. (An dem 30. August 1954 lehnte die Nationalversammlung Frankreichs den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ab, womit das Projekt einer gemeinsamen europäischen Armee gescheitert war (nach Bundeskanzler Konrad Adenauer ein schwarzer Tag für Europa). An dem 12. September 1954 wurde bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein die Regierungskoalition aus CDU, BHE und FDP bestätigt.

An dem 28. September 1954 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland in New York das Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staatenlosen. An dem 3. Oktober 1954 vereinbarten in London neun Mitgliedstaaten der NATO die Londoner Akte, die den Weg für den Beitritt der Bundesrepubljk Deutschland zu der Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft ebnete und ihr das Alleinvertretungsrecht für Deutschland zusprach. An dem 14. Oktober 1954 beschloss der Bundestag Deutschlands das Gesetz über die Kinderbeihilfe (Kindergeldgesetz). An dem 17. Oktober fanden in der Deutschen Demokratischen Republik die zweiten Wahlen zu der Volkskammer statt, bei der die Einheitsliste der Nationalen Front 99,46 Prozent der Stimmen erhielt. (An dem 18. Oktober 1954 wurde das erste kommerzielle Transistorradio angekündigt.)

An dem 23. Oktober 1954 unterzeichnete Bundeskanzler Konrad Adenauer in Paris die Pariser Verträge, durch welche das Besatzungsregime der Alliierten endete und die Bundesrepublik Deutschland Souveränität erlangte. Dadurch wurde die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik, ihr Beitritt zu der NATO und die Gründung der Westeuropäischen Union vereinbart. Ebenfalls unterzeichnet wurde ein Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich über die Stellung des Saarlands. (An dem 29. Oktober 1954 starb Bundestagspräsident Hermann Ehlers [CDU] unerwartet mit 50 Jahren an Mandelvereiterung.)

An dem 30. Oktober 1954 wurde durch ein Urteil das Land Rheinland-Pfalz zu einer Haftentschädigung für ein nationalsozialistisches Opfer verurteilt. An dem 1. November 1954 begann durch die FLN-Befreiungsbewegung mit mehr als 30 Angriffen der Kampf gegen Frankreich um Algerien. (An dem 4. November 1954 nahm Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis 1952 in Empfang.)

An dem 6. November 1954 wurde der als Kriegsverbrecher verurteilte Konstantin von Neurath auf Initiative des Vatikans und mit Billigung durch die Sowjetunion vorzeitig aus der Haft in Spandau entlassen. An dem 11. November 1954 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik der Widerstandskämpfer Karli Bandelow nach einem Schauprozess wegen Spionage hingerichtet. An dem 16. November 1954 wählte der Bundestag Deutschlands Eugen Gerstenmaier (CDU) als Nachfolger Hermann Ehlers‘ zu dem Bundestagspräsidenten. An dem 19. November 1954 bildete sich in der Deutschen Demokratischen Republik der neue Ministerrat unter Otto Grotewohl (bis 1958).

(An dem 22. November 1954 wurde die stark beschädigte Kuppel des Gebäudes des Reichstags des Deutschen Reiches gesprengt.) (Der Dow Jones Industrial Average stieg auf ein Allzeithoch.) (In dem November 1954 wurde Karl Marx exhumiert und neu bestattet.) (Ab dem 1. Dezember 1954 begann das Gemeinschaftsprogramm der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rundfunkanstalten.) An dem 2. Dezember 1954 drohten die Staaten des Ostblocks mit Gegenmaßnahmen für den Fall der militärischen Integration Westeuropas und der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland. An dem 3. Dezember 1954 wies ein westdeutsches Gericht die Anklage gegen Werner Naumann als Anführer eines neonazistischen Netzwerks ab. (An dem 4. Dezember 1954 öffnete in Miami der erste Burger King.)

An dem 5. Dezember 1954 fanden in Berlin (West) Wahlen zu dem Abgeordnetenhaus statt, bei denen die SPD stärkste Kraft wurde. An dem 30. Dezember 1954 stimmte die Nationalversammlung Frankreichs mit knapper Mehrheit für die Regelung des Saar-Statuts und den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu Westeuropäischer Union und NATO. An dem 2. Januar/6. März 1955/6. Mai 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland der NATO bei. An dem 5. Januar 1955 forderte der Ausschuss für Deutsche Einheit in einer Erklärung an alle Deutschen zu dem außerparlamentarischen Kampf gegen die Pariser Verträge auf. An dem 6. Januar 1955 lehnte Theodor Blank als Sicherheitsbeauftragter der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland vor der Presse in Bonn Vorschläge zu dem Aufbau eines kleinen Heeres und einer starken Miliz als ungenügend ab. 1954 flohen rund 200000 Menschen aus der Deutschen Demokratischen Republik, davon 104000 nach Berlin-West.

An dem 11. Januar 1955 wählte das Abgeordnetenhaus von Berlin (West) mit den Stimmen von SPD und CDU Otto Suhr (SPD) zu dem Regierenden Bürgermeister Berlins und Franz Amrehn (CDU) zu dem Bürgermeister. An dem 12. Januar 1955 verlas Ministerpräsident Wilhelm Hoegner die Regierungserklärung des neuen Koalitionskabinetts vor dem Landtag Bayerns in München. An dem 13. Januar 1955 wurde in Metz Robert Ernst, der frühere Bürgermeister Straßburgs wegen Kollaboration während der Besetzung Frankreichs durch das Deutsche Reich zu acht Jahren Zwangsarbeit und 20 Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt.

An dem 19. Januar 1955 sprach der Landtag Hessens dem Ministerpräsidenten Georg August Zinn und seiner Regierung aus SPD und BHE mit 50 gegen 44 Stimmen das Vertrauen aus. An dem 20. Januar 1955 betonte der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik seine Bereitschaft, Verhandlungen über die Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland zu führen, und schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik diplomatische Beziehungen. An dem 21. Januar 1955 begann die Deutsche Bundesbahn mit der Inbetriebnahme der ersten Diesel-Triebwagen für den Nahverkehr.

An dem 22. Januar 1955 wählte die Landesversammlung der CSU in München den früheren Wirtschaftsminister Hanns Seidel zu dem Landesvorsitzenden der Partei. An dem 25. Januar 1955 erklärte die Sowjetunion den Kriegszustand mit Deutschland für beendet. An dem 29. Januar 1955 forderte das Deutsche Manifest in der Paulskirche in Frankfurt am Main, dass Viermächteverhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands den Vorrang gegenüber dem Beitritt zu dem westlichen Verteidigungsbündnis einnehmen. An dem 31. Januar 1955 erhöhte die Kasernierte Volkspolizei der deutschen Demokratischen Republik ihre Truppenstärke auf 100000.

An dem 6. Februar 1955 erließ die Alliierte Hohe Kommission das Gesetz zu der Liquidation des I.G.-Farbenindustrie AG-Konzerns. An dem 10. Februar 1955 begannen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigten Staaten von Amerika über die Rückgabe während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten deutschen Eigentums und die Freigabe deutscher Patente. An dem 17. Februar 1955 billigte in Bonn der Außenpolitische Ausschuss des Bundestags Deutschlands mit 16 gegen 13 Stimmen das Saarabkommen zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. In Düsseldorf unterzeichneten die Ministerpräsidenten der Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland ein Abkommen zu der Vereinheitlichung des Schulwesens der Bundesrepublik.

An dem 20. Februar 1955 trat die Deutsche Demokratische Republik dem Warschauer Pakt bei. An dem 27. Februar 1955 ratifizierte der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland die Pariser Verträge, die das Besatzungsstatut beendeten. An dem 1. März 1955 trat in der Bunderepublik Deutschland eine neue Passverordnung in Kraft.

An dem 3. März 1955 erteilte die Alliierte Hohe Kommission der Deutschen Lufthansa die Zustimmung zu der Aufnahme des Flugdiensts an dem 1. April (1955). An dem 11. März 1955 vereinbarten Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik diplomatische Beziehungen zu der Sowjetunion. An dem 20. März 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland dem Weltpostverein bei. An dem 1. April 1955 beendete das oberste amerikanische Berufungsgericht in Frankfurt am Main seine Tätigkeit, womit alle amerikanischen Gericht in der Bundesrepublik Deutschland geschlossen wurden.

An dem 3. April 1955 wurde in München der Sudetendeutsche Rat als die Vertretung der außenpolitischen Interessen der rund 2,5 Millionen Sudetendeutschen in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. An dem 4. April 1955 gab es in der Bundesrepublik Deutschland rund 100000 Fernsehteilnehmer. An dem 5. April 1955 begann die Bundesrepublik Deutschland mit der Anwerbung von Gastarbeitern aus dem Ausland (für den Bergbau). An dem 12. April 1955 verhafteten die Sicherheitsorgane der Deutschen Demokratischen Republik 521 westliche Agenten.

An dem 15. April 1955 wurde in Moskau die Einigung über einen Staatsvertrag für Österreich bekannt gegeben, der an dem 15. Mai in Wien unterzeichnet werden sollte. An dem 20. April 1955 hinterließen Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland die Ratifikationsurkunden für das Protokoll der Pariser Verträge, womit an dem 5. Mai 1955 das Besatzungsregime in der Bundesrepublik endete. An dem 26. April/18./19. Mai 1955 wurde die Hallstein-Doktrin für die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland festgelegt. An dem 28. April 1955 legte der Deutsche Gewerkschaftsbund in Frankfurt am Main ein Aktionsprogramm für die Einführung der Fünf-Tage-Woche, höhere Löhne und Gehälter, Mitbestimmung und verbesserten Arbeitsschutz vor.

An dem 4. Mai 1955 erklärte das Bundesverfassungsgericht das Saarabkommen für rechtmäßig und wies die Klage der SPD dagegen zurück. An dem 5. Mai 1955 traten die Pariser Verträge in Kraft, womit die Besatzungszeit in der Bundesrepublik Deutschland endete und Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik für von den Besatzungsmächten unabhängig erklärt wurden. An dem 9. Mai 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland der NATO bei. An dem 14. Mai 1955 wurde der Warschauer Pakt mit der Deutschen Demokratischen Republik als Mitglied begründet.

An dem 15. Mai 1955 gewann die CDU bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz die absolute Mehrheit der Mandate. An dem 21. Mai 1955 ratifizierte Staatspräsident Wilhelm Pieck der Deutschen Demokratischen Republik den Warschauer Vertrag. An dem 26. Mai 1955 wählte der Landtag Niedersachsens Heinrich Hellwege zu dem Ministerpräsidenten.

An dem 1. Juni 1955 wurde Peter Altmeier von dem neugewählten Landtag Rheinland-Pfalzs als Ministerpräsident wiedergewählt. An dem 3. Juni 1955 wurden in Stuttgart zwei Angehörige der verbotenen Freien Deutschen Jugend zu vier und fünf Jahren Haft verurteilt. An dem 7. Juni 1955 überließ Konrad Adenauer Heinrich von Brentano das Amt des Außenministers der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem wurde in Bonn das Bundesministerium für Verteidigung gegründet und mit Theodor Blank (CDU) besetzt. (1955 wurde der Klettverschluss erfunden.) An dem 1. Juli 1955 wurde die Deutsche Lufthansa der Deutschen Demokratischen Republik gegründet.

An dem 11. Juli 1955 wurde die Organisation Gehlen (später Bundesnachrichtendienst) der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland unterstellt. An dem 12. Juli 1955 trat in der Bundesrepublik das Freiwilligengesetz in Kraft. An dem 13. Juli 1955 wurde in dem Bundesgesetzblatt der Beitritt der Bundesrepublik zu der Konvention der Vereinten Nationen über die Todeserklärung Verschollener veröffentlicht. (An dem 16. Juli 1955 wurde die erste documenta-Kunstausstellung in Kassel eröffnet, initiiert von Arnold Bode, an dem 17. Juli 1955 Disneyland in Kalifornien.)

An dem 18. Juli 1955 begann in Genf die Genfer Gipfelkonferenz (18.- 13. Juli 1959) der Staats- und Regierungschefs der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die deutsche Wiedervereinigung und die europäische Sicherheit. An dem 30. Juli 1955 verbot der Deutsche Fußballverband in Berlin einstimmig (bis 1970) Frauenfußball (als unweiblich), weshalb es Vereinen untersagt war, Frauenabteilungen zu gründen oder Spielplätze zu der Verfügung zu stellen, weil Körper und Seele gefährdet und die Ästhetik verletzt seien. An dem 26. Juli 1955 verkündete Nikita Chruschtschow auf der Rückkehr von der Genfer Gipfelkonferenz in Ost-Berlin die sogenannte Zwei-Staaten-Theorie, nach der die Wiedervereinigung Deutschlands allein Sache der Deutschen sei und eine Annäherung beider deutscher Staaten voraussetze.

An dem 27. Juli 1955 trat der österreichische Staatsvertrag mit der Ratifizierung durch alle vier Besatzungsmächte (Vereinigte Staaten von Amerika, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) in Kraft und der Abzug der Besatzungstruppen begann. An dem 5. August 1955 wurde der einmillionste Volkswagen Käfer in Wolfsburg (golden lackiertes Exportmodell mit strassbesetzten Zierleisten) hergestellt (Preis knapp 3800 DM). An dem 7. August 1955 wurde die CDU Saar gegründet.

An dem 27. August beantragte Außenminister Bolz der Deutschen Demokratischen Republik deren Aufnahme in die UNESCO. An dem 4. September 1955 erklärten die Vorsitzenden der drei prodeutschen Parteien in Saarbrücken (Saar-CDU, DSP, DPS), entgegen einer Empfehlung Bundeskanzler Konrad Adenauers für die Ablehnung des Saarstatuts bei der bevorstehenden Volksabstimmung werben zu wollen. An dem 9. September 1955 forderte Walter Ulbricht als stellvertretender Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik die Bundesrepublik auf, gemeinsam mit der Demokratischen Deutschen Republik eine gesamtdeutsche Delegation zu der Außenministerkonferenz nach Genf zu senden.

An dem 17. September 1955 reiste eine Regierungsdelegation der Deutschen Demokratischen Republik unter Ministerpräsident Otto Grotewohl zu viertätigen Beratungen mit der Regierung der Sowjetunion nach Moskau. An dem 20. September 1955 unterzeichneten die Ministerpräsidenten der Sowjetunion und der Deutschen Demokratischen Republik einen Vertrag über die Beziehungen, der die staatliche Souveränität der Deutschen Demokratischen Republik gewährte und die Beziehungen auf Gleichberechtigung und gegenseitige Achtung der Souveränität festlegte, wobei Truppen der Sowjetunion in der Deutschen Demokratischen Republik aufrechterhalten blieben.

An dem 22. September 1955 stellte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe fest, dass die Gerichtsbarkeit der Bundesrepublik Deutschland weiter auf das Gebiet des früheren Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 erstreckt ist. An dem 23. September 1955 billigte der Bundestag der Bundesrepublik einstimmig die in Moskau vereinbarten diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion. Die letzten Besatzungstruppen Großbritanniens verließen Österreich. An dem 26. September 1955 wurde der frühere, 1946 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Großadmiral Erich Raeder (1935-1943 Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine) wegen seines Alters aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Spandau entlassen.

An dem 28. September 1955 beschloss das Präsidium des Obersten Sowjet der Sowjetunion in Moskau die Entlassung von 9626 deutschen Kriegsgefangenen in ihre deutsche Heimat (davon 749 zu weiterer Verbüßung von Strafen). An dem 7. Oktober 1955 bezeichnete Walter Ulbricht die Deutsche Demokratische Republik als einzigen rechtmäßigen deutschen Staat. Bei den Wahlen zu der Bremer Bürgerschaft erhielt die regierende SPD eine absolute Mehrheit (52 von 100 Mandaten).

An dem 12. Oktober 1955 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik gegen die Stimmen der SPD das Soldatengesetz. An dem 13. Oktober rief das Kuratorium Unteilbares Deutschland in Bonn die vier Großmächte zu praktischen Maßnahmen zu der Überwindung der deutschen Teilung auf. An dem 16. Oktober 1955 erklärte der Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten sein Ausscheiden aus der Regierungskoalition der Bundesregierung Deutschlands. An dem 19. Oktober 1955 hielt der Deutsche Bundestag erstmals eine Plenarsitzung in Berlin (West) ab. An dem 21. Oktober 1955 wurde Franz Josef Strauß zu dem Minister für Atomfragen der Bundesregierung ernannt.

Der Stadtrat Karlsruhes beschloss an dem 21. Oktober 1955 mit 43 gegen 6 Stimmen die Genehmigung des ersten Kernkraftwerks der Bundesrepublik bei Karlsruhe. An dem 23. Oktober 1955 lehnten 67,7 Prozent der Wähler (wie die in dem Heimatbund zusammengeschlossenen Parteien DPS/FDP, SPD und CDU) in einer Volksabstimmung das Saarstatut ab, das die politische Autonomie und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich vorsah. An dem 26. Oktober 1955 trat in Österreich das die Neutralität des Landes festlegende Bundesverfassungsgesetz in Kraft und der Nationalfeiertag wurde an dem 26. Oktober begangen.

An dem 27. Oktober 1955 begann in Genf eine Außenministerkonferenz der Vier Mächte (bis 16. November). An dem 1. November 1955 veröffentliche das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands eine Erklärung, welche die Deutsche Demokratische Republik als den einzig rechtmäßigen deutschen Staat bezeichnet. (An dem 2. November 1955 wurde David Ben Gurion in Jerusalem zu dem neuen Ministerpräsidenten Israels gewählt). Der Deutsche Wetterdienst in Frankfurt am Main begann die Verbreitung seiner Wetterkarten über Bildfunk.

An dem 4. November 1955 wurde die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) gegründet. An dem 6. November 1955 wurde Ministerpräsident Heinrich Hellwege als Parteivorsitzender der DP in seinem Amt bestätigt. An dem 12. November 1955 (200. Geburtstag Gerhard von Scharnhorsts) überreichte Verteidigungsminister Theodor Blank in Bonn (in der Ermekeil-Kaserne) 101 Freiwilligen der Bundeswehr Deutschlands ihre Ernennungsurkunden. (An dem 21. November 1955 wurde in Frankfurt am Main das Musical Kiss me, Kate erstaufgeführt. (An dem 22. November 1955 testete die Sowjetunion in Semipalatinsk ihre erste zweistufige Wasserstoffbombe.)

An dem 23. November 1955 wurden Elli Barczatis als frühere Sekretärin von Ministerpräsident Otto Grotewohl und ihr Freund Karl Laurenz wegen angeblicher Spionage für den Westen durch das Fallbeil hingerichtet. An dem 24. November 1955 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik unter Ernst Wollweber wieder ein Ministerium für Staatssicherheit eingerichtet. An dem 8. Dezember 1955 beschloss der Europarat die Einführung der Europaflagge mit zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund als Emblem. An dem 9. Dezember 1955 erklärte Außenminister Heinrich von Brentano die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu der Deutschen Demokratischen Republik durch dritte Staaten als unfreundlichen Akt, der mit dem Abbruch der Beziehungen zu der Bundesrepublik Deutschland geahndet werde. An dem 12. Dezember 1955 kehrte Verfassungsschutzpräsident Otto John überraschend aus der Deutschen Demokratischen Republik nach West-Berlin zurück.

An dem 13. Dezember 1955 erließ der Oberste Sowjet der Sowjetunion ein Dekret, das die Beschränkungen der Rechtsstellung für in Sondersiedlungen lebende Russlanddeutsche aufhob. An dem 18. Dezember 1955 fanden in dem Saarland Wahlen statt. An dem 20. Dezember 1955 wurde als wirtschaftliche Folge des Wirtschaftswunders der Bundesrepublik Deutschland und gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit Italiens ein Abkommen über die Anwerbung von Gastarbeitern aus Italien unterzeichnet. Um den 26. Dezember 1955 wurde die erste kabellose Fernsehfernbedienung entwickelt. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde die Rock-Musik entwickelt (Rock Around the Clock [Bill Haley]), die vor allem mit Elvis Presley an dem 1. Oktober 1958 (bei seinem Wehrdienstantritt in Friedberg in Hessen) in die Bundesrepublik Deutschland kam.

An dem 3. Januar 1956 begann der Deutsche Fernsehfunk in der Deutschen Demokratischen Republik seinen Betrieb. Wilhelm Pieck wurde 80. Bundeskanzler Konrad Adenauer erhielt an dem 5. Januar 1956 sein fünftes Ehrendoktorat. An dem 7. Januar 1956 verweigerte der Bundesgerichtshof Deutschlands Sinti und Roma eine Entschädigung wegen fehlender rassistischer Verfolgung vor dem 16. 12. 1942.

An dem 10. Januar 1956 wurde Hubert Ney (CDU) von dem Landtag des Saarlands zu dem Ministerpräsidenten einer Koalition aus CDU, SPD und DPS gewählt. An dem 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik das Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee. An dem 19. Januar 1956 erteilte Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Europa-Anweisung. An dem 23. Januar 1956 fand in Andernach das erste Antreten von Soldaten der neu gegründeten Bundeswehr statt. An dem 26. Januar 1956 trat bei den siebten Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo eine gesamtdeutsche Mannschaft aus der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik an. Der frühere, in den frühen 50er Jahren in der Deutschen Demokratischen Republik in Ungnade gefallene und in einem Geheimprozess zu 8 Jahren Haft verurteilte Spitzenfunktionär Paul Merker wurde in dem Januar 1956 aus der Haft entlassen. An dem 27. Januar 1956 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik in einem Spionageprozess gegen zwei Angeklagte die Todesstrafe, gegen eine Angeklagte eine lebenslange Zuchthausstrafe und gegen einen Angeklagten eine Strafe von 8 Jahren Zuchthaus verhängt.

An dem 28. Januar 1956 stellte die Deutsche Demokratische Republik in Prag auf der Sitzung des Politischen Beratenden Ausschusses einen Antrag auf Aufnahme in das militärische Oberkommando des Warschauer Paktes. Der Politische Beratende Ausschuss beschloss, die Nationale Volksarmee in die Streitkräfte der Warschauer Vertragsorganisation zu integrieren. Der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower lehnte einen Freundschaftsvertrag zwischen den Vereinigten Staate von Amerika und der Sowjetunion ab.

An dem 1. Februar 1956 waren in Österreich bereits 15000 Freiwillige in die Liste der Freiwilligen für das Bundesheer eingetragen. An dem 2. Februar 1956 einigten sich in der Bundesrepublik Deutschland die Koalitionsparteien CDU/CSU, FDP und DP auf einen Kompromiss aus Mehrheitswahlrecht und Verhältniswahlrecht. Der Bundestag der Bundesrepublik protestierte gegen Todesurteile Ostberliner Gerichte wegen angeblicher Spionage. An dem 4. Februar 1956 protestierte die Regierung der Sowjetunion gegen den Einsatz von Propagandaballons über der Sowjetunion und der Osteuropäischen Union. Das Verwaltungsgericht München erkannte dem früheren Wehrmachtsgeneral Ferdinand Schörner den Heimkehrerstatus und damit den Zugang zu staatlichen Entlassungsgeldern und Übergangshilfen zu.

An dem 5. Februar 1956 gab das Verteidigungsministerium der Bundesrepublik in Bonn die Aufbauplanung für die Marine bekannt, nach der binnen vier Jahren 170 Einheiten mit 20000 Mann Besatzung in Dienst gestellt werden (sollen). An dem 10. Februar 1956 lehnte Bundesaußenminister Heinrich von Brentano die Aufnahme unmittelbarer Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion über die Wiedervereinigung Deutschlands ab. An dem 11. Februar wurde der Saarvertrag unterzeichnet, der das Saarland wieder in die Bundesrepublik Deutschland eingliederte.

An dem 20. Februar 1956 gelang in Nordrhein-Westfalen ein konstruktives Misstrauensvotum von SPD, FDP und Zentrum, durch das Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) gestürzt und durch Fritz Steinhoff (SPD) ersetzt wurde. Daraufhin trat an dem 22. Februar 1952 Friedrich Middelhauve als langjähriger Landesvorsitzender von seinem Amt zurück. An dem 23. Februar 1956 spaltete sich eine Gruppe von 16 Mitgliedern der Bundestagsfraktion der FDP von der Fraktion ab und beschloss die Aufkündigung der Koalition mit der CDU/CSU und der DP.

An dem 24. Februar 1956 stimmte der Bundesrat Deutschlands der neuen Verkehrsvorschrift zu, dass Kraftfahrzeuge einen Innenspiegel und einen Außenspiegel haben müssen. In der Bundesrepublik wurde die Arbeitslosenhilfe eingeführt. An dem 28. Februar 1956 verabschiedete die Bundesregierung in Bonn den Entwurf eines Soldatenversorgungsgesetzes, nach dem Soldaten, die sich auf zwölf Jahre verpflichten, nach Ablauf dieser Zeit einen Arbeitsplatz bei Behörden erhalten sollen. In der Deutschen Demokratischen Republik wurde eine Verordnung erlassen, nach der mit Ablauf des Schuljahrs 1955/1956 an Ostberliner Oberschulen kein Religionsunterricht mehr erteilt werden darf.

An dem 2. März 1956 gründeten die an dem 23. Februar 1956 von der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten abgespalteten Bundestagsabgeordneten unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft Freier Demokraten eine eigenständige parlamentarische Gruppe. An dem 4. März 1956 sprach sich in Deutschland der Generalrat der Sozialistischen Internationale gegen eine Zusammenarbeit mit den Kommunistischen Parteien des Ostblocks aus. An dem 5. März 1956 wurde der Fernsehturm Stuttgarts als erster moderner Fernsehturm Europas eröffnet.

An dem 6. März wurde von dem Bundestag Deutschlands gegen die Stimmen der SPD das Soldatengesetz verabschiedet. An dem 7. März 1956 verabschiedete der Bundestag der Bundesrepublik Änderungen des Grundgesetzes und führte den Namen Bundeswehr ein. An dem 7. März 1956 entschied die Regierung der Niederlande, einige in Breda inhaftierte Verurteilte vorzeitig zu entlassen. An dem 8. März 1956 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das die deutsche Staatsangehörigkeit von Einwohnern Österreichs in dem Juni 1945 aufhob. An dem 10. März 1956 wurde in Bonn ein Abkommen über Entschädigungszahlungen der Bunderepublik Deutschland an Jugoslawien über 300 Millionen für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg vereinbart.

An dem 11. März 1956 wurde in Österreich der Beitritt zu dem Europarat gebilligt. An dem 15. März 1956 beschloss der Bundestag Deutschlands die Beibehaltung der 5%-Klausel für die nächsten Bundestagswahlen. An dem 16. März 1956 tagte der Bundesrat Deutschlands erstmals in Berlin (West), wogegen die Sowjetunion Protest erhob. An dem 18. März 1956 beschloss die Sozialdemokratische Partei Saar die Auflösung der Partei infolge der bevorstehenden Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik.

An dem 21. März 1956 bezeichneten die Fraktionsspitzen von CDU/CSU die Demokratische Arbeitsgemeinschaft 16 früherer Abgeordneter der FDP als neuen Koalitionspartner. An dem 25. März 1956 trat Bundeskanzler Konrad Adenauer Vorwürfen gegen den Leiter des Bundeskanzleramts (Hans Globke) wegen dessen Rolle während des Nationalsozialismus entgegen. An dem 27. März 1956 legte auf einer Konferenz des Abrüstungsausschusses der Vereinten Nationen in London der Leiter der Delegation der Sowjetunion Andrei Gromyko einen Vorschlag der weltweiten Reduzierung der Landstreitkräfte vor.

An dem 1. April 1956 trat in der Bundesrepublik das Soldatengesetz in Kraft, das die allgemeine Wehrpflicht vorsah. An dem 4. April 1956 wurde der Bundesnachrichtendienst mit Sitz in Pullach bei München eingerichtet. In Ungarn fand an dem 6. April 1954 ein Aufstand gegen die kommunistische Regierung statt, der aber mit Hilfe der Sowjetunion brutal niedergeschlagen wurde. An dem 27.April 1956 gab die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik die vorzeitige Freilassung von 698 wegen Kriegsverbrechen Verurteilter bekannt.

An dem 13. Mai 1956 erklärte Walter Ulbricht die Wiedervereinigung Deutschlands als Ziel seiner Politik. An dem 22. Mai 1956 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das wesentliche gesetzliche Fundament für die Aufstellung der Bundeswehr durch die Inkraftsetzung der Wehverfassung und die Erweiterung des Grundgesetzes (Art. 87a GG) gelegt. (An dem 24. Mai 1956 fand in Lugano in der Schweiz der erste Grand Prix Eurovision de la Chanson statt.) An dem 1. Juni 1956 begann das Werbefernsehen (mit Persil). An dem 12. Juni 1956 wurde das Bundesentschädigungsgesetz (BEG) verabschiedet.

An dem 27. Juni 1956 trat in der Bundesrepublik das Zweite Wohnungsbau- und Familienheimgesetz in Kraft. An dem 28. Juni 1956 schlug das Militär in Polen in Posen einen Aufstand nieder. An dem 1. Juli 1956 wurden in der Bundesrepublik Deutschland neue Kraftfahrzeugkennzeichen eingeführt (Buchstaben-Kennzeichen für kreisfreie Städte und Landkreise). Etwa zu dieser Zeit wurden Herzschrittmacher und Flugschreiber entwickelt.

An dem 7. Juli 1956 verabschiedete der Bundestag Deutschlands mit 269 gegen 166 Stimmen das Wehrpflichtgesetz, das die allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren einführte und an dem 20/21. Juli in Kraft trat (in der DDR 1962). An dem 27. Juli 1956 trat in der Bundesrepublik die an dem 21. Juli verabschiedete Verordnung über das Zollverfahren in dem internationalen Straßenverkehr in Kraft. An dem 30. Juli 1956 wurde ein Konsularvertrag zwischen Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien unterzeichnet. An dem 9. August 1956 richtete die Deutsche Demokratische Republik das Gefängnis Bautzen II als Sonderhaftanstalt für die Isolierung politischer Gefangenen ein. (An dem 14. August 1956 starb der Dramatiker Bertolt Brecht in Berlin an einem Herzinfarkt.)

An dem 17. August 1956 erklärte das Bundesverfassungsgericht Deutschlands die Kommunistische Partei Deutschlands für verfassungswidrig und ihr Vermögen für beschlagnahmt. (An dem 26. August 1956 erschien die erste Ausgabe der Jugendzeitschrift Bravo mit 30000 Exemplaren.) An dem 1. September 1956 wurde auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen das erste Radar-Blitzgerät von Telefunken in Deutschland vorgestellt. (An dem 2. September wurde in Dortmund eine Synagoge eingeweiht.) An dem 7. September 1956 übergab die Bundesregierung der Sowjetunion ein an dem 2. September 1956 verfasstes Memorandum zu der Wiederherstellung der deutschen Einheit. (An dem 13.  September 1956 lieferte das Unternehmen IBM die erste Festplatte aus.)

An dem 20. September 1956 kam der millionste Flüchtling aus der Deutschen Demokratischen Republik in das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde. (An dem 25. September 1954 wurde das erste gleichzeitig 36 Gespräche ermöglichende transatlantische Telefonkabel zwischen Europa und Nordamerika in Betrieb genommen.) (An dem 28. September 1956 starb der Unternehmer William Boeing.)

An dem 1. Oktober 1956 begann in dem Fernsehen der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rundfunkanstalten täglich um 20 Uhr eine viertelstündige Nachrichtenausstrahlung. An dem 4. Oktober wurde in der Deutschen Demokratischen Republik eine neue Straßenverkehrsordnung (mit einem allgemeinen Alkoholverbot an dem Steuer eines Kraftfahrzeugs) eingeführt. An dem 8. Oktober 1958 setzte sich der frühere stellvertretende Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik Hermann Kastner (LDPD) nach Bayern ab und bat um politisches Asyl.

An dem 10. Oktober 1956 wurde in der Bundesrepublik der Saarvertrag unterzeichnet, der die Rückgliederung des Saarlands an die Bundesrepublik Deutschland einleitete. An dem 11. Oktober 1956 wurde Großadmiral Karl Dönitz nach einer zehnjährigen Haftstrafe aus dem Kriegsverbrechergefängnis entlassen. An dem 11./12. Oktober 1956 stimmten in Schleswig-Holstein 88 Prozent der Mitglieder der IG Metall für einen Streik für die Lohnfortzahlung in dem Krankheitsfall, der an dem 24. Oktober begonnen wurde. An dem 13. Oktober 1956 erklärte das Amtsgericht Berchtesgaden Adolf Hitler für tot.

An dem 15./16. Oktober 1956 gründeten Studenten in Szeged eine eigene Studentenverbindung, aus der sich in den folgenden Tagen ein Volksaufstand entwickelte. An dem 17. Oktober 1956 wurde das Kernkraftwerk Calder Hall in England als erste kommerziell genutzte Anlage der Welt von Königin Elisabeth II. feierlich eröffnet. An dem 21. Oktober 1956 wurde Władisław Gomułka zu dem ersten Sekretär der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei gewählt.

Ab dem 23. Oktober 1956 entwickelte sich aus einem Protest Studierender in Ungarn ein Volksaufstand, den die Sowjetunion gewaltsam niederschlug. Ab dem 24. Oktober 1956 begann der Streik der Metallarbeiter in Schleswig-Holstein. An dem 27. Oktober 1956 unterzeichneten Deutschland, Luxemburg und Frankreich den Moselvertrag über den Ausbau der Mosel für die Schifffahrt von Koblenz bis Thionville. An dem 3. November 1956 begann das Fernsehen mit der Ausstrahlung weiterer Werbeaussagen.

An dem 15. November 1956 beschloss der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik für Beschäftigte der volkseigenen Wirtschaft eine Weihnachtsgratifikation. An dem 22. November 1956 wurden die Olympischen Spiele in Melbourne unter Beteiligung einer gesamtdeutschen Mannschaft unter olympischer Flagge eröffnet. In der Deutschen Demokratischen Republik konnten Bundesbürger über das Unternehmen Genex-Geschenkdienst GmbH Verwandten Waren senden, die mit Deutschen Mark bezahlt wurden.

An dem 3. Dezember 1956 wurde in Bremen die modernste Paket-Verteilanlage in Betrieb genommen, die täglich rund 100000 Pakete verteilen konnte. An dem 5. Dezember 1956 wies das Bundesverfassungsgericht Deutschlands die Klage Lübecks auf Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit ab. An dem 6. Dezember 1956 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das Gesetz über die Eingliederung Behinderter. An dem 12. Dezember 1956 eröffnete die Münchner Lach- und Schießgesellschaft in München-Schwabing (Sammy Dechsel, Dieter Hildebrandt) ihr Unterhaltungsprogramm.

An dem 14. Dezember 1956 stimmte der Landtag des Saarlands für die Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik, die zu dem 1. Januar 1957 vollzogen wurde. (An dem 20. Dezember 1956 endete der Montgomery-Busboykott in den Vereinigten Staaten von Amerika.) An dem 23. Dezember 1956 beschloss der Bundestag das Gesetz über die Eingliederung des Saarlands.

An dem 1. Januar 1957 wurde das Saarland (mit 10 Bundestagsabgeordneten) nach dem Saarvertrag bzw. dem Luxemburger Vertrag von dem 27. Oktober 1956 als zehntes Bundesland wieder in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Außerdem trat an dem 1. Januar 1957 eine grundlegende Rentenreform in Kraft, welche die dynamische (an die jeweils vorhergehend an die Lohnentwicklung angepasste) Rente (Gesetz verabschiedet an dem 21. Januar 1957) mit deutlicher Erhöhung um etwa 60 Prozent begründete und das soziale Sicherungssystem der Bundesrepublik maßgeblich gestaltete (Umlageverfahren). An dem 3. Januar 1957 kam die Hamilton Ventura als erste elektrische Armbanduhr (mit Batterie) auf den Markt.

Anfang Januar 1957 wurden die ersten drei Divisionen der Bundeswehr der Bundesrepublik unter das Kommando der NATO gestellt. An dem 17. Januar 1957 festigte das Bundesverfassungsgericht Deutschlands die allgemeine Handlungsfreiheit als grundlegendes Recht des Menschen (Elfes-Urteil), das jede menschliche Verhaltensweise schützt, die nicht ausdrücklich durch staatliche Gesetze eingeschränkt wird. Nach dem Gesetz der Deutschen Demokratischen Republik über die örtlichen Organe der Staatsmacht delegiert die einheitliche staatliche Zentralgewalt partikulare Kompetenzen an lokale Volksvertretungen und ihre Verwaltungseinheiten.

An dem 21. Januar wurden die ersten Wehrpflichtigen der Bundeswehr des Jahrgange 1937 gemustert. An dem 21. Januar fanden die ersten Radarkontrollen in dem Straßenverkehr statt. An dem 28. Januar 1957 veröffentlichte Wirtschaftsminister Ludwig Erhard sein Buch Wohlstand für alle. An dem 1. Februar 1957 wurde an der Freien Universität Berlin erstmals der akademische Grad Magister artium vergeben. An dem 6. Februar 1957 bekräftigte der Bundestag Deutschlands, dass Berlin die Hauptstadt Deutschlands ist. An dem 9, Februar 1958 endete nach mehr als 100 Tagen der Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein, der an dem 24. Oktober 1957 begonnen hatte.

An dem 19. Februar 1957 scheiterte das erste Bürgerbegehren der Bundesrepublik (Retten den Schlossplatz) (in Braunschweig). In Paris begann eine zweitägige Konferenz, auf der die sechs Regierungschefs der sechs Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl die Gründung von EWG und Euratom vorbereiteten. Das Bundesverfassungsgericht Deutschlands fällte ein Urteil über Verfassungsbeschwerden gegen Unterlassen des Gesetzgebers. An dem 21. Februar verabschiedete der Bundestag einstimmig ein Gesetz zu der Bekämpfung von Schwarzarbeit, das auch den Auftraggeber von Schwarzarbeit mit Strafe bedrohte.

An dem 25. Februar schloss die Bundesrepublik ein Warenabkommen mit Israel in einem Umfang von (1957) 250 Millionen D-Mark. An dem 26. Februar 1957 wurde das Arbeiterrentenversicherungs-Neuregelungsgesetz in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht. An dem 28. Februar 1957 wurde das Landbeschaffungsgesetz in dem Bundesgesetzblatt veröffentlicht. 1957 wurde bei der Bundestagswahl die Briefwahl in der Bundesrepublik eingeführt.

An dem 5. März 1957 wurde in Hamburg unter Vorsitz von Dr. Elsbeth Weichmann die erste Verbraucherzentrale gegründet. An dem 9. März 1957 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik harte Zuchthausstrafen gegen die oppositionelle Wolfgang Harich/Walter Janka-Gruppe verhängt. An dem 12. März 1957 unterzeichneten Sowjetunion und Deutsche Demokratische Republik ein Abkommen über die Stationierung von Truppen der Sowjetunion auf Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik. An dem 13. März 1957 beschloss der Landtag von Nordrhein-Westfalen die Erhöhung der monatlichen Abgeordnetendiäten von 300 auf 500 DM.

An dem 25. März 1957 unterzeichneten Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande die Römischen Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM), die an dem 1. Januar 1958 in Kraft traten. An dem 26. März 1957 entschied das Bundesverfassungsgericht Deutschlands, dass das Reichskonkordat von 1933 zwar weitergilt, aber die Wirkung in dem Bereich der Schulpolitik eingeschränkt ist.

An dem 1. April 1957 rückten die ersten 1937 geborenen Wehrpflichtigen in die Kasernen der neu gegründeten Bundeswehr ein. An dem 3. April 1957 wurde der erste Abschnitt der Autobahn A7 zwischen Hamburg und Hannover eröffnet. An dem 11. April 1957 verabschiedete der Bundestag das Gesetz über den Wehrbeauftragten. An dem 12. April 1957 veröffentlichten 18 deutsche Atomwissenschaftler das Göttinger Manifest gegen die geplante atomare Bewaffnung der Bundeswehr. An dem 17. April 1957 trafen sich Bundeskanzler Konrad Adenauer und Mitunterzeichner des Göttinger Manifests zu einem Gespräch, um sich gemeinsam gegen eine Atombewaffnung der Bundeswehr auszusprechen.

An dem 2. Mai 1957 wurde in Hoyerswerda in der späteren Konrad-Zuse-Straße (114) der Grundstein für den ersten Plattenbau in der Deutschen Demokratischen Republik gelegt. An dem 3. Mai 1957 beschloss der Bundestag vor einem fast leeren Hause das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechtes (Gleichberechtigungsgesetz), das an dem 18. Juni 1957 verkündet wurde und an dem 1. Juli 1958 in Kraft trat (Zugewinngemeinschaft als Regelgüterstand). An dem 7. Mai 1957 wurde auf der Büromaschinen-Fachausstellung in Hannover die erste vollelektrische Schreimaschine als Serienmodell in der Bundesrepublik vorgestellt (IBM, Grundig)., die nur ein Siebzigstel des Kraftaufwands einer herkömmlichen mechanischen Schreibmaschine benötigte.

An dem 10. Mai 1957 erklärte das Bundesverfassungsgericht die strafrechtliche Verfolgung männlicher Homosexualität nach § 175 StGB für mit dem Grundgesetz vereinbar, weil homosexuelle Betätigung das Sittengesetz verletze. An dem 14. Mai 1957 wurde in dem Nachgang des Röhm-Putsches von 1934 Urteile gegen den früheren General Sepp Dietrich und weitere Beteiligte wegen Beihilfe zu Mord verkündet. (18 Monate Haft). An dem 18./19. Mai 1957 beschloss die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP) ihre Auflösung und empfahl den Beitritt zu der SPD oder deren Unterstützung.

An dem 19. Mai 1957 nahm Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß die erste feierliche Verpflichtung von Wehrpflichtigen der Bundeswehr in Mittenwald vor. An dem 20. Mai 1957 wurde die Bundeswahlordnung von dem 16, Mai 1957 in dem Bundesgesetzblatt verkündet. An dem 21. Mai 1957 bestätigte das Bundesverfassungsgericht Berlin als Land der Bundesrepublik Deutschland und betonte die dortige Geltung des Grundgesetzes. An dem 1. Juni 1957 wurde in Bonn das Amt für territoriale Verteidigung (später Kommando Territoriale Verteidigung) der Bundeswehr aufgestellt, um den Aufbau des Territorialheers zu strukturieren.

An dem 4. Juni 1957 wurde in dem Saarland nach dem Rücktritt von Hubert Ney Egon Reinert (CDU) von dem Landtag zu dem neuen Ministerpräsidenten gewählt. An dem 5. Juni 1957 begann die 40. Tagung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf, auf der das Übereinkommen Nr. 105 zu der Abschaffung der Zwangsarbeit geprüft wurde. An dem 15. Juni 1957 wurde auf einer Konferenz in Nizza international das Abkommen zu der Nizza-Klassifikation für Markenanmeldungen (internationales Klassifikationssystem für Waren und Dienstleistungen) geschlossen, dem die Bundesrepublik beitrat. An dem 25. Juni 1957 wurde in Genf das Übereinkommen Nr. 105 über die Abschaffung der Zwangsarbeit angenommen.

1957 nahm der Trans-Europ- Express (TEE) seinen Betrieb auf und verband deutsche Städte mit europäischen Metropolen. An dem 1. Juli 1957 begann als eine globale Forschungsinitiative das bis Dezember 1958 dauernde Internationale Geophysikalische Jahr. An dem 4. Juli 1957 beschloss der Bundestag in Bonn als Ergebnis langer politischer Debatten und Kompromisse das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz), das die Grundlage für die deutsche Wettbewerbspolitik legte, die Dekartellierungsverordnungen der Westalliierten ersetzte und auf die Entflechtung von Zwangskartellen abzielte.

An dem 5. Juli 1957 wurde in der Bundesrepublik das Gesetz über die Militärseelsorge von dem Bundestag beschlossen. An dem 17. Juli 1957 wurde in der Bundesrepublik der sogenannte Lange Samstag durch Gesetz eingeführt, der es Geschäften durch das Ladenschlussgesetz erlaubte, an jedem ersten (bzw. zweiten) Samstag in einem Monat länger offen zu halten. (An dem 23. Juli 1957 wurde bei dem Torfabbau in dem oberbayerischen Schwarzlaichmoor die gut erhaltene und etwa 600 Jahre alte Moorleiche eines Mannes in einem hölzernen Sarg (der sogenannten Rosalinde [!] von Peiting) entdeckt).

An dem 26. Juli 1957 wurde in der Bundesrepublik das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen erlassen, das nationalsozialistische Auszeichnungen regelte. Das Soldatenversorgungsgesetz wurde unterzeichnet. Das Bundesbankgesetz wurde erlassen. Das Oberste Gericht der Deutschen Demokratischen Republik verurteilte den Leiter des Aufbau-Verlags Walter Janka wegen angeblicher Verschwörung zu fünf Jahren Zuchthaus.

An dem 27. Juli 1957 schlug der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik zu der Sicherung des Friedens eine Konföderation beider deutschen Staaten vor. An dem 27. Juli 1957 trat das Kartelle und Monopole verbietende Kartellgesetz in der Bundesrepublik in Kraft. An dem 29. Juli 1957 wurde die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) gegründet, um die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern. An dem 30. Juli 1958 wurden in dem Bundesgesetzblatt Österreichs Regelungen zu der Verwendung von Identitätsausweisen und zu dem Ausfuhrförderungsgesetz 1957 und zu dem Staatsvertragsdurchführungsgesetz veröffentlicht.

An dem 21. August 1957 zündete die Sowjetunion in Baikonur die Interkontinentalrakete R-7. Bei der Wahl zu dem Bundestag Deutschlands an dem 15. September 1957 erhielten CDU/CSU 50,2 Prozent der Stimmen und 269 der 497 Sitze, wobei erstmals die Briefwahl möglich war. An dem 1. Oktober 1957 kam das Schlafmittel Contergan auf den Markt, das bei schwangeren Konsumentinnen weltweit schwere Fehlbildungen der Foeten verursachte. An dem 2. Oktober schlug Polens Außenminister Adam Rapacki eine atomwaffenfreie Zone aus Polen, der Tschechoslowakei, der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik vor., der von den Mitgliedstaaten der NATO wegen der befürchteten Störung des Mächtegleichgewichts abgelehnt wurde.

An dem 3. Oktober 1957 wurde Willy Brandt (SPD) als Nachfolger des verstorbenen Otto Suhr zu dem Regierenden Bürgermeister West-Berlins gewählt. An dem 4. Oktober 1957 startete die Sowjetunion den ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik (eine 86,3 Kilogramm schwere polierte Metallkugel mit vier Antennen und einem Durchmesser von etwa 58 Zentimetern) in das Weltall, welche die Erde in ungefähr 96 Minuten umkreiste und nach 92 Tagen an dem 4. Januar 1958 bei dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte. Nach der Aufkündigung der Koalition durch die CSU nach der Bundestagswahl trat in Bayern das Kabinett Hoegner II an dem 8. Oktober zurück.

An dem 12. Oktober 1957 tötete der Agent des KGB der Sowjetunion Bogdan Staschinski den ukrainischen Exilpolitiker Lew Rebet in München auf dem Karlsplatz mit einer durch eine Zeitung getarnten Blausäurepistole. An dem 13.Oktober 1957 führte die Deutsche Demokratische Republik überraschend einen auf 300 Mark begrenzten Tausch alter Geldscheine durch neue Geldscheine durch, wodurch etwa 600 Millionen DDR-Mark vor allem bei Privatunternehmern und Landwirten wertlos wurden. An dem 16. Oktober 1957 wurde Hanns Seidel (CSU) zu dem neuen Ministerpräsidenten Bayerns an der Spitze einer Koalition aus CSU, GB/BHE und FDP gewählt.

An dem 22. Oktober 1957 wurde Konrad Adenauer wieder zu dem Bundeskanzler gewählt. An dem 23. Oktober 1957 erkannte der Bundesgerichtshof Deutschlands die Züchtigungsbefugnis von Lehrern an. An dem 27. 10. 1957 wurde der Bund der Vertriebenen in der Bundesrepublik gegründet. Außerdem wurde das Schlafmittel Contergan eingeführt. An dem 31. Oktober 1957 ging der Atomforschungsreaktor München in Betrieb. Das Allgemeine Kriegsfolgengesetz regelte in der Bundesrepublik ab sofort durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse sowie die Niederlage des Deutschen Reiches entstandene Rechtsfragen.

In dem November 1957 wurde Erich Mielke Leiter des Ministeriums für Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik. An dem 10. November 1957 fand in Hamburg die Bürgerschaftswahl statt (Wahlbeteiligung 77,3 Prozent). An dem 14. November 1957 wurde zwischen Bund und Ländern der Bundesrepublik das Lindauer Abkommen über die Mitwirkung der Bundesländer bei Abschluss völkerrechtlicher, die Interessen der Länder berührender Verträge geschlossen.

An dem 15. November 1957 wurde in der Bundesrepublik nach einer Bestechungsaffäre in dem Bundeswehrbeschaffungsamt ein Amt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz gegründet. An dem 26. November 1957 wurde in der Bundesrepublik das Einkommensteuergesetz neu gefasst. An dem 28. November 1957 befasste sich der Bundesgerichtshof mit der Einwilligung in ärztliche Heilbehandlungen. An dem 29. November wurde in der Deutschen Demokratischen Republik Studentenpfarrer Schmutzler verurteilt.

An dem 6. Dezember 1957 scheiterte der Versuch der Vereinigten Staaten von Amerika, auch einen Satelliten zu starten. An dem 11. Dezember 1957 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik durch ein verschärftes Passgesetz die Flucht aus der Republik (unerlaubtes Verlassen) mit einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Haft versehen. An dem 13. Dezember 1957 wurde ein Europäisches Übereinkommen über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedstaten des Europarates vereinbart.

An dem 16. Dezember 1957 wurde in dem Zentralinstitut für Kernphysik in Rossendorf bei Dresden der erste Forschungsreaktor der Deutschen Demokratischen Republik in Betrieb genommen. An dem 27. Dezember 1957 starb in Hennigsdorf in der Deutschen Demokratischen Republik der stellvertretende Ministerpräsident Otto Nuschke (CDU) mit 74 Jahren. An dem 1. Januar 1958 traten die Römischen Verträge von dem 25. März 1957 in Kraft, womit die Bundesrepublik Deutschland Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der EURATOM wurde.

An dem 2. Januar 1959 ordnete das Kulturministerium der Deutschen Demokratischen Republik den Kampf gegen westliche Dekadenz in der Unterhaltungs- und Tanzmusik an. An dem 7. Januar 1958 wurde Walter Hallstein zu dem ersten Präsidenten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ernannt. An dem 9. Januar 1958 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik ein Gesetz zu dem Außenhandelsmonopol erlassen.

An dem 10. Januar 1958 begann die erste Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ihre Tätigkeit. An dem 13. Januar 1958 erließ das Bundesverfassungsgericht das Apotheken-Urteil über die Berufsfreiheit. An dem 22. Januar fällte das Bundesverfassungsgericht das Lüth-Urteil zu der Meinungsfreiheit, wonach Grundrechte nicht nur Abwehrrechte gegen den Staat sind, sondern auch in dem Privatrecht wirken. An dem 23. Januar 1958 fand in dem Bundestag der Bundesrepublik eine Debatte über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr statt. An dem 27. Januar wurde die Pionierorganisation Ernst Thälmann in der Deutschen Demokratischen Republik zu einer sozialistischen Massenorganisation für Kinder. An dem 28. Januar 1958 Januar meldete das Unternehmen Lego aus Dänemark den modernen Legostein mit seinem Kupplungssystem von Noppen und Röhren als Patent an (in Deutschland an dem 4. April 1958).

In dem Januar 1958 wurde das Verkehrszentralregister der Bundesrepublik Deutschland in Flensburg eingerichtet. Die Vereinigten Staaten von Amerika starteten an dem 31. Januar 1958 ihren ersten Satelliten Explorer 1NASA Science. Die Polio-Massenimpfungen gegen Kinderlähmung begannen in der Bundesrepublik Deutschland. Um den 3. Februar 1958 stieg in der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker in das Politbüro auf, während Karl Schirdewan seiner Ämter enthoben wurde. An dem 11. Februar 1958 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik ein Gesetz zu der Strukturreform der zentralen Verwaltung erlassen.

An dem 14. Februar 1958 erließ der Bundesgerichtshof Deutschlands das Herrenreiter-Urteil, das Entschädigungen auch für immaterielle Schäden (Nichtvermögensschäden) bejahte. 1958 begann unter dem Einfluss von Umweltschäden allmählich eine Abwendung von umweltschädlichen Brennstoffen. An dem 19. März 1958 fand in Straßburg die konstituierende Sitzung der Europäischen Parlamentarischen Versammlung (Europäisches Parlament) statt, bei der Robert Schuman als erster Präsident gewählt wurde. An dem 25. März 1958 stimmte in dem Bundestag Deutschlands die Koalition aus CDU/CSU und DP für die Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen.

An dem 27. März 1958 übernahm (nach Nikolai Bulganin) Nikita Chruschtschow die Führung der Sowjetunion. An dem 30. März 1958 wurde die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit gegründet. An dem 3. April 1958 endete die 2. Babelsberger Konferenz, auf der die Grundlagen für die sozialistische Rechtsprechung in der Deutschen Demokratischen Republik festgelegt wurden. In London begann der erste Ostermarsch von Atomwaffengegnern. (An dem 6. April 1958 strahlte Radio Luxemburg erstmals eine Hitparade aus.)

An dem 15. April 1958 gab es eine erste dokumentierte Kindesentführung (des siebenjährigen Joachim Göhner aus Stuttgart-Degerloch). Das Hessische Fernsehen berichtete über die Einführung von Notrufsäulen in Wiesbaden. An dem 17. April 1958 demonstrierten in Hamburg mehr 1als 100000 Menschen gegen die atomare Bewaffnung. An dem 18. April 1958 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien ein Kulturabkommen. (Ezra Pound durfte 13 Jahre nach seiner Verhaftung nach Aufhebung der Anklage die Anstalt verlassen.)

An dem 20. April 1958 starb in Berlin der für die Entwicklung der Quarzuhr wichtige Physiker Adolf Scheibe. An dem 21. April 1958 starb in Ost-Berlin der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Fritz Sperling (KPD), ein Opfer innerparteilicher Säuberungen. An dem 28. April 1958 begann der Ulmer Einsatzgruppen-Prozess, bei dem zehn Angehörige der Einsatzgruppe Tilsit wegen Mordes an mehr als 5500 Menschen in dem Jahre 1941 angeklagt wurden. An dem 29. April 1958 endete in Genf die erste Seerechtskonferenz mit der Unterzeichnung vierer internationaler Abkommen über das Seevölkerrecht.

An dem 9. Mai 1958 erklärte das Bundesverfassungsgericht an diesem Tag geplante Volksbefragungen in (Hessen und) Hamburg gegen die Atomrüstung wegen fehlender Zuständigkeit für nichtig. An dem 13. Mai 1958 fand der Putsch von Algier statt, der den Verbleib Algeriens bei Frankreich anstrebte und die Gründung der Fünften Republik unter Präsident Charles de Gaulle bewirkte. An dem 27. Mai 1958 verbot das Bundesverfassungsgericht durch einstweilige Anordnung eine geplante Volksbefragung in Hamburg zu der atomaren Aufrüstung der Bundeswehr wegen Unzuständigkeit. Der erste volltransistorisierte Computer Kontinentaleuropas berechnete in Wien erfolgreich seine erste Aufgabe. In der Deutschen Demokratischen Republik wurden an dem 28. Mai 1958 die letzten Lebensmittelkarten (für Fleisch, Fett und Zucker) abgeschafft.

An dem 16. Juni 1958 wurde Ministerpräsident Imre Nagy Ungarns nach einem Schauprozess hingerichtet. An dem 30. Juni 1958 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik Walter Ulbricht durch Wilhelm Pieck als Held der Arbeit ausgezeichnet. An dem 1. Juli 1958 trat das Gesetz zur Gleichberechtigung in dem Familienrecht in Kraft, das die Zugewinngemeinschaft als gesetzlichen Regelgüterstand einführte.

An dem 2. Juli 1958 wurde das Gesetz über den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu einem Protokoll der Vereinten Nationen über Todeserklärungen in dem Bundesgesetzblatt verkündet. An dem 6. Juli 1958 fanden in Nordrhein-Westfalen Landtagswahlen statt, bei denen die CDU mit 104 Sitzen stärkste Partei wurde (SPF 81, FDP 15). An dem 8. Juli 1958 hob der deutsche Hubschrauber Kolibri erstmals ab.

An dem 10. Juli 1958 begann in der Deutschen Demokratischen Republik in Ost-Berlin der fünfte Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, auf dem Walter Ulbricht den Übergang zu dem Sozialismus und das Ziel verkündete, die Bundesrepublik wirtschaftlich bis 1961 zu überholen. Der Haushalt der Bundesrepublik enthielt in dem Juli 1958 erstmals den Verteidigungsetat als größten Posten. An dem 20. Juli 1958 erließ das Bundesverfassungsgericht zu der Berufsfreiheit das Apothekenurteil, das die Zulässigkeit eines Eingriffs in ein Gut von dessen Bedeutung abhängig machte.

An dem 24. Juli 1958 endete in Nordrhein-Westfalen die Amtszeit des Kabinetts Steinhoff (SPD), das durch eine Koalition aus CDU, FDP und DP abgelöst wurde. An dem 28. Juli 1958 wurde Otto John, der frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, nach seiner Verurteilung wegen Landesverrats und seiner Begnadigung durch Bundespräsident Theodor Heuss vorzeitig aus der Haft entlassen. An dem 29. Juli 1959 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika durch ein Gesetz die NASA (National Aeronautics and Space Agency) begründet.

An dem 30. Juli 1958 verbot das Bundesverfassungsgericht in einem Grundsatzurteil die geplanten Volksbefragungen gegen die atomare Aufrüstung der Bundeswehr in Hamburg und Bremen. Das Bundeskabinett beauftragte den Postminister mit den technischen Vorbereitungen für eine zweite Fernsehkette (Freies Fernsehen GmbH, späteres Zweites Deutsches Fernsehen). (An dem 3. August 1958 erreichte das amerikanische Atom-U-Boot den Nordpol unter Wasser.)

An dem 23. August 1958 unterzeichneten die Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg ein Abkommen zu der Vermeidung der Doppelbesteuerung und über gegenseitige Rechts- und Amtshilfe. An dem 28. August 1958 kehrte nach einer vereinbarten Grenzkorrektur der Weiler Bildchen und Losheim von Belgien an Deutschland zurück. An dem 29. August 1958 meldete das Unternehmen Volvo durch den Ingenieur Nils Ivar Bohlin den Dreipunkt-Sicherheitsgurt zu einem Patent an. An dem 30. August 1958 wurde in Bonn ein Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik und der Türkei ratifiziert.

An dem 1. September 1958 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik an allgemeinbildenden Schulen der obligatorische Polytechnische Unterricht eingeführt, der theoretische Bildung mit praktischer Arbeit in der sozialistischen Produktion verband. An dem 3. September berichtete Wirtschaftsminister Erhard Bundeskanzler Adenauer von Fortschritten bei der marktgerechten Anpassung der Kohlepolitik. An dem 6. September 1958 lief Armin Hary bei einem Sportfest in Friedrichshafen 100 Meter in 10,0 Sekunden, was aber wegen zu starken Gefälles der Bahn (zunächst) nicht als Weltrekord gewertet wurde. (Zu dieser Zeit wurde die Hula-Hoop-Welle durch die Ed-Sullivan Show in den Vereinigten Staaten von Amerika populär und drang von dort aus nach Deutschland vor.)

An dem 8. September 1958 bedankte sich der Kulturminister der Deutschen Demokratischen Republik bei der Sowjetunion für die Rückgabe (von 1,5 Millionen) Kunstschätzen wie dem Grünen Gewölbe oder Teilen des Pergamonaltars. Bürgermeister Willy Brandt erklärte, dass West-Berlin ein integraler Bestandteil der Bundesrepublik sei. Die staatliche Fluglinie Interflug der Deutschen Demokratischen Republik wurde um diesen Tag begründet. An dem 12. September 1958 stellte Jack Kilby bei Texas Instruments den ersten integrierten Schaltkreis (Mikrochip) vor, womit der Grundstein für die moderne Computertechnik gelegt wurde. Vor etwa 100000 Menschen wurde an dem 14. September 1958 auf dem Ettersberg bei Weimar die Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Buchenwald eingeweiht.

An dem 14. September 1958 fand das erste Treffen zwischen Bundeskanzler Adenauer und dem französischen Ministerpräsidenten Charles de Gaulle auf dessen privatem Landsitz La Boisserie in Colombey-les-Deux-Églises statt, das als Meilenstein der europäischen Einigung und der deutsch-französischen Freundschaft gilt. An dem 22. September 1958 wurde ein Rechtshilfeabkommen in Strafsachen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich unterzeichnet. Um den 18. September 1958 wurde das Einkommensteuergesetz der Bundesrepublik neu gefasst. An dem 24. September 1958 fand in Kopenhagen ein Fluchtlichtländerfußballspiel zwischen Dänemark und der Bundesrepublik statt.

An dem 28. September 1958 errang bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein die CDU einen deutlichen Sieg, so dass sie mit der FDP die Regierung bildete. Frankreich stimmte über eine neue Verfassung ab. An dem 2. Oktober wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Deutsche Bauordnung veröffentlicht. An dem 5. Oktober 1958 trat in Frankreich die neue Verfassung der Fünften Republik in Kraft. An dem 8. Oktober 1958 wurde in Schweden Arne Larsson der erste Herzschrittmacher eingepflanzt.

Gegen Ende 1958 wurde in der Bundesrepublik die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zu der Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg zwecks Koordinierung der Strafverfolgung gegründet. An dem 21. Oktober 1958 zogen in das Oberhaus Großbritanniens erstmals Frauen ein (Life Peeresses). An dem 23. Oktober 1958 erschien das belgische Comic-Magazin Spirou erstmals mit Abbildungen von Schlümpfen (Schtroumpfs).

An dem 25. Oktober 1958 begann in dem Vatikan an dem 25. Oktober 1958 das Konklave nach dem Tod des an dem 9. Oktober 1958 gestorbenen Papstes Pius XII. An dem 28. Oktober 1958 wurde in dem Vatikan Kardinal Roncalli zu dem Papst Johannes XXIII. gewählt.

An dem 30. Oktober 1958 nahm der Minister für Nationale Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik Willi Stoph zu der Eröffnung der Führungsakademie der westdeutschen Bundeswehr Stellung. Der Bundestag Deutschlands protestierte auf einer Sitzung in West-Berlin gegen die fortdauernde Verletzung der Gesetze der Menschlichkeit in der Deutschen Demokratischen Republik. An dem 31. Oktober 1958 begannen in Genf Gespräche der drei Atommächte über die Einstellung der Kernwaffenversuche unter internationaler Kontrolle.

Das Bundesarbeitsgericht erklärte den Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein in dem Winter 1956/1957, bei dem es vor allem um Lohnfortzahlung in dem Krankheitsfalle ging, für verfassungswidrig und verurteilte die IG Metall zu Schadensersatzzahlungen an die Arbeitgeber. In der Bundesrepublik stieg die Arbeitslosenzahl auf 356750 (1,8 Prozent). An dem 1. November 1958 trat das Gleichberechtigungsgesetz in der Bundesrepublik in Kraft. An dem 5. November 1958 fand die Volkskammerwahl in der Deutschen Demokratischen Republik statt und es wurde ein Gleichberechtigungsgesetz eingeführt.

An dem 5. November 1958 verabschiedete der Bundestag mit großer Mehrheit eine Novelle zu dem Lebensmittelgesetz. An dem 10. November 1958 forderte der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow auf einer Kundgebung in Moskau eine Revision des Potsdamer Abkommens der Siegermächte und kündigte an, dass die Sowjetunion ihren Teil der Kontrolle über Berlin an die Deutsche Demokratische Republik übertragen möchte. An dem 20. November 1958 erklärte der Westberliner Regierende Bürgermeister Willy Brandt vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, dass sich die Westberliner Bevölkerung durch sowjetische Drohungen nicht aus der Ruhe bringen lassen werde. An dem 22. November 1958 wies Willy Brandt die Behauptung Walter Ulbrichts zurück, Berlin gehöre zu dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik.

An dem 24. November 1958 erklärte Walter Ulbricht in einem Interview, dass derjenige, der das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Wasser-, Land- oder Luftweg benutze, die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik tatsächlich anerkenne. An dem 25. November 1958 fand in der Deutschen Demokratischen Republik die dritte Volkskammerwahl statt. Bundeskanzler Konrad Adenauer traf den französischen Ministerpräsidenten Charles de Gaulle an dem 26, November 1958 in Bad Kreuznach zu einer allgemeinen Aussprache. An dem 27. November 1959 forderte die Sowjetunion, dass West-Berlin binnen sechs Monaten in eine entmilitarisierte Zone umgewandelt werden sollte. Andernfalls übertrage sie ihre Berlin-Rechte an die Deutsche Demokratische Republik.

An dem 28. November 1958 betonte Ministerpräsident Otto Grotewohl, dass ganz Berlin auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik liege und Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik sei. An dem 29. November 1958 schlug Nikita Chruschtschow die Einberufung einer Konferenz für eine friedliche Lösung der Berlin-Frage vor. An dem 30. November 1958 erklärte Walter Ulbricht, dass Berlin zu Deutschland gehöre und nicht zu der DDR. An dem 1./15. Dezember 1958 wurde eine Volksabstimmung über den künftigen Status Berlins abgehalten. An dem 2. Dezember 1958 bezeichnete Bundeskanzler Konrad Adenauer das Ultimatum Chruschtschows als eine Bedrohung für die Einheit des Westens. Präsident Harry S. Truman erklärte in einem Interview, dass eine Preisgabe Berlins die Preisgabe Europas an die Sowjetunion bedeuten würde. An dem 5. Dezember 1958 nahmen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Außenminister Heinrich von Brentano an einer Sondersitzung des Westberliner Abgeordnetenhauses zu der Beratung der Berlin-Frage teil.

An dem 6. Dezember 1958 fand in der Deutschen Demokratischen Republik die dritte Volkskammerwahl statt. An dem 7. Dezember wurden die Wahlen zu dem Abgeordnetenhaus in Berlin (West) durchgeführt, wobei bei einer Wahlbeteiligung von 93,7 Prozent die SPD 52,6 Prozent der Stimmen und die CDU 37,7 Prozent der Stimmen erhielt. An dem 9. Dezember 1958 waren in der Bundesrepublik Deutschland zwei Millionen Fernsehgeräte registriert.

An dem 14. Dezember 1958 fand in Paris eine Außenministerkonferenz statt, auf der die Westmächte und die Bundesrepublik ihre Entschlossenheit zu der Wahrung ihrer Rechte in Berlin bekundeten und die Forderungen der Sowjetunion von dem 26. November 1958 ablehnten. In Berlin (West) schlossen sich der Bund der Vertriebenen und der Verband der Landsmannschaften zusammen. (An dem 16. Dezember 1958 kandidierte Mao Zedong nicht mehr für das Amt des Präsidenten der Volksrepublik China. In der Kubanischen Revolution gewannen die Rebellen unter Fidel Castro in der Schlacht von Santa Clara zu dem Jahreswechsel die Offensive.)

An dem 17. Dezember 1958 wurde Kurt Georg Kiesinger als Nachfolger des an dem 14. November zu dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe gewählten Gebhard Müller Ministerpräsident Baden-Württembergs. An dem 18. Dezember 1958 fand eine Sitzung der Mitglieder des Nordatlantikpakts in Paris statt. An dem 22. Dezember 1958 billigte die Bundesregierung Deutschlands den Kartellvertrag zwischen dem Ruhrbergbau und den konzerngebundenen Ölgesellschaften mit verschiedenen Maßnahmen zu der Behebung der Absatzkrise in dem Steinkohlebergbau.

An dem 29. Dezember 1958 vereinbarten die Bundesrepublik Deutschland und weitere neun europäische Staaten die freie Konvertibilität ihrer Währungen mit dem Dollar als Leitwährung. An dem 31. Dezember 1958 lehnten die Westmächte die Forderung der Sowjetunion nach der Aufgabe ihrer Rechte an Berlin ab. An dem 11./17 Februar 1959 wurde Heinrich Lübke nach dem Rücktritt Theodor Heuss‘ zu dem Bundespräsidenten gewählt. Die SPD schloss ihr auf eine Volkspartei ausgerichtetes Godesberger Programm ab.

An dem 9. Januar 1959 löst die Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg, einen Verfasser einer antisemitischen Broschüre strafrechtlich nicht zu verfolgen, einen Skandal aus. An dem 10. Januar 1959 legte die Sowjetunion den Entwurf eines Friedensvertrags vor und forderte eine Friedenskonferenz mit den beiden deutschen Staaten, doch lehnten die Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik den Vorschlag ab, eine Freie Stadt West-Berlin zu schaffen und die Deutsche Demokratische Republik als eigenen Staat anzuerkennen.

An dem 12. Januar 1959 lehnte Bundeskanzler Konrad Adenauer den Entwurf eines sowjetischen Entwurfs eines Friedensvertrags mit Deutschland ab. Das Abgeordnetenhaus Berlins wählte Willy Brandt (SPD) zu dem zweiten Male zu dem Regierenden Bürgermeister einer Koalitionsregierung von SPD und CDU. Auf Antrag der SPD nahm der Bundestag Deutschlands in das Gesetz über den zivilen Ersatzdienst eine Bestimmung auf, die eine Ableistung des Ersatzdiensts auch außerhalb der Bundesrepublik ermöglicht.

An dem 21. Januar 1959 trat die Regierung des Saarlands unter Ministerpräsident Hans Egon Reinert (CDU) zurück, um die Bildung einer Allparteienregierung zu ermöglichen. An dem 24. Januar 1959 sprach sich die Deutsche Partei für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus. An dem 5. Februar 1959 bestellte Bundesverteidigungsminister Strauß bei dem Unternehmen Lockheed 96 Abfangjäger von dem Typ Starfighter. An dem 6. Februar verurteilte das Landgericht Bonn die früheren KZ-Aufseher Gustav Sorge und Wilhelm Schubert wegen (versuchten) Mordes in mehr als 130 Fällen zu lebenslänglichem Zuchthaus.

An dem 14. Februar 1959 schlug der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen den Rahmenplan für die Umgestaltung des öffentlichen Schulwesens vor, nach dem die Volksschuloberstufe  zu der Hauptschule entwickelt werden sollte. Von dem Typ Starfighter erhielt die Bundeswehr 300 Jagdflugzeuge, von denen insgesamt 260 abstürzten (110 tote Piloten). An dem 19. Februar 1959 fand in London eine Zypernkonferenz statt, nach der die britische Kronkolonie 1960 unabhängig werden sollte.

An dem 24. 2. 1959 schlugen führende Politiker von CDU und CSU unter Vorsitz Konrad Adenauers in Bonn Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard für das Amt des Bundespräsidenten vor. An dem 25. Februar 1959 untersagte das Landgericht Frankfurt am Main einem Möbelhändler aus Mainz vergleichende Werbung. An dem 9. März 1959 wurde die erste Barbie-Puppe von dem Unternehmen Mattel auf der American International Toy Fair in New York als erste in Serie gefertigte Puppe mit erwachsenen Zügen vorgestellt. An dem 10. März 1959 begann in Lhasa in Tibet ein gewaltsam niedergeschlagener Volksaufstand gegen die seit etwa 1950 herrschende kommunistische Regierung der Volksrepublik in China, während welchem der Dalai Lama nach Indien floh.

An dem 11. März 1959 trafen Carlo Schmid und Fritz Erler (SPD) zu politischen Gesprächen in Moskau ein. An dem 12. März 1959 berichtete Premierminister Harold Macmillan (Großbritannien) Bundeskanzler Adenauer über seine Moskaureise und erzielte Einverständnis über die Ablehnung eines neutralisierten und entmilitarisierten Raumes in Europa. An dem 13. März 1959 unterzeichnete der Bundesverteidigungsminister in Bonn Verträge über den Kauf von 50 Jagdbombern des Typs Fiat G-91 und erhielt die Lizenz zu dem Nachbau solcher Flugzeuge in der Bundesrepublik.

An dem 14. März 1959 schloss die SPD in Leipzig drei Mitglieder wegen Zugehörigkeit zu der rechtsgerichteten Organisation Rettet die Freiheit aus und entzog einem weiteren Mitglied wegen Teilnahme an der Gesamtdeutschen Arbeiterkonferenz in Leipzig die Parteizugehörigkeit. An dem 17. März 1959 wurde in der Sowjetunion die Existenz des chemischen Elements Nobelium (Ordnungszahl 102) nachgewiesen. An dem 19. März 1959 erkannte Nikita S. Chruschtschow das Recht der Westmächte an, Truppen in Berlin (West) zu stationieren. An dem 7. April 1959 wurde Dag Hamarskjöld zu dem neuen Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. An dem 9. April 1959 zahlte Deutschland 125 Millionen Deutsche Mark an die Niederlande zwecks Wiedergutmachung von Besatzungsunrecht.

An dem 11. April 1959 erschien (nach einer Pause von 15 Jahren) die von Hans Dichand gegründete österreichische Neue Kronen Zeitung. An dem 30. April 1959 wurde nach dem Tode Hans-Egon Reinerts Franz-Josef Röder zu dem Ministerpräsidenten des Saarlands gewählt. An dem 1. Mai 1959 jubelten 600000 Menschen Bürgermeister Willy Brandt in Berlin zu und forderten ein Ende der Spaltung der Stadt.

An dem 10. Mai 1959 endete die Neuwahl des Nationalrats Österreichs mit 79 Sitzen für die Österreichische Volkspartei und 78 Mandaten für die Sozialistische Partei Österreichs. An dem 11. Mai 1959 fand in Genf eine Viermächtekonferenz der Außenminister zu Deutschland und Berlin statt. An dem 12. Mai 1959 wurde Hinrich Wilhelm Kopf zu dem Ministerpräsidenten einer Regierung Niedersachsens aus SPD, FDP und BHE gewählt. An dem 20. Mai 1959 wurde das von Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß gegen den Kirchenpräsidenten Martin Niemöller von Hessen-Nassau erwirkte Ermittelungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Kassel eingestellt. An dem 4. Juni 1959 tritt überraschend Bundeskanzler Konrad Adenauer wieder von der Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten zurück.

An dem 23. Juni 1959 wurde der in Deutschland geborene, wegen Verrats britischer Atomgeheimnisse an die Sowjetunion verurteilte Atomphysiker Klaus Fuchs aus der Haft entlassen. An dem 1. Juli 1959 wurde Heinrich Lübke als Nachfolger von Theodor Heuss von der Bundesversammlung zu dem Bundespräsidenten Deutschlands gewählt. An dem 5. Juli 1959 trat David Ben Gurion als Ministerpräsident Israels nach Differenzen über Waffenlieferungen an die Bundesrepublik Deutschland von seinem Amt zurück

An dem 11. Juli 1959 wurde ein Ausgleichsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg mit Wiedergutmachungsleistungen in Höhe von 90 Millionen DM beschlossen. An dem 14. Juli 1959 erklärte das Bundesverfassungsgericht ein Gesetz zur Errichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für verfassungsgemäß. An dem 16. Juli 1959 verurteilte der Bundesgerichtshof Deutschlands sechs Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands wegen rechtswidriger Betätigung zu Haft zwischen 12 und 30 Monaten. An dem 17. Juli 1959 beschloss der Landtag in Saarbrücken ein Wiedergutmachungsgesetz mit Entschädigungen für Bewohner des Saargebiets wegen Portesten während der Verwaltung unter Frankreich. Mary Leakey fand in der Olduvai-Schlucht in Tansania Reste eines Schädels des Paranthropus boisei. An dem 19. Juli 1959 wurde die Übernahme des Volkswagenwerks durch den Bund und eine spätere Privatisierung des Unternehmens beschlossen.

An dem 21. Juli 1959 flog eine Interkontinentalrakete der Vereinigten Staaten von Amerika in dem Südatlantik 9000 Kilometer weit. An dem 29. Juli 1959 hob das Bundesverfassungsgericht das Vorrecht des Vaters bei der Kindererziehung auf. An dem 31. Juli 1959 gründete die Euskadi Ta Eskatasuna (ETA) eine Widerstandsbewegung baskischer Studenten gegen Franco. An dem 13. August 1959 vereinbarten BBC/Krupp und die Arbeitsgemeinschaft Versuchs-Reaktor den Bau des ersten Hochtemperatur-Reaktors der Welt bei Jülich. An dem 21. August 1959 wurde Hasso von Manteuffel vor dem Landgericht Düsseldorf wegen Totschlags eines Soldaten 1944 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.

An dem 26. August 1959 besuchte Präsident Dwight D. Eisenhower die Bundesrepublik Deutschland. An dem 28. August 1959 kam der amerikanische Spielfilm Das Tagebuch der Anne Frank in die Kinos Deutschlands. An dem 30. August 1959 erhielt die Bundeswehr amerikanische Raketen Nike und Matador, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können. Bundeskanzler Konrad Adenauer betonte in einer Rundfunkansprache an Polen den Willen der Deutschen zu freundschaftlichen Beziehungen, was Polens Ministerpräsident als Spaltungsversuch wertete.

An dem 5. September 1959 wurde auf dem Flughafen Frankfurt am Main mit 3900 Metern Länge die bisher längste Startbahn Europas eingeweiht. An dem 14. September 1959 erreichte die Raumsonde Luna 2 der Sowjetunion als erster Flugkörper den Mond. Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer versicherte in Bremen, dass die Bundesregierung nie auf die deutschen Ostgebiete verzichten würde. An dem 15. September 1959 wurde Heinrich Lübke als neuer Bundespräsident vereidigt und Theodor Heuss als Vorgänger verabschiedet. An dem18. September 1959 platzierten die Vereinigten Staaten von Amerika den Satelliten Vanguard 3 in einer erdnahen Umlaufbahn.

An dem 17. September 1959 wurden hohe Funktionäre Chinas von dem Ständigen Komitee des Nationalen Volkskongresses wegen Rechtsabweichung ihrer Ämter enthoben. An dem 19. September 1959 beschlossen das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und der Ministerrat die Einführung des Siebenstundentags für alle Arbeiter und Angestellten. An dem 24. September 1959 unterstellte das amerikanische Verteidigungsministerium das Forschungsprogramm der NASA dem Kommando der Luftwaffe.

An dem 25. September 1959 beschlossen die Kultusminister der deutschen Bundesländer in Berlin die Einführung des neunten Schuljahrs an allen Volksschulen und Hauptschulen. An dem 11. Oktober 1959 errang bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen die SPD wieder die absolute Mehrheit und Wilhelm Kaisen blieb Bürgermeister. An dem 25. Oktober 1959 blieb die CDU bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein bei den Kommunalwahlen trotz Stimmenrückgangs um 4,4 Prozent mit 39,9 stärkste Partei.

An dem 26. Oktober 1959 entschied der Bundesgerichtshof, dass gesüßtes obergäriges Bier (Malzbier) in Bayern zwar erlaubt ist, aber nicht unter der Bezeichnung Bier angeboten werden darf. An dem 2. November 1959 fanden in Berlin (Ost) und Leipzig Demonstrationen Jugendlicher gegen die von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands betriebene Jugend- und Kulturpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik statt. An dem 5. November 1959 wurde in London der wegen Ermordung eines Polizisten zu der Todesstrafe verurteilte Deutsch-Kanadier Günther Fritz Podola hingerichtet.

An dem 7. November 1959 trat das Washingtoner Artenschutzabkommen in Kraft. An dem 13. November 1959 lehnte der Bundesrat den Regierungsentwurf für ein Rundfunkgesetz mit einem zweiten staatlichen Fernsehprogramm ab. An dem 15. November 1959 wurde in Bad Godesberg das Bad Godesberger Programm der Sozialdemokratischen Partei beschlossen. An dem 20. November vereinbarten Großbritannien, Norwegen, Schweiz, Portugal, Dänemark, Österreich und Schweden eine Freihandelszone zu dem 1. Januar 1969 und die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete die Deklaration über die Rechte des Kindes.

An dem 21. November 1959 beschlossen Vereinigte Staaten von Amerika und Sowjetunion ein Austauschabkommen. An dem 2. Dezember 1959 verabschiedete der Bundestag Deutschlands das zu dem 1. Januar 1960 in Kraft tretende Rentenanpassungsgesetz. An dem 3. Dezember 1959 empfahl das Parlament der Westeuropäischen Union dem Ministerrat die Schaffung einer europäischen Atomstreitmacht. An dem 4. Dezember 1959 gelang es der Weltraumbehörde NASA, in der Merkur-Raumkapsel ein Rhesusäffchen in den Weltraum zu schießen und es zu der Erde zurückzubringen.

An dem 30. Dezember 1959 wurde Franz Josef Strauß zu dem Brigadegeneral befördert, nachdem er Oberst Wolf Graf Baudissin in die Verteidigungsbehörde aufnahm. An dem 1. Januar 1960 trat in der Bundesrepublik das Atomgesetz zu der friedlichen Verwendung von Kernenergie in Kraft. An dem 20. Januar 1960 wurde Richard Bugdalle wegen 14fachen Mordes an Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die erste Mehrstufenrakete der Sowjetunion ging nach einer Flughöhe von 12500 Kilometern planmäßig in dem Pazifischen Ozean nieder.

An dem 22. Januar 1960 legte der Ministerpräsident Bayerns (Hanns Seidel) sein Amt auf Grund gesundheitlicher Probleme nieder. An dem 23. Januar 1960 schlug Walter Ulbricht in einem Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Volksabstimmung über Abrüstung, einen Friedensvertrag und eine Annäherung der deutschen Staaten vor. An dem 26. Januar 1960 wählte der Landtag in München seinen bisherigen Präsidenten Hans Erhard (CSU) zu dem Ministerpräsidenten Bayerns.

An dem 27. Januar 1960 wurde die Deutsche Reichspartei (DRP) in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Nach einer Entscheidung eines Gerichts in West-Berlin wird der Arzt Gottfried Matthes an dem 28 Januar 1960 wegen Ermordung 26 geistig Behinderter zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. An dem 29. Januar 1960 wurde Erich Mende in Stuttgart zu dem neuen Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. An dem 3. Februar 1960 bevollmächtigte die Nationalversammlung Frankreichs Staatspräsidenten Charles de Gaulle 14 Monate in der Algerienfrage ohne parlamentarische Kontrolle zu regieren.

An dem 4. Februar fand in Moskau eine Konferenz der Partei- und Regierungschefs der Warschauer-Pakt-Staaten statt, die mit Angriffen gegen die Bundesrepublik endete und einen Friedensvertrag mit der Deutschen Demokratischen Republik ankündigte. Zudem wurde die Zahl der Deutschstämmigen in der Sowjetunion mit etwa 1,6 Millionen angegeben, von denen etwa drei Viertel Deutsch als Muttersprache haben. An dem 12. Februar 1960 übergab Bundeskanzler Julius Raab den Vorsitz der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) an Alfons Gorbach.

An dem 13. Februar 1960 wurde der erste Atomwaffenversuch Frankreichs bei der Oase Nahe in der Sahara durchgeführt.(Plutoniumbombe). An dem 14. Februar 1960 fand die Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen in Bonn statt, auf der Hans Krüger (CDU) mit 60 von 104 Stimmen wieder zu dem Präsidenten gewählt wurde. An dem 15. Februar 1960 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Kollektivierung der Landwirtschaft für abgeschlossen erklärt.

An dem 2. März 1960 wurde die erste ungekürzte Veröffentlichung der Memoiren Giacomo Casanovas von dem Brockhaus-Verlag in Wiesbaden freigegeben. An dem 3. März 1960 wurde der erste schwarze Kardinal von dem Papst in das Kollegium des Vatikans berufen. An dem 6. März 1960 wurde in Genf in der Schweiz nach einer Volksabstimmung das Wahlrecht für Frauen eingeführt.

An dem 10. März 1960 verurteilte der Bundesgerichtshof den früheren Bundestagsabgeordneten Hasso von Manteuffel (DP) zu 191monatiger Haft wegen Totschlags durch Erschießen eines Soldaten wegen Feigheit vor dem Feinde. An dem 11. März 1960 erhalten nach einem Beschluss des Bundestags Norwegen 60 Millionen und Dänemark 16 Millionen DM für die Wiedergutmachung an den Opfern des Nationalsozialismus. An dem 16. März 1960 wurde das Volkswagenwerk in Wolfsburg an dem 16. März 1960 privatisiert.