Mordek, Hubert, Studien zur fränkischen Herrschergesetzgebung. Aufsätze über Kapitularien und Kapitulariensammlungen ausgewählt zum 60. Geburtstag. Lang, Frankfurt am Main 2000. X, 383 S.

 

Am 8. Mai 1999 beging der bedeutende Freiburger Mediaevist Hubert Mordek, geboren im schlesischen Namslau, seinen sechzigsten Geburtstag. Zu diesem Anlaß war ihm von seinen Schülern eine Festschrift gewidmet worden[1]. Im darauffolgenden Jahr erschien dann das nun hier anzuzeigende Werk, eine Sammlung von Aufsätzen Hubert Mordeks über „Kapitularien und Kapitulariensammlungen“. In dem Band wird eine Anzahl von Aufsätzen Mordeks, teilweise anastatisch, teilweise neugesetzt nachgedruckt. Der den Band eröffnende Beitrag („Fränkische Kapitularien und Kapitulariensammlungen“) ist bisher unveröffentlicht gewesen und wird in Bälde auch in englischer Sprache erscheinen. Die anderen Beiträge, größtenteils Nachdrucke aus dem „Deutschen Archiv“ oder aus Festschriften runden den Band ab. In dem Band versammelt sind folgende Beiträge Hubert Mordeks: „Fränkische Kapitularien und Kapitulariensammlungen. Eine Einführung“[2], „Karolingische Kapitularien[3], „Neue Kapitularien und Kapitulariensammlungen[4], „Unbekannte Texte zur karolingischen Gesetzgebung. Ludwig der Fromme, Einhard und die Capitula adhuc conferenda.“[5] „Ein Freiburger Kapitularienfragment[6], „Bemerkungen zum Frankfurter Kapitular Karls des Großen (794)“[7], „Aachen, Frankfurt, Reims. Beobachtungen zu Genese und Tradition des ,Capitulare Francofurtense’ (794)"[8], „Von Wahrsagerinnen und Zauberern. Ein Beitrag zur Religionspolitik Karls des Großen“[9], „Weltliches Recht im Kloster Weißenburg/Elsaß. Hinkmar von Reims und die Kapitulariensammlung des Cod. Sélestat, Bibliothèque Humaniste, 14 (104)“[10], „Ein exemplarischer Rechtsstreit: Hinkmar von Reims und das Landgut Neuilly-Saint-Front[11], „Kapitularien und Schriftlichkeit“[12], sowie als letzter Aufsatz „Leges und Kapitularien[13].

 

Ein ausführliches Register, sinnvoll aufgeteilt in die Gruppen „Handschriften“, „Kapitularien“ und „Personen, Orte, Werke“ beschließt den Band.

 

Das Werk ist eine gelungene Komposition oder, wie es die Herausgeber Michael Glatthaar und Oliver Münsch treffend formulierten, eine „Collectio Mordekiana[14].

 

Dem ansprechend gestalteten Band ist eine Reihe von Abbildungen und Facsimilia beigegeben, doch wurden bedauerlicherweise nicht alle den Beiträgen beigebenen Facsimilia übernommen. Dies liegt aber wohl eher an den Vorgaben des Verlages als an der Intention des Verfassers. Sehr bedauerlich ist, daß die Paginierung der Erstdrucke nicht angegeben wurde, was vor allem bei den Verweisen zu den diversen beigegebenen Editionen stört. Seltsam mutet an, daß einige Aufsätze neu gesetzt wurden und das Verweissystem innerhalb der Fußnoten nicht der Neupaginierung angepasst wurde.

 

Doch genug der Kritik! Die Festgabe ist sehr gelungen. Sie verknüpft methodische Strenge und geschliffen formulierten Text mit einer stupenden Fülle an Kenntnis von Material und Materie. Es steht zu hoffen, daß dieser Sammlung Mordeks weitere folgen werden.

 

Heidelberg                                                                                         Klaus-Frédéric Johannes



[1] Buck, Thomas Martin (Hg.), Quellen, Kritik, Interpretation. Festgabe zum 60. Geburtstag von Hubert Mordek, 1999.

[2] Erstveröffentlichung, p. 1-54.

[3] Erstdruck: Überlieferung und Geltung normativer Texte des frühen und hohen Mittelalters. Vier Vorträge, gehalten auf dem 35. Deutschen Historikertag 1984 in Berlin, hg. von Hubert Mordek, 1986, p. 25-50; hier: p. 55-80.

[4] Zusammen mit Gerhard Schmitz; Erstdruck: DA 43 (1987), p. 361-439; hier: p. 81-161.

[5] Erstdruck: DA 42 (1986), p. 446-470; hier: p. 161-186.

[6] Erstdruck: DA 48 (1992), p. 609-613; hier: p. 187-192.

[7] Erstdruck: 794 - Karl der Große in Frankfurt am Main. Ein König bei der Arbeit. Ausstellung zum 1200-Jahre-Jubiläum der Stadt Frankfurt am Main, hg. von Johannes Fried, Rainer Koch, Lieselotte E. Saurma-Jeltsch und Andreas Thiel, 1994, p. 46-49; hier: p. 193-204.

[8] Erstdruck: Das Frankfurter Konzil von 794. Kristallisationspunkt karolingischer Kultur. Akten zweier Symposien (vom 23. bis 27. Februar und vom 13. bis 15. Oktober 1994) anläßlich der 1200-Jahrfeier der Stadt Frankfurt am Main, hg. von Rainer Berndt SJ, Teil I: Politik und Kirche,  1997, p. 125-148; hier: p. 205-228.

[9] Zusammen mit Michael Glatthaar; Erstdruck: AKuG 75 (1993), p. 33-64, hier: p. 229-260.

[10] Erstdruck: Litterae Medii Aevi. Festschrift für Johanne Autenrieth zu ihrem 65. Geburtstag, hg. von Michael Borgolte und Herrad Spilling, 1988, p. 69-85; hier: p. 261-278.

[11] Erstdruck: ZRG KA 83 (1997), p. 86-112; hier: p. 279-306.

[12] Erstdruck: Schriftkultur und Reichsverwaltung unter den Karolingern. Referate des Kolloquiums der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften am 17./18. Februar 1994 in Bonn, hg. von Rudolf Schieffer, 1996, p. 34-66; hier: p. 307-340.

[13] Erstdruck: Die Franken - Wegbereiter Europas. Vor 1500 Jahren: König Chlodwig und seine Erben. Ausstellungskatalog Reiss-Museum Mannheim, Bd. 1, 1996, p. 488-498; hier: p. 341-352.

[14] p. IX