>EBEL Wilhelm, Prof. Dr. Dr. iur. habil.

geb. 1908 Garsuche/Ohlau/Schlesien

Werdegang: väterliche Familie Rückwanderer aus Russland, mütterliche Familie aus der Schweiz, Vater Zimmermann, siebtes Kind (Vorname

Wilhelm), Abitur Rößel 11. 03. 1927, wohl erster ostpreußischer Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, SS 1927 Studium

Rechtswissenschaft, Geschichte, Sprachen Univ. Königsberg, SS 1928-WS 1928/1929 Univ. Heidelberg (Heinrich Mitteis, Arbeitsplatz in der

Forschungsstelle des deutschen Rechtswörterbuchs), (auf Rat Heinrich Mitteis' Wechsel an die preußische Univ.) Bonn, 20. 01. 1931 erste jur.

Staatsprüfung, 12. 01. 1933 Promotion Univ. Bonn (Adolf Zycha), Ausbildungslager für Referendare in Jüterbog, 01. 10. 1934 zweite jur.

Staatsprüfung (zeitlich erster Reichsassessor), 1934 Assistent Univ. Bonn (Adolf Zycha), erster Assistent, der in den Sommerferien 1934 am

Gemeinschaftsdienst der Dozenten Hanns-Kerrl teilnahm, Dozentenführer Univ. Bonn, 1934 NSRB, 27. 06. 1935 Dr. iur. habil. Univ. Bonn, zweimal

achtwöchiges Dozentenlager in Kitzeberg bei Kiel, (mit 27 Jahren) Frühjahr 1936 venia legendi (deutsche Rechtsgeschichte, bürgerliches Recht,

Handelsrecht und Nebengebiete), SS 1936 Vertretung Univ. Marburg, 12. 07. 1936 Univ.-Doz. Univ. Bonn, WS 1936/1937 Vertretung Univ. Königsberg,

SS 1937-SS 1938 Vertretung Univ. Rostock, 1938 pl. beamt. ao. Prof. Univ. Rostock, 01. 10. 1939 o. Prof. Univ. Göttingen (Nachfolger Herbert

Meyers) (nach Dirk Blasius/Eva Schumann verdankte Ebel seine Berufung seinem politischem Engagement), Januar 1940 Meldung als

Kriegsfreiwilliger, abgelehnt, 11. 04. 1940 Wehrmacht, Frankreichfeldzug, einen Tag im Kampf an der Westfront (eisernes Kreuz), Arbeitsurlaub,

Russlandfeldzug, 1940 Waffen-SS, 1941 Untersturmführer, 1942 Hauptsturmführer der Fachgruppe Rasse- und Siedlungswesen, 1943 im Rahmen

des Reichssicherheitshauptamts in das SS-Ahnenerbe versetzt, gute Beziehungen zu Heinrich Himmler, Mai 1945 Kriegsgefangenschaft, Mai 1945

Amtsenthebung durch Besatzungsmacht unter Fortfall der Bezüge, 19. 07. 1945 Entlassung, bis 20. 08. 1947 Kriegsgefangenschaft, Internierung (bis

1948), juristische Hilfsarbeiten (Gothaer Versicherung), 01. 03. 1949 als Mitläufer eingestuft, April 1952 o. Prof. z. Wiederverwendung mit Lehrauftrag

Univ. Göttingen, März 1954 Wiedereinsetzung als o. Prof. Univ. Göttingen, 1958 Herzinfarkt, 1964 Herzinfarkt, 30. 04. 1965 auf eigenen Antrag aus

Krankheitsgründen emeritiert

Fächer: deutsches Recht, germanische Rechtsgeschichte, bürgerliches Recht, weiter Handelsrecht, Arbeitsrecht, Bergrecht, Bauernrecht bzw.

deutsche Rechtsgeschichte, Privatrecht

Veröffentlichungen: Gewerbliches Arbeitsvertragsrecht im deutschen Mittelalter 1934 (Dissertation), Forderungskollisionen im älteren deutschen

Recht (Habilitationsschrift - verloren), Die Hamburger Feuerkontrakte und die Anfänge des deutschen Feuerversicherungsrechts 1936, Die

Rostocker Urfehden 1938, Hansisches Recht - Begriffe und Probleme 1949, Forschungen zur Geschichte des lübischen Rechts 1950

(Habilitationsschrift), Deutsches Recht im Osten 1951, Lübisches Kaufmannsrecht 1952, Das Revaler Ratsurteilsbuch (1515-1554) (Hg.) 1952,

Die Willkür 1953, Bürgerliches Rechtsleben zur Hansezeit 1954, Lübecker Ratsurteile (Hg.) 1955ff., Geschichte der Gesetzgebung in

Deutschland 1956, 2. A. 1958 (Neudruck 1988), Der Bürgereid 1958, Zur Geschichte der Juristenfakultät und des Rechtsstudiums an der

Georgia Augusta 1960, Die Privilegien und ältesten Statuten der Georg-August-Universität zu Göttingen 1961, Studie über ein Goslarer

Ratsurteilsbuch 1961, Das Ende des friesischen Rechts in Ostfriesland 1961, Catalogus professorum Gottingensium 1962, Jacob Grimm und die

deutsche Rechtswissenschaft 1963, Altfriesische Rechtsquellen hg. v. Wybren Jan Buma/Ebel Wilhelm Bd. 1-6 1963ff., Quellen zur Geschichte

des Arbeitsrechts (bis 1849) 1964, Gustav Hugo 1964, Lübisches Recht im Ostseeraum 1967, Das Stadtrecht von Goslar (Hg.) 1968, Curiosa

iuris Germanici 1968, Memorabilia Gottingensia 1969, Über das Stadtrecht von Goslar 1969, Friedrich Esajas Pufendorfs Entwurf eines

hannoverschen Landrechts von 1772 1970, Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen Bd. 2 (1837-1900) 1974, Recht und Form

1975, Der Göttinger Professor Johann Stephan Pütter aus Iserlohn 1975, Probleme der deutschen Rechtsgeschichte 1978,

Rechtsgeschichtliches aus Niederdeutschland 1978, Göttinger Universitätsreden aus zwei Jahrhunderten (1737-1934) 1978, Jurisprudencia

Lubecensis - Bibliographie des lübischen Rechts 1980, Alte deutsche Gerichtsformeln 1981

Sonstiges: 1933 NSDAP, NS-Dozentenbund, nach Blasius/Schumann Vertrauensmann des Sicherheitsdiensts, Mitglied des persönlichen Stabs

Reichsführer SS, 1941 Abteilungsleiter indogermanisch-deutsche Rechtsgeschichte SS-Rasse- und Siedlungshauptamt, nach Schumann ist in

den Entnazifizierungsakten zu lesen "Ich habe niemals Juden mit einem sog. Davidstern gesehen. Ich wusste auch nicht, dass es im Osten

Ghettos gab. Dass diese Ansiedlungen unter Verdrängung der einheimischen Bevölkerung vor sich gegangen sind, darüber habe ich nichts

erfahren und zwar auch nicht während meiner Tätigkeit beim RuS-Hauptamt", 1965 ostfriesisches Indigenat ehrenhalber, Kürschner 1940/1941,

1950, 1954, 1961, 1966, 1970, Nachruf JZ 1980, 622 (Landwehr Götz), Nachruf ZRG GA 98 (1981), 467 (Landwehr Götz), Studien zu den

germanischen Volksrechten (Gedächtnisschrift) hg. v. Landwehr Götz 1982, Klee Ernst Das Personenlexikon zum Dritten Reich 2003, 123, Die

Juristen der Universität Bonn, hg. v. Schmoeckel, M., 2004

Gestorben: Göttingen 22. 06. 1980


>EBELING C.,

geb. 1810

Veröffentlichungen: Aus meiner Praxis 1851


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