Le diplomate au travail. Entscheidungsprozesse, Information und Kommunikation im Umkreis des westfälischen Friedenskongresses, hg. v. Babel, Rainer (= Pariser historische Studien 65). Oldenbourg, München 2005. 219 S.

 

In seinem Vorwort stellt der Herausgeber des sechs Studien zusammenfassenden Sammelbands ein wachsendes Interesse an der Erforschung von Außenpolitik und internationalen Beziehungen in der frühen Neuzeit fest. Insbesondere werde nach dem Funktionieren und der Infrastruktur frühneuzeitlicher Diplomatie und nach ihrem Beitrag zu außenpolitischen Entscheidungsprozessen gefragt. Deswegen sei auf einem Studientag des deutschen historischen Instituts Paris im Oktober 1998 anlässlich des 350. Jahrestags des westfälischen Friedens die Gelegenheit ergriffen worden, solchen Problemen am Beispiel des westfälischen Friedenskongresses nachzugehen.

 

Aus diesem Grund stellt Antje Oschmann der französischen Öffentlichkeit L’edition des traités de paix avec la France et la Suède dans les Acta pacis Westphalicae vor. Leopold Auer schildert die Reaktion der kaiserlichen Politik auf die französische Friedensproposition vom 11. Juni 1645, Franz Bosbach die gedruckten Informationen für Gesandte auf dem -westfälischen Friedenskongress (sechzehner europäischer Staaten und 148er Reichsstände), Guido Braun die Verhandlungssprachen und die Probleme der Übersetzung sowie Anuschka Tischer den Einfluss personaler Verflechtungen. Lucien Bély kommentiert die gehaltenen Vorträge und bietet darin einen Beitrag über den Ort des westfälischen Friedens in der Entwicklung von Diplomatie und internationalem Verkehr im Europa der frühen Neuzeit.

 

Ein Adressenverzeichnis der fachkundigen Autorinnen und Autorinnen beschließt das kleine Werk. Vielleicht hätte es ein Sachregister noch weiter erschlossen. In jedem Fall bietet es zahlreiche Anregungen, die bei Gelegenheit von allen Interessierten weiter verfolgt werden können.

 

Innsbruck                                                                                                       Gerhard Köbler