AN = Abecedarium Nordmannicum
Abecedarium Nordmannicum = AN
Überlieferung: Sankt Gallen, Stiftsbibliothek 878 S. 321 Z. 24ff.
Die Handschrift umfasst
394 Seiten und besteht aus sechs ursprünglich getrennten Teilen. Sie kam aus
dem Nachlass des Humanisten Ägidius Tschudi (1505-1572) im späten 18.
Jahrhundert (1768) nach Sankt Gallen. Sie war vermutlich ein Handexemplar des
Reichenauer Abtes Walahfrid Strabo (808/809-849), das ihn über Jahrzehnte
begleitete. Der zweite Teil enthält auf den Seiten 178ff. den Computus Hrabani,
auf den Seiten 242ff. Beda, De natura rerum, auf den Seiten 278ff. Abbreviatio
chronicae (eine Chronologie bis zum Jahre 809) und auf den Seiten 315ff.
Isidorus, De accentibus, de figuris accentuum, de posituris, de litteris
(Isidor von Sevilla [† 636], Etymologiarum liber 1, cap. 3, 18-20, betreffend
Akzente und Buchstaben). Hier stehen nach einem hebräischen Alphabet (S. 320)
ein griechisches Alphabet, ein angelsächsisches Runenalphabet (Anguliscum) und
unter der Überschrift ABECEDARIUM NORD in drei Reihen zu 5, 6 und 5 Runen das
Abecedarium Nordmannicum (nordmannisches Abc) mit den dazugehörigen Versen,
wobei vor den Runennamen die betreffenden insgesamt 16 Runenzeichen angebracht
sind. Die Rekonstruktion des nur noch teilweise lesbaren Textes ist für
einzelne Stellen umstritten. Die Aufnahme in die im 9. Jahrhundert geschriebene
Handschrift erfolgte entweder während Walahfrids Ausbildungszeit in Fulda
(826-829) oder während der sich anschließenden Zeit am Hof Ludwigs des Frommen.
Inhalt: Das
insgesamt wohl 36 Wörter und Namen umfassende Abecedarium Nordmannicum ist das
älteste von vier erhaltenen Runengedichten. Es erklärt in 11 stabenden
Kurzversen (Merkversen) die 16 Runenzeichen der jüngeren nordischen Runenreihe
in der üblichen Reihenfolge, mit handschriftlicher Anordnung in drei Zeilen,
die offenbar den „Geschlechtern“ entsprechen. Dem Runenzeichen folgt der
Runenname, dem teilweise stabende Erweiterungen beigegeben sind, wobei auch die
Runennamen selbst als Paare staben. Neben rein altnordischen Sprachformen (z.
B. ar, Jahr) stehen altsächsische (z. B. fehu, Vieh) und dem Althochdeutschen
angeglichene Mischformen (z. B. thritten, dritten, chaon, rat [?], naut [?]).
Vermutlich wurde das Abecedarium nach einer nordischen (dänischen) Vorlage in
das Altsächsische übertragen.
Ausgaben: Grimm, W., Über deutsche Runen, 1821, 138 und Tafel 2 (Faksimile); Wimmer, L. F. A., Die Runenschrift, übersetzt v. Holthausen, F., 1888, 236 (Faksimile); Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 1 Texte, 19f.; Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 20, Nr. 6; Eis, G., Altdeutsche Handschriften, 1949, Nr. 9
Literatur: Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 2 Anmerkungen, 55ff.; Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 129; Ehrismann, G., Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966, 36f.; Baesecke, G., Das Abecedarium Nordmannicum, Runenberichte 1 (1941), 76; Bischoff, B., Eine Sammelhandschrift Walahfrid Strabos, FG Leyh, G., 1950, 30; Bischoff, B., Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit, Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), 112; Schneider, K., Die germanischen Runennamen, 1956, 20; Düwel, K., Runenkunde 1968, 104; Sonderegger, S., Abecedarium Nordmannicum, Verfasserlexikon Bd. 1 1978, 7; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen Sprachen, 1996, 114
AN = Abecedarium
Nordmannicum
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler,
1899, 20, Nr. 6
Abecedarium nordmannicum.1
[3] feu2 forman,3
[4] ur. after,
[5] thuris thri(tten)4
stabu,5
[6] os is
th(em)o6 oboro,7
[7] rat8 end9 os10
uurita(n)11│
[8] chaon12 thanne cliu(o)t13
[9] hagal nau(t)14habet,
[10] is ar
endi sol15│
[11] (tiu)16 bri(c)a17
[12] endi man midi,18
[13] lagu19 the20 leohto,
[14] yr al bihabe(t)21,
22
1 In der Handschrift die Überschrift ABECEDARIVM NORD. 2 Das Sperren der Runennamen rührt vom Herausgeber her. 3
Unter forman stehen vier ags. Runen, nach
v. Arx2 wreaw, nach
Massmann wreal, nach Lachmann threal
und nach Hattemer wreat. 4 v. Arx2 thr(itn), Hattemer thrietεn,
Piper thritten. 5 stabu steht unter thri(tten). 6 Statt is th(em)o v. Arx2 ist(lı)no, Massmann ist (hiemo? keno??), Hattemer isthεno,
Piper ist h(C)mo. 7 Massmann obero; oboro steht unter is th(em)o. 8 v. Arx2
ra(t), Hattemer rae. 9 Massmann end(i?), Hattemer εn, Piper en (es folgt ein einem Fraktur-d ähnliches Zeichen) „der buchstabe ‚nach
dem einem Fraktur-d ähnlichen Zeichen’ ist unsicher“. 10 os uurita(n) steht unter rat end; Lachmann
besserte end os in endos(t) (s. Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler
deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 2 Anmerkungen, S. 56). 11 Massmann uurit(a?),
Hattemer uurita, Piper uuritan. 12 v. Arx2 cha(on), Massmann chaen? chaon?, Hattemer cha. 13 Steht unter dem vorhergehenden; v. Arx2
d(i)uet, Massmann diuot, Hattemer nichts, Piper cliuot.
14 v. Arx2 nau(+), Hattemer naı, Piper naut (ı?). 15 Massmann sol, Hattemer so. 16 v. Arx2 und Piper hier nur Spuren dreier Buchstaben (Piper:
„darnach eine Stelle verdorbener Schrift“), Massmann isu, Hattemer nichts, Lachmann vermutete tiu oder tir (vgl. Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler
deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 2 Anmerkungen, S. 56). 17 v. Arx2.und Hattemer brita, Massmann brica (brita?), Piper
brica. 18 Steht unter der Zeile, etwas vor endi; v. Arx2
(nn)di oder (m)idi, Hattemer mid), Piper "nur noch nid lesbar". 19 Massmann lagu, Hattemer laga. 20 Massmann ihc, Hattemer ıhe. 21 v. Arx2 und
Piper bihabe, Massmann bihabet, Hattemer
bihab, J. Grimm und Lachmann in seinem, handschriftlichen
Text (s. Müllenhoff,
K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12.
Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 2 Anmerkungen, S. 56) bihabendi, weil sie das unter der Zeile stehende midi (s. Anm. 18 oben) als endi oder
ndi lasen und fälschlich mit bihabe
verbanden. 22 Althochdeutsch sind tt in thritten, t in rat, naut und ch in chaon, kaum dagegen b in stabu, habet, bihabet und
oboro. Altnordische Relikte sind ar,
naut, sol, yr.
BLV = Brief Leos von
Vercelli
Brief Leos von
Vercelli (BLV)
Überlieferung: Vercelli,
Dombibliothek Cod. CII (102)
Die Handschrift
enthält einige eigenhändige Briefentwürfe des italienischen Bischofs Leo von
Vercelli, eines der engsten Berater (logotheta palatii) Kaiser Ottos III. Diese
Briefe sind sämtlich an Kaiser Heinrich II. gerichtet. An Hand der in ihnen
geschilderten Ereignisse lassen sie sich auf das Jahr 1016 datieren.
Inhalt: Im letzten der Briefe beklagt sich der Bischof, dass der
Kaiser ihm unter Missachtung dessen, was das Gesetz wolle und befehle, eine
Königsurkunde gegen seine (Leos) Feinde verweigert habe. Sache der Kaiser und
Könige und Gottes sei es, die Unterworfenen zu schonen. In einer vier Wörter
umfassenden volkssprachigen Wendung erklärt der Bischof, wie er handeln werde.
Der Brief schließt mit der Aufforderung, die gewünschte Urkunde zu senden.
Die volkssprachige
Wendung ist altsächsisch. Sie ist sprachlich nicht einwandfrei (iuuuare statt
as. iuwa oder ahd. iuwer).
Ausgaben: Bloch, H., Beiträge zur Geschichte des Bischofs Leo von
Vercelli und seiner Zeit, NA 22 (1896), 22, 1-2; Klein, T., Niederdeutsch und
Hochdeutsch im frühen Mittelalter, in: Conrad-Borchling-Preis 1981, 21
Literatur: Bloch, H., Beiträge zur Geschichte des Bischofs Leo von
Vercelli und seiner Zeit, NA 22 (1896), 11; Henning, R., Über den deutschen
Spruch in dem dritten Brief Leos von Vercelli, NA 22 (1896), 133; Klein, T.,
Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem
Schreibwesen und ihrer Sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977, 326;
Klein, T., Niederdeutsch und Hochdeutsch im frühen Mittelalter, in:
Conrad-Borchling-Preis 1981, 11
Text:
uuaregat self iuuua(re) got.
(Verteidigt selbst
euer Gut)
BPr = Beda-Predigt
Beda-Predigt (BPr)
Überlieferung: Düsseldorf, Universitätsbibliothek
Heinrich-Heine-Institut B 80 f. 153a, 152b
Die Handschrift umfasst
153 Blätter. Sie enthält auf den Blättern 1 bis 152b lateinische Homilien
Gregors des Großen, den etwa 60 altsächsische Glossen beigefügt wurden. Auf der
vorderen Seite des letzten, ursprünglich leer gelassenen Blattes 153 ist der
volkssprachige Text eingetragen. Seine letzten Wörter, die auf dieser Seite
keinen Platz mehr fanden, wurden auf Seite 152b ganz unten angefügt. Auf der
Rückseite des Blattes 153 (153b) steht von gleicher Hand das Essener
Heberegister,dessen Schluss auf Seite 152b eingetragen ist.
Die Handschrift gehörte
früher dem zwischen 851 und 863 gegründeten Frauenstift Essen. Sie wurde im 10.
Jahrhundert geschrieben. Da die etwas jüngere Hand der beiden zusammenhängenden
volkssprachigen Texte dieselbe zu sein scheint, dürfte die Beda-Predigt ebenso
wie das Essener Heberegister in Essen geschrieben worden sein. Vermutlich
wurden sie kurz nach der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts (str.)
aufgezeichnet.
Inhalt: Das
etwa 165 altsächsische (insgesamt 169) Wörter umfassende Stück ist die
Übersetzung einer Allerheiligenpredigt. In ihr wird als abgeschlossene Lektion
zum 1. November der Ursprung dieses christlichen Festes geschildert. Gegenüber
der Vorlage erweitert die Übersetzung den Text. Sie ist wahrscheinlich nicht
der Rest einer Übersetzung der ganzen Predigt, sondern nur der vermutlich aus
einem lateinischen Lektionar übernommenen Einleitung. Die Predigt selbst wird
meist dem gelehrten Angelsachsen Beda (672/673-735) zugeschrieben, scheint aber
von Ambrosius Autpertus zu stammen. Die Übersetzung ist frei. Eingeschaltete
Nebensätze erweisen eine gewisse Gewandtheit des Übersetzers. Der Dialekt ist
altsächsisch und innerhalb des Altsächsischen wohl altwestfälisch. Der
Sprachstand könnte auf den Anfang des 10. Jahrhunderts deuten. Gewisse
sprachliche Gemeinsamkeiten scheinen mit dem Altniederfränkischen und dem
Altmittelfränkischen zu bestehen.
Ausgaben: Kindlinger,
V., (Leipziger) Allgemeiner literarischer Anzeiger 1799 Stück 110, 1081;
Gallée, J., Altsächsische Sprachdenkmäler 1894 (Faksimilesammlung 3c);
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 18, Nr. 4
Literatur: Kögel,
R., Geschichte der deutschen Literatur, 1894ff., 565; Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 126; Ehrismann, G., Geschichte der
deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966, 346; Bischoff, B.,
Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit,
Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), 130; Köbler, G.,
Lateinisch-altniederdeutsches Wörterbuch, 1972; Ahlsson, L., Die altsächsische
Bedahomilie, Nd. Mitt. 29 (1973), 30; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung
zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach- und
kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977, 538ff.; Sanders, W., Altsächsische
Homilie Bedas, Verfasserlexikon, Bd. 1 2. A. 1978, 317; Köbler, G., Altniederdeutsch-neuhochdeutsches
und neuhochdeutsch-altniederdeutsches Wörterbuch, 2. A. 1982; Tiefenbach, H.,
Nachträge zu altsächsischen Glossen aus dem Damenstift Essen, in: Schützeichel,
R., Addenda und Corrigenda (II) zur althochdeutschen Glossensammlung, 1984,
117; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen
Sprachen, 1996, 121
BPr = Beda-Predigt
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899. 18, Nr. 4
Predigt („Beda“-Predigt, Allerheiligenhomilie)
(Bruchstück einer Homilie [Bedas.])
[3] (f. 153a) Vui lesed tho sanctus bonifacius pauos an roma
uuas.│that he
[4] bedi thena kiesur aduocatum.
that│he imo an romŏ en hus gefi. that
[5] thia luidi1│uuilon pantheon heton. wan thar uuor|thŏn
alla afgoda
[6] inna begangana. So he│it imo tho iegiuan hadda. so wieda he it
[7] an│uses drohtines era. ende usero fruon sanctę2│mariun.
endi allero
[8] cristes martiro. te thiu│also thar er inna begangan vuarth
thiu│
[9] menigi thero diuuilo. that thar nu inna began|gan uuertha thiu gehugd
[10] allero godes│heligono. He gibod tho
that al that folk thes│dages3
[11] also the kalend nouember4 anstendit│te
kerikŏn quami. endi also
[12] that gŏdlika│thianust thar al gedŏn was.5 so wither gewarf6│
[13] manno gewilik fra endi blithi te hus.
[14]
Endi│thanana so warth gewonohed that man hŏdigŏ│ahter
[15] allero thero waroldi beged thia gehugd│allero godes heligono. te
[16] thiu so vuat so vui an│allemo themo gera uergomeloson that wi
it│
[17] al hŏdigŏ gefullon.7 endi that vui thur thero│heligono gethingi│
[18] (f. 152b) bekuman te themo ewigon || liua. helpandemo usemo drohtine.8
Beda, Op. VII.
151: Legimus in Ecclesiasticis historiis, quod sanctus
Bonifacius, qui quartus à beato Gregorio Romanæ urbis episcopatum tenebat, suis
precibus à Phoca Cæsare impetraret, donari Ecclesiæ Christi templum Romæ, quod
ab antiquis Pantheon antè vocabatur, quia hoc quasi simulachrum omnium
videretur esse deorum: in quo eliminata omni spurcitia, fecit Ecclesiam sanctæ
Dei genitricis atque omnium martyrum Christi, ut exclusa multitudine dæmonum,
multitudo ibi sanctorum à fidelibus in memoria haberetur: et plebs universa in
capite calendarum novembrium, sicut in die natalis Domini, ad Ecclesiam in
honore omnium sanctorum consecratam conveniret, ibique missarum sollennitate à
præsule sedis Apostolicæ celebrata, omnibusque ritè peractis, unusquisque in
sua cum gaudio remearet.
Ex hac ergo
consuetudine sanctæ Romanæ Ecclesiæ, crescente religione Christiana, decretum
est, ut in Ecclesiis Dei, quæ per orbem terrarum longè latèque construuntur,
honor et memoria omnium sanctorum, in die qua prædiximus, haberetur: ut
quicquid humana fragilitas per ignorantiam vel negligentiam, seu per
occupationem rei secularis, in sollennitate sanctorum minus plenè peregisset,
in hac observatione solveretur, quatenus eorum patrociniis protecti, ad superna
populorum gaudia pervenire valeamus.
1 gefi - luidi steht nicht auf Rasur,
wie St. Anz. f. d. alt. 22,269 angibt; die Rasur gehört nämlich der Rückseite
an. 2 Gallée unrichtig sancte. 3
g aus s korrigiert. 4 Gallée unrichtig november. 5 Zunächst vvas. 6
Handschrift gewrf (über
dem Raum zwischen w und r ein kleines a). 7 Gallée
unrichtig gefullen. 8 liua - drohtine ganz
unten auf der Seite geschrieben und durch ein H’ über liua, dem ein D’ nach ewigon entspricht, hierher verwiesen.
BSp
= Beichtspiegel (Sächsische Beichte)
Beichtspiegel (BSp) (Sächsische Beichte)
Überlieferung: Düsseldorf,
Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut D 2 f. 204a (2a)-205a (2a)
Die Handschrift im
Quartformat umfasst 234 Blätter in drei Teilen. Sie wurde hauptsächlich im
Anfang des 10. Jahrhunderts geschrieben. Die Blätter 1 bis 26 enthalten ein
Kalendarium mit Notizen sowie Formeln und Lektionen von verschiedenen Händen,
die Blätter 27 bis 197 von einer Hand (mit wenigen Korrekturen und Nachträgen)
ein Missale (Sakramentar), in dem eine Mischung des gelasianischen Ritus mit
dem gregorianischen Ritus mit manchen Abweichungen vorliegt, die Blätter 198
bis 234 (wohl liturgisch verwendete) Formeln und Lektionen von verschiedenen
Händen. Auf (dem zweiten) Blatt (mit der Nummer) 204a beginnt hinter (der
oratio) Precor domine im Ordo ad dandam poenitentiam des Poenitentiale
Pseudo-Bedae der volkssprachige, ursprünglich nicht in den lateinischen Ordo
gehörige Beichtspiegel. Er endet auf Blatt 205a unten. Nach einigen kleineren
Stücken fahren auf Blatt 206b die Messetexte fort.
Die Handschrift stammt
aus dem zwischen 851 und 863 gegründeten Frauenstift Essen. Dort wurde
vermutlich jedenfalls der erste, Essener Stiftsfrauen und Laienschwestern
erwähnende kalendarische Teil und der dritte, famulae aufführende, die
Benediktinerregel voraussetzende Teil geschrieben. Die Niederschrift des
Beichtspiegels könnte in das Ende des 10. Jahrhunderts bzw. in das späte 10.
Jahrhundert fallen. Sie ist Abschrift.
Inhalt: Der
auch sächsische Beichte oder altwestfälische Beichte genannte, etwa 565
volkssprachige Wörter umfassende Text enthält eine Beichte, die sich in
Einleitungsformel, Empfängerformel, Sündenbekenntnis, Schluss sowie weitere
Bußworte und Bittworte gliedert. Sie ist ein Beichtspiegel (str.), weil sie
ganz besondere Rücksicht auf die geistlich-klösterlichen Verhältnisse nimmt,
enthält aber auch Wendungen der allgemeinen Beichte.
Im Verhältnis zu den
anderen Beichten besteht eine engere Verwandtschaft mit der Lorscher Beichte
und dem (Vorauer) Bruchstück einer Beichte. Mit ihnen zusammen bildet die
Beichte eine eigene Gruppe, die nach Ausweis der Überlieferung weiträumige
Verbreitung erfahren hat, aber ihrer Bedeutung nach eher am Rande steht.
Kennzeichnend für sie sind die beachtliche Länge und die unklare Gliederung der
einzelnen Teile. Diese Merkmale ergaben sich daraus, dass ein älteres,
einfacheres Formular unter dem Gesichtspunkt möglichster Vollständigkeit
angereichert wurde. Vielleicht war der Ausgangspunkt eine althochdeutsche
Übersetzung einer lateinischen Beichte in Lorsch am Ende des 8. Jahrhunderts
oder bald nach 800.
Der Dialekt ist
altwestfälisch. Die Entstehungszeit des Textes ist umstritten. Vielleicht ist
er in Werden im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entstanden.
Ausgaben: Lacomblet, T., Archiv f. d. Gesch. d. Niederrheins 1
(1832), 1-9; Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa
aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 3 TExte, 236ff.; Gallée, J.,
Altsächsische Sprachdenkmäler, 1894 (Faksimilesammlung 3d); Wadstein, E.,
Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 16-17, Nr. 3; Steinmeyer, E. v.,
Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, 1916, Neudrucke 1963, 1971,
318-319 (mit einem vergleichbaren lateinischen Text auf S. 322, 323); Foerste,
W., Untersuchungen zur westfälischen Sprache des 9. Jahrhunderts, 1950, 15-18
(mit neuhochdeutscher Übersetzung)
Literatur: Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, 376ff.; Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 123; Ehrismann, G., Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966, 313; Eggers, H., Die altdeutschen Beichten, PBB (Halle) 77 (1955), 89ff., 80 (1958), 372ff., 81 (1959), 78ff.; Köbler, G., Lateinisch-altniederdeutsches Wörterbuch, 1972; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischen und althochdeutschen Schreibweisen und ihrer Sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977; Köbler, G., Altniederdeutsch-neuhochdeutsches und neuhochdeutsch-altniederdeutsches Wörterbuch, 2. A. 1982; Masser, A., Sächsische Beichte, Verfasserlexikon, 2. A. Bd. 8 (1992), 467
BSp =
Beichtspiegel
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler,
1899, 16, Nr. 3
Beichtspiegel
(f. 204a) [Wadstein 16,3]
Confessio. Ik giuhu goda alomahtigon fadar. Endi│allon sinon
[4] helagon vuihethon.1, 2 Endi thi godes
manne.│allero minero sun-
[5] diono.3 thero the ik githahta. endi│gisprak. endi gideda.
fan thiu
[6] the ik erist sundia3│uuerkian3 bigonsta. Ok
iuhu4 ik so huat so ik
[7] thes gi|deda thes vuithar mineru cristinhedi uuari. endi│vuithar mi-
[8] namo gilouon uuari. endi vuithar│minemo bigihton uuari. endi uuithar
[9] minemo mestra || (f. 204b) uuari. endi vuithar1 minemo herdoma
uuari. endi│
[10] uuithar minemo rehta uuari.
[11] lk iuhu nithas. endi auun|stes. hetias endi bisprakias. Sueriannias.
[12] endi liagannias. │firinlustono. endi minero gitidio farlatanero.
Ouar(-)|
[13] modias. endi tragi godes ambahtas. Horuuilliono. man|slahtono.
[14] Ouaratas endi ouerdrankas.5 endi ok untidion6│mos fehoda endi
[15] drank. Ok iuhu ik that ik giuuihid mos│endi7 drank nithar got (= nithargot). endi
[16] minas herdomas raka so ne│giheld so ik scolda. endi mer terida than
[17] ik scoldi. Ik│iu8 giuhu8 that ik minan
fader endi moder so ne eroda│
[18] endi so ne minnioda so ik scolda. Endi ok mina brothar│endi mina
[19] suestar endi mina othra nahiston endi mina│friund. so ne eroda endi
[20] so ne minnioda so ik scolda. │ Thes giuhu ik hluttarliko. that ik
arma
[21] man endi othra│elilendia so ne eroda. endi so ne minnioda so ik
[22] scolda. │ Thes iuhu ik that ik mina iungeron endi
mina fillulos│so
[23] ne lerda so ik scolda. Thena helagon9
sunnundag10│endi thia helagun
[24] missa. ne firioda
endi ne eroda so ik│scolda. Vsas drohtinas likhamon
[25] endi is blod mid│sulikaru forhtu endi mid sulikaru minniu11 ne ant(-)│
[26] feng so ik scolda.12 Siakoro ne
uuisoda endi im ira nod|thurti ne gaf
[27] so ik scolda. Sera endi unfraha ne trosta│so ik scolda. Minan
deg-
[28] mon so rehto ne gaf so ik│scolda. Gasti so ne antfeng so ik scolda.
[29] Ok iuhu│ik that ik thia giuuar the ik giuuerran ne scolda. │ Endi
[30] thia ne gisŏnda the ik gisŏnan scolda.
1 Gallée unrichtig uu- statt vu-. 2 Heyne und Müllenhoff,
K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12.
Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 1, 236 ergänzen endi
theson zwischen helagon und vuihethon. 3
Gallée unrichtig j statt i. 4 h aus g korrigiert. 5
Gallée unrichtig ouardrankas. 6
Heyne unrichtig uuî-tîdion. 7
i aus r korrigiert.
8 Zusammengeschrieben; die Verbalform doppelt,
in verschiedener Form (Gallée,
J., Altsächsische Grammatik, 1910, 122 Anm.)? 9 Gallée
unrichtig heligon. 10
Gallée unrichtig sunnum
dag. 11 Gallée unrichtig
minnia. 12 a aus i korrigiert.
BSp = Beichtspiegel
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 17
[1]
Ik iuhu (f. 205a) || unrehtaro gisihtio.1
unrehtaro gihorithano. Endi
[2] unrehtaro│githankono. unrehtoro2
uuordo. unrehtaro uuerko. un-
[3] rehtaro│sethlo. unrehtaro
stadlo. unrehtaro gango. unrehtoro3 le-
[4] garo.│Vnrehtas4 cussiannias.
Vnrehtas4 helsiannias. Unrehtas anafangas.│
[5] Ik gihorda hethinnussia endi5
unhrenia sespilon. Ik gilofda│thes
[6] ik gilouian6 ne scolda. Ik stal. ik
farstolan fehoda. ana7 or|lof gaf.
[7] ana orlof antfeng. Meneth suor an vuiethon.8 Abol|ganhed endi gistridi
[8] an mi hadda. endi mistumft. endi auunst.│Ik sundioda an luggiomo
[9] givuitscipia.8 endi an
flokanna. Mina│gitidi endi min gibed so ne
[10] giheld endi so ne gifulda so ik scolda.│Vnrehto las. unrehto sang.
[11] ungihorsam uuas. Mer sprak endi│mer suigoda than ik scoldi. endi
[12] mik9 seluon mid uuilon uuor|don
endi mid uuilon uuerkon endi mid
[13] uuilon githankon10│mid
vuilon luston mer unsuuroda than ik scoldi.
[14] Ik iuhu│that ik an kirikun unrehtas thahta. endi othra11 merda the-
[15] ru│helagun lecciun. Biscopos endi prestros ne eroda endi ne│min-
[16] nioda so ik scolda.
[17] Ik iuhu thes allas the ik nu binemnid│hebbiu endi binemnian
[18] ne mag. so ik it uuitandi dadi│so unvuitandi.8
so mid gilouon so
[19] mid ungilouon. so huat│so ik thes gideda thes uuithar godas
uuillion
[20] uuari. so vua|kondi so slapandi. so an dag so an nahta so an huili-
[21] karu tidi│so it uuari. so gangu ik is allas an thes alomahtigon
[22] godas│mundburd. endi an sina ginatha. endi nu dŏn ik is
allas│hlut-
[23] tarlikio minan bigihton. goda alomahtigon fadar.│endi allon sinan12
[24] helagon. endi thi godas manna. Gerno│an godas uuillion te gibot-
[25] ianna. endi thi biddiu gibedas.13 that thu mi te goda
githingi vuesan
[26] vuillias. that ik min│lif endi minan gilouon an godas14 huldion
[27] giendion moti.
1 Fast gisibtio; h wird auch an anderen Stellen dem b sehr ähnlich geschrieben. 2 Gallée
unrichtig unrehtero. 3 Gallée
unrichtig unrehtaro. 4 Gallée
unrichtig unrehtas. 5 e aus
Korrektur. 6 Gallée unrichtig gilovian. 7 Handschrift ana. 8 Gallée unrichtig uu statt vu. 9 -k aus h korrigiert. 10 Heyne
und Gallée ergänzen hier endi. 11 In
der Handschrift kein Akcent über o,
wie bei Gallée. 12 Gallée unrichtig sinam. 13 Gallée unrichtig gebedas. 14 Gallée unrichtig godes.
Lateinischer Text
(nach Steinmeyer, E. v., Die
kleineren althochdeutschen
Sprachdenkmäler, 1916, Neudruck
1963, 1971, 322)
[1] Ego confiteor, deus1 coeli et
terrae, coram hoc altare tuo sancto et
[2] istius loci reliquiis et coram hoc sacerdote tuo de omnibus peccatis
[3] meis. ... De cogitationibus sive sermonibus ..., quod hoc contra
[4] dei praeceptum feci.2 Ego confiteor
... odia, ... invidias, detractiones,
[5] periuria,3 ... carnales
concupiscentias pessimas, * ... superbiam et
[6] elationem et desidiam et pigritiam, ... fornicationes,4 ... luxurias,
[7] ebrietates, commessationes, homicidia. ... Patrem meum et matrem,
[8] fratres et sorores ... seu omnes propinquos ... honoris obsequium
[9] non exhibui.5 ... Seniorem
carnalem ... inobediens fui. ... Mulierem,
[10] filios et filias ... nec eos amavi et direxi et docui, sicut debui; filios
et
[11] filias meas,6 sicut deo promisi, non docui nec
honoravi.7 ... Domini-
[12] cam diem et solemnitates sanctorum ... nec custodivi et nescientibus
[13] non annuntiavi. ... Decimas bonorum meorum pleniter non reddidi,
[14]... furtum abscondi et comedi. ... Infirmos ... non visitavi.... Hos-
[15] pites ... non suscepi, ... dolentes et flentes non consolavi, inter se
[16] discordantes ... plus ad iram quam ad pacem provocavi. ... quod
[17] credere debui, non credidi, et quod non debui, credidi. Ego enim
[18] confiteor, quia multum peccavi visu, auditu ... et multa mala cogitavi
[19] et perpetravi. ... Ego confiteor, quia in sancta dei ecclesia multa
[20] mala cogitavi. ... Inordinate ... intra sanctam ecclesiam steti, sedi,
[21] osculavi,8 ... iacui, ...
intravi, exivi, ... per sanctas reliquias iuravi ...
[22] et sanctorum nomina ... periuravi. Ego confiteor, quia ... inobediens
[23] fui, ... infidelis fui, molestus fui, contentiosus, odiosus, invidiosus,
...
[24]
immitis; consecratum dei ministerium ... indignus et pollutus tetigi, ...
1 Confiteor tibi, domine, pater. 2
omnia peccata mea, quaecumque peccavi in cogitationibus,
locutionibus, in voluntate seu in opere, vel in consensu, et de omnibus
peccatis, quae ego feci contra dei voluntatem et legem christianam. 3
periurium,
mendacium. 4 adulteria, fornicationes. 5 Davor nec amavi nec dilexi nec visitavi neque honoravi. 6 Filiolos meos et filiolas, quos in baptismo
Christi suscepi ... et sicut deo pro ipsis spopond 7 nec honoravi fehlt. 8 In einer Beichte bei Morinus 571a heißt es oscula
inlicita et amplexus nefandos feci.
BSp=Beichtspiegel
Steinmeyer,
E. v., Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, 1916, Neudruck 1963, 1971, 323
Sächsische Beichte
[25] corpus domini ... sine confessione ... indignus accepi et non
custodivi,
[26] et ieiunia. ... Post cruces nuda vestigia incedere debens, sicut deus
[27] praecepit hoc agere, ... non custodivi nec adimplevi.1 Episcopis,
[28] presbyteris ... et communi clero ecclesiae dei non amavi nec dilexi
[29] nec honoris obsequium praebui, sicut deus praecepit. * Me ipsum per
[30] carnalia desideria et per malas cogitationes et per malam voluntatem
[31] ... contaminavi, dehonestavi. ... De his omnibus ... et quod ego
[32] contra dei voluntatem ... et legem christianam feci, ... sive2 ignoran-
[33] ter, sive scienter, ....3 sive in die, sive in nocte, ... sive vigilans, sive
[34] dormiens,4 * ... sic ego hodie omnia tibi, deus coeli et terrae, confiteor
[35] coram sancto altari tuo et sanctis istius loci reliquiis et coram
sacerdote
[36] tuo, ut pura ... confessione et ... voluntate ad emendandum. …
[37] Supplico te, dei sacerdos, ... dignare pro me domini misericordiam
[38] deprecari, ut donet mihi ... omnium peccatorum meorum remissionem.
1 et cum
aliis cruces sequi distuli 2 Davor quae ego
recordari possum aut quae non possum. 3 Davor sive in
cogitatione et voluntate seu in locutione sive in opere et consensu, sive in
suggestione et delectatione. 4 Darauf sive stando
seu sedendo sive pergendo seu iacendo.
DH = 23 = De Heinrico
De Heinrico (DH)
Überlieferung:
Die Handschrift vom Format 22 x 15 cm hatte im 15. Jahrhundert, in dem
sie bereits unvollständig war, 454 Blätter, von den noch 442 vorhanden sind.
Sie enthält auf den Blättern 432a bis 441b zweispaltig zu je 40 Zeilen eine
Sammlung von 47 lateinischen Gedichten, unter denen De Heinrico die Stelle 19
einnimmt. Ihr geht auf den Blättern 425b bis 431b ein Teil eines medizinischen
Traktats voran, der auf den Blättern 425b bis 454b seine Fortsetzung findet, so
dass die Liedersammlung dem ursprünglichen Bestand anzugehören scheint.
Geschrieben ist die Liedersammlung von einem Schreiber des 11. Jahrhunderts, dessen Schrift angelsächsische Züge enthält.
Vermutlich trug sie ein angelsächsischer Schreiber nach einer althochdeutschen
Vorlage in die Handschrift ein.
Inhalt: Der Zeit nach fallen die
Lieder zwischen die Jahre 968 und 1039. Abgefasst sind sie von verschiedenen
Dichtern. Manche Gedichte sind nur Auszüge aus klassischen Autoren. Auf Grund
verschiedener Spuren ist eine Entstehung der Sammlung am Rhein zu vermuten.
Inhaltlich finden sich Preisgedichte und Totenklagen auf Fürsten und
Geistliche, religiöse und didaktische Gedichte, Erzählungen, Schwänke,
Naturlieder und Stimmungslieder.
Das etwas mehr als 100 (114) althochdeutsche Wörter (und Namen)
umfassende Lied De Heinrico (von Heinrich) ist in der Art in
lateinisch-althochdeutscher Mischsprache geschrieben, dass grundsätzlich je die
erste Halbzeile lateinisch, die zweite althochdeutsch ist (lateinischer Anvers,
althochdeutscher Abvers). Das formal mit dem in der gleichen Sammlung der
Carmina Cantabrigensia überlieferten Liebesantrag an eine Nonne vergleichbare
Lied erzählt nach einem hymnusartigen Eingang von dem ehrenvollen Empfang eines
Bayernherzogs namens Heinrich durch einen Kaiser Otto, ihrem gemeinsamen
Kirchgang und dem weisen Verhalten Heinrichs im Rat. Streitig ist, ob damit
Heinrich I. von Bayern und Otto der Große oder Heinrich II. von Bayern und Otto
III. gemeint sind.
Der Dichter war ein Geistlicher, der lateinische Verse verfassen konnte.
Seine Ausdrucksweise ist einfach und schmucklos und damit zum Sprechvortrag
geeignet. Die Verse sind wenig sorgfältig behandelt, die Reimwörter wenig
ausgeprägt. Die Strophen haben teils drei, teils vier Zeilen.
Sprachlich scheint das
als einziges der politisch-historischen Gattung zuzurechnende Lied im
altnordrheinfränkischen Gebiet beheimatet. Einzelne altsächsische Wörter gelten
als vom Dichter zur Kennzeichnung der kaiserlichen Sprechweise bewusst gewählte
Saxonismen.
Ausgaben: Eckhart, J., Veterum monumentorum quaternio, Leipzig
1720, 49; Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus
dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, 39f.; Breul, K., The Cambridge Songs,
Cambridge 1915, 48 (Faksimile); Steinmeyer, E. v., Die kleineren althochdeutschen
Sprachdenkmäler, 1916, Neudrucke 1963, 1971, 110-111, Nr. 23; Strecker, K., Die
Cambridger Lieder, 1926, Neudruck 1955, 3. A. 1966, 57, 138 (Faksimile)
Literatur: Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, 99ff.; Ehrismann, G., Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966, 236; Uhlirz, M., Der Modus De Heinrico und sein geschichtlicher Inhalt, Dt. Vjschr. 26 (1952), 153; Dittrich, M., De Heinrico, Z. f. d. A. 84 (1952/1953), 174; Christensen, H., Das althochdeutsche Gedicht De Heinrico, Kopenhagener Beiträge zur german. Linguistik 10 (1978), 18; Schützeichel, R., Grenzen des Althochdeutschen, FS Schröbler, I. = PBB 95 (1973), 23; McLintock, D., De Heinrico, Verfasserlexikon, 2. A. Bd. 3 1981, 928; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen Sprachen, 1996, 118; Herweg, M., Ludwigslied, De Heinrico, Annolied, 2002, 180ff.
DH = 23 = De Heinrico
Steinmeyer, E., Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, 1916, S.
110
De
Heinrico.
[1] 1. Nunc1 almus thero euuigun2
assis thiernun filius3
[2] benignus fautor mihi,
thaz ig iz4 cosan5 muozi
[3] de quodam duce, themo heron6 Heinriche,
[4] qui cum dignitate thero Beiaro riche beuuarode.7
[5] 2. Intrans nempe nuntius then keisar8 namoda9
her thus10
[6] ‘cur sedes’,11 infit12
‘Otdo, ther unsar13 keisar14
guodo?
[7] hic15 adest Heinrich, bringit her hera16 kuniglich.
[8] dignum tibi17 fore
thir seluemo ze sine’.18
[9] 3. Tunc surrexit Otdo, ther unsar keisar19 guodo,
[10] perrexit20 illi obuiam21
inde22 uilo manig man
[11] et excepit illum23 mid24 mihilon25 eron.26
[12] 4. Primitus quoque27 dixit ‘uuillicumo Heinrich,
[13] ambo uos29 equiuoci, bethiu goda endi30 mi.
[14] nec non et sotii, uuillicumo sid gi mi’31
[15] 5. Dato responso
fane32 Heinriche so scono33
[16] coniunxere manus. her leida ina in thaz godes hus:
unc, der Initialbuchstabe steht zwei Zeilen höher. euuigun Wackernagel 1859 euuigero (veranlasst durch das vorangehende thero). Nunc almus assis filius thero euuigero thiernun Wackernagel 1830. filius assis thiernun Wackernagel 1859, assis filius thiernun Seelmann. Ob mit Scherer Beeinflussung durch den Weihnachtshymnus Nunc assis nobis spiritus omnipotentis caelitus bei Mone 1, 60 angenommen werden darf, steht dahin: er ist nur in einer einzigen Handschrift erst des 15. Jh. erhalten. iu oder is Seelmann, iu auch Joseph. coson Wackernagel 1830.
herin Wackernagel 1830. beuuarode] das letzte e nicht mehr deutlich. bewaroda Wackernagel 1830. kuning hier, 6 und 9 Seelmann. manoda Lachmann und alle Herausgeber bis auf Dieterich, der mit Recht zur Überlieferung zurückkehrte: ‚er redete mit Namen an’ wie Physiologus Z. 4. thuf. sedes] vom ersten e ab etwas verwischt. inquit Wackernagel 1830. Nach unsar Rasur von o. Ob hinter keisar ebenfalls o radiert wurde, lässt sich nicht erkennen. hic enim Wackernagel 1830. bruother seit Eccard alle Herausgeber bis zu Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 3. A. 1892, Bd. 1, 39, wo bringit von mir (Steinmeyer) konjiziert wurde. Priebsch und Meyer bestätigten, dass in der Handschrift bringt│her steht. bruother hero Wackernagel 1830. 1859, brother, hori Seelmann, bringit ther, hero Dieterich. bringit heran kuniling F. Holthausen, Z. f. d. P. 35 (1904), 89. tibi] ibi etwas verblasst. fare thit selve mare Wackernagel 1830 auf Grund von Eccards fore Thit selve more, dignam tibi sine thie selve moze sine Wackernagel 1859. Das handschriftliche selue moze trennte zuerst Schade richtig. thu selvo moties ine Seelmann, dignum tibi … fore thir seluemo ze sine Steinmeyer, Braune. foret thar, nachher zu hir berichtigt Holthausen Z. f. d. P. 35 (1904), 89. 36 (1905), 483. dignum trisore Dieterich. sine fassten als schene Heinzel, Kögel und jetzt auch von Unwerth, als siuni Ehrismann; sonst wird es = wesenne genommen. keisar] nach der Photographie scheint mir k aus Korrektur entstanden. prex (im Fuß des p ein Abkürzungsstrich, über x ein Abkürzungsstrich) (= p[er]rex[it]). obuiā (= obuiam). Blatt 437b1. illom Schade. Darauf dasselbe mid radiert. mih,ilon. Wackernagel 1830 schrieb michilon. erun Seelmann. nos Seemüller. inde Wackernagel 1830.uu,illicumo sidigimi, verbessert von Wackernagel 1830. bono Wackernagel 1830. scone, verbessert von Wackernagel 1830.
Steinmeyer, E., Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, 1916, S.
111
[17] petierunt ambo1
thero godes genatheno.2
[18] 6. Oramine facto
intfieg ina3 auer Otdo,
[19]duxit4 in concilium5 mit michelon eron6
[20] et omisit7 illi
so uuaz so her thar8 hafode,9
[21] preter quod10 regale,
thes thir Heinrih nigerade.11
[22] 7. Tunc stetit al thiu sprakha12 sub
firmo Heinriche.13
[23] quicquid Otdo fecit,14
al geried iz Heinrih;
[24] quicquid15 ac omisit,16
ouch geried iz Heinrihc.
[25] 8. Hic non fuit ullus - thes hafon ig guoda fulleist17
[26] nobilibus18 ac liberis,19
thaz thid20 allaz21 uuar is -,
[27] cui non22 fecisset
Heinrich allero rehto gilich.
1 petier
ā bo (über r ein Abkürzungsstrich)
(= petier[unt] a[m]bo). 2 genathono Wackernagel 1830. 3 intsiegina] intfieng ena Lachmann. 4 ducx (über x ein
Abkürzungsstrich) (= dux[it]). 5 conciliū] conciliom
Schade. 6 erun Seelmann. 7 amisit, verbessert von Lachmann, commisit Wackernagel 1830.
Wackernagels Konjektur musste Lachmann kennen. Wenn er sie trotzdem nicht
annahm, sondern wie V. 24 omisit setzte,
so verfuhr er keineswegs ‚schnellfertig’, wie Joseph 204
ihm imputiert. Die lateinischen Worte des Gedichts sind deutsch gedacht: das
erweist V. 17; omitto aber gibt
Glossen 1, 220, 7. 4, 9, 61 firlazan wieder, und dies bedeutet
sowohl überlassen als auch unterlassen.
8 þar. 9 hafede Wackernagel 1830, hafodi Schade. 10 pt q] (über p und t ein Abkürzungsstrich, im Fuß
des q ein Abkürzungsstrich) praeterquam die Herausgeber bis zu Müllenhoff, K./Scherer, W., Denkmäler
deutscher Poesie und Prosa aus dem 8.-12. Jahrhundert, 2. A. 1873 (= eher
preter quod). 11 gerode Wackernagel 1830. 12 spracha
Wackernagel 1830. 13 heinricho, verbessert von Wackernagel 1830, Heinricha Joseph. Tunc stetit firma al thiu spraka Schade. 14
fec (über c ein Abkürzungsstrich) (fec[it]).
15 qcquid (über q ein i) (=
q[ui]cquid). 16 amisit, verbessert von Lachmann, commisit Docen und Wackernagel 1830. 17 fullust
Schade. 18 nobilis, verbessert von Lachmann, novellis
Wackernagel 1830. 19
libis] (über b ein Abkürzungsstrich) (= lib[er]is) litteris Wackernagel 1830, libris Schade, liberalis Dieterich. 20 tid. 21
allas Seelmann. 22
n (über n ein Abkürzungsstrich) (= non).
EH
= Essener Heberegister
Essener
Heberegister
Überlieferung: Düsseldorf,
Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut B 80 f. 153 b, 152b
Die Handschrift umfasst
153 Blätter. Sie enthält auf den Blättern 1 bis 152b lateinische Homilien
Gregors des Großen, den etwa 60 altsächsische Glossen beigefügt wurden. Auf dem
vorletzten Blatt 152b steht von anderer, jüngerer Hand ein lateinisches Stück
eines Heberegisters mit altdeutschen Ortsnamen. Dem folgt auf der vorderen
Seite des letzten, ursprünglich leer gelassenen Blattes 153 von etwas jüngerer
Hand (kurz nach der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts) die volkssprachige
Beda-Predigt, deren letzte Wörter, die auf der Seite 153a keinen Platz mehr
fanden, auf Seite 152b angefügt wurden. Seite 153b enthält von der selben Hand
wie die Beda-Predigt ein volkssprachiges Heberegister, dessen Schluss auf Seite
152b steht.
Die Handschrift gehörte
früher dem zwischen 851 und 863 gegründeten Frauenstift Essen. Sie wurde im 10.
Jahrhundert geschrieben. Da das Heberegister Essen betrifft, dürfte es in Essen
aufgezeichnet worden sein.
Inhalt: Das
etwa 150 volkssprachige Wörter und Namen aufweisende Heberegister enthält
Aufzeichnungen der Abgaben, die einzelne umliegende Höfe des Klosters Essen zu
entrichten hatten. Sie betreffen Malz, Gerste, Honig und Holz und waren
vermutlich an das Brauamt des Stiftes zu leisten. Insofern dürfte nicht ein
Bruchstück eines Verzeichnisses der gesamten Klostergefälle, sondern eine in
sich geschlossene Aufstellung vorliegen. Erfasst sind neun Höfe.
Die Sprache ist
altsächsisch bzw. stärker eingegrenzt altwestfälisch. Entstanden sein könnte
die Aufstellung 860 bis 869, weil die Angaben dem Güterstand dieser Zeit am
ehesten zu entsprechen scheinen, oder im ausgehenden 9. oder beginnenden 10.
Jahrhundert.
Ein späteres
lateinisches Register der Einkünfte des Stifts Essen stammt aus dem 14.
Jahrhundert.
Ausgaben: Kindlinger,
V., (Leipziger) Allgemeiner literarischer Anzeiger 1799, Stück 110, 1081;
Gallée, J., Altsächsische Sprachdenkmäler, 1894 (Faksimilesammlung 3);
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 21-22, Nr. 7
Literatur:
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 131; Ehrismann, G.,
Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966, 360; Loo,
L. van de, Eickenscheidt. Zur Geschichte des Oberhofes, des Hofes und seiner
Unterhöfe, Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 56 (1938), 91;
Jahn, R., Die ältesten Sprach- und Literaturdenkmäler aus Werden und Essen,
Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 60 (1940), 9, 73; Klein, T.,
Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem
Schreibwesen und ihrer Sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977;
Schmidt-Wiegand, R., Essener Heberolle, Verfasserlexikon, 2. A. Bd. 2 1980,
634; Tiefenbach, H., Nachträge zu altsächsischen Glossen aus dem Damenstift
Essen, in: Schützeichel, R., Addenda und Corrigenda (II) zur althochdeutschen
Glossensammlung, 1985, 117; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im
Rahmen der germanischen Sprachen, 1996, 122
EH = Essener Heberegister
Wadstein, E., Kleinere altsächsische
Sprachdenkmäler, 1899, 21, Nr. 7
Essener Heberegister
[3] (f. 153b) Van uehus1 ahte
ende ahtedeg mudde maltes│ende ahte brod
[4] tuena sostra erito uiar1 mudde│gerston uiar uother2 thiores holtes.
[5] te thrim hoge|tidon ahtetian mudde maltes ende thriuu uother│
[6] holtes. ende uiarhteg3 bikera.
ende4 usero
herino│misso tua crukon. │
[7] Van ekanscetha similiter. │
[8] Van rengerengthorpa similiter.
[9] Van hukre|tha similiter ana that holt te then hoge|tidon.
[10] that ne geldet thero ambahto neuue|thar.
[11] Van brokhuson. te then hogetidon│nigen mudde maltes ende
[12] tuenteg bikera.│ende tua crukon.
[13] Van horlon nigen ende│uiftech mudde maltes ende tue uother│
[14] thiores holtes. tue mudde gerston. uiar brot.│en suster erito.
tuenteg
[15] bikera. endi tua│crukon. nigen mudde maltes te then ho|getidon.
[16] Van nianhus similiter.
[17] Van│borthbeki similiter.
[18] Van drene te usero│herano misso tian ember honegas. Te
[19] pin|coston siuondon haluon ember honegas│endi ahtodoch bikera.
[20] endi uiar crukon.5
[21] (f. 152b) De6 predio eilę prepositurę. Creia
. x. siclos.7│
[22] De nouo predio.8
[23] .v. siclos9, an rohhuson.10│
1 Gallée unrichtig V-
(resp. v) statt
u-. 2 u aus
Korrektur. 3 h aus t (?)
korrigiert. 4 te zu ergänzen? 5 Die ganze Seite 153b
ist früher mit einem anderen Text beschrieben gewesen, der aber ausradiert
worden ist, um diesem HeberegisterPlatz zu machen. Zu oberst ganz am Rand steht
mit roter Tinte die Federprobe: probatio minei. 6
Das folgende auf Seite 152b stehende Stück ist (von anderer Hand) auf das
unterste Drittel der Seite geschrieben. Davor steht das Ende der Homilien
Gregors. 7 Diese Zeile stellt Gallée unrichtig (vgl. St. Anz.
f. d. alt. 22, 269) hinter hannine s. 22, 15 unten. Zwischen dieser
Zeile und dem folgenden sind zwei Zeilen, zum Teil infolge Radierung,
leer. 8 Die drei Worte
auf Rasur; nach predio eine leere Stelle, wo etwa drei Buchstaben ausradiert
sein könnten. 9 Handschrift siclos; o aus i korrigiert (s
ist über o geschrieben). 10
Hinter rohhuson erblickt man (fast ausradiert) .v. siclos (siclos über .v.
geschrieben) a(n) und dann noch Spuren von etwa sechs
Buchstaben.
EH = Essener Heberegister
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 22
[1] .v. siclos1 an ladthorpa.2
[2] An hamuuinkile xxx denarios.3│
[3] An lindenun .v. siclos.
[4] An berghalehtrun4 .iii.│siclos. et
sex denarios.
[5] An hupelesuuik .iii. siclos3 et iiii denarios.│
[6] An
brehton xxx denarios.
[7] An
driuere. unum siclum.
[8] An│uueteringe .vi. siclos.
[9] An hanevuic5 .iiii. siclos et
vi. denarios.│
[10] An vunnincthorpa .iii. siclos.
[11] An rinherre .iii. siclos.│
[12] An bekehem .ii.
[13] I.6 An ahtinesberga.7
[14] v. siclos. An stengrauon.│
[15] .iiii.8 siclos.9 An hannine.│
1 Über .v. geschrieben. 2 Gallée unrichtig Ladtthorpa. 3
-s über das o geschrieben. 4 Das zweite h aus
Korrektur. 5 Crecelius -vuig und
Gallée -wig, unrichtig; der letzte Buchstabe sieht allerdings zunächst
wie ein G aus; der kurze Strich (Punkt) an der unteren Spitze des c,
der den Buchstaben wie ein G aussehen lässt, gehört aber nicht zu
demselben, sondern ist der vor die folgende Zahl gehörende Punkt. 6 Oder wie Crecelius j; Gallée statt bekehem .ii. I. An unrichtig Bekehem III An, indem er den zwischen ii und I stehenden Punkt nicht beachtet hat. 7 Zwischen a und h ein Ölklecks (?), wo man Spuren eines
Buchstabens (t?) sieht. 8 Crecelius unrichtig III. 9 Von
Gallée übergangen.
EMN = Essener Monatsnamen
Essener
Monatsnamen (EMN)
Überlieferung: Düsseldorf,
Universitätsbibliothek Heinrich-Heine-Institut D1 f. 217-223b
Die
Pergamenthandschrift im Format 28 x 19,5 cm umfasst einschließlich zweier
Vorsatzblätter und der nach Blatt 36 und nach Blatt 121 eingeschobenen Blätter
insgesamt 251 Blätter. Sie enthält ein Missale des modifizierten gregorianischen
Ritus mit vielen Erweiterungen und mit Antiphonen am Rand. Sie ist von
mindestens 9 Händen geschrieben. Wie sich aus Gebeten auf Blatt 90 ergibt, die
Papst Hadrian II. (868-872) und Kaiser Ludwig II. († 12. 08. 875) erwähnen,
dürfte sie in ihren wichtigsten Teilen kaum sehr viel später entstanden sein.
Die erste Lage der
Handschrift (Blätter 1 bis 7) wurde wahrscheinlich später vorgebunden. Sie
besteht aus einem Quaternio mit vermischten Messgebeten. Es folgt das
ursprünglich unbeschriebene Vorsatzblatt 8, das mit dem folgenden Blatt 9 ein
Doppelblatt bildet, das den anschließenden Binio (Blätter 10-13) umschloss und
mit ihm zusammen einen Ternio ergab. Dementsprechend begann die Handschrift
einst wohl mit den Namen (nomina vivorum) auf Blatt 10a. Die Namen auf Blatt 8b
sind demgegenüber anscheinend ein Nachtrag.
Den Hauptteil der
Handschrift (Blätter 14-214), dessen Hauptinhalt ein Sakramentar bildet, haben
drei Hände der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts geschrieben, wobei die
Blätter 67 bis 139 von der Hand B stammen. Ob von der Hand C auch der Kalender
auf den Blättern 217 bis 224 stammt, ist streitig, doch ist keine der
zahlreichen anderen Hände, welche die übrigen Teile der Handschrift sowie eine
Reihe von Nachträgen im Hauptteil aufzeichneten, jünger als das 10.
Jahrhundert.
Die Namen im Kalender
könnten nicht lange nach Bischof Altfrids Tod (874) eingetragen worden sein.
Dem scheinen Nachträge ab 953 zu folgen, was mit dem Untergang eines zweiten
Kalenders beim großen Stiftsbrand im Jahre 946 erklärt werden könnte. Die
Handschrift ist wohl in dem zwischen 851 und 863 gegründeten Stift Essen
geschrieben. Ein Eintrag auf Blatt 1a aus dem 17. Jahrhundert könnte auf das
Essener Männerkapitel hinweisen.
Inhalt: Die
Handschrift enthält außer zahlreichen Namen auf Blatt 88a eine altsächsische
Glosse und im Kalender zwei altsächsische Monatsnamen.
Ausgabe: Harless, W., Die ältesten Necrologien und
Namensverzeichnisse des Stifts Essen, Arch. f. d. Gesch. d. Niederrheins 6
(1868), 76
Literatur: Harless,
W., Die ältesten Necrologien und Namensverzeichnisse des Stifts Essen, Arch. f.
d. Gesch. d. Niederrheins 6 (1868), 63ff.; Tiefenbach, H., Xanten-Essen-Köln,
1984, 119ff
EMN = Essener Monatsnamen
Harless, W., Die
ältesten Necrologien und Namenverzeichnisse des Stifts Essen, Arch. f. d. G. d.
Niederrheins 6, (1868), 63, Essener Missale A (9./10. Jh.), B (10. Jh.), C (10.
Jh.), S. 76
Essener Monatsnamen
VIII. kal. Sept. Sancti Genesi episcopi uel
martyris
(c)ekhild.
Kal. Septembr. Sancti Prisci martyris. (d)Franko
laicus obiit.1
III. Idus Sept.
Proti uel iacincti. (d)Gerolf laicus.
XV. kal. Oct. S. Lantberti episcopi.
X. kal. Oct. (d)Folrad
laicus.
V. kal. Oct. Sanctorum Cosmae uel Damiani. (e)uuen-
dilbrun.
Kal.
Oct. S. Remigii uel Germani. Eodem die obiit
Reinbertus presbiter.
Nonas Oct. Sancti Marci episcopi. (b)Obiit
Rein-
harius presbiter.
V. Idus Oct. Sancti Iusti martyris. (e)Heriuuard
laicus. Brun archiepiscopus.
III. Non. Oct. (c)Vuicburg ancilla.
Idus Oct. (c)Lupi confessoris. Sanctorum Maurorum.
Eksvith.
XII. kal. Nou. Sancti hilarionis. sanctarumque uir-
ginum XI. milium.2
IIII. Non. Nou. (d)Heinricus
dux obiit. Radburg laica.
VIII. Idus Nou. (f)Pauli heremitę. Obiit helburg laica.
II. Idus Non. (b)Radburg ancilla.
Idus Nou. Sancti Briccii episcopi (d)et passio
sanctę
maxelendis uirginis.
VI. kal. Decemb. (g)hominem
exuit Bereugarius episcopus
cameracensis.
VII. Idus Decemb. Octauas s. Andreae. (b)liudbraht
XVIIII. kal. Januar. (d)Gerolf.
III. kal. Jan. Gersuit ancilla xpi obiit.
1 Am Rande: zu kal. Sept. Apud hebraeos flud. apud Graecos
Thot. Apud Egyptios Scorpicus. Apud Latinos
September. Apud Thiudiscos
haleg manoth. (Nach Einhard, vita Karoli Magni c. 29
ist letzteres bekanntlich die Bezeichnung des December). 2 Am Rande zu Kal. Nou.: Apud Hebr. Mursussius.
Apud G. Attiricus. Apud Egypt. Dios. Apud L. Nouember. Apud Thiudiscos
blotmanoth.
EV = Einhardi Vita Karoli. Monats- und
Windbezeichnungen
Überlieferung: Die wichtigsten der (134
sicheren) Handschriften sind (nach Holder-Egger):
A1* = Wien, Österreichische
Nationalbibliothek Cod. 510 (früher Hist. prof. 654, vor Mitte 9. Jh.); A1 =
Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod. 529 (früher Hist. prof. 667, aus
Sankt Eucharius in Trier, E. 9. Jh.); A2 = Rom, Biblioteca
Apostolica Vaticana Reg.Christ. 339 (= Reg. lat. 339) (aus
Sankt Gallen, 10. Jh.); A3 = Leningrad F IV. 4 (= Sankt Petersburg,
Saltykov-Scedrin-Bibliothek F. v. IV. 4) (aus Sankt Medardus/Soisson,
10. Jh.); A3a =
Inhalt: Der um 770 im Maingau als
Sohn einer ostfränkischen Adelsfamilie geborene Einhard wurde im Kloster Fulda
erzogen, wo er 788 und 791 als
Urkundenschreiber auftrat. Danach wurde er an den Königshof gesandt, wo er
Schüler Alkuins wurde. 796/797 gehörte er zum engeren Hofkreis des Königs,
wurde vermutlich Nachfolger Alkuins an der Hofschule und Oberaufseher über die
königlichen Bauten in Aachen. Unter Ludwig dem Frommen wie Lothar I. behielt er
seine Stellung, blieb aber nach 830 dem Hof fern und starb am 14. 03. 840.
Von seinen 58 überlieferten Briefen ist der älteste auf 823 zu
datieren. Um 830 (828?) verfasste er die Vita Karoli Magni (Lebensbeschreibung
Karls des Großen). Etwa gleichzeitig entstand wohl auch die Translatio
sanctorum Marcellini et Petri.
Die Lebensbeschreibung Karls des Großen war der erste Versuch einer weltlichen Biographie seit der Antike.
Das Vorbild waren Suetons Vitae Caesarum. Gegliedert ist das Werk in die res
gestae (Taten Kapitel 5-11), die mores et studia (Sitten und Ziele, Kapitel
18-25) und die regni administratio et finis (Verwaltung des Reiches und Ende,
Kapitel 26-33).
Im letzten Teil schildert Einhard in Kapitel 29, wie Karl den zwölf Monaten althochdeutsche Namen gegeben
habe, nachdem zuvor teils lateinische, teils einheimische Namen üblich gewesen
seien. Auch die Zahl der einheimischen Windnamen habe er von kaum vier auf
zwölf erhöht.
Sprachlich gehören die 24 großenteils lateinisch beeinflußten Namen zum
Altostfränkischen, doch gibt es in einzelnen Handschriften auch Umsetzungen in
das Altniederfränkische (A5) und Altsächsische (vielleicht Handschrift A2,
A2a). Altsächsisch könnten vor allem bracmanoth, helagmanoth und lentinmanoth
sowie ostroniwind sein.
Ausgaben:
Nuenarius, Dissertatio de origine... Francorum..., 1521);
Einhardi Vita Caroli, 6. A. curavit Holder-Egger, O., 1911, Neudruck 1947 (=
Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Garmaniae
Historicis separatim editi 33/4); Gysseling, M., Corpus van Middelnederlandse Teksten,
1980, 122
Literatur: Lintzel, M., Die Zeit der
Entstehung von Einhards Vita Karoli, FS Holzmann, R., 1933, 22; Koch, A., Namen
von Monaten und Windrichtungen in
einer niederländischen Handschrift des 11. Jahrhunderts, FS Bach, A., 1965,
441; Corpus van middelnederlandse teksten, uitgegeven door Gysseling, M., 1980,
122; Gysseling, M., Corpus van
Middelnederlandse Teksten, 1980, 122; Eberl, I., Einhard, Verfasserlexikon, 2. A. Bd. 2
1980, 420; Tischler, M., Einharts Vita
Karoli, 2001
EV
= Einhardi Vita Karoli, Monats- und Windbezeichnungen
EINHARDI VITA KAROLI M.1, a
Einhardi Vita Caroli, 6. A. curavit Holder-Egger,
O., 1911, Neudruck 1947, 33
[3] 29.* Post susceptum imperiale nomen,
cum adver
[4]teret multa legibus populi sui deesse
- nam Franci
[5] duas habent leges2, in plurimis locis valdeb diversas –
[6] cogitavit quae deerant addere et
discrepantia unire,
[7] prava quoque ac perperam prolata
corrigere, sed de his
[8] nihil aliud abc eo factum est, nisi quod pauca capitula,
[9] et ea inperfecta, legibus addidit.
Omnium tamen na
[10]tionum, quae sub eius dominatu erant,
iura quae scripta
[11] non erant describere ac litteris
mandari fecit. Item
[12] barbara4 et antiquissima carmina, quibus veterum
regum
[13] actus et bella canebantur, scripsit
memoriaeque manda
[14]vit. Inchoavit et grammaticam patrii
sermonis.
[15] **Mensibus etiam iuxta propriamd linguam voca
[16]bula inposuit, cume ante id temporis apud Francos
[17] partim Latinis, partim barbaris
nominibus pronuntiaren
[18]turf.
Item ventos duodecim propriis appellationibusg
[19] insignivit, cum prius non amplius
quam vix quattuor
[20] ventorum vocabulah possent inveniri. Et de mensibus
[21] quidem Ianuarium Wintarmanothi, Februariumk Hor
[22]nungl,
Martium Lentzinmanothm, Aprilemn Ostarmanoth,
[23] Maiumo Winnemanothp, Iunium Brachmanothq, Iuliumr
[24] Heuuimanoths, Augustum Aranmanotht, Septembrem
[25] Witumanothu, Octobremv
Windumemanothw, Novembrem
[26] Herbistmanothx, Decembrem Heilagmanothy appellavit.
* Wal. c. XXX: De
studio eius in legibus emendandis.
** Wal. c. XXXI: Quibus noviter appellationibus menses
annuosz et ventos duodecima insigniveritb.
1 (Zu Kapitel
28 … eos appellando) V. epist. Karoli
M., (Epist. IV, p. 546 sq. 556). JA.. 2 Salicam
et Ribuariam. 3 i.
e. Additamenta ad legem Salicam et ad legem Ribuariam. 4 i. e. Germanica.
a(Zu Kapitel 28 … eos appellando) voci
eos superscriptum ad A 1; eos fr. B 1*. 2. b valde om. B
1*. 2. c ab
eo om. B 1*. 2. d patriam A 4.
e qui A 3. f pronuntiabantur A 3. g nominibus
propriis A 4. h possent voc. A 1.
i uuintaremanoth A 4; uuintarmanot B 1, et ita (-not) semel post; uuintarmanodh B
2; uuintermanoth A 2. 5.
k febroarium
A 1* (e korrigiert). 2. B 1;
Febr. - Heuuimanoth om. B 1*. 2. l hornug A 1 C 1; hornungmanoth A 5.
m leuzinmanoth A 3; lentinmanoth A 2. 5; lenzenmanoth A 4. n Apr. – Winn. om. A
3. o Maius A
1*. p iuuinnemanoth
C 1; uunnemanoth A 4. q bracm. A 2a. 4; brachmenoth B 1.
r Iulium -
Aranmanoth om. A 3. s houuimanoth
A 4; heum. e korrigiert A 2; haymanoth A 5; uuimanoth A 1; uuimanot A 2a. t aranmannoth
B 2.
u uuidumanoth A 5; uuitemanoth A 2; uuintumanoth B
2. v octembrem
C 1; octubrem A 2. B 1. w uuindumanoth B 1.
x
herbistmanoht A 2; heribistmanoth B 1. 2; heribestmanoth B 1*; herbistimanoth e korrigiert A 1; heruistmanoth A
5. y heilagmanot
A 3; heilegemanoth A 4; hellagmanoth B 1; helicmanoht A
2; helagm. A 2a;
heilmanoth A 5. z annos B 3b. a duod. om. B 3b.
b insignauerit B 3c.
EINHARDI VITA KAROLI M.
Einhardi
Vita Caroli, 6. A. curavit Holder-Egger, O., 1911, Neudruck 1947, 34
[1] Ventis veroa hocb modo nomina inposuit, ut
subsolanumc
[2] vocaret ostroniwintd, eurum
ostsundronie, euroaustrum
[3] sundostronif, austrum sundronig, austroafricumh sund-
[4] westronii, africum westsundronik, zefyruml
westronim,
[5] chorum westnordronin, circium
nordwestronio, septen-
[6] trionem nordronip, aquilonem
nordostroniq, vulturnum
[7] ostnordronir, 1.
a) ergo A 1.
b) nom. hoc modo A 2. c) solanum B 1. d) ostroniuuind
A 2: ostronouuind A 5; ostruniuuind A 2a; atroniunt (korrigiert - niuunt) A 3.
e) ostsudroni A 4;
ostsuthronouuind A 5. f) suntaustroni A 1;
sundostr. austrum om. B 1; suthostronouuind A 5. g) sumdroni A 1; suthronouuind A 5. h) austrumafricum A
2. 2a. 3. i) suntuuestroni A
1. 4; sundiuuestroni A 2. 2a; sundu
uuestroni B 1*; suthuuestronouuind
A 5. k) westsundr. – chorum om. B 1; uust sundroni A 1*; uuestsuthronouuind A 5. l) zephyrum A 3. P. W.;
zephyrom A 1; zephirum A 2. 2a. 4; zefirum B 2; cephirum A 5. m) uuestronouuind
A 5. n)
uuestnorthronouuind A 5. o) sic C 1; norduuestr. A 1*. 3. 4. B 1.
1*; norduuuestroni A 1; norduuestruni
A 2a; nordiuuestroni A 2; norduuesthroni B 2;
northuuestronouuind A 5. p) northronouuind
A 5. q) sic A 1*. C 1; nordostr. A 2.
3. 4. B 1. 1*; nordostronii A 1; nordosthroni B 2;
nordostruni A 2a;
northostronouuind A 5. r) sic
C 1; ostnordr. A 1. 1*. 2. 3. B.1.
1*. 2; ornostroni A 4;
ostnorthronouuind A 5.
1 (Ventorum
haec XII nomina Latina ex Isidori Etymol. XIII, 11, 2-14. assumpta esse socius Ericus Caspar
monuit).
Die
vielleicht aus Utrecht stammende Handschrift London, British Museum Cotton.
Tiberius CXI aus der Mitte des 11. Jahrhunderts enthält nach der Ausgabe
Gysselings folgende altniederfränkische, nach Holland weisende Schreibung der
volkssprachigen Wörter:
Et de mensibus quidem / Ianuarium. uuintarmanoth; Februarium.
Hor/nungmanoth; Martium. lentinmanoth;
Apri/lem. ostermanoth;
Maium. winnemanoth; Iu/nium. Brachmanoth; Iulium. haymanoth;
Au/gustum. Aranmanoth; Septembrem. Widuma/noth; Octobrem.
Windumemanoth; Nouem/brem. Heruistmanoth; Decembrem. 2e helft 11e
e.<Heilmanoth / appellauit.> a Ventis uero hoc modo nomina
im/posuit. ut
Subsolanum uocaret. ostrono wind; / Eurum. ost suthrono wind;
Euroaustrum. sut/hostrono uuind; Austrum. Suthrono uuind; // Austro
africum. suthuuestrono vvind; Afri/cum. vvestsuthronouuind; Zephirum.
uuestro/no vvind; Chorum. Westnorthrono wind; / Circium.
Northvvestrono vvind; Septen/trionem. Northrono vvind; Aquilo/nem.
North ostrono vvind; Vultur/num. ost
nortHrono vvind;
FK, FM =
Freckenhorster Heberegister
Freckenhorster
Heberegister (FK, FM)
Überlieferung: (FK)
Bruchstück des 11. Jahrhunderts, früher im Besitz Nikolaus Kindlingers (1749-1819,
1804-1806 Archivar in Fulda) (= Fulda, Kindlinger, Nikolaus [Privatbesitz,
verschollen]), danach verschollen; (FM) Münster, Staatsarchiv Msc. VII, 1316a[A1]
Das von Nikolaus
Kindlinger besessene Bruchstück (FK) ist nur durch einige, in J. Fischers Beschreibung
typographischer Seltenheiten und merkwürdiger Handschriften, 5. Lieferung,
1804, 156ff. abgedruckte Auszüge bekannt. Wie aus dem dortigen Faksimile der
ersten acht Zeilen zu schließen ist, stammte das Bruchstück aus dem 10./11.
Jahrhundert und war älter als die überlieferte Handschrift (FM). Es war bereits
zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch als Bruchstück erhalten.
Die Münsteraner, bis
etwa 1860 im geheimen Staatsarchiv in Berlin befindliche Handschrift umfasst 11
Pergamentblätter, die von drei Händen des 11./12. Jahrhunderts geschrieben
wurden. Sie besteht aus vier Teilen. Die von zwei Händen geschriebenen Teile 1
und 4 sind lateinisch, die von einer anderen Hand geschriebenen Teile 2 und 3
volkssprachig.
Inhalt: Teil
1 der Münsteraner Handschrift ist ein Nachtrag vom Ende des 12. Jahrhunderts
oben auf dem ersten Blatt der Handschrift, der einen Zehnten in Beelen bei
Warendorf betrifft, der an das um 860 gegründete Kanonissenstift Freckenhorst
bei Warendorf unweit von Münster zu leisten war. Teil 2 (Blatt 1b-Blatt 8b
Zeile 13) ist das eigentliche Heberegister. Dieses stammt aus der zweiten
Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es enthält ein Verzeichnis der Abgaben, die von
zinspflichtigen Höfen über die Haupthöfe (Amtshöfe) Viehaus (= Freckenhorst[A2]), Ennigerloh, Balhorn, Jochmaring und Vadrup
abzufahren waren. Nach den Abgaben an das Stift, bei denen zwischen den Abgaben
an den Konvent und an die Äbtissin unterschieden wird, werden die Gefälle an
den Meier des Haupthofs (Amtshofs) genannt. Den Abschluss bildet eine
Aufzählung aller Gefälle aus den einzelnen Ämtern, der vielleicht eine
Kornschreiberliste als Vorlage diente und die mit einem explicit endet. Teil 3
(Blatt 8b Zeile 14-Blatt 10a) vom Ende des 11. Jahrhunderts enthält ein in
einen Festkalender eingearbeitetes deutsch-lateinisches Ausgabenverzeichnis,
eine Aufzeichnung über Eingänge beim Stiftsspeicher und eine Eintragung über
eine Präbende für die Stiftsinsassinnen am Namenstag der Stiftspatronin
Thiadhildis, die sich mit einer Speiseordnung Bischof Erphos († 1097) von
Münster für die Stiftsdamen von 1090 in Verbindung bringen lässt. Der auf das
leere Blatt 10b folgende Teil 4 (Blatt 11a-11b) vom Anfang des 12. Jahrhunderts
ist eine Mischung von Einkünfteverzeichnis und Traditionsbuch.
Alle in Kindlingers
Bruchstück enthaltenen Angaben beziehen sich auf Teil 2 der Münsteraner
Handschrift. Sie stimmen mit dessen Angaben bis in die Personennamen hinein
weitgehend überein. Kindlingers Bruchstück dürfte am ehesten eine Vorarbeit für
die nicht allzu viel später verfassten Angaben der Münsteraner Handschrift
sein, bei der im übrigen Randbemerkungen teilweise in den Text gelangt sein
dürften. Vielleicht wurden bei der Abfassung auch Abfrageprotokolle verwertet.
Der Dialekt der rund
5000 Wörter und Namen (420 Personen mit 287 verschiedenen Namen) umfassenden
Texte ist altsächsisch. Der Lautstand ist spätaltsächsisch. Innerhalb des
Spätaltsächsischen weisen einige Merkmale auf das Altnordwestfälische (tharp,
ger, -seto). Evena neben havero, nabur neben gebur, corn neben rockon deuten
auf unterschiedliche Textschichten des Teils 2. Kindlingers Bruchstück weist in
Orthographie, Lautstand und Wortwahl Unterschiede zur Münsteraner Handschrift
auf.
Ausgaben: Fischer,
J., Beschreibung typographischer Seltenheiten und merkwürdiger Handschriften,
1804, 156 (FK mit Faksimile der ersten acht Zeilen); Dorow, Denkmäler alter
Sprache und Kunst I, 1. Heft 1ff., umgedruckt in 2. Heft 3ff. (vor 1824);
Wadstein, E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 24-45, Nr. 9
Literatur: Wadstein,
E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 133; Ehrismann, G.,
Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966, 360;
Metz, W., Zur Geschichte und Kritik der frühmittelalterlichen
Güterverzeichnisse Deutschlands, Arch. f.
FK, FM =
Freckenhorster Heberegister
Diplomatik 4 (1958),
183; Hartig, J., Kölnische und westfälische Personennamen des 11. Jahrhunderts,
Nd. Studien 18 (1970), 232; Gockeln, W., J. N. Kindlinger, Sammler, Archivar
und Historiograph in der Nachfolge Justus Mösers, Westfäl. Zs. 120 (1970), 11,
121 (1971), 37; Hartig, J., Fragen zum Verhältnis der beiden Handschriften des
Freckenhorster Heberegisters, Nd. Mitt. 28 (1972), 97; Hartig, J., Zum
Sprachstand von Handschrift K des Freckenhorster Heberegisters, Nd. Beiträge =
FS Wortmann, F., 1976, 3; Hartig, J., Die Gliederung des Freckenhorster
Heberegisters, FS Cordes, G., Bd. 2 1976, 96; Schmidt-Wiegand, R.,
Freckenhorster Heberolle, Verfasserlexikon, 2. A. Bd. 2 1980, 885; Krogh, S.,
Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen Sprachen, 1996,
125f.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein,
E., Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 24, Nr. 9
Freckenhorster
Heberegister
(Handschrift M, f. 1a) [Wadstein 24,3] De
decimali beneficio ad belon ad prebendaM .xxij.│bracia ordei
[4] triti .xvii. bracia
siliginis. De eodem .i. bracium siliginis│viii. bracia
[5] ordei triti albi. De koke .ii.
maldra caseorum .i.│bracium triti ad
[6] prebendaM.1
[7] (f. 1b) Thit sint thie sculde uan thiemo urano uehusa.
[8] uan themo│houe2 seluomo.
tuulif gerstena malt. ende x. malt
[9] huetes.│ende .iiii.or3
muddi ende .iiii.or 3 malt roggon ende áhte mud-|
[10] -di ende thruu muddi banano. ende. ueir.4
kogíí ende│thue5 specsuin
[11] .quattor.6 cosuin .iiii.or 3
embar smeras. ende alle│thie uerscange the
[12] hirto hared otherhalf hunderod│honero thue mudde eiero thriu muddi
[13] penikas enon│salmon. ende thero abdiscon tuulif sculdlakan.
ende│
[14] thue embar hánigas. ende en suín sestein penniggo│uuerht. ende en
[15] scap. ende ses muddi huetes. ende tein│scok garuano. Ande to themo
[16] asteronhus uif gerstena│malt gimelta. In natiuitate2 domini. et in
[17] resurrectione domini│to
then copon. ende ses muddi. ende tuentigh7
(Handschrift K [Vgl. oben Z. 7 bis s. 27,3], f. 156) [Wadstein
24,18] Thit sint thie sculdi
[19] uan the|mo urano uehusa uan the|mo houe seluomo. tuulif│gerstena
[20] malt. ende x. malt│huetes ende iiii. muddi en|de iiii. malt roggon
ende│
[21] ahte8 muddi ende thru mud|di
banano.9 ende uier kogii en|de10 tue
[22] spec suin uier cosuin uier embar smeras. ende alle thie uerscange the
[23] hirto hered (über erstem e kleines o) other half hunderod hanero tue muddi eiero thriu muddi
[24] penikas enon salmon tuulif sculd. lakan [ende thero abdiscon11] ende
[25] tue embar hanigas ende en suin sestein peninggo12 uuerht ende en scap
[26] ende sehs muddi huetes ende tein scok garuano. Ande to themo
[27] f. 157 asteron hus uif gerstena malt gimelta ende sehs muddi.
ende tuentigh
1 Dieses Stück steht
oben auf der Seite; der übrige Teil der Seite ist unbeschrieben. 2 Gallée unrichtig v statt u. 3 Handschrift .iiii. (über.iiii. klein or [=
quattuor]). 4 i aus r
korrigiert und das Schluss-r hinzugeschrieben; nach ueir eine
leere Rasur und über ueir und dieser Rasur steht quattor. 5 Friedlaender und Gallée unrichtig tue. 6 quattor ist über die Zeile geschrieben; unten leere Rasur, wo Gallée ohne
Bemerkung uier ansetzt. 7 g aus h korrigiert. 8 Gallée unrichtig ahta.
9 Gallée
unrichtig banono. 10 Mit diesem en- schliesst das Faksimile. 11 Steht
bei Fischer als Anm., zu lakan gestellt,
mit der Bemerkung: „Anmerkung des Originals.“
12 Gallée unrichtig
peninngo.
FK, FM =
Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 25
(Handschrift
M, f. 1b) [Wadstein 25,1] muddi│gerston. ende uiertih muddi haueron. ende ses
muddi érito.│[2] ende uier malt rokkon. ende en1 muddi. ende en muddi huetes.2│[3] ende tue specsuin.3 ende tue suin iro iehuethar ahte
pen|nig[4]go wehrt.4
[5] Van5,
6 lacseton uif malt gersti|na
gimelta. ende uier malt [6] rokkon. ende en1 muddi. ende│tue
specsuin. ende tue suin iro ge(-) [7]huethar ahte pinniggo│werht.4, 7
[8] Van emesaharnon8 viertein9
muddi gerston.│gimelta. ende en [9] specsuin. ende tue suin iro
gehuethar│ahte pinniggo werht.4
[10] Van suthar=ezzchon10 ric|braht tue malt rokkon. tue
ger-[11]stina malt gimalana.│ende Iunggi11
uuan themo seluon thorpa thri[12]thig muddi│rokkon. ende ahtethein muddi
gerstinas maltas.│
[13] Van
fiehttharpa. Æcelin thein muddi12 rokkon.
ende│thein [14] muddi gerstinas maltas.
[15] Van radistharpa. │Azilin en malt
rokkon.
[16] Van uuerstarlacseton.│Lanzo
tuenthig muddi rokkon. ende en [17] gerstin malt│gimelt.
[18] Van thero mussa hézil tuenthig
muddi│rokkon. ende en gerstin [19] malt gimalan. Ende13 │uan14 themo seluon
tharpa. Boio tuenthig15
(Handschrift K, f.
157) [Wadstein25,20] muddi gerston endi uiertih muddi haueron endi sehs muddi
erito. [21] endi fier malt rokkon, ende en muddi. endi en muddi huetes ende
[22] tue speksuin. ende tue suin iro ie huethar ahte penningo uuerht.
[23] Uan lac seton uif malt gerstina
gimelta ende fier malt rokkon [24] ende en muddi ende tue spek suin. ende tue
suin iro ge huuethar ahto [25] penniggo uuerth. Uan eme sa harnon fiertein muddi gerston gi [25] melta ende en spek
suin ende tue suin iro gei huue thar16 ahto
pen-[26]ningo uuerth. Van schar ez. zehon17 Rikbraht tue malt rokkon [27] tue
gerstina malt gimalana. ende lunggi18 uan themo seluon thorpa [28]
thritigh muddi rokkon ende ahte tein muddi gerstinas maltas. Van [29] fieht tharpa Azelin tein muddi rokkon
ende tein muddi gestinas [30] maltas. Van radis
thorpa azelin en malt rokkon. Van uuestar [31] lok19 seton Lanzo
tuentich muddi rokkon. ende en gerstin malt gimelt. (f. 158) [32] Van thero musna hezil
tuentich muddi rokkon. ende en gerstin [33]
malt
gemalan. Ende uan themo seluon thorpa fforo20 tuentich
1 Über der Zeile hinzugefügt. 2 -s oben an der rechten Seite von e angehängt. 3 Gallée unrichtig speksuin. 4 Gallée unrichtig uu statt w. 5 Vor Van, wie auch im folgenden oft vor diesem Wort, ein Stück der Zeile leer. 6 Gallée hier, wie auch im folgenden gewöhnlich, unrichtig Uan statt Van (zuweilen, z. B. S. 174, 13, 14, 175, 33 jedoch richtig Van). 7 Friedlaender unrichtig wehrt. 8 Das erste a aus e korrigiert. 9 Gallée unrichtig u statt v. 10 So mit zwei Bindestrichen. 11 I aus í korrigiert. 12 Das erste d aus n korrigiert. 13 Nach ende ein durchgestrichenes themo am Ende der Zeile. 14 Gallée unrichtig v statt u. 15 Gallée unrichtig tuentich. 16 Von Gallée übersprungen. 17 Gallée hat zehon stillschweigend in zchon geändert. 18 Gallée ohne Bemerkung Junggi. 19 Gallée unrichtig Loc-. 20 So (natürlich fehlerhafte Lesung für Boio), nicht foro, wie Gallée angibt.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 26
(Handschrift M, f. 2a) [Wadstein 26,1] muddi rokkon. || ende tuenthig muddi gerstinas
maltes. Ende1 Tiezo│[2] uan thero musna2 en malt rokkon.
[3] Van graf|tharpa Williko
tuulif muddi rokkon. ende én ger[4]stin│malt. Reinzo uan themo seluon tharpa én malt
rokkon.│Ende [5] Hemoko uan3
themo seluon tharpa tue malt rok|kon. ende en malt [6] gerstin gimalan.
[7] Van anon│Gheliko tue malt rokkon.
[8] Van smithehuson. Eizo
en│malt rokkon. An themo seluon [9] tharpa. Alzo tuenthig4│muddi
rokkon.
[10] Van hursti. Emma tuenthig muddi│rokkon.
[11] Van ueltseton.
Tieziko tue malt rokkon.│Bernhard an themo [12] seluon tharpa tuenthig muddi rokkon.│
[13] Van holonseton. Azelin
en malt rokkon. Wikmund an│themo [14] seluon
tharpa ende Dagerad ende Azeko5
alligiliko│imo.
[15] Van bocholta Tiediko tue malt rokkon.
[16] Van│oronbeki Kanko
[en malt rockon.
[17] Van fiehttharpa thiezeko
tein mudi6 rockon].7 Raziko. an themo [18]
seluon tharpa also Gat|mar uan3 themo seluon tharpa ahtetein [19]
muddi rockon.│Witzo
thrithic muddi rockon8 uan themo seluon
[20] tharpa.│
(Handschrift K, f. 158) [Wadstein 26,21] muddi rokkon ende tuentich muddi gerstinas maltes.
Ende Tiezo [22] uan thero musna en
malt rokkon. Van9 graf thorpa Williko [23] tuulif muddi
rokkon. ende en gerstin malt. Reinzo uan
themo [24] seluon thorpa en malt rokkon. Ende Hemoko
uan themo seluon [25] thorpa10 tue malt
rokkon ende engi malan malt gerston. Van9 [26] anon leliko11 tue malt rokkon. Van smithehuson Eizo en malt [27] rokkon. An themo seluon
thorpa Also tuentich muddi rokkon.
Van [28] hursti Emma tuentich muddi
rokkon. Uan uelt seton tieziko tue
[29] malt rokkon. Bernhard an themo seluon tharpa tuentich
muddi [30] rokkon.12 Van9
(f. 159) [34] Raziko an themo seluon thorpa also. Gat mar
uan themo [35] seluon thorpa ahtetein muddi rokkon Witzo thritich muddi rokkon [36] uan themo seluon thorpa.
1 Gallée unrichtig endi. 2 Handschrift mussa (über ss klein na), sa unterstrichen (und von einem Fleck
bedeckt). 3 Gallée unrichtig v statt u. 4 Gallée unrichtig tuentich. 5 Über dem Namen ein Kreuz. 6 Friedlaender unrichtig muddi. 7 Die in Klammern gesetzten Worte sind längs
des Randes geschrieben und durch h’ hinter
Kanko verwiesen. 8 thrithic muddi rockon steht im Kontext, nicht am Rand, wie Gallée
angibt. 9 Gallée unrichtig U statt V. 10 Dieses und die vorhergehenden acht Worte von Gallée übersprungen. 11 So; Gallée ohne Bemerkung Jeliko. 12
Die Worte Bernhard – rokkon von Gallée übersprungen.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 27
(Handschrift M, f. 2a) [Wadstein 27,1] Van grupilingi. Witzo en malt1 rockon. Ratbraht uan│themo [2] seluon
tharpa en malt rockon. ande2 en embar
hani|gas.
[3] Van sciphurst. Manniko3 siuen muddi rockon.│ende en embar [4]
hanigas. Iazo3 uan themo seluon tharpa tuen|thig muddi rockon. [5]
ende tue emmar hanigas.
[6] Van emisa|hornon Meni tuenthig4 muddi rockon.
[7] Van suhemisa|hornon5 Meinzo thrithic muddi rockon. ende [8] en
gerstin│malt gimalan. Habo uan themo seluon tharpa tuenthig│[9]
muddi rockon.
[10] Van6 dagmathon Boio en malt
rockon.│Lieuikin an themo [11] seluon tharpa also uilo.
[12] Van tharp|hurnin kanko tuenthig muddi rockon.
[13] Van haswin|kila
Waldiko fiftein muddi7 rockon. Kanko an
[14] themo│seluon tharpa nigen muddi rockon. Ende an themo seluon│[15] tharpa. Eiliko ahte
muddi rockon. Huniko an themo seluon│tharpa [16] en malt rockon. ende tue
embar hanigas.
(f. 2b) [17] Van || Herithe
Roziko en.8 malt rockon. Hizil an themo
seluon│[18] tharpa fiftein muddi rockon. Adbraht an themo
seluon│tharpa [19] thrutein muddi rockon. Abbiko an themo
seluon│tharpa ahtetein [20] muddi rockon.
[21] Van mottonhem.
Sizo│en malt rockon.
[22] Van duttinghuson. Sicco tue malt│rockon.
[23] Van kukonhem. Vbik9 tue malt rockon.
[24] Van│belon. Witzo
sestein muddi rockon. Rikheri an themo│[25] seluon tharpa tue malt
rockon.
[26] Van uornon
Sello│tue malt rockon. Mannikin3 an themo [27] seluon
tharpa│tuenthig muddi7 rockon.
[28] Van sahtinhem. Hameko3│tue
malt rockon. An themo seluon10 [29] tharpa.
Hameko│.iii.11 solidos.
malt rockon. ende en embar hanigas. [30] An│themo seluon tharpa. Hoyko en
malt rockon.
[31] Van wa|rantharpa Gunzo3
tuenthig muddi7 rockon.
[32] Van berg|hem Eilsuith12 ahtetein muddi rockon ende
elftefta[33]half│muddi gerstinas maltes. An themo seluon tharpa
Sizo│ahtetein [34] muddi rockon. ende fiftehalf muddi gerstinas│maltes.
An themo [35] seluon tharpa Witzikin3 en malt rockon.│
(Handschrift K, f. 159) [Wadstein 27,36] Van9 grupilingi13 Vitzo en malt rokkon. Radbraht uan [37] themo seluon thorpa en
malt rokkon. ende en embar honigas. Van9 [38] sciphurst Manniko …..
1 a aus
(Anfang von o?) korrigiert. 2 Gallée unrichtig ende. 3 Über dem Namen steht ein Kreuz.
4 Gallée unrichtig tuenthich. 5 Lies suthemisahornon (Friedlaender). 6 Friedlaender unrichtig Von. 7 Das erste d aus n korrigiert.
8 Darüber .xiii. 9 Gallée unrichtig U statt V. 10 Gallée unrichtig v statt u. 11 Vor .iii. steht „ein zum Zeichen des Wegfalls
unterstrichenes tue“ (Friedlaender); oder gehört tue zu dem folgenden malt rockon?
12
E aus l korrigiert und davor ein E ausradiert. 13 Gallée unrichtig Grupelingi.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 28
(Handschrift M, f. 2b)
[Wadstein 28,1] Van slade. Witzo en malt rockon. An themo seluon thar|pa [2] Abbiko
nigentein muddi rockon.
[3] Van themo la Boio│thru malt rockon.
[4] Van burguuida fistein1 muddi│rockon.
[5] Van iezi Raziko thru gerstina malt gima|lana.
[6]
Van liueredingtharpa Siman en gerstin malt│gimalan. ende en [7] malt
gerston. ende tuenthig muddi ha|uoron.
[8]
Van sendinhurst uan themo deddessconhus│en gimalan malt gerstin. [9] ende
tuenthig muddi hauoron.│
[10]
Van luckingtharpa Ricwin tein muddi gerstinas mal|tes. ende [11] uier embar
hanigas.
[12]
Van berniuelde Witzil│tein muddi2
gerstinas maltes. ende [13] thrithic muddi hauoron.│
[14] Van Eritonon Eppiko uier embar hanigas.
[15]
Van musna|hurst Witzo en gerstin malt.
[16]
Van walegardon│Hitzil ende Eckerik iro gaihuuethar en ger[17]stin malt3 (f. 3a) gimalan.
[18] Van Narthbergi Wirinzo tue iuenina4│malt.
[19] Vat5
holthuson Thiethard tue iuenína4
malt gi|malana.
[20] Van brocsethon Eizo fierthic muddi
hauoron.│
[21] Van Rammeshuuila
Acelin xiiii modios ordei.
[22] [Van themo uehusa6 sculon geldan7 med then foreuuercon8 [23] Septuaginta .v. houa6│uppan thena spikare. thie geldad .xxviiii. [24] malto gerstinas
maltes ane thena ásthóf.9]
[25] Thit10
sint thie sculdi the an thena
[26] Van│walegardon haddo en malt gerston
ende tuenthig muddi│[27] hauoron. Reingier uan uualegardon ses muddi
gerston│ende tue [28] muddi huetes.
[29] Hitzel uan thero musna fif│muddi
gerston. Thiezo uan thero [30] musna ses muddi gerston.│
[31]
Van Anon Ieliko en malt gerston.
[32]
Van ueltzeton│Thieziko en malt gerston.
[33] Van slade Abbiko sestein│muddi rockon.
[34]
Van sahtinhem Hoyko en malt rockon.│
[35]
Van rehei Lieuiko en malt rockon.
[36]
Van gislahurst│Lanzo en malt rockon.
[37]
Van mottonhem Sizo en malt│rockon.
[38]
Van belon Atzeko tuentihc muddi rockon│ende en malt gerston.
1 Lies
fiftein. fistein steht unmittelbar nach
burguuida (Gallée Burguuida …
fistein, womit er wohl andeuten will,
dass hier ein zu erwartender Personenname fehlt). 2 Das erste d aus n korrigiert.
3 Mit diesem Wort
endet S. 2b, nicht mit gerstin, wie
Gallée angibt. Die am Rand der Seite 2b befindliche Summirung für den Haupthof
Vehus ist unten Zeilen 22-24 abgedruckt.
4 e aus i oder erstem Strich von u korrigiert.
5 Lies Van; Gallée unrichtig Uat. 6 Gallée unrichtig v statt u. 7 Gallée unrichtig geldon.
8 Gallée unrichtig foreuuerkon.
9 Das zwischen Klammern Gesetzte steht am linken Rand der Seite 2b in
zwei vertikal geschriebenen Zeilen. 10 t
aus n korrigiert.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 29
(Handschrift M, f. 3a)
[Wadstein 29,1] Van meinbrahtingtharpa│hillo en gerstin malt ende ses muddi [2]
huetes.
[3]
Van│iezi Raziko tue muddi huetes ende thru muddi rockon.│
[4] Liuppo uan themo asteruualde tue muddi
hvetes.1│Sin nabur [5] tein muddi cornes ende
tue muddi huetes.│
[6]
Van uornon. Sello en malt gerston.│
[7]
Thit sint thie sculdi uan2 themo houa2 seluamo te│Aningerolo [8] tuelif3 gerstina malt ende tein malt│huetes
ende siuon muddi. ende [9] fiertich muddi gerston.│ende antahtoda muddi
hauoron. ende ahtotein [10] muddi│erito ende fier malt rockon.
ende ahte muddi. ende fier│koíí [11] ende fier kosuín. [ende tue4 specsuín. ende tue suín.5] the iro iehuuethar [12] si ahto pen|ningo
uuerth. ende thru embar smeras ende tue muddi│[13] penikas ende otherhalf
hunderod honero ende thie│uerscunga6
ende [14] thie kiesos the to themmo7 thienosta ha|rad. ende thuulif sculdlakan
[15] ende tue muddi eiro.│ende tue embar hanigas. Ende thero abdiscon
[16] en (f. 3b) || suin sestein penningo uuerth ende en scáp. ende ses muddi
huetes.8│[17] ende tue embar hanigas.
[18]
Van steltingtharpa fier malt roc|kon [discipulis9]. ende en muddi. [19]
ende fif malt to then copon. ende sesta|half malt gerstinas
[22]
Van boingtharpa Waltbratd│fierthic muddi hauoron. ende en [23] gerstin
malt gimalan. ende én│embar hanigas. Vocko11 uan2
themo [24] seluon tharpa tuenthic mud|di gerston. Hameko uan2 themo seluon [25] tharpa tein muddi gersti|nas
maltas. ende tuentihc12 muddi hauoron.13
[26] Van hanhurst Ri|kizo tuentihc14 muddi15
gerston.
[27] Van holttharpa tuenthic
muddi│gerston. Geli uan themo [28] seluon tharpa thru gerstina malt
gimala|na.
[29] Van uohshem. Nizo tein muddi gerstinas
maltes8 gimalana.│
[30] Van butilingtharpa. Hameko ahto muddi
gerstinas maltes gi(-)|[31]malanas. ende thrithic muddi gerston. Witzo uan themo
seluon│tharpa [32] tein muddi gerstinas maltes. ende tein muddi gerston.
Man|nikin uan [33] themo seluon tharpa tein muddi gerstinas maltes.
ende│tein muddi [34] gerston.
[35]
Van birison Suithiko en gerstin malt gi|malan. ende fiftein [36] muddi gerston.
Athelhard uan themo seluon│tharpa en gerstin malt [37] gimalan. ende
tuenthic muddi gerston.│
[38] Van bikiesterron. Boso tuenthic muddi
hauoron. ende tuenthic│
1 v aus
a korrigiert; Gallée unrichtig huetes. 2 Gallée unrichtig v statt u. 3 l aus i korrigiert und vor l
ein f ausradiert. 4 Über die Zeile geschrieben. 5 Das zwischen Klammern Stehende ist am Fuß der Seite geschrieben und
durch h’ hierher verwiesen. 6 Gallée unrichtig verscunga.
7
Gallée unrichtig themo. 8 -s oben an der rechten Seite von e angehängt. 9 Am linken Rand und durch h’ hierher
verwiesen. 10 Hier ist wohl etwas übergangen. 11 Gallée unrichtig U statt V. 12 Gallée und Friedlaender unrichtig tuenthic. 13 Gallée unrichtig haueron. 14 -c
aus -t korrigiert. 15 Das erste d aus n korrigiert.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere altsächsische
Sprachdenkmäler, 1899, 30
(Handschrift M, f. 3b) [Wadstein 30,1] muddi gerstinas maltes gimalanas. Azelin uan themo
seluon│tharpa [2] en gerstin malt gimalan. ende ahte muddi gerston.
ende│tein muddi [3] hauoron.
[4] Van gesta Hoio tein muddi
gerstinas│maltes gimalanas. ende [5] nigon muddi hauoron. ende ses muddi
rockon.│Thiezo ende. Eizo [6] ende Mazil
an themo seluon tharpa also uilo.│
[7] Van hamorbikie. Thiezelin tuenthic muddi gerston.
[8] Van│stenbikie Eilo tuenthic muddi gerston.
[9] Van Euenghuson1 Lieuold
tuenthic muddi gerston.
[10] Van uuersteruuik Azelin│tuenthic muddi gerston. Thieza uan
[11] themo seluon tharpa tein│muddi gerston. ende tein muddi hauoron.
[12] Van hasleri. Hiddi|kin ses muddi gerstinas maltes gimalanas. [13]
ende fierthic muddi
(f. 4a) || hauoron.
[14] Van pikonhurst Eiliko tuenthic2
muddi gerston.
[15] Van│uilomaringtharpa.
Abbiko tuenthic muddi gerston.
[16] Van amon|hurst Sahssiko
en malt rockon. Mannikin an themo [17] seluon tharpa ses│muddi rockon.
[18] Van heppingtharpa. Iko
en gerstin malt gimalana.│
[19] Van cleibolton Lieuiko
tuenthic muddi gerstinas3 maltes
gi[20]malanas.│
[21] Van enniggeralo Thiediko
ende Thieziko iro ieuuethar siuon│[22] muddi gerstinas maltes gimalanas. Ghielo uan
themo seluon tharpa│[23] ahte
muddi gerstinas maltes gimalanas. Liuddag uan themo seluon│[24] tharpa tue malt gerstina gimalana. Hitzil an
themo seluon tharpa│[25]
ahtetein muddi gerstinas maltes. gimalanas. Willa tue gimalana│malt [26] gerstina.
[27] Gingo uan bikieseton tuentihc
muddi gerstinas maltes│gimalanas.
[28] uan themo seluon tharpa Hereman siuon ende tuentihc│muddi ger[29]stinas maltes gimalanas.
[30] Van uuerlon Heppo tue│gerstina malt gimalana.
[31] Van liuoredingtharpa
Hezil ahte│muddi
gerstinas maltes [32] gimalanas.
[33] Van hotnon Lieuiko ses
mud|di rockon. Ratuuard4 an themo5 [34] seluon tharpa en malt rockon ende│tuenthic muddi gerston. Azezil
[35] an themo seluon tharpa en malt│rockon. ende ahte muddi gerston.
[36] Van gronhurst Makko tein│muddi gerstinas maltes
gimalanas. [37] Hemuko an themo seluon│tharpa ses muddi rockon. tein muddi ger-
(Handschrift K [Vgl. oben Z. 33 bis S. 3, 15], f. 159)
[Wadstein 30,38] Uan hot non Lieuiko [39] sehs muddi rokkon. Raduuard an themo seluon thorpa en malt
[40] rokkon ende tuentich muddi gerston. Uan gron
hurst Makko, [41] tein muddi gerstinas maltes gemalenas. Hemuko an themo seluon
1 Gallée
unrichtig Eeunghuson. 2 Gallée unrichtig tuentich. 3 Handschrift geerstinas, aber
das erste e unterpunktiert. 4 Gallée unrichtig Raduuard. 5 h
aus t korrigiert.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 31
(Handschrift M, f. 4a)
[Wadstein 31,1]stinas maltes1 gimalanas.│Thiezo an themo seluon tharpa tuentihc [2] muddi hauoron. Lie|uikin an
themo seluon tharpa tein muddi ger[3]stinas maltes gi|malanas. ende tein muddi
hauoron.
[4]
Van steltingtharpa│Boio tuentihc muddi gerstinas maltes [5] gimalanas.
[6]
Van uriling|tharpa
Abbo2 trithic3 muddi hauoron. Ende4 [7] themo sel|uon tharpa
tuenthic muddi hauoron. Sizo an themo seluon│[8] tharpa en gerstin malt gimalan. ende tuenthic muddi hauoron.│Neri[9]barn an themo seluon tharpa ses malt hauoron ende ahte│muddi. [10] Wizil an themo seluon tharpa
en malt huetes.
[11]
Eiliko│uan pikonhurst en embar hanigas.│
[12] [Van themo houa to aningeralo sculon geldan
.iii. ande fiftich. [13] houa
uppan│thena spikare mid5 themo
foreuuerca.6]
[14] Thit sint thie sculdi the an then
[16] Van datinghouon Haddo (f. 4b) || tue7 malt hauoron ende tue muddi [17] huetes.
[18] Van aldonhotnon Sizo │enon sclilling8 penningo uan
enoro [19] uuostun houa.
[20]
Van liuor|dingtharpa9 Hizel ses muddi gerston. Ende uan themo
[21] uuostun│landa en malt gerston.
[22] Van ghronhurs. Makko ses penninga.│Ende an themo seluon [23] tharpa. Lieuikin ses muddi érito.
[24] Van│VRilingtharpa.10 Wenni ahte penninga.
(Handschrift
K, f. 159) [Wadstein 31,25] thorpa sehs muddi rokkon tein muddi gerstinas
maltes gimalenas. [26] Tiezo an themo seluon thorpa tuentich muddi hauoron. Lieuikin [27] an themo seluon thorpa tein muddi gerstinas maltes gimalena. ende [28] tein
muddi hauoron. Uan stelting thorpa Boio
tuentich muddi [29] gerstinas maltes gimalenas Uan uriling9 thorpa
Abbo11
thritich (f. 160) [30] muddi hauoron Endi an themo seluon thorpa tuentich muddi hauoron. [31] Sizo an themo seluon thorpa en gerstin malt gimalan. endi tuentich [32] muddi
hauoron. Neribarn an themo seluon thorpa sehs
malt hauoron [33] ende ahte muddi. Wizil an
themo seluon thorpa en malt huetes. [34] Eiliko uan pikon
hurst en embar
hanigas.
[35] Thit sint thie sculdi the an then
1 a aus u korrigiert. 2 Nach Abbo steht ein durchgestrichenes Thie (Anfang eines Namens?); über Abbo ein Kreuz, das vielleicht zu einem am Rand stehenden Kreuz mit dem darunter geschriebenen Namen Guniko hinweist. 3 Gallée unrichtig trithich. 4 Hier fehlt ein Name und an; Gallée statt Ende unrichtig endi. 5 Friedlaender unrichtig mit. 6 Das zwischen Klammern Gesetzte steht am rechten Rand der Seite in zwei vertikalen Zeilen geschrieben. 7 Am Rand vor malt hinzugeschrieben. 8 Lies scilling oder schilling (vgl. S. 32, 6). 9 Gallée unrichtig v (resp. V) statt u. 10 Gallée unrichtig U statt v. 11 Als Anm. zu Abbo hat Fischer: „Cuniko, Anmerkung des Orginals…“ (Cuniko ist gewiss fehlerhafte Lesung statt Guniko, das Gallée ohne Bemerkung als Fischers Lesart angibt).
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 32
(Handschrift M, f. 4b)
[Wadstein 32,1] Te berison Athel|hard ses muddi gerston. ende tue muddi huetes. [2] Ende an themo│seluon tharpa. Suitthiko tue muddi huetes.
[3] Van butiling|tharpa. Sizo sestein muddi gerston.
Ende an themo [4] seluon tharpa│Hemoko tein muddi gerston.
[5]
Te bogingtharpa.1 Iseko fif mud|di
huetes.
[6] Te fohshem. Wizikin ende Rading iro
iehuethar│enon schilling [7] penningo. Nizo an themo seluon tharpa tein│muddi hauoron.
[8]
Te hoththarpa. Iko en malt hauoron.
[9]
Te astan|uelda Eppika en malt gerston.
[10] Te mudelare Eniko enon│sclilling2 penningo.
[11]
Te bekisterron Boso tein muddi hauoron.│
[12] Te narhttharpa Immo tuenthic penninga.
[13]
Te gundere|kingsile Hizel tein muddi gerston ende fierthic [14] muddi│hauoron.3
[15] Te uphuson Tetiko énon scilling penningo.
[16] Te│spurko Vadiko4 enon scilling penningo.
[17]
Te hamorbikie│Tiezelin tein muddi gerston.
[18] Te sunninghuson.5 Boso tuen|thic muddi hauoron.
[19] Te amorhurst Sahsiko enon scilling│penningo.
[20] Te hohurst Mannikin enon scilling
penningo.│
[21] Te hrotmundingtharpa sestein muddi.│
[22] Thit sint thie sculdi uan themo houa
seluomo to baleharnon│[23] tuilif gerstina malt gimalana. ende
fierthic muddi gerston.│ende ses [24] malt6 hauoron. ende ahte muddi to tegothon. ende│tein malt huetes. [25] ende siuon muddi. ende ahtetein muddi│érito. ende fier malt rokkon. [26] ende ahte muddi.
ende tuilif│sculdlakan. ende fif koíí.
ende tue [27] specsuin. ende fier ko|suin. ende tue suin iro iauuethar si ahte
pen[28]ningo uuerth.│ende thru embar giscethanas
smeras. ende tue embar [29] hanigas│ ende7 otherhalf hunderod honero. ende tue muddi
eiro. ||
(Handschrift K [Vgl. oben Z.
22 bis S. 33, 19], f. 164) [Wadstein 32,30] Thit sint thie sculdi [31] uan themo houa
seluomo to bale harnen tuilif gerstina malt gimalena [32] ende fiertich muddi
gerston. ende sehs malt hauoron ende ahte muddi [33] to tegothon. ende tein
malt huetes ende siuon muddi. ende ahte tein [34] muddi erico.8 ende fier malt rokkon ende ahte muddi. ende
tuulif (f. 165) [35] sculd lakan ende fif Kou9
ende tue specsuin ende fier Kosuin. ende [36] tue suin iro ia huethar si ahte
penningo uuerth ende thru10 embar [37] hanigas
ende other half hunderod honero ende tue muddi eiiero
1 Gallée unrichtig Bogingtarpa. 2 Lies scilling oder schilling (vgl. Z. 6). 3 Gallée unrichtig v statt u. 4 Gallée unrichtig U statt V. 5 Gallée unrichtig Suninnghuson. 6 malt über ein durchgestrichenes muddi geschrieben. 7 Vor Ende ein e ausradiert. 8 So, Gallée ändert die fehlerhafte Form stillschweigend in erito. 9 So, Gallée koii. 10 Gallée unrichtig thria..
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere altsächsische
Sprachdenkmäler, 1899, 33
(Handschrift M, f. 5a) [[Wadstein
33,1] ende
sesse ende nichentein muddi saltes. ende thie ferscanga ende│[2] thie kaseos the to themmo1 thienoste hared. Ende
thero abdisscon│[3] en suin the si sestein
penningo uuerth ende en scáp. ende tue│embar [4] hanigas. ende ses muddi
huetes.
[5]
Ende uan thes meiras│huse ende uan then hóuan the
thar in [6] hared. uan thero hóua│bi themo díca. ende uan
rugikampon enan [7] uaccam. ende tue│gerstina malt2
gimalana. ende fier muddi huetes. [8] ende tue mal|dar brodes.3 Euéninas4
to Meinhardes gerasdaga.
[9]
Van suih|tinhouile Mannikin sestahalf malt gerstina gimalana. [10] ende│tuentihc muddi gerstan. ende fierthic muddi hauoron
to te|[11]gathon. ende ses muddi érito ende fier malt rockon. ende én│muddi. [12] ende en muddi huetes. ende tue specsuín.
ende tue suín│iro iauuethar [13] ahte
penningo uuerth.
[14]
Van uuedisscara.│Bunikin ende Iebo iro
iauuethar tue gerstina [15] malt gimalana.│
[16]
Van uorkonbikie Geba tue gerstina malt gimalana.
[17]
Van│rokkonhulisa Amoko thrithic
muddi gerston.
[18]
Van asschas|berga. Winizo siuon muddi gerstinas maltes gimalenas. [19] ende│siuontein muddi gerston. Wiziko bi themo huninghoua4 tue│[20] malt gerston.
(Handschrift K, f. 165)
[Wadstein 33,21] ende sehs ende nichonte5 muddi
saltes. ende thie ferscanga ende thie [22] Kiesas the to themo thienoste hared.
That thero Abdisscon on6 suin [23] the si sehs tein7 penningo uuerth ende en scap. ende tue
embar ha[24]nigas ende sehs muddi huetes. Ende uan thes mei ieras huse ende
[25] uan then houan the thar in hared. uan thero hóva bithemo
dica [26] ende uan rugikampon ena kó ende tue gerstina
malt gimalena ende [27] fier muddi huetes ende tue maldar brades fueninas8 to mein hardes [28] geras daga. Uan suihtin9 houile Mannikin sehsta half malt gerstina
[29] gimalena. ende tuentich mudi10
gerston. ende fiertich muddi hauoron. [30] to tegathon. ende sehs muddi erito
ende fiermalt rokkon ende en [31] muddi. ende en muddi huetes. ende tue
specsuin. ende tue suin iro ia [32] huether ahte penningo uuerth. Uan uue
disscara Bunikin ende [33] lebo11 iro ia huethar tue
gerstina malt gimalena. Uan uorkon [34]
bikie Geba tue12 Gerstina malt gimalena.13 Uan rokkon
hulisa [35] Amoko
thritich muddi gerston. Uan asschas berga Wuuza14 siuon
[36] muddi gerstinas maltes gimalenas. ende siuontein
muddi gerston. [37] Wiziko bithemo hu......15
1 Gallée
unrichtig themo. 2 Gallée unrichtig mallt. 3 Über brodes steht panis. 4 Gallée unrichtig v statt u. 5 Die ursprüngliche Anm. 5 ist wegen der Nachträge und Berichtigungen S.
XIV getilgt. 6 Gallée ändert on ohne Bemerkung in en. 7 Gallée statt the si sehs tein unrichtig thes is ehstein. 8 Lies Eueninas. 9 Gallée unrichtig Sihtin. 10 Gallée unrichtig muddi. 11 Gallée
ändert dies stillschweigend in Jebo.
12
Gallée unrichtig tue tue. 13 Gallée unrichtig gigimalena. 14 Lies Winiza. 15 „Hier schliesst sich das .. Fragment“
(Fischer S. 167).
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 34
(Handschrift M, f. 5a)
[Wadstein 34,1] [1] Van stenhurst. Hoyko thrie scillinga penningo│thero
samnanga1 [2] to thero missa sancte crucis.
[3] Van hursttharpa.│Heppo
sestein penningo tue malt gerston [4] ende thru muddi.│
[5] Van uorsthuuila2 Bunikin fiftein muddi gerston.
[6] Van│uuerneraholthuson. Eppo en malt3
gerston. Lanziko an [7] the|mo seluon tharpa fiertein muddi gerston.
[8]
Van bikietharpa│Sahsa tue gerstina malt
gimalena.
[9]
Van paneuuik Inggizo│tuena scillinga penningo.
ende tuena [10] Azelin uan biera|hurst tó uuinscatte. ende en malt gerstan
gimalan [11] up|pan spikera.
[12]
Van meclan Fizo en malt erito then gi|menon iungeron.
[13]
Van auonhuuila. Alikin thrutein│muddi gerstinas maltes
gi[14]malenas.4
[15] Van brath. Deiko│tuentihc muddi gerston4.
[16]
Van rammashuuila Azelin│tein
muddi gerston. ende tein muddi [17] hauoron.
f. 5b [18] Van5 || astrammashuuila. Mannikin thritihc muddi
gerston.
[19]
Van│thero harth Mannikin ses
muddi rockon ende nigon muddi [20] ger|ston. Liudger
an themo seluon tharpa nigon muddi gerston.│
[21] Van scandforda Rothhard fiertihc muddi
hauoron. Bunikin│[22] an themo seluon tharpa thritich muddi
hauoron.
[23]
Van themo│Luckissconhus. Fretheko en
gerstin malt gimalan. [24] ende thru│malt gerston. ende siuon
muddi.
[25] Van thero uuissitha. Tiezo│tue embar hanigas.
[26] Van huuttingtharpa6 Sirik tuentich│muddi gerston. ende fiertich [27] muddi hauoron.
[28] Van uuest|iudinashuuila. Liuza7 en gimalan8
malt ende tuentich [29] mud|di gerston. Emma an themo seluon tharpa ses muddi
rockon│[30] ende ses muddi maltes. Ibiko
an themo seluon tharpa en gerstin│[31] malt gimalan. ende en
malt gerston. Makko an themo seluon│tharpa [32] tuentich muddi gerston.
[33]
Van Isingtharpa Hoyko│en gerstin malt gimalan.
ende fiertich [34] muddi hauoron.
[35]
Van│thero angela. Meinziko
thritich muddi gerston9.
[36] Van éclan. Memo tuentich muddi gerston.
[37] Van athorpa. Ben|niko tuentich muddi gerston.
[38] Van gesthuuilæ. Meinziko│en
gerstin8 malt gimalan. ende fiftein [39] muddi gerston. Ibiko│an
themo seluon tharpa fiftein muddi gerston. [40] Azelin an│themo
seluon tharpa tein muddi gerston.
1 Vor
dem Wort ein durchgestrichenes sm und
s in samnunga aus dem letzten Striche dieses m korrigiert.
2 Gallée unrichtig Uorsthuvila. 3 Darüber .xvi. modios. 4 Vor dem Wort ein halb ausradiertes g. 5 Die am rechten Rand der Seite 5a befindliche Summierung für den
Haupthof to balehornon findet sich
unten S. 35, 35f. 6 „Wahrscheinlich verschrieben statt Huntingtharpa“
(Friedlaender);
vgl. indessen huttingtharpa unten S.
38, 9. 7 Gallée unrichtig Liuzo. 8 Darüber .xiii. modios (bei
Gallée nicht erwähnt). 9 Über ein durchgestrichenes hauoron geschrieben.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 35
(Handschrift M, f. 5b) [Wadstein
35,1] Van
gestlan1│Tiezo en gerstin malt gimalan. Ibiko an themo [2]
seluon tharpa│en gerstin malt gimalan. ende en malt gerston. ende
[3] en│malt hauoron. ende en suín to gersdage sancte thiethilda1a ale|[4]monsnon2 Hoyko uan themo seluon tharpa tuentich
muddi│gerston.
[5]
Van aningeralo Imikin3 fiftein muddi gerston.│
[6]
Van hukillinhem. Lanzo
en malt gerston.
[7]
Van polingon│Sahsger tein muddi gerston1. Azelin an themo [8] seluon4│tharpa tuentich muddi gerston.
[9] Van thralingon. Hiko│fiftein muddi gerston. Eppiko an themo [10] seluon tharpa│tuentich muddi gerston5. Eilger
an themo seluon [11] tharpa│tuentich muddi gerston. ende fiertein muddi
gerstinas6 || (f. 6a) maltes [12] gimalanas.
Azelin an themo seluon tharpa tuentich│muddi gerstinas [13] maltes
gimalenas.
[14] Van utilingon7
Wizil│tuentich muddi gerston. Alikin ende [15] Tiezo an themo sel|uon tarpa8 iro iauuethar alsa uilo9. Wizo an themo [16] seluon│tharpa en malt huetes.
[17]
Van kiedeningtharpa
Eilikin│tein muddi gerstinas maltes
gi[18]malanas ende tein muddi│gerston. Wizo ende10 Faderiko ende Mannikin. [19] an themo│seluon tharpa iro allero gihuilik siuontein muddi
gersti|nas [20] maltes
gimalenas.
[21] Van hotnon Hrodbrath ende│Reinzo iro iahuethar fiftein [22] muddi greston11. Iziko an│themo seluon tharpa
siuontein muddi [23] gerstinas maltes gimalenas. │
[24]
Van kiedeningtharpa
Burchheri tuentich│muddi eueninas maltes [25]
ende tein muddi
gerstinas.
[26]
Van│hotnon Eilhard ende Hazeko iro iahuethar fiftein12│[27] muddi gerston. Esik iro
gibur tuentich muddi gerston13.│Ekko an [28] themo seluon tharpa thru
embar hanigas.
[29] Van
liuo|redingtharpa Manni en malt rockon.
[30] Van narthliunon│Azelin tuene scilling penningo thero samnanga
[31] uischkapa.
[32] Van gasgeri Reinzo fif scilling penningo ende
uan felin tuene14.│
[33]
Van kiediningtharpa
Eilikin ende Wizo ende Vaderiko│ende [34] Burchheri15 ende Mannikin iro allero gihuilik en
bier|suín.
[35] [fan themo ambahte to balehornon sculun
kumen .xxxiiii.16 uppan [36] thenæ
spicare gerstinas17│maltes. ande .ii. pund hraro gerston .iiii.or18
[37] malt19.] [de balehornon sculon
uppan thena spikare geldan sexaginta [38] .iiii.or 18 houa med themo fore|werca to suihtenhuuile19.]
1 Vor
dem Wort ein g (?) ausradiert. 1a (Wadstein XIV,5) 35, 3,
31 te vor alemonsnon und uischkapa zu ergänzen (Hh.). 2 Lies alemosnon. 3 Nach I etwas ausradiert. 4 Oder scluon. 5 Fast gorston. 6 Die am linken Rand der Seite 5b befindliche Summierung der Höfe des
Amtes to balehornon ist unten Z. 37,
38 eingeschoben. 7 li
aus n korrigiert. 8 Friedlaender unrichtig tharpa. 9 Gallée unrichtig v statt u. 10 Friedlaender
unrichtig endo. 11 Statt gerston. 12 Unterstrichen und xx darüber geschrieben. 13 Eine e zwischen g und e halb ausradiert. 14 Darüber: ad pisces. 15 Handschrift Burhheri (über
dem Zwischenraum zwischen r und h ein kleines c). 16 Hier fehlt etwas. 17 -s
oben rechts am a angehängt. 18 Handschrift .iiii. (über .iiii. kleines
or). 19 Das zwischen den zwei ersten Klammern Gesetzte steht längs des Randes
S. 5a, das zwischen den zwei letzteren (Klammern gesetzte) längs des Randes der
Seite 5b.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 36
(Handschrift M, f. 6a) [Wadstein 36,1] [1] Thit scal themo meira seluamo
ieldan an then hóf.│Sin chebur [2] Eppo tuentich muddi
gerston. ende tuentich│muddi hauoron.
[3] Van
utilingon Witzo ende Witzo│iro iahuethar tuentich muddi [4] gerston. Razo an themo seluon│tharpa en
malt hauoron.
[5] Van1 scarron Azo tue ende tuen|tich muddi
gerston.
[6] Van
thatinghouan2 Rothing thritich│muddi
gerston.
[7] Van telchigi. Hozo en malt gerston.
[8] Van│meklan Fizo tein muddi maltes.
[9] Van auonhuuila Alikin│fiertich muddi gerston.
[10] Van hriponsile Azelin en malt│gerston.
[11] Van rammeshuuila Azelin tein muddi gerston.│Hameko
an [12] themo seluon tharpa en
malt gerston ende || (f. 6b) tuentich
muddi hauoron. [13] Mannikin an themo seluon tharpa│tein muddi
gerston.
[14] Van
santforda Rothhard tuentich muddi│hauoron. Hizel an [15] themo seluon tharpa ses penninga.
[16] Van
thero│harth Liudger en malt rockon.
[17] Van
Iudinashuuila Ibiko en│malt gerston.
[18] Van
Isingtharpa Hoiko siuon muddi gerston.│
[19] Van thero angela Makko fiertein3 muddi gerston. Meinzi|ko [20] ende Hoio bi thero angela iro
iahuethar ses penninga.│Tiezo uppan [21]
thero4 hetha tue malt gerston.
[22] Van
heclan Sibrath5│fiftein
muddi gerston.
[23] Van hleon Eiliko tue malt gerston.│
[24] Van
liueredingtharpa. Hizel tuentich muddi hauoron.│Tiezo [25] bi themo dica tuentich muddi
hauoron. (Absatz) [26] Van rothmun|dingtharpa Manni tuentich muddi hauoron.
[27] Van
langon|huuilæ Azekin tuene scillinga. (Absatz) [28] Van humbrathtinghuson.
Liuzo│ende sin gebur iro iahuethar [29] tuentich muddi saltes. (Absatz) [30] Van bire|sterron6. Razi sestein penninga. (Absatz) [31] Van
Wanumelon Abbilin│en malt rockon. (Absatz) [32] Van
iesthuuila Abbiko enon scilling pennin|ga. (Absastz) [33] Van uuernerahotlhuson7 Lancikin tuene scillinga pennin|ga. [34] Ende sin gebur ses penninga. [35] Van forthhuuile ahte muddi│gerston.
(Absatz) [36] Van ringie enon scilling penniggo8. (Absatz) [37] En land uan2 mede|bikie ende othar uan2 suththarpa iro iahuethar [38] ahte penninga.│(Absatz) [39]
Van haringtharpa ahte penninga. (Absatz) [40] Van hamerethi. Vokko9│thrie scillinga denarios to
kietelkapa. [41] ende uan
balleuo tue│malt hauoron Vockilin9 .i. solidum10 [42] eht11 te kietelcapa12.
1 Bei Friedlaender
übersprungen. 2 Gallée
unrichtig v statt u. 3 Vor tein ein durchgestrichenes tich. 4 Friedlaender
unrichtig thera. 5 Gallée unrichtig Sibraht. 6 Das zweite r aus
Korrektur. 7 Friedlaender korrigiert dieses in –holthuson. 8 Friedlaender
unrichtig penninggo. 9 Gallée unrichtig U statt V. 10 Vockilin
.i. solidum über die Zeile geschrieben und durch zwei Punkte hinter hauoron
verwiesen. 11 e aus t korrigiert.
12 capa über die Zeile
hinzugeschrieben.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 37
(Handschrift M, f. 6b)
[Wadstein 37,1] [1] Van elmhurst Sahsger enon│scilling
penninga. themo bathere.
[2]
Van Liuzikon ammahte│uan bócholte. Tiediko tue malt rockon [3] then batheron.
[4] Van│aningeralo themo
ammahte Aluerik uan1 hótnon enon [5]
scil|ling penningo.
[6] Van themo2
ammahte te uaretharpa│Wizo uan uariti ses muddi [7] rockon. then
batheron.
[8] Van│Iecmere themo ammahte
Azelimian3 hlacbergon ses [9] muddi│rockon then batheron.
[10] Van aningeralo themo ammahte│Vocko4 an gronhurst ende[11]
boio uan1 teltingtharpa iro iahue|thar enon scilling penningo
then [12] muleniron. ||
(f.
7a) [13] Thit sint thie sculdi uan themo houa seluamo uan
Iecmari [14] ses│muddi gerstinas maltes uppen spikeri ende en kó4a. ende en│kosuín [15] ende tue specsuín. ende tue suín iro iahuethar ahte│penningo uuerth. [16] ende thrio an ger fieri ande thritich kieso.│ende thriuhalf embar [17] smeras. eń giscéthan ende tue huite.│ende fieri ende thritich honero [18] ende tue muddi eiro. Ende thero│Abdisscon sie tuene uan1
Iecmeri [19] ende uan uaretharpæ en suín│sestein penningo
uuerth. ende eń scáp. [20] ende tue embar hanigas.│ende eń malt rockon. Ende Attiko uan [21] uuerst fif sculdlakan│thero abdisscon.
[22] Van smithehuson Azeko tuentich muddi│rockon. Manniko [23] uan themo seluon tharpa fiftein muddi5│rockon. ende tue muddi5 [24] melas. Azelin ende Hizel an themo│seluon tharpa iro iauuethar [25] fiftein muddi rockon ende tue│muddi melas. Ricbrath
an themo [26] seluon tharpa eń malt rockon.│Bettikin ende Tizo an themo seluon1 [27] tharpa iro iauuethar tuen|tich muddi rockon. ende tue muddi melas. [28] Gerrik an themo│seluon tharpa tue embar hanigas.
[29] Van vvclastharpa6│Manniko fiftein muddi rockon. ende tue [30] muddi melas. ende│en embar hanigas.
[31]
Van galmeri Gelderik fiftein muddi│rockon. ende tue muddi
melas.
[32]
Van hgumorodingtharpa│Ibikin tuentich muddi
rockon. ende [33] [uan1 themo ammahte│to
Iecmare sculon geldan uppan thena spikare [34]
.xxx.ii.│hóua7.]
[35] Van marastharpa Fadiko
ende Thiederik iro ia|uuethar tuentich
[36]
muddi rockon. ende tue muddi melas.│[37] [Adistharpa. Lieuiko.
tuentich muddi rockon. ende tue8 muddi
melas9.]
1 Gallée unrichtig v statt u. 2 Nach themo ist ein tharpa
(nicht tharpe wie Gallée) ausradiert. 3 Lies Azelin uan. 4 Gallée unrichtig Uokko. 4a 37, 14 en kó der Handschrift in ena kó zu bessern.
5 Das erste d aus angefangenen n (?) korrigiert. 6 Gallée unrichtig Uuclastharpa. 7 Das hier in Klammern Stehende ist auch in der Handschrift von Klammern
umschlossen und zudem unter Strichen; es ist hier fehlerhaft eingetragen worden
und am Rand wiederholt;vgl. S. 38, 26f. unten.
8 Über der Zeile
hinzugefügt und durch einen Punkt hierher verwiesen. 9 Das zwischen Klammern Stehende ist am Fuß der Seite geschrieben und
durch h’ hierher verwiesen.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 38
(Handschrift M, f. 7a) [Wadstein
38,1] [1] Van Bunistharpa Azeko
tuentich muddi rockon. ende tue│[2] muddi melas.
[3] Van winikingtharpa
Meinciko tuentich│muddi
rockon. ende [4] tue muddi melas. ende tue embar hanigas.│
[5] Van winkila Aluerik
tuentich muddi rockon. ende tue muddi│melas.
[6] Van glano Saleko eń
malt rockon.
[7] Van saŕbikie│Hoio tuentich muddi rockon.
[8] Van katingtharpa. Liudiko│tuentich muddi rockon.
[9] Van huttingtharpa Dudo
tuentich│muddi
rockon. ende tue [10] muddi melas. ende eń embar hanigas1. ||
(f. 7b) [11] Van thánkilingtharpa Wizel tuentich muddi rockon.
ende│tue [12] muddi melas. Ammoko an themo seluon tharpa
fiftein│muddi rockon. [13]
ende tue muddi melas.
[14] Van lacbergon Athel|brath tuentich muddi rockon. Azelin2 an [15] themo seluon tharpa│tue malt rockon.
[16] Van thúrnithi Reinzo en
malt rockon. ende│en
gerstin malt [17] gimalan.
[18] Van ásthlacbergon
Mannikin tue│embar
hanigas.
[19] Van bergtharpa Aldiko
fiftein muddi rockon.│ende [tue
muddi [20] melas3.]
[21] Van lembikie Azelin
thritich muddi│hauoron.
ende tein muddi [22] gerston.
[23] Van popponbikie Azo thru│gerstina malt gimalena.
[24] Van holthuson Frethiger
en gerstin│malt
gimalan ende fiftein [25] muddi gerston.│
[26] [Fan4 themo ambahte to
iukmare sculon geldan uppan thena [27] spicare5 xxx.ii.6
houa.7,8]
[28] Thit sint thie sculdi the themo meira seluamo an thena
[30] Van smithehuson Azeko elleuan muddi gerstinas maltes9.│Bet[31]tikin an
themo seluon tharpa tue muddi huetes.
[32] Van galme|re Gelderik enon scilling penningo.
[33] Van vvclestharpa
Man|niko eleuen muddi gerstinas maltes.
[34] Van marastharpa Siger│fiftein muddi rockon. Tiederik
an [35] themo seluon tharpa enon scil|ling rockon. (Absatz) [36] Van adistharpa
Lieueko en malt gerston. [37] Van│bunistharpa Sizo en malt rockon10.
[38] Van peingtharpa Boio
fier|tein muddi rockon. ende fiertein [39] muddi gerston.
1 Die
am Rand von S. 7a stehende Summierung findet sich hier unten Z. 26,27. 2 Gallée unrichtig Azilin. 3 tue
steht über einem unterstrichenen thru;
muddi melas ebenfalls unterstrichen und
das oben zwischen Klammern stehende auch in der Handschrift zwischen Klammern
gesetzt. 4 Friedlaender unrichtig Van. 5 Gallée (S. 184,3. Z. v. u.) unrichtig spikare. 6 Kaum XXXIII wie Friedlaender und Gallée. 7 Gallée unrichtig v statt u. 8 Diese zwischen den Klammern stehende Summierung ist in der Handschrift
längs des rechten Randes der Seite 7a geschrieben. 9 -s oben rechts am -e angehängt. 10 Gallée unrichtig rokkon.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 39
(Handschrift M, f. 7b) [Wadstein
39,1] [1] Van thanki|lingtharpa. Wizel
ende Ammoko iro iauuethar eleuan [2] muddi│maltes.
[3] Van katingtharpa ses
muddi rockon. Willezo
[4] uan│hlacbergon Azelin
tuena scillinga penningo. ende ses [5] muddi│rockon.
[6] Van Westonuelda énon scilling penningo.
[7] Van│alfstide Azo
sestein penninga.
[8] Van bergtharpa Aldiko
ele|uan muddi maltes.
[9] Thit is thiu scult1 the uan2 houa│seluamo geldid te uaretharpa3
[10] uppan spikare ses muddi gersti|nas maltes gimalenas. ende ena kó. [11]
ende en kosuín. ende en suín.│sestein
penningo uuerth. ende tue suín [12] iro iauuethar ahte│penningo uuerth ende thru malder kieso. ende [13] tuuliua4 ende│thriuhalf embar smeras én giscethan ende tue huíte. [14] ende│fieri ende thritich hónero. ende tue muddi
eiro.
[15] Van iauue||(f. 8a)thero stida Iecmare ende uan faretharpa ses sculd[16]lakan│then Iungeron. [17] Van Fariti Wizo ses muddi5 rockon.│
[18] Van hringie Athelword tein muddi rockon. ende tue muddi│melas.
[19] Van aldontharpa Hizel6 en malt rockon.│ende tue muddi [20] melas.
Aliko an themo seluon tharpa│tue malt rockon.
[21] Van wersetharpa7. Tizo en malt│rockon. ende tue muddi melas.
[22] Van lingeriki Vadiko8 fif|tein muddi rockon. Meinhard an [23] themo seluon tharpa ende│Faderiko iro iauuethar tuentich muddi [24] rockon. ende tue│muddi melas.
[25] Van uuestarbikie
Liefheri fiftein muddi│rockon.
ende eń embar [26] hanigas. ende an themo seluon
tharpa9│en malt rockon.
[27] Van hramisitha10 Thiezo
tein muddi11 rockon.│uan12
themo [28] seluon tharpa. Azelin thritich muddi hauoron.│
[29] Van Asithi Aliko thritich muddi hauoron.
[30] Van holthuson│Ekkiko thritich
muddi hauoron. Tiziko an [31] themo seluon│tharpa eń linen lakan that si fiftein
penningo uuerth.│
[32] Van thiediningtharpa. Abbo fiertein13 muddi rockon.│Buno [33] an themo seluon tharpa siuontein muddi rockon.
[34] Van│hékholta Gelderad siuontein muddi rockon. ende eń
am[35]mahtlakan thero samnanga. Boso an themo seluon tharpa│ahte [36] muddi rockon.
[37] Van asscon Lihtger tue
embar hani|gas. ende eń ammahtlakan [38] thero
samnanga.
[39] Van holla│Iezo tue embar
hanigas.
1 Vor scult ein Wort teilweise ausradiert, das mit s anfängt und mit t endet. 2 Gallée unrichtig v statt u. 3 Gallée unrichtig Varetharpa. 4 Gallée unrichtig tuuliva; hier fehlt die Angabe des Objekts. 5 Darüber .i. solidum. 6 Gallée unrichtig Hïzel. 7 Gallée unrichtig Uu- statt w- (oder vv-). 8 Gallée unrichtig U statt V. 9 Hier oder nach dem vorhergehenden ende ein name übersprungen. 10 h- links über dem r geschrieben. 11 Gallée unrichtig mnddi. 12 Gallée unrichtig v statt u. 13 Darüber xv geschrieben.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 40
(Handschrift M, f. 8a) [Wadstein
40,1] [1] Van adistharpa Lanzikin│tue embar hanigas.
[2] Van wide1 Geliko tue embar│hanigas.
[3] Van grupilinga Wizel tuentich muddi│rockon uppan spikare [4] ende thero abdisscon tein muddi│rockon. ende eń embar hanigas.
[5] Van Fariti Wizo ses│muddi rockon te
mezaskapa an thie [6] uuinfard.│
[7] Thit sint thie sculdi the thamo meira seluamo an than│hof geldid.
[8] Van buruuide Reinzo sestein penningo.│
[9] Van thiedelingtharpa Abbo sestein penningo
[10] Van│uuartera Boso enon
scilling penningo.
[11] Van kleikampon || (f. 8b) ses penningo.
[12] Van muschinon Ekkiko enon scilling penningo.│
[13] Van ékholta Thiedorik en
scultlakan.
[14] Van aldontharpa. Hi|zel
eń malt rockon.
[15] Van uuersitharpa Rotholf fiftein mud|di rockon. Williko an [16]
themo seluon tharpa nigon muddi mal|tes.
[17] Van sinegan Fastmar
sestein muddi rockon.
[18] Van uare|tharpa Alikin
eń malt rockon. ende eń malt gerston. [19]
Mein|zo an themo seluon tharpa eń malt rockon.
[20] Van húndes|aŕse Odo1 fier muddi rockon.
[21] Van merschbikie ahte pennin|ga.
[22]
Van bunistharpa Azeko en malt rockon.
[23] Van Fariti│Liudulf fiftein
penninga.
[24] Van Farethorpa Heriman ses│penninga.
[25] An thena hóf to Iekmare2
themo meira selua|mo.
[26] Van gumorodingtharpa
Ibikin en malt hauoron.│
[27] Van huttingtharpa Dudo tein penninga.
[28]
Explicit.│
————————
[29] Fan themo ammahte to faretharpa sculon geldan uppan│thena [30] spikare. xxiii. houa.│
[31] Thit sint thie ofligeso fan themo houa to beuarnon3│thuringas [32] ende
bauon thes helegon auandas te nigemo│gera tue gimalena
malt [33] gerstina. ende eń gód suín. ende│fier muddi rukkinas bradas. ende [34] eht te sancte petro|nellun missa
also uilu. Ende ses muddi huetes te [35] thero│dachuilekon preuenda4.│
[36] Thit sint thie ofligeso uan then foreuuerkon.
1 Zwischen
d und e ein ausgewischtes, fast wie ein o aussehendes e, das zum
Zeichen des Wegfalls oben und unten mit Strichen versehen ist. 2 Gallée
unrichtig Oda. 3 k
aus h (?) korrigiert. 4 Zwischen e und u ein halb verwischtes r. 5 Gallée unrichtig v statt u.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 41
(Handschrift M, f. 8b) [Wadstein
41,1] [1] Van Gést|huuila ahte
gerstina malt gimalena ende tue malt [2] hue|tes. ende nigon1 suín.
[3] Ende uan telgei fier
gerstina│malt
gimalena. ende eń malt2 [4]
huetes. ende fier goda suín.
[5] Ende│uan Elislare tue gerstina malt gimalena3. ende ses│muddi [6] huetes. ende ena kó ende tue embar hanigas
thit│scal he
giuan te [7] thero missa sancti
bartholomei4.│
[8] Ende uan dunningtharpa
tue gerstina malt gi|malena. ende eń [9] malt
huetes. ende tue suin iro│iauuethar sestein penningo uuerth.
[10] Van berni|uelda fif
gerstina malt gimalena. ende fiftein muddi || (f. 9a) [11] huetes. ende fif goda suín.
[12] Ende uan Berga thru
muddi│huetes.
ende eń gerstin malt gi[13]malen. ende eń gód suín.
[14] Ende│uan Radistharpa tue gerstina5 malt gimalena. ende fier│[15] muddi huetes. ende fier
muddi rockon gibák6. ende eń gód│suín.
[16] Ende uan7. Gestlan tue gerstina malt gimalena ende│fier8 [17] muddi
huetes. ende eń suín. Themo timmeron fier muddi│gerston.
[18] Thit is fan themo ambehta uan themmo uehusa│fiftehalf punt [19] rockon. ende thriutein muddi rockon.
[20] Van│themmo9 ambehta aningeralo. siuothohalf malt
rockon.
[21] Van│themmo9│ambehta te balohornon. tue
malt rockon.
[22] Van│themmo9│ambehta iukmare. tue punt
rockon. ende nigen[23]tein muddi│rockon.
[24] Van themo ambehta te uaretharpa. eń punt rockon.│
[25] Thes sindon allas áhte
punt. ende fiertein muddi.│Gerstinas10
[26] maltes.
[27] Te aningeraló Waliko
sestein muddi11│gerstinas maltes.
[28] Te pikonhúrst. Eliko tue
muddi rockon.│ende fier
muddi gerston.
[29] Te stenbikie. Eilo tue
muddi hue|tes.
[30] Te hasleri. Hiddikin tue
muddi huetes.│
[31] IN
natiuitate domini .x. modios ordei. te themo hereston altáre.
[32] et│xvi. modios
auéne. Ad diuidendum singulis
altaribus. Ende tharto│[33]
viiii. ruslos. ande ses .x. stukkie flesscas. de coquína. et archi|presbitero12 [34] en malt gerston. et in quadragesima .vi. modios
ordei.│ende tue
malt [35] gerston. themo hudere. et decáno13 semel in│anno .viii. modios auene.
1 Vor
nigon ist g(o) ausradiert.
2 Über huetes hinzugefügt. 3 Vor gimalena ein g ausradiert.
4 Diese und die drei
folgenden Zeilen sind nicht bis zum Ende geschrieben (der nicht beschriebene
Teil durch eine Linie umzogen), weil hier die Schrift der vorhergehenden Seite
stark durchgedrungen ist. 5 Vor
gerstina ein durchgestrichenes malt. 6 Heyne, ergänzt dies gibakenas.
7 Gallée
unrichtig v statt u. 8 Gallée unrichtig uier. 9 Gallée unrichtig themo. 10 Vor Gerstinas, am Ende der
vorhergehenden Zeile, gere (halb)
ausradiert. 11 Zwischen
d und i ein Klecks, wo ein durchgestrichenes o zu stehen scheint. 12 Gallée unrichtig archipresbïtero. 13 Über dem e, wie es scheint,
ein Akcent ausradiert.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 42
(Handschrift M, f. 8b) [Wadstein 42,1] [1] In uigilia natiuitate1 domini. en malt. to│then hiuppenon2. ande [2] to themo3 ingange thero iunger(e)no4 en│half5 malt.
[3] Ande
to sancti6 iohannis missa. fier modios.
[4] ande
to octaba7 domini et in ępiphania8 domini similiter.
[5] et in anniuersario sancte thiedhilda│to then neppenon. ande to [6] then
almoson. ande to themo inganga│thero iungereno tue malt.
[7] Et in cena domini. Et inuentione sancte│crucis. et in festiuitate [8] omnium sanctorum similiter. [9] Ande te thero│liethmissa fier modios maltes. te themo inganga [10] thero│iungereno.
[11] Ande alle thie sunnondage. an thero│uaston.
ande te sancte [12] marion missa an
thero uaston. Similiter. ||
(f. 9a) [13] Ande te paschon en half
malt then iungero9 integande9a. Ande│[14] te then neppinon eń ful
malt.
[15] Ande
te thero cruceuuikon.│eń malt. then iungeron integande9a.
[16] Ande
te pinkieston eń│half malt integande then iungeron.
ande [17] en malt to
then nep|pinon. [18] In festiuitate sancti bonifacíí. en half malt then
iungeron inte|gande9a.
[19] Ande
te thero missa sancti uiti. fier modios then iungeron inte|gande9a.
[20] Ande te
then middensumera. vi modios
integande. 9a then│iungeron.
[21] Ande te
thero missa sancti petRi
Similiter10.
[22] Ande te│then misson bethen
sancte Marie similiter.
[23] Cosme et damiani.│fier modios. te themo inganga. Antoníí et [24] Eoníí similiter.
[25] In festiuitate│sancti michahelis .vi. modios te themo
inganga.
[26] In aduentu
domini fier modios│te themo inganga.
[27] In festiuitate sancte11 andreę. similiter. et in festiuitate│sancti [28] maximi similiter.
[29] Themo
koka. fier modios gerston.
[30] Themo│bakkera12 similiter.
[31] Then
maleren .vi. modios auene. te than quer|non endi fier modios [32] gerston fan themo necessario.
[33] Themo
malte|re .vi modios auene te than quernon. uan then [34] suegeron13. en modium ger|ston Ekgon14.
[35] Then
kietelaren .xviii. modios gerston.
[36] Te sancti Lau|rentíí missa. endi te sancti mathei missa. vi modios [37] gerston then│thienestmannon.
[38] Themo
uuidera. en modium gerston. te
iuctamon.│
1 Gallée ändert dies stillschweigend in natiuitatis. 2 i
oben zwischen h und u hinzugeschrieben; l. hnippenon
(Heyne).
3 Gallée S. 366
unrichtig themmo. 4 Das zweite e aus o korrigiert (?). 5 I aus i oder dem ersten Strich
von u korrigiert. 6 Davor ein durchgestrichenes sancti. 7 Gallée unrichtig octavo. 8 Der Strich unter e von ungewöhnlicher Form. 9 Gallée ändert dies stillschweigend in iungeron. 9a 42.13, 15, 16, 18, 19, 20 (lies) in te gande. 10 Handschrift zunächst Similtter.
11 Gallée
ändert dies ohne Bemerkung in sancti.
12
Das erste k aus a korrigiert; vor dem Wort ein b (?)
ausradiert. 13 Zwischen e und g ein halb ausradiertes g. 14 Dieses Wort gehört nach Friedlaender wahrscheinlich hinter das kurz vorher
befindliche uan, wo ein Name zu fehlen scheint; E scheint aus t korrigiert zu
sein.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 43
(Handschrift M, f. 9b) [Wadstein 43,1] [1] Te than gimenon alemoson. te thero missa sancte marie .vi modios│[2] ende eht te sancte
marion missa similiter.
[3] Thesas alles sundon│en endi xxx malto. Fierthehalf
malt rockon [4].iiii.or 1
modii ane│the retton prauendi. ande .v. malt. ande .v. modii [5] to themo│meltetha. si sestein penningo
uuerth.│
[6] Thit hared to thero uuinuard2.
[7] Van Liuzikon the|mo ammahtmanne3
tuulif kiesos. ende tuena [8] penninga│ende tue muddi rukkinas melas. ende fier penning uuerth│[9] pikas.
[10] Van aningeralo ende uan baleharnon thie am|mathman4 iro [11] iauuethar also
uilo.
[12] Van iukmare Hizel│ende Iezo uan
faretharpa iro iauuethar [13] enon│penning. ende eń muddi rukkinas melas. ende ses kiesos│Ende [14] Iezo uan
faretharpa giued éno siuon gi||(f. 10a)bunt
kopanbandi ende allero [15] gibundo huilik hebba│siuon bandi.
[16] Thit is thiu asna. thiu to themo batha│hored.
[17] De balohornon. Van
[18] De│aningeralo. Van
hotnon enon scilling.
[19] Van themo│ammathta5 te iukmare. Van lacbergon enon hal[20]uon6│scilling.
[21] ende uan themo ammathta5
te uaretharpa. Van│uarete enon[23]
haluon scilling.
[24] De thurronbokholta. uan│themo ammathta5
to then uehus .ii. [25] scillinga.
[26] Van Ikicon│ammathte7 scal cuman xxviii. bracia ordei et xxviiii. [27] et│vi. modii gimeltas maltes. ordei.│
[28] Hęc est summa tocius prebende. que singulis annis in│granario [29] communi. in hordeo et in
auena reponitur. dum plene│persoluitur. [30] Ducenta ac
xxvi. bracia de ordeo. et centum ac│.iiii.or 1 bracia
de [31] auena. et vi. modii. Fiunt ex toto .ccc. et xxx│bracia. Ex his enim [32] si unicuique mensi per decem menses .xx. bracia│attribuuntur .cc.
ad [33] prebendam dispensantur .c. et lx.│ordeacea. et xl. auenina. et remanent [34] .c. et xxx bracia.│et vi. modii
lxx. ordeacea et lx. ac iiii. auenina
[35] et .iiii. modii et vi. modii│de auena8.│
———————
(f. 11a) [36] De imperatore NOStRO. HeinRiko. Hebo .vi. lakan.│Natrik .v. [37] Vuerin9 .i. lakan .i. cottum10 Gero .iiij.│Hodi .iii Imma .ij. De
1 Handschrift iiii. (über iiii kleines
or). 2 Gallée unrichtig uuinvard. 3 h
aus n (?) korrigiert. 4 Gallée unrichtig ammahtman. 5 Friedlaender
unrichtig ammahta. 6 h
über einem halb ausradierten s. 7 Friedlaender
unrichtig ammahte. 8 Handschrift de auena│et vi. modii.│; die
Worte der letzteren Zeile werden aber durch Striche vor de auena gewiesen. Die unterste Hälfte des 10.
Blattes ist weggeschnitten und die Seite 10b unbeschrieben. 9 Gallée unrichtig U- statt V-. 10 Heyne und Gallée unrichtig cot (ohne
Punkt dahinter).
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 44
(Handschrift M, f. 11a) [Wadstein 44,1] [1] bernhardo .v. solidos. De│uualdmoda
.i. solidum .i. lakan. Thuring [2] et bauika.│vi.
solid.
Imiza .ii. solidos. Hacika .xvi. denarios.
[3] De│abbatissa .xx.iii. denarios. Abbiko .xviii. modios ordei .viii.│[4] denarios. Attika .xviii. modios.
de sale. Helmburg .ii. solidos.│[5] Meinuuord duos solidos. Meinzo .ii. solidos.
Hoburg .xv.│modios [6] sigili1 .xiiii.denarios. Gisla .ii. solidos.
Vuiking2 .xx.│denarios. [7] Diddo .ii. solidos. Hecbrath .ii. solidos. Bettika .xvi.│denarios. Odheri [8] .v. denarios. Abbiko .v. solidos. Vbbo2 .ij. solidos.│Geliko .iii. solidos. [9] Vbbi2 .ij.
solidos. Hibbo .vi. denarios .ij. solidos.│Aluing .iiij. solidos. [10] Boiko .ij. solidos. Abbi .i. solidum. Lanzo.│xx. denarios. Tiazo [11] .xvi. denarios. Hoiko similiter. Coding|tharp .i.
solidum. Tiazo [12] .xviij.3 denarios.
Huno .iij. solidos.│Vuenni2 .ii. solidos. Liudzo [13] .ij. solidos. Rikizo4 similiter.│Boso .x. denarios. Boio .i. solidum. [14] Imiko .xviii. denarios. Adiko .i.│solidum. Razo. et5 .x. denarios [15]
ii. solidos. Vuecil2
similiter.│Hillo .xvi. denarios. Tilo .i. solidum. [16] Eilico .x. denarios. Benno .vi.│denarios. Seger .vi. modios ordei [17] .iiii. denarios.
Ibiko .i. solidum. Habo.│ij. solidos.
Siman .iii. [18] solidos.
Etzo. similiter6 .iiii.or 7 denarios. Boli.│viii. denarios. Abbo [19] .iii. solidos .iiii. denarios. Benno .iiii. solidos
.viii.│denarios. Tidiko [20] .ii. solidos. Heribarand8 .i. solidum. Tiazo .i. solidum.│Vuenniko2 [21] .i. solidum. Sicco .v. denarios. Eizo .viij. denarios.
Man|niko .viij. [22] denarios.
Vuicger2 .xx. modios ordei. Liuppo .vi. denarios.│Aliko [23] .vi. denarios. Hedi .i. solidum. Abbo .i. modium ordei. Liudciko [24] .xv.│modios. auene9
.viij. denarios. Atcilin .x. denarios. Hesiko .vi. [25] modios ordei.│Buniko .v. modios ordei. Canco. i. denarium.
Hatzico10 [26] .v. denarios. Elikin.│x.
modios auene9. Lieuico9 .xviij. denarios. [27] Hoiko .xxxij. modios│ordei. Eila
iij. solidos. frater baldingi .viij. [28] denarios. Hillo .x. denarios.│Lieuikin .vi. denarios. Tidiko .xv. [29] denarios. ||
(f. 11b) [30] Hoc est totoum .xvi. saga. et xxii. saga et sex librę.│
[31] De astonuelda. Gieliko. et
Liuzako11 .i. solidum.
h’.
[32] De marki|ligtharpa12. Hildimar .xx. modios ordei. h’. uil’.13│
[33] De pikanhurst. Atzilin .xx. modios
ordei .i. tritici .i. mellis.│
1 Oder
sigali, siguli (vgl.
Du Cange, Gloss.); zwischen i und
g ist ein n ausradiert. Gallée: „soll wol heissen siliginis“; (S. 191, 10löst indessen Gallée ohne
Bemerkung dieselbe Abkürzung als sigili auf). 2 Gallée unrichtig U- statt V-. 3 Davor ein v ausradiert. 4 Gallée unrichtig Riziko. 5 Auf Rasur.
6 Hier fehlt
vielleicht ein Name. Oder ist der Sinn dieser: Etzo .iii. solidos .iiii
denarios? vgl. bei Abbo nächste Zeile. 7 Handschrift .iiii. (über .iiii. kleines or). 8 Handschrift Heribrand (über
dem Raum zwischen b und r ein kleines a); das a zwischen r und n
auf Rasur (und stark ausgewischt); vielleicht gehört das oben stehende a eigentlich hierher als korrigiert der
ursprünglich fehlerhaften Schreibung, so dass also Heribrand zu lesen wäre. 9 Gallée unrichtig v statt u. 10 Gallée unrichtig Hatziko. 11 Gallée
unrichtig Liuzaka. 12 Heyne, bessert dieses in Markilingtharpa. 13 Friedlaender
vermutet, dass uil’ auf
Missverständnis eines ii d’ (= denarios) im Orginal beruhe und dass dieses ii
d’ durch h’ an diese Stelle des h’ der vorhergehenden
Zeile gewiesen wird. Zwischen diesem Abschnitt und dem folgenden sind in der
Handschrift zwei Zeilen leer.
FK, FM = Freckenhorster Heberegister
Wadstein, E., Kleinere
altsächsische Sprachdenkmäler, 1899, 45
(Handschrift M, f. 11b) [Wadstein 45,1] [1] De hanhurst.
Isiko .xx.
modios ordei.
[2] De berison. Tieziko .xx.│modios ordei.1
[3] De Liudburga. Eilhard .v. siclos. et
.iiii.or 2 denarios. et│unum
[4] porcum saginatum. et
xenium .iii. modios auenę.
Tiezo.│iij.3 siclos.
[5] et xenium .ii. modios auene. [Odrad .xxx. denarios. et xenium .ii.
[6] modios auene4.] Eiliko. iii. siclos.│
[7] De sickon5.xv. modios
sigili.6
1 Zwischen
diesem Stück und dem folgenden ist in der Handschrift ein unbeschriebener Raum
von sieben Zeilen. 2 Handschrift .iiii. (über .iiii. kleines or). 3 Gallée unrichtig II. 4 Das zwischen Klammern Gesetzte ist quer am Rand geschrieben und durch h’
hierher gewiesen. 5 Handschrift sickon. (über n
ein Strich). 6 Unten etwa ein Drittel der Seite
unbeschrieben.
Gen
= Genesis
Genesis
= Gen
Überlieferung: Rom, Biblioteca Vaticana
Pal. lat. 1447 f. 1a, 2a-2b, 10b
Die nach einem Eintrag
auf Blatt 3a 1479 der Dombibliothek Mainz gehörige, 1623 von Heidelberg nach
Rom gebrachte Handschrift ist eine komputistische Sammelhandschrift mit
astronomisch-kalendarischen Aufzeichnungen, unter denen sich ein Mainzer
Kalendarium mit darin eingetragenem Magdeburger Kalender befindet. Sie stammt
aus Mainz und wurde im frühen 9. Jahrhundert geschrieben. Auf den Blättern 1a,
2a-2b, 10b sowie 27a und 32b enthält sie volksprachige, 1894 von Karl
Zangemeister aufgefundene Eintragungen. Sie wurden etwa im dritten Viertel des
9. Jahrhunderts von zwei (oder drei) verschiedenen Schreibern geschrieben. Die
Schrift ist keine lokalisierbare Buchschrift, sondern ist durch die
Urkundenschrift beeinflusst, weshalb unbeschadet der Beziehungen der
Handschrift zu Mainz, der Eintragungsort unbekannt bleibt.
Inhalt: Neben
den auf den Blättern 27a und 32b eingetragenen Versen 1279 bis 1358 des Heliand
enthält die Handschrift die schon von Schmeller 1840 und Sievers (1875)
vermutete volkssprachige alttestamentliche Bibeldichtung, deren im wesentlichen
getreue Übersetzung von Teil 1 in das Altenglische in Teil B der altenglischen
Genesis (Vers 790-817) bereits bekannt war (Oxford, Bodleian Library Jun. 11).
Die drei Stücke der
alttestamentlichen Stabreimdichtung (Genesis) umfassen insgesamt 337 Verse (mit
schätzungsweise 2500 Wörtern), von denen die Verse 1 bis 26 Adams Rede, die
Verse 27 bis 150 Kain und die Verse 151 bis 337 den Untergang Sodoms betreffen.
Quelle der Dichtung ist demnach zunächst die Vulgata (und vermutlich auch
zugehöriger Kommentare), doch behandelt der Verfasser seine Quelle mit so
großer Freiheit, dass an unmittelbaren Vorbildern nicht viel Sicheres ermittelt
werden konnte.
In allen wesentlichen
Formmerkmalen ist die wegen ihres Gegenstandes als Genesis bezeichnete
Bibeldichtung sehr eng mit dem Heliand verknüpft. Ihr Verfasser ist aber vom
Verfasser des Heliand verschieden und grenzt sich von ihm durch einzelne
Eigenständigkeiten ab (Sprachgebrauch, Wortschatz, Wortbedeutung, Wiedergabe
von eo auch als ia).
Die
Sprache ist altsächsisch. Hinzukommen altrheinfränkische Formen.
Ausgaben: Zangemeister,
K.-Braune, W., Bruchstücke der altsächsischen Bibeldichtung aus der Bibliotheca
Palatina, Neue Heidelberger Jbb. 4 (1894), 205; Sievers, E., Heliand, 2. A.
1935; Heliand und
Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 241-256
Literatur: Schmeller,
J., Heliand oder die altsächsische Evangelienharmonie II, 1840; Ehrismann, G.,
Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1 2. A. 1932, Neudruck 1966; Bischoff,
B., Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit,
Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), 128; Köbler, G., Verzeichnis der
Übersetzungsgleichungen von Heliand und Genesis, 1972; Belkin, J./Meier, J.,
Bibliographie zu Otfrid von Weißenburg und zur altsächsischen Bibeldichtung
(Heliand und Genesis), 1975; Kartschoke, D., Bibeldichtung, 1975; Taeger, B.,
Altsächsische Genesis, Verfasserlexikon, Bd. 1 1978, 313; Bischoff, B., Die
Schriftheimat der Münchener Heliand-Handschrift, PBB 101 (1979), 161;
Gysseling, M., Corpus van Middelnederlandse Teksten, 1980, 29; Taeger, B.,
Heliand, Verfasserlexikon, 2. A. Bd. 3 1981, 958; Klein, T., Niederdeutsch und
Hochdeutsch im frühen Mittelalter, in: Conrad-Borchling-Preis 1981, 12ff.;
Köbler, G., Altniederdeutsches neuhochdeutsches Wörterbuch, 2. A. 1982; Köbler,
G., Sammlung aller altsächsischen Texte, 1987, 46, 68ff.; Die Bruchstücke der
altsächsischen Genesis und ihrer altenglischen Übertragung, hg. v. Schwab, U.,
1991; Krogh, S., Die Stellung des Altsächsischen im Rahmen der germanischen
Sprachen, 1996, 116ff.
Gen
= Genesis
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 241
I.
S. 241 (1)
[556] „Uuela, that thu nu, Êua, haªas,“ quaº Âdam, „uªilo gimarakot
(2) [557] unkaro selªaro sîŒ. Nu maht thu sehan thia suarton hell
(3) [558] ginon grâdaga; nu thu
sia grimman maht
(4) [559] hinana gihôrean, nis heªanrîki
(5) [560] gelîc sulîcaro lôgnun:
thit uuas alloro lando scôniust,
(6) [561]
that uuit hier thuruh unkas hêrran thank
hebbian muostun,
(7) [562] thar thu them ni hôrdis,
thie unk thesan haram giried,
(8) [563] that uuit uualdandas
uuord farbrâkun,
(9) [564] heªankuningas. Nu uuit hriuuig mugun
(10) [565]
sorogon for them sîºa, huuand he unk selªo gibôd,
(11) [566]
that uuit unk sulic uuîti uuardon scoldin,
(12) [567] haramo mêstan. Nu thuingit mi giu hungar endi thrust,
(13) [568] bitter balouuerek, thero uuâron uuit êr bêºero tuom.
(14) [569]
Hû sculun uuit nu libbian, efto hû sculun
uuit an thesum liahta uuesan,
(15) [570] nu hier huuîlum uuind kumit uuestan efto ôstan,
(16) [571]
sûºan efto norºan? Gisuuerek up drîªit,
(17) [572]
kumit haglas skion himile bitengi,
(18) [573]
feriº forº an
gimang (that is firinum kald):
(19) [574]
huîlum thanne fan himile hêto skînit,
(20) [575] blîkit thiu berahta
sunna: uuit hier thus bara standat,
(21) [576] unuuerid miº giuuâdi: nis unk hier uuiht biforan
S. 243 (22) [577] ni
te skadoua ni te scûra, unk nis
hier scattas uuiht
(23) [578]
te meti gimarcot: uuit hebbiat unk giduan mahtigna god
————————
1 uuela bis eua ha über die Zeile, ausgewischt Handschrift uuela that vgl. Ries, Z. f. d. A. 40, 279. 2 Handschrift sean. 3 vgl. Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 17, Jellinek, A. f. d. A. 29, 33, Roediger, Herrigs Archiv III, 190, Pauls, PBB 50, 149. 5 Handschrift gelihc. 10 Braune las the und vermutete dafür thes; vgl. Kögel S. 9, Siebs, Z. f. d. P. 28, 138, Symons Z. f. d. P. 28, 146. Handschrift uuand. 10 und 11 Handschrift hunk Handschrift gibood. 12 Handschrift mi Braune] mn (oder mi mit Punkt dahinter, so Doane) thrust (vgl. Krogmann, Nd. Jb. 81, 11) Handschrift] thurst Braune. 14 Handschrift liatha. 16 vgl. Ries, Z. f. d. A. 40, 280. Handschrift upp. 17 skion vgl. Århammar, Nd. Jb. 87, 24, skur statt skion Holthausen, Beiblatt z. Anglia 45, 131. 18 forst wie ags. 809 Krogmann, Nd. Jb. 81, 11. 20 Handschrift berahto. 21 Handschrift biuoran. 22a Holthausen, Z. f. d. A. 39, 52, Siebs, Z. f. d. P. 28, 138] Handschrift ni te sk. .... a ni (?); Schmidt, Z. f. d. A. 40, 128: ni te skerema ni te scura, ebenso Wilhelm, Münchner Museum 1, 214, Doane (auch S. 63) scattas vgl. ags. Gen. 503 und Braune, PBB 35, 272, zuletzt Doane. 23 Handschrift ebbiat Handschrift mathigna.
Gen = Genesis
Heliand
und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 243
S. 243 [579) [24] uualdand uurêºan. Te huî sculun uuit uuerºan nu?
[560) [25]
Nu mag mi that hreuuan, that ik is io
bad heªanrîkean god,
[561) [26]
uualdand th .......................................
——————
26 Vgl.
Huisman, AbäG 12, 1-8.
(Protoparentum lapsus)
(Genesis
3, 1) Sed et serpens
erat callidior cunctis animantibus
terrae quae fecerat Dominus Deus. Qui dixit ad mulierem: Cur praecepit vobis
Deus ut non comederetis de omni ligno paradisi? (3, 2) Cui respondit mulier: De fructu lignorum, quae sunt in
paradiso, vescimur: (3, 3) de fructu
vero ligni quod est in medio
paradisi, praecepit nobis Deus ne
comederemus, et ne tangeremus illud,
ne forte moriamur. (3, 4) Dixit autem serpens ad mulierem. Nequaquam morte moriemini. (3, 5) Scit enim Deus quod in quocumque die comederitis ex eo, aperientur oculi vestri et
eritis sicut dii, scientes bonum et
malum. (3, 6) Vidit igitur
mulier quod bonum esset lignum ad vescendum,
et pulchrum oculis, aspectuque delectabile: et tulit de fructu illius, et
comedit deditque viro suo, qui comedit. (3, 7) Et aperti sunt oculi amborum, cumque cognovissent se esse nudos, consuerunt folia ficus, et fecerunt sibi
perizomata. (3, 8) Et cum audissent vocem Domini Dei deambulantis in paradiso ad auram post meridiem, abscondit se Adam et uxor
eius a facie Domini Dei in medio ligni paradisi. (3, 9) Vocavitque Dominus Deus Adam, et dixit ei: Ubi es? (3, 10) Qui ait. Vocem tuam audivi in paradiso et timui, eo
quod nudus essem, et abscondi me. (3, 11) Cui dixit: Quis enim indicavit tibi quod nudus esses, nisi quod ex ligno de quo praeceperam tibi ne comederes, comedisti?
(3, 12) Dixitque Adam: Mulier, quam dedisti mihi sociam,
dedit mihi de ligno, et comedi. (3, 13) Et dixit Dominus Deus ad mulierem: Quare hoc fecisti? Quae respondit: Serpens decepit me, et comedi.
(Inflictio poenae atque promissio redemptionis)
(Genesis 3, 14) Et ait Dominus Deus
ad serpentem: Quia fecisti hoc, Maledictus es inter omnia animantia, et bestias
terrae: Super pectus tuum gradieris, et terram comedes cunctis diebus vitae
tuae. (3, 15) Inimicitias ponam inter te et mulierem, Et semen tuum et semen
illius: Ipsa conteret caput tuum, Et tu insidiaberis calcaneo eius. (3, 16)
Mulieri quoque dixit: Multiplicabo aerumnas tuas, et conceptus tuos: in dolore
paries filios, et sub viri potestate eris, et ipse dominabitur tui. (3, 17)
Adae vero dixit. Quia audisti vocem uxoris tuae, et comedisti de ligno, ex quo
praeceperam tibi ne comederes, maledicta terra in opere tuo: in laboribus
comedes ex ea cunctis diebus vitae tuae. (3, 18) Spinas et tribulos germinabit
tibi, et comedes herbam terrae. (3, 19) In sudore vultus tui vesceris pane,
donec revertaris in terram de qua sumptus es: quia pulvis es et in pulverem reverteris. (3, 20) Et vocavit Adam nomen
uxoris suae, Heva: eo quod mater esset cunctorum viventium. (3, 21) Fecit
quoque Dominus Deus Adae et uxori eius tunicas pelliceas, et induit eos: (3,
22) Et ait: Ecce Adam quasi unus ex nobis factus est, sciens bonum et malum:
nunc ergo ne forte mittat manum suam, et sumat etiam de ligno vitae, et
comedat, et vivat in aeternum. (3, 23) Et emisit eum Dominus Deus de paradiso
voluptatis, ut operaretur terram de qua sumptus est. (3, 24) Eiecitque Adam: et
collocavit ante paradisum voluptatis cherubim, et flammeum gladium, atque
versatilem, ad custodiendam viam ligni vitae.
Gen = Genesis
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996,
244
II.
S. 244 (26) [615]
. .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. .
(27) [616] Sîºoda im thuo
te seliºon, habda im
sundea giuuaraht
(28) [617] bittra
an is bruoºar; liet ina
undar baka liggian
(29) [618] an ênam diapun dala drôruuôragana,
(30) [619] lîªas
lôsan, legarbedd uuaran,
(31) [620] guman an
griata. Thuo sprak im god selªo
tuo,
(32) [621] uualdand
miº is uuordun
(uuas im uurêº an is hugi,
(33) [622] them
banan gibolgan), frâgoda huuar he
habdi is brôºar thuo,
(34)
[623] kindiungan guman. Thô sprak im eft Kain angegen
(35)
[624] - habda im miº is handun
haramuuerek mikil
(36)
[625] uuamdâdiun giuuaraht, thius
uuerold uuas sô suîºo
(37) [626] besmitin an sundiun
- : „Ni ik thes sorogun ni scal,“ quaº
he,
(38) [627] „gômian huar hie ganga, ni it
mi god ni gibôd,
(39) [628] that is
huerigin hier huodian thorofti,
(40) [629] uuardon an thesaro
uueroldi.“ Uuânde he suîºo,
(41) [630] that he
bihelan mahti hêrran sînum,
(42) [631] thia dâdi bidernian. Thuo sprak im eft ûsa drohtin tuo:
(43) [632] „All haªas
thu sô giuuerekot,“ quad he, „sô thi
ti thînaro uueroldi mag
(44) [633] uuesan
thîn hugi hriuuuig, thes thu miº
thînum handon gidedos,
—————————
26 Braune liest nach uualdand noch th, Piper (wahrscheinlicher) al, das er zu allaro uueroldes ergänzt. 27 Handschrift Initiale; Fittenanfang, Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 86. 28 Vgl. Kögel S. 10, Ries, Z. f. d. A. 39, 301, Jellinek, A. f. d. A. 22, 352, Jostes, Lit. Rundschau f. d. kath. Deutschland 1895, 49, Pauls, Studien S. 41, Braune, PBB 32, 4, Neckel, PBB 32, 563, van Helten, Z. f. d. W. 11, 239, Bruckner S. 7 29 ênam] Hench, MLN 9, 496, glaubt, dass enum dastehe; Schlüter, Nd. Jb. 20, 118, glaubt, enam sei Schreibfehler für enum, Bruckner S. 13, 17. 30 Vgl. Holthausen, Z. f. d. A. 39, 53, Symons, Z. f. d. P. 28, 148. 34 Handschrift kuman; vgl. Braune zu der Stelle, Holthausen, Z. f. d. A. 39, 53, Symons, Z. f. d. P. 28, 148, Cosijn, Tijdschrift v. ndl. Taal- en Letterk. 14, 113, Schlüter, Nd. Jb. 20, 118; Krogmann, Nd. Jb. 81, 13. 37 Bruckner S. 7. 42 Zu dadi vgl. Kögel S. 19, Behaghel, Heliand und Genesis, S. 21, Bruckner S. 12. 44 Handschrift hanºon.
(Genesis 4, 8) Dixitque Cain ad Abel fratrem suum:
Egrediamur foras. Cumque essent in agro, consurrexit Cain adversus fratrem suum
Abel, et interfecit eum. (4, 9) Et
ait Dominus ad Cain: Ubi est Abel frater tuus? Qui respondit: Nescio: Num
custos fratris mei sum ego? (4, 10) Dixitque ad eum: Qui fecisti? vox sanguinis
fratris tui clamat ad me de terra. (4, 11) Nunc igitur maledictus eris super
terram, quae aperuit os suum, et suscepit sanguinem fratris tui de manu tua.
(4, 12) Cum operatus fueris eam, non dabit tibi fructus suos: vagus et profugus
eris super terram.
Gen = Genesis (Genesis 4,
9-11)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 244-245
S. 244 (45) [634] that thu
uuurºi thînes bruoºar bano: nu he bluodig ligit,
S. 245 (46) [635]
uuundun uuôrig; thes ni habda he êniga
geuuuruhte te thi,
(47) [636] sundea
gisuohta, thoh thu ina nu aslagan
hebbias,
(48) [637] dôdan
giduanan. Is drôr sinkit nu an erºa,
(49) [638] suêt
sundar ligit; thiu seola huaroªat,
(50) [639] thie gêst
giâmarmuod an godas uuillean;
(51) [640] drôr
hruopit is te drohtina selªun endi sagat hue thea dâdi frumida,
(52) [641] that mên
an thesun middilgardun: ni mag im ênig mann than suîdor
(53) [642] uuero
faruuirikian an uueroldrîkea
(54) [643] an bittron
balodâdion, than thu an thînun bruoºar haªas
(55) [644] firinuuerek gifremid.“ Thuo an forahtun uuarº
(56) [645] Kain aftar
them quidiun drohtinas, quaº that hie uuisse garoo,
(57) [646] that is ni
mahti uuerºan uualdand
uuiht, an uueroldstundu
(58) [647] dâdeo
bidernid, „sô ik is nu mag drûbundian
hugi,“ quaº he,
(59) [648] „beran an
mînun breostun, thes ik mînan bruoºar sluog
(60) [649] thuru mîn
handmegin. Nu uuêt ik, that ik scal an
thînum heti libbian,
(61) [650] forº an thînun fiundscepi, nu ik mi thesa firina gideda,
(62) [651] sô mi mina
sundia nu suîºaron thunkiat,
————————
45 Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 19. 46 Vgl.
Ries, Z. f. d. A. 40, 280. wroht? Jellinek, PBB 45, 81,
Klaeber, PBB 46, 164, Bruckner S. 45. 47 Vgl. Franck, Z. f. d. A. 40, 216; Siebs, Z.
f. d. P. 29, 413, Meißner, PBB 44, 84, Jellinek, PBB 45, 79, Keck, Anglia 45,
128, Klaeber Anglia 55, 393, Bruckner, S. 17, 46. 49 Vgl. Braune, PBB 32, 16, Bruckner S. 17, Doane. 50 Handschrift uuillea. 52
thesaro Braune, zur Stelle;
vgl. Kögel S. 10, Schlüter,
Nd. Jb. 20, 117; zusammenfassend Doane. manno Piper. 54 thinun Hench, MLN 9, 496] Braune liest thinum. 56 garo Braune; vgl. Hench, MLN 9,
496, Kögel S. 10. 57 Zu
uualdand vgl. Schlüter, Nd. Jb. 25, 159 zu § 321. Zu uueroldstundu vgl.
Behaghel, Heliand und Genesis, S. 18, Roediger, Herrigs Archiv 111, 190. 61
thinun Hench, MLN 9, 496] Braune, Doane, Schwab, Litt., lesen thinum.
(Genesis 4, 9) Et ait Dominus ad Cain: Ubi est Abel frater tuus? Qui
respondit: Nescio: Num custos fratris mei sum ego? (4, 10) Dixitque ad eum: Qui
fecisti? vox sanguinis fratris tui clamat ad me de terra. (4, 11) Nunc igitur
maledictus eris super terram, quae aperuit os suum, et suscepit sanguinem
fratris tui de manu tua.
Gen = Genesis (Genesis 4,
13-15)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 245-246
S. 245 (63) [652]
misdâd mêra, than thîn mildi hugi,
(64)
[653] sô ik thes nu uuirºig ni bium, uualdand
thie guodo,
(65) [654] that thu
mi alâtas lêºas thingas,
(66) [655] tianono
atuemeas. Nu ik ni uuelda mîna triuuua haldan,
(67) [656] hugi uuiº them thînum hluttrom muoda, nu uuêt ik, that ik hier ni mag êniga
huîla
libbian,
(68) [657] huand mi antuuirikit, sô huuat sô mi an thisun uuega
findit,
S. 246 (69) [658] aslehit mi bi thesun sundeun.“ Thuo
sprak im eft selªo angegin
(70) [659] heªanes uualdand: „Hier scalt thu noh nu“, quaº he,
(71) [660] „libbian an thesun lande lango
huîla. Thoh thu sus alêºit sîs,
(72) [661] mid firinum bifangan, thoh
uuillik thi friŒu settean,
(73) [662] tôgean sulic têkean, sô thu an treuuua maht
(74) [663] uuesan an thesero uuerolde, thoh thu is uuirºic ni sîs:
(75) [664] fluhtik scalt thu thoh endi frêºig forºuuardas nu
(76) [665] libbean an thesum landa, sô lango sô thu thit liaht uuaros;
(77) [666] forhuâtan sculun thi hluttra liudi, thu ni salt io furŒur cuman te thînes
hêrron sprâko,
(78) [667] ueslean thar mid uuordon
thînon: uuallandi stêt
(79) [668] thînes brôºor uurâca bitter an helli.“
(80) [669] Thô geng im thanan
miº
grimmo hugi, habda ina god selªo
(81) [670]suîºo farsakanan. Soroga uuarŒ thar thuo gikûºit
(82) [671] Âdama endi Êuun,
inuuidd mikil,
(83) [672] iro kindes qualm,
that he ni muosta quik libbian.
(84) [673] Thes uuarº Âdamas hugi innan breostun
(85) [674] suîºo an sorogun, thuo he uuissa is sunu dôdan:
———————————
64 Klaeber,
Anglia 55, 394. 66 minan triuuuan Jellinek, DLZ 19, 922, PBB 45, 82. 67 hugi tilgt Meißner, PBB 44, 92,
dafür huldi Holthausen,
Beiblatt z. Anglia 45, 131. Handchrift
hlutrom. 68 antuuirikit uuero so huuat Franck, Z. f. d. A. 40, 216. 71 So Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 16, 61, Hofmann I 57. 178,
Schwab. Litt.; Doane („triplet“)] Ries, Z. f. d. A. 39, 302 und Behaghel
tilgten an thesun lande, Braune und Kögel S. 38 lango huila.. Handschrift
landæ.
73 Vgl. Braune, PBB 32, 3, Jellinek, A. f. d. A.
21, 205. 75 Zu thoh vgl. Jellinek, A. f. d. A. 22, 353. 77 hluttra Braune] Handschrift hluhtra Franck, Z. f. d. A. 40,
218 Anm. zerlegt den Vers in zwei Verse, indem er für hêrron das Wort frahon einsetzt. 80
Handschrift Initiale;
Fittenanfang, Bruckner S. 86. 81 uuarº Braune] Handschrift uuaº Bruckner S. 18.
(Genesis 4, 13) Dixitque Cain ad
Dominum: Maior est iniquitas mea, quam ut veniam merear. (4, 14) Ecce eiicis me
hodie a facie terae, et a facie tua abscondar, et ero vagus et profugus in
terra: omnis igitur qui invenerit me, occidet me. (4, 15)
Dixitque ei Dominus: Nequaquam ita fiet: sed omnis qui occiderit Cain,
septuplum punietur. Posuitque Dominus Cain signum, ut non interficeret eum
omnis qui invenisset eum.
Gen = Genesis (Genesis 4,
16, 17-25)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 246-247
S. 246 (86) [675] sô uuarº is ôk thiu
muodar, the
(87) [676] barn bi
iro breostun. Thuo siu bluodag uuuosk
(88) [677]
hrêugiuuâdi, thuo warº iro hugi sêrag.
(89) [678] Bêºo uuas im thô an
sorogun iac iro barnas dôº,
(90) [679] thes heliŒas hinfard, iac that im miº is handun fordeda
(91) [680] Kain an
sulicun qualma: siu ni habdun thuo noh
kindo than mêr
(92) [681] libbendero
an them liahta, botan
S. 247 (93) [682] uualdanda be is
faruuurohtiun: thar ni habdun siu
êniga uuunia tuo
(94) [683] niudlîco
ginuman, huuand hie
sulican nîd afhuof,
(95) [684] that he uuarº is bruoºar bano. Thes im thuo bêŒiun uuarº,
(96) [685] sinhîun tuêm sêr umbi herta.
(97)
[686] Oft siu thes gornunde an griata gistuodun,
(98) [687] sinhîun samad quâºun, that sia uuissin, that im that iro sundia gidedin,
(99) [688] that im ni muostin aftar ereªiuuardos,
(100) [689] thegnos thîhan. Tholodun siu bêŒiu
(101) [690] mikila morºquâla, unt that im eft mahtig god,
(102) [691] hêr heªanes uuard iro hugi buotta,
(103) [692] that im uurŒun ôdana ereªiuuardos,
(104) [693] thegnos endi thiornun,
thigun aftar uuel,
(105) [694] uuôhsun uuânlîko,
geuuitt lînodun,
(106) [695] spâha sprâka. Spuodda thie mahta
(107) [696] is handgiuuerek,
hêlag drohtin,
(108) [697] that im uuarº sunu giboran; them scuopun siu SeŒ te naman
————————
90 ina Franck, Z. f. d. A. 40, 216; dagegen Overdiep, De Vormen van
het aoristische Praeteritum in de mnl. epische Poëzie,
Diss. Leiden 1914, These 17. Handschrift
fordæda; vgl. Klaeber, PBB 46, 166. 91 Vgl.
Kögel S. 11. 93-94 Vgl. Franck, Z. f. d. A. 40, 217,
Behaghel, Heliand und Genesis, S. 19, Bruckner S. 62. 94
Handschrift uuand afhuof
Doane] Handschrift afluf;
ahuof Braune, Behaghel; anders
Schwab, Litt. 97 Bruckner S. 12. 98
samad Braune] Handschrift samah Die Versteilung nach
Sievers, Z. f. d. P. 27, 535; Braune
Einschnitt nach quâºun. 100 Handschrift thian. 102 Vgl. Roediger, Herrigs Archiv 111, 190, Pauls,
Studien S. 39, Bruckner S.10. 107 Bruckner S. 16. 108
Handschrift vor that am Rand that ausgewischt.
(Genesis 4, 16) Egressusque Cain a facie Domini, habitavit profugus in
terra ad orientalem plagam Eden. (Progenies
Cain) (Genesis 4, 17) Cognovit autem
Cain uxorem suam, quae concepit, et peperit Henoch: et aedificavit civitatem,
vocavitque nomen eius ex nomine filii sui, Henoch. (4, 18) Porro Henoch genuit
Irad, et Irad genuit Maviaël, et Maviaël genuit Mathusaël, et Mathusaël genuit
Lamech. (4, 19) Qui accepit duas uxores, nomen uni Ada, et
nomen alteri Sella. (4, 20) Genuitque Ada Iabel, qui fuit pater habitantium in
tentoriis, atque pastorum. (4, 21) Et nomen fratris eius Iubal: ipse fuit pater
canentium cithara et organo. (4, 22) Sella quoque genuit Tubalcain, qui fuit
malleator et faber in cuncta opera aeris et ferri. Soror vero Tubalcain, Noema.
(4, 23) Dixitque Lamech uxoribus suis Adae et Sellae: Audite vocem meam uxores
Lamech, Auscultate sermonem meum: Quoniam occidi virum in vulnus meum, Et
adolescentulum in livorem meum. (4, 24) Septuplum ultio dabitur de Cain: De
Lamech vero septuagies septies. (Seth
eiusque progenies) (Genesis 4, 25) Cognovit quoque adhuc Adam uxorem suam:
et peperit filium, vocavitque nomen eius Seth, dicens: Posuit mihi Deus semen
aliud pro Abel, quem occidit Cain.
Gen = Genesis (Genesis 4,
26)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 247-248
S. 247 (109) [698] uuârom uuordum: them uuastom lêh
(110) [699] heªanas uualdand endi hugi guodan,
(111) [700] gamlîcan gang
- he uuas goda uuirŒig -,
(112) [701] mildi uuas hie im an
is muoda, sô
(113) [702] thie io miŒ sulicaro huldi
muot hêrron thionun.
(114) [703] Hie loªoda thuo mêst liodio barnun,
(115) [704] godas
huldi gumun;
(116) [704] thanan
quâmun guoda mann,
S. 248 (117) [705] uuordun uuîsa, geuuitt lînodun,
(118) [706] thegnos githâhte endi
thigun aftar uuel.
(119) [707] Than quâmun eft fan Kaina
kraftaga liudi,
(120) [708] heliºos hardmuoda, habdun im hugi strangan,
[121) (709] uurêºan uuillean, ni uueldun uualdandas
[122) (710] lêra
lêstian, ac habdun im lêºan strîd;
[123) (711] uuohsun im uurisilîco: that uuas thiu uuirsa giburd,
[124) (712] kuman fan Kaina. Bigunnun im côpun thuo
[125) (713] uueros uuîf undor tuisk: thas uuarº auuerdit sân
[126) (714] SeŒas gesîºi, uuarŒ seggio folc
(127) [715] mênu gimengiŒ endi uuurŒun manno barn,
(128) [716] liudi lêŒa, them thit lioht giscuop,
(129) [717] botan that iro ên
habda erlas gihugdi,
(130) [718] theganlîca githâht; uuas
im githungin mann,
(131) [719] uuîs endi
uuordspâh, habda giuuitt mikil:
(132) [720] Enoch uuas hie hêtan. Thie hier an erŒu uuarŒ
(133) [721] mannum te
mârŒum oªar thesan middilgard,
(134) [722] that ina
hier sô quikana kuningo thie bezto,
(135) [723]
libbendian an is lîchaman, sô hie io
an thesun liahta ni staraf –
(136)
[724] ac sô gihaloda ina hier heªanas uualdand
———————————
111 Handschrift
gamlican] gamanlican Behaghel, Heliand
und Genesis, S. 48, oder gamalican? vgl.
mnd. gemelik; vgl. Siebs, Z. f. d. P. 29, 413.
112 thana vgl. Braune zur Stelle. 114
Vgl. Behaghel, Heliand und Genesis, 40,
Jellinek, A. f. d. A. 29, 33, Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 74. 115
Die Abteilung nach Sievers, Z. f. d. P.
27, 536, Symons, Z. f. d. P. 28, 149, Kögel S. 71; vgl. noch Ries, Z. f. d. A.
39, 102. Braune: godas huldi:│gumun thanan quamun│guoda mann, sodann Lücke von einem Halbvers; Holthausen,
Z. f. d. A. 39, 54: hoh heªanriki│endi huldi godas: || gumun thanan quamun│guoduuilliga man ||. mann] Handschrift mann (a über e übergeschrieben). 118 Handschrift githate. 119
Handschrift Thann. 123
uurisa Binz bei Bruckner S.
75. 125 auuerŒit Braune] Handschrift anuuerºit. 128 Handschrift thitt. Komma
am Schluss des Verses mit Sievers, Z. f. d. P. 27, 536. 130
Handschrift githatt.
(Genesis 4, 26) Sed et Seth natus est filius, quem vocavit Enos: iste
coepit invocare nomen Domini.
Gen = Genesis (Genesis 18,
1-2)
Heliand und Genesis, hg. v.
Behaghel, O., 10. A. 1996, 248-249
S. 248 (137) [725] endi
ina thar gisetta, thar hie simlon muot
(138) [726] uuesan an
uuunnion, untat ina eft an thesa
uuerold sendit
(139) [727] hêr heªanas uuard heliŒo barnum,
(140) [728] liodiun te lêro. Than hier ôk
thie lêºo kumit,
(141) [729] that hier
Antikrist alla thioda,
(142) [730] uuerod
auuerdit, than he mid uuâpnu scal
(143) [731] uuerŒan Enocha te banon, eggiun scarapun
(144) [732] thuruh is
handmegin; huiriªit thiu seola,
(145) [733] thie gêst an guodan uueg, endi godas engil kumit,
(146)
[734] uurikit ina, uuammscaŒon uuâpnas eggiun:
(147) [735] uuirŒit
Anticrist aldru bilôsid,
S. 249 (148) [736] thie fîund bifellid. Folc uuirŒit eft gihuoroªan
(149) [737] te godas rîkea,
gumuno gisîŒi
(150) [738] langa huîla, endi
stêd im sîºor thit land gisund.
III.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . .
(151) [739] Thuo habdun im eft sô suuîŒo Sodomoliudi,
(152] [740] uueros sô faruuerkot,
that im uuas ûsa uualdand gram,
(153) [741] mahtig drohtin, huuand sia mên driªun,
(154) [742] fremidun firindâdi,
habdun im sô filu fîunda barn
(155) [743] uuammas geuuîsid: thuo ni uuelda that uualdand god,
(156) [744] thiadan
tholoian, ac hiet sie threa faran,
(157) [745] is engelos ôstan an
is ârundi,
(158) [746] sîŒon te Sodoma, endi
uuas im selªo thar miŒ.
(159) [747] Thuo sea oªar Mambra mahtige fuorun,
(160) [748] thuo
fundun sia Abrahama bi ênum alah standan,
(161) [749] uuaran
ênna uuîhstedi, endi scolda ûsas uualdandas
(162) [750] geld
gifrummian, endi scolda thar goda
theonan
(163) [751] an
middean dag manna thie bezto.
(164) [752] Thuo
antkenda he craft godas, sô he sea
cuman gisach:
(165) [753] geng im thuo tigegnes
endi goda selªun hnêg,
————————————
138 Handschrift
sendi; vgl. Behaghel, Heliand
und Genesis, S. 48. 140 Handschrift
laro; Holthausen, Elementarbuch
§ 29, 4. 140 Handschrift
thann. 141 Vgl. Roediger, Herrigs Archiv 111, 190. 142
Handschrift thann. 143-144
Interpunktion nach Sievers, Z. f. d. P. 27, 536, Franck, Z. f. d. A. 40, 217. 146
Vgl. Kock, Streifzüge 30. 148 Handschrift
biuellid. 150
Vgl. Behaghel, Heliand und Genesis, S. 41, Bruckner, Die altsächsische
Genesis, S. 11. 151 Handschrift
Initiale; Fittenanfang, Bruckner S. 86. 153 Handschrift drotin Handschrift uuand. 154
Vgl. Symons, Z. f. d. P. 28, 150, Ries, Z. f. d. A. 39, 302. Handschrift uilu. 160
Handschrift ala; vgl. Kögel S. 11. 161
Bruckner S. 14 Handschrift uuhistedi.
(Genesis 18, 1) Apparuit
autem ei Dominus in convalle Mambre, sedenti in ostio tabernaculi sui in ipso
fervore diei. (18, 2) Cumque elevasset oculos, apparuerunt ei tres viri stantes
prope eum: quos cum vidisset, cucurrit in occursum eorum de ostio tabernaculi,
et adoravit in terram.
Gen = Genesis (Genesis 18,
3-4, 16, 20-21)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 249-250
S. 249
(166) [754] bôg
endi bedode endi bad gerno,
(167) [755] that hie is huldi forº hebbian muosti:
(168) [756] „huuarod
uuilthu nu, uualdand, frô mîn,
(169) [757] alomahtig
fadar? ik biun thîn êgan scalc,
(170) [758] hold endi gihôrig;
thu bist mi hêrro sô
guod,
(171) [759] mêŒmo
sô mildi: uuilthu mînas uuiht,
(172) [760] drohtin, hebbian? huat!
it all an thînum duoma stêd,
S. 250 (173) [761] ik libbio bi thînum lêhene, endi ik gilôªi an
thi,
(174) [762] frô mîn the guoda: muot ik thi frâgon nu,
(175) [763] huuarod thu, sigidrohtin, sîŒon uuilleas?“
(176) [764] Thuo quam im eft
tegegnes godas anduuordi,
(177) [765] mahtig muotta: „Ni uuilli ik is thi miŒan nu,“ quaŒ he,
(178) [766] „helan holdan
man, hû mîn hugi gengit.
(179) [767] SiŒan sculun uui sûŒar
hinan: hebbiat im umbi Sodomaland
(180) [768] uueros sô foruuerkot. Nu hruopat thea uuardas te mi
(181) [769] dages endi nahtes, the the iro dâdi telleat,
(182) [770] seggiat iro sundeon. Nu uuilli ik
selªo uuitan,
(183) [771] ef thia mann under im sulic mên fremmiat,
(184) [772] uueros uuamdâdi.
Thanna scal sea uuallande
(185) [773] fiur bifallan, sculun sia ira firinsundeon
(186) [774] suâra bisenkian:
sueªal fan
himile
(187) [775] fallit mid fiure, fêknia stereªat,
(188) [776] mêndâdige men, reht sô morgan kumit.“
(189) [777] Abraham thuo
gimahalda (habda im ellian guod,
(190) [778] uuîsa uuordquidi), endi
uuiŒer is uualdand sprak;
————————————
167 Handschrift
uldi. 168
Handschrift uuarod. 169 Handschrift alomatig. 170
Handschrift erro mi, erro, Doane,
vgl. Genzmer. 171 Handschrift uuhit.
172 Handschrift
drotin hebbian│huuat! it Jellinek,
DLZ 98, 922] hebbian hwat│it Braune172f. Die Kommata nach 172 und 173 mit Sievers, Z. f. d. P. 27,
546. 173 Vgl. Jellinek, A. f. d. A. 22, 353. giloªi vgl. Kögel S. 11.
175 Handschrift uuarod. 177 Handschrift
matig. 178 Vgl. Symons, Z. f. d. P. 28, 150. 179 Handschrift him. 180
theæ (thesæ Holthausen, Z. f. d.
A. 39, 54; thea Piper) uuardas Symons, Z. f. d. P. 28,
150, Franck, Z. f. d. A. 40, 211, Hofmann I 157, Doane] Handschrift the æuuardas, Braune, Behaghel, Schwab, Litt., vgl. Lehmann
230, theæ uuaragas Jellinek brieflich; anders Siebs,
Z. f. d. P. 28, 141, Krogmann, Nd. Jb. 81, 13.
182 Vgl. Symons, Z. f. d. P. 28, 151 Handschrift hiro. 183
Handschrift him. 185
Handschrift biuallan Handschrift
hira. 185-186 Vgl. Ries, Z. f. d. A. 39, 302.
189 Handschrift
abda Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 20. 190 uuordquidi Braune] Handschrift uuorquidi.
(Genesis 18, 3) Et dixit: Domine, si inveni
gratiam in oculis tuis, ne transeas servum tuum: (18, 4) sed afferam pauxillum
aquae, et lavate pedes vestros, et requiescite sub arbore. (18, 16) Cum ergo surrexissent inde
viri, direxerunt oculos contra Sodomam: et Abraham simul gradiebatur, deducens
eos. (18, 20) Dixit itaque
Dominus: Clamor Sodomorum et Gomorrhae multiplicatus est, et peccatum eorum
aggravatum est nimis. (18, 21) Descendam, et videbo utrum clamorem qui venit ad
me, opere compleverint: an non est ita, ut sciam.
Gen = Genesis (Genesis 18,
23-30)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 250-251
S. 250 (779) [191] „Huuat! thu gôdas sô filu,“ quat hie, „god heªanrîki,
(780) [192] drohtin giduomis, all bi thînun dâdiun stêd
(781) [193] thius uuerold an thînum uuillean; thu giuuald haªas
(782) [194] oªar thesan
middilgard manna kunnias,
(783) [195] sô that gio uuerŒan ni scal, uualdand
frô mîn,
(784) [196] that thu thar te ênum duoas uªila endi guoda,
(785) [197] lioªa endi lêŒa,
huuand sia gilîca ni sind.
(786) [198] Thu ruomes sô rehtes, rîki drohtin,
S. 251 (787) [199] sô thu ni uuili, that thar antgeldan guoduuillige
mann
(788) [200] uuamscaŒono uuerek, thoh thu is giuuald haªes
(789) [201] te gifrummianna. Muot ik thi frâgon nu,
(790) [202] sô thu mi thiu gramara
ni sîs, god heªanrîki?
(791) [203] ef
thu thar fîŒis fîftig
ferahtaro manno,
(792) [204]
liuªigaro liodo, muot thanna that land gisund,
(793) [205]
uualdand, an thînum
uuillean giuuerid standan?“
(794) [206] Thuo
quam im eft tegegnes godas anduuordi:
(795) [207] „Ef
ik thar findo fîftig,“ quaŒ he, „ferahtara
manno,
(796) [208] guodaro gumono, thea te goda hebbian
(797) [209] fasto gifangan, thanna uuilli ik im iro ferah fargeªan
(798) [210] thuru that ik thea hluttron man haldan uuille.“
(799) [211] Abraham thuo gimahalda âŒarsîŒe,
(800) [212] forº frâgoda frâhon sînan:
(801) [213] „Huuat
duos thu is thanna,“ quaŒ he, „drohtin frô mîn,
(802) [214] ef
thu thar thrîtig maht thegno fîŒan,
(803) [215]
uuamlôsa uueros? uuilthu sia noh thanna
(804) [216]
lâtan te lîba, that sia muotin that land uuaran?“
(805) [217] Thuo
im the guoda, god heªanrîki,
(806) [218] sniumo
gisagda, that hie sô uueldi
191 Handschrift uilu. 192 Vgl. Roediger, Herrigs Archiv 111,
191 (dazu aber Behaghel, Syntax
139), Pauls, Studien S. 49. 195 uualdand Braune] Handschrift
uuardand. 196 Handschrift henum. 197 Handschrift uuand. 198
rehtes Braune] Handschrift rhtæs. 199 antgeldan: Doane vergleicht u. a. Behaghel,
Syntax § 500 II b, S. 330. 200 thuoh Braune, Sievers, Z. f. d.
A. 63, 47] Handschrift thuoht. 201
Vgl. Behaghel, Heliand und Genesis, S. 22. 203 fiftig Braune] Handschrift
fistig, Handschrift ferahto. 207
Handschrift fistig Handschrift ferathara. 209
im Symons, Z. f. d. P. 28, 151] fehlt Handschrift. 210 Handschrift luttron
Handschrift aldan. 211
Zu âŒarsîŒe vgl. Hofmann I 57. 214
Handschrift tritig. 216 Handschrift te liua; vgl.
Bruckner S. 9. 218 Vgl. Roediger, Herrigs Archiv 111, 191, Bruckner 77.
(Genesis
18, 23) Et appropinquans ait: Numquid perdes iustum cum impio? (18, 24) Si
fuerint quinquaginta iusti in civitate, peribunt simul? et non parces loco illi
propter quinquaginta iustos, si fuerint in eo? (18, 25) Absit a te ut rem hanc
facias, et occidas iustum cum impio, fiatque iustus sicut impius, non est hoc
tuum: qui iudicas omnem terram, nequaquam facies iudicium hoc. (18, 26) Dixitque Dominus ad eum: Si
invenero Sodomis quinquaginta iustos in medio civitatis dimittam omni loco
propter eos. (18, 27) Respondensque Abraham, ait: Quia semel coepi, loquar ad
Dominum meum, cum sim pulvis et cinis. (18, 28) Quid si minus quinquaginta
iustis quinque fuerint? delebis, propter quadraginta quinque, universam urbem?
Et ait: Non delebo, si invenero ibi quadraginta quinque. (18, 29) Rursumque
locutus est ad eum: Sin autem quadraginta ibi inventi fuerint, quid facies?
Ait: Non percutiam propter quadraginata. (18, 30) Ne quaeso, inquit,
indigneris, Domine, si loquar: Quid si ibi inventi fuerint triginta? Respondit:
Non faciam: si invenero ibi triginta.
Gen = Genesis (Genesis 18, 30-32)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 251-252
S. 251 (219) [807] lêstian an then landa: „Ef ik thar luªigaro mag,“quaŒ he,
(220) [808] „thrîtig undar thero
thiodo thegno fîŒan,
(221) [809]
godforohta gumon: thanna uuilli ik im fargeªan allum
(222) [810] that
mên endi thea misdâd endi lâtan that
manno folc
(223) [811] sittian umbi Sodoma endi gesund uuesan.“
(224) [812] Abraham thuo
gimahalda agalêtlîco
(225) [813] - folgoda is frôian -,
filo uuorda gisprac:
(226) [814] „Nu
scal ik is thi biddean“, quaŒ he, „that thu thi ni belges ti mi,
(227) [815] frô
mîn thie guoda, hû ik sus filu mahlea,
S. 252 (228) uueslea uuiŒer thi mid mînum
uuordum: ik uuêt, that ik thas uuirŒig ni bium,
(229) [817] ni
sî that thu it uuilleas bi thînaro guodo, god heªanrîki
(230) [818] thiadan, githoloian: mi is tharaf mikil
(231) [819] te uuitanna thînne uuillean, hueŒer that uuerad gisund
(232) [820]
libbian muoti, the sea liggian sculun,
(233) [821] fêgia bifallan: huuat
uuilis thu is thanna, frô mîn, duoan,
(234) [822] ef thu thar tehani treuhafte maht
(235) [823] fîŒan under themo folca, ferahtera
manno,
(236) [823] uuilthu im thanna iro
ferh fargeªan,
(237) [824] that
sia umbi Sodomaland sittian muotin,
(238) [825] bûan an them
burugium, sô thu im abolgan ni sîs?“
(239) [826] Thuo quam im eft
tegegnes godas anduuordi:
——————
219
then vgl. Braune zu Gen. 255. Handschrift mahg.
221 Handschrift
godforotha. 225 Vgl. Behaghel, Heliand und Genesis, S. 37,
Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 77, Klaeber Anglia 55, 395. 229
Handschrift guodo; vgl. Braune und Doane zur Stelle,
Gal1ée, Gramm. § 311, A. 2] guodi
Schlüter, Nd. Jb. 20, 116, Behaghel.
232 Lies sculin? Doane. 233
Handschrift biuallan. 234
tehani maht treuhafte man Franck, Z. f. d. A. 40, 219, tehani treuhaftera
maht Kauffmann, Z. f. d. P. 32, 509. 235-236
So Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 61, Hofmann I 57. 178; 2 Verse
Braune, Text, Schwab, Litt., „triplet“ Doane] ferahtera manno tilgen Braune,
Anm., Sievers, Z. f. d. P. 27, 536, Symons, Z. f. d. P. 28, 151, Franck, Z. f. d. A. 40, 219, Behaghel; anders Symons Verslagen, S. 153;
Ries, Z. f. d. A. 39, 303. 235
Handschrift hiro. 238
Vgl. Behaghel, Heliand und Genesis, S. 22.
(Genesis
18, 30) Ne quaeso, inquit, indigneris, Domine, si loquar: Quid si ibi inventi
fuerint triginta? Respondit: Non faciam; si invenero ibi triginta. (18,31) Quia
semel, ait, coepi, loquar ad Dominum meum: Quid si ibi inventi fuerint viginti?
Ait: Non interficiam propter viginti. (18, 32) Obsecro, inquit, ne irascaris,
inventi fuerint ibi decem? Et dixit: non delebo propter decem.
Gen = Genesis (Genesis 18, 32; 19, 1)
Heliand und Genesis, hg. v.
Behaghel, O., 10. A. 1996, 252-253
S. 252 (240) [827] „Ef ik thar tehani,“ quaŒ he, „treuhaftera mag,
(241) [828] an them lande noh liodi fîŒan,
(242) [829] thanna lâtu ik sia alla thuru thie ferahtun man ferehas brûkan.“
(243) [830] Thuo
ni dorste Abraham leng drohtin sînan
(244) [831] furŒur frâgon, ac he feil im after te bedu
(245) [832] an kneo craftag;
quaŒ he gerno
(246) [833] is geld gereuuedi endi gode theonodi,
(247) [834] uuarahti after is
uuillian. Giuuêt im eft thanan
(248) [835] gangan
te is gestseli; godes engilos forº
(249) [836] sîºodun te Sodoma, sô im
selªo gebôd
(250) [837] uualdand mid is uuordo, thuo hie sea hiet an
(251) [838] Scoldun sie
befîŒan, huuat thar ferahtera
S. 253 (252) [839] umbi Sodomaburg, sundeono tuomera
(253) [840] manna uuâri,
thie ni habdin mênes filu,
(254) [841] firinuuerco gifrumid. Thô gihôrdun sie fêgere karm
(255) [842] an allaro
seliŒa gihuuen, sundiga liudi
(256) [843] firinuuerk fremmian: uuas thar fîundo gimang,
(257) [844] uurêŒaro uuihteo, thea an that uuam habdun
(258) [845] thea
liudi farlêdid: that lôn uuas thuo at
handum
(259) [846] mikil miŒ morŒu, that sia oft mên driªun.
(260) [847] Thanna sat im thar an
innan burug aŒalburdig man,
(261) [848] Loth miŒ them liudium, thie oft lof godas
(262) [849] uuarahte an thesaro uueroldi: habda
im thar uuelono ginuog,
(263) [850] guodas
giuunnan: he uuas gode uuirŒig.
(264) [851] He uuas
Abrahamas aŒaliknôslas,
—————
240-242 Anders Ries, Z. f. d. A. 39, 304; vgl.
Franck, Z. f. d. A. 40, 219. 241 Handschrift
land│de Handschrift liodi
(am Rand mit Verweiszeichen) so Braune, Schwab, Litt., Doane] liodo Kauffmann,
Z. f. d. P. 32, 509, liodio
Behaghel. 242 Handschrift ferathun. 243
Abraham] he Franck, Z. f. d. A. 40, 218;
vgl. Kögel S. 32, Doane S. 84, Hofmann
I 57. 244 Handschrift
hac. 245 Bruckner, Die altsächsische
Genesis, S. 20. 246 gigerwidi Franck, Z. f. d. A. 40,
218. 248 Handschrift fort. 251 Handschrift Initiale; Fittenanfang, Bruckner S. 86. Handschrift
huuattar, Behaghel, frühere Auflage. 252 tuomera Braune] Handschrift tuoma; tuomaro Doane. 254 Handschrift siæ Handschrift
fegere, vgl. Kögel S. 14; Gallée, Gramm. § 114, A. 2; Doane. 255 seliºa gihuuen vgl. Braune zur Stelle. 258 Handschrift hat. 260 Handschrift an innan burug;
Hg. außer Behaghel] nach Franck, Z. f. d. A. 40, 220 burug (so
Behaghel) oder an zu tilgen; vgl. Kluge, Literaturblatt 16, 333. 261-262 Sievers, Z. f. d. P.
27, 536] godas uuarathe || Braune. Bruckner S. 34. 262 Handschrift uuarathe thesaro uueroldi Braune] Handschrift tesaro uuelordi. 264
aºaliknoslas mit Holthausen, Z. f. d. A. 39, 55, Symons, Verslagen 153] Handschrift adaln
knoslas; aŒalknoslas Braune.
(Genesis 18, 32) Obsecro, inquit, ne irascaris, Domine,
si loquar adhuc semel: Quid si inventi fuerint ibi decem? Et dixit: non delebo
propter decem. (19, 1) Veneruntque duo angeli Sodomam vespere, et sedente Lot in foribus
civitatis. Qui cum vidisset eos, surrexit, et ivit obviam eis: adoravitque pronus in
terram,
Gen = Genesis (Genesis 19,
1-3)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 253-254
S. 253 (265) [852] is brôŒer barn: ni uuas betara man
(266)
[853] umbi Giordanas staŒos miŒ gumkustium,
(267) [854] giuuerid
miŒ geuuittio: im uuas ûsa uualdand hold.
(268) [855] Thuo te
sedla hnêg sunna thiu huuîta,
(269) [856] alloro
bôkno berahtost, thuo stuond hie fore thes buruges dore.
(270) [857] Thuo gisah he an âªand engilos tuêne
(271) [858] gangan an
thea gardos, sô sea fan gode quâmun
(272) [859] geuueride
mid geuuittio: thuo sprak he im sân
mid is uuordum tuo.
(273) [860] Geng thuo
tegegnes endi gode thankade,
(274) [861] heªankuninga, thes he im thea helpa ferlêch,
(275) [862] that he muosta sea miŒ is ôgum an luokoian,
(276) [863] iac he sea an kneo
kusta endi kûsco bad,
S. 254 (277) [864]
that sea suohtin his seliºa: quat that he im selªas duom
(278) [865] gâbi sulicas guodas, sô im god habdi
(279) [866] farliuuen an them landa. Sea ni uurŒun
te lata huuerigin,
(280)
[867] ac se gengun im an is gestseli, endi
he im giungarduom
(281) [868] fremide ferahtlîca, sea im filo sagdun
(282) [869] uuâraro uuordo. Thar he an uuahtu
sat,
(283) [870] held is
hêrran bodan hêlaglîca,
(284) [871] godas engilos.
Sia im guodas sô
filo,
(285)
[872] suoŒas gisagdun.
Suart furŒur skrêd,
(286)
[873] narouua naht an skion, nâhida
moragan
(287) [874] an allara seliŒa gihuuem. Ûhtfugal sang
—————
265 Handschrift
his.
266 Bruckner,
Die altsächsische Genesis, S. 12. 267 Handschrift
him. 269 Handschrift beratost Zu thes
vgl. Braune zur Stelle.
270 gisah Braune] Handschrift gisha Handschrift
haªand. 271 Vgl. Roediger, Herrigs Archiv 111, 190. 275
Komma mit Sievers, Z. f. d. P. 27, 536; bei Braune ein Punkt. 277
Handschrift suotin Vgl. Behaghel, Heliand und Genesis, S. 43, Roediger,
Herrigs Archiv 111, 191, Bruckner
S. 109. 280 Handschrift edi. 281 Handschrift ferathlica. 282
Handschrift uuordu. 282-283
Bruckner S. 14f. 284
Handschrirt him. 285 Handschrift
suoºas, vgl. Sievers, Z. f. d. A. 63, 47, Rooth § 4. 286-287 Interpunktion nach
Klaeber, Beiblatt zu Anglia 23, 306, MLN 24, 260, PBB 46, 167; anders
Doane. 287 seliºa vgl. zu 255 (seliºa gihuuen, vgl. Braune zur Stelle) sang uhtfugal Holthausen, Z. f. d. A. 39, 55; vgl. Symons, Z. f. d.
P. 28, 153, Gering, Z. f. d. P. 33, 435.
(Genesis
19, 1) Veneruntque duo angeli Sodomam vespere, et sedente Lot in foribus
civitatis. Qui cum vidisset eos, surrexit, et ivit obviam eis: adoravitque
pronus in terram, (19, 2) et dixit: Obsecro, domini, declinate in
domum pueri vestri, et manete ibi: lavate pedes vestros, et mane proficiscemini
in viam vestram. Qui dixerunt: Minime, sed in platea manebimus. (19, 3)
Compulit illos oppido ut diverterent ad eum: ingressisque domum illius fecit
convivium, et coxit azyma, et comederunt.
Gen = Genesis (Genesis 19,
12-17)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996,
254-255
S. 254 (288) [875] fora dagahruoma. Thô
habdun ûsas drohtinas bodon
(289) [876] thea
firina bifundan, thea thar fremidun
men
(290) [877] umbi Sodomaburug. Thô sagdun sia LoŒa,
(291) [878] that thar morŒ mikil manno barno,
(292) [879] scolda thera liodio uuerŒan endi ôk thes landas sô samo.
(293) [880] Hietun
ina thuo gereuuian, endi hietun thô
gangan thanan,
(294) [881] firrian ina fort them fîundum endi lêdian is frî miŒ im,
S. 255 (295) [882] idis aŒalborana. He ni habda thar is aŒalias than
mêr,
(296) [883] botan is
dohtar tuâ, mid them gihietun sie, that hie êr daga uuâri
(297) [884] an ênum
berga uppan, that ina brinnandi
(298) [885] fiur ni bifengi. Thô
he te there ferdi uuarŒ
(299) [886] gâhun gigereuuid, gengun engilos,
(300)
[887] habdun ina bi handum hebankuningas bodon,
(301) [888] lêddun ina endi lêrdun lango
huîla,
(302) [889] untat sea ina gibrâhtun bi thera burug ûtan.
(303) [890] Hietun, that sie io ni gehôrdin sulic
gehlunn mikil,
(304) [891] brâkon an
them burugium, that sia io under bak
sâuuen,
(305) [892] an thiu thie sea an them lande libbian
uueldin.
(306) [893] Thuo huuruªun eft
uuiŒer hêlega
uuardos,
—————
288 fora dagahruoma Schröder, Z. f. d. A. 68, 151] Handschrift fora daga huoam;
fora daga huon Braune Anm., foradagahuon
Jostes, Lit. Rundschau f. d.
kath. Deutschland
21, Nr. 2, fora daga
huoani Siebs, Z. f. d. P. 28, 141
und 29, 414, fora daga gihuoni Gering, Z. f. d. P. 33, 435, fora daga huôna (= ags. hwêne ein wenig) Kögel S. 29, fora dagaliomon Gallée, Tijdschr. v. ndl. Taal- en Letterk. 13, 303, fora daga fruoiam Holthausen,
Z. f. d. A. 39, 55, fora daga uuanum? oder uuanami?
Schlüter, Nd. Jb. 20, 119,
fora dagas woman Kluge und
Symons, Z. f. d. P. 28, 153, Klaeber,
Beiblatt zu Anglia 23, 306,
fora daga ahuof Franck, Z. f. d. A.
40, 212, fora daga hruomag Martin, Versbau, S. 48, Holthausen, PBB 32, 567;
Blümel, Münchner Museum 3, 302 (in huoam stecke der Dativ eines Adj. woh unheilvoll), huitam ‚vor weißem, hellem Tage’ Roethe, Z. f. d. A. 62, 208; fora dagahruom Doane (vgl. ebd.
178. 347); vgl. noch Kauffmann, Z. f. d. P. 32, 509, Sievers, Z. f. d. A. 63, 46. Holthausen, Beiblatt zu Anglia 45, 131; Hofmann I 58. 290
Sodomaburug Kögel S. 29]
Handschrift Sodomburug.. 291 Bruckner, Die altsächsische Genesis, S. 11. 292 Handschrift huuerthan.
294 Handschrift hina Handschrift him. 295 Handschrift his
hadalias Bruckner S. 14. 296 Handschrift gietun; hietun Braune; vgl. seine Anm.
u. Schlüter, Nd. Jb. 20, 119, Bruckner S. 8. 297
Handschrift hina. 298 Handschrift
biuengi. 300 Handschrift andum. 300 Handschrift hina. 301 Handschrift
hina. 302 Handschrift huntat. 303
Bruckner S. 8, Klaeber, Anglia 55,
396. Handschrift siæ. 303f.
Interpunktion nach Roediger, Herrigs Archiv 111, 192. 305
Handschrift landæ. 306
huuruªun Holthausen, Beiblatt zu Anglia 45, 131] Handschrift uuruªun.
(Genesis 19, 12)
Dixerunt autem ad Lot: Habes hic quempiam tuorum? generum, aut filios, aut
filias, omnes, qui tui sunt, educ de urbe hac: (19, 13) delebimus enim locum
istum, eo quod increverit clamor eorum coram Domino, qui misit nos ut perdamus
illos. (19, 14) Egressus itaque Lot, locutus est ad generossuos qui accepturi
erant filias eius, et dixit: Surgite, egredimini de loco isto: quia delebit
Dominus civitatem hanc. Et visus est eis quasi ludens loqui. (Lot liberatur ab exitio Sodomae) (Genesis
19, 15) Cumque esset mane, cogebant eum angeli, dicentes: Surge, tolle uxorem
tuam, et duas filias quas habes: ne et tu pariter pereas in scelere civitatis.
(19, 16) Dissimulante illo, apprehenderunt manum eius, et manum uxoris, ac
duarum filiarum eius, eo quod parceret Dominus illi. (19, 17) Eduxeruntque eum,
et posuerunt extra civitatem: ibique locuti sunt ad eum, dicentes: Salva animam
tuam: noli respicere post tergum, nec stes in omni circa regione: sed in monte
salvum te fac, ne et tu simul pereas.
Gen = Genesis (Genesis 19,
23-25)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996,
255-256
S.
255 (307) [894] godas engilos, gengun
sniumo,
(308) [895] siŒodun te Sodomo: thanan sûŒar fuor
(309) [896] Loth thoro ira lêra, flôh thera liodio gimang,
(310) [897] dereªioro manno: thô uuarŒ dag kuman.
(311) [898] Thuo uuarŒ thar gihlunn mikil himile bitengi,
(312) [899] brast endi brâcoda, uuarŒ thero burugeo gihuuilîc
(313) [900] rôkas gifullit, uuarŒ thar fan radura sô filu
(314) [901] fiures gifallin, uuarŒ fêgero karm,
(315) [902] lêŒaro liodio: logna all bifeng
(316) [903] brêd burugugisetu: bran all samad,
(317) [904] stên endi erŒa, endi sô manag strîdin man
(318) [905] suultun endi sunkun: sueªal brinnandi
(319) [906] uuel after uuîkeom; uuaragas tholodun
(320) [907] lêŒas lôngeld. That land inn bisank,
S. 256 (321) [908] thiu erŒa an afgrundi; al uuarŒ farspildit
(322)
[909] Sodomarîki, that is ênig
seg ni ginas,
(323) [910] iac sô bidôdit an dôŒsêu,
(324)
[910] sô it noh te daga stendit
—————
309 thoro vgl. Kögel, S. 20. Handschrift hira lêra Braune] fehlt Handschrift. 310 Hinter manno Punkt, hinter kuman Komma
Holthausen, Beiblatt zu Anglia 45, 131. 311
Handschrift gilunn. 312
Vgl. Roediger, Herrigs Archiv 111,
191, Bruckner, Die altsächsische
Genesis, S. 77 Handschrift giuuilic. 313
Handschrift rokos Handschrift uilu. 315 Handschrift bihueng. 316
Bruckner S. 12. 322-323 that is enig segg ni ginas als
zweiter Halbvers von 322 Cosijn bei Symons, Verslagen S. 154] is ... enig theg nigeinas ac sobi
(Handschrift a. s. korr.) Handschrift dodit; ac so bidod it Cosijn,
ebenda, mit an doºseu im selben Halbvers zusammengefasst; Jostes, Lit.
Rundschau f. d. kath. Deutschland 21, Sp. 50 liest: that is enig thegno ni ginas, hält aber Sodomariki, that is enig thegno ni ginas für interpoliert. Symons vermutete Verslagen S. 154: Sodomariki,│that
gisiŒias enig, || thegno ni ginas |, schließt sich aber Z.
f. d. P. 28, 155 Cosijn an. Holthausen, Z.
f. d. A. 39, 55: Sodomariki: that is siŒ enig || thegna ni
brukit,│ac so bidod it || an dodseua |, Siebs, Z. f. d. P. 28, 141: Sodomariki,│that is seggion enig ||
theg nigienas; ac thus bidodit
|| an doºseu, Jellinek, Z.
f. d. A.39, 151: Sodomariki,│that is segg enig, || thegan ni ginas,│ac so bithuungan uuarº, || bidodit an doŒseu, Kauffmann, Z. f. d. P. 32, 510: Sodoma riki│ac so bidodit || that is thar enig │thegn ni ginas || bidolªan an doŒseu |, Gering, Z.
f. d. P. 33, 437: Sodomariki,│that is seggio enig, || thero thegno ni
ginas,│ac so thiadan it senkida ||
bidodit an dodseu; später vermutet Holthausen für bidoºit bidros oder bidof, PBB 32, 568, ein Jahr danach bidoc PBB 33, 192 (zu bidûcan ‚versinken’); van
Helten statt dessen bidoit PBB 28, 543 Anm.; Kock liest bidôªit „eingetaucht“, Z. f. d. A. 54, 410, so Holthausen, Elementarbuch S. 221, 224. Vgl. noch Sievers, Z.
f. d. P. 27, 536; Franck, Z. f. d. A. 40, 213; Doane.
(Genesis 19, 23) Sol egressus est super terram, et Lot
ingressus est Segor. (19, 24) Igitur Dominus pluit super Sodomam et Gomorrham
sulphur et ignem a Domino de caelo: (19, 25) et subveritit civitates has, et
omnem circa regionem, universos habitatores urbium, et cuncta terrae virentia.
Gen = Genesis (Genesis 19,
26)
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, 256
S. 256 (325) [911] fluodas gifullit. Thuo habdun iro firindâdi
(326) [912] all Sodomothiod sêro antgoldan,
(327)
[913] botan that thar iro ênna ût
entlêdde
(328)
[914] uualdand an is uuillian endi
thiu uuîf mid im,
(329)
[915] thriu miŒ them thegna.
Thô gihôrdun sea
thero thiodo qualm,
(330) [916] burugi brinnan. Thô thar under bac bisach
(331) [917] idis aŒalboren: siu ni uuelde thera engilo
(332)
[918] lêra lêstian (that uuas LoŒas brûd),
(333)
[919] than lang the siu an them landa
libbian muosta.
(334) [920] Thuo siu an them berega gistuod endi under bak bisach,
(335) [921] thuo uuarŒ siu te stêne, thar siu standan scal
(336) [922] mannum te mârŒu oªar middilgard
(337) [923] after te
êuuandage, sô lango sô
thius erŒa lêªot.
——————
325 Handschrift hiro. 329 Handschrift giordun. 331
Zeichensetzung nach Schwab, Litt. uuelde Franck, Z. f. d. A. 40, 220] Handschrift uueldere. 332 Handschrift Lohthas. 332f. Zeichensetzung nach Doane, Komm. 337 Handschrift te fehlt, ergänzt von Jellinek, DLZ 19, 922, Z. f. d. P. 32, 525; Bruckner, Z.
f. d. A. 57, 284, Die altsächsische Genesis, S. 7.
Handschrift heuandage.
Danach Handschrift Expl(icit).
(Genesis 19, 26)
Respiciensque uxor eius post se, versa est in statuam salis.
Abweichende
Lesarten zwischen Heliand und Genesis hg. v. Behaghel, O., 8. A. 1965 und
Heliand und Genesis hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996 bearb. v. Taeger, B.:
|
Vers |
Handschrift
|
8.
A. 1965 |
9.
A. 1984 |
10.
A. 1996 |
|
2 |
sean |
sean |
sehan |
sehan |
|
5 |
gelihc |
gelîhc |
gelîc |
gelîc |
|
10 |
uuand |
uuand |
huuand |
huuand |
|
10 |
hunk |
hunk |
unk |
unk |
|
10 |
gibood |
gibood |
gibod |
gibôd |
|
11 |
hunk |
hunk |
unk |
unk |
|
16 |
upp |
upp |
up |
up |
|
20 |
berahto |
berahto |
berahta |
berahta |
|
21 |
biuoran |
biuoran |
biforan |
biforan |
|
23 |
|
unk giduan |
unk
giduan |
unk
giduan |
|
33 |
|
hwar |
huuar |
huuar |
|
38 |
|
hwar |
huar |
huar |
|
40 |
|
swîºo |
suîºo |
suîºo |
|
51 |
|
hwe |
hue |
hue |
|
54 |
|
thînum |
thînun |
thînun |
|
61 |
|
thinum |
thînun |
thînun |
|
66 |
|
tianono |
tionono |
tianono |
|
67 |
hlutrom |
hlutron |
hluttrom |
hluttrom |
|
71 |
|
tho |
thoh |
thoh |
|
75 |
|
forºwardas |
forºuuardas |
forºuuardas |
|
76 |
|
waros |
uuaros |
uuaros |
|
78 |
|
uualdandi |
uuallandi |
uuallandi |
|
89 |
|
bêtho |
bêºo |
bêºo |
|
90 |
fordæda |
fordæda |
fordeda |
fordeda |
|
94 |
uuand |
uuand |
huuand |
huuand |
|
100 |
|
thegnas |
thegnos |
thegnos |
|
100 |
thian |
thîan |
thîhan |
thîhan |
|
103 |
|
uuurŒun |
uurŒun |
uurŒun |
|
119 |
thann |
thann |
than |
than |
|
123 |
|
uuuohsun |
uuohsun |
uuohsun |
|
128 |
thitt |
thitt |
thit |
thit |
|
130 |
|
was |
uuas |
uuas |
|
140 |
thann |
thann |
than |
than |
|
142 |
thann |
thann |
than |
than |
|
148 |
biuellid |
biuellid |
bifellid |
bifellid |
|
153 |
uuand |
uuand |
huuand |
huuand |
|
154 |
uilu |
uilu |
filu |
filu |
|
160 |
ala |
ala |
alah |
alah |
|
168 |
uuarod |
uuarod |
huuarod |
huuarod |
|
175 |
uuarod |
uuarod |
huuarod |
huuarod |
|
179 |
him |
him |
im |
im |
|
180 |
the
æuuardas |
the êwardas, s.Anm. |
the êuuardas |
thea uuardas |
|
182 |
hiro |
hiro |
iro |
iro |
|
183 |
him |
him |
im |
im |
|
185 |
biuallan |
biuallan |
bifallan |
bifallan |
|
185 |
hira |
hira |
ira |
ira |
|
191 |
uilu |
uilu |
filu |
filu |
|
196 |
henum |
hênum |
ênum |
ênum |
|
197 |
uuand |
uuand |
huuand |
huuand |
|
198 |
rhtæs |
rehtæs |
rehtes |
rehtes |
|
216 |
te
liua |
te lîua |
te lîªa |
te lîªa |
|
219 |
mahg |
mahg |
mag |
mag |
|
233 |
biuallan |
biuallan |
bifallan |
bifallan, s. Anm. |
|
235 |
hiro |
hiro |
iro |
iro |
|
244 |
hac |
hac |
ac |
ac |
|
248 |
fort |
fort |
forº |
forº |
|
254 |
siæ
fegere |
siæ fêgero |
sie fêgero |
sie fêgere |
|
255 |
|
seliŒu |
seliŒa |
seliŒa |
|
258 |
hat |
hat |
at |
at |
|
265 |
his |
his |
is |
is |
|
267 |
him |
him |
im |
im |
|
270 |
haªand |
hâªand |
âªand |
âªand |
|
278 |
|
gâui |
gâbi |
gâbi |
|
284 |
him |
him |
im |
im |
|
287 |
|
allara |
allara |
allara |
|
292 |
|
liodo |
liodio |
liodio |
|
294 |
hina |
hina |
ina |
ina |
|
294 |
him |
him |
im |
im |
|
295 |
his
haŒalias |
his aŒalias |
is aŒalias |
is aŒalias |
|
297 |
hina |
hina |
ina |
ina |
|
298 |
biuengi |
biuengi |
bifengi |
bifengi |
|
300 |
hina |
hina |
ina |
ina |
|
301 |
hina |
hina |
ina |
ina |
|
303 |
siæ |
siæ |
sie |
sie |
|
305 |
landæ |
landæ |
lande |
lande |
|
306 |
uuruªun |
uuruªun |
huuruªun |
huuruªun |
|
309 |
hira |
hira |
ira |
ira |
|
312 |
giuuilic |
giuuilîc |
gihuuilîc |
gihuuilîc |
|
313 |
uilu |
uilu |
filu |
filu |
|
315 |
bihueng |
biueng |
bifeng |
bifeng |
|
325 |
hiro |
hiro |
iro |
iro |
|
332 |
Lohthas |
Lohthas |
LoŒas |
LoŒas |
|
337 |
heuandage |
êuandage |
êuuandage |
êuuandage |
H = Heliand
Heliand
= H
Überlieferung: (P) Berlin,
Bibliothek des Deutschen Historischen Museums R 56/2537 (nach Verfasserlexikon,
Bd. 11, 2004, 641) (früher Berlin, Museum für deutsche Geschichte D 56/446,
noch früher Prag, Universitätsbibliothek);
(C) London, The British Library -
Department of Manuscripts Mss. Cotton. Caligula A VII f. 5-169; (M) München, Bayerische Staatsbibliothek Cgm 25; (S) München,
Bayerische Staatsbibliothek Cgm 8840;
(V) Rom, Biblioteca Vaticana Pal. lat. 1447 f. 27a, 32b
Die Münchener Handschrift (M) im Format Kleinfolio (27,2 x
20,2 cm) umfasst 74 Blätter (zu 24 Zeilen) und vermutlich nach zwei ganzen
verlorenen Lagen ein vereinzelt nachfolgendes halbes Blatt. Vor dem letzten
Blatt besteht eine größere Lücke. Außerdem fehlt das erste Blatt und je ein
Blatt nach Blatt 33, 37, 50, 57 und 67. Die Schrift ist sauber, der Text
sorgfältig, wenn auch nicht ohne Auslassungen und Fehler. Korrekturen, vom
Schreiber selbst, sind selten. Die Verse sind nicht abgesetzt, doch sind
Absätze durch größere Anfangsbuchstaben gekennzeichnet. Die Handschrift, die
vielleicht um 850 in Corvey (Korvei) von mindestens zwei Schreibern geschrieben
wurde, enthält mit kleinen Lücken die Verse 85 bis 5275 und 5969 bis 5983, wohingegen
die Verse 1-84, 2198b-2255, 2514b-2575, 3414b-3490, 3951-4017a, 4675-4740a, 5275b-5968ff. fehlen.
Mehrfach sind am unteren Rand der Blätter die freien Pergamentränder
abgeschnitten, wiederholt finden sich Rasuren, in einem Fall sogar eine
Reskription in der Art einer Federprobe. Im Jahre 1611 befand sie sich in der
Bibliothek des Domkapitels von Bamberg, in die sie über Kaiser Heinrich II.
gelangt sein könnte. 1794 wurde sie dort von Abbé Gley aufgefunden. 1804 kam
sie nach München.
Die Londoner Handschrift
(C) im Oktavformat (22,2 x 14,0 cm) besteht aus drei nachträglich
zusammengebundenen Teilen. Auf den 1931 abgetrennten Blättern 1-10 befinden
sich außer Nebensächlichem acht Bilder aus dem Neuen Testament, die aus dem 12.
Jahrhundert stammen könnten, auf den Blättern 11-175 mit je 24 Zeilen in mehr
karolingisch geprägter, von der insularen Schrift abweichender Schrift der
Heliand und danach ein altenglischer Segen (3 Blätter). Die Handschrift wurde
in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts in Südengland vermutlich von einem
Angelsachsen geschrieben. Die Schrift ist sauber und deutlich mit Korrekturen
des ursprünglichen und eines weiteren Schreibers. Der Text ist zwar
vollständiger, aber weniger sorgfältig und weist bei Vollständigkeit aller
Blätter viele Auslassungen und Fehler auf. Die Verse sind nicht abgesetzt, die
Kapitel durch Absätze, größere Anfangsbuchstaben und durch fortlaufende Zählung
von 1 bis 71 bezeichnet. An zwei Stellen stehen am Rand lateinische Hinweise
auf die einschlägige Perikope (Lukas 1,5, [Matthäus] 22,15), auf Blatt 11a zu Vers
249 f. der Hinweis be sca Marian. Die Londoner Handschrift, die sich durch
Bindefehler als mit der Münchener Handschrift enger verwandt erweist (Verse
483, 641, 1081, 1121, 1308, 1600, 1977, 2426, 2434, 2476, 2505, 2730, 3166,
3918, 4097, 4136, 4170, 4238, 4264, 4467, 4517, 4980, 5061, 5071, 5132, 5202),
stammt aus der Bibliothek von Sir Robert Cotton († 1631) und wurde zuerst durch
Auszüge des Franciscus Junius († 1677) bekannt.
Die das vatikanische
Bruchstück (V) enthaltende vatikanische Handschrift ist eine komputistische
Sammelhandschrift mit astronomisch-kalendarischen Aufzeichnungen, unter denen
sich ein Mainzer Kalendarium mit darin eingetragenem Magdeburger Kalender
befindet. Sie stammt aus Mainz und wurde im frühen neunten Jahrhundert geschrieben.
Auf den Blättern 1a, 2a-2b, 10b sowie 27a und 32b enthält sie volkssprachige
Eintragungen, die etwa im dritten Viertel des 9. Jahrhunderts von zwei (oder
drei) verschiedenen Schreibern in einer durch die Urkundenschrift beeinflussten
und damit nicht lokalisierbaren Schrift geschrieben wurden. Sie gehörte nach
einem Eintrag auf Blatt 3a 1479 der Dombibliothek Mainz und gelangte 1623 von
Heidelberg nach Rom. Bei den volkssprachigen Teilen handelt es sich um die
Genesis (Blätter 1a, 2a-2b, 10b) und die Verse 1279 bis 1358 (Anfang) des
Heliand. Dadurch, dass das Bruchstück allein die ursprüngliche Lesart des in
der Münchener und Londoner Handschrift verkürzt bzw. verändert überlieferten
Verses 1308 bietet, erweist es sich als unabhängig von der gemeinsamen Vorlage
CM.
Das Berliner Bruchstück (P)
ist ein Quartblatt (24,1 x 17,0 cm, 23 Zeilen), das 1880 in der
Universitätsbibliothek Prag im Einband eines 1598 in Rostock gedruckten Buches
gefunden wurde. Es wurde um oder nach 850 geschrieben und enthält die Verse 958
bis 1006 (Anfang). Es steht graphematisch-sprachlich dem Archetypus besonders
nahe und führt wohl wegen eines mit der Handschrift C gemeinsamen Fehlers in
Vers 980 auf den Ansatz einer Vorstufe CP.
Das Bruchstück S wurde 1977
vom Einband eines Exemplares der 1493 in Nürnberg gedruckten lateinischen
Weltchronik Hartmann Schedels (1440-1514) abgelöst, das zuerst für das Stift
Millstadt in Kärnten nachweisbar ist und später dem Johann Turmair-Gymnasium in
Straubing gehörte. Es besteht aus dem oberen und unteren Drittel des äußeren
und allen drei Dritteln des inneren Doppelblattes des zweiten Quaternio der
ursprünglichen Handschrift, die etwa das Format 20 x 12 cm hatte, mit 25
Schriftzeichen beschrieben war und um oder kurz nach 850 geschrieben wurde. Es überliefert
die Verse 351 bis 360, 368 bis 384, 393 bis 400, 492 bis 582, 675 bis 683, 693
bis 706 und 715 bis 722. Es steht der graphematisch-sprachlichen Umsetzung des
Textes in der Münchener Handschrift am nächsten und erweist sich auch durch
Bindefehler in den Versen 508 und 566 als mit ihr am nächsten verwandt. Wie die
Londoner Handschrift ersetzt sie butan durch nebon, nevan, darüberhinaus aber
auch suido, bi hui, tegegnes durch tulgo, bi huon und tigene. Insgesamt führt
das „nordsee-germanisch eingekleidete“ Bruchstück in Richtung auf das Original
des Heliand nur wenig über das bisher bereits Bekannte hinaus, bestätigt dies
jedoch.
Wahrscheinlich vermittelte
eine im 16. Jahrhundert noch vorhandene, seitdem verlorene Handschrift, die
möglicherweise aus Naumburg stammte, Matthias Flacius Illyricus die lateinische
Praefatio, die den für die Gliederung des Gedichtes bedeutsamen lateinischen
Ausdruck vittea (Abschnitt) enthält. (M.
Flacius Illyricus, Catalogus testium veritatis, 2. A., 1562).
Insgesamt ergibt sich daher
folgender Handschriftenstammbaum:

Inhalt: Der 1830 von J.
Schmeller als Heliand benannte, wohl ca. 45850 Wörter umfassende Text ist eine
stabgereimte volkssprachige Evangeliendichtung, die vom Leben und der Lehre
Jesu als des Heilandes handelt. Ihr Verfasser ist unbekannt, doch lassen sich
gewisse Schlüsse über ihn aus der lateinischen, von Flacius Illyricus zuerst
abgedruckten Praefatio ziehen, die wahrscheinlich auf sie zu beziehen ist, ohne
dass dies eindeutig nachweisbar ist. Danach war der Dichter schon vor seinem
Werk apud suos non ignobilis vates (ein bei den Seinen nicht unberühmter
Dichter). Weiter wird er als ungelehrter, durch Wunder zur Kunst berufener
Sänger geschildert, doch setzen die verarbeiteten Quellen gründliche geistliche
Bildung voraus. Auftraggeber war Kaiser Ludwig der Fromme (814-840). Der
Entstehungsort ist ziemlich unsicher (Fulda?, Werden?), der tatsächliche
Adressatenkreis (Laien?, Geistliche?, Adel?) unklar.
Das Epos vom Leben Christi,
das am Ende (Vers 5984) unvollständig abbricht, ist in sog. Fitten eingeteilt,
die nach der lateinischen Praefatio auf den Verfasser selbst zurückgehen, und
folgt in seinen großen Linien (unter gänzlicher Weglassung von 60 und
teilweiser Weglassung von weiteren 40 der insgesamt 184 Kapitel) der um 170 n.
Ch. verfassten Evangelienharmonie des Syrers Tatian, die in der Mitte des 6.
Jahrhunderts von Abt Viktor von Capua neu bearbeitet wurde und wohl mit
Bonifatius (672/73, spätestens 675-5. 6. 754) nach Fulda gelangte. Ergänzend
sind Bibelkommentare wie Bedas Lukaskommentar, Alkuins Johanneskommentar und
vermutlich Hrabans Matthäus Kommentar sowie vielleicht einzelne Schriften
herangezogen.
Eine erste Fittensequenz
bildet nach dem Prolog die Kindheit Jesu, die durch eine Vorschau bis zum 30.
Lebensjahr abgeschlossen wird. Dem folgen Taufe und Versuchung. Nach der
Jüngerwahl wird in den Fitten 16 bis 23 die Bergpredigt breit ausgeführt. Die
ersten Wunder (Fitten 24-28) und Gleichnisse (Fitten 29-31) zeigen (in starker
Kürzung und Umstellung) die Macht Christi und die Tiefe seiner Lehre. Nach dem
Wirken und Tod Johannes des Täufers folgt wieder in starker Raffung eine zweite
Reihe von Wundern und Lehren, die in die einzige aus der Bibelexegese in die
Dichtung eingegangene Allegorese ausläuft (Fitte 44). Eine dritte Reihe von
Taten und Lehren in den Fitten 45 bis 53 hat ihren Höhepunkt in der Erweckung
des Lazarus. Danach wird in engem Anschluss an den Tatian die Leidensgeschichte
Jesu dargestellt. Dem folgen die Ereignisse am Grab und die Auferstehung (Fitte
68). In der Erzählung vom Gang nach Emmaus bricht zuletzt die Londoner
Handschrift ab, doch überliefert das einzeln nachfolgende Blatt der Münchener
Handschrift noch ein Stück der Himmelfahrt. Ob der Dichter selbst mit den
Fitten eine förmliche, zahlensymbolisch geprägte Einteilung des Werkes
(numerische Zentralstellung der 38. Fitte?) versuchte, ist umstritten und
fraglich.
Insgesamt ist die
vielleicht um 830 (str.) entstandene Dichtung als Ganzes Ausdruck christlicher
Vorstellungen. In sie wird ererbtes Gedankengut verdeutlichend und vertiefend
einbezogen. Es steht aber nicht im Vordergrund, so dass von einer
Germanisierung der heiligen Geschichte nicht wirklich gesprochen werden kann.
Die Sprache ist
altsächsisch. Allerdings weist die Münchener Handschrift althochdeutsche Spuren
und die Londoner Handschrift altmittelfränkische oder altniederfränkische und
wohl auch altenglische Bestandteile auf.* Möglicherweise war der ursprüngliche
Dialekt ostwestfälisch. Die vier aus der Mitte bzw. der zweiten Hälfte des 9.
Jahrhunderts stammenden Handschriften und Handschriftenbruchstücke bezeugen ein
reges Interesse der Zeit an der Dichtung ihrer Entstehung. Aus dem 10.
Jahrhundert stammen dagegen nur noch einige Benutzungsspuren der Münchener
Handschrift (f. 47a) und die Londoner Handschrift.
Das Schreibsystem von
Heliand und Genesis ist insgesamt stark südlich-altfränkisch beeinflusst (ie,
uo statt zu erwartendem as. Ð, æ) und ist von daher im
Archetyp dieser Bibeldichtungen, dem das
Fragment P des Heliand und der Schreiber B der Genesis am nächsten stehen,
nicht repräsentativ für das Altsächsische der Karolingerzeit.
* Ahd. Spuren sind in M: gilîh 785, 935, gilîch 2624, 2678; in C:
uuelleant 3619,
antfahent 4447,
seggiient 4540,
marient 4645,
gihuggent 4652.
Ae. Spuren sind in C: modor,
muodor 215, 216,
dohtor 255, scealt 261, drihtnes 264, steorra 662, uueard 3711, on 292, 372, 500, thon 3745, 3865.
Von diesem Schreibsystem entfernen sich das Fragment V des
Heliand und der Schreiber A der Genesis deutlicher, die Handschrift M des
Heliand entschieden und das Fragment S weitgehend, indem sie e und o für ie und
uo setzen. Damit fügen sie sich gut in die im 10. Jahrhundert sichtbare
schreibsprachliche Emanzipation des Altsächsischen vom Althochdeutschen ein,
die aber bis zum 13. Jahrhundert unter dem Einfluss der Welfen wieder
weitgehend rückgängig gemacht ist.
Ausgaben: Docen, J., Miscellaneen 2,
1-27; Schmeller, J., Heliand, 1830, Bd. 2 1840 (Glossar); Sievers, E., Heliand,
1878 (stellt den Text der Handschriften C und M auf gegenüberliegenden Seiten
gegenüber), 2. A. (Titelauflage vermehrt um das Prager [Handschrift P] Fragment
des Heliand und die vatikanischen Fragmente von Heliand und Genesis
[Handschrift V]) 1935; Lambel, H., Ein neuentdecktes Blatt einer
Heliand-Handschrift, SB Wien 97 (1880), 613 (Handschrift P); Heliand und
Genesis, hg. v. Behaghel, O., 1882, 2. A. 1903, 3. A. 1910, 4. A. 1922, 5. A.
1933, 6. A. 1948, 7. A. 1958, 8. A. 1965, 9. A. bearb. v. Taeger, B., 1984, 10.
A. 1996; Bischoff, B., Die Straubinger Fragmente einer Heliand-Handschrift, PBB
101 (1979), 171 ff. (Handschrift S)
Literatur: Vilmar, A., Deutsche Altertümer im Heliand als Einkleidung
der evangelischen Geschichte, 2. A. 1862; Behaghel, O., Die Modi im Heliand,
1876; Schlüter, W., Untersuchungen zur Geschichte der altsächsischen Sprache,
Bd. 1 1892; Lagenpusch, E., Das germanische Recht im Heliand, 1894; Behaghel,
O., Die Syntax im Heliand, 1897, Neudruck 1966; Martin, E., Der Versbau des
Heliand und der altsächsischen Genesis, 1907; Weber, C., Der Dichter des
Heliand im Verhältnis zu seinen Quellen, Z. f. d. A. 64 (1927); Ehrismann, G.,
Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1, 2. A. 1932, Neudruck 1966, 157;
Krogmann, W., Die Heimatfrage des Heliand im Lichte des Wortschatzes, 1937;
Hannemann, K., Die Lösung des Rätsels der Herkunft der Heliand-Praefatio,
Forschungen und Fortschritte 15 (1939), 327; Berron, H., Der Heliand als
Kunstwerk, 1940; Foerste, W., Otfrids literarisches Verhältnis zum Heliand, Nd.
Jb. 71/73 (1948/1950), 40; Foerste, W., Untersuchungen zur westfälischen
Sprache des 9. Jahrhunderts, 1950; Lehmann, W., The Alliteration of Old Saxon
Poetry, 1953 (mit Reimverzeichnis); Rathofer, J., Der Heliand. Theologischer
Sinn als tektonische Form, 1962; Weringha, J. fon, Heliand und Diatessaron,
1965; Simon, W., Zur Sprachmischung im Heliand, 1965; Sehrt, E., Vollständiges
Wörterbuch zum Heliand und zur altsächsischen Genesis, 2. A. 1966; Ilkow, W.,
Heliand und Matthäus-Exegese, 1969; Ramat, P., Grammatica dell’ antico Sassone,
1969; Bischoff, B., Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der
Karolingerzeit, Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), 128; Taeger, B., Das
Straubinger Heliand-Fragment, Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), 181;
Köbler, G., Verzeichnis der Übersetzungsgleichungen von Heliand und Genesis,
1972; Belkin, J./Meier, J., Bibliographie zu Otfrid von Weißenburg und zur
altsächsischen Bibeldichtung (Heliand und Genesis), 1975; Kartschoke, D.,
Bibeldichtung 1975; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen
altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach- und
kulturgeschichtlichen Bedeutung, 1977; Bischoff, B., Die Schriftheimat der
Münchener Heliand-Handschrift, PBB 101 (1979), 161; Gysseling, M., Corpus van Middelnederlandse Teksten,
1980, 29; Taeger, B., Heliand, Verfasserlexikon, 2. A.
Bd. 3 1981, 958; Klein, T., Niederdeutsch und Hochdeutsch im frühen
Mittelalter, in: Conrad-Borchling-Preis 1981, 12ff.; Köbler, G.,
Altniederdeutsch-neuhochdeutsches und neuhochdeutsch-altniederdeutsches
Wörterbuch, 2. A. 1982; Köbler, G.,
Sammlung aller altsächsischen Texte, 1987, 65; Krogh, S., Die Stellung des
Altsächsischen im Rahmen der germanischen Sprachen, 1996, 115; Hoffmann, H.,
Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts, 1995, 180
Technischer Hinweis: Zusätzliche Sternchen betreffen nicht am richtigen Platz
stehende Fittenziffern, neu hinzutretende Textzeugen und mehr als eine Zeile
umfassende Ersetzungen von C durch M.
H = Heliand
Übersicht über den Inhalt
des Heliand
Vers
Einleitung 1-53
Geburt des Johannes 53-242
Geburt Christi 243-426
Darstellung im Tempel 427-526
Die Weisen aus dem Morgenland 526-699
Flucht nach Ägypten, Kindermord 699-779
Der zwölfjährige Jesus 780-858
Erstes Auftreten des Johannes, Taufe Christi 859-1019
Die Versuchung 1020-1120
Erwählung der Jünger 1121-1278
Bergpredigt 1279-1837
Anweisung für die Jünger 1837-1993
Hochzeit von Kana 1994-2087
Der Hauptmann von Kapernaum. Der Jüngling von Nain 2088-2231
Seesturm 2232-2283
Der Gichtbrüchige 2284-2356
Gleichnisse 2357-2698
Tod des Johannes 2698-2799
Speisung der Fünftausend 2799-2899
Christus auf dem Meere 2899-2973
Das kananäische Weib 2973-3033
Petri Bekenntnis 3033-3107
Verklärung 3107-3170
Christus bezahlt den Zinsgroschen 3170-3223
Lehren. Gleichnisse 3223-3515
Zug nach Jerusalem und Einzug daselbst 3516-3733
Reinigung des Tempels. Die arme Witwe 3733-3779
Der Zinsgroschen. Die Ehebrecherin 3780-3899
Stimmung der Juden 3900-3963
Auferweckung des Lazarus 3964-4117
Stimmung der Juden 4118-4269
Von der Zerstörung Jerusalems und dem jüngsten Tage 4270-4451
Fußwaschung. Abendmahl 4452-4712
Auf dem Ölberg. Gefangennahme Christi 4714-4929
Petri Verleugnung 4925-5049
Christus vor dem Hohenpriester 5050-5121
Christus vor Pilatus 5121-5244
Christus vor Herodes 5245-5297
Christus vor Pilatus 5296-5486
Geißelung und Verspottung 5487-5505
Kreuzigung 5506-5712
Begräbnis 5713-5769
Auferstehung 5769-5955
Die Jünger in Emaus 5956-5968
Himmelfahrt 5969-5983
Übersicht über den
Textbestand der fünf Heliandhandschriften M, C, P, V, S
|
Zahl |
Handschrift M |
Handschrift C |
Handschrift P |
Handschrift V |
Handschrift S |
|
1 |
|
+ |
|
|
|
|
85 |
+ |
+ |
|
|
|
|
351 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
360 |
+ |
+ |
|
|
|
|
368 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
384 |
+ |
+ |
|
|
|
|
393 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
400 |
+ |
+ |
|
|
|
|
492 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
582 |
+ |
+ |
|
|
|
|
675 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
683 |
+ |
+ |
|
|
|
|
693 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
706 |
+ |
+ |
|
|
|
|
715 |
+ |
+ |
|
|
+ |
|
722 |
+ |
+ |
|
|
|
|
958 |
+ |
+ |
+ |
|
|
|
1006 |
+ |
+ |
|
|
|
|
1279 |
+ |
+ |
|
+ |
|
|
1358 |
+ |
+ |
|
|
|
|
2198b |
|
+ |
|
|
|
|
2256 |
+ |
+ |
|
|
|
|
2514b |
|
+ |
|
|
|
|
2576 |
+ |
+ |
|
|
|
|
3414b |
|
+ |
|
|
|
|
3490 |
+ |
+ |
|
|
|
|
3951 |
|
+ |
|
|
|
|
4017a |
+ |
+ |
|
|
|
|
4675 |
|
+ |
|
|
|
|
4740a |
+ |
+ |
|
|
|
|
5275b |
|
+ |
|
|
|
|
5968 |
|
|
|
|
|
|
5969 |
+ |
|
|
|
|
|
5983 |
|
|
|
|
|
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, S. 1-2
PrÏfatio in librum antiquum lingua Saxonica conscriptum
Cum plurimas ReipublicÏ utilitates Ludouuicus
piissimus Augustus summo atque prÏclaro ingenio prudenter statuere atque
ordinare contendat, maxime tamen quod ad sacrosanctam religionem Ïternamque animarum
salubritatem attinet, studiosus ac devotus esse comprobatur hoc quotidie
solicite tractans, ut populum sibi a Deo subiectum sapienter instruendo ad
potiora atque excellentiora semper accendat, et nociva quÏque atque superstitiosa
comprimendo compescat. In talibus ergo studiis suus iugiter benevolus versatur
animus, talibus delectamentis pascitur, ut meliora semper augendo multiplicet
et deteriora vetando extinguat. Verum sicut in aliis innumerabilibus
infirmioribusque rebus eius comprobari potest affectus, ita quoque in hoc magno
opusculo sua non mediocriter commendatur benevolentia. Nam cum divinorum librorum
solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent, eius studio atque
imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suÏ ditioni subditus,
Theudisca loquens lingua, eiusdem divinÏ lectionis nihilominus notionem
acceperit. PrÏcepit
namque cuidam viro de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac novum Testamentum
in Germanicam linguam poetice transferre studeret, quatenus non solum
literatis, verum etiam illiteratis, sacra divinorum prÏceptorum lectio
panderetur. Qui iussis Imperialibus libenter obtemperans nimirum eo facilius,
quo desuper admonitus est prius, ad tam difficile tanque arduum se statim
contulit opus, potius tamen confidens de adiutorio obtemperantiÏ, quam de suÏ ingenio parvitatis.
Igitur a mundi creatione initium capiens, iuxta historiÏ veritatem quÏque excellentiora
summatim decerpens, interdum quÏdam ubi commodum duxit, mystico sensu
depingens, ad finem totius veteris ac novi Testamenti interpretando more
poetico satis faceta eloquentia perduxit. Quod opus tam lucide tamque eleganter
iuxta idioma illius linguÏ composuit, ut audientibus ac
intelligentibus non minimam sui decoris dulcedinem prÏstet. Iuxta morem vero illius
poëmatis
omne opus per vitteas distinxit, quas nos lectiones vel sententias possumus
appellare.
Ferunt eundem Vatem dum adhuc artis huius penitus esset
ignarus, in somnis esse admonitum, ut SacrÏ legis prÏcepta ad cantilenam
propriÏ linguÏ congrua modulatione
coaptaret. Quam admonitionem nemo veram esse ambigit, qui huius carminis
notitiam studiumque eius compositionis
atque desiderii anhelationem habuerit. Tanta namque copia verborum, tantaque excellentia sensum
resplendet, ut cuncta Theudisca poëmata suo vincat decore. Clare quidem pronunciatione,
sed clarius intellectu lucet. Sic nimirum omnis divina agit scriptura, ut
quanto quis eam ardentius appetat, tanto magis cor inquirentis quadam
dulcedinis suavitate demulceat.
Ut
uero studiosi lectoris intentio facilius quÏque ut gesta sunt possit
invenire, singulis sententiis, iuxta quod ratio huius operis postularat,
capitula annotata sunt.
11 actum
Flacius4 (vgl. J.
Quint)], auctum Flacius. 14
habebatur Flacius3 (vgl.
Sievers)] hahebatur Flacius. 28
compositoris Flacius.
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v.
Behaghel, O., 10. A. 1996, S. 3-4
Versus de poeta et interprete huius codicis
(1) Fortunam studiumque viri lÏtosque labores,
(2) carmine
privatam delectat promere vitam,
(3) qui dudum
impresso terram vertebat aratro,
(4) intentus modico
et victum quÏrebat in agro,
(5) contentus casula fuerat, cui culmea tecta,
(6) postesque acclives; sonipes sua limina nunquam
(7) obtrivit,
tantum armentis sua cura studebat.
(8) o fãlix nimium, proprio qui vivere
censu
(9) prÏvaluit fomitemque ardentem extinguere dirÏ
(10) invidiÏ, pacemque
animi gestare quietam.
(11) gloria non illum, non alta palatia regum,
(12) divitiÏ mundi, non
dira cupido movebat.
(13) invidiosus erat
nulli nec invidus ulli.
(14) securus latam scindebat
vomere terram
(15) spemque
suam in modico totam statuebat agello.
(16) cum sol per quadrum cãpisset spargere mundum
(17) luce sua radios,
atris cedentibus umbris,
(18) egerat exiguo paucos menando
iuvencos
(19) depellens tecto
vasti per pascua saltus.
(20) lÏtus et attonitus larga pascebat in herba,
(21) cumque fatigatus patulo sub tegmine fessa
(22) convictus somno tradidisset membra quieto,
(23) mox divina polo resonans vox labitur alto,
(24) „o quid agis Vates, cur cantus tempora perdis?
(25) incipe divinas recitare ex ordine leges,
(26) transferre in propriam
clarissima dogmata linguam“.
(27) nec mora post tanti fuerat miracula dicti.
(28) qui prius agricola, mox
et fuit ille poeta:
(29) tunc cantus nimio Vates
perfusus amore,
(30) metrica post docta dictavit carmina lingua.
(31) cãperat a prima nascentis origine mundi,
(32) quinque relabentis percurrens tempora sÏcli,
(33) venit ad adventum Christi, qui sanguine mundum
(34) faucibus eripuit tÏtri miseratus Averni.
5 tecta Schmeller, Dümmler, Quint] testa Flacius. 6 acclives] ob acclines (Schönbach)? limina Cordesius
(vgl. Quint), Dümmler] lumina Flacius. 5
Paulin. Nol., c. 18, 386 (Schönbach). 8ff.
Vgl. Verg., Georg. 2, 458ff. (Jellinek). 13
ulli Flacius4 (vgl. Sievers),
Schmeller, Dümmler] illi Flacius. 17
lucÏ Flacius. 18
„Menare, pro ducere, vox italica est“ Flacius
am Rand. 20 Martial.,
c. 5, 3, 3 (Heinzel bei Jellinek). 21 Verg., Ecl. 1, 1 = Georg. 4, 566 (Jellinek). 31 Verg.., Georg. 2, 336 (Schönbach).
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, S. 7-8
I.
(1) *Manega uuâron,
the sia iro môd gespôn,
(2) ............ , that sia bigunnun uuord godes,
(3)
reckean that girûni, that thie rîceo Crist
(4) undar mancunnea mâriŒa gifrumida
(5) mid uuordun endi mid uuercun. That uuolda thô uuîsara filo
(6) liudo barno loªon,
lêra Cristes,
(7) hêlag uuord godas,
endi mid iro handon scrîªan
(8) berehtlîco an
buok, huô sia scoldin is gibodscipi
(9) frummian, firiho barn. Than uuârun thoh sia fiori te thiu
(10) under thera menigo, thia habdon maht godes,
(11) helpa fan himila,
hêlagna gêst,
(12)
craft fan Criste, - sia uurŒun gicorana te thio,
(13)
that sie than êuangelium ênan scoldun
(14)
an buok scrîªan endi sô
manag gibod godes,
(15) hêlag himilisc uuord: sia ne muosta heliŒo than mêr,
(16) firiho barno
frummian, neªan that sia fiori te
thio
(17) thuru craft
godas gecorana uurŒun,
(18) Matheus endi
Marcus, - sô uuârun thia man hêtana –
(19) Lucas
endi Iohannes; sia uuârun gode lieªa,
(20) uuirŒiga ti them giuuirkie. Habda im uualdand god,
(21) them heliŒon an iro hertan hêlagna gêst
1-84 Einschließlich nur in C. 1 In C davor als Zierzeile Inc(i)pit
quat(u)or evangelium; darüber, von junger
Hand Evangelia in lingua Danica. 2 Vgl.
Taeger, Nd. Jb. 105, 130; keine Lücke C; Schumann, Germania 30, 65 und Franck,
Z. f. d. A. 31, 202, danach Behaghel und Mitzka tilgen uuord godes und fassen die Verse 2/3 als einen Vers;
bigunnun ..... (Lücke von zwei
Halbzeilen) uuord godes reckean Rieger,
Lesebuch S. 1, bigunnun uuord godes cuthian, reckean Müllenhoff, bigunnun uuord godes uuido cuthian, reckean Roediger, A. f. d. A. 5, 283; uuord godes uuisean bigunnun, reckean Sievers, vgl. PBB 10, 587, uuord godes
uuendean bigunnun, reckean Rathofer, Nd.
W. 9, 52; bigunnun│godes uuord reckean || rihtian Piper;
vgl. noch Colliander 451. 3 thi(e) (e rad.) C. 3-4 Vgl.
Jellinek, Z. f. d. A. 40, 331, Kock Z. f. d. A. 48, 187. 8 berethlico C. gibodscipi Hofmann I 51]
gibodscip C, is gibodscip scoldin Sievers, Behaghel. 12 CristÏ C. 13 ena Piper. scoldin Schröder, Z. f. d. A. 46, 112. 14 se C. 15-16
Vgl. Grein, Germania 13, 210, Kock, Z. f.
d. A. 48, 191. 15 Vgl.
Grein, Germania 11, 210. 19 Iohannes endi Lucas frühere Auflagen,
dazu Heusler, Versgeschichte I 104.
lieba gode Rieger,
Z. f. d. P. 7, 29.
Tatian Prologus 1-4
1-37 Tattian prol. Lukas 1,1-4 und
Beda zu Lukas 1,1 Falsa ... evangelia Lucas prima mox praefatione refellit:
‚Quoniam quidem multi’ inquit ‚conati sunt ordinare narrationem (quae in nobis
completae sunt rerum)’, qui non spiritus sancti munere donati, sed vacuo labore
conati magis ordinarint narrationem quam historiae texuerint veritatem, ideoque
aliis complendum opus in quo frustra sudavere reliquerint, illis nimirum qui
cum sint quattuor non tam quattuor evangelia quam unum quattuor [librorum]
varietate pulcherrima consonum ediderunt. Ediderunt enim ‚sicut tradiderunt
illis qui ab initio ipsi viderant et ministri fuerant sermonis’, qua sententia
non soli Lucas et Marcus, verum Matthaeus quoque et Iohannes apostoli sunt
designati: et ipsi enim in multis quae scriberent ab eis ... qui ... eius
gestis interesse potuerant audire opus habebant. Quod autem ‚visum etiam sibi scribere’ dicit, non quasi a
se sibi visum, sed spiritu sancto investigante sibi quoque visum significat ...
Theophilo ... eorum de quibus eruditus est verborum promittitur veritas
exprimenda, scilicet ut quo quid ordine de domino vel a domino gestum dictumve
sit agnoscere queat.
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, S.
8-9
(22) fasto bifolhan endi ferahtan hugi,
(23) sô manag uuîslîk
uuord endi giuuit mikil,
(24) that sea scoldin ahebbean hêlagaro stemnun
(25) godspell that
guoda, that ni haªit ênigan gigadon
huergin,
(26) thiu uuord an
thesaro uueroldi, that io uualdand
mêr,
(27) drohtin diurie
eftho derªi thing,
(28) firinuuerc fellie eftho
fîundo nîŒ,
(29) strîd uuiºerstande -, huand
hie habda starkan hugi,
(30)
mildean endi guodan, thie thes
mêster uuas,
(31)
aŒalordfrumo alomahtig.
(32)
That scoldun sea fiori thuo fingron
scrîªan,
(33)
settian endi singan endi seggean forŒ,
(34)
that sea fan Cristes crafte them
mikilon
(35)
gisâhun endi gihôrdun, thes hie selªo gisprac,
(36)
giuuîsda endi giuuarahta,
uundarlîcas filo,
(37)
sô manag mid mannon mahtig drohtin,
(38)
all so hie it fan them anginne
thuru is ênes craht,
(39)
uualdand gisprak, thuo hie êrist
thesa uuerold giscuop
(40)
endi thuo all bifieng mid ênu
uuordo,
(41)
himil endi erŒa endi al
that sea bihlidan êgun
(42) giuuarahtes endi giuuahsanes: that uuarŒ thuo all mid uuordon
godas
(43) fasto bifangan,
endi gifrumid after thiu,
(44) huilic than liudscepi landes scoldi
(45)
uuîdost giuualdan, eftho huar thiu uueroldaldar
(46)
endon scoldin. Ên uuas iro thuo noh than
(47) firio barnun biforan, endi thiu
fîªi uuârun agangan:
(48) scolda thuo that sehsta sâliglîco
(49) cuman thuru traft godes endi Cristas giburd,
23 Colliander
452. 25 Schumann,
Tatian 1,1-3
37-43 Tatian I. J. 1, 1. In principio erat verbum
... et deus erat verbum. 1,3 Omnia per ipsum facta sunt et sine ipso factum est
nihil quod factum est. 45-53 Alc. zu J. 2, 6. Vasa sex ... corda sunt
devota sanctorum, quorum perfectio vitae et fidei ad exemplum recte credendi et
vivendi proposita est generi humano per sex saeculi labentis aetates ... Sexta inchoante saeculi aetate dominus in
carne apparens ... Ecce hydria sexta ad abluenda contagia peccati, ad portanda
vitae gaudia mundiorem ceteris adstruens undam!
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, S.
9-10
(50) hêlandero
bestan, hêlagas gêstes,
(51) an thesan middilgard managon te helpun,
(52) firio barnon ti frumon uuiŒ fîundo nîŒ
(53) uuiŒ dernero duualm. Than habda thuo drohtin god
(54) Rômano liudeon farliuuan rîkeo mêsta,
(55)
habda them heriscipie herta
gisterkid,
(56) that sia habdon bithuungana thiedo gihuilica,
(57) habdun fan Rûmuburg rîki giuunnan
(58) helmgitrôsteon,
sâton iro heritogon
(59)
an lando gihuem, habdun liudeo
giuuald,
(60)
allon elitheodon. Erodes uuas
(61)
an Hierusalem oªer that Iudeono folc
(62)
gicoran te kuninge, sô ina thie
kêser tharod,
(63)
fon Rûmuburg rîki thiodan
(64) satta undar that gisîŒi. Hie ni uuas thoh mid sibbeon bilang
(65) aªaron Israheles, eŒiligiburdi,
(66)
cuman fon iro cnuosle, neªan that hie thuru
thes kêsures thanc
(67)
fan Rûmuburg rîki habda,
(68)
that im uuârun sô gihôriga
hildiscalcos,
(69) aªaron Israheles elleanruoªa:
(70)
suîŒo unuuanda uuini,
than lang hie giuuald êhta,
(71)
Erodes thes rîkeas endi râdburdeon held
(72) Iudeo liudi. Than uuas thar ên gigamalod mann,
(73)
that uuas fruod gomo, habda ferehtan
hugi,
(74)
uuas fan them liudeon Levias cunnes,
(75)
Iacobas suneas, guodero thiedo:
(76)
Zacharias uuas hie hêtan. That uuas
sô sâlig man,
(77)
huand hie simblon gerno gode
theonoda,
(78)
uuarahta after is uuilleon; deda is uuîf sô self
50 Vgl. Schumann, Germania 30, 67, Sievers, PBB 10, 587. best C, vgl. Holthausen, Beiblatt z. Anglia 45, 130. 60 Vgl. Piper zu der Stelle, sowie Colliander 454. 64 bifang C. 66 muosle C. 71-72 radburdeon giheld Iudeono liudi Sievers] radburdeon ...... liudi C; radburdeo oªar Iudeoliudi Rieger, Lesebuch S. 3, rad
burda On Iudeono liudi Schmeller,
Müllenhoff, Heyne, radburdi On Iudeono liudi Roediger, radburdiun êhta Iudeono liudi Piper, vgl. Sievers, PBB 10, 540; Colliander 454. 77ff.
Hierzu in C am Rand von etwa gleich alter
Hand: secundum Lucam: In illo tempore fuit in diebus Erodis regis Iude
sacer quidam nomine Zacharias. 75 sumeas C. 78 Ïfter C.
Tatian 2,1-2, Otfrid
I, 4,1-10
53-60 Hraban zu Matthäus 2, 1. Itaque . . Caesar Augustus ordinatione dei
totum orbem terrarum ab oriente in occidentem, a septentrione in meridiem ac per totum oceani circulum omnes gentes
una pace composuit; und weiter: Illud quoque quod Augustus legiones suas ad tutamen orbis terrarum distribuisset significat quod ...
61-76 Tat. II. Lukas 1, 5. Fuit in diebus Herodis regis Iudeae (Beda zu Lukas 1,5. Tempus quoque Herodis alienigenae videlicet regis etiam ipsum dominico attestatur adventui ... ; (Hyrcano)
ab Herode ... interempto Iudeae
regnum ipsi Herodi iussu Caesaris
Augusti traditur gubernandum) quidam sacerdos nomine Zacharias de vice Abia (dazu vgl. die Ausführungen bei Beda zu Lukas 1,5
und wegen vers 75 ebenda: sacrosancta
praecursoris domini nobilitas non solum a
parentibus, sed etiam a progenitoribus gloriosa descendit) et uxor illi de filiabus Aaron, et nomen eius
Elisabeth. 76-79 Lukas 1, 6 Erant
autem iusti ambo ante deum, incedentes in omnibus mandatis et iustificationibus
dei sine querela.
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, S.
10-11
(79) - uuas iru gialdrod
idis: ni muosta im erbiuuard
(80) an iro iuguŒhêdi giªiŒig uuerŒan -
(81) libdun im farûter laster, uuaruhtun lof goda,
(82) uuârun sô gihôriga heªancuninge,
(83) diuridon ûsan drohtin: ni uueldun derªeas uuiht
(84)
under mancunnie, mênes gifrummean,
(85) ne *saca ne sundea.
Uuas
im thoh an sorgun hugi,
(86) that sie erªiuuard êgan ni
môstun,
(87) ac uuârun im barno lôs. Than scolda he gibod
godes
(88)
thar an Hierusalem, sô oft sô is
gigengi gistôd,
(89) that ina
torhtlîco tîdi gimanodun,
(90) sô scolda he at them uuîha uualdandes geld
(91)
hêlag bihuuerªan, heªancuninges,
(92)
godes iungarskepi: gern uuas he suîŒo,
(93)
that he it thurh ferhtan hugi frummean môsti.
II.
(94)
Thô uuarŒ thiu tîd cuman,
- that thar gitald habdun
(95) uuîsa man mid uuordun,
- that scolda
(96)
Zacharias bisehan. Thô uuarŒ
thar gisamnod filu
(97)
thar te Hierusalem Iudeo liudio,
(98)
uuerodes te them uuîha, thar sie
uualdand god
(99)
suuîŒo theolîco
thiggean scoldun,
(100) hêrron is huldi, that sie heªancuning
(101) lêŒes alêti. Thea liudi stôdun
(102)
umbi that hêlaga hûs, endi geng im
the gihêrodo man
(103)
an
(104)
umbi
(105)
huuan êr the frôdo man
gifrumid habdi
(106)
uualdandes uuilleon. Sô he thô
(107) ald aftar
them alaha, endi umbi
(108)
mid is rôcfatun rîkiun thionon,
(109)
- fremida ferhtlîco frâon sînes,
(110) godes iungarskepi gerno suuîŒo
(111)
mid hluttru hugi, *sô man hêrren
scal
(112) gerno
fulgangan
-, grurios quâmun im,
85 Mit s(aca n)e
sundea (Uu)a(s) (teilweise radiert) beginnt M (davor 7 Zeilen
ausradiert).
93 it fehlt
C fremmean C. 94 the C, vgl. Schumann,
Tatian 2,2-3, Otfrid I, 4,11-20
79-87 Lukas 1,7 Et
non erat illis filius, eo quod esset Elisabeth sterilis, et ambo processissent
in diebus suis. 87-96 Lukas 1,8 Factum
est autem cum sacerdotio fungeretur in ordine vicis suae ante deum, Lukas 1,9 secundum consuetudinem
sacerdotii, sorte exiit ut incensum poneret ingressus in templum domini. 101-106 Lukas 1,10 Et omnis multitudo
erat populi orans foris hora incensi.
H = Heliand
Heliand und Genesis, hg. v. Behaghel, O., 10. A. 1996, S. 11-12
(113)
egison an them alahe: hie gisah thar
aftar thiu ênna engil godes
(114)
an them uuîhe innan, hie sprac im
mid is uuordon tuo,
(115)
hiet that fruod gumo foroht ni
uuâri,
(116) hiet that hie im ni
andriede: ‚thîna dâdi sind’,
quathie*,
(117) ‚uualdanda uuerŒe endi thîn uuord
sô self,
(118) thîn thionost is im an thanke, that thu sulica githâht haªes
(119) an is ênes craft. Ic is engil bium,
(120) Gabriel bium ic hêtan, the gio for goda standu,
(121) anduuard for them alouualdon, ne sî that he me an is ârundi huarod
(122) sendean uuillea. Nu hiet he me an thesan sî