Pätzold, Stefan, Kleine Geschichte der Stadt Pforzheim (= Regionalgeschichte – fundiert und kompakt). Braun/DRW-Verlag, Karlsruhe/Leinfelden-Echterdingen 2007. 263 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Der seit 2001 am Stadtarchiv Pforzheim tätige Verfasser legt kurz nach seinem Wechsel nach Bochum über seine bisherigen Einzelstudien hinaus einen Überblick über die inzwischen mehr als 100000 Einwohner zählende Goldstadt am Eingang zum Nordschwarzwald vor. Er beginnt dabei mit den ältesten Siedlungsspuren nördlich des Schwarzwalds an der Einmündung der Nagold in die Enz. Aus dem Jahr 245 n. Chr. belegt eine Säuleninschrift den Namen portus (Hafen) für die dortige Römersiedlung, die der Verfasser mit anderen vom vicus zur civitas erhebt.

 

Das erste seiner fünf Kapitel lässt er bis zum Ende des Mittelalters reichen, an dem als bekannter Sohn der Stadt Johannes Reuchlin (1455-1522) hervortritt. In der frühen Neuzeit wird Pforzheim von einer Residenzstadt (bis 1565) zur Goldstadt. Im 19. Jahrhundert setzt sich die Industrie weitgehend durch.

 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgen wirtschaftliche Depression, braune Diktatur und totale Zerstörung durch einen Luftangriff Großbritanniens im Februar 1945 aufeinander. Gleichwohl erwächst aus den Trümmern in kurzer Zeit eine moderne Großstadt. Abbildungen und Karten veranschaulichen das dargestellte Geschehen,  Literaturverzeichnis und Zeittafel runden den handlichen Band ab.

 

Innsbruck                                                                                           Gerhard Köbler