ARBEITEN ZUR RECHTS- UND SPRACHWISSENSCHAFT

32

Gerhard Köbler

Sammlung

aller Glossen des Altsächsischen

GIESSEN 1987

ISBN 3-88430-053-9


 


Arbeiten zur Rechts- und Sprachwissenschaft

Arbeiten zur Rechts- und Sprachwissenschaft Verlag GmbH 6300 Gießen-Lahn


Sammlung aller Glossen des Altsächsischen

II


32

Sammlung aller Glossen des Altsächsischen

von

Gerhard Köbler

o. Professor in Innsbruck

Arbeiten zur Rechts- und Sprachwissenschaft Verlag GmbH 6300 Gießen-Lahn

III


:üh


1987

© Arbeiten zur Rechts- und Sprachwissenschaft Verlag GmbH

6300 Gießen-Lahn

Alle Rechte vorbehalten • Printed in Germany

Herstellung: A. Wittchen, Hinter dem Dorfe 14, 3412 Parensen

ISBN 3-88430-053-9

IV


Vorwort

Das vom ausgehenden 8. bis zum späten 12. Jahrhundert reichende Altsächsi­sche ist außer in 23 (bzw. 24) Texten auch in einer Reihe von Einzelglossen und Glossensammlungen belegt. Hiervon hatten bereits Elias Wadsteins Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler 16 Glossensammlungen erfaßt. Zusammen mit Wadsteins neun Texten sowie Heliand und Genesis bildeten sie bislang die wesentliche Grundlage der Beschäftigung mit dem Altsächsischen.

Bei diesen 16 Glossensammlungen, welche ausnahmslos jeweils nur durch eine Handschrift vertreten werden, handelt es sich zweifellos um die wichtigsten altsächsischen Glossensammlungen. Sie sind aber keineswegs die einzigen, welche altsächsische Glossen überliefern. Vielmehr haben sich bislang in insge­samt 56 Glossenhandschriften altsächsische Elemente nachweisen oder wahr­scheinlich machen lassen.

Diese Glossenhandschriften sind weitgehend in der von Steinmeyer und Sievers bearbeiteten Edition der althochdeutschen Glossen publiziert. Das gilt aber nicht ausnahmslos, weil diese Sammlung nicht alle altsächsischen Glossen­handschriften verarbeitete und weil seit ihrem Abschluß (1922) neue Glossen aufgefunden wurden. Aus diesen Gründen ist auch die Steinmeyer-Sieverssche Sammlung für das Altsächsische unvollständig.

Angesichts dieser Ausgangslage liegt es nahe, neben einer neuen Sammlung aller altsächsischen Texte auch eine neue Sammlung aller Glossen des Altsächsi­schen zu veranstalten. Sie faßt insgesamt 56 Glossenhandschriften zusammen, von denen nur wenige engere Verwandtschaftsverhältnisse aufweisen (eine Gruppe von vier Handschriften, eine Gruppe von sieben bzw. acht Handschrif­ten). Dementsprechend bot sich eine formelle Ordnung nach den Aufbewah­rungsorten der Überlieferungsträger an.

Aus praktischen Überlegungen bildeten dabei die bereits vorliegenden Edi­tionen die Grundlage der Neuausgabe. Sie wurden jedoch durch Einfügung neuerer Lesungen ergänzt. Auf diese Weise behalten einerseits die älteren Arbeiten ihre grundlegende Bedeutung und wird zugleich der neueren For­schung Rechnung getragen.

Die Mehrzahl der einbezogenen Glossensammlungen ist dadurch gekenn­zeichnet, daß die Glossen im Gesamtzusammenhang der frühmittelalterlichen Glossierungstätigkeit stehen, welche sich in den volkssprachig-germanistischen Ländern um die Aneignung des lateinisch-christlichen Geistesgutes bemüht und dabei vielfach ältere Glossen fremdsprachiger Herkunft übernimmt und mit oder ohne Umsetzung fortführt. Aus diesem Grunde sind die meisten der altsächsischen Glossensammlungen mit althochdeutschen oder mehrfach auch mit altniederfränkischen Elementen durchsetzt. Die dann notwendige Schei­dung ist im einzelnen sehr umstritten und kaum zweifelsfrei durchzuführen.

Als Kennzeichen des Altsächsischen wurden in diesem Zusammenhang ver­wandt: unverschobenes germanisches p, t, k; d für germanisch d im Auslaut (selten auch altmittelfränkisch, verschiedentlich durch t ersetzt im Spätaltsäch-sischen); bis zum Spätaltsächsischen erhaltenes anlautendes h vor Konsonant; erhaltenes postkonsonantisches j (ausgenommen nach Kurzvokal und r, wo j auch im Althochdeutschen erhalten ist); Präfixe ant-, far-; Verwendung von ia statt io, von i statt e, von e statt ei und von o statt ou. Weiteren Aufschluß kann die mit vertretbarem Aufwand aber nicht immer mögliche wortgeographische


Untersuchung bieten. Gleichwohl bleibt auch danach noch ein ununterscheid-barer Restbestand, der allgemein sowohl altsächsisch als auch altniederfrän-kisch oder sowohl altsächsisch als auch altmittelfränkisch/althochdeutsch sein kann.

Insgesamt läßt sich die Zahl der auf diese Weise zu gewinnenden altsächsi­schen Glossen auf etwa 2500 schätzen, denen etwa 55 000 Wörter der altsächsi­schen Texte gegenüberstehen dürften. In vielen dieser Fälle dürfte dem altsächsischen Wort eine althochdeutsche oder auch altenglische Vorlage zugrundegelegen haben. Umgekehrt dürften auch hinter einzelnen althochdeut­schen Lautgestalten altsächsische Vorlagen stehen.

Inhaltlich betreffen die Glossen vor allem Bibel und Bibelkommentare, son­stiges kirchliches Schrifttum, Prudentius, Vergil, Sallust, Lukan, Juvenal, Vege-tius, einige sachlich oder alphabetisch geordnete Glossare und einige wenige frühmittelalterliche Texte (Lex Alamannorum, Lex Ribvaria, Capitularia, Ver­zeichnis des Gandersheimer Kirchenschatzes, Petrus Mauritius von Cluny). Die möglichen zeitlichen Ansätze weisen — wenn man den Umfang der Sammlun­gen außer acht läßt — auf eine relativ gleichmäßige Streuung hin. Orte mögli­cher Glossierung sind Werden, Essen, Corvey, Hildesheim, Gandersheim, Merseburg, Lippstadt, Marienfeld, Paderborn, Magdeburg, Erfurt, Fulda, Mainz, Trier, Köln, Lothringen, Reichenau, Nordostfrankreich sowie Admont.

Geordnet sind die Glossenhandschriften — trotz gewisser damit verbundener Probleme — streng alphabetisch nach der heutigen deutschen Schreibweise des (letzten bekannten) Aufbewahrungsortes und danach nach der alphabetischen Reihenfolge der dortigen Signaturen. Jeder Glossenwiedergabe geht eine kurze sachliche, in die Abschnitte Überlieferung, Inhalt, Ausgabe und Literatur gegliederte Einführung voraus. Wegen einer allgemeinen Einführung in die altsächsische Sprachwissenschaft ist auf die Sammlung aller altsächsischen Texte zu verweisen.

Innerhalb der vorwiegend altsächsischen Glossensammlungen ist trotz der
damit verbundenen großen Schwierigkeiten althochdeutsches Sprachgut
durch -*s^^~\, in vorwiegend althochdeutschen Glossensammlungen altsäch­
sisches Sprachgut durch
______ gekennzeichnet.

Zu danken habe ich für freundlichen Rat und liebenswürdige Hilfe vor allem Thomas Klein in Köln. Daneben bin ich für die praktische Unterstützung Monika Frese, Maria Zaschke, Angela Schaback, Angelika Heyter und Bettina Langenberg sehr verpflichtet. Gewidmet sei diese einfache, erstmals alle alt­sächsischen Glossen vereinigende Sammlungen der Erinnerung an Wilhelm Ebel in Göttingen.

Gießen, den 14. 6. 1987                                                                 Gerhard Köbler

VI


Inhaltsverzeichnis

Admont, Stiftsbibliothek 508                                                                                1

Admont, Stiftsbibliothek 718                                                                                3
Berlin, Preußische Staatsbibliothek Ms.theol.lat. 4° 364
(Kriegsverlust)        7

Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms.lat. 8° 73                           9
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer
Kulturbesitz Ms.theol.lat.fol. 119 23
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms.theol.lat.fol. 355 25
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms.theol.lat.fol. 481 27
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms.theol.lat. 4° 139        30

Boulogne, Bibliothèque Municipale 56                                                                32

Brüssel, Bibliothèque Royale 9987-91                                                                 35

Brüssel, Bibliothèque Royale 18723                                                                    39

Cambrai, Bibliothèque Municipale 204                                                                58

Cambridge, King's College MS. 52                                                                       61

Coburg, Landesbibliothek Ms. 1                                                                          63

Dresden, Sächsische Landesbibliothek A 118                                                      65

Düsseldorf, Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut A6                         67
Düsseldorf, Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut B80 f.

153b,152b                                                                                                             69

Düsseldorf, Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut Dl                          74

Düsseldorf, Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut Fl                           76

Düsseldorf, Universitätsbibliothek, Heinrich-Heine-Institut F44                        93

Essen, Münsterschatz                                                                                           95

Hamburg, Stadt- und Universitätsbibliothek Cod. 141a in serin.                        110

Hannover, Niedersächsische Landesbibliothek Ms. IV. 533                               112

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek Aug. CXI                                                115

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek Sankt Peter perg. 87                               118

Kassel, Murhardsche und Landesbibliothek 2° Ms. theol. 60                            135

Köln, Dombibliothek LXXXI                                                                             137

Köln, Dombibliothek CCXI                                                                                153

Leiden, Bibliotheek der Rijksuniversiteit B.P.L. 191 E.                                      155

Leiden, Bibliotheek der Rijksuniversiteit Periz.fol. 17                                        166

Leipzig, Universitätsbibliothek Rep. I. 4                                                            168

Leipzig, Universitätsbibliothek Rep. II 6                                                            170

Lindau, Privatbesitz des Freiherrn Max Lochner von Hüttenbach                     176

Marburg, Universitätsbibliothek Mscr. 39                                                          179

Merseburg, Domstiftsbibliothek Ms. Nr. 42                                                      183

München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 6283                                               188

Oxford, Bodleian Library Auct. F. 1.16                                                              190

Paris, Bibliothèque Nationale lat. 2685                                                               197

Paris, Bibliothèque Nationale lat. 7537                                                              202

Paris, Bibliothèque Nationale lat. 8670                                                              204

Paris, Bibliothèque Nationale lat. 9344                                                              206

Paris, Bibliothèque Nationale lat. 18554                                                            236

Poitiers, Bibliothèque Municipale 69                                                                  238

VII


Rom, Biblioteca Vaticana Pal.lat. 288                                                                  241

Rom, Biblioteca Vaticana Pal.lat. 577                                                                  246

Saint Mihiel, Bibliothèque Municipale Ms. 25                                                   248

Saint Orner, Bibliothèque Municipale Ms. 116                                                   277

Saint Orner, Bibliothèque Municipale Ms. 746                                                  280

Sankt Gallen, Stiftsbibliothek, 141                                                                     282

Straßburg, Universitätsbibliothek C IV. 15 (verbrannt)                                       285

Trier, Bibliothek des Priesterseminars Hs. 61                                                      289

Trier, Stadtbibliothek 40/1018                                                                            435

Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod. 15306                                        441

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek Cod.Guelf. 10.3. Augusteus 4°         443
Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek Cod.Guelf. 56.18. Augusteus 4° 450

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek Cod.Guelf. 133 Gudianus latinus      452

VIII


Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek Cod.Guelf. 553 Helmstadiensis         454


Glossen  Admont,   Stiftsbibliothek   5o8

Admonter  Glossar

Überlieferung:   Admont,   Stiftsbibliothek   508.

Die Handschrift im Oktavformat umfaßt 112 Blätter. Außerdem ist das erste Blatt der ersten Lage dem Vorderdeckel aufgeklebt. Auf seiner Rückseite trägt es den Vermerk: Iste liber pertinet ad sanctum Blasium   Admont.

Die   Handschrift   enthält   auf   den   Blättern   la   bis   56   a   Glose  divinorum librorum    von    der   Genesis   bis   zum   Brief   an    die   Hebräer.    Die   Blätter 57a   ff.   geben   ein   lateinisches   alphabetisches   Glossar   wieder. Die  Handschrift  stammt  aus  dem   12.   Jahrhundert.

Inhalt: Die Bibelglossen enthalten verschiedene volkssprachige Inter­linear- und einige Kontextglossen, das lateinische alphabetische Glossar einige volkssprachige Kontext- und Interlinearglossen im Eingangsteil. Einige ( 4 bzw. 5 ) der insgesamt 14 volkssprachigen Glossen zum alphabetischen Glossar sind altsächsisch, die übrigen althochdeutsch.

Sie    sind    ein    Zeugnis    dafür,    daß    altsächsische    Bearbeitungen    (alt­englischer   Hermeneuta)    auch    im   Gebiet   des   Hochdeutschen   Verbreitung fanden.   Auf   welchem   Weg   dies   geschah,   ist   allerdings   unbekannt. Ausgabe:    Steinmeyer,     E.-Sievers,     E.,     Die    althochdeutschen    Glossen, Bd.   4   1898,   Neudruck   1969,   179,   8-16;   25-31.

Literatur: Steinmeyer, E.-Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4, 1898, Neudruck 1969, 375, Nr. 6; Michiels, H., Über englische Bestandteile altdeutscher Glossenhandschriften, 1912; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhand­schriften, 1973, 1, Nr. 6; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach-   und   kulturgeschichtlichen   Bedeutung,   1977,   215,   325.


Glossen  Admont,   Stiftsbibliothek  5o8

Admonter  Glossar*

IV,179 MCLXXX »

Codex Admant. 508.

8(58») Alea tafle                                       (59b) Antecenia mml  iuseii7                              25

9 Aleator tafleri                                              Ansa brord                                                26

10    Albeus trog                                                   (6 lb) Absinthium wermuth8                                27

11    (58b) Alba spina haginclnm

12    (59«) Ambrosia,  apius   siluaticus  hindi-     (G3a) Bratum »mlz9                                                       28

13     lape*                                                        (c3b) Bubalus wisent                                   29

14 Andeda pj-andrade

} »n        "*                                               (G4b) Caliga, calciumenta.   quoti   in cnlo 30

15    Atela fòrbvge                                                   leistio   ;   lign0 fiant                                                      31

16    Anas anud

1 po8t8ul] p nicht deutlich * l. spenele * l. Teda 4 zwei worte * das glos­sar beginnt bl. 57* mit Abactus ab actu remotus. Abaso domus jnfinnorurn, t infirma domus. Abauus proaui pater. Abdico exterro elimino repudio. Abdo oeculo abseondo. Ab-duco ad rem inhonestam duco. A'bene lora retinacula. Absydus (sie) urb8 ellesponti usw., zeigt also Ordnung nach den drei ersten buchstaben und venaandtscha/t mit der Abavusform. aber später treten manigfache Störungen ein, zb. folgt auf Absurdua au-ditu indignus: Abusus male usus. Aptus utilis ad tempua. Aberrunco abstirpo. Abgrego secerno. Abamita soror proaui. die meisten der deutsch glossierten worte lassen sich im Corpusglossar ed. Uessels nachweisen [A 414. 416. 447. 421. 524? 562. 610? 569. 559. 9. B 182. 213. V 141), die drei ersten stehen mit der gleichen deutschen Übersetzung auch im dritten Erfurter glossar (Sweet OET 109, 1140—1142) = Glossae nominum (VGL 2, 566, 9. 8. 2)         ' = nd. hintlopc,   mhd. hintlouf         T iusen  (= jause)   übergeschr.

auf bl. 62» steht, mir unverständlich, Akraton. geseria • übergeschr. I0 .leist. übergeschr.

Steinmeyer,E.-Sievers,E. ,   Die  althochdeutschen Glossen,   Bd.   4,179,   8-16, 25-31

Altsächsische  Bestandteile   unterstrichen.


Glossen  Admont,   Stiftsbibliothek   718

Admonter  Glossen

Überlieferung:   Admont,   Stiftsbibliothek   718.

Die Handschrift gehört in die Zeit um 1150. Sie könnte der Schule von Admont angehören. Sie enthält lateinische und volkssprachige Glossen. Inhalt: Die volkssprachigen Glossen beziehen sich auf die Genesis, Aldhelms Carmen de virginitate (De laudibus virginum) und Pruden-tius. Die 15 Genesisglossen stehen in Zusammenhang mit einem Gene­siskommentar auf den Blättern 48 bis 52. Von ihnen sind 3 ganz und zwei teilweise altsächsisch. Von den 10 Aldhelmglossen (Blätter 64-67), welche weitgehend mit den sonstigen Aldhelmglossen übereinstimmen, sind zwei teilweise altsächsisch. Von den sonstigen Glossen, welche überwiegend zu Prudentius gehören könnten, scheint eine teilweise altsächsisch  zu  sein.

Auf welchem Weg die altsächsischen Glossen in das Oberdeutsche gelangt  sind,   ist  unklar.

Ausgaben: Naumann, H., Glossen aus Admont, Z.f.d.A. 64 (1927), 77-79.

Literatur: Naumann, H., Glossen aus Admont, Z.f.d.A. 64 (1927), 77-79; Mettke, H., Die althochdeutschen Aldhelmglossen, 1957; Götz, H., (Versuch einer Glossenbestimmung). Aus der Werkstatt des althoch­deutschen Wörterbuches 26, PBB 81 (Halle 1955), 209; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhand­schriften, 1973, 1, Nr, 7; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach-  und  kulturgeschichtlichen  Bedeutung,   1977,   325.


Glossen  Admont,  Stiftsbibliothek  718

Admonter  Glossen*

77

Die ahd. glossen welche HBresslau 1923 in seiner Berliner academieabhandlung über die ältere Salzburger annalistik s. 7 ankündigte, hatte er mir einige zeit vorher in abschrift über­geben, und ich teile sie danach jetzt mit sie entstammen dem Admonter codex 718, über den Bresslau aao. s. 4 ausführlich gehandelt hat (vgl. auch MG. SS.-30, II [1926] s. 728 unten), wie Br. schliesslich über die lat. glossen dieser hs. disponiert hat, weiss ich nicht; ich kenne sie auch nicht, von den deut­schen war mit hilfe des unersetzlichen Graff unschwer zu er­mitteln, dass ihre lemmata zumeist aus der Genesis und aus Aldhelms Carmen de virginitate (früher De laudibus virginum genannt) stammen, die Genesisglossen stehn zudem in Zusammenhang mit dem bruchstück eines Genesiscommentars fol. 48'—52' dieser hs. auch die übrigen ahd. glossen befinden sich nicht in so wirrer folge wie Br. glaubte, zur Genesis und zu Aldhelm kommt mit 2 oder 3 glossen Prudenz. das Schrift­bild weist nach Br. in die späte zeit um 1150 und kann der schule von Admont angehören.

1                       I. Glossen zur Geneeis: 1. fol. 48' Gen. 3,7 'perizo-

mata' gurdilos — 2. Gen. 3, 8 'ad auram' dere cuole — 3. f. 49' Gen. 7, 13 'in articulo' in aerostunton — 4. f. f)0' 'empticius', zu Gen. 17,27 khoufscalh — 5. Gen. 18,6 'tria sata' triu gimez 5 — 6. ebda 'simile commisce' reinas meles — 7. f. 51 'probati argenti', zu Gen. 23, 16, luteres silueres — 8. 'publiée monete', zu Gen. 23, 16, thero frontro munizon — 9. Gen. 24, 22 'pondo' in dero- uuagon — 10. Gen. 24, 32 destra vit in sadolota vel ant-sonda — 11. Gen. 24,63 'ad meditandum' he banecone (so hs.) lo — 12. f. 52 Gen. 30,37 'amigdalinas' hesilinas — 13. 'stirax', so hs. zu Gen. 43, 11 'storacis', vvirokboum in Arabia — 14. Gen. 43, 26 'adoraverunt' erodon in an — 15. am Schluss des ab-8chnittes steht: 'Et sepelierunt eum in predio lsachar (so hs.), quod dedit Iacob Ioseph' ze uora deilon; 'hoc enim armis suis acquisierat ab Amorruis' (vgl. dazu Gen. 48, 22; 49, 31 ; 50, 13). Asimm. zu 8: ro m frone über der zeile nachgetragen hs. zu 10: sadolota gebessert hs. aus sadolata durch o über der zeile und punct unter dem a. zu 11: be, so hs., lis ze oder besser te'! siehe weiteres unzweifelhaftes nd. in gurdilos 1 und hesilinas 12, vvirokboum Y6, vgl. auch silueres 7, sadolota 10, erodon 14 (wetina, duchcre in 11). Besondere verwantschaftliche beziuhungcn zu einem der andern ahd. Genesisglossare ergeben sich nicht, mit cuole, khouf­scalh, muniza, insadolota steht zwar unser glossar auf dem boden der übrigen Genesisglossare, siebe iSteinmeyer Glossen 1 29911; aber für 'perizomata' hat die melirzahl der übrigen heli (nur Kb. klingt mit umbi 2yi<jurlida an, 6t. 1316,5); für 'ad meditandum' haben die andern zi uopanne etc., nur ein Münchner codex (elm. 22 201  aus Windberg) hat noch zu panichen (St. I 306, 14); für

*Naumann,   H.,   Glossen  aus Admont,.z.f.d.A.   64   (1927),   77-79 Altsächsische Bestandteile  unterstrichen.


Glossen   Admont,   Stiftsbibliothek   718

78

'amigdalina' bat die mehrzabl mandettpoum) hnuzboum etc., nur der Wiener cod. 1761, vielleicht aus Monsee, bat noch hesilino vor mandalpoumine St. I 300, 25. ausser mit gurdilos steht unser glossar auch mit franerò, wirokboum und dem unverständlichen antsonda allein, und jene scheinbaren beziebungen zu Rb, Clm. 22 201, Vindob. 1761 werden sofort durch starke abweichungen wider illusorisch.

II.  Glossen zu Aldhelm  Cartn. de Virgin, (citiert    1 nach  Ehwald MG. Auct. antiqu. XV):  1. fol. 64', Carm. 353, 15 ;. . . ipant'   (lis   'pipant')   zuizeron — 2. fol.  65, Carm.  359, 157 'obrizum' smelzgolt — 3. Carm. 359, 162 'puniceo   murice' affri-canisgemo   zisale   —   4.  Carm.  360, 173   'brattea   fila'   giuuntena    5 fadtìna — 5. Carm.  362,219 'antla' (lis 'anthlia') vvazergalgo (o über   unterpungiertem a)   —   6. Carm. 364,272   'in   tempis',   in amenis locis, empis est umbraculum quod dicitur iouba (lis louba) —  7.  Carm. 370, 426  'glaça' (lis 'glauca')  wetina, — 8. sol. 65', zu Carm.  377, 574 'molosus' suisa 'dieta ab   insula   molosa'. —   1° 9. zu Carm.  399, 1087  'blessus'   lispende   —   10. fol.  67,   vieil, zu Carm. 362, 222  'mergula' : 'mergus' duchcre, 'bine mergis, tis, nr (lis air,   ahir),   quia   mergat   stipulam;   inerga,   merge,   glassa, qua fruges elevantur, dicta a volucribus mergis'.

An mm. zu 8: suisa vgl. Grast' VI 282 u. bes. Ducange II 89 'canis segusius'.— zu 10: dieser lat. commentar nach Paul, ex Festo 124, vgl. De Vit IV 103, Ducange IV G91 ; gehört glassa zu Graft' IV 547 klappa 'foreipula' oder zu franz. glaive, mhd. glavie't

Mit smclzgolt, zisale, fadema, Iouha, wetina, lispende, duchere befindet sich unser glossar in Übereinstimmung mit den meisten übrigen Aldhclmglossaron Steinmeyer 11 1 2 ff. bei zuizeron und giuuntenu fadema besteht besondere Übereinstimmung mit dem Münchner cod. 23 480 (Steinm. II 18). .statt vvazergulgo sagen die andern wiazzsaruuinda, cxrba, galgaruota, gaigraha ; 'molosus' glossieren  die andern  mit rudun, rudin.

III.  Schliesslich  enthält unser codex noch folgende glossen :   15 1. fol.   64   'strigia'   vnchoUla —  2.  fol.  64'   'lahnialice'   (so   hs.) aiierguldc gismclzc  (s über der zeije nachgetragen) — 3.  'gina id est   millier,   inde   giniccum'   gendz. —   4. 'yppodomum1   (so   hs.) vutrsal (so hs.) —  ó. sol.  137  'amasones' (lis amasiones)   frihtila.

Anmm. : nr 4 könnte aus Aldlielms prosa de virgin. Elnvald 271, 17 'ypodromi' stammen, zu nr 3 vgl. Steinm. IV 203, 4 'gincceum' i/iìiuz aus einem Trierer alpliab. glossar des 11/12,jh.s, das-auch 'brattea', 'blessus', 'glaucus', 'inergus', 'molosus' glossiert, also wol manches Aldhclmiscbe enthält es enthält auch, was mir Sievers be­stätigt, als bisher einzigstes glossar unser lemma 'strigia, strihia' (2i)i), (i. 7), glossiert es aber mit haddottiiga, das Steinmeyer für un­verständlich erklärt, wohinter sich alter sicherlich eine entstelliing des geläufigen holzt»noia verbirgt, und mit hazus. 'gineceum', 'strigia' sind indessen bei Aldhelm nicht belegt, und es kommt nun vor allem Pru­de nz in frage,   aus ihm stammt 'amasiones' frilitila zu Psychom. 182,


Glossen  Admont,   Stiftsbibliothek   718

79

vgl. einen Florentiner, Münchner und Pariser codex bei Steinm. II 536,64. 448,66 mit den glossen friedete, snudilo, sfidilo, hinter dem ganz verderbten 'lahmalice' (nr 2) verbirgt sich ein Prudenzlemma zu Psychom. 339, vgl. 'electrum obrizum' ubarguldi aus Prudenzglossen von SPeter und SGallen Steinm. II 499,6, 'electri' stnelzi aus einer bayr.-österr hs. Steinm. II 546,77. und in bestimmtem Zusammenhang damit steht nun wol auch die glosse 'strigia' vneholda, vgl. 'ganearum' ha-zisson, hazeso bei Steinm. aus denselben hss. 499,9 und 546,81 zu Psychom. 343. zu diesem Zusammenhang muss man Joh. Franck bei Hansen Hexenwahn s. 177 vergleichen, er spricht freilich gegen Franck für die gleichung ganea = striga = hexe, denn uneholda ist sonst das ahd. gloss em für 'eumenides', 'lamiae', 'furiae', nach Franck der verbreiterte und dauerhafteste ausdruck für hexen in älterer zeit, man vergleiche zu unserer glosse die steirischen strig-holden, die südtirol. strien, die schweizer, sträggele als weibliche dä-monenfiguren (Waschnitius Perht Holda s. 21. 85. 86. 72 f).


Glossen   Berlin,   Preußische  Staatsbibliothek   Ms.theol.lat.   4°   364

Überlieferung: Berlin, Preußische Staatsbibliothek. Ms.theol.lat. 4° 364 ( Kriegsverlust).

Die Handschrift im Quartformat (20 x 14 cm) umfaßt 16 Blätter zu je 17 Zeilen in zwei Lagen (Quaternionen). Sie enthält die Vita S. Solae des Ermenricus. Sie hatte früher die Signatur Cheltenham, Bibliotheca Philippica 16375. Wie die dortigen Nummern 16374 und 16359 bildete sie ursprünglich einen Teil der Handschrift, deren Anfang in der Handschrift London, British Museum Mss. Add. 22793 vorliegt. Sie stammt aus dem Kloster Sankt Peter in Erfurt. Sie wurde wahrschein­lich   noch   im   9.   Jahrhundert   geschrieben.

Inhalt:   Die   Handschrift   enthält   fünf   volkssprachige   Interlinearglossen. Diese   befinden   sich   auf  Blatt   6   und   Blatt   14b.   Sie   sind   altsächsisch mit   althochdeutschen  Spuren.

Ausgabe: Steinmeyer, E.-Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd.   2   1838,   Neudruck   1969,   764,   23-25;   764,   48-51.

Literatur: Steinmeyer, E.-Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 4 1898, Neudruck 1969, 415, Nr. 83; Bd. 5 1922. Neudruck 1969, 58, Nr. 83 Z.37; Priebsch, R. , Deutsche Handschriften in England, Bd. 1 1896, 115, Nr. 123; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und   altsächsischen   Glossenhandschriften,    1973,   6,   Nr.   46.


Glossen  Berlin,   Preußische  Staatsbibliothek  Ms.theol.lat.   4°364

VITA SOLAE AUCTORE ERMENRICO. *

[Canisii Lectionis antiquae ed. Basnage toni, il, 2]

DCCCCXXIII

Codex Cheltenham. 16375.

23  Orientem ac austrum uersus psternuor^    Iunci, .i. scirpi semidun 6" — 171 (Esai. 48

24      endi çundaruuord 6' — p. 171 nota b        35, 7)                                                     49

25 Sigale .i. roggon 6* — ib.                  Sarcofagi thes kares 14b — 175   50

Operculum that hlit 14bib.               51

1 Adplicauit]  1 aus r corr.   applicuit M        a desensione M   defensionum F        * con-fecti FM        * unsuprista kanozcas soll wol das folgende vasa foedissima übersetzen        * ge-statorem M        • partum FM        1 tigrides (tygres M) serocissimae FM       8 caveis FM * surculis FM         l0 peragrare M   peragrabimus F         lt historiographus FM        '* purga­mento M; & contemptui populo eritis F t>3t>        l3 per erguminos M   in Energumeniä F 14 /. thurnh        " sede FM       " quadriga FM       " susilis FM       •• bigam M   quadrigam F 19 dira uocis M   dirasque voces F

*Steinmeyer,E.-Sievers,E.,   Die  althochdeutschen  Glossen,   Bd.   2,764,23-25;   764,48-51.

Althochdeutsche  Bestandteile  sind  unterringelt.


Glossen  Berlin,   Staatsbibliothek  Preußischer  Kulturbesitz  Ms.lat.8°73

Überlieferung: Berlin Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms.lat. 8°   73.

Die Handschrift im Oktavformat enthält 141 (richtiger 142) Blätter. Auf den Blättern la bis 122a oben stehen Glossen zur Bibel mit einer volkssprachigen Kontextglosse (Steinmeyer-Sievers Nr. 102 Nachtr.). Der Rest des Blattes 122a wurde von einer Hand des 12. Jahrhunderts mit Namen und Zeichen des hebräischen Alphabetes teilweise ausge­füllt. Auf Blatt 122b kommen von anderer Hand auf abgesetzten Zeilen sehr schön geschrieben gesammelte volkssprachige Glossen in zwei durch rote Striche gesonderten Spalten. Auf Blatt 126a unterscheidet eine andere Hand drei entsprechende Spalten. Auf Blatt 127b2 setzt Incipit glosa fulgentii epi. ad calcidium grammaticum ein. Dieser Text reicht einspaltig von Blatt 128a bis 135b. Dann folgen Auszüge aus Isidors Etymologien 1,38-44, auf Blatt 141a Augustinus usw. Die Handschrift  stammt   aus  dem   11.   Jahrhundert.

Die Handschrift gehörte früher Dr. Ludwig Tross in Hamm. Vielleicht kommt sie aus einer westfälischen Klosterbibliothek. Am wahrschein­lichsten ist die Herkunft aus dem 1185 gegründeten Kloster Marienfeld. Es ist jedoch fraglich, ob die Handschrift sich im 15. Jahrhundert schon   in   Ostwestfalen  befand.

Inhalt: Die Handschrift enthält unter anderem ein Vogelnamenglossar (Blatt 123b-124bl, Steinmeyer-Sievers Nr. 996) und ein Pflanzennamen-glossar (Steinmeyer-Sievers Nr. 1024) mit überwiegend altmittelfrän-kischem Lautstand. Diesem liegt aber eine altsächsische Vorlage zugrunde, welche in insgesamt vier altmittelfränkischen Handschriften anscheinend unabhängig bearbeitet wurde (Paris, Bibliothèque Nationa­le lat. 9344, Trier, Bibliothek des Priesterseminars Hs. 61, Wolfenbüt­tel, Herzog August Bibliothek Cod. Guelf. 10.3.Augusteus 4). Das Mischglossar Steinmeyer-Sievers Nr. 1146 ist ebenfalls altsächsisch beeinflußt. Vermutlich versuchte hier ein altmittelfränkischer Schrei­ber, ein ursprünglich aus althochdeutschen wie altniederdeutschen Abschnitten zusammengesetztes Glossar in Richtung auf das Altmittel-fränkische zu vereinheitlichen, wobei ihm einige Verhoch-deutschungsfehler unterliefen. Die altsächsische Vorlage könnte aus dem nordöstlichen Westfalen (engrisch-westfälisches Übergangsgebiet) stammen.

Ausgaben: Steinmeyer, E.-Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen,
Bd. 3 1895, Neudruck 1969, 457,1-459,6; 459,31-36, Nr. 996; 570,10-
11;            21-572,7;     572,21-27,    Nr.     1024;    681,20-32;    681,52-687,16;    687,

23-38,   Nr.   1146.

Literatur: Steinmeyer, E.-Sievers, E., Die althochdeutschen Glossen, Bd. 5 1922, Neudruck 1969, 108 ff.; Neuß, E., Studien zu den althoch­deutschen Tierbezeichnungen der Handschriften Paris lat. 9344, Berlin lat. 8° 73, Trier R. III. 13 und Wolfenbüttel 10.3.Aug. 4°, 1973; Bergmann, R., Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften, 1973, 7, Nr. 52; Bergmann, R., Mittelfränkische Glossen, 2. A. 1977, 233 ff.; Klein, T., Studien zur Wechselbeziehung zwischen altsächsischem und althochdeutschem Schreibwesen und ihrer Sprach-   und   kulturgeschichtlichen  Bedeutung,   1977,   219  ff.


Glossen   Berlin,   Staatsbibliothek   Preußischer   Kulturbesitz   Ms.lat.8°73

111,457

C. VÖGEL.

[vgl. 6, 5—7. 60—62. 10, 36—43. 14, 53 ff. 20, 1 ff. 54, 9 ff. 85, 2 ff.  202, 33 ff. 354, 47 ff. 364, 44 ff. 403, 67 ff und unten Mischungen]

DCCCCXCVI

a = Codex Parisinus 9344 /. 42b.    b = Codex Berolinensis Ms. lat 8° 73.    e = Codex seminarii Trevirensis f. 112b.     d = Cbcfex   Chielpherbytanus  Aug. 10. 3.

4° /". 89».

1  Olor * Eleuiz a Eluiz b 123ba eluiz cd         a uuidehopa d uuindehoppa c     19

2  Parix Meisa i 123b2 meisa acd             Ciconia10   Odeboró T lì?3b2    Hork u 20

3  Peruigellus*   Vinco ab   123bi   uinco rf         odoborp c stork rf strok o                       21

4     sincope                                                     Hirundo12   Suala   uua  a    sualuuua o 22

5 VuItuP   Giro   a   Gir i   123b2   giR  c         Suala b 123b2 suala d          23

6     gir d                                        vr~~/*       Passer   muschan  a   Sperilig  b   123W 24

7 Merops *   Gruonspet   b   123b2    gruon-         sparo d                                                25

8     speht a ghronspeht c speht d     5a Columba14   Duua   b   123b2   du   ua  d 26

9 Cuculus5 Koch b 123b2 .gok a^^hochg         dufa g                                                         27

10    Psitachua 8 kaa c Çâa d                         Turtur   tur   tul   duba a    turtulduua  d 28

11    Cornicula   crecula   a    Kraia   b   123                stila e                                                 29

12    (craia e era d                                         Caradrion IS   Leuuerca10  6   124al    le- 30

13 Pica7   Agalstra   b    123     agalstra   a          uuerka d Natgala a                          31

14     agaistra c agestra d                            Mergus17  Ducheri b 124*1 duchere o    32

15    Picus Vespet8 6 123b2                                         Pauo 18 Pao ò 124»1 Po a                 33

16    Cignus Suanin b 123b2 suan ed Eleuiz a        Phicecula Sneppa a Senppa b 124*1      34

17    Grus Grano b 1231'2 erano ac kranno_<2     Larus Musara b 124*1                                     35

18    Hupupa' Vuiduhoppo b 123b2 Wideopa        Strucio19 Struua b 124»1 strude 6truz d 36

I   davor die Überschrift De nominibus avivm e. die reihenfolgt der gli. in d ist diese:

457,  1. 3. 5. 13.  17.   18."   458,  18. 54.  23.   27.    459,  1.    457, 9.  22.   458, 30.    457,
11. 26. 30.  16.   28.     458, 1  
(von  hier  ab beginnt eine   ziveite hand).     457, 20. 30.

458,  7. 457, 24.    458, 3. 8.   457, 2.    458, 5. 12.   457, 7.   458, 10. 17.    457, 10.    458,
14.  19. 20. 22.   459, 5.   458, 26.   459, 4. 33.   458, 28.   459, 31. 35.   458, 32. 35. 34.
40.  38. 43.  41. 45. 47. 50. 49. 51.   459, 3.   458, 52. 56          *
Fringelius d.   davor die
Überschrift Nomina auium ò       • Wltur c       4 Meropa. X Loaficua a       • Cuculus. I Pni-
tacu8 a   * Phsitachus c, an ai radiert CiptacuB d Psitacus. Loquens auia b       ' Pika d

* = vel speht?         • Hupopa a Vpupa b         Jo Ciconia] n aus o corr. c Cithonia 6

II     Hork im context c       '* Hirpndo a       " Mnd. wb. 3,139       " Colûba, der strich
mit blasserer dinte b        " Caradion. (darüber rasur)  t Laudula.  et Lucinula (darüber
Natgala) a        " dann similit luciani l/ius lucinia). quia luce canit b        If Merchus b

11 P-.-IU8 6       " Strutio c

»Steinmeyer.E.-Sievers.E.,Die  althochdeutschen  Glossen,Bd. 3  ,457,1-459, 6:   459,31-36;   57o,10-11;   21-572,7;   572,21-27;   681,2o-32;681,52-687,16; 687, 2 3-2 8.

5a)   z.T.   ahd.?

8a)   Handschrift  c  as.

Altsächsische Bestandteile sind unterstrichen. Bestandteile,welche un-unterscheidbar als entweder altsächsisch oder althochdeutsch angese­hen   werden,   sind  unterstrichen   und   unterringelt.

10


Glossen   Berlin,   Staatsbibliothek   Preußischer   Kulturbesitz   Ms.lat.8°73

111,4 58        Sachlich Geordnete Glossare.   E. Etozelolossare

Wo. (Hoffmann Ätid. aus  Wolfcnbüttel xxvr. xxvii). Zs. 15, 48 1 Philomela1   Natigala 2   6   124»1    naht-

29

2     gala e naht gala d

3  Bubo_Huk b 124*1 huk ed hue a

4  Lucifuga huchek a Hula ò 124al

5  Onocrotalus 3 Wntharhum b 124al Wnz-

6     zerhunt a uunznrhuon e vuazarhuon d

7  Honocratulus horo dûpil d

8  Nycticorax4 Nathrauan b 124»1    naht-

9     rauag. e naht rauan d nat ram a

10 Passerarius5 Wigo Kiuino 6 124»1

11     kyuino 6 d

12  Erodium7   doni   clin8   a    Donicliri8   b     Ericius19 Igil b 124»2 rf igjj ac

13      124*1 bom. ualko d

14 Erodion Roder kiuino6 124*1   rodel-

15     kiuino 6 d kuuno 6 e

16    Erodius fai _ko_c

17    Aquila Hera 124al Aro d

18    Miluus Vuiho b 124al uuio d

19    Capis9 Valco b 124»1 Ualko rf falco a

20    Accipiter   Hauog   ò   124*1     hauohe   d

21     hauok a hauuk e

22 Comus rauan d

23    Vespertilio   Flotharm'   b   124.a2    flether

24      »ms a m dam' e roclcTnias 10 d

25 Blattis flethannus e

steinbuk e sten boc d Betriscus 15

31

e 32 33

uurendp_  a      uurcndilo

vurendclo d Vuertlo_ b 124*2 Coturnix Watala ab  124*2 Quatala d    34 Ortigometra16   Feldhon   b   124»2    felt-35

huon e veltihuon 17 rf                                                            36

Ancta Anath b 124»2                                                                                                 37

Rinocerus18   einhurnio   e    Henonnio   b 38

124*2 einhurni rf vrhunt a          39

40 Gallinncius20 Cappo   b 124»2   cappo a 41

kappo ed                                           42

Ardea21    Hogoro   6    124a2     hegero_   e 43

hoiro a regro t?                              44

Scarabeus22 Vuiuil  124a2   uui uil d 45

wiuel a                                               46

Papilio   Viuildra   ò   124»2    viuoldra   d 47

pis ultra a                                             48

Fucus23 Drenoò  124»2 dreno d drano a 49
Apis bîa d                                             50

Vespa Wespa b 124a2 wospa a uuespa d 51 Crabro24 Horuizo b 124a2   hor neiza a 52

horneza d                                                            53

26 Castoru Biuer b 124a2 biner g biiior d     Turdus   Brat_ uogel   /;   124bl    stara   a 54

spra d Gripes 25 Gripho a griph d


27    Castorium 12 Biuerzzi è 124a2 biuerizzi d

28    Menila   Merla   6   124a2    ansia   a   get-


Ibexu   Steinbuc   b   124a2   steinbuc   a 30

I   Philomela] über e rasur von übergeschr, 1 b Filomela e Filomena d     ì Natigala]
das mittlere a aus corr. b       ' Onocratilus b Onacr.atujus d       * Nccticorax a Noctua ci

8 Paserarius d ' ist hicmit isl. kjói (ThorkelSson, SuppL, anden samling 250b.
Cleasby-Vigfusson 340) zu vergleichen? Roder =ags. rodor oder 'ritber'? T Frodium a
Herodium d        ' mir unbekannt         ' Cappus d         I0 ags. hrcademûs         " Caster d

II   Castoriü] der strich mit blasserer dinte b        " Nemnich hat geissvogel = scolopax
arquata (schnep/e, brachvogel) und tringa vanellus (kibitz), Die/enbach geytehuck ^merula

14 Hibex a   Ibix d         " Bestrictus b   Bitriscus d         " Octigometra b   Ortigo und

darüber meira, ate ivüre dies deutsch a, während das ganze nur Ortigometra bedeutet und
die nächste ql. vrhunt (falchlich über Rinocerus) hicher gehört, dann Perdix (r aus
corr.). Similit b, s. unten 459, 4        " veltihuon] i angehängt d       " Rinoceris 6   Rc-

nocerus d         " Hericius c         " Gallicius c Gallinatius b. die gl. nach der folgenden a ]

11 Ardea] unten ama radiert c        " die gl. »lac/t 458, 49 b     " F:icus d       " Sera-

b^o ò, c aus i corr., r mrt blässerer dinte übergeschr. Grabo rf        " Grepea d Grippes.
Similit b

11


Glossen  Berlin,   Staatsbibliothek  Preußischer  Kulturbesitz  Ms.lat.8°73

U. Die Tiere DCCCCXCVI                                                111,459

Wo. (Hoffmann Ahd. aus Wolfenbütld xxvi. xxvn). Zs. 15,48. —Bibl.8. Em.31.

1 Palumbus1 Holt   duua b 124bl 2

ho le

duba o rin gii du ua d

3  Pullus2 Hon b 124bl   huon hunt a

4  Perdix 3 Rephount o reph huon d

5  Pellicanus   ì   acedo4    Regero   b   124bl

6     heigro d

Frondator Speth b 124bl sphet a gruon 31
speht b                                                 32

Graculus5 Hurhon 6 124bl hruok a 33
hrok c ruok d
                                    34

Cappedo 8 Quapp_iia_J> 124bl Quappji d 35
çapjm o                                               36


1 Palumbis d Perdix a pedo a


' Pullus]   der zweite  strich des zweiten   u aus t oder  ti   radiert b ì acedo (dh. alcedo) fehlt d'       * die gì. nach der folgenden a       * Ca-


12


Glossen   Berlin,   Staatsbibliothek   Preußischer   Kulturbesitz  Ms.lat.8°73

III,570        MXXIV (Pflanzenreich)

o = Codex Parisinus  9344 f: 42b.       b =  Codex Berolinensis Ms. lat. 8° 73. c =  Codex  seminarii  Trevirensis f. 112b.     d =   Codex   Qwlpherbytanus Aug.

10. 3. 4° f. 89*.

10    Saluials Seluia b 124bl Selua d                   breda a vuegebre da d                    21

11    Plantago   Wechbreida   è  124bl   Wege-     Malua16Papaia 6124bl Papiüao papulae 22

u davor die

Überschrift Nomina herbarum (a aus corr. b) abd. die folge der gli. in d ist 570,10.571,
3.1. 6.10.14.18. 570,11. 571, 5. 8.12.16.19.21. 25. 28. 32. 36. 37. dies oder ein ähnliches
glossar ist oben 387, 11—55 benutzt      " Mallia ab

13


Glossen  Berlin,   Staatsbibliothek  Preußischer  Kulturbesitz  Ms.lat.8°73


III. Das Pflanzenreich                MXXIV

Wo. (Hoffmann Âhd. aus Wolfenbüttel xxvri. xxviii). Zs. 15, 49


 571


 


1 Satureia1   Konila   6   124bl    konala   d

2     conub c Scaraleia o

3 Sorpillum   Weldkonila 124bl   feltko-

4     naia d Conala a

5  Aneturn* Dilli b 124bl dilli ad

6  Nasturcium3 Cressa b 124bl   Crasso  d

7     crasso o crisso c

Cucurbita  Curuez* b 124bl   curuuiz ac

9      kuruiz d

10 Lihisticum 5 Luuistik b 124bl lube steko

11     c lupistekila6 o lubistekul d

12 Scaraleia7   Scaraleia8   ab 124bl   scara-

13     leia d sclarega c

14 Marrubium 9 Maredioh b 124bl Andorn

15     d andron a

16  Maratrum 10 Venekil b 1241'3 Fenekal a

17      uenakal d

18     Caiilis X1 Aucol » b 124»2 Col a kol d

19     Cerfolium 13 Kieruila ò 124b2 kiruela_ a

20      kernel d

21  Abrotanum Auereza b 124b2  auarata a

22      Auaruza d

23  Absinthium14   Wermodo  124b2   uuer

24      moda o

25  Pepones Pethemun b 12412 pethemon d

26      pe themo o

27     Puleyum ls Pulei b 124b2 Puler a

28     Vctonica Betonica 6 124b2 boto ni ca a

29      leutonia d

30  Agrimonia   Auermonia   b   12*4b2   a uar


monia a                                                31

Vrtica16  Nizila ò 124W  nezila Ne-32

zela d                                                  33

Apium Eppi ft 124ba Eppe o            34

Alliuni kluo flok a                              35

Gepe " lok a k'of lohc d Unna b 124ba 36 Ciminum 18   Cumin   b   124b2   cumin  d 37

kume a                                               38

Papauer Magosamo b 124bS magosamoa 39 Tanacetum19   Reniuana   124b*   rein- 40

unno a                                                  41

Mentimi Minza b 124 mza a          42

Boletus20 Buliz b 124 buliz a         43

Millefolia21 Garauua b 124b2 graua a 44
Nepta Simiza a Simi:za 6 124b2          45

Rnpbnnum Rcdihc b 125al mer re dik a 46
Calta Binisoga b 125»1 be ne sua a 47
Cirer Kechera b 125al chechera a    48

Vicia Wicoa b 125r1 wike a             49

Aliena22 Auenaò 125*1 Euena oeuina c 50
Sigihun 23 Roggoòl25sl Rocoa rogkoc 51
Spelta2* Snolza b 125*1 epelza a Bpïeltac 52
Legumen'25 Smalsat 6 125al smalsad c 53
Faba28 Bona b 125»1 bona c             54

Pi?a27 Ereuuiz 6 125al ïere"uiz a Hart 55
uueishe 28 eri{. l ari c                             56

Milium hir si a hirse b 125»1                 57

58

linsi e 59 60

Pcniceum29 Penich 6 125*1 Penik a Lens   Ieiitis30   Linsa  b   125»1 linsin a


I    Satureia 6 Saturreia d       % Annetum â. vor 571,1   a         ' Nastucium a        « Cur-
ugz]  
zwischen r und u   rasur  eines   aufsteigenden  striches b     * Libisticum]  nus
con: a Liuesticum c       ' lupistekila] p sehr zucifelhnft a       ' Scorcia a Sc'areia d Sca-
rabeia c. die gl.
vor 571, si a,  vor 571, 10 c        ' Scarnlcin] r aus 1, tfas mittlere a aws
ansatz von e corr. 6         • Mambium d         '° Maratrû]  das erste r aus corr. von  H d

II    Colis 6 Caulus a       " Aucol] Au sollte Colis «>i Caulis bessern: also waren in der
vorläge von b die deutschen gli. ühergeschr.       " Gerfolium a       u Abauidium a       '• Pu-
leum a, vor 571,19        " die gl. vor 571, 28
a       1T Coppe « Cncpe d. die gl. ror571,23 a

11 Cuminü 6       " Tanccetii ft        " Bulctu a        " Millestilia a, nach der folgenden
gl.        " die gl. nach  der nächsten a, nach den btidm nächsten c         " Sigalü c  Fi-

gilo a " SBelta a, S vor der zeile nachgetragen Siligo c " Edulium. 1 absonium c, nach 571, 5G " Faba] Fab auf rasur c 1T die <ß. nach der folgenden a " Hart uueishe im context c       " Peniciü a       l0 lentis fehlt a

14


Glossen  Berlin,   Staatsbibliothek  Preußischer  Kulturbesitz Ms.lat.8°73

III,572


1  Triticuni 1 Wetza_ò 125al wizc a

2  Ordeum * Gnrsta b 125»* gorst« a

3  Pasta3 Deig b 125»1 deig a

4  Bracium Malz b 12f3al malz o

5  Furfur Cliuua b 125*1

6  Perna Ruokispec* ò 125al soma e

7  Puls8 Bri b 125»' bri a


Cupndium • Brado b 125** brado ac 21
Minutium 7 Ingisccdo b 125** Insnid e 22
Salsitia uurgt^ c                                          23

Knlopoda8 I^eist h 12.r2 leist a               24

Colustrum Biost b 12s>»9                                       25

Sorbiuncula • uuarniuog e                          

Meditullium l0 Dodoro b 125»8 jLodgro_a<; 27


 


1 diese und die folgende gl. vor 571, 58 a gl. nach der folgenden a l l. Ruckispec Capatü a ' Minutiunt h Kalapota a doro. Similit Vitcllus b Mcdtulliü. I uitelliu hand: Capis falco  Ebulum adach


1 Ordeum b,  d aus o corr.          ' die

1 Pernä, Pul lis bri a Capadiü b * / Sorbiciuncula Io Meditulliti. Do-und  daneben   am   rande  von   späterer


15


Glossen Berlin,   Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Ms.lat.8°73 Mischglossar  MCXLVI


Sachlich Geordnete Glossare,   e. Mischungen

MCXLVI Codex Berolinensis Ms. lat. 8° 73.


113,601


 


20 (122bl) Plaustrum Vuagnn [dcccclxxii.

21      mcxxi ustv. mcxlv]

22  Aratrum Pluog [dcccclxxii. mcxxi usw.

23      mcxlv]

24  Erpica Egitha [dcccclxxii. mciii. mcxxi

2i5        USW. MCXXXIX.   MCXLV]

2ß Iugum loch [mcxxi îisiv. mcxlv]

27    Stimulus Gart [mcxii. mcxxx usw.]

28    Lora Seil

20 Hunicruli    Kifon    [dcccclxxii.  mcxxi

30       USW.   MCXLII.   MCXLV.  MCLl]

31  Kadii Spcichon [dcccclxxii. mcxxi usw.

32        MCXLV.   MCLl]


Modiola Naua [dcccclxxii. mcxxi usw. 52

MCXLII. MCXLV.   MCXLVII.  MCLl]           53

Rota Rat [dcccclxxii. mcxxi usw. 54
mcxlv]                                            55

Scala Lcidra [dcccclxxii. mcxxi usw. 56
mcxlv]                                            57

Buris Plogesho uid [dcccclxxii. mcxxi 58
usîv.)                                               59

Salinentarium10 Salzhua                          W