Festgabe zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Louis Carlen (= Veröffentlichungen zur Geschichte des Alpenraums – Stockalperschloss Brig 10), hg. v. Bischofberger, Hermann/Imboden, Gabriel/Wiget, Josef. Rotten-Verlag, Brig 2005. 121 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Zeitschriften bilden die Wirklichkeit für ihren jeweiligen Leserkreis ab. Dies gilt auch für die Zeitschrift für Rechtsgeschichte. Aus ihr lassen sich in etwa Leistung und Bedeutung eines Forschers für die Rechtsgeschichte ablesen, weil er entweder in ihr selbst schreibt oder über seine Werke in ihr von anderen geschrieben wird.

 

Dies an dieser Stelle auszusprechen, darf vor allem auch deswegen gewagt werden, weil nicht jedermann ohne weiteres bekannt ist, dass Louis Carlen unter allen lebenden deutschsprachigen Rechtshistorikern an der größten Zahl Jahresbände der Zeitschrift für Rechtsgeschichte mitgearbeitet hat. Mehr als hundert Schriften anderer hat er in Rezensionen sachkundig und umsichtig vorgestellt. Zahlreiche bekannte und bedeutende Werke hat er selbst erarbeitet.

 

In Würdigung dieser vorbildlichen Leistung sind ihm schon früh und oft Ehrungen und Auszeichnungen zuteil geworden. Schüler, Kollegen und Freunde haben mehrere Festschriften zu seiner Ehrung verfasst. Eine kleine Kostbarkeit bildet der schmucke, zum 17. Januar 2004 geschaffene Band.

 

In ihm schildern eingangs Viola Amherd das Verhältnis zwischen Louis Carlen und Brig und Hans von Werra die Beziehung zwischen Louis Carlen und dem Stockalperschloss. Nach einem Kurzbericht Josef Wigets zur Jahrestagung vom 14./15. Mai 2004 in Brig bietet Gabriel Imboden eine ruhmreiche Laudatio. Dem folgen vier schöne Studien Herbert Schempfs über die Abteilung für rechtliche Volkskunde der schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde (Orte – Themen – Personen), Raimund J. Webers über den Augenschein beim Speyerer St. Guido-Stift im Jahr 1555 (Ein Beitrag zum Thema Recht und Bild aus pfälzischen Reichskammerakten), Paul Weibels über Auswirkungen der Revision des Stiftungsrechts auf die kirchlichen Stiftungen sowie Hermann Bischofbergers über Kirche und Staat in Appenzell Innerrhoden.

 

Vorangestellt ist ein farbiges Porträt des erfolgreichen Gelehrten vor einer Ehrfurcht erregenden Bücherwand. An Stelle einer Bibliographie weisen die Herausgeber auf die vielfältigen Anerkennungen hin. Möge es Louis Carlen vergönnt sein, in der Nachfolge Ulrich Stutzs für Zeitschrift und Rechtsgeschichte noch lange glücklich zu wirken.

 

Innsbruck                                                                                                                  Gerhard Köbler